"All You Need Is Love"?

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"All You Need Is Love"?

Beitragvon Pusteblume » 31.10.2015, 17:32

Hallo Liebe Schreiberlinge :) ,

ich brauche eure Hilfe. Für meine Soziologie-Masterarbeit (in der ich eine Online-Gruppendiskussion durchführen werde) möchte ich an dieser Stelle eine Diskussion starten und hoffe, ihr macht mit. Um euch nicht auf die falsche „Fährte“ zu locken, werde ich erst einmal noch nicht erklären, worum genau es in meiner Masterarbeit geht. Nur so viel sei verraten: Ich beschäftige mich mit der Liebe unter soziologischen Gesichtspunkten.

In dieser Diskussion geht es um eure Meinungen. Daher ist, ganz gleich was ihr antwortet, alles richtig. So etwas wie falsche Antworten gibt es hier nicht :wink:

~~~

Wir alle haben sie in Filmen gesehen oder in Romanen über sie gelesen – oder im glücklichsten Fall, habt ihr sie erlebt und gefunden: Die Liebe. In der Fiktion werden ideale Liebesgeschichten dargestellt, zelebriert und ausgelebt.

Was glaubt ihr? Ist die romantische Liebe ein Mythos? Was versteht ihr unter Liebe und Verliebtsein? Was gehört da für euch alles dazu?
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Re: "All You Need Is Love"?

Beitragvon Diavolo » 09.11.2015, 15:55

Zum Beispiel, das Liebesleben der Ameise
Wie viele Leute schreiben und schreiben und auf dem Papier steht immer nichts!
(Johann Friedrich Freiherr Cotta von Cottendorf)
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Re: "All You Need Is Love"?

Beitragvon Badabumm » 09.11.2015, 21:04

Liebe Pusteblume, denk bitte daran, dass die Schreibwerkstatt - und damit diese Diskussion - ziemlich bald nicht mehr aktiv sein wird. Ich würde auf ein anderes Forum ausweichen.

Zum Thema und um mal einen Entrüstungssturm loszutreten: Liebe ist nur ein Hormoncocktail zum Zwecke der Arterhaltung... ;-) ;-)

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Re: "All You Need Is Love"?

Beitragvon Zytra » 10.11.2015, 06:04

Ich denke, es gibt romantische Liebe. Allerdings gibt es sie nicht in einer Weise, wie einen Tisch oder einen Stuhl. Es ist eher wie eine Religion. Es gibt sie, weil Menschen daran glauben, dass es sie gibt. Und auch nur diese Menschen haben die Chance, diese romantische Liebe auch zu finden. Einfach, weil sie die Voraussetzungen dafür schaffen bzw. das "einverlangen", was für sie dazu gehört.
Warnung vor der Fliege! Sie ist grausam und killt euren Monitor, wenn ihr sie erschlagen wollt!
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Re: "All You Need Is Love"?

Beitragvon Deirdre » 10.11.2015, 12:01

"All You Need Is Love"?

Liebe ist bestimmt nicht das einzige, das ein Mensch braucht, aber schon etwas sehr wichtiges. Ich glaube aber nicht, dass es zwangsläufig die romantische Liebe sein muss. Ob es die Liebe zwischen Freunden, zwischen Eltern und Kindern oder zwischen Partnern ist, ist weniger wichtig. Menschen brauchen Menschen.
Die romantische Liebe wie in Filmen und Büchern zelebriert wird, die Liebe zwischen exakt zwei Personen verschiedenen Geschlechts, die ewig glücklich macht und die im Geschlechtsakt gipfelt, bei dem beide gleichzeitig den Höhepunkt erreichen, gibts bestimmt - für Manche. Aber jeder, der mal versucht hat eine Beziehung über längere Zeit aufrecht zu erhalten, weiß, dass Liebe eben nicht nur romantisch und leidenschaftlich ist, sondern vor allem praktisch.
Für alle, die einen Hafen suchen, wenn die Werkstatt schließt: http://die-schreibstube.phpbb8.de/forum
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Re: "All You Need Is Love"?

Beitragvon Ankh » 10.11.2015, 21:40

Badabumm hat geschrieben:Zum Thema und um mal einen Entrüstungssturm loszutreten: Liebe ist nur ein Hormoncocktail zum Zwecke der Arterhaltung... ;-) ;-)


Ich würde behaupten, Verliebtheit ist genau das. Aber Liebe und Verliebtheit sind zwei verschiedene Dinge. Das eine ist wie gesagt das Durchdrehen der Hormone bei einer (vermeintlich) kompatiblen Person. Das andere ist die bewusste Entscheidung, mit einer Person das Leben zu teilen und allerhand andere Dinge mit und für diese Person zu tun. Soviel ich weiß lässt der Hormoncocktail nach einiger Zeit nach. Bis dahin ist aber womöglich zwischen den beiden eine emotionale Bindung entstanden, so dass beide die Beziehung fortführen wollen. Diese emotionale Bindung würde ich dann Liebe nennen.
Und im übrigen finde ich, man sollte auf das Abklingen der Hormondosis warten und den Partner eine Weile durch die normalgefärbte Brille betrachten, bevor man ihn heiratet und Kinder produziert, denn dann gibt es neben den Hormonen wohl auch rationalere (und somit stabilere) Gründe für die Beziehung.
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Re: "All You Need Is Love"?

Beitragvon Badabumm » 10.11.2015, 21:47

Der Cocktail ändert sich. Von der Besessenheitsdosis wechselt er zu einer langfristigen Verbindungsdosis. Aber nichts genaues weiß man noch nicht.
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Re: "All You Need Is Love"?

Beitragvon Pusteblume » 13.11.2015, 16:33

Hallo, vielen lieben Dank an alle die sich bisher zu Wort gemeldet haben :flowers:

@Badabumm:
Liebe Pusteblume, denk bitte daran, dass die Schreibwerkstatt - und damit diese Diskussion - ziemlich bald nicht mehr aktiv sein wird. Ich würde auf ein anderes Forum ausweichen.
Vielen, dank für den Hinweis, habe es mitbekommen. Ich bin immer noch sehr traurig über diese Nachricht, 18 Monate :cry:

@alle:

Ich würde behaupten, Verliebtheit ist genau das. Aber Liebe und Verliebtheit sind zwei verschiedene Dinge. Das eine ist wie gesagt das Durchdrehen der Hormone bei einer (vermeintlich) kompatiblen Person. Das andere ist die bewusste Entscheidung,
Lapidar gesagt, würdest du sagen, dass Liebe eine Entscheidung ist (nämlich die eine emotionale Bindung einzugehen). Würde das im Umkehrschluss bedeuten, wir haben Einfluss darauf, wen wir lieben? Aber ist Liebe nicht oftmals komplizierter - gerade in der Hinsicht, dass wir es uns eben nicht aussuchen können? Was meint ihr, hat man Einfluss darauf wen man liebt?

Wo seht ihr noch den Unterschied zwischen Liebe und verliebtsein, außer den "Hormoncocktail" wie Badabumm es so treffend bezeichnet hat? :lol:

@ Badabumm: Also siehst du Liebe ganz rational als Mittel zur Fortpflanzung bzw. Evolution?

@Zytra:
Ich denke, es gibt romantische Liebe (...) wie eine Religion. Einfach, weil sie die Voraussetzungen dafür schaffen
Kannst du das näher ausführen? Würde das für dich bedeuten, dass Liebe "gemacht" bzw. "geschaffen" wird?

@Ankh:
Und im übrigen finde ich, man sollte auf das Abklingen der Hormondosis warten und den Partner eine Weile durch die normalgefärbte Brille betrachten, bevor man ihn heiratet und Kinder produziert, denn dann gibt es neben den Hormonen wohl auch rationalere (und somit stabilere) Gründe für die Beziehung.
Aber sind nicht ganz oft auch Kinder der Grund dafür, dass Beziehungen aufrechterhalten bzw. stabil werden?

Was glaubt ihr braucht es für stabile Beziehungen? Was gehört für euch zur "Liebe", was macht sie für euch aus?
Zuletzt geändert von Pusteblume am 14.11.2015, 18:27, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: "All You Need Is Love"?

Beitragvon Ojinaa » 13.11.2015, 17:27

Aber Liebe und Verliebtheit sind zwei verschiedene Dinge. Das eine ist wie gesagt das Durchdrehen der Hormone bei einer (vermeintlich) kompatiblen Person. Das andere ist die bewusste Entscheidung, mit einer Person das Leben zu teilen und allerhand andere Dinge mit und für diese Person zu tun. Soviel ich weiß lässt der Hormoncocktail nach einiger Zeit nach. Bis dahin ist aber womöglich zwischen den beiden eine emotionale Bindung entstanden, so dass beide die Beziehung fortführen wollen. Diese emotionale Bindung würde ich dann Liebe nennen.


Verliebtheit ist eine kurzfristige Sache, die auch immer wieder aufflammen kann: Beziehungen, wo das passiert, gelten gemeinhin als besonders glücklich. Und sind es wohl auch.
Romantik geht mit Verliebtheit Hand und Hand - es ist eine kurzfristige Sache. Beziehungen, in denen Verliebheit – und damit Romantik – immer wieder aufflammt, sind nah am dem Wunschbild von Beziehungen.
Liebe ist keine bewusste Entscheidung, sie ist ebenso Ergebnis von Hormonen. (Emotionen sind ja auch kein Geisterwerk, sondern durch die Biochemie in uns erzeugt.) Anders als bei Verliebtheit ist unsere Möglichkeit, sich trotz dieser Hormone gegen das Ausleben der Liebe zu entscheiden, größer. Hier greift dann die Rückkopplung, die "Autosuggestion" - wer sich gegen das Ausleben entscheidet, hilft sich, den betreffenden Hormonspiegel abzubauen, wer sich in dem Gefühl der "unglücklichen Liebe" suhlt, stabilisiert den Hormonspiegel. Umgekehrt gibt es den bekannten Effekt, dass man gelebte Liebe pflegen, also den Hormonspiegel immer wieder "ankurbeln" muss. (Wobei "Hormonspiegel" vereinfacht ist - die Hirn- und Körperchemie operiert nicht nur mit Hormonen.)
Liebe wird durch verschiedene Dinge ausgelöst. Am unmittelbarsten durch Verliebtheit - also einen rein evolutionär erklärbaren Akt der sexuellen Anziehung (Faktoren: Geruch, Bewegung, Aussehen) -, die dann eventuell in Liebe mündet, weil das "Partnerschaftshormon" Oxytocin ausgeschüttet wird. Manchmal wird es auch als erstes ausgeschüttet (wenn man jemanden lange und gut kennt), dann kommt das Verliebtsein danach. Aussuchen kann man sich den Partner für beides nicht – die oben erwähnte Autosuggestion greift zwar, aber eben nicht beliebig.
Eine Beziehung, die nur wegen der Kinder (noch) hält, hält wegen der Kinder, nicht aus Liebe.

Aber all das ist Naturwissenschaft, das hat mit Soziologie nur am Rande zu tun. Liebe ist neben Angst DIE prägende Emotion in allen sozialen Gefügen (manchmal auch dadurch, dass sie fehlt). Als erwünschtes Gefühl (Sehnsuchtsziel Glück) wird sie deshalb immer wieder beschrieben und idealisiert - unter anderem als "romantische Liebe". Erreichbar ist letztere aber nur als Moment, nicht als Dauerzustand. Selbst Liebe schwankt - im Alltag, bei Problemen tritt sie in den Hintergrund, wo sie oft genug auch einfach untergeht, wenn man sie nicht ab und an "füttert".
Es ist nicht wichtig, was man mitbringt, sondern was man dalässt. (Klaus Klages)
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Re: "All You Need Is Love"?

Beitragvon Ankh » 13.11.2015, 21:37

Pusteblume hat geschrieben:Aber sind nicht ganz oft auch Kinder der Grund dafür, dass Beziehungen aufrechterhalten bzw. stabil werden?


Aufrechterhalten der Kinder zuliebe schon, aber stabil werden sie dadurch sicher nicht. Ein Kind wirbelt eine Beziehung ziemlich durch. Wenn die vorher nicht stabil war, wird sie es mit Kind bestimmt nicht, das ist ein Trugschluss.

Lapidar gesagt, würdest du sagen, dass Liebe eine Entscheidung ist (nämlich die eine emotionale Bindung einzugehen). Würde das im Umkehrschluss bedeuten, wir haben Einfluss darauf, wen wir lieben? Aber ist Liebe nicht oftmals komplizierter - gerade in der Hinsicht, dass wir es uns eben nicht aussuchen können? Was meint ihr, hat man Einfluss darauf wen man liebt?


Ja, ich denke schon, dass man sich entscheiden kann. Wir haben vielleicht keinen Einfluss darauf, in wen wir uns verlieben, aber mit wem wir etwas daraus bauen und mit wem nicht, das können wir entscheiden. Das ist auch nicht kompliziert. Man muss nur den Mut haben, den Schmerz auszuhalten, wenn man sich von jemanden trennt, in den man zwar verliebt ist, bei dem man aber weiß, dass es aus welchen Gründen auch immer nicht funktionieren wird. Oder umgekehrt den Willen haben, in eine Beziehung zu investieren, in der gelegentlich mal Stress und Flaute herrscht, wenn der Partner es wert ist.

Was glaubt ihr braucht es für stabile Beziehungen? Was gehört für euch zur "Liebe", was macht sie für euch aus?


Den Willen, daran zu arbeiten. Das klingt jetzt unromantisch, ist es wohl auch. Aber wer drauf hofft, dass die Romantik von alleine kommt und alles richtet, der wird mit seinem Partner wohl nicht alt.
Rechnet nicht auf, nicht die Fehler, die der andere macht, nicht die Opfer, die jeder bringt. Seid verständnisvoll. Seid ehrlich mit euren Plänen und Träumen und versucht die zu verwirklichen, mit denen ihr euch beide gut fühlt. Sucht die Gemeinsamkeiten und genießt sie gemeinsam. Akzeptiert die Unterschiede und gewährt euch dafür die Freiräume, die ihr braucht. Lernt, die Fehler des anderen zu akzeptieren, sowie den Fakt, dass ihr sie nicht ändern werdet. Versucht, euch nicht weh zu tun. Wenn ihr euch weh tut, entschuldigt und verzeiht euch. Wenn ihr euer Leben an der Seite eines bestimmten Menschen verbringen wollt, versucht der Mensch zu sein, an dessen Seite man ein Leben verbringen will. Seid lieb zueinander, tut liebe Dinge füreinander, auch und gerade wenn der Alltag euch auffressen will.
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Re: "All You Need Is Love"?

Beitragvon Pusteblume » 19.11.2015, 12:54

er sich gegen das Ausleben entscheidet, hilft sich, den betreffenden Hormonspiegel abzubauen,
also so wie aus den Augen aus dem Sinn? :lol:

Verliebtheit ist eine kurzfristige Sache
Das ist ein gutes Stichwort :) Was glaubt ihr erhält eine Beziehung am Leben?
Einen Punkt hat Ankh schon angedeutet:
Den Willen, daran zu arbeiten. Das klingt jetzt unromantisch, ist es wohl auch. Aber wer drauf hofft, dass die Romantik von alleine kommt und alles richtet, der wird mit seinem Partner wohl nicht alt

Um auf die Eingangsfrage zurückzukommen, würdest du also sagen, dass die romantische Liebe tatsächlich eher ein Mythos im Alltag ist?
Was meint ihr dazu? Weiß jemand von Gegenbeispielen zu berichten, die über die erste Verliebtheitsphase hinausgehen?

Ein weiterer Faktor in der Liebe ist ja, dass sie sehr persönlich ist.
Wie ist das bei euch? Wie offen seid ihr zum Beispiel zu anderen (Außenstehenden) in Liebesdingen?
Und dürfen andere bei euch mitreden (zum Beispiel Freunde oder die Familie)?
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Re: "All You Need Is Love"?

Beitragvon Ojinaa » 24.11.2015, 09:10

er sich gegen das Ausleben entscheidet, hilft sich, den betreffenden Hormonspiegel abzubauen,
also so wie aus den Augen aus dem Sinn? :lol:

So schnell geht das nicht. Meiner Erfahrung nach leider (wobei "aus den Augen" auch gar nicht zutraf, was die Sache erheblich erschwerte).

Um auf die Eingangsfrage zurückzukommen, würdest du also sagen, dass die romantische Liebe tatsächlich eher ein Mythos im Alltag ist?

Kurz und knapp: Ja, ist es. Liebe mit romantischen Momenten, vielleicht auch vielen - ok. Aber als Dauerzustand? Nein.

Ein weiterer Faktor in der Liebe ist ja, dass sie sehr persönlich ist.
Wie ist das bei euch? Wie offen seid ihr zum Beispiel zu anderen (Außenstehenden) in Liebesdingen?
Und dürfen andere bei euch mitreden (zum Beispiel Freunde oder die Familie)?

Offen? Kann ich so nicht einschätzen; ich habe jedenfalls nicht den Eindruck, da schweigsamer als der Durchschnittsbürger zu sein. Mitreden funktioniert bei mir allerdings nur seeeehr begrenzt, wie bei Introvertierten Leuten immer.
Zuletzt geändert von Ballater am 24.11.2015, 23:54, insgesamt 2-mal geändert.
Grund: Zitatfunktion korrigiert
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Re: "All You Need Is Love"?

Beitragvon Ankh » 24.11.2015, 11:51

würdest du also sagen, dass die romantische Liebe tatsächlich eher ein Mythos im Alltag ist?


Kommt drauf an, was du unter romantischer Liebe verstehst? Ich denke schon, dass die Liebe zu einem Partner sich unterscheidet von der Liebe zu den eigenen Kindern zum Beispiel.

Aber Romantik an sich ist eine Stimmung, die man nicht 24 Stunden am Tag aufrecht erhalten kann, von daher ist sie sicher nicht "Alltag". Man kann sie höchstens immer wieder suchen.

Wie offen seid ihr zum Beispiel zu anderen (Außenstehenden) in Liebesdingen?
Und dürfen andere bei euch mitreden (zum Beispiel Freunde oder die Familie)?


Nein. Ich bespreche meine Beziehungsangelegenheiten eigentlich nur mit meinem Partner, und damit sind wir bisher ganz gut gefahren. Wenn ich solche Dinge nicht mit meinem Partner klären kann, dann hilft es sicher nicht, wenn noch andere da mitreden wollen.
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Re: "All You Need Is Love"?

Beitragvon Desperado » 28.11.2015, 11:27

Romantische Liebe ist meiner Meinung nach ein Mythos.
Romantisch verklärte Verliebtheit muss so sein um Menschen zusammenzuführen. Die Hormone spielen Verückt und alles scheint möglich.
Der Zustand wechselt aber irgendwann in Hass, Schmerz und Trennung oder auch in allmählich auslaufendes Desinteresse oder in eine zweckmäßige oder abhängige Liebe.
Alles nicht so toll :cry:
Zum Glück gibt es aber auch noch die herzenswarme Liebe, bei der sich zwei Menschen wirklich aufeinander einlassen können inkl. ausgelebter, befriedigender Sexualität, Intimität und gelegentlich romantischen Momenten.

Soviel von mir zur Liebe zwischen zwei Menschen ... dann gibt es ja noch die universelle Liebe, die mehr umfasst als nur ein Gegenüber.
... aber das steht auf einem anderen Blatt.
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Re: "All You Need Is Love"?

Beitragvon Tinki » 28.11.2015, 14:41

Fang ich mal ganz oben an..

Liebe - Mythos oder Realität.
Allein die Frage ist schon schwierig zu beantworten, weils je nach Sichtweise dementsprechend viele Ansichten gibt. Gehen wir mal in der Zeit zurück. Anno 100 v. Christi. Wilma & Fred Feuerstein. Haben die beiden (außerhalb der Zeichentrick Serie) Liebe / Gefühle füreinander empfunden? Oder war es eher ... "gezwungene" Zweisamkeit? Wobei "gezwungen" hier durchaus positiv gemeint ist. Fred ging mit seinem Höhlenmensch Kumpel Barney regelmäßig auf Brontosaurus & Mammut Jagd, damit die "Familie" was zum spachteln bekommt, kurzum: Das eigene Überleben sichern.
Bin zwar von Natur aus jemand, der an die Liebe glaubt, nur von der realistischen Seite betrachtet ... Waren Wilma, Fred, Barney und Co vom geistlichen Denken schon soweit, dass sie diese Art von Empfindung ... spüren/führen/benennen konnten? (Mir fallen spontan keine besseren Wörter dafür ein.) Oder war es eher ... ne Art Instinkt, die die Natur ihnen mit auf den Weg gegeben hat?
Ich lehne mich mal weit ausm Fenster und behaupte, Liebe sei das "Neuzeitliche" Wort für Empfindungen, sich geborgen & sicher fühlen, (...).
Neuzeitlich = seitdem Homo sapiens in der Lage ist, sein Denken selbst zu steuern / zu kontrollieren & nicht nur instinktiv handelt.

Unterschiede Liebe & Verliebtsein, siehe Ankhs Beitrag. *anschließ und allpaudier* Schön gesagt, Ankh.

Hat man Einfluss darauf, wen man liebt:
Um diese Frage beantworten zu können, müsste man erst einmal genau klären, WAS Liebe genau ist. Ist sie nur ein Gefühl, nur ein Cocktail voller bunter Hormone, Oder ist sie gar "greifbar"? (Messbar ists, nur auch greifbar? Das man die Stelle im Hirn "herausnehmen" könnte?)
Alles in allem muss mn hier aber auch zwischen Liebe & Verliebtsein unterscheiden. Gerade am Anfang einer Beziehung fühlt es sich gleich an & wird verwechselt. Dabei ist Liebe eher das, was übrig bleibt, wenn alles andere Rosane längst fortgespült wurde. Sozusagen der Mensch in Reinkultur / das nackte Wesen.

Was macht eine gute Beziehung aus:
Das kann man jetzt noch in tausend andere Dinge untergliedern, daher halte ich mich hier kurz und nehm nur 3 Oberbegriffe.
Kommunikation
Rituale
Sex
:P

Wie offen seid ihr & lasst ihr euch reinreden?
Kommt stark auf das Gegenüber (Außenstehenden) an. Es gibt 2 Personen, mit denen red ich ganz offen darüber, wenn was ist. Bei denen weiß ich, dass sie zuhören, ggf. tröstende Worte oder einen Arschtritt kriege. Diese Personen (+ bessere Hälfte) versuchen dann dementsprechend zu helfen. Natürlich red ich in erster Linie mit meiner Regierung drüber. Das sollte immer der erste Anlaufpunkt sein, wenns ein Problem gibt. Sei es mitm Chef, etwas mit dem / den Kind/ern, Partner/in (...).
Als Frau brauch (ich) manchmal auch einfach jemand (Außenstehendes), der mir im besten Falle den Blick aufklärt, der mir nochmal ne andere Sichtweise schildert. Vllt, weil meine gerade verkalkt ist & ich deswegen auf der Stelle trete. :mrgreen: (Der Streit nicht geklärt werden kann, keine Einsicht whatever.)
Ich bin ein Kühlschrank-Zwilling!

Mich zu verstehen ist so, als würde man versuchen Wackelpudding an die Wand zu nageln.
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