3442247292 - Die Herren von Winterfell. Das Lied von Eis und Feuer 01. (George R. R. Martin)

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Re: 3442247292 - Die Herren von Winterfell. Das Lied von Eis und

Beitragvon Grogromalz » 03.11.2011, 19:35

Doch, gerade die wichtigsten Charaktere, fand ich, wurden nur rumgeschubst und konnten eigentlich nicht viel. Aber wie gesagt, hab nur eineinhalb Bücher gelesen. Vll wird es später besser. Aber wenn das eineinhalb Bücher lang so ist, dann leg ich die Reihe halt weg. Das ich überhaupt so viel gelesen habe, war schon ein Wunder.

Hm. Mal davon abgesehen, dass es bei dieser Serie etwas schwierig ist zu sagen wer die wichtigsten Charaktere sind, würde ich dem nicht zustimmen.
Mir fallen auf Anhieb mehrere "wichtige" Charaktere ein, die aktiv ins Geschehen eingreifen(Tyrion, Cersei, Catelyn, Robb, Ned, Tywin, Robert, Dany).
Dass viele Charaktere "falsche" Entscheidungen treffen und hinterher einiges bereuen(was ich unterschreiben würde), fällt meiner Meinung nach in ne andere Kategorie.


Sein Stil, joar, der ist zwar sauber und man kann nichts mäkeln, aber er glänzt auch irgendwie nicht besonders, find ich.

Keine Ahnung. Mir ist schon so manche Beschwerde über den Weg gekommen. Ich glaube vor allem wegen der ziemlich ausführlichen und repetitiven Beschreibung von Essen und Kleidung.
Achja, und Wortwiederholungen!
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Re: 3442247292 - Die Herren von Winterfell. Das Lied von Eis und

Beitragvon Liyah » 03.11.2011, 19:55

Naja, ist ja zum Glück Geschmackssache bzw. Eindruck. Auf mich machten die Charas halt keinen, oder die wenigsten. *schulterzuck*
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Re: 3442247292 - Die Herren von Winterfell. Das Lied von Eis und

Beitragvon Grogromalz » 03.11.2011, 23:07

Schon, allerdings gelten allgemeinhin gerade die Charaktere als große Stärke der Reihe.
Zumindest ist das mein Eindruck.
:twisted:
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Re: 3442247292 - Die Herren von Winterfell. Das Lied von Eis und

Beitragvon Liyah » 05.11.2011, 15:54

Tjar, wir haben halt unterschiedliche Meinungen. *shrug* :)
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Re: 3442247292 - Die Herren von Winterfell. Das Lied von Eis und

Beitragvon HappyMephisto » 05.11.2011, 17:50

Grogromalz hat geschrieben:Schon, allerdings gelten allgemeinhin gerade die Charaktere als große Stärke der Reihe.
Zumindest ist das mein Eindruck.

Würde ich so auch sagen. Für mich scheint es zum Beispiel klar zu sein, wenn acht und zwölfjährige Mädchen nicht groß eingreifen in die Politik. Die restlichen Charaktere fand ich da ganz gut dargestellt, vor allem die impulsiveren (Cersei, Jaime, Catlyn, Theon).
Ich finde das auch schriftstellerisch gut gelöst. Die Charaktere haben Motivationen, nur werden die halt nicht direkt offengelegt. Und die wirklich aktiven Charaktere werden ja nur indirekt kennengelernt am Anfang. Robert, Robb, Renly, Stannis, Cersei, Jaime und Tywin zum Beispiel. Gerade Daenarys und Tyrion werden finde ich extrem gut charakterisiert, vor allem weil im zweiten Buch halt mehr Gedanken dazukommen.
Und die, die tatsächlich apathisch sind, sind für mich auch eigentlich nur dazu da um mich näher ans Geschehen ran zu bringen.
Beispiele:
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Arya im zweiten Buch ist eigentlich nur dazu da, um einen über die Lannisters und die Auswirkungen des Krieges aufs Volk zu informieren, zumindest bis rund seite 550 (da bin ich grade). Sansa ist für die Entwicklung am Hof zuständig und Bran für die Situation im Norden.

Mir persönlich gefällts so ziemlich gut. Frage mich halt nur, wie er in den restlichen Büchern diese ganzen Twists und Gambits beibehalten und auflösen will.

@9.te Episode
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Also schlecht fand ich die nicht und ich kann mich auch nicht erinnern, dass da irgendein Aufreger drin war. Abgesehen von der Tatsache, dass Sean Bean mal wieder stirbt. Aber er stirbt in so gut wie jeder Rolle, von daher...
Diese Sache mit der Blutmagie fand ich auch nicht tragisch...also ich gebs auf: Was genau hat die Leute daran gestört? xD
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Re: 3442247292 - Die Herren von Winterfell. Das Lied von Eis und

Beitragvon Grogromalz » 05.11.2011, 21:22

Mir persönlich gefällts so ziemlich gut. Frage mich halt nur, wie er in den restlichen Büchern diese ganzen Twists und Gambits beibehalten und auflösen will.

Naja, wenn's dir soweit gefallen hat, wird dir der dritte Band wahrscheinlich auch gefallen, vielleicht sogar noch mehr als die ersten beiden. Und dann kommt Feast ...
Hast du vor noch was zu den restlichen Bänden zu schreiben wenn du sie gelesen hast?

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Also schlecht fand ich die nicht und ich kann mich auch nicht erinnern, dass da irgendein Aufreger drin war. Abgesehen von der Tatsache, dass Sean Bean mal wieder stirbt. Aber er stirbt in so gut wie jeder Rolle, von daher...
Diese Sache mit der Blutmagie fand ich auch nicht tragisch...also ich gebs auf: Was genau hat die Leute daran gestört? xD

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Naja, HBO hatte anscheinend ziemlich viel Werbung mit SB gemacht, war sozusagen ihr Aufhänger. Und für viele Zuschauer(die mit den Büchern nicht vertraut waren) war er halt der Prota und ne Identifikationsfigur blablabla, so in die Richtung. Und es ist wirklich zu nem kleinen Aufruhr gekommen. Kannst dir ja mal auf youtube en paar der Reaktionen ansehen.
Ich glaub das hier ist eins der bekanntesten: my nigga ned
Es gibt sogar ein Hitler finds out


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Edit: Stimmt ja, wegen Drogo haben sich auch noch ein paar aufgeregt, aber ich schätze mal die anschließende Hexenverbrennung hat sie ein wenig besänftigt.
Von demher, jo hauptsächlich wegen der Sache mit Ned. Und der Hass auf Joffrey hat mittlerweile auch ziemliche Ausmaße angenommen:
joffrey-o'-lantern

joffrey gets slapped
:twisted:
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Re: 3442247292 - Die Herren von Winterfell. Das Lied von Eis und

Beitragvon HappyMephisto » 09.11.2011, 21:22

Grogromalz hat geschrieben:
Mir persönlich gefällts so ziemlich gut. Frage mich halt nur, wie er in den restlichen Büchern diese ganzen Twists und Gambits beibehalten und auflösen will.

Naja, wenn's dir soweit gefallen hat, wird dir der dritte Band wahrscheinlich auch gefallen, vielleicht sogar noch mehr als die ersten beiden. Und dann kommt Feast ...
Hast du vor noch was zu den restlichen Bänden zu schreiben wenn du sie gelesen hast?

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Also schlecht fand ich die nicht und ich kann mich auch nicht erinnern, dass da irgendein Aufreger drin war. Abgesehen von der Tatsache, dass Sean Bean mal wieder stirbt. Aber er stirbt in so gut wie jeder Rolle, von daher...
Diese Sache mit der Blutmagie fand ich auch nicht tragisch...also ich gebs auf: Was genau hat die Leute daran gestört? xD

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Naja, HBO hatte anscheinend ziemlich viel Werbung mit SB gemacht, war sozusagen ihr Aufhänger. Und für viele Zuschauer(die mit den Büchern nicht vertraut waren) war er halt der Prota und ne Identifikationsfigur blablabla, so in die Richtung. Und es ist wirklich zu nem kleinen Aufruhr gekommen. Kannst dir ja mal auf youtube en paar der Reaktionen ansehen.
Ich glaub das hier ist eins der bekanntesten: my nigga ned
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Edit: Stimmt ja, wegen Drogo haben sich auch noch ein paar aufgeregt, aber ich schätze mal die anschließende Hexenverbrennung hat sie ein wenig besänftigt.
Von demher, jo hauptsächlich wegen der Sache mit Ned. Und der Hass auf Joffrey hat mittlerweile auch ziemliche Ausmaße angenommen:
joffrey-o'-lantern

joffrey gets slapped


Wollte zu den anderen auch noch was schreiben, ja. Aber dazu muss man sie erstmal lesen...bin jetzt auf Seite 150 von Storm, also erstmal zu Teil zwei meine Meinung:
Die Story bleibt weiter gut, die Twists werden sogar noch besser finde ich. Mir persönlich hat der Schreibstil sogar mehr zugesagt, weil Gedanken eine größere Rolle spielen, als noch im ersten Teil. Dann sind die Charaktere fesselnd (wenn manche wie Sansa eher Ablenkung als alles andere sind) und zumindest polarisierend.
Ich persönlich kann den Hass auf Joffrey nachvollziehen (der Kerl gehört einfach geschlagen) - auf emotionaler Ebene zumindest. Oh, und geht es noch anderen so, dass sie jede Frau in diesen Büchern abgesehen vielleicht von Brienne, Meera und Osha ständig schlagen wollen? Allen voran mal Catlyn, Cersei und Sansa. Booooooah, was kommen da Aggressionen hoch bei diesen Charakteren. Nicht, weil Martin sie schlecht schreibt (die Stile sind immer noch sehr unterschiedlich), sondern weil die drei einfach nervige dumme Nüsse sind.
@Sean Bean:
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Der Kerl stirbt in JEDEM Film. In JEDEM. Selbst in denen, in denen er nicht mitspielt! Was haben die Leute denn erwartet?
Ich finde die Entscheidung Ned umzubringen aus Sicht des Autors eigentlich ziemlich gut. Alleine schon, weil dadurch verhindert wird, dass Eddard Stark als Hauptcharakter gesehen wird. In meinen Augen ist Song of Ice and Fire keine Serie über Charaktere, sondern über die Geschichte, die durch mehrere Charaktere beleuchtet wird. Insofern könnte ich zum Beispiel auch mit weniger sympathischen, ambitionierten oder aktiven Charakteren leben, wenn die Geschichte so bliebe. Und Leser neigen ebenso wie Zuschauer dazu schnell den erstbesten halbwegs noblen Charakter als Protagonisten behalten zu wollen. Und nur weil jemand Protagonist ist, sollte er nicht alles überleben. Erst recht keinen größenwahnsinnigen blonden Bastard auf einem Thron.

Also der zweite Teil hat mir äußerst gut gefallen, eine Steigerung zum ersten.

Edit: Ich hoffe wirklich die Leute verwechseln den Schauspieler nicht mit seinem Charakter...dazu spielt er einen ziemlich eingebildeten Charakter eigentlich ziemlich gut. Zumal irgendwie ja auch der Charakter vor den Fängen des puren Bösen gerettet wird, weil Robert sich einen Scheißdreck um ihn scherte und Cersei...ihn ziemlich verhätschelt hat.
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Ich persönlich fand aber das Kapitel, in dem der Hofauf dem Weg vom Hafen zur Feste angegriffen wird (als Myrcella nach Dorne geschifft wird), sehr befriedigend. Namentlich der Teil, wo Tyrion ihn einfach nur schlägt und tritt und ihm versucht einzubläuen, dass Gewalt ihm da nicht helfen wird. :mrgreen:
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Re: 3442247292 - Die Herren von Winterfell. Das Lied von Eis und

Beitragvon Grogromalz » 09.11.2011, 23:24

Oh, und geht es noch anderen so, dass sie jede Frau in diesen Büchern abgesehen vielleicht von Brienne, Meera und Osha ständig schlagen wollen? Allen voran mal Catlyn, Cersei und Sansa. Booooooah, was kommen da Aggressionen hoch bei diesen Charakteren. Nicht, weil Martin sie schlecht schreibt (die Stile sind immer noch sehr unterschiedlich), sondern weil die drei einfach nervige dumme Nüsse sind.

Was ist mit Asha, Arya, Shae, Dany, Lysa ... :mrgreen:
Das erinnert mich an die Sexismus-Diskussion von vor ein paar Monaten ...
Mal im Ernst, in dieser gibt Reihe es verdammt viele Charaktere bei denen man desöfteren mal den Kopf schüttelt(milde ausgedrückt), aber das sind bei weitem nicht alles Frauen.
Und im Endeffekt kriegt sowieso jeder sein Fett weg, von demher bin ich recht entspannt was das angeht.
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Was mich wirklich ein wenig genervt hat(gerade jetzt wieder bei der Fernsehserie) ist, dass Ned durchweg als nobler Vollhonk betrachtet wird, Catelyn bei so einigen Fans aber als fähiger Spieler gilt. Irgendwie scheinen ne Menge Leute zu verdrängen, dass für so einiges was sie Ned zu Lasten legen eigentlich Catelyn verantwortlich ist(in die Richtung gehend: "Du kannst ihm vertrauen, Ned. Er ist wie ein Bruder für mich")



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Der Kerl stirbt in JEDEM Film. In JEDEM. Selbst in denen, in denen er nicht mitspielt! Was haben die Leute denn erwartet?
Ich finde die Entscheidung Ned umzubringen aus Sicht des Autors eigentlich ziemlich gut. Alleine schon, weil dadurch verhindert wird, dass Eddard Stark als Hauptcharakter gesehen wird. In meinen Augen ist Song of Ice and Fire keine Serie über Charaktere, sondern über die Geschichte, die durch mehrere Charaktere beleuchtet wird. Insofern könnte ich zum Beispiel auch mit weniger sympathischen, ambitionierten oder aktiven Charakteren leben, wenn die Geschichte so bliebe. Und Leser neigen ebenso wie Zuschauer dazu schnell den erstbesten halbwegs noblen Charakter als Protagonisten behalten zu wollen. Und nur weil jemand Protagonist ist, sollte er nicht alles überleben. Erst recht keinen größenwahnsinnigen blonden Bastard auf einem Thron.


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Jo, ist natürlich auch irgendwo lustig. Eine Menge Leute scheinen die Serie nur wegen SB angesehen zu haben(zumindest anfangs), aber gerade solche gestandenen Fans sollten doch wissen, dass er immer den Vollhonk abbekommt der am Ende verreckt.
Was die andere Sache angeht: das ist ja auch eines von Martins Markenzeichen.
Wobei es auch durchaus Stimmen gibt die meinen, dass die Charaktere die Martin wegkillt gar nicht die Protagonisten sind, und die wahren Protas genauso sicher sind wie gewöhnliche Fantasyhelden auch.


Ich hoffe wirklich die Leute verwechseln den Schauspieler nicht mit seinem Charakter...dazu spielt er einen ziemlich eingebildeten Charakter eigentlich ziemlich gut.

Also bisher ist mir nichts derartiges begegnet und die Leistung des Schauspielers wurde auch durchwegs gelobt.


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Ich persönlich fand aber das Kapitel, in dem der Hofauf dem Weg vom Hafen zur Feste angegriffen wird (als Myrcella nach Dorne geschifft wird), sehr befriedigend. Namentlich der Teil, wo Tyrion ihn einfach nur schlägt und tritt und ihm versucht einzubläuen, dass Gewalt ihm da nicht helfen wird.

Eine meiner Lieblingsszenen :mrgreen:



Wie gefällt dir eigentlich Jaime soweit?
:twisted:
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Re: 3442247292 - Die Herren von Winterfell. Das Lied von Eis und

Beitragvon Grogromalz » 21.11.2011, 20:04

Der erste Season 2 Trailer ist raus: Season 2 In Production
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Ein Liebes"gedicht"

Beitragvon Daisy » 17.02.2013, 13:56

Ich bin auf Das Lied von Eis und Feuer aufmerksam geworden, weil mich das PC-Rollenspiel Dragon Age Origins so maßlos begeistert hat und ich irgendwo gelesen hatte, dass es lose auf ASOIAF basiert. Da musste ich diese Reihe natürlich anfangen zu lesen. Rückwirkend war das eine der besten "Bauchentscheidungen" meines Lebens!

Ich will nicht alles, was meine Vorredner schon festgestellt haben, wiederholen. Neben mMn tiefgründigen, gut durchdachten Charakteren und einer spannenden, epischen Geschichte hat mich vor allem die Dichte der Welt begeistert! Ich konnte leicht darin versinken und alles andere vergessen. Länder, Städte, Familien - alles hat eine Geschichte. Strukturen scheinen gewachsen und nicht vom Autor aufgedrückt. Diese Welt wirkt auf mich so stimmig und tief, wie es sehr, sehr selten eine schafft. Und hier hat GRRM, wie ich finde, einfach Großes geleistet. Auch die zuweilen ausufernden Beschreibungen von Essen und Kleidung stören mich nicht, sondern brachten mich so manches Mal fast zum sabbern (also wegen dem Essen, die Mode an den Höfen von Westeros finde ich eher abstoßend). :roll: Am Anfang haben mich die vielen Namen noch etwas verwirrt, aber daran habe ich mich schnell gewöhnt. Davon bloß nicht abschrecken lassen! :)

Ich persönlich mag es, dass ASOIAF für Erwachsene ist. Die Welt ist dreckig, gefährlich, voller Gewalt, Hass, Angst und Sex. Auf mich wirkte die Darstellung keinesfalls abstoßend, eher erfrischend. Ich hatte den Eindruck, dass endlich mal ein Autor kein Blatt vor den Mund nimmt. Viele Menschen werden von ihren niederen Instinkten angetrieben und GRRM hat absolut keine Skrupel das zu zeigen. Eine nette Abwechslung zum typischen Fantasy-Einheitsbrei und eben durch diese wenig rosarote Sicht auf die Welt so viel echter. Realistischer.

Für mich ist ASOIAF das Beste, was ich je gelesen habe!
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Re: 3442247292 - Die Herren von Winterfell. Das Lied von Eis

Beitragvon Mindelu » 01.10.2013, 12:56

Ich hab die Bücher nicht gelesen aber die Serie guck ich, ich hoffe ich darf totzdem meinen Eindruck vermitteln.^^

Die Geschichte ist spannend, realitätsnah, fasettenreich und stimmig. Allerdings muss ich auch sagen das mir diese Düsterheit, Gewalt, Maßlosigkeit und der "verschweinte, herabstufende" Sex nicht sehr gefallen hat.
Ja ok, realistisch ist sehr erfrischend, wenn mal etwas "richtig" gezeigt wird und nicht nur immer die verschönte Hollywoodsichtweise, die immer nur das "Tolle" zeigt. Aber ich muss sagen, die Serie hat mich schon sehr emotional aus dem Gleichgewicht gebracht. Vorallem die erniedrigenden pornographisch inzinierten Sexszenen. Da ging es nie um Liebe, nur um den "dreckigen" Akt an sich. Das fand ich sehr schade. Man hätte mindestens die Hälfte dieser Szenen streichen können und "wichtig" waren eigentlich nur die mit Kal Drogo und Daenerys. Oder eben eine Ausgewogenheit schaffen, wenn man ganz viel Schlechtes zeigt, muss man auch ganz viel Gutes zeigen, damit sich das wieder ausgleicht und nicht der Eindruckt entsteht, das ist die einizig existierende Wahrheit...

Daher, ja die Serie ist gut und mal was Anders, aber mir wäre sie "etwas entschärft" (FSK 12 oder 16) lieber gewesen. :roll:
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Re: 3442247292 - Die Herren von Winterfell. Das Lied von Eis

Beitragvon Daisy » 17.10.2013, 17:34

Mindelu,

dass das so extrem in der Serie rüberkommt, liegt meiner Meinung nach aber wirklich an der filmischen Umsetzung. Also man muss eben in sehr viel kürzerer Zeit die Umstände und Charaktere charakterisieren, deswegen wirkt das Ganze auch so "geballt". Im Buch ist das Ganze sehr viel gestreckter und wirkt deswegen auch nicht so überflüssig. Finde ich jedenfalls.

Und na ja, in Westeros ist echte Liebe eben selten. Aber auch die gibt es. Cat & Ned Stark. Nicht Liebe auf den ersten Blick, aber tiefe, ehrliche, gewachsene Liebe. Und mir fällt auch noch mehr ein, aber da ich nicht zu sehr spoilern will, behalte ich das mal für mich. Aber ja, in der Serie ist das im Vergleich wirklich eher kürzer gekommen (nur bei Dany & Drogo hat man es bemerkt, aber auch da war das Buch natürlich deutlicher).

Ich denke, es macht einen großen Unterschied, ob man von den Büchern oder der Serie spricht. Also vielleicht packt es Dich ja doch noch mal und Du schaust Dir das Buch an. :)

Liebe Grüße, Daisy


PS: Was mMn leider sehr schade ist: Die Lokalisation der Bücher. Die Namen klingen auf deutsch in meinen Ohren gar nicht gut... Und wenn man sie bändeweise auf Englisch gewöhnt war, hat man auch noch mehr Schwierigkeiten mit der Umgewöhnung. Ich hab die Namen reihenweise verwechselt...
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Re: 3442247292 - Die Herren von Winterfell. Das Lied von Eis

Beitragvon Lykos » 20.10.2013, 11:57

Hi :D
Also für mich definitiv eine der besten Fantasy-Serien (Buch wie Verfilmung).
Das fängt an bei der unglaublichen Unvorhersehbarkeit der Handlung, denn diese ergibt sich aus den Charakteren. Martin hat die Reihe mit einer gewaltigen Komplexität gestaltet, und ohne diese wäre die Handlung auch kaum schlüssig. Denn jeder Charakter hat eine eigene Storyline, nicht nur die Hauptcharaktere. Und diese Vielzahl an Personen begegnen den unterschiedlichen Hauptfiguren immer wieder und lenken die Handlung in eine neue Richtung. Beispiele: Varys, Renly.

Spoiler: Anzeigen
Renly hebt ja eine ganze Armee im Süden aus, obwohl er keine Hauptfigur ist. Und das erfährt man durch bestimmt drei verschiedene Charaktere.


Das die Handlung durch die (Inter-)aktionen der Charaktere bestimmt wird und man nur aus den Blickwinkeln einiger weniger die Handlung gezeigt bekommt, führt zu der genialen Unvorhersehbarkeit der Reihe. KEIN Buch hat das auch nur annähernd. Denn die Wendungen sind alle durch Charaktere herbeigeführt, und das kann nicht jeder. Martin schon.

Der zweite Punkt sind eben diese genialen Charaktere. Mal sympathisiert man mit dem einen, dann wieder nicht, dann doch... In die Diskussion will ich jetzt aber gar nicht erst eingreifen^^.

Als drittes ist das Worldbuilding hervorragend. Jeder Charakter und jeder Ort hat seine eigene Geschichte. Die ausgedachten Kulturen wirken plastisch, die Geschichte nachvollziehbar.

Leider hat die Reihe drei Tiefpunkte, und das sind Band 3, Band 7 und Band 8. Denn in diesen (besonders in den beiden letzten) führt George R. R. Martin einfach viel zu viele unnötige POV-Charaktere ein, die in der Regel sehr uninteressant sind. Ich glaube in Band sieben waren es bestimmt zehn neue Figuren, davon ein oder zwei interessant....
Bis auf diese Sachen zählt das Lied von Eis und Feuer aber zu den Besten Fantasy-Reihen. Für mich ein bis dato ungeschlagenes Meisterwerk der High Fantasy.
Lg,
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Re: 3442247292 - Die Herren von Winterfell. Das Lied von Eis

Beitragvon canis-lupus-niger » 24.10.2013, 19:17

Viele meiner Lob- und auch Kritikpunkte sind hier schon von anderen genannt worden. Deshalb beschränke ich mich neben dem allgemeinen Ausdruck meiner Bewunderung für das Gesamtwerk darauf, einige wenige Kritikpunkt zu nennen.

Nachdem ich alle inzwischen veröffentlichten Bände auf deutsch gelesen habe, bin ich etwas verstimmt, dass für mich irgendwie überhaupt kein Plot mehr erkennbar ist. Fast alle wichtigen Charaktere sind inzwischen tot. Einige sind weit abseits in Randregionen oder sogar außerhalb von Westeros gebunden. Es ist nicht erkennbar, ob der Autor überhaupt einen Plot hat, oder in bislang zehn deutschen, fünf englischen Werken nur daran gearbeitet hat, alles so schrecklich wie nur möglich werden zu lassen. Ein so episches Werk darf meinetwegen gerne auf und ab führen. Es darf Rückschläge geben und auch Katastrophen. Aber um Himmels Willen doch nicht nur! Langsam habe ich kaum noch Lust, weiterzulesen, und wenn der nächste Band nicht mal irgend eine Wendung zum Guten bringt, dann werde ich es mit der Reihe so handhaben wie mit dem technisch um Lichtjahre schlechteren "Eragon": ich werde sie nicht weiterlesen, sondern mir irgendwann aus dem Internet lediglich die Information holen, wie es ausgegangen ist.

Mich stört einfach, dass die Reihe mir als Leser keine Lust aufs Weiterlesen macht. Die Sympathieträger können einen nicht bei der Stange halten, weil Martin sie reihenweise abmurkst. Und die Handlung besteht überwiegend aus Sackgassen. Lesespaß geht irgendwie anders. Auch die schlecht lektorierten Übersetzungen mindern mir das Lesevergnügen ein wenig. Bei dem Buchpreis und dem Riesenverlag sollte es doch wirklich drin sein, dass noch mal einen Korrektor über die fertige Übersetzung drüber liest. Dafür sind einfach zu viele Fehler drin.
Jedes Bch mit einem derartigen Cliffhanger enden zu lassen, ist den Lesern gegenüber ebenfalls uncharmant. Ein Zwischenstand, mit dem man die fünf Jahre bis zum nächsten Band überstehen kann, wäre netter.

Welcher Ausgang ist für die Reihe jetzt überhaupt noch vorstellbar? Dany versöhnt sich mit Tyrion, heiratet ihn und besteigt mit ihm gemeinsam den eisernen Thron? Sie adoptieren wen als Erben, weil Dany ja keine Kinder mehr bekommen kann? Bran begründen die Religion der ersten Menschen neu und wehrt die Gefahr der weißen Wanderer ab? Arya wird Oberzauberin und beseitigt Melisandre, die zuvor Stannis zwecks Gewinnung königlichen Blutes über die Klinge springen lassen hat? Und der kleine Rickon wird neuer Herr von Winterfell? Und Sansa, die dumme Nuss wird von Kleinfinger selber geheiratet, ohne zu merken, dass er nur zu diesem Zweck das ganze Drama von Anfang an gesteuert hat. Als nettes Detail könnte Aryas verwilderte Wölfin Nymmeria Cersei auf deren Flucht von Kings Landing den Kopf abbeißen. :twisted:

Ich bin wirklich gespannt, ob Martin ein Konzept hat, wie er die ganzen zerschnittenen Stränge wieder zusammenflicken will. Irgendwie kann ich es mir gerade überhaupt nicht vorstellen.
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Re: 3442247292 - Die Herren von Winterfell. Das Lied von Eis

Beitragvon Cynric » 29.10.2013, 03:09

canis-lupus-niger hat geschrieben:Es ist nicht erkennbar, ob der Autor überhaupt einen Plot hat, oder in bislang zehn deutschen, fünf englischen Werken nur daran gearbeitet hat, alles so schrecklich wie nur möglich werden zu lassen. Ein so episches Werk darf meinetwegen gerne auf und ab führen. Es darf Rückschläge geben und auch Katastrophen. Aber um Himmels Willen doch nicht nur!


Mir geht es ähnlich. Ich bin zwar erst beim fünften Band, habe aber durch die Serie schon etwas mehr Kenntnis vom Plot. Ich mein, ich finde es irgendwie schon gut, dass so viele wichtige Figuren sterben, das macht es für mich spannend und ich frage mich, wie es nun weitergehen soll.
Aber das bringt für mich das Problem, dass ich immer Angst haben muss, einen Charakter zu mögen, weil ich genau weiß, dass er spätestens im nächsten oder übernächsten Band das Zeitliche segnet. War zumindest bisher bei allen, bis auf einen, so. Das wird langsam ein wenig frustrierend, zumal ich jemand bin, der sich in jeder Geschichte einen Charakter aussucht (egal ob Prota oder nicht) und dann mit ihm mitfiebert. Wenn einer von denen mal stirbt - ok, passiert. Aber im Lied von Eis und Feuer sterben die mir da alle weg.

Und ich muss zugeben, dass ich den Plot, so komplex und beeindruckend er auch sein mag, langsam etwas ausufernd finde. Es kommen immer wieder neue Figuren und neue Ereignisse wie aus dem Nichts und allmählich weiß ich nicht mehr, wer gegen wen kämpft oder wen ich jetzt verachten soll und wen nicht. Klar, das ist auf eine eigene Weise beeindruckend, da man Charaktere, die man anfangs nicht mochte, plötzlich mag (ging mir mit Jamie Lennister so) und umgekehrt. Aber irgendwie habe ich das Gefühl, dass es langsam zu ausufernd wird und der ursprüngliche Gedanke der Geschichte langsam verloren geht. Zu Anfang dachte ich noch "Starks gegen Lennisters". Ja von wegen, Starks gibts kaum noch welche und die Lennisters dezimieren sich auch oder verlieren ihre Macht.

Daenerys gammelt auch ewig in Essos rum, ohne wirklich voran zu kommen und ich frage mich langsam, was die in der Geschichte eigentlich noch verloren hat. Sie bekommt Drachen, eine Armee, die vermutlich stärker ist als jede andere in Westeros und trotzdem hilft es ihr nichts. Da könnte sie auch gleich als arme Bettlerin durch die Lande streifen, das würde für mich irgendwie nicht sehr viel Unterschied machen, am Ende schafft sie ja doch nichts. Abgesehen davon mag ich sie nicht.

Die Geschichte von Bran z.B. erscheint mir bisher auch als vollkommen überflüssig. Außerdem finde ich die Kapitel, die von ihm handeln, schnarchend langweilig. Bis auf seinen Sturz, wodurch sich dann so langsam der Krieg anbahnt, empfinde ich sein Auftreten in der Geschichte irgendwie als Seitenfüller, um die Romane dicker zu machen.

Was mich auch ein wenig nervt, sind die zigtausend Namen der unwichtigen Statisten. Eine Szene, die ich einfach überflogen habe, war im vierten Band, als Stannis mit seiner Flotte nach Königsmund segelte. Da gab es einen Absatz, der nur aus den Namen der Schiffe bestand und sich über locker fünf bis sechs Zeilen erstreckt hat. Oder auch, dass jede Figur, die in einer Szene auftaucht, einen Namen hat. Gut, das zeigt, dass sich der Autor wirklich Gedanken gemacht hat. Aber ich finde, in einer Szene, wo z.B. Folgendes passiert: "Hans packte Theon und schleifte ihn draußen" und später wird Hans nie wieder erwähnt, da könnte man auch schreiben "Ein Soldat packte Theon und schleifte ihn nach draußen".

Aber nichts destotrotz werde ich alle Bücher lesen, da mich das bisherige unterm Strich doch fasziniert und neugierig gemacht hat. Ich finde besonders die Liebe zum Detail bemerkenswert, sowas findet man meiner Meinung nach nicht in vielen Büchern. Auch die Welt, die George R. R. Martin geschaffen hat, ist atemberaubend, da sie nicht so übertrieben fantasylastig wie in manchen anderen Geschichten ist. Ich finde es mal eine sehr nette Abwechslung, dass die Fantasyelemente subtil eingesetzt wurden und sich alles mehr am historischen Mittelalter Europas orientiert.
Trotzdem sollte er aufhören, jeden Charakter, den man über die Bücher hinweg verfolgt hat, irgendwann einfach sterben zu lassen. Und noch dazu teilweise so würdelos, wie etwa Khal Drogo, den ich persönlich sehr mochte.
Fantasie bleibt ein Menschenrecht: Wir schaffen in unserem Maß und in unserer abgeleiteten Art, weil wir erschaffen wurden; und nicht nur erschaffen, sondern erschaffen im Abbild und in Ähnlichkeit mit dem Schöpfer. - J. R. R. Tolkien
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