Alkoholtoleranz bei einem Ex-Drogensüchtigen?

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Alkoholtoleranz bei einem Ex-Drogensüchtigen?

Beitragvon Ankh » 05.10.2015, 09:25

Ich habe einen Charakter, der lange Zeit drogensüchtig war, vor allem Opiate, aber auch sonst alles mögliche, was er so in die Finger kriegen konnte. Dadurch hat er auf solche Stoffe eine recht hohe Toleranz aufgebaut. Gleichzeitig ist er, was Alkohol angeht, ein ziemliches Leichtgewicht, weil er jahrelang kaum welchen getrunken hat und diesbezüglich nicht im "Training" ist, und außerdem ist er eher schmächtig gebaut.
Im Moment ist er drogenmäßig clean, und trinkt sehr selten mal Alkohol. Nur wenn er eben mal trinkt, dann ist er auch von kleineren Mengen sehr schnell sehr betrunken.

Und jetzt frage ich mich, geht das überhaupt? Opiate und Alkohol sind ja verschiedene Substanzen, kann man also von einem viel vertragen und vom anderen kaum was? Oder gibt es da irgendwelche Wechselbeziehungen, so dass Alkohol nichts mehr bewirkt wenn man härtere Sachen gewohnt ist? Wie sieht das aus in der Zeit, wo er noch Drogen genommen hat, hätte ihn da ein Alkoholrausch wegbirnen können, während er von der üblichen Heroindosis noch relativ klar war? Oder besetzt das Heroin dann bereits irgendwelche Rezeptoren, wo der Alkohol dann nicht mehr wirken kann?
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Re: Alkoholtoleranz bei einem Ex-Drogensüchtigen?

Beitragvon anby77 » 05.10.2015, 18:30

Alkohol wirkt im Körper ganz anders als Opiate. Daher denke ich nicht, dass das Eine eine Toleranz für das Andere bewirkt. Allerdings könnte die Drogenerfahrung es Deiner Figur ermöglichen, Ausfallerscheinungen besser zu kompensieren als jemand, der es nicht geübt ist.
Allerdings gehen sowohl die Toleranz gegenüber dem Stoff als auch die Übung darin, die Ausfallerscheinungen zu verbergen zurück, wenn man aufhört. Das ist (hat man mir zumindest in den 1990ern mal beigebracht) für einen großen Teil der Drogentoten verantwortlich; die meisten sterben, wenn sie nach einem Entzug rückfällig werden, weil sie die Dosen, die vor dem Entzug genommen haben, nicht mehr verkraften.
Nachdem, was man mir über die Gefahren von Drogen beigebracht hat, verstärken Alkohol und Heroin ihre Wirkung wechselseitig, so dass durch den Alkoholeinfluss eine normalerweise unproblematische Heroindosis tödlich sein kann. Die Vorstellung, dass jemand, der nur genug H gepusht hat, Alkohol gar nicht wahrnimmt, halte ich für abwegig.
Je größer der Dachschaden, desto schöner der Ausblick zum Himmel.
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Re: Alkoholtoleranz bei einem Ex-Drogensüchtigen?

Beitragvon Ankh » 05.10.2015, 20:31

Vielen dank, dann bin ich ja beruhigt, dass sich das nicht widerspricht. Ist jetzt nicht plotrelevant, aber ich hab gerne ein möglichst rundes Bild von meinen Figuren, und das muss natürlich auch plausibel sein.
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Re: Alkoholtoleranz bei einem Ex-Drogensüchtigen?

Beitragvon SmilingSeth » 05.10.2015, 22:03

Ankh hat geschrieben:Ich habe einen Charakter, der lange Zeit drogensüchtig war, vor allem Opiate, aber auch sonst alles mögliche, was er so in die Finger kriegen konnte.

Zählen Schmerzmittel? Dann kann ich dir die Information aus erster Hand geben.
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