[Lyrik | Sonstiges] Angst

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[Lyrik | Sonstiges] Angst

Beitragvon Tami19 » 22.06.2015, 19:14

Angst

Ich habe Angst,
Angst vor dem scheitern.
Angst alleine zu sein.
Angst das ich mich ungewollt verändere.
Angst davor, das die Welt irgendwann nicht mehr existiert.
Das ich nicht mehr existiere.

Ich habe große Angst vor dem Sterben, einfach nicht mehr da zu sein.
Angst das niemand zu meinem Grab kommt, um zu Trauern.
Angst, das ich vergessen gehe, das die Menschen sich einfach nicht mehr an mich erinnern.
Aber auch große Angst davor, weiter zu Leben.

Die Welt, verändert sich Tag für Tag.
Ich weis nicht, wie ein überleben in der Zukunft möglich ist.
Und davor habe ich große Angst.
Soll ich es tun?
Ich meine Springen.
Klar habe ich davor auch Angst, aber nur einen kleinen augenblick.

Ein kleiner augenblick ist aber nichts dagegen, sein ganzes Leben Angst zu haben.
Aber ich weis nicht...ist das den richtig?
Sein Leben einfach so zu beenden, ohne richtig gelebt zu haben.
Es ist wie beim Lotto, entweder man hat Glück und trifft die richtige wahl, oder man verliert.

Ich habe Angst davor, eine falsche entscheidung zu treffen.
Und Angst davor, meine Mitmenschen durch meinen Abschied zu verletzten.
Ist es richtig, das ich an mich denke, oder vielleicht naiv?
Ich weis es nicht.

Das Leben, kommt mir einfach falsch vor, zu Negativ, nicht richtig.
Der Tod hingegen, hat viele vorteile.
Keine schmerzen, kein Leid, man spührt einfach nichts mehr und ist all seine sorgen los.

Und wenn ich jetzt gehe, würde ich in einem anderen Leben, vielleicht ein Glückliches Leben leben.
Ich habe Angst, angst vor dem untergang der Welt und meinen eigenen Untergang.
Tami19
 
Beiträge: 1
Registriert: 22.06.2015, 19:09

Re: Angst

Beitragvon FriedaK » 26.06.2015, 16:07

Hallo Tami,
dein Text klingt, als habest du alle deine Ängste auf das Papier bringen wollen. Ich finde das gut: auch dafür ist das Schreiben da. Ich denke, es ist ein spontaner Text, bei dem es dir nicht wichtig war, eine bestimmte Form einzuhalten. Auch mit der Rechtschreibung nimmst du es nicht so genau, ich nehme an, es ist dir nicht wichtig, deshalb werde ich auch nicht weiter darauf eingehen. Über die vielen Ängste, die du beschreibst, kommst du schließlich auf eine gewisse Todessehnsucht zu sprechen. Zumindest stellst du den eigenen Tod als eine Lösung aus deinem Dilemma dar. Hier geht ein wenig die Logik deines Textes verloren. In meinen Ohren klingt es widersprüchlich, die Lösung genau in dem Zustand zu sehen, vor dem du noch am Anfang des Textes die größte Furcht äußerst. Daher klingt die zweite Hälfte deines Textes in meinen Ohren eher nach einem Hilferuf und weniger nach einem Lösungsweg, den du vor dir siehst.
Ich kann deine Ängste durchaus nachvollziehen. Ich denke, wir haben alle Grund genug, sehr elementare Ängste zu haben. Wir alle müssen lernen, damit umzugehen. Dein Text erinnert mich auch an einige ziemlich düstere Gedichte, die ich verfasst habe. Allerdings liegt das einige Jahre zurück, und ich durfte feststellen, dass die Jahre nicht nur die Fähigkeit wachsen lassen, dem Angsteinflößenden in diesem Leben zu trotzen, sondern auch - zwischen all den Schrecken und bedrohlichen Szenarien - das Wundervolle wahrzunehmen, zu feiern und zu genießen, das uns dieses Leben schenkt, und zwar jeden Tag, jetzt und hier. Daher wage ich es, auf den Inhalt deines Textes zu antworten: "Spring lieber erst einmal ins Leben: Du hast nichts zu verlieren außer deine Angst."
Liebe Grüße
Frieda
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FriedaK
 
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