Aller Anfang ist schwer. Wird es dann leichter???

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Re: Aller Anfang ist schwer. Wird es dann leichter???

Beitragvon Kelpie » 25.08.2015, 12:30

Wie schon meine Vorredner sagen, auf alles kann man sich nicht konzentrieren. Es gibt Dinge, die sind nebensächlich, und das sind in meinen Augen alle Infodumps. Lass die erstmal einfach weg, du selbst kennst dich ja aus, oder? Schreib so, wie du deine Fanfiction schreiben würdest, alles ist klar, der Leser weiß alles. Und die Erklärungen kommen dann erst in einem zweiten Moment.
Wenn du das Einfügen nicht wild drauflos machst, dann ist so auch die Wahrscheinlichkeit größer, dass du nicht x-mal dasselbe erklärst - das ist mir bei meinem ersten Fantasy-Projekt passiert.

Was die Frage in der Überschrift angeht: Meiner Erfahrung nach wird es sehr viel leichter. Natürlich ist es nie ein Kinderspiel und natürlich tappst du immer wieder in irgendwelche Fallen. Aber nach ein paar Romanen pendelt sich m.E. so ein Grundgespür ein, sodass du nicht mehr völlig entsetzt mit sieben Bällen jonglieren musst, sondern vier recht spielerisch benutzt und die drei anderen mit mehr Sorgfalt später einfügen kannst.

Viele Grüße,
Kelpie
Derweilen ist auf dem Feld schon alles gewachsen, bevor die wussten, warum und wie genau es gedeiht. (Franziska Alber)
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Re: Aller Anfang ist schwer. Wird es dann leichter???

Beitragvon Mindelu » 27.08.2015, 17:47

Hey,

ja das kenne ich auch was du beschreibst.

Ich hatte mich damals gleich an ein Roman gesetzt, und in meinem Kopfkino hat der auch super funktioniert, doch dann fing ich an zu schreiben und hab es bis heute nicht geschafft, da einen guten Start zu schaffen, einfach weiß es mir bei der Geschichte unglaublich schwer viel, den richtigen Einstieg zu finden, wo die Geschichte starten sollte.
Ich hab es dann irgendwann nach 3 Monaten oder so einfach aufgegeben.
Dann hab ich mir einige Zeit die Wunden geleckt und hab dann mit was neuem angefangen, das mir schon bedeutet leichter viel.
Da war allerdings das Problem, das ich auch wie du, versucht hab sofort an alles gleichzeitig zu denken und hab um es genau zu sagen wirklich jeden Handgriff beschrieben.

Also nicht nur er griff zum Schwert, sondern:

er senkte seinen Arm bis die Hand den Schaft des Schwertes erreichte und zog es hervor..... :doh:

Das ist in einigen Szenen wohl erforderlich, doch ich musste mich da nachträglich beim ersten Korrekturdurchgang, den ich zum Anfang meiner Schreiberei immer während des Schreibs zwischendurch gemacht habe. Das hat mir persönlich sehr geholfen, weil ich dadurch schneller gelernt hab und einige fatale Fehler nicht im ganzen MS gemacht hab, sondern nur in den ersten 5 Kapiteln.

Dann muss ich auch sagen hängt es ganz von der Geschichte ab. Ich habe festgestellt, das es Geschichten gibt, die irgendwie etwas zäh zu schreiben sind, dann gibt es Geschichten die man einfach so runter schreibt, als würde man den Text irgendwie von irgendwo downloaden. Das macht mir persönlich am meisten Spaß, weil sich die Geschichte einfach von selbst schreib und ich nicht grübelnd davor sitze und denke, wie soll es jetzt weiter gehen. Ich muss dazu sagen, das ich nur eine ganz grobe Plotterin bin und eher aus dem Bauch herraus schreibe.

Ich finde definitiv, das es einfacher wird. Eben auch, weil man bestimmte Fehler später einfach nicht mehr macht und somit wird man immer besser. Grade auch das Korrigieren wird dann mit unter sehr viel leichter.

Aber es ist auch Tagesformabhängig, manchmal schreibe ich wie im Rausch und knall innerhalb von 2 Std, die mir vorkamen wir 20 Minuten, nen dicken Text hin, der sogar recht brauchbar ist. Dann gibt es wieder Tage, wo ich vor dem Bildschirm sitze, meinen Bleistift durchnage und irgendwie nichts schaffe und wenn ich dann einen kleinen schwallähnlichen Schreibanfall kriege und ich es dann geschafft hab 150 Wörter am Stück zu schreiben, bekomm ich fast Pipi in den Augen vor Freude... :XD:
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Re: Aller Anfang ist schwer. Wird es dann leichter???

Beitragvon Feuerfeder » 30.08.2015, 23:36

Hallo schreiberling,

ich glaube, du stehst dir da selbst im Weg. Klar ist der Anfang nicht leicht, bzw. den Punkt zu finden, wo er passt. Ich finde aber, du hast dir schon einen guten Punkt ausgesucht.
Und du musst nicht in der ersten Szene gleich alles anreißen, was in deiner Geschichte eine Rolle spielt.
Auch das hast du meiner Meinung nach gut hinbekommen.
Du hast sowohl die beiden Hauptpersonen in ihrem grundsätzlichen Charakter sowie ihre Beziehung untereinander erfasst. Mit Details füllen kannst du das später immer noch. Und wirst du auch, mit jeder einzelnen Interaktion wird das Bild ja klarer. Dazu brauchst du noch nicht mal genau darauf achten, sie so oder so darzustellen, solange du sie und ihren Umgang miteinander kennst, wird das ganz von selbst einfließen.
Es wird auch klar, dass es eine Phantasiewelt ist, die einen großen Umbruch hinter sich hat und noch mit den Nachwirkungen zu kämpfen hat. Auch das Thema Götter und das Magiesystem schneidest du bereits an. Alles weitere kannst du dann einführen, wenn es relevant wird. Also die fremden humanoiden Rassen auf jeden Fall.

Und wenn es dir immer noch wie ein Riesenberg vorkommt, hilft es vielleicht, dir Etappen vorzustellen. Mal dir aus, wie du irgendwann am Gipfel des Everest stehst, genieß die Vorstellung. Aber versuch nicht, in einem Sprung nach oben zu kommen, das ist eh unmöglich. Hangel dich von Lager zu Lager, einer Nacht zur nächsten, einem Kapitel zum nächsten, von Szene zu Szene.
Das schöne ist ja, dass du die Geschichte quasi immer weiter entwickelst. Je mehr du geschrieben hast, desto mehr hast du, worauf du dich zurückbeziehen kannst, so wie bei Fanfiktions auf das Originalwerk.

Ich arbeite auch gerade an meiner ersten längeren Geschichte. Schon seit ein paar Jahren, und ich habe bisher erst drei Szenen vom Anfang und einige Fetzen mittendrin, die ich eh noch mal werde umschreiben müssen. Ich hatte erst vor ein paar Wochen einen Durchbruch und habe nach mehr als einem Jahr endlich wieder eine längere Szene geschrieben. Und festgestellt, dass sich einiges beim Schreiben von selbst ergibt, wenn man es lässt.
Und ich bin überzeugt, dass ich die Geschichte zu Ende schreiben werde und dass es mir danach leichter fallen wird, längere Werke zu beenden, da ich eine ähnliche Erfahrung schon mit dem Beenden von Kurzgeschichten gemacht habe.

Liebe Grüße
Feuerfeder
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Re: Aller Anfang ist schwer. Wird es dann leichter???

Beitragvon Samira-Jessica » 05.09.2015, 14:07

Hallo Schreiberling und an die anderen,

seit Tagen stoße ich schon immer wieder auf dieses Thema, weil ich es irgendwie sehr interessant finde.
Vielleicht weil ich mich im Moment mit meinem Projekt genauso fühle, auch das ist noch immer im Aufbau und noch nicht mal der Rohbau, der Plot, ist auch nur ansatzweise fertig, er ist noch nicht mal angefangen. Ebenso wie die Welt und die Charaktere, da bist du schon viel weiter als ich.

schreiberling hat geschrieben:Ich habe da mal eine Frage.

Meine bisherigebn längeren Schreibprojekte waren ja alle Fanfiction. Nun habe ich mich das erste Mal drangemacht, ein selbstkreiertes Projekt zu schreiben, ein High Fantasy Text in Romanlänge.


Vor einiger Zeit dachte ich eine freie, eigenen, Geschichte sei einfacher zu basteln, weil man sich dann nicht erst intensivst mit dem Film oder dem Buch, zu dem man eine Fanfic. schreiben möchte, befassen muss aber langsam beginne ich daran zu zweifeln. Bei einer eigenen Geschichte muss man sich alles neu ausdenken, bei einer FF hat man schon viele Vorgaben, die man dann nur noch mit dem eigenen Werk praktisch verbinden muss, oder andersrum.

Trotzdem, finde ich, macht es mir großen Spaß mich erstmal mit den Bausteinen für eine gute Geschichte auseinanderzusetzten und sie nach und nach mit meinen Ideen zu füllen..
Wenn man die Bausteine kennt und versteht, denke ich schon dass es leichter wird, weil man dann weiß, was zu tun ist ... (Erinnert mich gerade an Mathe xD Anfangs sieht jede neue Rechenart ect. aus unverständlich und unlösbar aus, aber wenn man den Bogen erstmal raus hat, kann es gar kinderleicht und langweilig sein! ^^)

Aber das, glaub ich war gar nicht so deine Frage, oder?

Dafür hab ich jetzt ein paar, zu dem, was du da geschrieben hast, was ich übrigens sehr interessant finde!
schreiberling hat geschrieben:Ich arbeite mich nun seit Monaten an dem ersten Kapitel ab, habe leider da ich an Depressionen auch immer mal wieder Konzentrationsprobleme, was es nicht einfacher macht, und stelle fest, dass ich es unglaublich anspruchsvoll finde den Einstieg zu machen. [...]

Nun ist das aber ein originales Projekt und ich komme mir vor wie jemand der versucht 7 Bälle gleichzeitig zu jonglieren. Also ich schreibe an einem Dialog und muss dabei so viele Dinge im Hinterkopf behalten um sie passend einbringen zu können.

Folgende für die Geschichte wichtige Elemente müssen eingeführt oder zumindest angedeutet werden, ohne den Leser mit Infodump zu überfordern und langweilen, ohne ihn zu verwirren, sondern so, dass diese Elemente Interesse auf die ganze Geschichte erregen und lust machen mit mir als Autor einfach Zeit in dieser Welt zu verbringen.:

*Mehrere Hauptpersonen
*Die sozialen Beziehungen der Hauptpersonen untereinander
*Eine ganze selbsterschaffene Welt mit 3 humanoiden Rassen (zwei selbst erfunden) mit einem Land, einer Stadt, einem derzeit bestehenden politischen und sozialen Sytem, das nach einer grossen Umwälzung nicht so stabil ist, wo es komplexe politische, soziale und religiöse Konflikte gibt
*Real existiernde Götter mit verschiedenen Motiven/verschiedene religiöse Strömungen
*ein Magiesystem
*Mehrere Ebenen von geschichtlichen Ereignissen, die für Plot und Charaktere zentral relevant sind.


Warum verteilst du die Infos nicht auf die ganze Geschichte? Dann hast du keinen Infodump am Anfang.

schreiberling hat geschrieben:Das Gerüst des Plots für die gesamte Geschichte steht derzeit grob, ist aber in Details noch in Entwicklung. Zu allem Überfluss habe ich mich auch noch stur entschlossen, nicht etwas "einfaches", lineares zu machen sondern die Geschichte auf 2 Zeitebenen stattfinden zu lassen, ein Mal die Jetzt Zeit, in der auch der Einstieg stattfindet, und dann Geschehnisse in der Vergangenheit, die einer der Protas den zwei anderen erzählen wird, und die zu dem Zustand der Welt der jetzt-Zeit und den Konfliten dort geführt haben.


Das mit den Zeitebenen hört sich interessant an! Du musst dir nur überlegen, wie du sie aufteilst. (Z.B. ein Kapitel in der Gegenwart, das andere in der Vergangenheit usw.)

schreiberling hat geschrieben:Schön langsam habe ich den Eindruck, dass ich mir da für einen relativen Schreibanfänger ein etwas sehr komplexes und anspruchsvolles Projekt auf den Teller geladen habe, und das wo mein Kopf auch nicht immer so ganz fit ist und ich der Typ bin der wenn er etwas macht das auch gut und auf zumindest semiprofessionellem Niveau machen will..... 8)

Ich fühle mich im Moment ein bischen wie ein Hobbywanderer, der sich ins Basislager des Mt. Evererst verirrt hat und da nun raufschaut und anfängt zu realisieren, `oh Gott`

Ging mir auch so aber mein Projekt liegt mir so sehr am Herzen, dass ich es nicht aufgeben will und mich jetzt eben durch die ganzen Bausteine arbeite, die eine gute Geschichte braucht, damit ich meine miteinflechten kann.
Will sagen: Bleib einfach dran, wenn dir das Projekt so am Herzen liegt!

Wie lange trägst du die Idee denn schon mit dir rum?
Ich schon Jahrelang...
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Re: Aller Anfang ist schwer. Wird es dann leichter???

Beitragvon Samira-Jessica » 15.10.2015, 14:59

Samira-Jessica hat geschrieben:Wenn man die Bausteine kennt und versteht, denke ich schon dass es leichter wird, weil man dann weiß, was zu tun ist ... (Erinnert mich gerade an Mathe xD Anfangs sieht jede neue Rechenart ect. aus unverständlich und unlösbar aus, aber wenn man den Bogen erstmal raus hat, kann es gar kinderleicht und langweilig sein! ^^)

Kurzes Edit: Ich glaube es ist eigentlich immer gleich viel Vorarbeit wenn man die Bausteine schon kennt.
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Re: Aller Anfang ist schwer. Wird es dann leichter???

Beitragvon Justin » 15.10.2015, 15:56

Auch wenn man alle Bausteine kennt, wird es nie "leicht" sein eine Geschichte zu schreiben, denn die eigene Ansprüche wachsen ja mit. Dann fängst du an mit neuen Elementen und Stilrichtungen zu spielen, die wiederum neue Schwierigkeiten mit sich bringen...
You can observe a lot just by watching.
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