1616960922 - The Emperor's Soul (Brandon Sanderson)

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1616960922 - The Emperor's Soul (Brandon Sanderson)

Beitragvon HappyMephisto » 02.10.2014, 03:22

Titel: The Emperor's Soul
Autor: Brandon Sanderson
Verlag: Tachyon Pubn

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"und wer ihn sah, mußte zu der Anschauung gelangen, daß ein Schriftsteller ein Mann ist, dem das Schreiben schwerer fällt als allen anderen Leuten."
- Thomas Mann, 'Tristan'
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Re: 1616960922 - The Emperor's Soul (Brandon Sanderson)

Beitragvon HappyMephisto » 02.10.2014, 03:54

Brandon Sanderson hat eine Gabe.
Nicht nur für Sprache, für Pacing und wann ein Infodump einfach zuviel ist. Er hat nicht nur ein wunderbares Gefühl für Charaktere, fremde Länder und was einen an Phantastik eigentlich interessiert, sondern auch einen guten und flüssigen Stil. Er hat ein Händchen für Plots und clevere Twists - besser noch: Er weiß, wann ein Twist nicht zu gebrauchen ist und eine klassische Struktur ihren Zweck erfüllt.
Brandon Sanderson hat eine Gabe für Magie.
Was mich in seinen bisherigen Romanen (Elantris) am meisten faszinierte war die ungewöhnliche, aber vollkommen schlüssige Funktionsart seiner Magie und der phantastischen Elemente. Er variiert sie immer ein Stück von den bekannten Tropes, packt eine nette, kleine Änderung herein und organisiert sie nach Grundsätzen der Science Fiction, getreu dem dritten Clarke'schen Gesetz. Allerdings gespickt mit Mystizismus.
In "The Emperor's Soul" (aus irgendeinem Grund als "Die Seele des Königs" übersetzt anstatt auf das puntastische "Des Kaisers neue Seele" zurückzugreifen...) stellt er eine neue Art von Magie in den Mittelpunkt:
Forgery, Fälscherei. Hier wird ein Objekt verändert, entsprechend bestimmter Regeln, und somit "verfälscht". Während der Lektüre entfaltet sich dabei eine kurze Handlung, die kaum durch Wendungen überrascht, durch ein interessantes Objekt und gut zusammenwirkende Charaktere aber spannend bleibt.
Sanderson verweilt dabei nie über Gebühr, er bleibt nur so lange, wie sein Thema willkommen ist und wühlt sich in rasanter Geschwindigkeit durch seinen Stoff. So schnell sogar, dass ich mir einige Male nur ein paar Seiten, ein oder zwei kleine Kommentare mehr zum Hintergrund gewünscht habe.
Letzten Endes entsteht dabei eine Charakterstudie, die stellenweise etwas skizzenhaft und vorhersehbar bleibt, einen aber nach der nächsten Seite gieren lässt.

Hat völlig zurecht einen Hugo bekommen und füllt mit (leider) nur 160 Seiten wunderbar mehrmals einen Abend.
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