Oh ja, immer diese Anfangsprobleme, das kenne ich nur zu gut...
Hast du ein richtig großes Projekt, das dir so richtig wichtig ist?
Ja, abgesehen davon, dass mir jede noch so kleine Idee (zumindest im ersten Moment) wirklich richtig wichtig ist, gibt es dieses eine Projekt, dass mich immer wieder heimsucht.
Schiebst du es schon lange vor dir her?
Wenn ja, wie lange?
Also, im Grunde genommen ist es ein Hauptcharakter, der mich immer wieder quält. Das erste Mal habe ich sie "getroffen", als ich irgendwo um die 12-14 war. Das sind *rechne* immerhin schon etwa 8 Jahre O.O
Die ursprüngliche Geschichte um diesen Char herum hat mit der momentanen nur noch sehr entfernt etwas gemeinsam. Mit der Zeit haben sich immer wieder Kleinigkeiten geändert, bis sich irgendwann über Jahre hinweg gar nichts mehr getan hat.
Das hat sich dann vor inzwischen schon etwas mehr als einem halben Jahr geändert (da bin ich auf die Schreibwerkstatt gestoßen

) Ich habe geplottet und Steckbriefe gemacht und mir alles mögliche überlegt, das Hauptcharakterphantom aus der Vergangenheit hatte endlich richtig gestalt angenommen, aber nachdem dann alles stand, war es wieder da: ich konnte nicht anfangen
Was hindert dich daran anzufangen?
Das habe ich mich dann auch gefragt. Zuerst dachte ich, ich sei bloß zu faul. Aber warum habe ich es dann geschafft, andere Geschichten zu schreiben? Sicher, diesen Erfolgsdruck "es muss wunderbar werden, das ist dein Herzensprojekt" hatte/ habe ich noch immer, aber dem begegne ich im Moment mit "bewusst schlecht schreiben" (An der Stelle ganz ganz vielen lieben Dank für die ganzen Tipps und Hilfen, ohne die ich bestimmt noch nicht so weit wäre, wie ich mir jetzt einbilde zu sein

)
Ich habe hier von dem Tipp gelesen, den ersten Satz zu überspringen und erst einmal die Szenen zu schreiben, die man schon genau vor Augen hat. Ein paar Szenen sind auch wirklich dabei rumgekommen, aber viel mehr konnte ich nicht schreiben, weil ich wissen musste, wieviel Informationen ich schon am Anfang preisgebe. Ohne Anfang wusste ich das natürlich nicht. Doofe Situation. Und wieder tat sich über längere Zeit nichts...
Hast du schon einmal versucht in der Vergangenheit anzufangen?
Hat es dir geholfen?
Ehrlich gesagt ja, ich habe es zuvor schon einmal ausprobiert. Und meiner Prota bin ich noch ein ganzes Stück näher gekommen, als ich gedacht hätte, dass es möglich wäre. Nur in meinem Projekt wollte sich einfach nichts tun.
Dann habe ich Jackys Beitrag gelesen und noch mal genauer nachgedacht, bis mir endlich klargeworden ist, dass nicht meine Prota, sondern die andere Hauptchara, die sich vor dem halben Jahr beim Plotten entwickelt hat, das Problem war. Denn zu der hatte ich eigentlich gar keinen Bezug. Ich wusste zwar alles über ihre Vergangenheit, was passiert war und wie es sich in die Geschichte einfügt, aber wie sie sich gefühlt hat, klar, erahnen konnte ich es, aber wirklich in sie hineinversetzt hatte ich mich nie. Tja, das habe ich dann nachgeholt und seit ein paar Tagen fluppt es in meiner Geschichte seit langem mal wieder.

Der Anfang ist geschrieben, ein kleines Verknüpfungsproblem schon behoben und ich bin zuversichtlich, dass es erst einmal ein Weilchen so weitergeht (Ich habe mir den NaNoWriMo als Vorbild genommen und mir ein tägliches Pensum gesetzt - ich brauche diesen "positiven" Druck) und es ist furchtbar schön zu sehen, wie die Geschichte jeden Tag weiter wächst
Eins noch: Die Möglichkeit, den in der Vergangenheit geschrieben Text evtl als Rückblende o.ä. zu verbauen, kam mir auch in den Sinn. Damit habe ich mir aber wieder einen Druck gemacht, wo ja eigentlich das Gegenteil dabei rauskommen sollte, weil es für mich plötzlich mehr als nur eine Übung war. Als ich das mit der zweiten Hauptchar gemacht habe, habe ich es deshalb gar nicht erst aufgeschrieben, sondern einfach nur darüber nachgedacht. Das ging für mich schneller und hatte den gewünschten Effekt. Vllt hole ich es aber irgendwann noch einmal ernünftig nach…
LG, euer Suzulein