3894254203 - Die Voliere (Marc-Oliver Bischoff)

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3894254203 - Die Voliere (Marc-Oliver Bischoff)

Beitragvon Schreibwerkstatt » 30.07.2013, 21:02

Titel: Die Voliere
Autor: Marc-Oliver Bischoff
Verlag: Grafit Verlag

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Schreibwerkstatt
 
Beiträge: 388
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3894254203 - Die Voliere (Marc-Oliver Bischoff)

Beitragvon anell » 30.07.2013, 21:02

"Schatz, was wollen wir heute Abend essen".
"Ich lese"
"Aber ... ich wollt nur wissen ...".
"Ich lese!"
"Aber ...".
Tür zuknall "ICH! LESE!"

Bei manchen Büchern werd ich regelrecht zur Furie wenn man mich stört. Da will ich nur noch eins, lesen, lesen, lesen. Und lasst mich alle in Ruhe. Danke schön, besser für Euch!
Die Voilere war genau so ein Buch.

Eine Rezi bei Lovelybooks hat mich darauf aufmerksam gemacht. Danke nochmals dafür :D

Ich bin also auf amazon, weil naja ... ich und Thriller und das Cover war jetzt auch nicht so der Reißer. Und dann hab ich auf die erste Seite der Leseprobe gelesen. Und weitergelesen und weitergelesen. Und dann war die Leseprobe zu Ende und ich hab mir überlegt, spontan Überstunden frei zu nehmen, um das Buch an dem Tag noch fertig lesen zu können.

Ernsthaft?
Ich lese alle Schlatjahre mal einen Krimi/Thriller und die Voilere. Das hat mich einfach nur geschafft.

Das Thema mit der Sicherungsverwahrung und das Schwerstkriminelle aufgrund eines Beschlusses entlassen werden MÜSSEN ist ja ein brisantes Thema.
Schon als es aufkam und ich eine Reportage gesehen hab in der es darum ging, dass solche Leute keine Fahrkartenautomaten bedienen können und mit dem modernen Leben nicht klarkommen ... meine erste Reaktion war: Ja soll ich jetzt etwa mit denen Mitleid haben, oder was?

So und dann les ich auf dieses Buch.
Und was passiert, auf einmal werden dir diese drei Typen ja ... nicht durchweg sympathisch (weil du hast ja immer noch diese Stimme der Vernunft im Ohr, die dich anschreit, lieber vorsichtig zu sein) aber du empfidenst schon so etwas wie ... Mitleid.

Sie werden entlassen, und niemand will sie in seiner Nähe.
Niemand will ihnen eine Chance geben.
Man schafft die Männer in eine verlassene Mühle mitten in den Spessart und da wird die Situation und die Atmosphäre noch drückender.

Der Autor, dieser clevere Mistkerl, spielt durchweg mit unseren Urängsten. Dem "Monster in der Nachbarschaft" in einem alten Gut, irgendwo im dichten dunklen Tannenwald. Der löchrigen Überwachung. Dem Personalmangel allerorten. Der Ingoranz. Und als wäre das alles nicht schon echt beängstinged genug, gibts noch einen verdammten Sturm obendrauf!

Denn auch die Bevölkerung in diesem kleinen Kaff hat keine Lust auf drei Knackis. Allen voran der Ortsvorsteher, der seine ganz eigenen Motive hat, warum er die drei loswerden will.
Als dann wieder ein Kind verschwindet, eskaltiert die Sache in einer riesigen Katastrophe.

Ich muss sagen: Hut ab.
Zwei Drittel des Buchs sind eher ruhig. Die Charaktere sind fantastisch! Und du fängst an, so richtig abzutauchen.
Dann kommt der Sturm und die Erreignisse überschlagen sich. Und ich saß vor dem Buch und hatte echt Angst, dass mein Herz irgendwann schlapp macht, so auf den letzten Metern.
Ein Paukenschlag nach dem anderen und wenn du denkst. Puh ... geschafft, zack der nächste.
(Ich geb zwar zu, dass ich mir alles irgendwie auch vor der Auflösung denken konnte) aber das tut dem Buch keinen Abriss.

Im Ernst, wer dieses Buch nicht liest, ist selbst dran Schuld und verpasst so einiges. Lesen! Lesen! Lesen!
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anell
 
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Re: 3894254203 - Die Voliere (Marc-Oliver Bischoff)

Beitragvon Enfant » 27.08.2013, 20:09

Erinnert mich an die US-Serie "Rectify" bei der die Hauptperson nach 17 Jahren aus dem Todestrakt entlassen wird - ob schuldig oder unschuldig weiß der Zuseher (noch) nicht. Ziemlich empfehlenswert, da sie sich von dem typischen Serienmüll doch deutlich abhebt. Auf jeden Fall einen Blick wert, wenn dich das Thema interessiert...
Enfant
 
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