Abschied

Liebe, Hoffnung, Romantik

Abschied

 
Es ist etwas alt...ein Fragment aus einer Novelle an der ich geschrieben hab....etwas experimentell, weil...aber das führt zu weit...lest es einfach wenn ihr mögt und Zeit habt.


Abschied

Wenn sie bei ihm war, erfüllte sie seine bloße Anwesenheit mit Glück und Segnung. Wenn er sie aber wieder verließ, schien alle Freude, alles Gute, alles Leben mit ihm, seiner sich langsam in der Ferne auflösenden Gestalt zu verschwinden.
Die Stellen ihres Körpers, die sich eben noch warm und gut von seinem Körper und seiner Berührung angefühlt hatten, schienen sich nun langsam aber stetig auszuhöhlen, und das verschwundene Leben ließ eine klaffende schmerzende Stelle zurück, die ihr nahezu unerträglich schien. Also umarmte sie sich, schlang ihre Arme um ihre Taille um den Nachhall seiner Präsenz festzuhalten. Auch versuchte sie diese Leere mit Erinnerungen zu füllen. Erinnerungen an seine Berührung, seine großen grobe, aber doch sehr sanften Männerhände, sein Lächeln, seine warme dunkle Stimme und die sarkastischen Bemerkungen die er damit machte, seine Arme, die viel zu lang für seinen Körper schienen, seinen fast jugendhaften Elan, wenn ihm eine Idee gefiel und er sich dort hineinsteigern konnte, die Begeisterung die dann in seiner Sprache und seinem Ton mitschwang.
Sie bemühte sich all diese Dinge aufzubewahren in dieser leeren schmerzenden Kammer, sie aufzufüllen, bis er zurückkehren würde und sie wieder erfüllen würde.
Hin und wieder reichte es für eine Weile, die Erinnerung. Dann eignete sie sich als Pflaster und provisorisches Medikament. Manchmal aber auch nicht.
Dann spürte sie auch schon vorher, das es nicht genug sein würde. Dann hatte sie noch mehr Schwierigkeiten ihn loszulassen, klammerte sich dann an seine große Gestalt und wollte in seinem Pullover versteckt mit ihm gehen.
Er musste dann oft lachen und sagte, er wäre doch bald wieder da, was denn los sei, und ob etwas nicht stimme.
Dann ließ sie schließlich los, ließ ihn los und bemühte sich um den Rest Stolz, den sie noch hatte und lächelte mit den Worten, das sie nur nochmal tief seinen Geruch hatte in sich aufnehmen wollen. Das war noch so etwas an ihm. Sie liebte seinen Geruch. Oft hatte sie das Gefühl ohne diesen Geruch nicht mehr leben zu können und fragte sich dann, ob man einen solchen Duft wohl destillieren, künstlich herstellen könnte. Dann würde sie ihn auftragen, in schweren Zeiten. Wie eine Droge benutzen.

Abhängig. Sie wusste das man nicht abhängig von einem anderen Menschen sein sollte. Sie hatte sich das nie für sich vorstellen können. Aber sie hatte Unrecht. Offensichtlich war sie perfekt geeignet für eine Beziehung mit einer solchen Abhängigkeit, war es schon immer gewesen. Denn es hatte wohl nur den richtigen Mann gebraucht, der es herauslockte, diese Schwäche und diese Liebe. Manchmal schämte sie sich deswegen. Sie erinnerte sich, wie sie behauptet hatte, als sie noch jünger gewesen war, das ihr so etwas nie passieren würde. Das sie ihre Unabhängigkeit niemals einbüßen würde, und das der Mann damit schon irgendwie klarkommen müsste.

Und nun? Es kam eben nie, wie man es erwartet hatte .Nun würde sie damit klarkommen müssen.

von SarahGoulden

Re: Abschied

 
Hi!
Ich hab dir schon mal geantwortet, aber irgendwie hat das wohl nicht geklappt :(
Bin neu hier :roll:
Naja jedenfalls hat mir deine Kurzgeschichte, oder dein Novellen-Fragment, oder was auch immer, sehr gut gefallen!
Du hast die Sehnsucht, die deine Protagonistin empfindet, super rübergebracht, vor allem sehr glaubwürdig.
Sprachlich ist dir die Geschichte allgemein auch gut gelungen, mir sind nur ein paar Fehlerchen aufgefallen:
Am Schluss die indirekte Rede: "Dass der Mann schon irgendwie damit klarkommen müsste"
Das "müsste" müsste "müsse" :wink: heißen, wenn ich mich nicht sehr stark irre.
Ansonsten noch kleine Unsicherheiten bei Kommas und "Dass" und "Das".
Ich habe dazu zufällig 8) einen Artikel in meinem Blog, wenn dir grade keine andere Domain einfällt, klick doch mal rein.
Lg, kleinerbiber

von kleinerbiber

Re: Abschied

 
Danke für die Antwort.....und ja, ich neige hin und wieder zu einigen Unsicherheiten Kommatas und Rechtschreibung betreffend....ich hoffe immer mal das es nicht zu gravierend ist, aber danke für den Hinweis. Ich komme mit der neuen Rechtschreibung teilweise einfach nicht so zurecht.

Aber schön das es dir inhaltlich gefallen hat, darum ging es mir ja....wenn das Außenrum ein paar Makel hat, ist das für mich schon okay. Wichtig ist für mich die Substanz und ob die rübergekommen ist.

Klar machen zu derbe Fehler einen Text kaputt, aber über KLeinigkeiten sehe ich manchmal hinweg.....ist so meine Art....

Danke auf jeden Fall für die Kritik und ich werd mir den blog mal durchlesen...

von SarahGoulden

Re: Abschied

 
Wenn er bei ihr war, erfüllte sie seine bloße Anwesenheit mit Glück und Liebe. Wenn er sie aber wieder verließ, schien alle Freude, alles Gute, alles Leben mit ihm, in seiner sich langsam in der Ferne auflösenden Gestalt zu verschwinden.
Die Stellen ihres Körpers, die sich eben noch warm und gut von seinem Körper und seiner Berührung angefühlt hatten, schienen zu erkalten, und das verschwundene Leben ließ eine klaffende schmerzende Stelle zurück, die ihr nahezu unerträglich schien. Sie umarmte sich selbst und schlang die Arme um dieTaille, um den Nachhall seiner Präsenz festzuhalten. Auch versuchte sie diese Leere mit Erinnerungen zu füllen. Erinnerungen an seine Berührungen, an seine großen grobe, aber doch sehr sanften Männerhände. Sein Lächeln, seine warme dunkle Stimme und die sarkastischen Bemerkungen die er damit machte, seine Arme, die viel zu lang für seinen Körper schienen, seinen fast jugendlichen Elan, wenn ihm eine Idee gefiel und er sich in sie hineinsteigern konnte, die Begeisterung die dann in seiner Sprache und seinem Ton mitschwang.
Sie bemühte sich, all diese Dinge aufzubewahren, in dieser leeren schmerzenden Kammer - sie aufzufüllen, bis er zurückkehren würde und sie wieder erfüllen würde.
Manchmal reichte sie für eine Weile, die Erinnerung. Dann war sie das Pflaster und das provisorisches Medikament. Manchmal umsonst.
Dann spürte sie, dass es nicht genug sein würde. Dann hatte sie noch mehr Schwierigkeiten ihn loszulassen, klammerte sich dann an seine große Gestalt und wollte in seinem Pullover versteckt mit ihm gehen.
Er musste dann oft lachen und sagte, er wäre doch bald wieder da, was denn los sei, und ob etwas nicht stimme.
Dann ließ sie ihn gehen, ließ ihn los und bemühte sich um den Rest Stolz, den sie noch hatte und lächelte mit den Worten, dass sie nur ein letztes Mal, tief seinen Geruch in sich aufnehmen hatte wollen. Das war noch so etwas an ihm(?). Sie liebte seinen Geruch. Oft hatte sie das Gefühl, ohne diesen Geruch nicht mehr leben zu können und fragte sich dann, ob man einen solchen Duft wohl destillieren, künstlich herstellen könnte. Dann würde sie ihn auftragen, in schweren Zeiten. Wie eine Droge benutzen.

Abhängig. Sie wusste, dass man nicht abhängig von einem anderen Menschen sein sollte. Sie hatte sich das nie für sich vorstellen können. Aber sie hatte Unrecht. Offensichtlich war sie perfekt geeignet für eine Beziehung mit einer solchen Abhängigkeit, war es schon immer gewesen. Denn es hatte wohl nur den richtigen Mann dazu gebraucht, der es herauslockte, diese Schwäche und diese Liebe. Manchmal schämte sie sich deswegen. Sie erinnerte sich, wie sie behauptet hatte, als sie noch jünger gewesen war, dass ihr so etwas nie passieren würde. Dass sie ihre Unabhängigkeit niemals einbüßen würde, und dass der Mann damit schon irgendwie klarkommen müsste.

liebe @SarahGoulden

Du beschreibst diesen Gefühlsmoment gut. Ich hab mir erlaubt, ein wenig zu ändern, blau-ändern, rot-streichen.

liebe grüße
der Sibirier

von der Sibirier

Re: Abschied

 
Danke für die Kritik...werd den Text mal überarbeiten...... :D

von SarahGoulden

Re: Abschied

 
Hallo SarahGoulden,

ich finde diese Abhängigkeit sehr bildlich und nachvollziehbar beschrieben. Beispielsweise wie sie die Arme um sich selbst schlingt oder seine Geruch einsaugt, um ihn für sich zu bewahren. Gefällt mir wirklich sehr gut.

Was die weitere Kritik betrifft, möchte ich mich auf den letzten Absatz beschränken, da der Sibirier schon viele Details angemerkt hat. Dabei zitiere ich den von ihm korrigierten Text. Hoffe das ist okay.

Abhängig. Sie wusste, dass man nicht abhängig von einem anderen Menschen sein sollte.


Habe etwas gestutzt bei diesem einen Wort, das du hier als Einstieg benutzt. Ist dieser Einstieg überhaupt nötig? Für mein Gefühl könnte man dieses eine Wort weglassen und gleich mit dem nächsten Satz beginnen, diesen aber vielleicht etwas anders formulieren und ihm damit einen etwas anderen Sinn verleihen (falls gewünscht):

Sie wusste, dass man sich von einem anderen Menschen nicht so abhängig machen sollte

Sie hatte sich das nie für sich vorstellen können. Aber sie hatte Unrecht.

Halte ich für überflüssig, da du das ein paar Sätze weiter sowieso nochmal, und zwar sogar ausführlicher, darstellst. Außerdem stimmt beim 2. Satz die Zeitform nicht. Es müsste Plusquamperfekt sein, also: Aber sie hatte Unrecht gehabt. Klingst scheußlich? Ja :? . Wie wär's dann mit: Aber sie hatte sich getäuscht.? Aber eigentlich würde ich das, wie schon gesagt, komplett weglassen.

Sie erinnerte sich, wie sie behauptet hatte, als sie noch jünger gewesen war, dass ihr so etwas nie passieren würde.

Ein wenig umständlich formuliert (Schachtelsatz). Wie wäre es damit: Früher hatte sie immer behauptet, dass ihr so etwas nie passieren würde.

Dass sie ihre Unabhängigkeit niemals einbüßen würde, und dass der Mann damit schon irgendwie klarkommen müsste.

Lass die Füllsel weg, die machen die Aussage für mein Empfinden so schwammig.
Dass sie ihre Unabhängigkeit niemals einbüßen würde, und dass der Mann damit klarkommen müsste.

Hoffe du kannst damit was anfangen. Gibt es die komplette Novelle irgendwo / irgendwann zu lesen? :)

Ellen

von Ellen

Re: Abschied

 
Danke....kann ne ganze Menge damit anfangen....wie gesagt, werde es überarbeiten....die ganze Novelle ist zwar an sich vorhanden, aber noch zu skizzenhaft teilweise....ich weiss nicht wie ich das besser beschreiben könnte.....es fehlt eine gewisse Abrundung der Geschichte....aber ich arbeite immer noch dran.....brauche immer nur elendig lange für sowas.

von SarahGoulden