[Liebe]Abgrenzen

Liebe, Romantik, Sehnsucht

[Liebe]Abgrenzen

Beitragvon Havannah » 06.11.2012, 16:55

Hallo Ihr Lieben! Keine Ahnung was ich von Euch erwarte...vielleicht ob Ihr es versteht. Ob Ihr es gut findet..!?

---

Scheisse.
Ist.
Das.
Alles.

Ich hatte echt ein super Wochenende und sag jetzt auch nichts mehr gegen diese Stadt. London ist schon was ganz Eigenes und ich hab jetzt auch endlich Lust darauf bekommen.

Und dann stolpere ich grade über diese Email von dir. Und knick sofort wieder ein. Und frag mich wieder mal, warum das alles so kommen musste? Was eigentlich passiert ist und ob ich das richtige mache?

Es gibt 5 Millionen objektive Gründe, dass das alles gut so ist, wie es gekommen ist. Und dass die Zeit die wir hatten, ein Ausnahmezustand war. Und dass Beziehungen nicht gut sind, in denen einer alleine gelassen wird.

5 Millionen Gründe. Aber ich kann grad nicht einen einzigen finden, der mich verarbeiten lässt, wie viel Liebe zwischen uns war, wie viel Sehnsucht, wie viel Zärtlichkeit und wie viel Träumerei.

Und wie viel Tragik.

Ich kann einfach nicht verarbeiten, dass bei Dir die Gefühle weg sein sollen. Aufgefressen von Deinen Sorgen. Als wären sie nie dagewesen. Als hätten sie nie gezählt. Dass Du mich zwar gern hättest, aber keine Liebe mehr fühlst. Das ist wohl das Schlimmste, was man einem Menschen zumuten kann.

5 Millionen Gründe. Und ich frage mich grad, wie lange das dauern wird? Wie lange Du in meinem Kopf sein wirst? Wie lange Du derjenige sein wirst, dem ich tolle Sachen erzählen will, die mir passieren?

Die Zeit heilt alle Wunden. Ich weiss.

Und was mich nicht umbringt, macht mich stärker.

Aber will man das?

Das Leben springt manchmal einfach rein. Ohne zu fragen. Ohne dass wir das wollen.

Aber das ist egal.

Ich glaube, loslassen ist eine gute Strategie.
Aber loslassen ist auch mal eine ganz schöne Herausforderung.
Zuletzt geändert von Havannah am 05.08.2013, 12:03, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Loslassen!

Beitragvon Himawari » 06.11.2012, 20:47

So, ich bin mal mutig und versuche mich an meinem ersten Kommentar. :D Hoffentlich ist alles drin, sodass er nicht gelöscht werden muss :oops:

Also erst einmal: Ja, ich verstehe die Geschichte, auch wenn man viel hineininterpretieren kann - aber genau das mag ich gerne.
Und ja, ich finde sie auch gut :wink: Ich mag deinen Schreibstil, dass du viele Absätze machst, auch wenn das bestimmt sehr vom jeweiligen Geschmack abhängt. :)

Trotzdem habe ich einige Dinge gefunden, die ich etwas anders schreiben würde - natürlich musst du entscheiden, ob du das wirklich so machst - wenn du nicht meiner Meinung bist, ignoriere den Kommentar ruhig :D

Havannah hat geschrieben:Und frag mich wieder mal, warum das alles so kommen musste? Was eigentlich passiert ist und ob ich das richtige mache?

Ohne die Fragezeichen ließt sich das für mich etwas besser und eigentlich kommen da laut Rechtschreibung auch gar keine hin, oder?

Havannah hat geschrieben:Aber ich kann grad nicht einen einzigen finden, der mich verarbeiten lässt, wie viel Liebe zwischen uns war, wie viel Sehnsucht, wie viel Zärtlichkeit und wie viel Träumerei.

Du hast eben noch davon gesprochen, dass in der Beziehung einer alleine gelassen wurde - lässt sich das mit viel Liebe, Sehnsucht, Zärtlichkeit und Träumerei so richtig vereinbaren? Oder kam das alles nur von einer Seite?

Havannah hat geschrieben:Ich kann einfach nicht verarbeiten, dass bei Dir die Gefühle weg sein sollen. Aufgefressen von Deinen Sorgen.

1. Ich finde, dass sich "Ich kann einfach nicht verarbeiten, dass deine Gefühle verschwunden sein sollen" - oder so ähnlich - flüssiger lesen würde.
2. Hat er das in der E-Mail wortwörtlich so geschrieben, dass seine Gefühle von seinen Sorgen aufgefressen wurden? Oder meinst du, dass er schrieb, dass er gerade andere Sorgen hat? Das würde ich noch etwas ausführen.

Havannah hat geschrieben:Die Zeit heilt alle Wunden. Ich weiss.

Und was mich nicht umbringt, macht mich stärker.

Aber will man das?

Das Leben springt manchmal einfach rein. Ohne zu fragen. Ohne dass wir das wollen.

Hier finde ich wie gesagt gut, dass du Absätze machst. So kann man sich gut vorstellen, wie die Erzählerin über die Dinge nacheinander nachdenkt. Außerdem gefällt mir, wie sie über diese beiden Sprüche nachdenkt, das kann ich sehr gut nachvollziehen.

Havannah hat geschrieben:Aber loslassen ist auch mal eine ganz schöne Herausforderung.

"Aber Loslassen ist auch eine ganz schöne Herausforderung", so ähnlich würde ich das schreiben. Auf jeden Fall ohne das "mal".


Ich hoffe, ich kann dir damit helfen!
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Re: Loslassen!

Beitragvon Fuffinger » 07.11.2012, 00:30

Hi Havannah,
zuerst mal, ja, ich glaube ich verstehe deine Geschichte :wink:
Die Thematik ist meines Erachtens nach immer aktuell und immer wieder ist es lohnenswert darüber zu schreiben.
Ich fände es ehrlich gesagt aber angemessener, wenn du dies nicht unter Prosa geschaffen hättest, sondern dich im freien Vers versucht hättest. Die Motive sind da, doch ich finde, dass die Anzahl der Wörter von den Motiven gerade ablenken. Kürzer und im freien Vers könnte die Geschichte also als Gedicht durchaus noch an Bildhaftigkeit zulegen. Kann allerdings auch nur an meinem persönlichen Geschmack liegen. :)
Ich hoffe, du kannst mit meinen Vorschlägen was anfangen.
Gruß, Philipp.

P.S.: Du kannst ja auch noch alternativ zur Geschichte ein Gedicht schreiben. Dann kannst du beides miteinander vergleichen :)
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Re: Abgrenzen

Beitragvon wayne » 16.08.2014, 16:01

Hallo Havannah,


Thema: TOP! :D Ich kann das so gut verstehen und nachvollziehen. Vielleicht weil ich mich selber in so einer Situation befinde zurzeit... :| Naja... jetzt aber mal zu deinem Thema:

Warum "Abgrenzen"? Warum nicht "Loslassen"? Hat mich jetzt ein bisschen gewundert, aber vielleicht kannst du es mir ja erklären.

Scheisse.
Ist.
Das.
Alles.


Es ist ein schöner Anfang, wenn man bedenkt wie es weiter geht. Es ist einfach so, dass man in so einer Situation genauso abgehackt denkt. Deswegen finde ich es sogar gut, dass du das wie eine kleine Strophe geschrieben hast.


Ich hatte echt ein super Wochenende und sag jetzt auch nichts mehr gegen diese Stadt. London ist schon was ganz Eigenes und ich hab jetzt auch endlich Lust darauf bekommen.


Irgendwie gefällt mir dieser Abschnitt nicht so ganz. Ich mein von der Thematik ganz verständlich: Die Person ist weggezogen, um einen Neustart zu machen, oder musste wegziehen.

Aber von der Schreibweise: nicht so meins: "Das Wochenende war echt super und die Stadt empfinde ich auch nicht mehr als so schlimm. London ist schon was ganz Eigenes und ich hab mittlerweile auch richtig Lust auf sie bekommen."

Und dann stolpere ich grade über diese Email von dir. Und knick sofort wieder ein. Und frag mich wieder mal, warum das alles so kommen musste? Was eigentlich passiert ist und ob ich das richtige mache?



DAS Richtige -> R-Fehler
Ach diese Frage hab ich mir auch oft genug gestellt... :roll:


Es gibt 5 Millionen objektive Gründe, dass das alles gut so ist, wie es gekommen ist. Und dass die Zeit die wir hatten, ein Ausnahmezustand war. Und dass Beziehungen nicht gut sind, in denen einer alleine gelassen wird.


5 Millionen objektive gründe sind im Vergleich zu einem subjektiven Grund nichts. Aber schöner Abschnitt.

5 Millionen Gründe. Aber ich kann grad nicht einen einzigen finden, der mich verarbeiten lässt, wie viel Liebe zwischen uns war, wie viel Sehnsucht, wie viel Zärtlichkeit und wie viel Träumerei.



Liebe, Sehnsucht, Zärtlichkeit, Träumerei... vergänglich?



Ich kann einfach nicht verarbeiten, dass bei Dir die Gefühle weg sein sollen.


Um etwas verarbeiten zu können, muss man es verstehen können. Hat sie es denn schon verstanden?


Ich glaube, loslassen ist eine gute Strategie.
Aber loslassen ist auch mal eine ganz schöne Herausforderung.

[/quote]


ah ja, da sagst du was. Loslassen ist das schwierige...

____________________

Ich finde die Geschichte schön, vielleicht weil es mich grad widerspiegelt, ich kanns dir nicht sagen, aber es ist schön geschrieben. Klar, einige Verbesserungsvorschläge hatte ich jetzt, aber es sind nur Vorschläge.

Danke für die tolle geschichte,

lg wayne
... denk dran, dass jeder Tag eine Möglichkeit ist, die Welt zu verändern.
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Re: Abgrenzen

Beitragvon axumlaut » 28.08.2014, 19:42

Liebe Havanna,

positiv: ich finde die Sprache klar und unverschwurbelt. Ich nehme aber an, dass der Text nicht für Publikum geschrieben ist, also für Leser, die etwas davon haben sollen, sondern primär für Dich zur Verarbeitung. Ich würde solche tagebuchartigen Abhandlungen Lesern nur im Ausnahmefall zumuten, wenn da wirklich was ist, was sie fesseln könnte. Traurig, wenn es vorbei sind, sind wir alle. Nimm die folgende Kritik also bitte nicht persönlich auf Dich oder Deine Situation, sondern sieh es als Kritik am Text an.

Für mich ist der Text nicht interessant gewesen, weil er nur aus a) Andeutungen und b) Allgemeinplätzen besteht. Beispiele:

Für a)
5 Millionen Gründe. Aber ich kann grad nicht einen einzigen finden, der mich verarbeiten lässt, wie viel Liebe zwischen uns war, wie viel Sehnsucht, wie viel Zärtlichkeit und wie viel Träumerei.

Und wie viel Tragik.

Ich kann einfach nicht verarbeiten, dass bei Dir die Gefühle weg sein sollen. Aufgefressen von Deinen Sorgen. Als wären sie nie dagewesen. Als hätten sie nie gezählt. Dass Du mich zwar gern hättest, aber keine Liebe mehr fühlst. Das ist wohl das Schlimmste, was man einem Menschen zumuten kann.


Interessant könnte sein, was passiert ist, was einige der 5 Mio. Gründe sind, welche Sorgen der Angesprochene hat ... so kann das alles und nichts bedeuten. Wie war Dein Urlaub? Schön. (Es kann eine schöne Weltreise gewesen sein oder eine schöne Woche an der Nordsee. Genauso ist es mit: Wie war Deine Beziehung? Tragisch. (Es kann eine Trennung gewesen sein, jemand gestorben sein, fremdgegangen.) So ist mir das zu beliebig.

Für b):

Die Zeit heilt alle Wunden. Ich weiss.

Und was mich nicht umbringt, macht mich stärker.


Ich würde da sagen: Fünf Mark ins Phrasenschwein. In Zitaten, Sprichwörtern und ausgelutschten Formulierungen redet die ganze Welt. Damit ich etwas Pause davon habe, lese ich gute Literatur.

Mit freundlichem Gruß
axu
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