[NonFik]Arbeitet so werdet ihr frei. Teil 6

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[NonFik]Arbeitet so werdet ihr frei. Teil 6

Beitragvon Diavolo » 07.07.2015, 05:41

Hallo liebe Schreiberlinge

Und hier geht es auch schon weiter. Lieber rental ich will Dich nicht allzu lange auf die Folter spannen. Danke für deine Kommentare, die sehr hilfreich sind, werde den ganzen Reisebericht dann überarbeiten, wenn ich auch noch den letzten Teil eingestellt habe. Der folgt auch in Kürze.

Ich freue mich über jeden Kommentar und verteile auch schon im voraus wieder :flowers:

Retter in der Not

Nachdem ich den ganzen Tag ohne aufzublicken in meinem Buch am Pool gelesen hatte, nahm ich an der Bar Platz. Die Bediensteten standen gelangweilt herum. Keine Anstalten mich zu bedienen. Obwohl ich sie ansprach, mit Gesten auf mich aufmerksam machte, war ich Luft für sie.
Sollte ich mich beim Hotelmanagement beschweren?
Fünf junge Leute setzten sich neben mich, die Barkeeper erwachten zum Leben. In Null Komma nichts bekamen sie ihre Getränke. Wir kamen ins Gespräch und ich erzählte, dass ich geschlagene zwei Stunden auf dem Trockenen gesessen hatte. Sie bestellten mir einen Drink und prosteten mir zu. In der folgenden Unterhaltung erfuhr ich, warum die Angestellten mich ignorierten. Trinkgeld war zwar im Preis inbegriffen, aber sie warteten wie Hyänen auf einen Extragroschen. Die Männer stammten aus Bordeaux, arbeiteten im Straßenbau, wie viele andere Franzosen. Nach der Arbeit trafen sie sich hier zum Apéro, bevor sie zuhause dinierten. Da mein Fauxpas nicht mehr gut zu machen war, luden sie mich ein, die Abende mit ihnen zu verbringen.
Wollten sie an Frischgemüse kommen?
Mir blieb keine Wahl, als es zu versuchen. Ich stieg ins Auto, wir fuhren durch die Nacht und kurz darauf betrat ich ihre Wohnung. Drei verschwanden in der Küche, aus der das Klappern von Töpfen und Pfannen an mein Ohr drang. Mir wurde im Wohnzimmer ein Platz angeboten und zu Dritt setzten wir die Unterhaltung fort. Nach Popeye fragend, klärten sie mich auf, dass er für die tagsüber arbeitenden, sexhungrigen Landsleute, Frauen in die Disco lockte. Der Tisch liebevoll gedeckt, die Gläser mit Weißwein gefüllt, servierten die Köche die Vorspeise. Die Konversation endete nicht, während die Köstlichkeiten des siebengängigen Menüs auf meiner Zunge vergingen. Der Rotwein fehlte genauso wenig wie das französische Baguette. Gegen Morgen brachten sie mich ins Hotel zurück und wir verabredeten uns für die restlichen Abende an der Bar.
In meinem Bett liegend, kreisten meine Gedanken um das Erlebte. Ich wusste, dass ich das Große Los gezogen hatte. Nicht der leiseste Ansatz von einer Anmache, eine harmonische Stimmung mit Schwatzen und herzhaftem Lachen. Ihre Kochkünste und die Sauberkeit in dem Haus war das Tüpfelchen auf dem i.
Damit Miesepeter mir nicht die gute Laune verdarben, stand ich spät auf, las und wartete jeden Tag, bis es fünf Uhr war.
Der Abschiedsabend mit den Franzosen war angebrochen. Sentimentalität befiel mich. Ich wollte bleiben, mich kulinarisch verwöhnen lassen, lachen bis die Tränen kullerten. Auf der Rückfahrt in mein Hotel überkam mich eine fixe Idee: Was, wenn das Flugzeug abstürzt?
Mit dieser Frage schlief ich ein.

Hier geht es zu den anderen Teilen: :lol:

Teil 1: post525319.html#p525319

Teil 2: post525472.html#p525472


Teil 3: post525677.html#p525677

Teil 4: arbeitet-so-werdet-ihr-frei-teil-4-t54476.html

Teil 5: arbeitet-so-werdet-ihr-frei-teil-5-t54526.html

Teil 7: arbeitet-so-werdet-ihr-frei-teil-7-t54664.html
Wie viele Leute schreiben und schreiben und auf dem Papier steht immer nichts!
(Johann Friedrich Freiherr Cotta von Cottendorf)
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