Amerikanische Namen in Deutschland

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Amerikanische Namen in Deutschland

Beitragvon Max S » 17.09.2014, 16:38

Hallo Leute

In meinem neuen Projekt spielen Metaphern und Symboliken eine gewisse Rolle.
Nun hatte ich die Figuren schon größtenteils entwickelt, allerdings dann den Handlungsort von den USA nach Deutschland verlegt (Ortskenntnis spielt eine Rolle).
Nun haben die Figuren allerdings noch immer amerikanische Nachnamen, von denen einer zur "Hauptmetapher" des Buches gehört.
Kann ich die trotz des neuen Handlungsortes behalten, oder ist das zu weit hergeholt (zwei Leute in Deutschland mit englischen Nachnamen treffen aufeinander)?

Vielen Dank im voraus,

Max
Zuletzt geändert von Julestrel am 19.09.2014, 09:19, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Amerikanische Namen in Deutschland

Beitragvon Shepkey » 17.09.2014, 20:54

Finde ich persönlich ein klein wenig seltsam. Hups! Wir haben beide englische Nachnamen! Wahrscheinlich hattest du die Idee auch schon, aber: kannst du die Namen nicht einfach eindeutschen? (Die Anmerkung ist wahrscheinlich obsolet.)
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Re: Amerikanische Namen in Deutschland

Beitragvon Max S » 17.09.2014, 21:50

Die Lösung hatte ich auch schon angedacht.
Allerdings würde das irgendwie komisch klingen.
Die Namen sind zur Zeit "Grace" und "Waters".
Beide Namen klingen im deutschen nicht nur seltsam, sondern sind vermutlich noch seltener als die englischen Originale.
Da der Handlungsort derzeit Hamburg ist hätte ich es, wenn ich eine Begründung gebraucht hätte, wohl den Hintergrund der Eltern vorgeschoben (Hafen, Airbus, Wirtschaft, etc.).
Allerdings ist auch das zugegebenermaßen etwas dünn.

Max
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Re: Amerikanische Namen in Deutschland

Beitragvon unkompliziert » 17.09.2014, 22:48

Ich weiß nicht, wie die Metapher genau aussieht.
"Wasser" und "Gnade/Segen/Anmut"....

Wenn's kein "Wassermann" sein soll, dann vielleicht ein "Seeberger" oder "Bachner"?

Ich denke, wenn du wenigstens für einen Namen etwas findest, dann ist es schon nicht mehr so auffällig.
Vielleicht könntest du ja mit einem Namen ins Italienische/Französizer/Niederländische ausweichen?

Ansonsten sollte man nie die Vielfalt deutscher Nachnamen unterschätzen, ich kenne Menschen, die tatsächlich "Schnitzelbaum" und "Unverdorben" heißen. :)
Vielleicht mal in ner Nachnamendatenbank stöbern, nur Mut.

"Shades of Grey" ist ja eine enorm erfolgreiche Reihe, die aber auch viele Kritiker hat.
Eine dieser Kritiker sagen, ihnen seien die Metaphern in den Namen zu platt: zB "Die Unsterbliche Unbezwingbare/stahlharte Jungfer" = Anastasia (altgriech unsterblich) Steele (kling wie das engl. Wort für Stahl).

Also, falls die die deutschen Namen zu direkt sind -- auch was das Englische angeht werden die Leute immer kritischer und wünschen sich mehr Subtilität.
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Re: Amerikanische Namen in Deutschland

Beitragvon Shepkey » 17.09.2014, 23:38

Ja, das würde wirklich komisch klingen. Und beide wohnen tatsächlich in Hamburg? Denn würden sie sich dort nur treffen, wäre es ja wesentlich weniger an den Haaren herbeigezogen. Was du vielleicht auch machen kannst: Grace als Vorname? Oder ist der Vorname auch sprechend?
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Re: Amerikanische Namen in Deutschland

Beitragvon Max S » 18.09.2014, 00:29

Danke für die Idee, Shepkey.
Bin da selber irgendwie nicht drauf gekommen.
Habe Grace jetzt zum Vornamen gemacht und der Figur einen "normaleren" Nachnamen gegeben.
Was "Waters" angeht werde ich den Namen wohl behalten, und es, falls ich es erklären sollte, tatsächlich auf Wurzeln (Eltern, Großeltern, wie auch immer) im Ausland schieben.
Immerhin sind Leute aus dem Ausland in Hamburg nicht gerad rar.

Max
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Re: Amerikanische Namen in Deutschland

Beitragvon naph » 18.09.2014, 09:26

Hei,

also ich persönlich finde es jetzt nicht so schlimm, wenn in Deutschland Figuren vorkommen die amerikanische Nachnamen haben. Es gibt schließlich eine deutsch-amerikanische Vergangenheit (s. 2WK) und immer wieder ziehen Familien von Deutschland nach Amerika, bzw. andersrum. Multikultifamilien, Verwandte, Vorfahren...

Grace Müller fände ich persönlich jetzt schlimmer als bspw Angelina Grace.

Und bezogen auf die Möglichkeit, dass sich die beiden treffen: warum nicht? Es gibt extra Veranstaltungen für Ausländer, wo sie sich treffen können, Kulturhäuser bieten sowas schon mal an oder einfache Veranstaltungen deren Themenabend bspw die Amerikanische Kultur ist. Und die beiden gehen aus eigen Interesse dahin und lernen sich kennen. Vielleicht hält auch einer von ihnen einen Vortrag? Walters zum Beispiel. und Grace könnte zu ihm kommen und mit ihm darüber sprechen, weil es die gleichen Erfahrungen sind?

Generell finde ich das also machbar. So lange nicht all deine 20 Charaktere amerikanische Namen haben. Aber bei zwei, drei Personen wäre das für mich kein Grund das Buch zurück zu legen. So lange alles gut erklärt wurde.

- naph
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Re: Amerikanische Namen in Deutschland

Beitragvon Max S » 18.09.2014, 14:22

Habe die Figuren jetzt, vorerst, Hannah-Maria Grace (Zweitname wird eventuell noch gestrichen) und John Waters genannt.
Bei jetziger Planung hat Frau Grace eine Nennung, bevor sie geduzt wird (ist auch nur Nebenfigur).
Und natürlich wird auch die Hauptfigur nicht ständig mit Nachnamen angesprochen.

Ich frage jetzt mal ganz dreist:
Ein Buch das (hauptsächlich) in Hamburg spielt, und die Hauptfiguren tragen die oben genannten Namen (wobei sie sich meistens mit John bzw. Hannah ansprechen).
Würdet ihr das als Leser okay finden, oder klingt das zu unreal/konstruiert?
Würde die Geschichte ungern zurück nach Amerika relokalisieren, da die Ortskenntnis des Autors meiner Meinung nach in einem Buch "durchkommt" und die Story besser macht.

Vielen dank im Voraus,

Max
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Re: Amerikanische Namen in Deutschland

Beitragvon magico » 18.09.2014, 14:35

Hallo Max,

zunächst mal Glückwunsch zu der Erkenntnis, dass nicht immer alles in den Staaten spielen muss.
Englische (amerikanische) Namen in Deutschland kommen immer wieder mal vor. Es wäre also in Ordnung.
Ich würde als Leser sicher mal darüber nachdenken, weshalb die nun so heißen, aber wenn es schlüssig erklärt wird, ist es für mich okay.

naph hat geschrieben:Grace Müller fände ich persönlich jetzt schlimmer als bspw Angelina Grace.


Mag sein, aber so sieht die Realität in Deutschland aus. Namen wie Grace Müller sind noch die hübsche Variante. Es gibt tatsächlich Namen, wie Coco-Chanel Schulze oder Angelina-Jolie Bauer. :fool:
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Re: Amerikanische Namen in Deutschland

Beitragvon Winchess » 18.09.2014, 15:09

Hm. Bist du sicher, dass du die Namen so behalten willst? Sie sind nämlich beide(!) auch in John Greens "The fault in our stars" zu finden. Sie heißt ja Hazel Grace (zweiter Vorname) und er Gus Waters. Die Parallele ist mir zumidest sofort aufgefallen. Ich finde ja nicht schlimm, wenn manchmal Charaktere in verschiedenen Büchern gleich heißen, passiert. Aber gleich zwei? Und ich glaube auch nicht das Waters jetzt so ein Allerweltsname ist. Gerade wenn das in Deutschland spielt, wäre Bachner echt ne tolle Alternative, finde ich zumindest.
Fachbegriffe sollte man nur dann verwenden, wenn man sie auch richtig kopulieren kann.
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Re: Amerikanische Namen in Deutschland

Beitragvon Max S » 18.09.2014, 15:36

Hab ich eben erst gesehen :oops: , werde das wohl noch mal ändern.
Ich nehme die Namen erst einmal als "Platzhalter", bis mir bessere einfallen (hab heute und morgen ein wenig Zeit zum schreiben).
Danke für die Warnung.

Max
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Re: Amerikanische Namen in Deutschland

Beitragvon Justin » 23.09.2014, 19:58

Sind die Namen so entscheidend für deine Geschichte? - Wenn du sie nur ein mal erwähnst, würde ich überlegen was du mit den Namen bewirken möchtest. Ich persönlich überfliege die Namen in Büchern und teile meistens eigene Platzhalter zu wenn ich die Name nicht aussprechen kann und/oder sie als unpassend finde.
You can observe a lot just by watching.
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Re: Amerikanische Namen in Deutschland

Beitragvon Max S » 07.12.2014, 19:50

Ich habe einen der Nachnamen (ehemals "Waters") durch "Vode" ersetzt.
Noch immer unüblich, aber deutlich besser als Waters.
Ist nichts anderes als "Wasser" auf Slowenisch, auch wenn der Charakter nichts mit Slowenien am Hut hat.
Ich glaube das funktioniert so.

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Re: Amerikanische Namen in Deutschland

Beitragvon Fianna » 15.05.2015, 03:52

Warum sollte es nicht? Gibt es hier nur gute arischstämmige Menschen oder habe ich da irgendwasn verpasst?

Deutschland ist ein traditionelles Einwanderungsland, das auch von mehreren Mächten besetzt wurde. Leute aus anderen Ländern sind gekommen, geblieben und haben ihre Namen weiter vererbt.


Ähnlich in Amerika: bei 2 typisch amerikanischen Namen hätte ich keinesfalls zuerst an 2 englische gedacht, sondern einen englischen und einen spanischen.
Gerade heute sind Einwohner nicht homogen in kulturellem Hintergrund.
Neueste Rubrik auf meinem Blog: Autoren-ABC
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Re: Amerikanische Namen in Deutschland

Beitragvon Max S » 16.05.2015, 02:09

Ein Prota ist zurück zu "Waters", "Vode" klang einfach "falsch".
Die andere Prota heißt allerdings mittlerweile "Spiegelmann".

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