[Nachdenk] Am Ende des Colorado Rivers

Gesellschaft, Kritik, Philosophisches

[Nachdenk] Am Ende des Colorado Rivers

Beitragvon ESchen » 15.08.2015, 16:40

Hallo zusammen

Mal was Spontanes, was mir eingefallen ist.

---

Am Ende des Colorado Rivers

Am Ende des Colorado Rivers denke ich zurück an den Anfang.

Ich stand am Flussufer. Um mich herum türmte sich hoher, rot gefärbter Fels in die Höhe. Es musste tausende Jahre gedauert haben, bis sich der Fluss so tief in den Stein gegraben hatte und diese eindrücklichen Felsformationen entstanden waren. Jedes Mal von neuer Ehrfurcht gepackt, blickte ich den Flusslauf entlang. Die Sonne brannte mir auf den Schädel und ich rückte mir mein Base-Cap zurecht.

Die Touristen, die neben mir ihre Schwimmwesten anzogen, schwatzen laut. Die Kinder lachten und zankten wild und ausgelassen. Ich half ihnen bei den Schnallen. Die Westen waren zu gross.
„Alle herhören!“, rief ich mit fester Stimme, um der Lage Herr zu werden.
„Wir teilen uns zu drei Gruppen auf. Die Millers bitte rechts von mir, die Johnson Familie bitte auf die linke Seite.“ Die einzelnen Paare teilte ich auf ein separates Schlauchboot ein, oder füllte Plätze in den übrigen Booten aus.

„Denkt daran, bei den Stromschnellen gibt es keine Wars!“ Verwirrte Gesichter starrten mich an. Sie wussten nicht, was ich damit meinte, aber niemand traute sich zu fragen.
„Mama, was ist ein War?“, richtete ein leicht dicklicher Junge seinen Blick auf die Eltern.
„Du musst dem Mann jetzt gut zuhören, Schatz. Er wird es gleich erklären.“ Sie strich dem Kind über den Kopf und sah mich mit einem entschuldigenden Lächeln an.
„Wir nennen es River Wars – Flussschlachten. In den Booten befinden sich Kübel, die ihr als Wasserbomben benutzen könnt. Gestern haben wir die Sammy‘s Colorado Tour Boote besiegt. Die wollen eine Revanche.“ Ich zwinkerte dem Jungen zu.
„Achtet auf die Stromschnellen und auf die Kinder. Und am wichtigsten! Habt Spass!“ Mit angetäuschter Euphorie klatschte ich in die Hände und animierte die Touristen ins Wasser zu waten und in die bereitstehenden blauen Schlauchboote zu steigen. Gleichzeitig mit meinen Kollegen, welche die anderen beiden Boote führten, schob ich sie in tieferes Gewässer und zog mich über die Gummireling ins Innere.

„Jeder nimmt ein Paddel. Gut so“, bekräftigte ich den Jungen lachend. „Du hast ja richtig Muckies.“ Das Kind kicherte verlegen. Meine beiden Ruder stiessen tief und in schnellem Takt ins Wasser. Die kurzen Plastikpaddel der Touristen machten sich kaum bemerkbar, aber sie bekamen das gute Gefühl, dass wir eine Einheit bildeten. Der rote Fluss zeigte sich eindrücklich breit und die harmlosen Stromschnellen entlockten den Leuten freudige Jauchzer.

Nur noch drei Tage und sechs Ausfahrten, dann war der Sommer vorüber und die Saison zu Ende. Die Boote wären dann vom Fluss verschwunden, aber er würde sich trotzdem gnadenlos weiter schlängeln, bis er in Mexiko ins Meer mündete.

„River Waaar!“, rief ich laut und ruderte wie ein Verrückter, als die ersten roten Boote von Sammy‘s Colorado Tour in Sichtweite gerieten. Sie stiessen sich ein paar Dutzend Fuss weiter von den Ufern ab. Die Touristen bewaffnen sich mit den Kübeln und Kannen. Sie hatten schnell erkannt, worum es in diesem Spiel ging. Die Kinder quietschten vor Vergnügen, als das Spritzen und Planschen begann. Die Gruppendynamik schweisste die drei blauen Boote so eng zusammen, dass sie sich gemeinsam auf eines der roten stürzten. Wasser spritzte klatschend über den Gummi und in die Gesichter der Leute, Gejauchze und Geschrei kam nun auch von den Erwachsenen. Sie amüsierten sich prächtig für ihr Geld.

Die Vorfreude packte mich. Mit dem Verdienst durch diesen Sommerjob konnte ich endlich meine Weltreise fortsetzen. Es drängte mich dem Flusslauf zu folgen, bis ich das Meer erreichte. Von dort aus würde ich schon sehen, wie es weiter ging. Vielleicht konnte ich auf einem Frachter anheuern.

Nun stehe ich da, am Ende des Colorado Rivers, in Mexiko. Ich blicke den Flusslauf entlang. Enttäuschung und Wut überfallen mich.
Die Ödnis der Wüste breitet sich vor mir aus. Das Meer ist noch hundertfünfzig Meilen entfernt. Was ist geschehen?
Ich bücke mich zu dem kleinen Rinnsal hinab, das mehr einem mit der Giesskanne ausgeleerten Schluck Wasser gleicht, als einem Rinnsal. Hartnäckig schiebt eine kleine Wasserzunge, keine zwei Finger breit, ein paar verdorrte Gräser vor sich her. Eine winzige Schaumkrone bildet sich davor wie ein Wall, der sich auftürmt. Dann bleibt das Rinnsal plötzlich stehen. Es kommt nicht weiter, es hat keine Kraft dazu. Ich erhebe mich wieder, der feine Wüstensand rieselt durch meine Finger und ich blicke in die Ödnis am Ende des Colorado Rivers.
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Re: [Nachdenk] Am Ende des Colorado Rivers

Beitragvon Shadowfly » 16.08.2015, 15:33

Hallo ESchen,

mir hat deine Kurzgeschichte sehr gefallen, vor allem, da dein Schreibstil die Szene auch sehr unterstützt. Mir gefiel besonders, dass du die Geschichte praktisch zu einem Kreis schließt und somit eine Einheit bildest, indem du das Ende deiner Geschichte am Anfang einbindest. Mir ist aufgefallen, dass du generell ß gegen ss austauschst, aber ich vermute mal, dass es daran liegt, dass du kein ß auf deiner Tastatur hast. (So eine Tastatur hatte ich auch mal.) Hier ein paar kleine Anmerkungen von mir, sonst kann ich deine Geschichte wirklich nur loben.

ESchen hat geschrieben:Am Ende des Colorado Rivers denke ich zurück an den Anfang.


Der Satz steht etwas vereisamt da. Du könntest ihn etwas einrahmen, indem du zum Beispiel beschreibst, wie dein Protagonist an den Felswänden entlang läuft und in die Ferne blickt, wo er das Meer erwartet und dabei erkennt, dass er am Ende des Colorado Rivers angekommen ist.

ESchen hat geschrieben:Um mich herum türmte sich hoher, rot gefärbter Fels in die Höhe. Es musste tausende Jahre gedauert haben, bis sich der Fluss so tief in den Stein gegraben hatte und diese eindrücklichen Felsformationen entstanden waren.


"hoher" und "Höhe" sind eine Wiederholung. Ich würde ersteres weglassen. Und wenn du das "entstanden waren" gegen ein "schuf" ersetzt, wird ein besserer Zusammenhang zwischen den beiden Satzteilen geschaffen.

ESchen hat geschrieben:Die Touristen, die neben mir ihre Schwimmwesten anzogen, schwatzen laut. Die Kinder lachten und zankten wild und ausgelassen. Ich half ihnen bei den Schnallen. Die Westen waren zu gross.


Die ausgelassene (Urlaubs-)Stimmung wird hier sehr deutlich, was ich super finde, nur dass "die Westen zu groß seien" als alleinstehender Satz dasteht, macht auf mich den Eindruck, als würden es etwas bedrohliches ankündigen. Zum Beispiel, dass ein Passagier über Bord geht und droht zu ertrinken. Aber womöglich kommt mir das auch nur so vor.

ESchen hat geschrieben:„Wir teilen uns zu drei Gruppen auf.


"Wir teilen uns in drei Gruppen auf."

ESchen hat geschrieben:Mit angetäuschter Euphorie klatschte ich in die Hände


"Angetäuscht" ist wohl nicht ganz was du ausdrücken wolltest. "Vorgetäuscht" passt da etwas besser in den Satz.

ESchen hat geschrieben:„Jeder nimmt ein Paddel. Gut so“, bekräftigte ich den Jungen lachend. „Du hast ja richtig Muckies.“ Das Kind kicherte verlegen. Meine beiden Ruder stiessen tief und in schnellem Takt ins Wasser. Die kurzen Plastikpaddel der Touristen machten sich kaum bemerkbar, aber sie bekamen das gute Gefühl, dass wir eine Einheit bildeten. Der rote Fluss zeigte sich eindrücklich breit und die harmlosen Stromschnellen entlockten den Leuten freudige Jauchzer.


Die Stelle hebt hervor, wie sich dein Protagonist an die Passagiere anpassen kann und somit in dem was er tut, gut ist. Also super beschrieben.

ESchen hat geschrieben:Sie stiessen sich ein paar Dutzend Fuss weiter von den Ufern ab. Die Touristen bewaffnen sich mit den Kübeln und Kannen.


Mir fehlt hier ein "unten", sprich: "Sie stiessen sich ein paar Dutzend Fuss weiter unten von den Ufern ab." Außerdem bist du im nachfolgende Satz in eine andere Zeit gerutscht. (bewaffnen = bewaffneten)

ESchen hat geschrieben:Wasser spritzte klatschend über den Gummi und in die Gesichter der Leute, Gejauchze und Geschrei kam nun auch von den Erwachsenen.


Die beiden Sätze kannst du ruhig mit einem Punkt trennen, oder aber du verbindest sie, wenn du das heraufspritzende Wasser als Ursache mehr hervorheben willst. ("und in die Gesichter der Leute, sodass nun auch von den Erwachsenen Gejauchze und Geschrei kam.")

ESchen hat geschrieben:Vielleicht konnte ich auf einem Frachter anheuern.


Durch das "Vielleicht" wird es zu einer Frage. Dementsprechend mit einem Fragezeichen den Satz beenden. Sonst zeigt dies auch wieder die Flexibilität des Protagonisten und man kann sich wunderbar ausmalen, wie er durch die Welt reist.

ESchen hat geschrieben:Nun stehe ich da, am Ende des Colorado Rivers, in Mexiko. Ich blicke den Flusslauf entlang. Enttäuschung und Wut überfallen mich.
Die Ödnis der Wüste breitet sich vor mir aus. Das Meer ist noch hundertfünfzig Meilen entfernt. Was ist geschehen?
Ich bücke mich zu dem kleinen Rinnsal hinab, das mehr einem mit der Giesskanne ausgeleerten Schluck Wasser gleicht, als einem Rinnsal. Hartnäckig schiebt eine kleine Wasserzunge, keine zwei Finger breit, ein paar verdorrte Gräser vor sich her. Eine winzige Schaumkrone bildet sich davor wie ein Wall, der sich auftürmt. Dann bleibt das Rinnsal plötzlich stehen. Es kommt nicht weiter, es hat keine Kraft dazu. Ich erhebe mich wieder, der feine Wüstensand rieselt durch meine Finger und ich blicke in die Ödnis am Ende des Colorado Rivers.


Ein wirklich wunderschöner Schluss, der nochmal Bezug zum Anfang nimmt und eine Wende beinhaltet, die auch etwas kritisch der Welt gegenüber steht. Gefällt mir sehr. Du hast die Szene sehr schön beschrieben, sodass man das Gefühl hat es wirklich vor Augen zu sehen. Die Wut und Enttäuschung, dass der Fluss so austrocknete ist nachvollziehbar, gerade weil man eine schöne Erinnerung mit dem Protagonisten teilen konnte. Man fragt sich zusammen mit deinem Prota wie es dazu kam, dass der Fluss austrocknete. Ein wirklich gelungener Schluss.

Liebe Grüße
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Re: [Nachdenk] Am Ende des Colorado Rivers

Beitragvon Zukunftsträumer » 18.08.2015, 21:48

Guten Abend, ESchen!

Beim Durchstöbern des Forums bin ich an deiner Geschichte hängengeblieben. Ich habe sie auch gelesen und möchte dir nun meine bescheidene Meinung dazu mitteilen!

Deine KG hat mir gut gefallen. Ich war regelrecht gespannt, was sich hinter dem vielversprechenden Titel verbergen mochte. Das es eine Geschichte sein würde, in der Bootstouren für vom Alltag gestresste Erwachsene mitspielen, damit hatte ich ehrlich gesagt nicht gerechnet! :wink: Aber die scheinen ja nur ein "Nebenprodukt" in der Story zu sein.

ESchen hat geschrieben:Mal was Spontanes, was mir eingefallen ist.


Spontan finde ich immer gut. Ab und an habe packen mich auch spontane Ideen, die sich leider aber auch ab und an schnell wieder verabschieden, sodass am Ende eine Geschichte übrig bleibt, die man keinem zumuten kann. :XD:

ESchen hat geschrieben:Es musste tausende Jahre gedauert haben, bis sich der Fluss so tief in den Stein gegraben hatte und diese eindrücklichen Felsformationen entstanden waren.


"eindrucksvollen" statt "eindrücklichen" ?

ESchen hat geschrieben:Die Touristen, die neben mir ihre Schwimmwesten anzogen, schwatzen laut.


Schwatzten laut oder sind wir jetzt im Präsens?

ESchen hat geschrieben:Ich half ihnen bei den Schnallen. Die Westen waren zu gross.


Ich half ihnen beim Zuschnallen der Westen, die viel zu groß waren. (Als Vorschlag)

Zunächst wollte ich noch und auch später an anderen Stellen des Textes auf die Sache mit dem "ss" und dem "ß" eingehen, habe aber gesehen, dass du aus der Schweiz kommst und...alles gut! :lol:

ESchen hat geschrieben:Die Millers bitte rechts von mir, die Johnson Familie bitte...


Johnson-Familie

ESchen hat geschrieben:„Mama, was ist ein War?“, richtete ein leicht dicklicher Junge seinen Blick auf die Eltern.


Klingt für mich etwas komisch. Wie wäre es mit: "Mama, was ist ein War?", fragte ein leicht dicklicher Jungen und schaute seine Eltern mit großen Augen an.

ESchen hat geschrieben:„Wir nennen es River Wars – Flussschlachten.


Die Übersetzung ist hier m.M.n etwas missglückt. Wenn man's genau nimmt, heißt "War" ja "Krieg" und "Schlachten" heißen "battles". Es müsste also River Battles heißen, wenn schon. Andererseits frage ich mich, warum diese Übersetzung überhaupt gebracht wird. Ich nehme jetzt mal an, dass es auch Amerikaner sind, die dort in der Geschichte spielen und der Einfachheit halber, hast du gleich das Erzählte aus dem Englischen ins Deutsche "übersetzt", aber die Amerikaner werden ja wohl wissen, was "Wars" sind. Diese Erwähnung der deutschen Übersetzung würde ich somit weglassen und wenn du es reinnimmst, passt es eher in die Geschichte, wenn diese von einem allwissenden Erzähler erzählt wird und nicht von einem Ich-Erzähler.

ESchen hat geschrieben:In den Booten befinden sich Kübel, die ihr als Wasserbomben benutzen könnt. Gestern haben wir die Sammy‘s Colorado Tour Boote besiegt. Die wollen eine Revanche


Dass die Amerikaner im Großen und Ganzen nur Blödsinn im Kopf haben, ist mir bekannt, aber...machen die das wirklich?

ESchen hat geschrieben:Ich zwinkerte dem Jungen zu.


Warum zwinkert er dem Jungen zu? An der Stelle hatte ich es als Scherz aufgenommen, was ja, wie man später erfährt, ja nicht die Wahrheit ist. Eventuell weg?

ESchen hat geschrieben:Und am wichtigsten! Habt Spass!“


Und am wichtigsten: Habt Spaß!

ESchen hat geschrieben:„Jeder nimmt ein Paddel. Gut so“, bekräftigte ich den Jungen lachend. „Du hast ja richtig Muckies.“ Das Kind kicherte verlegen. Meine beiden Ruder stiessen tief und in schnellem Takt ins Wasser.


Hier würde ich nach dem lachenden Jungen einen Absatz machen.

ESchen hat geschrieben: Sie stiessen sich ein paar Dutzend Fuss weiter von den Ufern ab.


Diesen Satz finde ich schrecklich. Entweder du schreibst nur, dass sie sich abstießen oder lässt ihn ganz weg!

ESchen hat geschrieben:Wasser spritzte klatschend über den Gummi und in die Gesichter der Leute, Gejauchze und Geschrei kam nun auch von den Erwachsenen.


Nicht über das Gummi?

ESchen hat geschrieben:...Gejauchze und Geschrei kam nun auch von den Erwachsenen.


Gejauchze? Wie wäre es mit Gelächter?

ESchen hat geschrieben:Nun stehe ich da, am Ende des Colorado Rivers, in Mexiko. Ich blicke den Flusslauf entlang. Enttäuschung und Wut überfallen mich. Die Ödnis der Wüste breitet sich vor mir aus. Das Meer ist noch hundertfünfzig Meilen entfernt. Was ist geschehen? Ich bücke mich zu dem kleinen Rinnsal hinab, das mehr einem mit der Giesskanne ausgeleerten Schluck Wasser gleicht, als einem Rinnsal. Hartnäckig schiebt eine kleine Wasserzunge, keine zwei Finger breit, ein paar verdorrte Gräser vor sich her. Eine winzige Schaumkrone bildet sich davor wie ein Wall, der sich auftürmt. Dann bleibt das Rinnsal plötzlich stehen. Es kommt nicht weiter, es hat keine Kraft dazu. Ich erhebe mich wieder, der feine Wüstensand rieselt durch meine Finger und ich blicke in die Ödnis am Ende des Colorado Rivers.


Ein überraschendes, aber auch ein schönes Ende, weil es eben so nicht vorherzusehen war. Was mich an dieser Szene gestört hat oder besser gesagt, an der ganzen Geschichte, nein vielmehr, erst am Ende, ist die Tatsache, dass ich aus dem Ich-Erzähler nicht ganz schlau werde. Wer ist er? Was stellt er da? Ein Mensch ohne festen Wohnsitz, der durch die Welt reist und dort, wo er gerade ist, Jobs annimmt um an geld zu kommen, um seine Weltreise fortzusetzen. Was mich am Ende explizit störte war, dass er, der ja, so wie sich es beim Blick in die Vergangenheit schien, so erfahren war, auf diesen Touren und es sich anhörte, als mache er es schon so lange, am Ende völlig überrascht war, dass das Ende des Colorado-Rivers nicht das war, was er sich ausgemalt hatte. Das er ausgetrocknet war. Und ich denke, dass jeder, der mit diesem Fluss zu tun hat, ob nun Einheimischer oder Weltreisender auf der Durchreise, darüber informiert sein sollte, sich Informationen darüber eingeholt hat, dass der Colorado nur sehr selten sein Ziel, den Golf von Kalifornien erreicht.
Was mir bei allem aber gefallen hat, auch wenn sich das jetzt nicht nett anhört, dass diese Enttäuschung des LI's gut nachzuvollziehen ist, wenn man dies aber auch noch genauer hätte machen können, was wiederum zum restlichen, recht schnellen, kurzen Erzählstil wieder nicht gepasst hätte. Andererseits passte die Erzählform ja auch nicht zum Rest der Geschichte... :thinking:


Fazit am Ende: eine gute, kurze Geschichte. Es war jetzt nicht die Geschichte, die mich gefesselt oder begeistert hat, da habe ich bessere gelesen. Aber für eine spontane Arbeit ist sie doch gut gelungen mit Potential zur Steigerung und ich habe sie gerne gelesen und kommentiert.

Vielen Dank dafür und einen schönen Abend wünscht,

der
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Re: [Nachdenk] Am Ende des Colorado Rivers

Beitragvon ESchen » 19.08.2015, 20:45

Hallo Shadowfly

Wow, vielen Dank für das Lob.

Mir gefiel besonders, dass du die Geschichte praktisch zu einem Kreis schließt und somit eine Einheit bildest, indem du das Ende deiner Geschichte am Anfang einbindest.


Echt? Das war zwar meine Intention aber ich habe das Gefühl, dass ich es mit dem ersten Satz, der irgendwie quer drin steht, ordentlich vergeigt habe. Hast du ja auch schön angemerkt :wink: Ich muss da noch ein bisschen mehr Beschreibung reinbringen, ohne zu verraten, wo der Prota wirklich steht und was mit dem Fluss geschehen ist.

Die ausgelassene (Urlaubs-)Stimmung wird hier sehr deutlich, was ich super finde, nur dass "die Westen zu groß seien" als alleinstehender Satz dasteht, macht auf mich den Eindruck, als würden es etwas bedrohliches ankündigen. Zum Beispiel, dass ein Passagier über Bord geht und droht zu ertrinken. Aber womöglich kommt mir das auch nur so vor.


jetzt wo du es sagst, kommt es mir auch so vor. Also weg damit.
Auch bei deinen restlichen Bemerkungen hast du recht. Werde ich ändern.
Ein wirklich wunderschöner Schluss, der nochmal Bezug zum Anfang nimmt und eine Wende beinhaltet, die auch etwas kritisch der Welt gegenüber steht. Gefällt mir sehr. Du hast die Szene sehr schön beschrieben, sodass man das Gefühl hat es wirklich vor Augen zu sehen. Die Wut und Enttäuschung, dass der Fluss so austrocknete ist nachvollziehbar, gerade weil man eine schöne Erinnerung mit dem Protagonisten teilen konnte. Man fragt sich zusammen mit deinem Prota wie es dazu kam, dass der Fluss austrocknete. Ein wirklich gelungener Schluss.


Vielen Dank. Schön, dass es bei dir so angekommen ist, wie ich angedacht habe. Genau diese Stimmung wollte ich erzeugen. :D


Hallo Zukunftsträumer!
Beim Durchstöbern des Forums bin ich an deiner Geschichte hängengeblieben.


das will ja schon mal was heissen :mrgreen:

Deine KG hat mir gut gefallen. Ich war regelrecht gespannt, was sich hinter dem vielversprechenden Titel verbergen mochte. Das es eine Geschichte sein würde, in der Bootstouren für vom Alltag gestresste Erwachsene mitspielen, damit hatte ich ehrlich gesagt nicht gerechnet! :wink: Aber die scheinen ja nur ein "Nebenprodukt" in der Story zu sein.


Vielen Dank. Mit der Bootsgeschichte wollte ich eigentlich andeuten, wie für gering die Natur angesehen wird. Die Leute befinden sich an einem eindrücklichen Ort, den man eigentlich bestaunen müsste. Stattdessen konzentrieren sie sich auf das Unterhaltungsprogramm. Ich will nicht sagen, dass dieses Unterhaltungsprogramm schlecht wäre, ich empfinde es nur etwas paradox in dieser Naturidylle (ich war übrigens selbst dort und habe das genau so miterlebt.) Nicht einmal der Prota weiss wirklich über den Fluss Bescheid, was man an seiner Reaktion am Ende sehen soll.
Evt. könnte ich das Ganze noch etwas weiter ausreizen und etwas mehr Hintergrundnaturidylle zeigen, damit es stärker auffällt.

Spontan finde ich immer gut. Ab und an habe packen mich auch spontane Ideen, die sich leider aber auch ab und an schnell wieder verabschieden, sodass am Ende eine Geschichte übrig bleibt, die man keinem zumuten kann. :XD:


Ich habe letzthin eine Doku gesehen, wie der Mensch mit der Ressource Wasser umgeht. Da kam unter Anderem auch der ausgetrocknete Colorado River vor. Das Ende und dieses Rinnsal hat mich so berührt, dass es mich nicht mehr losgelassen hat :mrgreen: Also musste ich es aufschreiben.
Das mit dem Zumuten kenne ich zu genüge :mrgreen:

Die Übersetzung ist hier m.M.n etwas missglückt. Wenn man's genau nimmt, heißt "War" ja "Krieg" und "Schlachten" heißen "battles". Es müsste also River Battles heißen, wenn schon. Andererseits frage ich mich, warum diese Übersetzung überhaupt gebracht wird. Ich nehme jetzt mal an, dass es auch Amerikaner sind, die dort in der Geschichte spielen und der Einfachheit halber, hast du gleich das Erzählte aus dem Englischen ins Deutsche "übersetzt", aber die Amerikaner werden ja wohl wissen, was "Wars" sind. Diese Erwähnung der deutschen Übersetzung würde ich somit weglassen und wenn du es reinnimmst, passt es eher in die Geschichte, wenn diese von einem allwissenden Erzähler erzählt wird und nicht von einem Ich-Erzähler.


Da hast du recht. Muss ich mir überlegen, wie ich das löse.

In den Booten befinden sich Kübel, die ihr als Wasserbomben benutzen könnt. Gestern haben wir die Sammy‘s Colorado Tour Boote besiegt. Die wollen eine Revanche



Dass die Amerikaner im Großen und Ganzen nur Blödsinn im Kopf haben, ist mir bekannt, aber...machen die das wirklich?


Glaub mir, ich habe es GENAU SO erlebt :XD: Und da waren nicht nur ein paar Boote. Nein, gleich zwanzig von X-verschiedenen Veranstaltern. Bin nicht mehr sicher, wo das war, ich glaube in Moab, USA. Totaler Touristen Blödsinn, aber es war über alle Massen witzig. Das ist ja das Schlimme. :mrgreen: Und noch schlimmer ist, ich würde es sogar wieder tun :doh:
Weiss nicht recht, evt. hätte ich es für die Geschichte überspitzen sollen. :thinking:

Ich zwinkerte dem Jungen zu.


Warum zwinkert er dem Jungen zu? An der Stelle hatte ich es als Scherz aufgenommen, was ja, wie man später erfährt, ja nicht die Wahrheit ist. Eventuell weg?


Es ist nicht als Scherz aufzunehmen, sondern eher als das ermunternde und animierende Zuzwinkern, das man einem Kind schenkt. Es fühlt sich dann bestärkt und wichtig, weil es gesonderte Aufmerksamkeit kriegt.

Was mich an dieser Szene gestört hat oder besser gesagt, an der ganzen Geschichte, nein vielmehr, erst am Ende, ist die Tatsache, dass ich aus dem Ich-Erzähler nicht ganz schlau werde. Wer ist er? Was stellt er da? Ein Mensch ohne festen Wohnsitz, der durch die Welt reist und dort, wo er gerade ist, Jobs annimmt um an geld zu kommen, um seine Weltreise fortzusetzen.


Ja, genau so ein Weltenbummler.

Was mich am Ende explizit störte war, dass er, der ja, so wie sich es beim Blick in die Vergangenheit schien, so erfahren war, auf diesen Touren und es sich anhörte, als mache er es schon so lange, am Ende völlig überrascht war, dass das Ende des Colorado-Rivers nicht das war, was er sich ausgemalt hatte. Das er ausgetrocknet war. Und ich denke, dass jeder, der mit diesem Fluss zu tun hat, ob nun Einheimischer oder Weltreisender auf der Durchreise, darüber informiert sein sollte, sich Informationen darüber eingeholt hat, dass der Colorado nur sehr selten sein Ziel, den Golf von Kalifornien erreicht.


*Hüstel*, hast du oben nicht schon mal was über die Amis erwähnt? Genau so meine ich es und das ist ja das Tragische am Ganzen. Die sind nur da, um die Touristen zu bespassen. Es geht nicht um Vermittlung von Wissen auf dieser Tour, auch nicht um das Bestaunen der Landschaft. Demnach braucht es der Tourguide auch nicht zu wissen. Ich will nicht sagen, dass er dumm ist, er weiss es einfach nur nicht. Er erkennt erst am Schluss, was aus diesem Fluss geworden ist, nachdem er einen ganzen Sommer lang darauf gearbeitet hat. Dass er es nicht wusste, schockiert in gleichermassen, wie die Tatsache, dass solch ein berühmter Fluss einfach austrocknet UND dass man generell so etwas nicht einmal weiss!
Da siehste, ich hätte noch mehr Potenzial, welches ich in die Geschichte reinstecken könnte.

Was mir bei allem aber gefallen hat, auch wenn sich das jetzt nicht nett anhört, dass diese Enttäuschung des LI's gut nachzuvollziehen ist, wenn man dies aber auch noch genauer hätte machen können, was wiederum zum restlichen, recht schnellen, kurzen Erzählstil wieder nicht gepasst hätte.


du hast schon recht, siehe oben, ich kratze vermutlich nur an der Oberfläche. Ne spontane Geschichte eben...

Andererseits passte die Erzählform ja auch nicht zum Rest der Geschichte...


Was meinst du damit?

Fazit am Ende: eine gute, kurze Geschichte. Es war jetzt nicht die Geschichte, die mich gefesselt oder begeistert hat, da habe ich bessere gelesen. Aber für eine spontane Arbeit ist sie doch gut gelungen mit Potential zur Steigerung und ich habe sie gerne gelesen und kommentiert.


Dankeschön!

Liebe Grüsse
ESchen
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Re: [Nachdenk] Am Ende des Colorado Rivers

Beitragvon RebeccaMaria » 22.08.2015, 10:04

Hallo ESchen,

ich muss sagen, der Titel hat mich zuerst nicht so agesprochen (ich musste dabei irgendwie an eine Indianergeschichte denken und die mag ich nicht so :mrgreen: ) - aber ich bin froh, dass ich deine kleine Geschichte trotzdem gelesen habe.

Mir fällt es schwer, dir eine ausführliche Kritik zu schreiben, denn sehr viel ist mir gar nicht aufgefallen.
Ich mag deinen Schreibstil. Du schreibst einfache, klare, nicht zu lange Sätze. Trotzdem vermittelt der ganze Text eine melancholische Stimmung.

Ich stand am Flussufer. Um mich herum türmte sich hoher, rot gefärbter Fels in die Höhe. Es musste tausende Jahre gedauert haben, bis sich der Fluss so tief in den Stein gegraben hatte und diese eindrücklichen Felsformationen entstanden waren. Jedes Mal von neuer Ehrfurcht gepackt, blickte ich den Flusslauf entlang. Die Sonne brannte mir auf den Schädel und ich rückte mir mein Base-Cap zurecht.


Dieser Abschnitt gefällt mir. Man schweift ein wenig ab, vor dem inneren Auge entsteht die Landschaft - und dann holt einen der letzte Satz wieder in die Realität zurück.

Mir fällt gerade auf, dass das auch ein schöner Anfang gewesen wäre. Ich glaube, mir würde er sogar ohne den allerersten Satz -

Am Ende des Colorado Rivers denke ich zurück an den Anfang.


- noch besser gefallen.

Auch schön finde ich den Wechsel zwischen den Gedanken des Protagonisten und der Beschreibung des Touri-Geschehens. Es verdeutlicht ziemlich gut, dass der Protagonist seinen Job eigentlich nur noch "nebenher" macht, während er eigentlich mit den Gedanken ganz woanders ist. Und dass er bei seiner Arbeit irgendwie eine "Rolle" spielt. Ich weiß nicht, ob du das auch ausdrücken wolltest, aber bei mir ist es so angekommen.

Was mir nicht so gut gefallen hat, war der Zeitenwechsel ganz zum Schluss. Ich schätze, der Sinn dahinter ist, den zeitlichen Abstand verdeutlichen. Mich hat es aber irgendwie aus dem Lesefluss gerissen. Ich glaube, dass der zeitliche Unterschied auch so herausgekommen wäre. (Ist aber vielleicht auch nur meine persönliche Meinung.)

Die einzelnen Paare teilte ich auf ein separates Schlauchboot ein, oder füllte Plätze in den übrigen Booten aus.

meinem Gefühl nach, heißt es eher "füllte.... (leere) Plätze auf."

Die kurzen Plastikpaddel der Touristen machten sich kaum bemerkbar, aber sie bekamen das gute Gefühl, dass wir eine Einheit bildeten

Ich schätze, mit dem "sie" sind die Touristen gemeint? So klingt der Satz für mich aber so, als würden die Paddel ein gutes Gefühl bekommen :wink:

Dann bleibt das Rinnsal plötzlich stehen.

Hm. Kann ein Rinnsal stehen bleiben? Vielleicht verebben?

Hoffe, du kannst was damit anfangen :) Meine Anmerkungen sind natürlich nur meine persönliche Meinung. Aber alles in allem - schöne Geschichte!

Liebe Grüße,
RebeccaMaria
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Re: [Nachdenk] Am Ende des Colorado Rivers

Beitragvon wolihops » 30.09.2015, 22:26

Hallo
ESchen,

ungeachtet der vorherigen Kommentare, möchte ich Dir gerne meine Gedanken zu Deiner Geschichte mitteilen.

Deine spontan geschriebene Geschichte hat mir sehr gut gefallen, vor allem weil der Kreis sich wieder geschlossen hat. Finde gut, dass der Anfang und das Ende der Flussbeschreibung im Präsens geschrieben ist. Hätte mir nur noch mehr Infos über die Landschaft und den Fluss gewünscht, also ausführlicher Deine Gedanken dazu. Auch bei der Flussfahrt möchte ich den Fluss und die Umgebung mehr spüren, Action fehlt!


ESchen hat geschrieben: Die Touristen, die neben mir ihre Schwimmwesten anzogen, schwatzen laut. Die Kinder lachten und zankten wild und ausgelassen. Ich halfihnen bei den Schnallen. Die Westen waren zu gross.
„Alle herhören!“, riefich mit fester Stimme, um der Lage Herr zu werden.




(Das mit den zu großen Westen würde ich noch ausbauen. Könnte man beschreiben, wie die Kinder fast durchfielen und sich beschweren so große Westen anziehen müssen

"Lage Herr zu werden", ist mir zu gestelzt! Kann weggelassen werden.)


EIchen hat geschrieben: „Wir teilen uns zu drei Gruppen auf.Die Millers bitte rechts von mir, die Johnson Familie bitte aufdie linke Seite.“ Die einzelnen Paare teilte ich aufein separates Schlauchboot ein, oder füllte Plätze in den übrigen Booten aus.



(Hier rechts und links zu verwenden? Würde den Booten Nummern geben
)

Es sind nur kleine Anmerkungen, die mir beim Lesen Deiner Geschichte dazu auffielen.

Herzliche Grüße
wolihops
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Re: [Nachdenk] Am Ende des Colorado Rivers

Beitragvon Zukunftsträumer » 11.10.2015, 20:25

Hallo, Eschen!

Ich bin es nochmal!

ESchen hat geschrieben: Es geht nicht um Vermittlung von Wissen auf dieser Tour, auch nicht um das Bestaunen der Landschaft. Demnach braucht es der Tourguide auch nicht zu wissen. Ich will nicht sagen, dass er dumm ist, er weiss es einfach nur nicht. Er erkennt erst am Schluss, was aus diesem Fluss geworden ist, nachdem er einen ganzen Sommer lang darauf gearbeitet hat. Dass er es nicht wusste, schockiert in gleichermassen, wie die Tatsache, dass solch ein berühmter Fluss einfach austrocknet UND dass man generell so etwas nicht einmal weiss!



Ja, ja, alles schön und gut! Dass es in deiner Geschichte nicht um Wissensvermittlung, sondern eher um Volksverdummung geht, das habe ich mitbekommen. Es will mir einfach nur in den Kopf, dass dieser sog. "Tourguide", der ja scheinbar im Gegensatz zu den Touristen von der Gewalt, von dem Bestehen des Flusses beeindruckt ist, einfach so derart erschrocken am Ende ist. Auch wenn er es seinen Touristen nicht erzählen will oder muss, aber wenn man sich dafür interessiert und dort arbeiten will, fragt man nicht zumindest Kollegen, die dort arbeiten, über den Fluss aus? Wissen die es etwa auch nicht? Sind denn alle so blöd und so engstirnig?

ESchen hat geschrieben:Was meinst du damit?


Ach, das war nichts, was du ernst nehmen solltest. Es war nur ein Scherz in Bezug auf die Erzählzeit, die du verwendet hast. Erst im Präteritum und am Ende schwingst du aufs Präsens um - nichts weiter. Aber ist ja auch eine ganz andere Szenerie. Es ist halt nicht mehr auf dem Colorado-River, nein es ist ... am Ende!
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Re: [Nachdenk] Am Ende des Colorado Rivers

Beitragvon ESchen » 17.10.2015, 18:38

Hallo Rebeca, hallo Wolihops (lustiger Name :P )

Vielen Dank für eure Kommentare. Werde ich einfliessen lassen.

Hallo Zukunftsträumer
Es will mir einfach nur in den Kopf, dass dieser sog. "Tourguide", der ja scheinbar im Gegensatz zu den Touristen von der Gewalt, von dem Bestehen des Flusses beeindruckt ist, einfach so derart erschrocken am Ende ist. Auch wenn er es seinen Touristen nicht erzählen will oder muss, aber wenn man sich dafür interessiert und dort arbeiten will, fragt man nicht zumindest Kollegen, die dort arbeiten, über den Fluss aus? Wissen die es etwa auch nicht? Sind denn alle so blöd und so engstirnig?


Das hat nicht viel mit Dummheit zu tun, sondern einfach damit, dass man nie an das Wissen gelangt ist. Ich wusste es bis vor kurzer Zeit ja selbst nicht, einfach aus dem Grunde, weil ich mich noch nie mit diesem Fluss oder allgemein mit solchen "Umweltthemen" in USA auseinandergesetzt habe, schlicht, weil ich sie hier in Europa schon genug betrachte, bzw. davon eingenommen bin. Ich habe es auch nicht gewusst, als ich diese Tour gemacht habe und ich bin zu 100% sicher, dass es die Hälfte dieser Guides und fast alle Touristen an dem Tag auch nicht wussten. Es wurde null Info über den Fluss übermittelt. Nur weil der vielleicht in USA wohnt, heisst das nicht, dass der Tourgide das weiss. Ich lebe auch in der Schweiz und war noch nie beim Matterhorn und musste glatt überlegen, wo das überhaupt steht.

Da muss ich leider sagen, ja es ist so, dass die Leute das nicht wissen. Und genau das ist ja auch das Schockierende an der Sache, das Sahnehäubchen. Ich bin selbst schockiert, dass ich nicht wusste, dass dieser rein vom Namen her berühmte Colorado River austrocknet. Ich würde fast meine Hand ins Feuer legen, dass mehr als 3/4 der Bevölkerung nicht einmal weiss, welche Farbe das Wasser des Colorato Rivers hat. Ich meine, wenn die Hälfte davon nicht mal weiss wie das Oberhaupt der eigenen Regierung heisst... tja, aber das ist ein anderes Thema, das Stefan Raab ja genügend aufgezeigt hat...
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ESchen
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Re: [Nachdenk] Am Ende des Colorado Rivers

Beitragvon Samis » 17.10.2015, 19:24

Hallo ESchen,

beim Stöbern bin an deinem ersten Satz hängengeblieben, fand ihn gut und habe weitergelesen. Du schreibst schön, sehr bildhaft, nur leider verwendest du all zu oft unpassende oder gar falsche Worte und Vergleiche.


Die Touristen, die neben mir ihre Schwimmwesten anzogen, schwatzen laut.

Schwimmwesten werden eher angelegt als angezogen. (Das ist es jedoch nicht, was ich meine – nur eine Kleinigkeit)



Die Kinder lachten und zankten (sich), wild und ausgelassen. Ich half ihnen bei (besser mit) den Schnallen.

Das auch nicht, fände es so nur schöner.



„Wir teilen uns zu (in) drei Gruppen auf.“



Die einzelnen Paare teilte ich auf ein separates Schlauchboot ein, oder füllte Plätze in den übrigen Booten aus.


Besser zuteilen und auffüllen.

Die kinderlosen Paare teilte ich einem separaten Schlauchboot zu, oder füllte verbliebene Plätze in den übrigen Booten auf.




„Mama, was ist ein War?“, richtete ein leicht dicklicher Junge seinen Blick auf die Eltern.


Dicklich beinhaltet bereits ein Abschwächung, wodurch leicht überflüssig wird.



„Wir nennen es River Wars – Flussschlachten. In den Booten befinden sich Kübel, die ihr als Wasserbomben benutzen könnt.

Wasserbomben sind mit Wasser gefüllte Luftballons, oder? Das könnte mit Kübeln schnell unangenehm werden.



Mit angetäuschter Euphorie klatschte ich in die Hände und animierte die Touristen ins Wasser zu waten und in die bereitstehenden blauen Schlauchboote zu steigen.

Es sollte vorgetäuschter oder gespielter Euphorie heißen. Und man waten eher durch Gewässer als in eines. Nach bereitstehenden fehlt ein Komma.



„Jeder nimmt ein Paddel. Gut so“, bekräftigte ich den Jungen lachend. „Du hast ja richtig Muckies.“

Eher ermutigen, denn bekräftigen.



Das Kind kicherte verlegen.

Kann man verlegen kichern?



Meine beiden Ruder stiessen tief und in schnellem Takt ins Wasser.

Ruder und Paddelboot, das geht nicht zusammen.



Die kurzen Plastikpaddel der Touristen machten sich kaum bemerkbar, aber sie bekamen das gute Gefühl, dass wir eine Einheit bildeten.

Hier könnte der Eindruck entstehen, die Paddel selbst bleiben unbemerkt und bekommen ein gutes Gefühl.



Die Boote wären dann vom Fluss verschwunden, aber er würde sich trotzdem gnadenlos weiter schlängeln, bis er in Mexiko ins Meer mündete.

Gnadenlos? Wem gegenüber? Gleichgültig fände ich passender, zudem sollte der Satz auch im Konjunktiv enden.



„River Waaar!“, rief ich laut und ruderte wie ein Verrückter, als die ersten roten Boote von Sammy‘s Colorado Tour in Sichtweite gerieten.

Boote können in Gefahr geraten, in Sicht kommen sie eher.



Sie stiessen sich ein paar Dutzend Fuss weiter von den Ufern ab.

Wer? Die Boote? Und ein Ufer sollte genügen.



Die Touristen bewaffnen sich mit den Kübeln und Kannen.


Aua! Jetzt wird's schmerzhaft.


Die Gruppendynamik schweisste die drei blauen Boote so eng zusammen, dass sie sich gemeinsam auf eines der roten stürzten.

Wieder die Boote, nicht etwa die Insassen.



Wasser spritzte klatschend über den Gummi und in die Gesichter der Leute, Gejauchze und Geschrei kam nun auch von den Erwachsenen.

Das Gummi.



Es drängte mich dem Flusslauf zu folgen, bis ich das Meer erreichte. Von dort aus würde ich schon sehen, wie es weiter ging. Vielleicht konnte ich auf einem Frachter anheuern.

Sollte alles samt im Konjunktiv stehen.



Ich bücke mich zu dem kleinen Rinnsal hinab, das mehr einem mit der Giesskanne ausgeleerten Schluck Wasser gleicht, als einem Rinnsal.
Hartnäckig schiebt eine kleine Wasserzunge, keine zwei Finger breit, ein paar verdorrte Gräser vor sich her. Eine winzige Schaumkrone bildet sich davor wie ein Wall, der sich auftürmt.


Ein Rinnsal ist schon nicht viel, ein kleines noch viel weniger. Ein Schluck aus der Gießkanne klingt etwas seltsam, aber, wie angestrebt, nach noch weniger. Und dann folgen Wall und auftürmen. Hm.



Ich erhebe mich wieder, der feine Wüstensand rieselt durch meine Finger und ich blicke in die Ödnis am Ende des Colorado Rivers.

Wieso das denn, hattest du etwas welchen in die Hand genommen? Habe ich gar nicht mitbekommen. Und dass der Colorado, ein recht stattlicher Fluss, sich einfach so im Sande verliert, will mir auch nicht ganz einleuchten.


Hier und dort habe ich bewusst etwas übertrieben und war dadurch hoffentlich nicht all zu gemein zu dir. Aber ich denke, du verstehst, worauf ich hinaus möchte. Lass dich durch mich nicht entmutigen! Bleib am Ball und lese deine Zeilen mit etwas Abstand erneut. Vielleicht kannst du meine Meinung beim ein oder anderen teilen, oder vergisst sie ganz schnell wieder.

Beste Grüße,
Samis
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Samis
 
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