Angst, Anpassung und Alternativen

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Angst, Anpassung und Alternativen

 
Nutze dieses Thema um über folgenden Beitrag aus meinem Blog zu diskutieren:
Angst, Anpassung und Alternativen

Hast du auch manchmal das Gefühl, dass nichts mehr zusammengehört?
Was tust du dagegen?
Wie weit bist du mit deiner Geschichte?
Hast du deine gesetzten Ziele erreicht?
Was ist für nächste Woche angedacht?

von © Jacky

Re: Angst, Anpassung und Alternativen

 
Hi Jacky,

ich weiß nicht genau, ob ich schon mal so ein Gefühl - "Oh mein Gott, jetzt darf ich nichts mehr verändern!!" - im Bezug auf eine Person hatte, aber dafür umso öfter bei meiner Handlung und der Verbindung zu den Charakteren allgemein. Das hatte dann verschiedene Gründe.

Vor allem ging es darum, dass ich manchmal einfach nicht weiterwusste, WAS ein Charakter machen würde. Zwar habe ich den ein oder anderen Charakterbogen und bilde mir ein, meine lieben kleinen (und größeren ^^) Hauptdarsteller zu kennen (ich meine, sie wohnen quasi in meinem Kopf :mrgreen: da sollte ich sie kennen, oder?), aber manchmal komme ich in Situationen, in denen einfach etwas nicht "stimmt". Situationen, die ich so am Anfang nicht vorhergesehen hatte. Das ist aber meistens nicht so schlimm, weil man sich dann überlegen kann, was unser Charakter machen würde.

Komplizierter ist es dann, wenn ich eine Station eingeplant habe, die wirklich absolut und unausweichlich wichtig für die ganze Geschichte ist. Dummerweise bemerke ich 150 Seiten später, dass mein Charakter, der EIGENTLICH für diesen Part zuständig wäre, sich so verändert hat, dass die Handlung für ihn einfach total unlogisch ist. Dann gibt's zwei Alternativen: Entweder, ich lasse mich überraschen und mein Charakter reagiert so, wie er nun eher reagieren würde, oder ich lasse den Teil ganz weg (meistens gibt es dann interessante 180°-Wenden, die wirklich die Geschichte vorantreiben). So oder so ist es eigentlich immer POSITIV, weil man das eigene Leben ja auch nicht planen kann, warum sollte man es dann in einem Roman können :mrgreen: ? Dadurch wirkt das ganze Buch realistischer, auch wenn man dann als Autor manchmal nicht weiterweiß ^^.

Jedenfalls sollte man sich - wie du selbst sagst - nicht an Ideen festfahren und flexibel sein, so hat man nämlich viel mehr Chancen und das Schreiben macht viel mehr Spaß!

Liebe Grüße,
Ines

von © Illanna

Re: Angst, Anpassung und Alternativen

 
Ohja, das Gefühl kenne ich nur zu gut. Nur muss ich nichtmal wirklich ernsthaft planen, es reicht schon, wenn ich versuche, die Figur in einen Kontext zu bringen.
Alle vorher so intensiven Emotionen, die der Charakter vorher bei mir ausgelöst hatte, waren plötzlich grau und eintönig. Oder mit anderen Worten: Er wurde langweilig.

Jetzt, wo ich diesen Beitrag hier schreibe, wird mir auch langsam klar, warum (dein Blog hat mir also diesmal sogar indirekt geholfen :) ).
Die Figur, die in meinem Kopf ihr eigenleben führt, ist selbst für mich nicht berechenbar. Ich müsste vermutlich Psychologie studieren, um genau zu verstehen, wie diese Individualität möglich ist, aber es ist so.
Doch wie soll man bitte ein Buch schreiben, wenn der inhalt vollkommen unkontrolliert aus einem heraussprudelt? Das kann nicht funktionieren; jedenfalls für mich nicht. Also muss ich planen und ich vermute, ich übertreibe es. Ich versuche die gleiche Lebendigkeit auf der Planungsebene fortzusetzen, was aber schlichtweg nicht möglich ist, soweit es mich betrifft.

Is das peinlich! Dabei hab ich gerade erst in einem anderen Thread geschrieben, dass ich meine Charaktere wegwerfe, bevor ich sie mit Planung erdrossel. Jetzt weiß ich wenigstens, warum der Müllberg schon so groß ist. Sieht so aus, als müsste ich mich da mal reinwerfen und alles nochmal durcharbeiten.

von © Foxy

Re: Angst, Anpassung und Alternativen

 
Foxy hat geschrieben:Also muss ich planen und ich vermute, ich übertreibe es. Ich versuche die gleiche Lebendigkeit auf der Planungsebene fortzusetzen, was aber schlichtweg nicht möglich ist, soweit es mich betrifft.


Keine Sorge, Selbsterkenntnis ist der erste Schritt auf dem Weg zur Besserung :wink: Ich wünsch dir jedenfalls genug Geduld dafür, die ganzen alten Charakterbögen noch einmal durchzugehen und auszubessern!
(Auf, auf - Müllberg, ich komme ^^)

Viel Erfolg,
Ines

von © Illanna