[Histo]13. November 1872 (Teil 1/3)

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[Histo]13. November 1872 (Teil 1/3)

Beitragvon Zukunftsträumer » 10.01.2015, 23:59

Hallo, liebe Community! :beckon:

Passend zur aktuellen Wettersituation hier bei uns im Norden habe ich heute endlich die Geschichte weitergeschrieben und beendet, die ich, vor allem gedanklich, schon vor langer Zeit herausgearbeitet hatte. Und nun bin ich soweit!

Ich freue mich über Kommentare und etwaige Verbesserungsvorschläge:


Es war ein Dienstag, der 12. November 1872, an dem das Unglück seinen Lauf nahm. Wie an jedem anderen Werk- und Schultag auch, machte ich mich zusammen mit meinen zwei kleinen Schwestern sowie den restlichen acht Schulkindern der Tiefe auf den Schulweg, ins sechs Kilometer entfernte Meeschendorf. Schon an jenem Morgen, wo alles noch düster war, pfiff der Wind barsch um uns herum und immer wieder prasselten Regentropfen, eiskalt und spitz wie Nadeln, in unsere Gesichter, das wir unsere Schals enger um uns schlangen. Und wir waren ausnahmsweise froh, als wir die Schule erreicht hatten.

Später, die erste Pause war zu Ende gegangen, in der sich keiner bei dem Hundewetter draußen zu vergnügen wusste, da betrat der alte Herr Schloen, unser Klassenlehrer, mit besorgter Miene das Klassenzimmer. Schneller als sonst legte sich der Tumult, denn jeder sah, dass irgendwas Arges im Raum lag.
„Liebe Kinder“, begann der Lehrer und ergriff energisch das Revers seines Jacketts. „Aufgrund der momentanen Wetterlage sehe ich mich gezwungen, in Absprache mit meinen Kollegen, euch Schüler von der Tiefe zu euren Eltern nach Hause zu schicken.“
Drei Jungs von der Tiefe ließen einen zu lauten Jubel von sich hören. Aber auch ich stand der Nachricht nicht abgeneigt gegenüber.
„Ja, ja, freut euch nur“, entgegnete Herr Schloen sichtlich verärgert. „Es geschieht nur zu eurem Besten. Packt eure Sachen und seht zu, dass ihr verschwindet. Und schlagt den Weg über den Damm am Strand ein, denn es wurde gemeldet, dass mit Hochwasser zu rechnen ist.“

Eiligst packten wir unsere Sachen und verließen unter den neidischen und auch bösen Blicken der anderen den Raum. Ich hörte gerade noch, wie Herr Schloen das Thema „Geometrie“ ansprach. Erleichtert atmete ich aus, denn ich hasste Geometrie und alles, was mit Zahlen zu tun hatte.
Doch als wir hinaus traten in den eisigen Wind und es wieder zu regnen begann, da wich die Euphorie und missmutig traten wir den Heimweg an.

„He wo willst du denn hin?“, fragte mich Friedrich, der älteste von uns, als ich den Weg zum Strand einschlagen wollte.
„Na, zum Strandwall. Du hast doch gehört, was der alte Schloen gesagt hat.“
Doch Friedrich winkte ab. „Ach, der alte Hasenfuß. Der Weg ist viel zu weit und vor allem so schrecklich uneben. Wir nehmen den normalen Weg über Sahrensdorf und die Wiesen. Der ist kürzer und leichter.“
„Ja, aber…“
Doch er war schon losgegangen und alle zogen mit ihm. Nur meine Schwestern waren geblieben und schauten mich fragend an. Und was blieb mir anderes übrig, als mitzugehen?
So zogen wir stumm quer durch die Felder. Und auch wenn die Dörfer nicht weit auseinanderlagen, so schien der Weg nicht kürzer zu werden. Immerhin hatten wir das Glück, das der Wind uns von hinten in den Rücken blies und uns voranschob. Doch die Kälte, die er mit sich brachte war dennoch schlimm genug.
Wir waren alle froh, als wir den Schutz des Dorfes erreicht hatten. Auf den Straßen erblickten wir niemanden außer einem Huhn, das wohl irgendwo ausgebüxt war. Hinter einigen Fenstern sah ich besorgte Blicke von den Bewohnern. Friedrich wollte eine Pause machen, ehe wir den letzten Abschnitt des Heimwegs bewältigen wollten, doch diesmal stellte ich mich quer und trieb alle zum Weiterziehen an. Zu meiner Freude stimmten mir auch alle zu. So verließen wir wieder das Dorf und steuerten auf den Binnensee zu.

„Verdammt, was ist denn hier los?“, fluchte der kleine Karl-Matthäus neben mir. Wir hatten die seichte Kurve, die den See vom Dorf her verdeckte, hinter uns gelassen und erstarrten alle, als wir sahen, dass der Weg komplett überflutet war. Das Wasser, das in den letzten Tagen so verdächtig niedrig geblieben war, hatte sich nun mit aller Wucht in den Binnensee geworfen und ihn über die Ufer treten lassen. Der Weg war verschwunden und nur noch das Reet lugte wie lange, dürre Arme heraus und bog sich im Wind. Selbst von der kleinen Kohlhofinsel war nicht mehr viel zu sehen. Aber dahinter erblickten wir endlich die wenigen Häuser der Tiefe und die Brücke, die hinüberführte.
„Wir hätten doch über den Wall gehen sollen“, schimpfte ich und deutete nach links zum Damm hinüber. Er war nicht weit weg, aber das Wasser versperrte uns den Weg. „Und was machen wir jetzt?“, fragte ich Friedrich.
„Warum glotzt ihr mich alle so an?“, war seine ratlose Antwort.
„Den ganzen Weg zurückzugehen ist sinnlos“, sagte ich und überlegte. Und die Lösung, die ich hatte, war sicherlich nicht die schlaueste, aber die einfachste. Ich und noch vier waren die größten und wir beschlossen die kleinsten von uns auf die Schultern zu nehmen und den Rest an der Hand mit uns zu führen und durchs Wasser zu waten um die Straße, die zu unserer Siedlung führte, zu erreichen.
Das Wasser war anfangs nicht so hoch, wie ich erwartet hatte. Es ging uns „nur“ bis zur Hüfte. Doch es war kalt und wir verloren schnell jegliches Gefühl in unseren Beinen, was das Vorwärtskommen zusätzlich zum Strom des Wassers erschwerte. Dazu kam noch, dass meine Schwester auf Dauer nicht so leicht war, wie sie aussah.
„Ich hab Angst“, wimmerte sie auf meinen Schultern.
„Brauchst du nicht“, erwiderte ich und hatte Mühe, nicht mit den Zähnen zu klappern.
Doch was wir da taten, war irrsinnig. Der Wind wurde stärker und trieb die Wellen immer höher uns entgegen. Meine Schwester kreischte auf, als der kleine Georg plötzlich von einer Welle gepackt wurde und unterging. Mit lautem Kreischen kam er zwar wieder zum Vorschein, doch er war durch und durch nass und sein bitterliches Weinen tönte uns in den Ohren. Und auch meine Kräfte ließen merklich nach und wieder war es so, dass der Weg immer weiter als kürzer wurde. Meine Schritte wurden kürzer und langsamer, die Kälte kroch meinen Körper empor, lähmte ihn mehr und mehr. Jegliches Gefühl stumpfte ab. Ich begann meine Umgebung auszublenden und mich nur noch aufs Gehen zu konzentrieren. Es konnte doch nicht mehr weit sein.
„Komm, Johannes, wir müssen weiter“, rief Friedrich zu mir herüber. „Es ist nicht mehr weit.“
„Ja, ja“, antwortete ich geistesabwesend und holte im Schritt weiter aus, verlor dabei fast das Gleichgewicht und wenn ich gefallen und ins Wasser gestürzt wäre, dann wäre es wohl aus gewesen. Doch ich blieb auf den Beinen und mühte mich weiter, nur den brüllenden Wind in den Ohren. So merkte ich auch als letzter, dass alle stehengeblieben waren und zum Damm schauten, auf dem zwei Männer standen und uns zuwinkten und zuriefen.


Fortsetzung folgt... :writing:


Weiter zu Teil 2: http://www.schreibwerkstatt.de/13-november-1872-teil-2-3-t52709.html
Zuletzt geändert von Zukunftsträumer am 13.01.2015, 21:34, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: 13. November 1872 (Teil 1/3)

Beitragvon unkompliziert » 11.01.2015, 22:50

Hallo Zukunftsträumer!

Dein Text hat auf den Punkt meinen persönlichen Geschmack getroffen!
Ich will unbedingt wissen, wie es weiter geht. Von der Gruseligkeit her war es genau richtig (auch nicht zu arg). Dein Erzähler ist sehr sympatisch und dein Schreibstil liest sich flüssig und ist atmosphärisch dicht und stimmungsvoll.

Eigentlich wollte ich wegen Kleinigkeiten und weil man stellenweise noch den Hobbyschrifsteller durchmerkt einen Punkt abziehen. Aber mein Bauchgefühl ist strikt dagegen. Ich muss dir auf meiner persönlichen Geschmacksskala 10 von 10 Punkten geben. :girl:

Deine Erzählung beginnt mit einer kleinen Gruppe von Schülern im Jahre 1872 in Norddeutschland, die wegen einem Unwetter und einer (drohenden) Überschwemmung früher von der Schule nach Hause geschickt werden. Sie wählen nicht den sichereren Umweg, versuchen ein unvorhergesehenes Hindernis zu meistern und schlittern immer weiter hinein in die Gefahr.


Zukunftsträumer hat geschrieben:
[i]Es war ein Dienstag, der 12. November 1872, an dem das Unglück seinen Lauf nahm.
Du nennst später einige Ortsnamen, die es wahrscheinlich tatsächlich gibt. Könntest du auch die etwas größere Region/Landschaft nennen, in der wir uns befinden? Das würde mir sehr helfen ein Bild vor meinem inneren Auge zu malen.
Aus dem Offtopic und dem Klang der Ortsnamen entnehme ich, dass es sich um Norddeutschland handelt. Geht es noch ein klein wenig genauer?
Ich habe stellenweise mit Deichen und Meerwasser gerechnet, bis ich etwas von "Binnensee" gelesen habe.


Wie an jedem anderen Werk- und Schultag auch
Ich finde "Werktag" reicht. Die Silbe "Schul" kommt in dem Satz sowieso noch zweimal vor.
, machte ich mich zusammen mit meinen zwei kleinen Schwestern sowie den restlichen acht Schulkindern der Tiefe auf den Schulweg, ins sechs Kilometer entfernte Meeschendorf. Schon an jenem Morgen, wo alles noch düster war, pfiff der Wind barsch um uns herum und immer wieder prasselten Regentropfen, eiskalt und spitz wie Nadeln, in unsere Gesichter, das wir unsere Schals enger um uns schlangen.
an dieser Stelle "dass/ so dass"
Und wir waren ausnahmsweise froh, als wir die Schule erreicht hatten.
Ich mache es selbst sehr gerne, aber es ist wohl unüblich Sätze mit "und" zu beginnen. Ich finde, an dieser Stelle, kann man das "und" auch gut weglassen.

Später, die erste Pause war zu Ende gegangen, in der sich keiner bei dem Hundewetter draußen zu vergnügen wusste, da betrat der alte Herr Schloen, unser Klassenlehrer, mit besorgter Miene das Klassenzimmer.
Diesen sehr langen Satz würde ich entzerren.
"Die erste Pause verging, ohne dass sich jemand bei dem Hundewetter draußen vergnügen wollte. Danach betrat Herr Schloen... "

Schneller als sonst legte sich der Tumult, denn jeder sah, dass irgendwas Arges im Raum lag.
Hier mischen sich "etwas im Argen liegen" und "Es steht eine Frage im Raum."
"... denn jeder sah, dass etwas im Argen lag."

„Liebe Kinder“, begann der Lehrer und ergriff energisch das Revers seines Jacketts. „Aufgrund der momentanen Wetterlage sehe ich mich gezwungen, in Absprache mit meinen Kollegen, euch Schüler von der Tiefe zu euren Eltern nach Hause zu schicken.“
Drei Jungs von der Tiefe ließen einen zu lauten Jubel von sich hören. Aber auch ich stand der Nachricht nicht abgeneigt gegenüber.
„Ja, ja, freut euch nur“, entgegnete Herr Schloen sichtlich verärgert.
Ich kann nicht verstehen, warum er so verärgert ist.
Nach längerem Nachdenken meine ich, es lag vielleicht am Gejohle der Jungs. Aber das müsste dann etwas klarer sein.

„Es geschieht nur zu eurem Besten. Packt eure Sachen und seht zu, dass ihr verschwindet. Und schlagt den Weg über den Damm am Strand ein, denn es wurde gemeldet, dass mit Hochwasser zu rechnen ist.“

Eiligst packten wir unsere Sachen und verließen unter den neidischen und auch bösen Blicken der anderen den Raum. Ich hörte gerade noch, wie Herr Schloen das Thema „Geometrie“ ansprach. Erleichtert atmete ich aus, denn ich hasste Geometrie und alles, was mit Zahlen zu tun hatte.
Doch als wir hinaus traten in den eisigen Wind und es wieder zu regnen begann, da wich die Euphorie und missmutig traten wir den Heimweg an.
Den Aufbruch habe ich sehr gern gelesen und kann ihn mir bildlich vorstellen.

„He wo willst du denn hin?“, fragte mich Friedrich, der älteste von uns, als ich den Weg zum Strand einschlagen wollte.
„Na, zum Strandwall. Du hast doch gehört, was der alte Schloen gesagt hat.“
Doch Friedrich winkte ab. „Ach, der alte Hasenfuß. Der Weg ist viel zu weit und vor allem so schrecklich uneben. Wir nehmen den normalen Weg über Sahrensdorf und die Wiesen. Der ist kürzer und leichter.“
„Ja, aber…“
Doch er war schon losgegangen und alle zogen mit ihm. Nur meine Schwestern waren geblieben und schauten mich fragend an. Und was blieb mir anderes übrig, als mitzugehen?
Ja, das Gefühl kenne ich...
So zogen wir stumm quer durch die Felder. Und auch wenn die Dörfer nicht weit auseinanderlagen, so schien der Weg nicht kürzer zu werden. Immerhin hatten wir das Glück, das der Wind uns von hinten in den Rücken blies und uns voranschob. Doch die Kälte, die er mit sich brachte war dennoch schlimm genug.
Wir waren alle froh, als wir den Schutz des Dorfes erreicht hatten. Auf den Straßen erblickten wir niemanden außer einem Huhn, das wohl irgendwo ausgebüxt war. Hinter einigen Fenstern sah ich besorgte Blicke von den Bewohnern.
Diesen Satz finde ich sehr stimmungsvoll.
Friedrich wollte eine Pause machen, ehe wir den letzten Abschnitt des Heimwegs bewältigen wollten, doch diesmal stellte ich mich quer und trieb alle zum Weiterziehen an. Zu meiner Freude stimmten mir auch alle zu. So verließen wir wieder das Dorf und steuerten auf den Binnensee zu.

„Verdammt, was ist denn hier los?“, fluchte der kleine Karl-Matthäus neben mir. Wir hatten die seichte Kurve,
"seicht" kenne ich nur im Zusammenhand mit einem Gewässer, wenn es eben nicht tief ist. Was bedeutet dieses Wort im Zusammenhang mit einer Kurve? Eine sanfte oder weich geschwungene Kurve, vielleicht.
die den See vom Dorf her verdeckte,
Die Anordnung wie eine Kurve eine Sicht verdeckt, kann ich mir nicht vorstellen.
hinter uns gelassen und erstarrten alle, als wir sahen, dass der Weg komplett überflutet war. Das Wasser, das in den letzten Tagen so verdächtig niedrig geblieben war, hatte sich nun mit aller Wucht in den Binnensee geworfen und ihn über die Ufer treten lassen. Der Weg war verschwunden und nur noch das Reet lugte wie lange, dürre Arme heraus und bog sich im Wind. Selbst von der kleinen Kohlhofinsel
Hier bin ich unsicher: Der Weg führt aber Wiesen zu einer Insel? Aber warum ist es eine Insel, wenn sie in Wiesen liegt? Und von wo aus geht eine Brücke nach Tiefe?

war nicht mehr viel zu sehen. Aber dahinter erblickten wir endlich die wenigen Häuser der Tiefe und die Brücke, die hinüberführte.
„Wir hätten doch über den Wall gehen sollen“, schimpfte ich und deutete nach links zum Damm hinüber. Er war nicht weit weg, aber das Wasser versperrte uns den Weg. „Und was machen wir jetzt?“, fragte ich Friedrich.
„Warum glotzt ihr mich alle so an?“, war seine ratlose Antwort.
„Den ganzen Weg zurückzugehen ist sinnlos“, sagte ich
"Sinnlos" ist vielleicht das falsche Wort. Denn als ausgesprochenem Angsthasen leuchtet es mir völlig ein, in einer Sackgasse um zu drehen und einen Weg zu laufen, der noch frei ist.

Allerdings frage ich mich die ganze Zeit im Stillen, ob es sicher ist bei Überschwemmung auf einem Damm zu laufen. Beschädigt das nicht den Damm? Oder ist es nicht gefährlich, weil der Damm einbrechen könnte und man dann mit ins Wasser rutscht?


und überlegte. Und die Lösung, die ich hatte, war sicherlich nicht die schlaueste, aber die einfachste. Ich und noch vier waren die größten und wir beschlossen die kleinsten von uns auf die Schultern zu nehmen und den Rest an der Hand mit uns zu führen und durchs Wasser zu waten um die Straße, die zu unserer Siedlung führte, zu erreichen.
Das Wasser war anfangs nicht so hoch, wie ich erwartet hatte. Es ging uns „nur“ bis zur Hüfte.
Meine Erfahrung beim Waten durch die Isar ist, dass ich bereits im hüfthohen Wasser bei Strömung nicht mehr stehen kann. Aber vielleicht kommt es darauf an, wie stark die Strömung ist.

Aber den kleineren Kindern geht das Wasser sicher schon bis unter die Achseln. Würden die das wirklich mitmachen? Es ist doch eiskalt und es gibt noch einen Weg. (Oder die Möglichkeit im Dorf zu warten.)


Doch es war kalt und wir verloren schnell jegliches Gefühl in unseren Beinen, was das Vorwärtskommen zusätzlich zum Strom des Wassers erschwerte. Dazu kam noch, dass meine Schwester auf Dauer nicht so leicht war, wie sie aussah.
„Ich hab Angst“, wimmerte sie auf meinen Schultern.
„Brauchst du nicht“, erwiderte ich und hatte Mühe, nicht mit den Zähnen zu klappern.
Doch was wir da taten, war irrsinnig. Der Wind wurde stärker und trieb die Wellen immer höher uns entgegen. Meine Schwester kreischte auf, als der kleine Georg plötzlich von einer Welle gepackt wurde und unterging. Mit lautem Kreischen kam er zwar wieder zum Vorschein, doch er war durch und durch nass und sein bitterliches Weinen tönte uns in den Ohren. Und auch meine Kräfte ließen merklich nach und wieder war es so, dass der Weg immer weiter als kürzer wurde. Meine Schritte wurden kürzer und langsamer, die Kälte kroch meinen Körper empor, lähmte ihn mehr und mehr. Jegliches Gefühl stumpfte ab. Ich begann meine Umgebung auszublenden und mich nur noch aufs Gehen zu konzentrieren. Es konnte doch nicht mehr weit sein.
Hammerspannend. Die Reaktionen der Kinder sind sehr echt und es passiert viel Interessantes.

„Komm, Johannes, wir müssen weiter“, rief Friedrich zu mir herüber. „Es ist nicht mehr weit.“
„Ja, ja“, antwortete ich geistesabwesend und holte im Schritt weiter aus, verlor dabei fast das Gleichgewicht und wenn ich gefallen und ins Wasser gestürzt wäre, dann wäre es wohl aus gewesen. Doch ich blieb auf den Beinen und mühte mich weiter, nur den brüllenden Wind in den Ohren. So merkte ich auch als letzter, dass alle stehengeblieben waren und zum Damm schauten, auf dem zwei Männer standen und uns zuwinkten und zuriefen.
Aaah! Immerhin. Hoffentlich winken die nicht nur, sondern helfen auch!


Vielen Dank für das tolle Abenteuer.

Viel Spaß und Erfolg weiterhin beim Schreiben!
Unki
unkompliziert
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Re: 13. November 1872 (Teil 1/3)

Beitragvon Zukunftsträumer » 12.01.2015, 21:54

Guten Abend, unkompliziert!

Viele Dank für deinen Kommentar, deine Anregungen und Vorschläge, auf die ich gerne zurückgreifen möchte und wahrscheinlich auch werde...

unkompliziert hat geschrieben:Dein Text hat auf den Punkt meinen persönlichen Geschmack getroffen!


Oh, das hört man gerne! :D

unkompliziert hat geschrieben:Du nennst später einige Ortsnamen, die es wahrscheinlich tatsächlich gibt. Könntest du auch die etwas größere Region/Landschaft nennen, in der wir uns befinden? Das würde mir sehr helfen ein Bild vor meinem inneren Auge zu malen.Aus dem Offtopic und dem Klang der Ortsnamen entnehme ich, dass es sich um Norddeutschland handelt. Geht es noch ein klein wenig genauer?


Ja, die Ortschaften gibt es wirklich, in einer von denen bin ich aufgewachsen. Um genau zu sein, befinden wir uns auf der Ostseeinsel Fehmarn im Jahre 1872.

unkompliziert hat geschrieben:Ich habe stellenweise mit Deichen und Meerwasser gerechnet, bis ich etwas von "Binnensee" gelesen habe.


Naja, wir sind ja nicht an der Nordsee. Aber dazu möchte ich später noch mal zurückkommen.

unkompliziert hat geschrieben:Hier mischen sich "etwas im Argen liegen" und "Es steht eine Frage im Raum.""... denn jeder sah, dass etwas im Argen lag."


Ja, das ist doppeltgemoppelt!

unkompliziert hat geschrieben:Die Anordnung wie eine Kurve eine Sicht verdeckt, kann ich mir nicht vorstellen.


Äh...ja, schwierig ohne Bäume oder ähnlichem, nicht wahr?

unkompliziert hat geschrieben:Hier bin ich unsicher: Der Weg führt aber Wiesen zu einer Insel? Aber warum ist es eine Insel, wenn sie in Wiesen liegt? Und von wo aus geht eine Brücke nach Tiefe?


Ja, da habe ich wohl aus lauter Freude darüber, dass mir die Geschichte so leicht gelungen ist, einen Fehler gemacht.
Denn die Grundidee war die: ein Zeitzeuge des in der Geschichte anstehenden Ereignisses sitzt im Herbst seines Lebens in seinem Haus und lässt sein Leben Revue passieren. Er beschließt daraufhin, die wichtigsten Ereignisse niederzuschreiben. Dazu zählt auch das Jahr 1872.
Ich wollte den Text, die Erzählung, so authentisch wie möglich rüberbringen, es wie eine richtige Erzählung klingen lassen ohne Erklärung. Dass der Erzählende dabei die Örtlichkeiten kennt und sie so beschreibt, als sei alles selbstverständlich, ist klar. Leider wissen die Leser das ja nicht.
Ich habe nachgedacht, wie ich dem Abhilfe schaffen könnte...und kam auf die Idee eine Karte miteinzufügen, die dem Leser es ein wenig einfacher machen sollte, dem Geschehen zu folgen und die Örtlichkeiten besser kennenzulernen (wie auch deine Sache mit den Deichen und Meereswasser). Ist ja so bekannt aus vielen Fantasyromanen (Karte von Mittelerde, Narnia, Alagaesia etc...)
Ich hoffe, man versteht worauf ich hinaus will. :mrgreen: Vielleicht bringt es ja was...

unkompliziert hat geschrieben:Allerdings frage ich mich die ganze Zeit im Stillen, ob es sicher ist bei Überschwemmung auf einem Damm zu laufen. Beschädigt das nicht den Damm? Oder ist es nicht gefährlich, weil der Damm einbrechen könnte und man dann mit ins Wasser rutscht?


Du kannst als "Damm" auch das Wort "Deich" nehmen. Ich meine nicht das Bauwerk der Biber! Außerdem sollte man auf einem Deich ja sicher sein, zumindest einigermaßen. Und noch ist das Hochwasser nicht da!

unkompliziert hat geschrieben:Es ist doch eiskalt und es gibt noch einen Weg. (Oder die Möglichkeit im Dorf zu warten.)


Du kennst es doch sicherlich auch: Der Mensch macht lieber etwas, was nicht so lange dauert und ihn vielleicht an seine Grenze treibt, als das vorher Getane als umsonst gelten zu lassen. Im Sinne des Rückweges ist es pure Bequemlichkeit. Und ein deutsches Sprichwort sagt: "Für unsere Bequemlichkeit ist uns nichts zu anstrengend."

Ich hoffe, ich konnte dir ein wenig die Augen öffnen. Will mal gucken, ob das mit der Karte klappt!


MfG,

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Re: 13. November 1872 (Teil 1/3)

Beitragvon Joyfully » 13.01.2015, 22:49

Hallo Zukunftsträumer,

da saß ich gestern etwa eine Stunde lang an einem ausführlichen Kommentar zu deiner Geschichte, drücke eine falsche Taste und zack - ist alles weg. :cry:
Deshalb mache ich mir heute einfach die Mühe nochmal. :lol:
Allgemein hat mir deine Geschichte gut gefallen, du erzeugst eine ungemütliche und fast schon gruselige Stimmung und damit auch Spannung beim Leser. Gleich zu Beginn wird eine Katastrophe angekündigt und so wartet man nur darauf, dass die Kinder abstürzen, ertrinken, von den Eltern getrennt werden, verhungern ... um es jetzt mal leicht übertrieben darzustellen. :wink:

Ein paar Dinge im Detail:

Zwei Dinge sind mir ganz besonders aufgefallen:
1. Du benutzt relativ häufig "verschachtelte" Sätze mit vielen Kommas und einigen Füllwörtern, die das Lesen durchaus erschweren. Allgemein hatte ich des Öfteren das Bedüfnis, zwei Wörter vertauschen zu müssen, damit der Satz noch besser zu lesen ist.
2. Es kommen viele Dopplungen vor, sei es in Form von gleichen Wörtern, Silben oder auch sehr ähnlich klingenden Vokalen.
Dann bin ich auf folgendes Kommentar gestoßen,
Denn die Grundidee war die: ein Zeitzeuge des in der Geschichte anstehenden Ereignisses sitzt im Herbst seines Lebens in seinem Haus und lässt sein Leben Revue passieren. Er beschließt daraufhin, die wichtigsten Ereignisse niederzuschreiben. Dazu zählt auch das Jahr 1872.
Ich wollte den Text, die Erzählung, so authentisch wie möglich rüberbringen, es wie eine richtige Erzählung klingen lassen ohne Erklärung.

und habe ich mich eigentlich kontinuierlich gefragt, ob du das mit Absicht machst? Also ob du einen Erzählstil wählst, der etwas unsicher und unausgereift wirkt, (nimm mir das bitte nicht übel, wenn meine Vermutung falsch liegt) um eben das Erzählen eines Mannes darzustellen, der vollkommen ohne schriftstellerische Ambitionen an die Sache herangeht? Oder wolltest du den Text stilistisch gesehen an die Zeit anpassen, in der er spielt? Einige Formulierungen klangen für mich danach ...
Beides wäre nämlich gut nachvollziehbar und würde dem Text auch etwas sehr Individuelles geben. Für meinen Kommentar eher schlecht, denn dann hätte ich mir die Mühe doppelt und vor allem umsonst gemacht. :D
Trotzdem will ich dir aber nochmal anhand der Stellen, die mir so aufgefallen sind, erläutern was ich meine.
Allgemein gilt natürlich, dass es sich um meine persönliche Meinung handelt. Wenn du ein paar "Kritikpunkte" nicht nachvollziehen kannst, dann lass sie einfach stehen. Meine Vorschläge darfst du alle kostenlos übernehmen, musst du aber natürlich nicht. Ich will einfach versuchen, einen konstruktiven Kommentar zu schreiben und dir mit deiner Geschichte zu helfen. 8)

Es war ein Dienstag, der 12. November 1872, an dem das Unglück seinen Lauf nahm.

Den Einstieg finde ich sehr passend, gerade zum Thema "Lebenserzählung". Erinnert man sich dann aber tatsächlich noch, dass es ein Dienstag war? Erst beim zweiten, genauen Lesen fällt mir übrigens auf, dass die Beschreibung "das Unglück nahm seinen Lauf" mehr als passend ist, weil die Kinder ja tatsächlich zu Fuß unterwegs sind. :lol:

Wie an jedem anderen Werk- und Schultag auch, machte ich mich zusammen mit meinen zwei kleinen Schwestern sowie den restlichen acht Schulkindern der Tiefe auf den Schulweg, ins sechs Kilometer entfernte Meeschendorf.

unkompliziert hat hier schon auf die Dopplung der "Schul"-Silbe aufmerksam gemacht. Ich würde aus dem "Schulweg" einen einfachen "Weg" machen und dann in einem Nebensatz erläutern, warum sie in dieses Dorf gehen. In etwa so:
Wie an jeden anderen Werktag auch, machte ich mich zusammen mit meinen zwei kleineren Schwestern, sowie den restlichen acht Schulkindern der Tiefe auf den Weg ins sechs Kilometer entfernte Meeschendorf, wo wir unterrichtet wurden.
Sicherlich gibt es da noch elegantere Lösungen, vielleicht fällt dir ja was ein.
Mit der Beschreibung "(Schul)kinder der Tiefe" konnte ich zunächst wenig anfangen, hier könnte deine Idee mit der Karte helfen. Der Name des Dorfes lies mich an eine Fantasy-Geschichte denken, was aber verständlicherweise nicht zum Titel und zu den Namen deiner Charaktere passt, es handelt sich hierbei ja auch um ein anderes Genre.

Schon an jenem Morgen, wo alles noch düster war, pfiff der Wind barsch um uns herum und immer wieder prasselten Regentropfen, eiskalt und spitz wie Nadeln, in unsere Gesichter, das wir unsere Schals enger um uns schlangen. Und wir waren ausnahmsweise froh, als wir die Schule erreicht hatten.

Hier ist schon der erste, etwas verschaltelte Satz. Ich würde ihn etwas umstrukturieren und kürzen. Blau markiert habe ich die Elemente, die den Satz - meiner Meinung nach - unnötig lang machen.
Schon an jedem Morgen war alles noch düster, der Wind pfiff barsch in unsere Gesichter und immer wieder prasselten Regentropfen, eiskalt und spitz wie Nadeln, auf unsere Köpfe hinab.
Das Element mit dem Schal ist zwar sehr ansehlich und passend, die Formulierung will mir nur nicht recht gefallen. Gibt es da vielleicht etwas anderes? Kapuze/Mütze ins Gesicht ziehen oder so? Mir fällt gerade auch nichts Innovatives ein ... :roll:
unkompliziert hat außerdem auf den Satzanfang mit "Und" hingewiesen. Eigentlich ist das so ein no-go, ich finde aber, dass es an dieser Stelle gut passt, weil es den Satz betont und so dargestellt wird, dass etwas "außergewöhnliches" passiert.

Später, die erste Pause war zu Ende gegangen, in der sich keiner bei dem Hundewetter draußen zu vergnügen wusste, da betrat der alte Herr Schloen, unser Klassenlehrer, mit besorgter Miene das Klassenzimmer.

Das ist auch ein verhältnismäßig komplizierter Satz, weil sehr viel beschrieben wird: Pause ist zu Ende, keine Beschäftigung, Lehrer tritt ein, besorgt.
Später, nachdem die erste Pause zuende gegangen war, betrat unser Klassenlehrer Herr Schloen das Zimmer. Seine besorgte Miene ließ uns sofort verstummen, wir wussten sofort, dass etwas nicht in Ordnung war ...
Jetzt fehlt zwar widerum das Element mit der Pause im schlechten Wetter, aber vom Satzbau her fand ich das relativ schwierig ausgedrückt. Außerdem ist es eigentlich selbsterklärend, dass man bei Sturm und Regen die Pause lieber drinnen verbringt, oder? :wink:

„Aufgrund der momentanen Wetterlage sehe ich mich gezwungen, in Absprache mit meinen Kollegen, euch Schüler von der Tiefe zu euren Eltern nach Hause zu schicken.“

Hier habe ich mich gefragt, ob es nicht sinnvoller wäre, die Kinder in der Schule zu lassen und das Dorf zu evakuieren? Es mag am Namen liegen, aber es klingt eben stark danach, dass das Dorf tiefer liegt als die Schule, und somit mehr vom Hochwasser gefährdet ist.

da wich die Euphorie und missmutig traten wir den Heimweg an.

(...) und wir traten missmutig den Heimweg an würde mir besser gefallen.

So zogen wir stumm quer durch die Felder.

So zogen wir stumm über die Felder ebenso.

Und auch wenn die Dörfer nicht weit auseinanderlagen, so schien der Weg nicht kürzer zu werden.

Hier hatte ich ein kleines logisches Problem, denn rein pragmatisch betrachtet, wird der Weg ja auch nicht kürzer: Man erreicht nur sein Ziel, der Weg an sich bleibt aber immer gleich lang.
... so schien uns der Weg seinem Ziel nicht näher zu bringen.
oder
... so schien der Weg kein Ende zu nehmen.

Doch die Kälte, die er mit sich brachte war dennoch schlimm genug.

"Doch" und "Dennoch" doppeln sich hier etwas, auf das "Doch" könntest du einfach verzichten.

Auf den Straßen erblickten wir niemanden außer einem Huhn, das wohl irgendwo ausgebüxt war.

Bei dem Wort "Niemanden" denke ich eher an Personen, als an Tiere. Außerdem klingen "wohl" und "irgendwo" wieder sehr ähnlich in meinen Ohren.
Wir begegneten lediglich einem Huhn, das wohl irgendwie ausgebüxt war.

Friedrich wollte eine Pause machen, ehe wir den letzten Abschnitt des Heimwegs bewältigen wollten

Hier gibt es wieder eine Dopplung. Vielleicht den Nebensatz einfach streichen.
Friedrich wollte eine Pause machen, doch diesmal stellte ich mich quer und trieb alle zum Weiterziehen an. Zu meiner Freude stimmten mir auch alle zu.

nur noch das Reet lugte wie lange, dürre Arme heraus

Klingt etwas seltsam, weil sich "das Reet" stark nach Singular anhört (obwohl es da ja nicht ist) und "lange dürre Arme" nach Plural ... wenn man nun aber nur "einen dünnen Arm" verwendet, entspricht es ja nicht dem Bild. Vielleicht die Halme des Reets lugten wie lange, dürre Arme hervor?

„Den ganzen Weg zurückzugehen ist sinnlos“, sagte ich und überlegte. Und die Lösung, die ich hatte, war sicherlich nicht die schlaueste, aber die einfachste.

Um diese Dopplung zu vermeiden, könntest du auf das zweite "und" im Satzanfang verzichten.

Ich und noch vier waren die größten und wir beschlossen die kleinsten von uns auf die Schultern zu nehmen und den Rest an der Hand mit uns zu führen und durchs Wasser zu waten um die Straße, die zu unserer Siedlung führte, zu erreichen.

Der Satzanfang klingt ziemlich umgangssprachlich, und die Bezeichnung "größte" und "kleinste" für mich sehr unpersönlich.
Es traf sich, dass außer mir vier Ältere Teil dieser seltsamen Wanderung waren. Wir beschlossen, die kleinsten auf unseren Schultern durch das Wasser zu tragen oder an unser Hand zu führen. So konnten wir, mit ein wenig Glück, gemeinsam die Straße erreichen, die zu unserer Siedlung führte.

Es ging uns „nur“ bis zur Hüfte. Doch es war kalt und wir verloren schnell jegliches Gefühl in unseren Beinen

Das Wasser war zu Anfang nicht so hoch, wie ich erwartet hatte und reichte uns nur bis zur Hüfte. (Auf die Redezeichen kannst du verzichten, man versteht auch so, was du ausdrücken möchtest.) Doch es war kalt und (...)

Dazu kam noch, dass meine Schwester auf Dauer nicht so leicht war, wie sie aussah.

Dieser Satz brachte mich zum Schmunzeln, er hat einen trockenen "Humor" und passt gut zum Erzählstil.

Der Wind wurde stärker und trieb die Wellen immer höher uns entgegen.

Der Wind wurde stärker und trieb uns die Wellen immer höher entgegen.

Meine Schwester kreischte auf, als der kleine Georg plötzlich von einer Welle gepackt wurde und unterging. Mit lautem Kreischen kam er zwar wieder zum Vorschein, doch er war durch und durch nass und sein bitterliches Weinen tönte uns in den Ohren.

Meine Schwester schrie auf wäre eine Alternative, um die Dopplung zu verhindern. Gerade der zweite Satz gefällt mir richtig gut, weil er vom Stil her gut in die Zeit passt.

Und auch meine Kräfte ließen merklich nach und wieder war es so, dass der Weg immer weiter als kürzer wurde. Meine Schritte wurden kürzer und langsamer

Das erste "Und" kann einfach weggelassen werden.
Auch meine Kräfte ließen merklich nach und wieder kam es mir vor, als würde unser Weg kein Ende nehmen. Meine Schritte verloren an Kraft, ich bewegte mich immer langsamer ...

die Kälte kroch meinen Körper empor, lähmte ihn mehr und mehr. Jegliches Gefühl stumpfte ab. Ich begann meine Umgebung auszublenden und mich nur noch aufs Gehen zu konzentrieren.

Das ist widerum eine sehr stimmige Beschreibung!

Es konnte doch nicht mehr weit sein.
„Komm, Johannes, wir müssen weiter“, rief Friedrich zu mir herüber. „Es ist nicht mehr weit.“

Den ersten Satz kannst du eigentlich auch weglassen und direkt mit der Ansprache anfangen.
"Komm Johannes, wir müssen weiter!", rief Friedrich zu mir herüber. "Es dauert bestimmt nicht mehr lang!"

„Ja, ja“, antwortete ich geistesabwesend und holte im Schritt weiter aus, verlor dabei fast das Gleichgewicht und wenn ich gefallen und ins Wasser gestürzt wäre, dann wäre es wohl aus gewesen.

Um das zweite "Und" zu vermeiden, kannst du den Absatz in zwei Sätze aufteilen.
"Ja, ja", antwortete ich geistesabwesend, holte im Schritt weiter aus und verlor dabei fast das Gleichgewicht. Wenn ich gefallen und ins Wasser gestürzt wäre, dann hätte ich wohl mit meinem Leben für diesen Fehler bezahlt ...
(Okay, vielleicht einen Ticken zu dramatisch :mrgreen: )

Doch ich blieb auf den Beinen und mühte mich weiter

Ich glaube, es müsste entweder "ich mühte mich weiter ab" oder "ich bemühte mich weiter" heißen, wüsste nicht, dass es das Verb "sich mühen" gibt.

So merkte ich auch als letzter, dass alle stehengeblieben waren und zum Damm schauten, auf dem zwei Männer standen und uns zuwinkten und zuriefen.

Das ist ein sehr guter Abschluss, der einen zugleich ängstlich und hoffnungsvoll dastehen lässt. Wollen/können die Männer helfen oder warnen sie vor etwas, dass sich im Wasser befindet, vor einer noch größeren Gefahr? Das war meine erste Vermutung. :)

Fazit:
Es ist dir gut gelungen, den Text zu strukturieren und einen Spannungsbogen zu erzeugen. Wenn es dir jetzt noch gelingt, diesen Bogen auf alle drei Teile zu übertragen, ist das eine sehr gute Leistung. Die Handlung ist wirklich schlüssig, genauso wie das Verhalten der Charaktere. Die Umgebung kann man sich aufgrund der Beschreibungen gut vorstellen und auch die Stimmung bringst du auf den Punkt. Rein inhaltlich gibt es also kaum etwas zu bemängeln!
Wie ich schon zu Beginn des Kommentars erläutert habe, sind mir vor allem die Dopplungen aufgefallen. Jetzt bei der zweiten Überarbeitung habe ich sogar noch weitere gefunden. Ich kenne das von mir, dass ich manchmal so super inspiriert bin, dass mir solche Kleinigkeiten nicht wirklich auffallen, aber dafür gibt man seine Geschichten ja der Schreibwerkstatt preis. :mrgreen:
Auch mit deinem Satzbau hatte ich das ein oder andere Mal Probleme, einiges klingt für mich dann doch etwas holprig. Da ich ja nun immernoch nicht weiß, ob das beabsichtigt war, lasse ich es jetzt hier so stehen. Ich hoffe, dass du anhand meiner "Beispiele" gemerkt hast, worauf ich hinaus will.
Alles in allem ist der Text gelungen und ich werde die anderen Teile auch lesen!

Viele liebe Grüße,
- Joyfully :)
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the man who never reads lives only one.
- George R.R. Martin
Joyfully
 
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Re: 13. November 1872 (Teil 1/3)

Beitragvon Zukunftsträumer » 14.01.2015, 21:01

Hallo joyfully!

Vielen Dank erst mal für deinen Kommentar und für die Mühe, die du dir gemacht hast.

Joyfully hat geschrieben:da saß ich gestern etwa eine Stunde lang an einem ausführlichen Kommentar zu deiner Geschichte, drücke eine falsche Taste und zack - ist alles weg. Deshalb mache ich mir heute einfach die Mühe nochmal.


Oh, das tut mir Leid. Ich an deiner Stelle hätte wahrscheinlich aufgegeben und mir geschworen, von diesem Text nichts mehr wissen zu wollen. Schon daher, meinen allergrößten Respekt und Dank. :flowers:

Joyfully hat geschrieben:und habe ich mich eigentlich kontinuierlich gefragt, ob du das mit Absicht machst? Also ob du einen Erzählstil wählst, der etwas unsicher und unausgereift wirkt, (nimm mir das bitte nicht übel, wenn meine Vermutung falsch liegt) um eben das Erzählen eines Mannes darzustellen, der vollkommen ohne schriftstellerische Ambitionen an die Sache herangeht? Oder wolltest du den Text stilistisch gesehen an die Zeit anpassen, in der er spielt? Einige Formulierungen klangen für mich danach ...


Teils, teils. Wie du ja schon gelesen hast, wollte ich den Text ein wenig realer machen. Das hast du übrigens schön ausgedrückt, dass da "ein Mann vollkommen ohne schriftstellerische Ambitionen" seine Erinnerung aufschreibt. Einerseits, wie gesagt, waren einige Zeilen darauf ausgelegt, es ein wenig echter rüberzubringen. Andererseits und das sage ich, um mich nicht hinter einer Art Ausrede in Bezug auf eben diese gewollte "Echtheit", verstecken zu müssen, sind mir diese ganzen Doppelungen gar nicht aufgefallen. Du hast mir förmlich die Augen geöffnet...wie peinlich und das, wo ich gerade ne neue Brille habe. :roll:
Da ließt man drüber und noch ein Mal und noch ein Mal und noch ein Mal und...naja, du weißt bestimmt, was ich meine und ich habe schon einiges umgeschrieben und dachte: Okay, jetzt ist es in Ordnung! Und dann kommt so ein Kommentar... und BAM! Eine schallende Ohrfeige ins Gesicht.

Joyfully hat geschrieben:Für meinen Kommentar eher schlecht, denn dann hätte ich mir die Mühe doppelt und vor allem umsonst gemacht.


Da mach dir mal keine Sorgen. Es war nichts umsonst. So einen ausführlichen, hilfreichen Kommentar lese ich immer gerne. Du hast alles richtig gemacht! :2thumbs:

Joyfully hat geschrieben: Erinnert man sich dann aber tatsächlich noch, dass es ein Dienstag war?


Glaub mir, bei bestimmten Ereignissen vergisst man das Datum, ja selbst den dazugehörigen Wochentag nicht so schnell. :D

Joyfully hat geschrieben:Es mag am Namen liegen, aber es klingt eben stark danach, dass das Dorf tiefer liegt als die Schule, und somit mehr vom Hochwasser gefährdet ist.


Mit der Vermutung hast du Recht. Hier beziehe ich mich aber auf einen zeitgenössischen Bericht, der mir bestätigt, dass die Kinder von der Tiefe damals nach Hause geschickt wurden. Naja, denk Mal an die Eltern. Bevor es noch schlimmer werden sollte, wollen die sicherlich ihre Kinder bei sich wissen.

Joyfully hat geschrieben:Klingt etwas seltsam, weil sich "das Reet" stark nach Singular anhört (obwohl es da ja nicht ist) und "lange dürre Arme" nach Plural ... wenn man nun aber nur "einen dünnen Arm" verwendet, entspricht es ja nicht dem Bild.


Kann man so als Plural auch verwenden.

Joyfully hat geschrieben:Ich glaube, es müsste entweder "ich mühte mich weiter ab" oder "ich bemühte mich weiter" heißen, wüsste nicht, dass es das Verb "sich mühen" gibt.


Doch gibt es! :P :lol:


Liebe Grüße zurück,

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Re: 13. November 1872 (Teil 1/3)

Beitragvon Akirai » 02.08.2015, 16:02

So, nachdem ich Teil 3 vor Teil 1 gelesen habe, mal sehen, wie die Geschichte wirklich begann :mrgreen:

Zukunftsträumer hat geschrieben:

Es war ein Dienstag, der 12. November 1872, Hier Punkt und den Rest weglassen, denn das ist ein bisschen wie ein "billiger Showeffekt"an dem das Unglück seinen Lauf nahm. Wie an jedem anderen Werk- und Schultag auch, machte ich mich zusammen mit meinen zwei kleinen Schwestern sowie den restlichen acht Schulkindern der Tiefe auf den Schulweg, ins sechs Kilometer entfernte Meeschendorf. Schon an jenem Morgen, wo alles noch düster war, pfiff der Wind barsch um uns herum und immer wieder prasselten Regentropfen, eiskalt und spitz wie Nadelnschön!, in unsere Gesichter, das wir unsere Schals enger um uns schlangen. Und wir waren ausnahmsweise froh, als wir die Schule erreicht hatten. Vorschlag: Was waren wir froh, als wir die Schule erreicht hatten!

Später, die erste Pause war zu Ende gegangen, in der sich keiner bei dem Hundewetter draußen zu vergnügen wusste, da betrat der alte Herr Schloen, unser Klassenlehrer, mit besorgter Miene das Klassenzimmer. Eine Entschachtelung der Schachtelsätze und damit erfolgte Eliminierung des Schachtencharakters könnte zum Vorteil gereichen :lol: Schneller als sonst legte sich der Tumult, denn jeder sah, dass irgendwas Arges im Raum lag.
„Liebe Kinder“, begann der Lehrer und ergriff energisch das Revers seines Jacketts. „Aufgrund der momentanen Wetterlage sehe ich mich gezwungen, in Absprache mit meinen Kollegen, euch Schüler von der Tiefe zu euren Eltern nach Hause zu schicken.“
Drei wieso nicht alle acht? Und ist das überhaupt wichtig?Jungs von der Tiefe ließen einen zu lauten Jubel von sich hören. Aber auch ich stand der Nachricht nicht abgeneigt gegenüber.
„Ja, ja, freut euch nur“, entgegnete Herr Schloen sichtlich verärgert. „Es geschieht nur zu eurem Besten. Packt eure Sachen und seht zu, dass ihr verschwindet. Und schlagt den Weg über den Damm am Strand ein, denn es wurde gemeldet, dass mit Hochwasser zu rechnen ist.“

Eiligst packten wir unsere Sachen und verließen unter den neidischen und auch bösen Blicken der anderen den Raum. Ich hörte gerade noch, wie Herr Schloen das Thema „Geometrie“ ansprach. Erleichtert atmete ich aus, denn ich hasste Geometrie und alles, was mit Zahlen zu tun hatte. Thihihi :lol:
Doch als wir hinaus traten in den eisigen Wind und es wieder zu regnen begann, da wich die Euphorie Punkt, Rest wegund missmutig traten wir den Heimweg an.

„He wo willst du denn hin?“, fragte mich Friedrich, der älteste von uns, als ich den Weg zum Strand einschlagen wollte.
„Na, zum Strandwall. Du hast doch gehört, was der alte Schloen gesagt hat.“
Doch Friedrich winkte ab. „Ach, der alte Hasenfuß. Der Weg ist viel zu weit und vor allem so schrecklich uneben. Wir nehmen den normalen Weg über Sahrensdorf und die Wiesen. Der ist kürzer und leichter.“
„Ja, aber…“
Doch er war schon losgegangen und alle zogen mit ihm. Nur meine Schwestern waren geblieben und schauten mich fragend an. Und Mit Und beginnt man doch keine Sätze :wink: was blieb mir anderes übrig, als mitzugehen?
So zogen wir stumm quer durch die Felder. Und auch wenn die Dörfer nicht weit auseinanderlagen, so schien der Weg nicht kürzer zu werden. Immerhin hatten wir das Glück, das der Wind uns von hinten in den Rücken blies und uns voranschob. Doch die Kälte, die er mit sich brachte war dennoch schlimm genug.
Wir waren alle froh, als wir den Schutz des Dorfes erreicht hatten. Auf den Straßen erblickten wir niemanden außer einem Huhn, das wohl irgendwo ausgebüxt war und das pickt dort friedlich nach körnern?. Hinter einigen Fenstern sah ich besorgte Blicke von den Bewohnern. Friedrich wollte eine Pause machen, ehe wir den letzten Abschnitt des Heimwegs bewältigen wollten, doch diesmal stellte ich mich quer und trieb alle zum Weiterziehen an. Zu meiner Freude stimmten mir auch alle zu. So verließen wir wieder das Dorf und steuerten auf den Binnensee zu.

„Verdammt, was ist denn hier los?“, fluchte der kleine Karl-Matthäus neben mir. Wir hatten die seichte Kurve, die den See vom Dorf her verdeckte, hinter uns gelassen und erstarrten alle, als wir sahen, dass der Weg komplett überflutet war. Das Wasser, das in den letzten Tagen so verdächtig niedrig geblieben war, hatte sich nun mit aller Wucht in den Binnensee geworfen und ihn über die Ufer treten lassen. Der Weg war verschwunden und nur noch das Reet lugte wie lange, dürre Arme heraus und bog sich im Wind. Selbst von der kleinen Kohlhofinsel war nicht mehr viel zu sehen. Aber dahinter erblickten wir endlich die wenigen Häuser der Tiefe und die Brücke, die hinüberführte.
„Wir hätten doch über den Wall gehen sollen“, schimpfte ich und deutete nach links zum Damm hinüber. Er war nicht weit weg, aber das Wasser versperrte uns den Weg. „Und was machen wir jetzt?“, fragte ich Friedrich.
„Warum glotzt ihr mich alle so an?“, war seine ratlose Antwort.
„Den ganzen Weg zurückzugehen ist sinnlos“, sagte ich und überlegte. Und die Lösung, die ich hatte, war sicherlich nicht die schlaueste, aber die einfachste. ich ahne schreckliches ...Ich und noch vier waren die größten und wir beschlossen die kleinsten von uns auf die Schultern zu nehmen und den Rest an der Hand mit uns zu führen und durchs Wasser zu waten um die Straße, die zu unserer Siedlung führte, zu erreichen. Doh! Na ich bin gespannt ...
Das Wasser war anfangs nicht so hoch, wie ich erwartet hatte. Es ging uns „nur“ bis zur Hüfte. Doch es war kalt und wir verloren schnell jegliches Gefühl in unseren Beinen, was das Vorwärtskommen zusätzlich zum Strom des Wassers erschwerte. Dazu kam noch, dass meine Schwester auf Dauer nicht so leicht war, wie sie aussah.
„Ich hab Angst“, wimmerte sie auf meinen Schultern.
„Brauchst du nicht“, erwiderte ich und hatte Mühe, nicht mit den Zähnen zu klappern.
Doch was wir da taten, war irrsinnig. Der Wind wurde stärker und trieb die Wellen immer höher uns entgegen. Meine Schwester kreischte auf, als der kleine Georg plötzlich von einer Welle gepackt wurde und unterging. Mit lautem Kreischen kam er zwar wieder zum Vorschein, doch er war durch und durch nass und sein bitterliches Weinen tönte uns in den Ohren. Und auch meine Kräfte ließen merklich nach und wieder war es so, dass der Weg immer weiter als kürzer wurde. Meine Schritte wurden kürzer und langsamer, die Kälte kroch meinen Körper empor, lähmte ihn mehr und mehr. Jegliches Gefühl stumpfte ab. Ich begann meine Umgebung auszublenden und mich nur noch aufs Gehen zu konzentrieren. Es konnte doch nicht mehr weit sein.
„Komm, Johannes, wir müssen weiter“, rief Friedrich zu mir herüber. „Es ist nicht mehr weit.“
„Ja, ja“, antwortete ich geistesabwesend und holte im Schritt weiter aus, verlor dabei fast das Gleichgewicht und wenn ich gefallen und ins Wasser gestürzt wäre, dann wäre es wohl aus gewesen. Doch ich blieb auf den Beinen und mühte mich weiter, nur den brüllenden Wind in den Ohren. So merkte ich auch als letzter, dass alle stehengeblieben waren und zum Damm schauten, auf dem zwei Männer standen und uns zuwinkten und zuriefen.



Na, jetzt will ich auch den Teil 2 lesen! Schnell weiter!

Kurze Bemerkung: Du fängt viele Sätze mit "und" an, das liest sich sehr umgangssprachlich. Hinter raus wird der Stil merklich besser und flüssiger - "eingeschriebener" :lol: . Evtl. willst du daher nochmals gesondert über den Anfang gehen? Bis sie aus der Schule raus sind?
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Re: [Histo]13. November 1872 (Teil 1/3)

Beitragvon Elfe » 20.09.2015, 10:34

Lieber Zukunftsträumer

Dieser erster Teil der Geschichte hat mich sehr berührt. Es ist nicht unrealistisch das Kinder an einem kaltem Tag im November lieber den kürzeren Weg als den langen furchtbar unbequemen Weg zu laufen, auch wenn dieser sicherer wäre. Du berrichtest gut aus einer anderen Zeit. Und es macht Spaß deine Geschichte zu lesen.


Zukunftsträumer hat geschrieben:Es war ein Dienstag, der 12. November 1872, an dem das Unglück seinen Lauf nahm.


Ja klar, es war ein Unglück, alle Häuser waren im endeffekt kaputt und das Dörfchen war zerstörrt, aber ich finde das, das markierte doch irgentwie nicht richtig passt. Den es war ja kein Unglück das alle Monate lang quälte, natürlich man musste neue Häuser bauen und so weiter, aber da ja am Ende eigentlich in deiner Geschichte alles gut war und niemandem zu schaden gekommen war, war es ja gar kein richtiges Unglück das richtig seinen Lauf nahm.

Zukunftsträumer hat geschrieben: und immer wieder prasselten Regentropfen, eiskalt und spitz wie Nadeln, in unsere Gesichter, das wir unsere Schals enger um uns schlangen.


Ich finde das dieser Satz gut und Detailreich geschrieben ist, aber warum schlingt man seinen Schal am Hals enger, wenn einem Regentropfen ins Gesicht fallen? Stelle ich mich gerade total blöd an und es hat einen total logischen Sinn dan stehe ich gerade voll auf dem Schlauch, aber ich verstehe es nicht.

Zukunftsträumer hat geschrieben:Später, die erste Pause war zu Ende gegangen


Warum werden sie erst nach der Pause nach hause geschickt? wäre es denn nicht besser wen sie noch bevor das Wasser so hoch steigt zu hause ankommen?

Zukunftsträumer hat geschrieben:Du hast doch gehört, was der alte Schloen gesagt hat.“
Doch Friedrich winkte ab. „Ach, der alte Hasenfuß.


Diese beiden Sätze, hören sich etwas komisch an, weil zweimal hintereinander ,,der alte" vorkommt

So, das wars jetzt erstmal von mir und ich hoffe du findest meine Kritik nicht allzu hirnlos.

Lg Elfe
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