Aufbruch

Tipps zum Gedichte kommentieren

Aufbruch

 
Mit einer Lüge fing es an,
dabei hab’ich dir so vertraut.
Dass uns’re Liebe so begann,
hat alles nur auf Sand gebaut.

Ich hab’ gehofft, ich täusche mich,
hab’mir gewünscht, du seist nicht schlecht.
Hab’ fest geglaubt, du änderst dich,
doch meine Zweifel hatten Recht.

Erst heut’ versteh’ ich viele Dinge,
die damals mir verschlossen blieben.
Wenn ich noch immer an dir hinge,
wär’ ich wohl bald schon aufgerieben.

Doch jetzt seh' ich schon Vieles klarer,
kein Schleier mehr die Sicht vernebelt.
Erkenn’ dein Wesen immer wahrer,
du hast mich lang genug geknebelt.

Mein Herz kehrt nun zu mir zurück,
ich trauer jetzt nicht mehr um dich.
Empfinde endlich wieder Glück,
die Nebelwolken lichten sich.

von Calimero

 
Hallo,

ist ja an sich ganz schön, aber für meinen Geschmack viel zu banal geschrieben. Und die zweite Strophe stört mich etwas. Man geht doch keine Beziehung mit jemandem ein, von dem man lediglich denkt, er oder sie sei ,,nicht schlecht".
Was mich am meisten wurmt ist eigentlich, dass ich mir zu dem Gedicht keine Bilder machen kann, bzw. es enthält keine Bilder. Ist nur persönlicher Geschmack, aber ich denke, das solche ein Gedicht viel effektiver machen und es länger im Gedächtnis bleiben lassen.

LG David

von NikolasK1988

 
Hallo David,

ja, vielleicht ist mein Gedicht wirklich ein wenig banal geschrieben. :oops: Aber ich bin ja auch nicht wirklich ein Schriftsteller. Ich habe nur Gefallen daran gefunden, meine Gedanken und Gefühle in Gedichte zu fassen. Dass das nicht wirklich professionell klingen kann, nun, dessen bin ich mir sehr wohl bewußt. Ich schreibe einfach, weil es mir wahnsinnigen Spaß macht... und weil es mir gut tut. :D

Das was ich in der zweiten Strophe mit "schlecht" ausdrücken wollte, hast du wohl völlig falsch verstanden. Es war nicht gemeint wie "Na, die ist ja nicht schlecht", sondern eher im Sinne von "ich habe mir gewünscht, dass sie kein SCHLECHTER MENSCH ist", verstehst du was ich meine?

Tut mir leid, dass du mein Gedicht so schlimm fandest. Wie gesagt, häng' die Messlatte bitte nicht zu hoch, wenn du nochmal etwas von mir lesen solltest. :oops:

Lieben Gruß,
Calimero

von Calimero

Re: Aufbruch

 
Lieber Calimero,

Du beschreibst mit "Aufbruch" den enttäuschten Zustand aus einer vergangenen Liebe sehr treffend und nachvollziehbar. Du beschreibst den Irrtum des Ich-Erzählers Deines Gedichts und dass er ohne Erkennen dessen "aufgerieben" wär. Es ginge an seine Substanz.

Darum ist es schön zu lesen "Mein Herz kehrt nun zu mir zurück" denn genau da gehört es hin, egal wie sehr wir unser Gegenüber lieben :wink:

Du hast es sehr schön in Gedichtform gebracht, dickes Lob von mir.

Gruß,
Bianka

von Bianka

Re: Aufbruch

 
Liebe Bianka,

mit deinen lieben Kommentaren zu meinen Gedichten berührst du ganz zart mein Herz. Es tut so gut, deine wohlwollenden Worte zu lesen. Ich freue mich immer wieder, wenn die Gefühle, die mich bewegen und die ich in Worte zu kleiden versuche, auch anderen Menschen gefallen. Danke Bianka, ich habe mich wieder einmal sehr über deine Worte gefreut.

Viele liebe Grüße,
Christian

von Calimero

Re: Aufbruch

 
Hallo du,

es tut mir sehr leid, dass du Grund hattest, dieses Gedicht zu schreiben. Du glaubst gar nicht, wie sehr. Ich verstehe deinen Schmerz und würde ihn gerne ungeschehen machen, aber das kann ich nicht.

Als Gedicht ist es nicht besonders. Das weißt du selbst. Es ist nicht nur sehr einfach, sondern auch absolut unter deinem Niveau. Ich weiß, dass das bei einem Künstler wie dir ein Zeichen von gewisser Zwiespältigkeit ist. Darum habe ich Hoffnung auf einen neuen Aufbruch, einen mit allen Erfüllungen.

Bis bald!
Kamineko

von kamineko

Re: Aufbruch

 
Hallo Calimero,

zunächst einmal meine ich zu erahnen, was dir dein Gedicht bedeutet. Weniger wegen des Ergebnisses was vor dir liegt, sondern vielmehr weger der Auseiandersetzung mit deinem Schmerz und deinem Abschied, was deine Zeilen dann hervorgebracht hat. Ich möchte dein Gedicht jetzt nicht zerrupfen, denn es bleiben für den Leser viele Fragen offen, deren Antwort du vielleicht selber noch nicht kennst. Vielleicht weil du es noch nicht mit Abstand betrachten kannst, sondern eher deiner Ent-Täuschung Luft gemacht hast. Dein Herz gehört zu dir, vielleicht ist das die wichtigste Erkenntnis. Du hast dich getäuscht. Jemanden ändern wollen. Aber ich will dich/dein Gedicht nicht tiefer analysieren, sondern würde mich einfach nur freuen, wenn du mit einwenig Abstand zu allem, noch einmal ein Gedicht darüber schreibst.
Stilistisch wird es der Thematik nicht gerecht, die Leiermelodik in die es gebettet ist, verschluckt den Schmerz und den inneren Kampf. Vielleicht experimentierst du mit diesem Thema und verschiedenen Gedichtsformen einwenig herum? Ich würde mich sehr freuen, wenn du uns dann an deinen Experimentergebnissen, teilhaben lassen würdest. *lächelt*

sei ganz lieb gegrüßt
Eleana

von Eleana

Re: Aufbruch

 
Liebe kamineko, liebe Eleana!

Vielen Dank für euren Kommentar. Ja, natürlich bin ich mir bewußt, dass meine lyrischen Fähigkeiten unterstes Mittelmaß sind. Ich bin ja auch Informatiker und kein Schriftsteller. Es macht mir aber sehr viel Spaß zu schreiben... und es tut mir gut. Natürlich freue ich mich immer sehr, wenn ich auch mal positive und aufbauende Kommentare erhalte. Glaubt mir aber bitte, diese Kommentare verblenden mir nicht die Sicht auf meine mangelnde Begabung und den zweifelhaften Wert meiner Werke...

Hängt einfach die Messlatte nicht zu hoch und lasst bei mir auch mal fünfe grade sein.

Alles Liebe wünscht euch
Christian

von Calimero

Re: Aufbruch

 
Guten Abend calimero,
bitte schreib einfach, wie Du fühlst und empfindest. Das ist für Dich hilfreich und für die, die hier lesen, schön. Viele sind hier, weil sie schreibend Erinnerungen, Geschehnisse verarbeiten und nicht, weil sie einen lyrischen Preis gewinnen wollen;o). Ich kenne dieses Thema, ich kann nicht wirklich reimen, ich schreibe manchmal ohne Metapher und ohne lyrische Ausdrucksformen. Und trotzdem merkt man, daß da Schmerzen, Wut, Hass, Liebe, Nachgiebigkeit, Stolz, Aufbruch, Trauer, Glück, Leid,Rückzug und und und in all den Werken. Oft bekommt man hier wertvolle Hinweise zur Verbesserung. Und diese sind auch nur hilfreich. Fühl Dich hier nicht so bewertet, sondern hilfreich unterstützt. Ich fühle mich auch oft so sehr bewertet, aber darum geht es ja nicht.
Versuch einfach hier mit Spaß zu sein und die Hilfe und Anregung so anzunehmen, wie sie kommt. Alles, was Du nicht mögst und womit Du nichts anfangen kannst, lass liegen. Vielleicht, später, kann es Dir auch helfen.
Ich wünsche mir noch viele Gedichte von Dir.
LG
woelfin

PS: Bei mir hat sich leider noch kein wirklicher Aufbruch eingestellt. Aber ich habe noch nicht die Wegstrecke hinter mich gebracht, wie Du. Ich schaue mit Zuversicht auf Dein Gedicht und hoffe, daß ich eines Tages auch im Aufbruch bin. Jetzt bin ich gerade beim Weglaufen. Und zwar richtig heftig.

von woelfin

Re: Aufbruch

 
Liebe woelfin,

du hast wieder einmal sehr liebe Worte finden können, dafür danke ich dir von ganzem Herzen!

Was "deinen Aufbruch" angeht, gib bitte nicht auf! Ich weiß, was du gerade fühlst. Ich kenne die Wegstrecke, die du jetzt gehst. Das Gefühl, weglaufen zu wollen, weglaufen zu müssen. Alles scheint so dunkel zu sein, so kalt, so farblos... Aber wenn der Himmel auch noch so düster erscheint, die Sonne ist immer noch da, vielleicht wolkenverhangen und versteckt, sie ist aber da. Und irgendwann durchbricht der erste Strahl die undurchsichtige Nebelwand und die Wolkendecke bricht auf. Das Warten lohnt sich, glaub mir, vertrau mir.

Ich denke an dich!

Alles Liebe und Gute,
Christian

von Calimero