Hi Jacky,
ich weiß nicht genau, ob ich schon mal so ein Gefühl - "Oh mein Gott, jetzt darf ich nichts mehr verändern!!" - im Bezug auf eine Person hatte, aber dafür umso öfter bei meiner Handlung und der Verbindung zu den Charakteren allgemein. Das hatte dann verschiedene Gründe.
Vor allem ging es darum, dass ich manchmal einfach nicht weiterwusste, WAS ein Charakter machen würde. Zwar habe ich den ein oder anderen Charakterbogen und bilde mir ein, meine lieben kleinen (und größeren ^^) Hauptdarsteller zu kennen (ich meine, sie wohnen quasi in meinem Kopf

da sollte ich sie kennen, oder?), aber manchmal komme ich in Situationen, in denen einfach etwas nicht "stimmt". Situationen, die ich so am Anfang nicht vorhergesehen hatte. Das ist aber meistens nicht so schlimm, weil man sich dann überlegen kann, was unser Charakter machen würde.
Komplizierter ist es dann, wenn ich eine Station eingeplant habe, die wirklich absolut und unausweichlich wichtig für die ganze Geschichte ist. Dummerweise bemerke ich 150 Seiten später, dass mein Charakter, der EIGENTLICH für diesen Part zuständig wäre, sich so verändert hat, dass die Handlung für ihn einfach total unlogisch ist. Dann gibt's zwei Alternativen: Entweder, ich lasse mich überraschen und mein Charakter reagiert so, wie er nun eher reagieren würde, oder ich lasse den Teil ganz weg (meistens gibt es dann interessante 180°-Wenden, die wirklich die Geschichte vorantreiben). So oder so ist es eigentlich immer POSITIV, weil man das eigene Leben ja auch nicht planen kann, warum sollte man es dann in einem Roman können

? Dadurch wirkt das ganze Buch realistischer, auch wenn man dann als Autor manchmal nicht weiterweiß ^^.
Jedenfalls sollte man sich - wie du selbst sagst - nicht an Ideen festfahren und flexibel sein, so hat man nämlich viel mehr Chancen und das Schreiben macht viel mehr Spaß!
Liebe Grüße,
Ines