Abiturprüfung

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Abiturprüfung

Beitragvon Justin » 07.06.2015, 09:46

Hallo liebe Schreibfreunde,

und wieder suche ich Anregung für meine Vampirgeschichte - die Gedanken über Vampirmoral war mir sehr hilfreich gewesen - Danke!

Nun geht es heute über die Schule und die Abiturprüfung. Mein Vampir geht nun seit Jahrzehnt in die Schule und hat das ganze allmählich satt. Er entscheidet sich für die außerschulische Abiturprüfung - Was in den meisten Bundesländer geht. In Schleswig-Holstein, wo die Geschichte spielt, besteht die Prüfung aus 8 Einzelprüfungen - 4 mündliche und 4 schriftliche.

Theoretisch klar.

Da ich amerikanisch bin und selber keine Abiturprüfung durchgemacht habe - kann ich mir das ganze Procedere nicht vorstellen. Wie laufen solche Prüfungen ab, welche Aufgaben haben sie usw.?

Konkret habe ich vor, dass mein Vampir zum Rektor geschickt wird, weil er öfters im Unterricht fehlt und am Unterricht unbeteiligt ist. Beim Rektor bekommt er erklärt, dass das so nicht geht und dass er sein ganzes Leben verbaut - das übliche Rektor Bla bla. Der Vampir dann erklärt, dass der Unterricht ihn einfach nicht mehr interessiert weil sie ihn zu langweilig ist. Er will am liebsten hier und jetzt die Abi-Prüfung schreiben um das ganze Theater eine Ende zu setzen.

Ich wäre um jede Anregung dankbar.
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Re: Abiturprüfung

Beitragvon Luftmensch » 07.06.2015, 10:00

Hey Justin,

Wie laufen solche Prüfungen ab, welche Aufgaben haben sie usw.?


meinst du damit, die normale Abiprüfung oder die außerschulische?

Bei der normalen ist es so, dass alle Tische einzeln versetzt im Klassenraum stehen, auf jedem Tisch steht eine Nummer oder ein Name, die Person mit der Nummer / dem Namen, setzt sich dann dort hin. Normalerweise darf man auf dem Tisch nichts stehen haben, als ein paar Stifte. Wir mussten damals unsere Getränke auf den Boden stellen, damit die Lehrer sicher gehen konnten, dass wir nicht versuchen zu schummeln. Ich musste sogar meinen Schal abnehmen (wie man einen Spickzettel im Schal versteckt, ist mir auch heute noch unklar).
Dann werden vorgefertigte Papierbögen ausgeteilt, die mit dem Stempel der Schule versehen sind. Die Abitur-Aufgaben sind in einem Umschlag. Vor der Prüfung darf man die Papierbögen mit dem Namen und der Nummer versehen, wenn die Prüfung anfängt, darf man den Umschlag öffnen und loslegen. Falls man mehr an Papier benötigt, streckt man und einer der Lehrer bringt mehr Papier zu einem. Bei uns waren immer zwei Aufsichtslehrer anwesend, einer vorne an der Tafel, einer hinten im Raum. Vor den Klassenzimmern, also im Gang, sitzen weitere Lehrer an Tischen, die protokullieren, wer wann auf das Klo geht. Natürlich dürfen nicht mehrere Schüler gleichzeitig zur Toilette.
Wenn die Prüfung vorbei ist, muss man die Aufgabenblätter aufeinanderstapeln und in den Umschlag hineinlegen. Der Umschlag wird von einem der Lehrer eingesammelt und fertig ist die Qual ;)

Was meinst du denn mit Aufgaben? Die Aufgaben in der Prüfung?

So, ich hoffe, ich habe nichts vergessen. Es sind schon fast drei Jahre her, seitdem ich Abi gemacht habe.

Liebe Grüße
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Re: Abiturprüfung

Beitragvon Alys » 07.06.2015, 10:13

Das geht so nicht. Das Abitur ist ein streng geregeltes System, die Aufgaben werden von einer zentralen Stelle der einzelnen Bundesländer erstellt, und selbst die Lehrer, die die Abiprüfungen überwachen, bekommen sie erst am Abend vorher zu sehen.
Das Abi spontan ablegen kann man nicht. Auch hochbegabte Kinder, die mit 13 Abi machen, machen die Prüfungen mit den regulären Abiturienten zusammen.

Normalerweise wird man in 4 Fächern (2 Leistungskurse - schriftlich, und 2 Grundkurse - einer schriftlich und einer mündlich) geprüft und zusätzlich fließen die Noten, die man während der letzten 2 Jahre ("Kollegstufe") hatte, zu einem gewissen Prozentsatz und nach einem gewissen Schlüssel in die Abiturnote mit ein.

Den Fall, den Du schilderst, gab es an meiner Schule. Ein hochbegabter und super-intelligenter Kerl, den der Unterricht so angeödet hat, dass er nie hin ging. Demenstprechend hatte er teils miserable Noten, und hätte wegen dieser Fehlzeiten und schlechten Noten fast nicht zum Abi antreten dürfen. Und sein Abi war trotz seiner Intelligenz auch nicht berauschend.
Weil beim Abitur weniger Intelligenz abgeprüft wird, sondern es darum geht, dass der Schüler einen bestimmten Wissensstand hat. Deshalb heißt das Abi ja offiziell auch "Allgemeine Hochschulreife" - es stellt nur sicher, dass der Schuler das Grundwissen hat, um jedes Fach studieren zu können. Und wenn mir das Grundwissen fehlt, was eine exotherme Reaktion ist oder wann die Weimarer Republik gegründet wurde, dann werde ich das in der Abiturprüfung auch nicht aufgrund meiner phänomenalen Intelligenz plötzlich wissen.

Soviel zum normalen Prozedere. Es gibt noch die Möglichkeit, an die Du gedacht hast: Abitur in 8 Fächern. Ein Bekannter von mir hat das gemacht. Diese Möglichkeit gibt es, wenn man eine Schule besucht hat, die keine Kollegstufe anbietet (bei privaten Gymnasien ist das oft so), oder wenn man z.B. bis kurz vor dem Abi im Ausland gelebt hat und deshalb keine Kollegstufen-Noten mit in die Abinote einbringen kann.
Man legt dann das Abitur als "Externer" an einer anderen Schule ab. D.h., man ist dort im gleichen Raum wie die dortigen Schüler, und macht die Prüfung zur gleichen Zeit. Nur, dass man halt in 8 Fächern anstatt in 4 Fächern geprüft wird. (Ich glaube, das sind dann 6 schriftlich und 2 mündlich, da bin ich mir aber nicht mehr 100% sicher.)

Zu den Prüfungsfragen. Hier z.B: https://www.standardsicherung.schulmini ... fgaben.php
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Re: Abiturprüfung

Beitragvon Sanjar » 07.06.2015, 15:48

Zu dem, was meine beiden Vorredner schrieben, ist nicht mehr viel hinzuzufügen. Ich würde nur gerne etwas zu Luftmenschs Beschreibung der regulären Abiprüfungen schreiben. Falls du so eine simulieren möchtest, sollte sie möglisch aktuell sein. Ich bin gerade mit dem Abi fertig und bei uns lief es etwas anders als bei Luftmensch.

Die Tische wurden wie beschrieben aufgestellt, den Platz konnten wir uns aber selbst aussuchen (eine Person pro Tisch). Wir mussten unsere Taschen vorne in den Klassenraum stellen und unsere Handys beim Lehrer abgeben. Auf dem Tisch durften wir Stifte, Essen, Trinken und eine Uhr haben. Keine Etuis, nur lose Stifte. Bei den LKs war das ganze strenger als bei den GKs, da durften wir die Taschen am Platz stehen haben. Die vorgefertigten Bögen wurden, wie von Luftmensch beschrieben, ausgeteilt, wenn man neue brauchte konnte man nach vorne zum Pult gehen und sich welche nehmen. Zu Beginn waren im Raum alle Kurslehrer anwesend, die die Abiaufgaben ihren Schülern verteilt haben. In Bio hast du zum Beispiel drei Vorschläge zur Auswahl, von denen du zwei bearbeiten musst. In Deutsch hast du drei, von denen du einen bearbeiten musst. Alle diese Vorschläge werden von deinem Kurslehrer verdeckt auf deinen Tisch gelegt und erst zu einer bestimmten Uhrzeit umgedreht. Dann konnten wir uns die Aufgabenstellungen angucken und noch eventuell Fragen zu diesen stellen. Dann blieb der Aufsichtshabende Lehrer im Raum. Er hat sich auch notiert wer wann zum Klo ging. Ansonsten waren keine Aufsichten da. Du darfst in den Pausen nicht zur Toilette gehen, nur in den Unterrichtsstunden.

Nach den vier einhalb Stunden hast du dann deine ganzen Vorschläge und Bögen zusammengepackt (alles in Bogen 1 gelegt) und vorne abgegeben oder der Lehrer hat sie eingesammelt.

Bei den mündlichen Prüfungen wurde uns eine Uhrzeit genannt, zu der unsere Prüfung ist. 45 Minuten vorher mussten wir in einem abgesprochenen Raum sein, dort hat uns dann unser Lehrer und Prüfer abegholt. Man bekam die Aufgaben und einen Zettel, wurde in einen Raum gesetzt und hatte eine halbe Stunde um sich vorzubereiten. Dann haben die Lehrer einen in einen Raum geholt, wo man vor Lehrer (der die Fragen stellt), Prüfer (der auch fragen darf, aber eher Zwischenfragen) und dem Protokollanten sitzt, der alles aufschreibt, was du sagst. Zuerst erzählst du ihnen ca. 10 Minuten lang deine vorbereiteten Aufgaben zu dem Text den du bekommen hast. Das ist Prüfungsteil 1. Im zweiten Teil, der ebenfalls ca. 10 Minuten geht, stellt dein Lehrer dir weiterführende Fragen, in denen er auf andere Themengebiete eingeht, als die, die du in deinem Text bearbeitet hast.
Es ist idiotisch, sieben oder acht Monate an einem Roman zu schreiben, wenn man in jedem Buchladen für zwei Dollar einen kaufen kann.
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Re: Abiturprüfung

Beitragvon Ratsherr » 07.06.2015, 17:46

Luftmensch hat geschrieben:Hey Justin,

Bei der normalen ist es so, dass alle Tische einzeln versetzt im Klassenraum stehen, auf jedem Tisch steht eine Nummer oder ein Name, die Person mit der Nummer / dem Namen, setzt sich dann dort hin. Normalerweise darf man auf dem Tisch nichts stehen haben, als ein paar Stifte. Wir mussten damals unsere Getränke auf den Boden stellen, damit die Lehrer sicher gehen konnten, dass wir nicht versuchen zu schummeln. Ich musste sogar meinen Schal abnehmen (wie man einen Spickzettel im Schal versteckt, ist mir auch heute noch unklar).
Dann werden vorgefertigte Papierbögen ausgeteilt, die mit dem Stempel der Schule versehen sind. Die Abitur-Aufgaben sind in einem Umschlag. Vor der Prüfung darf man die Papierbögen mit dem Namen und der Nummer versehen, wenn die Prüfung anfängt, darf man den Umschlag öffnen und loslegen. Falls man mehr an Papier benötigt, streckt man und einer der Lehrer bringt mehr Papier zu einem. Bei uns waren immer zwei Aufsichtslehrer anwesend, einer vorne an der Tafel, einer hinten im Raum. Vor den Klassenzimmern, also im Gang, sitzen weitere Lehrer an Tischen, die protokullieren, wer wann auf das Klo geht. Natürlich dürfen nicht mehrere Schüler gleichzeitig zur Toilette.
Wenn die Prüfung vorbei ist, muss man die Aufgabenblätter aufeinanderstapeln und in den Umschlag hineinlegen. Der Umschlag wird von einem der Lehrer eingesammelt und fertig ist die Qual ;)

Was meinst du denn mit Aufgaben? Die Aufgaben in der Prüfung?

So, ich hoffe, ich habe nichts vergessen. Es sind schon fast drei Jahre her, seitdem ich Abi gemacht habe.

Liebe Grüße


Bei uns (Rheinland-Pfalz; aktueller Stand (habe im Januar Abi gemacht)) war es etwas anders.
Die Prüfungen fanden in der schuleigenen Aula statt (abgesehen von Kunst und Musik, die in den jeweiligen Fachräumen geschrieben wurden), wo jeweils nach Fächern getrennt wurde: Am ersten Tag fanden die Deutsch-Klausuren statt, am zweiten die Sozialkunde/Erdkunde/Geschichte-Klausuren (da es nicht erlaubt ist, zwei dieser Fächer als Leistungskurs zu wählen, war dies auch unproblematisch möglich), am dritten die Englisch-Klausuren, am vierten die Kunst/Musik/Sport-Klausuren, am fünften die Chemie/Physik/Französisch-Klausuren, am sechsten die Bio-Klausuren und am siebten die Mathe-Klausuren. Reli wurde irgendwo dazwischengequetscht.

Die Tische waren in Reihen aufgestellt, wobei allerdings darauf geachtet wurde, dass niemand direkt neben einem anderen Schüler mit der gleichen Abi-Klausur saß. Man durfte dabei Folgendes in die Klausur mitnehmen: Essen, Trinken (manche hatten ganze Körbe mit Getränkeflaschen und Brotdosen plus Teddybär als Motivation mitgenommen), Mäppchen, Tempos. Mit Jacken und jeglichen Formen von Papier oder elektronischem Gerät (abgesehen vom Taschenrechner) wurde man nicht in die Aula hereingelassen. In den Fächern Mathe, Bio, Chemie und Physik war außerdem noch eine Formelsammlung erlaubt ("Das große Tafelwerk"), wo allerdings während der Klausuren herumgegangen und überprüft wurde, ob in den Formelsammlungen keine Notizen stehen.

Um spätestens zwanzig vor acht mussten sich alle in der Aula befinden; wer auch nur eine Minute später kam, wurde nicht mehr zugelassen (was allerdings nicht vorgekommen ist). Dann wurden fächerweise die Abituraufgaben ausgeteilt, wobei die Lehrer selbst erst in der Aula den Umschlag mit den Prüfungsaufgaben geöffnet haben, da sie diese vorher an das Bildungsministerium einschicken mussten (dabei wurde dann in den meisten Fällen von zwei bis drei Vorschlägen einer oder zwei ausgewählt - zwei in den Fächern Sozialkunde, Erdkunde und Geschichte, wo die Schüler auch zwei Klausurvorschläge zur Auswahl erhalten haben). Der Schulleiter hat dann immer den Namen des Kurses genannt und sich jemanden aus diesem Kurs herausgepickt, der den Umschlag öffnen "durfte", was mit schwitzigen Fingern keine schöne Aufgabe ist, wenn die ganze Aula zuguckt. Die Aufgabenbögen waren auf der Vorderseite mit einem Feld für den Namen und Notizen des Korrektors versehen, durften aber erst um Punkt acht Uhr aufgeschlagen werden. Auf den Tischen lagen außerdem bereits Papierbögen mit jeweils 8 Doppelseiten bereit, die mit dem Schulstempel versehen waren, außerdem Notizblätter. Wer im Laufe der Klausur Blätter brauchte, musste vorne an ein Lehrerpult gehen und sich dort einen weiteren Bogen aushändigen lassen.

Um acht Uhr begann dann die Einlesezeit, die leider auch nur in Fächern wie Deutsch oder Englisch etwas bringt, sodass man v.a. in Mathe erst einmal dort sitzt und sich fragt, was diese Einlesezeit eigentlich soll, da man keinen Stift auch nur anrühren darf, ohne dass die Klausur als nicht bestanden gewertet wird. Nach den zwanzig Minuten beginnt dann die eigentliche Schreibzeit, 240 Minuten in den normalen Fächern und 280 Minuten in den Fächern Musik, Kunst und Deutsch. Wer auf Toilette muss, gibt seine mit dem jeweiligen Namen versehene Tischnummer, die bereits zuvor auf jedem Tisch lag, am Eingang ab, wo der Toilettengang und die genaue Dauer protokolliert wird, und holt es sich anschließend wieder ab.

Meistens befanden sich drei bis vier Lehrkräfte mindestens in der Aula, allerdings gab es schon einmal Personalmangel in den Pausen. :D Da meinen dann gewisse Lehrpersonen, keine Minute ihrer Pause verpassen zu müssen, und plötzlich sind die Aufsichtspersonen zu zweit. Wenn dann noch in der direkt benachbarten Caféteria Lärm aufkommt und einer der beiden dorthin gehen muss, um die Fünftklässler zur Ruhe zu bringen, kann man wohl nur noch viel Spaß bei dem Versuch wünschen, den Überblick über 120 Schüler zu behalten und dafür zu sorgen, dass keiner die Situation für einen Betrugsversuch nutzt.


Zu den mündlichen Prüfungen:
Der genaue Prüfungs-Termin für jede Gruppe wurde zwei Tage vorher in der Pausenhalle am Infokasten bzw. auf der Schul-Homepage bekannt gegeben. Schon zuvor wurde man dabei in den jeweiligen Kursen, in welchen man die mündliche Prüfung absolviert, in Dreiergruppen eingeteilt, in welchen man geschlossen zur Prüfung antreten und auch die gleichen Aufgaben erhalten wird. Dreißig Minuten vor Prüfungsbeginn musste man erscheinen und wurde in einen Nachbarraum geschickt, der dadurch gewissermaßen zum Aufenthaltsraum wurde. Nacheinander - im 30-minütigen Wechsel - wurde dann jeder einzelne Schüler herausgeholt und zunächst in einen Nebenraum zum eigentlichen Prüfungsraum gebracht. Dort saß ein aufsichtsführender Lehrer, der die Zeit (wie in meinem Fall) zum Korrigieren von Klassenarbeiten genutzt habe. Ich habe die Aufgaben bekommen, hatte 30 Minuten Zeit und durfte auf einem Notizzettel sämtliche Gedanken, die ich später vortragen würde, ausführen. Da das Lesen der Kurzgeschichte, die ich hatte, schon fast zehn Minuten in Anspruch genommen hat, bekam ich auch ganz schön Zeitnot und musste letztendlich bei Aufgaben 5 & 6 vor den Lehrern improvisieren.
Dann wurde man in den Prüfungsraum geführt, wo ein Prüfungskomittee (bestehend aus Fachlehrer, Protokollant und einem weiteren Lehrer) sowie an der Seite der Prüfungsleiter sitzen. Fragen stellen dürfen nur der Fachlehrer und der Prüfungsleiter. Im hinteren Bereich des Raumes sitzen meistens drei bis acht weitere Lehrer, da alle Lehrkräfte an diesem Tag verpflichtet sind, anwesend zu sein und beliebige Prüfungen zu beobachten, wenn sie an keinen eigenen Prüfungen beteiligt sind.
Die eigentliche Prüfung à 20 Minuten verläuft relativ entspannt. Mein Fachlehrer hat mir zuvor ein Stück Schokolade auf den Tisch gelegt, mir gesagt, ich solle noch einmal tief durchatmen, und dann durfte ich anfangen. Lange vor der Prüfung wurde übrigens bereits empfohlen, a) laut, deutlich und langsam zu sprechen (logisch), b) die Füße parallel zueinander unter den Tisch zu stellen, c) die Hände entweder in den Schoß oder flach auf den Tisch zu legen oder das Blatt in die Hand zu nehmen, wenn man nicht allzu sehr zittert, d) den Rücken durchzudrücken und e) stets den Fachlehrer anzusehen, weil die anderen Lehrer dazu neigen, einen zu verunsichern.
Wenn man mal den Faden verloren hat, war das keineswegs schlimm. Ich hatte kurz vor Ende ein totales Blackout, mein Fachlehrer hat es gemerkt und ist einfach zur nächsten Aufgabe übergegangen - und ich habe trotzdem 13 Punkte (1-) erhalten. Am Ende wurde man wieder in den Aufenthaltsraum geschickt, die Lehrer haben sich beraten und einen später zurückgeholt, damit man die Note erfuhr.
Und dann konnten die Abifeiern beginnen. :D

Ich hoffe, ich konnte dir mit meinen Ausführungen etwas helfen! :)
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Re: Abiturprüfung

Beitragvon Fianna » 07.06.2015, 21:26

Sanjar hat geschrieben:Falls du so eine simulieren möchtest, sollte sie möglisch aktuell sein. Ich bin gerade mit dem Abi fertig und bei uns lief es etwas anders als bei Luftmensch.

Die Tische wurden wie beschrieben aufgestellt, den Platz konnten wir uns aber selbst aussuchen (eine Person pro Tisch).

Das hat nichts mit dem Zeitpunkt der Prüfung zu tun, das ist von Bundesland zu Bundesland unterschiedlich.

Außerdem denke ich, dass die Schulen auch individuell sich unterscheiden, beispielsweise beim Essen usw. Falls es keine gesetzlichen Vorgaben gibt, liegt es im Ermessen des Aufsichtspersonals, ob sie den Prüflingen bei der ca vierstündigen Prüfung Essen und Trinken von bestimmten Dingen verwehren wollen, um die Spickgefahr einzudämmen, oder nicht.

Justin,
wenn Du Dein Manuskript fertig hast, die Abiturprüfung immer noch drin und wichtig ist, und Du einen Schauplatz für Dein Setting gefunden hast, dann fragst Du am besten noch mal gezielt nach dem Bundesland, oder falls möglich, nach der Stadt, in der Deine Geschichte spielt.

Leute, die dort kürzlich Abitur gemacht haben, können dir die exaktesten Informationen geben.
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Re: Abiturprüfung

Beitragvon Sanjar » 07.06.2015, 21:42

Fianna: So, wie ich das verstanden habe, muss den Schülern heutzutage Essen und Trinken in den Prüfungen erlaubt sein. Ich bin mir da nicht sicher und es ist kein Verlass auf diese Aussage, aber uns wurde es so gesagt, dass ab einer gewissen Prüfungslänge den Schülern Essen und Trinken nicht verwehrt werden darf.

Zu den Unterschieden bezüglich der Bundesländer hast du Recht, das habe ich nicht bedacht.
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Re: Abiturprüfung

Beitragvon Alys » 08.06.2015, 07:58

Ich muss eine meiner vorherigen Aussagen revidieren; hab' mich gestern nochmal schlau gemacht:
entgegen meiner bisherigen Annahme gibt es nicht in allen deutschen Bundesländern ein Zentralabitur, sondern in manchen Bundesländern werden die Abiturprüfungsaufgaben auch an den Schulen individuell erstellt.

Das ändert aber nichts daran, dass man das Abitur immer zu einem festen Zeitpunkt und mit den anderen Abiturienten gemeinsam ablegt und zunächst bestimmte Voraussetzungen erfüllen muss, um zum Abi überhaupt zugelassen zu werden. Egal ob man ein hochbegabter Vampir, ein hochbegabter 12jähriger oder ein gerade aus dem Ausland zugezogener Schüler ist. Dem Rektor spontan vorzuschlagen, dass man jetzt gleich das Abi machen will anstatt weiter in die Schule zu gehen - das funktioniert also nicht.
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