[Metal-Satire] 666bpm - Cadaveröüs Rising

Komödie, Satire, Parodie

[Metal-Satire] 666bpm - Cadaveröüs Rising

Beitragvon magico » 13.08.2014, 11:17

Anbei der erste Schreibversuch zu einem meiner Hirngespinste.
Es soll eine nicht ganz ernst gemeinte Parodie auf die Metalszene werden.
Die Story wird ein paar - nennen wir es - nicht ganz reale Bestandteile beinhalten, wovon hier aber noch nix zu merken ist.

Mich würde einfach mal interessieren, ob es einigermaßen authentisch rüberkommt und ob man sich die Atmosphäre in etwa vorstellen kann? Vielen Dank.

Ach ja ... wie berwertet ihr die 3 Charaktere?

Und los:


"Scheiße noch eins! Tom!" Eine halbgefüllte Bierdose flog durch den spärlich beleuchteten, engen Raum.
"Ey du Penner, was soll das?" Die Hülse, wie sie die Blechbüchsen nannten, war nur ein paar Zentimeter an Toms Kopf vorbeigeflogen und bierspritzend gegen die untapezierte, aber mit Postern gepflasterte Wand gedonnert.
"Konzentrier' dich doch ein bisschen. Wo bist du mit deinen Gedanken?", wollte Mike wissen. Beiläufig griff er zur Palette Bier, zog eine weitere Hülse heraus und öffnete sie mit einem Knack. Sofort spie der Schaum heraus, so dass Mike die Dose schnell zu seinem Mund führen musste, um nicht alles der wertvollen Flüssigkeit zu verschütten. Dem Teppich hätte es nichts ausgemacht. Wer sich wagte daran zu riechen, musste schon mit einer mittelschweren Alkoholvergiftung rechnen.
"Nochmal von vorn!", wies er dann an und zählte den Takt ein. "Eins, zwo ... eins, zwo, drei, vier ..."
Quietschen, Kreischen, Schnarren, Kratzen. All diese Geräusche vereinten sich zu einem akustischen Brei unvorstellbarer Lautstärke, der sicher auch so etwas wie Musik hätte sein können, wenn die Gitarren nicht dermaßen verzerrt und tiefer gestimmt worden wären.
Erneut wurden Tom und Mike unterbrochen. Gleißendes Licht durchbrach die gemütliche Stimmung ihres Proberaums. Die etwas ausladendere Silhouette im Türrahmen ließ keine Zweifel zu. Jan-Bernd war gekommen.
"Verzieh dich! Wir haben zu tun", rief Mike und Tom genehmigte sich, froh über die Pause, eine halbe Dose Gerstensaft.
"Ich bin doch ganz still, wie immer." Jan-Bernd trat trotzdem ein. Mit einer Behändigkeit, die man ihm gar nicht zugetraut hätte, tänzelte er unfallfrei zwischen Pizzaschachteln, Bierdosen, einer Flasche Käpt'n Brass Rum und diversem anderen Müll zu einer versifften, kotzgrünen Couch. Er ließ sich fallen wie ein Mehlsack. Mike und Tom hatten jedes Mal Bedenken, ob er sich von der durchgesessenen Couch je würde wieder erheben können.
"Ja, verdammt - wie immer. Jan-Bernd du nervst - wie immer. Wir versuchen hier ernsthaft zu proben." Mike wollte sich mit der Anwesenheit ihres einzigen Die-Hard-Fans nicht so recht zufrieden geben. Tom grinste in sich hinein. Jan-Bernd sah sein Idol ausdruckslos an und blinzelte ein paarmal durch seine dicken Brillengläser.
"Nnn... ach komm ..." Mike winkte ab, zählte wieder ein und die Wände bebten erneut.
Die Finger der beiden einzigen verbliebenen Bandmitglieder flogen nur so über die Saiten. Es sah unheimlich beeindruckend aus. Allerdings passte das, was man hörte, überhaupt nicht dazu.
Dennoch hob Jan-Bernd beide Arme, reckte jeweils Zeige- sowie kleinen Finger in die Luft, um dann mörderisch abzubangen. Seine lange, gelockte Mähne schwirrte durch die stickige Proberaumluft.
Nach etwa fünf Minuten stoppte der Krach abrupt.
"Jetzt stell' dir das noch mit Schlagzeug vor", versuchte Mike euphorisch seinen Bandkollegen von der Qualität des neuen Materials zu überzeugen.
"Und Bass und Gesang ..." Tom teilte die Begeisterung nicht ganz. Er zog sein Smartphone aus der Camouflage-Hose.
"Whoa ... kannst du nicht einmal dieses Ding wegpacken? Gesang übernehme ich und Bass ... ach unsere Gitarren sind so tief gestimmt, das bekommt doch kein Schwanz mit. Wo ist deine Enthusiasmus?" Mike hasste es, wie Tom sich verändert hatte. Aber es war der einzige Gleichgesinnte, der ihm noch geblieben war.
"Also ich fand's brachial", meldete sich Jan-Bernd fröhlich zu Wort.
"Schnauze!", schrie Mike und wandte sich wieder Tom zu, der immer noch in sein Telefon stierte. "Fuck ey ... wir müssen dringend einen Schlagzeuger finden." Tom nickte gedankenverloren.
"Hörst du mir überhaupt zu?"
"Ja, du hast Fuck ey gesagt", wiederholte Tom.
Mike gab es auf. Er musste, wohl oder übel, erst warten, bis Tom mit seiner Beschäftigung fertig war. Er zündete sich eine selbstgedrehte Zigarette an, nahm einen tiefen Zug und hustete erbärmlich.
"Darf ich auch eine?", fragte Jan-Bernd. Mike machte eine großzügige Geste, die einem wohlwollenden Herrscher glich.
Der moppelige Fan nahm sich die Tabakdose vom gekachelten Couchtisch und fing an, sich eine Fluppe zu stopfen. Tom setzte sich daneben. Er hatte sein Smartphone wieder eingesteckt. Jetzt band er sich seine schwarzgefärbten Haare zu einem Zopf zusammen.
"Wir brauchen einen Schlagzeuger", startete Mike einen neuen Versuch.
"Erzähl mir mal was Neues", konterte Tom.
"Kacke, Tom ... wenn wir aus Cadaveröüs eine Black/Death-Metal-Größe machen wollen, brauchen wir einen Drummer. Und nicht so einen Trockenpopel wie diesen letzten Heini. Er muss Killer sein, verstehst du?" Mike tigerte auf den paar Quadratmetern auf und ab, während die schwarze E-Gitarre vor seinem Bierwanst herumbaumelte.
"Klar, verstehe ich. Aber die wachsen nicht, wie Leberwurst auf Leberwurstbäumen. Und wenn wir einen finden sollten, musst du ..."
"Muss ich was?", schrie Mike aufgebracht. "Ich muss einen Scheiß! Diese Drummer sollen einfach Schlagzeug spielen, verdammt! Sie sollen mich nicht abknutschen oder heiraten, sie sollen einfach einen schweinegeilen Break hinlegen können und den Metalheads die Rübe wegblasten. Fuck!"
Tom wusste, dass es einem Wunder gleichen würde, sollte sich Mike jemals eingestehen, dass er das bekackte Problem dieser Band war.
"Können wir ein bisschen Mucke anmachen?", meldete sich Jan-Bernd, den sie bis dahin schon wieder völlig ausgeblendet hatten. Mike und Tom starrten ihn verdutzt an.
"Du bist ja immer noch hier", stellte Mike fest, redete aber gleich weiter: "Kannst du dich nicht mal nützlich machen? Geh' in die Musikläden und mach 'nen Aushang, dass wir einen Schlagzeuger suchen. Vielleicht noch was in die Zeitung ..."
Jan-Bernd wusste gar nicht wie ihm geschah. Der Leader seiner Lieblingsband bat ihn um einen Gefallen. Ein breites Grinsen zog unweigerlich seine Mundwinkel nach oben, er schnellte auf und hob die flache Hand an die Stirn. "Aye, aye mein Käpt'n!"
Dann stürmte er stolpernd aus dem halbdunklen, verrauchten Zimmer.
"Ob das nicht mal ein Fehler war ... mein ... Käpt'n." Tom brach in Gelächter aus, erinnerte sich an die Flasche Käpt'n Brass Rum und hob sie vom Boden auf.
"Der wird uns schon gut präsentieren", versuchte Mike sich und Tom zu beschwichtigen.
"Ich befürchte ein wenig zu gut." Tom erntete einen fragenden Blick. Er wusste, wie gut sie tatsächlich waren und Mike sah nur, was die Band seiner Meinung nach verkörpern sollte. Mit der Realität hatte das wenig zu tun.
Zuletzt geändert von magico am 14.08.2014, 11:10, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: [Metal-Satire] 666bpm - Cadaveröüs Rising

Beitragvon Hyena » 13.08.2014, 13:46

Huhu :-D

Als alte Metalheaddin muss ich hier gleich mal meine Eindrücke hinterlassen.


Titel

Ich finde ihn zu umständlich und würde die Geschichte nur „Cadaveröus Rising“ nennen. Zudem würde ich die klangliche Analogie zu Motörhead irgendwie in der Story erwähnen, vielleicht bei den Postern, von denen eines sie eben zu diesem Titel inspirierte.


Der Anfang

"Scheiße noch eins! Tom!" Eine halbgefüllte Bierdose flog durch den spärlich beleuchteten, engen Raum.
"Ey du Penner, was soll das?" Die Hülse, wie sie die Blechbüchsen nannten, war nur ein paar Zentimeter an Toms Kopf vorbeigeflogen
Hmmm, schwierig. Auf der einen Seite gefällt es mir, dass du mit einem Fluch einsteigst, weil ich wissen möchte, warum er denn flucht, auf der anderen Seite holpert das, was danach kommt. Einer der Gründe ist die eingeschobene Erklärung des Wortes Hülse. Ich würde sie weglassen oder später irgendwo einbauen, wenn du diese Szene-Vokabel gern verwenden möchtest. Auch würde ich „halbgefüllt“ gegen „halbvoll“ austauschen.

und bierspritzend gegen die untapezierte, aber mit Postern gepflasterte Wand gedonnert.

Mir gefallen die Attribute nicht, sie stoppen den Lesefluss. Vielleicht so was wie: „Die halbvolle Bierdose flog durch den kleinen, muffigen Raum, verfehlte Toms Kopf um wenige Zentimeter und krachte gegen die Wand. Sie hinterließ einen nassen Fleck an dem Slipknot-Poster, genau im Gesicht des Sängers.“

Dementsprechend würde ich auch die Poster spezifizieren, ein paar Bands aufzählen (ich nehme an, es sind Bandposter), die Motive anreißen, vielleicht noch Autogramme darauf erwähnen.

Dem Teppich hätte es nichts ausgemacht. Wer sich wagte daran zu riechen, musste schon mit einer mittelschweren Alkoholvergiftung rechnen.
Witzig^^

Da Proberaumteppiche prinzipiell widerlich sind, würde ich diese Widerlichkeit noch genauer beleuchten: Brandflecke, eingetretene Zigarettenasche und Unmengen von Müll wie leeren Flaschen, Papiertaschentüchern, Streichhölzern, herunter gebrannten Teelichtern etc. Der Normalo kann sich sonst unter so einem Proberaum wenig vorstellen ;-) Auch die obligatorischen herumliegenden Rucksäcke und Jacken würde ich erwähnen, über die man ständig stolpert. Vielleicht kann ja einer mit dem Fuß im Träger hängen bleiben. Und was ist mit einem Tisch? Haben sie einen, oder eine umgedrehte Obstkiste, einen umfunktionierten Stuhl etc? Was steht darauf? Mehrere Aschenbecher, Bong, ungewaschene Gläser, vielleicht als Kontrast eine welke Zimmerpflanze mit Valentinsgruß auf dem Blumentopf, den einer von seiner Freundin, äh, Kirsche geschenkt bekommen hat.


Charaktere

Ich wüsste von Anfang an gern, wie Tom und Mike aussehen. Lange Haare sicher, aber sonst? Groß, klein, dick, dünn, braune, schwarze, blonde Haare, mit oder ohne Vollbart?

Des Weiteren hat in der Szene, wie du ja sicher weißt, jeder zweiter irgendeinen Spitznamen. Nennen sie Tom wirklich Tom oder nicht eher Tommy? Mir fallen aus meinem Umfeld da so schmeichelhafte Namen ein wie Panzer (ein Rollstuhlfahrer), Bluhmenkohl/Bluhmi (einer mit extremen Locken), Käse (weiß der Geier warum) etc. Mit seinem richtigen Namen wird zumindest in meinem Umfeld nur ein verschwindend geringer Prozentsatz angesprochen, meist kommt da wenigstens ein y hinten dran. Ich würde darum Tom und Mike umbenennen, aber Jan-Bernd seinen Namen lassen, 1. weil er so cool klingt^^ und 2. um zu zeigen, dass er nicht wirklich dazu gehört.

Jan-Bernd ist sowieso der coolste in der Story, ich mag ihn xD Ich würde ihn mehr beschreiben und ihm mehr Handlung geben, einfach darum, weil er überhaupt nicht rein passt und dieser Kontrast so interessant ist.

Bei Tom und Mike hingegen komme ich immer durcheinander, wer wer ist. Klar, Mike ist das Arschloch, aber am Anfang weiß ich das noch nicht. Ich würde beiden irgendwas markantes geben, damit ich sie leichter unterscheiden kann, auch wenn ich noch nicht weiß, dass Mike der „Böse“ ist, zB Mike zu nem dürren Winzling machen, der eigentlich mit seinem großspurigen Getue noch lächerlicher als J.-B. ist.

Ich finde die Idee, dass ihre Band nur einen Fan hat und dann auch noch SO einen, übrigens ziemlich witzig, auch diesen Aspekt würde ich mehr betonen, das geht etwas unter.


Fazit

Was Seichtes für zwischendurch, regt zum Schmunzeln an, braucht aber noch Feinschliff, um authentischer zu wirken. Hab deine kleine Geschichte gern gelesen :-)

Liebe Grüße
Hyena
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Re: [Metal-Satire] 666bpm - Cadaveröüs Rising

Beitragvon magico » 13.08.2014, 14:52

Hallo Hyena,

und vielen Dank für deine Anmerkungen.

Ich finde ihn zu umständlich und würde die Geschichte nur „Cadaveröus Rising“ nennen.


Klar, du weißt auch nicht, was es mit den 666bpm auf sich hat. :mrgreen:
Ist allerdings auch nur ein Arbeitstitel ... so aus der Kalten.

Einer der Gründe ist die eingeschobene Erklärung des Wortes Hülse. Ich würde sie weglassen oder später irgendwo einbauen, wenn du diese Szene-Vokabel gern verwenden möchtest. Auch würde ich „halbgefüllt“ gegen „halbvoll“ austauschen.


Ja, da hast du recht. Habe auch ne Zeit gehadert, es aber letztendlich doch beim Einschub gelassen. Halbvoll ist prägnanter ... stimmt also auch.

Dementsprechend würde ich auch die Poster spezifizieren, ein paar Bands aufzählen (ich nehme an, es sind Bandposter), die Motive anreißen, vielleicht noch Autogramme darauf erwähnen.


Habe ich auch überlegt, aber ich dachte, dass reißt an dieser Stelle zu sehr aus der Szene und demzufolge würde ich es vorher oder hinterher einbauen. Ich weiß auch noch nicht, ob das der Anfang vom Buch ist oder schon etwas weiter hinten. :|

Da Proberaumteppiche prinzipiell widerlich sind, würde ich diese Widerlichkeit noch genauer beleuchten ...


Die Beschreibung des Proberaums ist sicher nötig, aber ich bin mir nicht sicher, ob ich es an dieser Stelle so ausweiten möchte, da sonst die Kommunikation so auseinandergerissen wird.

Und was ist mit einem Tisch?


Ähm ...: Der moppelige Fan nahm sich die Tabakdose vom gekachelten Couchtisch ...

Nennen sie Tom wirklich Tom oder nicht eher Tommy?


Tom heißt eigentlich Thomas ... :lol:
Aber bei Mike hast du recht ... der wird wohl noch einen Spitznamen bekommen müssen.

Jan-Bernd ist sowieso der coolste in der Story, ich mag ihn xD Ich würde ihn mehr beschreiben und ihm mehr Handlung geben, einfach darum, weil er überhaupt nicht rein passt und dieser Kontrast so interessant ist.


Hm ... ja und nein. Jan-Bernd (ich kenne übrigens wirklich jemanden mit diesem Namen) wird schon mehr Handlung bekommen. (aber nicht viel mehr - typischer Sidekick eben)
Dass er nicht in die Geschichte passt stimmt nicht ganz. Es gibt diese Art von "Fans" in der Szene einfach und nicht mal selten. Er ist natürlich der krasse Gegenpart zu Mike.

Mike ist das Arschloch, aber am Anfang weiß ich das noch nicht. Ich würde beiden irgendwas markantes geben, damit ich sie leichter unterscheiden kann ...


Ja, sie benötigen etwas Markantes (in meinem Kopf haben sie das schon) - da werde ich noch ein wenig herumfeilen.
Allerdings ist Mike kein so großes Arschloch, wie man im ersten Moment denkt. Er ist ... nur etwas unverstanden. :wink:

zB Mike zu nem dürren Winzling machen, der eigentlich mit seinem großspurigen Getue noch lächerlicher als J.-B. ist.


Redest du von Jack Black?

Was Seichtes für zwischendurch, regt zum Schmunzeln an, braucht aber noch Feinschliff, um authentischer zu wirken.


Ja, der Feinschliff ist nötig, dessen bin ich mir bewusst. Daher bin ich dir für deine Tipps dankbar.


Grüße - magico
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Re: [Metal-Satire] 666bpm - Cadaveröüs Rising

Beitragvon Hyena » 13.08.2014, 16:17

Hallo, magico :)

Klar, du weißt auch nicht, was es mit den 666bpm auf sich hat. :mrgreen:

Was bedeutet es denn?

Der moppelige Fan nahm sich die Tabakdose vom gekachelten Couchtisch ...

Das habe ich wohl überlesen... das ist einer der Gründe, warum ich persönlich es günstiger Finde, ein paar mehr konkrete Details geliefert zu bekommen, man prägt sich das ganze besser ein und kann es sich besser bildlich vorstellen.

Dass er nicht in die Geschichte passt stimmt nicht ganz. Es gibt diese Art von "Fans" in der Szene einfach und nicht mal selten. Er ist natürlich der krasse Gegenpart zu Mike.
Ja, ich weiß, das sind meist irgendwelche ganz lieben Kerlchen, die verzweifelt dazu gehören wollen, aber irgendwie kann sie keiner leiden (außer mir, ich mag solche Leute) und die gerade so geduldet werden, wenn sie regelmäßig Bier und Kippen ausgeben. Mit "nicht dazu gehören" meinte ich, dass er so aus der bisher beschriebenen rauen Atmosphäre heraus sticht.

zB Mike zu nem dürren Winzling machen, der eigentlich mit seinem großspurigen Getue noch lächerlicher als J.-B. ist.
Redest du von Jack Black?

Nein, von Jan-Bernd^^

Ich weiß auch noch nicht, ob das der Anfang vom Buch ist oder schon etwas weiter hinten.

Es wird ein Buch? Da bin ich aber gespannt, ich hoffe, wir bekommen noch mehr von Jan-Bernd und den anderen zu lesen :D

Ganz ehrlich, Jan-Bernd rockt, ich würde ihn nicht bloß zu einer Randfigur machen, er ist bislang weitaus interessanter als die anderen Kniffos, auch wenn die auch witzig sind. Jan-Bernd wäre in deinem Buch wahrscheinlich meine Lieblingsfigur^^

lg
Hynea
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Re: [Metal-Satire] 666bpm - Cadaveröüs Rising

Beitragvon LoriPecuretho » 13.08.2014, 16:29

Hallo magico,

ich kenne mich in der Szene zwar nicht aus, aber so wird es ja ggfs. auch einigen anderen Lesern gehen.
Deshalb kommentiere ich einfach trotzdem mal und berichte wie es auf mich wirkt. Du kannst ja dann im Nachhinein beurteilen, ob es so authentisch rüber gekommen ist wie es sein sollte.

Erstmal fand ich den Text insgesamt sehr gut geschrieben, konnte man flüssig lesen und ich musste ein paarmal schmunzeln. Schonmal ein gutes Zeichen. ;)

Diese Textstellen sind mir aufgefallen:

Wer sich wagte daran zu riechen, musste schon mit einer mittelschweren Alkoholvergiftung rechnen.

Das war z.B. super! Habe eine recht genaue Vorstellung wie der Teppich aussieht und wäre mir sicher, selbst niemals daran riechen zu wollen.

tänzelte er unfallfrei zwischen Pizzaschachteln, Bierdosen, einer Flasche Käpt'n Brass Rum und diversem anderen Müll zu einer versifften, kotzgrünen Couch.

schöne Beschreibung und gut untergebracht, ohne dass man das Gefühl hat, du hättest die Beschreibung irgendwo zwingend unterbringen müssen.

Mike und Tom hatten jedes Mal Bedenken, ob er sich von der durchgesessenen Couch je würde wieder erheben können.

Hier würde ich die Worte "wieder" und "würde" tauschen. Hört sich runder an.

Mike wollte sich mit der Anwesenheit ihres einzigen Die-Hard-Fans nicht so recht zufrieden geben.

Das "zufrieden geben" passt hier finde ich nicht in den Kontext. "Abfinden" fände ich ich passender.

Dennoch hob Jan-Bernd beide Arme, reckte jeweils Zeige- sowie kleinen Finger in die Luft, um dann mörderisch abzubangen. Seine lange, gelockte Mähne schwirrte durch die stickige Proberaumluft.

Sehr schönes Bild :lol:
Allerdings muss ich zugeben habe ich mir Jan-Bernd nicht mit langen Haaren vorgestellt. Vielleicht mit halblangen, weil er erst vor ein oder zwei Jahren angefangen hat, sie wachsen zu lassen, um dazu zu gehören ;)

"Whoa ... kannst du nicht einmal dieses Ding wegpacken? Gesang übernehme ich und Bass ... ach unsere Gitarren sind so tief gestimmt, dass bekommt doch kein Schwanz mit.

Das "s" muss weg

Mike hasste es, wie Tom sich verändert hatte. Aber es war der einzige Gleichgesinnte, der ihm noch geblieben war.

Das passt irgendwie nicht. Erst hat Tom sich verändert und dann ist er plötzlich doch der "einzig Gleichgesinnte, der geblieben ist."
Vielleicht besser "aber er war neben ihm der einzige aus der Band, der noch nicht geschmissen hatte"

"Kacke, Tom ... wenn wir aus Cadaveröüs eine Black/Death-Metal-Größe machen wollen, brauchen wir einen Dummer.

schöner Tippfehler bei Drummer :lol:

Mike tigerte auf den paar Quadratmetern auf und ab, während die schwarze E-Gitarre vor seinem Bierwanst herumbaumelte

Ich weiß nicht warum, aber in meiner Vorstellung hatte Mike keinen Bierbauch. Ich dachte, er legt zumindest etwas Wert auf sein Äußeres (für den Fall dass er zeitnah als Frontmann groß raus kommt und für die Zeitschriften fotografiert wird ;) )
Andererseits weiß ich auch noch gar nichts über Alter etc. der beiden, mit der richtigen Hintergrundgeschichte könnte vielleihct auch der Bierbauch passen.

"Muss ich was?", schrie Mike aufgebracht. "Ich muss einen Scheiß! Diese Dummer sollen

oh, oder ist das gar kein RS-Fehler? Sagt man das so? :lol:


So, jetzt der Inhalt:

Es geht um eine Probe einer mäßig erfolgreichen Band, die nur noch aus zwei Mitgliedern besteht. Der einzige Fan ist bei der Probe anwesend.
Dass die Szene in einem Proberaum spielt, habe ich erst etwas später im Text vermutet. In den ersten paar Sätzen (und theoretisch auch weiter im Text) könnte es genauso gut ein Wohn- / Schlafraum von Tom oder Mike sein. Die Atmosphäre hast du gut hinbekommen, wie ich das beurteilen kann: siffiger Raum, gegessen wird nur Fastfood getrunken nur Bier und falls vorhanden Schnaps. Um Ordnung schert sich niemand. Gehört ja auch irgendwie zum kreativen Feeling dazu.

Die Charaktere:
Den meisten Bezug als Leser habe ich zu Tom, gerade wegen der realistischen Einschätzung am Ende. Und weil Mike scheinbar etwas zu "speziell" ist, um sich auf Anhieb in ihn einfühlen zu können. Du schreibst aber aus Sicht von beiden, was für mich auch funktioniert. Ich war zu keiner Zeit verwirrt, weil ich nicht wusste, wer gerade denkt oder handelt.

Mike ist der Bandleader und hat anscheinend alle Mitglieder bis auf Tom vergrault (wahrscheinlich weil der ihn schon recht lange kennt und weiß, wie er mit seinen Launen umzugehen hat). Er ist sehr ehrgeizig und von seiner Musik überzeugt und wird schnell ungehalten, wenn etwas nicht so läuft wie geplant.
Was ihm (zumindest in diesem Abschnitt) noch fehlt, ist etwas charismatisches, mitreißendes, was ihn als Leader auszeichnen würde. Denn irgendwie muss er es ja zum Bandleader geschafft haben und irgendwas muss er eigentlich auch haben, dass er von seinem Fan so bewundert wird. Wenn es nicht gutes Aussehen oder Erfolg bei Frauen ist, vielleicht zumindest ein überdurchschnittlich hohes Selbstbewusstsein, was ihn irgendwie cool wirken lässt. Das vermisse ich bis jetzt im Text, irgendeine positive Eigenschaft von ihm.

Tom scheint wie gesagt etwas "normaler", nimmt die Band nicht (mehr) so ernst, will oder kann Mike das aber scheinbar nicht klar machen. Interessant zu wissen wäre, warum das so ist und warum er überhaupt noch als einziger in der Band ist. Eine bestimmte Vorgeschichte mit Mike? Oder gehört aufhören einfach nicht zu seinem Charakter?

Alles in allem kommen die beiden als Band natürlich sehr traurig rüber, was ja offensichtlich gewollt ist ;)

Jan-Bernd finde ich super, bietet bestimmt noch Stoff für ein paar lustige Szenen. :)

Fazit
Als Anfang eines Romans (falls es denn einer werden soll) fände ich die Szene zu sehr "ins kalte Wasser geworfen", da würde mir ein Einstieg mit ein paar Hintergrundinfos zu Alter, Dauer des Bestehens der Band etc. besser gefallen.
Insgesamt habe ich den Ausschnitt gern gelesen und würde mich auch durchaus dafür interessieren, wie es weiter geht. :) Schön wäre natürlich, sie würden z.B. einen vollkommen uncoolen Drummer finden, der aber musikalisch super ist, sodass sie mit ihm auskommen müssen oder so. :lol: Aber da hast du ja sicher schon ein paar Ideen. ;)

Ich hoffe mein Kommentar konnte dir trotz fehlender Szene-Kenntnis weiterhelfen. :)

Achja, 666 beats per minute? :lol:

LG
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Re: [Metal-Satire] 666bpm - Cadaveröüs Rising

Beitragvon magico » 14.08.2014, 10:54

Hallo Hyeana,

Klar, du weißt auch nicht, was es mit den 666bpm auf sich hat.
Was bedeutet es denn?


Das kann ich (noch) nicht verraten ... :candle:

Redest du von Jack Black?
Nein, von Jan-Bernd^^


Ha ha ... witziger Zufall. :mrgreen:

Es wird ein Buch? Da bin ich aber gespannt, ich hoffe, wir bekommen noch mehr von Jan-Bernd und den anderen zu lesen


Ob es eins wird steht noch in den Sternen, zumindest soll es eins werden, auch wenn ich momentan an einem ganz anderen Prohekt schreibe.
Mir war gerade danach, eine Szene für den fertigen Plot zu schreiben und ich hab' einfach mal drauf losgeschrieben.

Ganz ehrlich, Jan-Bernd rockt, ich würde ihn nicht bloß zu einer Randfigur machen


:thinking: Na, wir schauen mal ... stimmt natürlich, dass er die ganze Sache etwas interessanter/abwechslungsreicher gestalten könnte.


Danke noch mal ...

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Hallo Lori,

auch dir vielen Dank für deinen Kommentar.
Im Übrigen finde ich es gerade wichtig, wie es jemand, der sich nicht mit der "Szene" auskennt, beurteilt.

Das "zufrieden geben" passt hier finde ich nicht in den Kontext. "Abfinden" fände ich ich passender.


Stimmt. Abfinden klingt auch negativer ...

Allerdings muss ich zugeben habe ich mir Jan-Bernd nicht mit langen Haaren vorgestellt. Vielleicht mit halblangen, weil er erst vor ein oder zwei Jahren angefangen hat, sie wachsen zu lassen, um dazu zu gehören


Hm ... in meiner Vorstellung sind sie in etwa auf Kinnlänge, aschblond und lockig. Guter Einwand ... das muss ich deutlicher machen.

Das passt irgendwie nicht. Erst hat Tom sich verändert und dann ist er plötzlich doch der "einzig Gleichgesinnte, der geblieben ist."
Vielleicht besser "aber er war neben ihm der einzige aus der Band, der noch nicht geschmissen hatte"


Na ja ... Tom geht einfach etwas realistischer an die Sache heran, hat im Grunde genommen aber das gleiche Ziel. Mal sehen ... ich denk' drüber nach.

schöner Tippfehler bei Drummer


Öh ... :wary: ... da hat das Unterbewusstsein geschrieben. :mrgreen:

Ich weiß nicht warum, aber in meiner Vorstellung hatte Mike keinen Bierbauch.


Es ist kein übermäßiger Kessel. Nur so ein Bäuchlein, das auch gar nicht zur restlichen Statur passen will.

Andererseits weiß ich auch noch gar nichts über Alter etc. der beiden, mit der richtigen Hintergrundgeschichte könnte vielleihct auch der Bierbauch passen.


Sie sind beide Anfang 30. Die Hintergrundgeschichte gibt's natürlich - aber an anderer Stelle.

oh, oder ist das gar kein RS-Fehler? Sagt man das so?


Verdammt! :fool:

Das vermisse ich bis jetzt im Text, irgendeine positive Eigenschaft von ihm.


Okay, guter Hinweis. Seine positiven Eigenschaften sollen sich erst langsam im Verlauf des Buches offenbaren. Und dann auch eher subtil.

Tom scheint wie gesagt etwas "normaler", nimmt die Band nicht (mehr) so ernst ...


Sehr gut beobachtet ... die Betonung auf: ... nimmt die Band nicht MEHR so ernst ...

Interessant zu wissen wäre, warum das so ist und warum er überhaupt noch als einziger in der Band ist. Eine bestimmte Vorgeschichte mit Mike?


Dito!

Jan-Bernd finde ich super, bietet bestimmt noch Stoff für ein paar lustige Szenen.


War eigentlich gar nicht so geplant, aber da es nun schon mehrfach erwähnt wurde, wird Jan-Bernd wohl doch eine größere Rolle, als ursprünglich gedacht, bekommen.

Als Anfang eines Romans (falls es denn einer werden soll) fände ich die Szene zu sehr "ins kalte Wasser geworfen", da würde mir ein Einstieg mit ein paar Hintergrundinfos zu Alter, Dauer des Bestehens der Band etc. besser gefallen.


Ja, dass denke ich auch ... oder man muss die Szene entsprechend anpassen.

Schön wäre natürlich, sie würden z.B. einen vollkommen uncoolen Drummer finden, der aber musikalisch super ist, sodass sie mit ihm auskommen müssen oder so. Aber da hast du ja sicher schon ein paar Ideen.


Und ob ... der Drummer spielt eine ganz zentrale Rolle im Buch.

Ich hoffe mein Kommentar konnte dir trotz fehlender Szene-Kenntnis weiterhelfen.


Sehr sogar. Danke.

Achja, 666 beats per minute?


Jepp!


Also, vielen Dank und Grüße - magico
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