[UrFan]Avorion ~ Prolog (überarbeitet)

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[UrFan]Avorion ~ Prolog (überarbeitet)

Beitragvon Freigeborene » 12.02.2015, 11:36

Also...
Da es der Prolog ist, muss ich euch nicht viel erklären und "schmeiß" euch einfach in die Geschichte rein :D Viel Spaß beim Lesen :girl:

„Mama, tann ich jetzt wieder nach oben gehen?“, fragte der kleine Junge, nachdem er brav seine Portion Kartoffelbrei aufgegessen hatte.
„Nein, das geht nicht, du musst hier unten bleiben“, antwortete die junge Frau schnell, bevor ihr Sohn Widerspruch einlegen konnte. „Geh' doch ins Wohnzimmer und spiele ein wenig mit deiner Eisenbahn.“
Der Junge, erst zweieinhalb Jahre, machte sich auf wackeligen Beinen auf den Weg. Er hielt am Türrahmen an, stützte sich ab und schaute mit den braunen Augen zu seinem Vater hoch. „Papa, tommst du mit?“, fragte er. Sein kleiner Sprachfehler war deutlich zu hören.
„Geh' schon mal vor, ich muss noch mit deiner Mutter reden.“ Der Mann lächelte seinem Sohn zu und schaute, wie dieser ins Wohnzimmer stapfte.
„Wie geht es dir?“, wandte sich der große und breit gebaute Mann seiner Frau zu. Er legte ihr liebevoll die Hand auf den Bauch, der bereits eine Schwangerschaft zu erkennen gab.
„Mir ist nicht mehr so übel wie heute morgen, aber das Problem bereitet mir doch etwas Kopfschmerzen.“
Die beiden sahen sich an und wussten wovon die Rede war. Vor drei Tagen hatte es einen ersten Anschlag auf die Stadt gegeben. Eine Bombe war in ihr Haus eingeschlagen und hatte die oberen beiden Etagen zerstört. Das Erdgeschoss und der Keller hatten Stand gehalten, aber viele Sachen waren verbrannt und zerstört worden.
„Wie sollen wir dem Kleinen nur erklären, warum jemand so etwas tut“, flüsterte die junge Frau, während ihr Gesichtsausdruck immer trauriger wurde.
„Es wird schon wieder.“ Die tiefe Stimme des Mannes füllte den Raum mit Hoffnung.
Er wischte mit den Fingern eine einsame Träne vom Gesicht seiner Frau. „Es wird schon wieder“, wiederholte er und versuchte ihr Hoffnung zu schenken.
Ein Klingeln riss die beiden aus ihren Gedanken. „Mama! Ich will aufmachen!“, hörte man den Jungen rufen und kurz darauf polterte er zur Haustür.
Die Eltern folgten ihrem Sohn, der die Tür schon geöffnet hatte.
„Hallo“, sagte der Junge fröhlich mit seiner hellen Kinderstimme, doch der uniformierte Mann vor der Tür ignorierte ihn.
„Komm her, Süßer.“ Die Frau rief ihren Sohn zurück und streckte ihm die Hand entgegen. Ein wenig beleidigt kam der Kleine von der Tür weg und sein Vater nahm den Platz ein.
„Herr Klaasen?“, fragte der Mann.
„Ja, das bin ich.“
„Das ist für Sie“, sagte der Uniformierte und gab dem jungen Vater einen Brief. „Ein Einberufungsbefehl. Sie sind verpflichtet sich innerhalb der nächsten 48 Stunden an dem genannten Stützpunkt zu melden“, erklärte der Mann von der Europäischen Armee und ging danach ohne eine Antwort abzuwarten. Für ihn war alles gesagt.
Mit dem Brief in der Hand stand der sonst so starke Mann wie versteinert in der offenen Tür und starrte nach draußen.
Die junge Frau hatte sich auf die Treppenstufen sinken lassen, die zum zerstörten Obergeschoss führten, und fing leise an zu wimmern. Eine Träne nach der anderen rollte über ihr von Stress und Angst gezeichnetes Gesicht.
Der kleine Junge setzte sich neben seine Mutter, legte seine Hand auf ihre und sagte leise: „Mama, nicht weinen. Ich bin doch da und der Papa auch.“

Version 1.0: (Zum Lesen bitte scrollen)
„Mama, kann ich jetzt wieder nach oben gehen?“, fragte der kleine Junge, nachdem er brav seine kleine Portion Mittagessen aufgegessen hatte.
„Nein, das geht nicht, du musst hier unten bleiben“, antwortete eine junge Frau, noch keine dreißig Jahre alt. „Geh doch ins Wohnzimmer und spiele ein wenig mit deiner Eisenbahn.“
Der Junge, erst zweieinhalb Jahre, machte sich auf ein wenig wackeligen Beinen auf den Weg. Er hielt am Türrahmen an, stützte sich ab und schaute mit den braunen Augen zu seinem Vater hoch. „Papa kommst du mit?“, fragte er, wobei sich das kommst mehr wie tommst anhörte.
„Geh schon mal vor, ich muss noch mit deiner Mutter reden“, der Mann lächelte seinem Sohn zu und schaute wie dieser ins Wohnzimmer stapfte.
„Wie geht es dir?“, wandte sich der große und breit gebaute Hüne seiner Frau zu. Er legte ihr liebevoll die große Hand auf den Bauch, der bereits eine Schwangerschaft zu erkennen gab.
„Mir ist nicht mehr so übel wie heute morgen, aber das Problem bereitet mir doch etwas Kopfschmerzen.“
Die beiden sahen sich an und wussten wovon die Rede war. Vor drei Tagen hatte es einen ersten Anschlag auf die Stadt gegeben, in der sie wohnten. Eine Bombe hatte die oberen beiden Etagen zerstört. Das Erdgeschoss und der Keller hatten Stand gehalten, aber viele Sachen waren verbrannt und zerstört worden.
„Wie sollen wir es dem Kleinen nur erklären?“, flüsterte die junge Frau und ihr Gesichtsausdruck wurde trauriger.
„Es wird schon wieder“, schallte die tiefe Stimme des Mannes leise durch den Raum. Er wischte mit den Fingern eine einsame Träne vom Gesicht seiner Frau. „Es wird schon wieder“, wiederholte er und versuchte alle Hoffnung, die noch in ihm war, in diesen Satz zu legen.
Ein Klingeln riss die beiden aus ihren Gedanken. „Mama ich will aufmachen!“, hörte man den Jungen rufen und kurz darauf polterte er zur Tür.
Die Eltern folgten ihrem Sohn, der die Tür schon geöffnet hatte.
„Hallo“, sagte der Kleine fröhlich mit seiner hellen Kinderstimme, doch der uniformierte Mann vor der Tür ignorierte ihn.
„Komm her“, rief die Frau ihren Sohn zurück und streckte ihm die Hand entgegen. Ein wenig beleidigt kam der Kleine von der Tür weg und sein Vater nahm den Platz ein.
„Herr Klaasen?“, fragte der Mann.
„Ja das bin ich.“
„Das ist für sie“, sagte der Uniformierte und gab dem jungen Vater einen Brief. „Sie sind verpflichtet. Melden sie sich innerhalb der nächsten 48 Stunden an einem unserer Stützpunkte“, sprach der Mann von der Europäischen Armee weiter und ging danach ohne eine Antwort abzuwarten. Für ihn war alles gesagt.
In der einen Hand den Brief, in der anderen die Haustür stand der sonst so starke Mann wie versteinert dort.
Die junge Frau hatte sich auf die nicht von Trümmern bedeckten Treppenstufen sinken lassen und fing leise an zu wimmern. Eine Träne nach der anderen rollte über ihr von Stress und Angst gezeichnetes Gesicht.
Der kleine Junge ging zu seiner Mutter hinüber, legte seine Hand auf ihre und sagte leise: „Mama nicht weinen. Ich bin doch da und der Papa auch.“



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Re: Avorion ~ Prolog

Beitragvon Sasskia » 12.02.2015, 13:19

Grüß dich Freigeborene!

Jetzt bin ich also in deiner Geschichte gelandet und möchte dir meine Eindrücke und Vorschläge nicht vorenthalten :geek:

...fragte der kleine Junge, nachdem er brav seine kleine Portion Mittagessen aufgegessen hatte.


Vielleicht wäre "fragte der kleine Junge nach dem Mittagessen" eine Möglichkeit, die Wortwiederholung zu vermeiden.

So die Altersangaben von Mutter und Kind nicht notwendig für die Geschichte sind, würde ich sie weglassen. "Kleiner Junge" und "junge Frau" wäre mir Information genug.
Ich bin auch nicht so sicher, ob ein zweieinhalbjähriger Junge den Eingangssatz so fehlerfrei sprechen könnte, wenn sein "kommst du" wie "tommst du" klingt.

„Wie geht es dir?“, wandte sich der große und breit gebaute Hüne seiner Frau zu.


"Hüne" impliziert doch groß und breit gebaut, oder?

„Mir ist nicht mehr so übel wie heute morgen, aber das Problem bereitet mir doch etwas Kopfschmerzen.“
Die beiden sahen sich an und wussten wovon die Rede war. Vor drei Tagen hatte es einen ersten Anschlag auf die Stadt gegeben, in der sie wohnten. Eine Bombe hatte die oberen beiden Etagen zerstört. Das Erdgeschoss und der Keller hatten Stand gehalten, aber viele Sachen waren verbrannt und zerstört worden.
„Wie sollen wir es dem Kleinen nur erklären?“, flüsterte die junge Frau, während ihr Gesichtsausdruck immer trauriger wurde.
„Es wird schon wieder“, schallte die tiefe Stimme des Mannes leise durch den Raum. Er wischte mit den Fingern eine einsame Träne vom Gesicht seiner Frau. „Es wird schon wieder“, wiederholte er und versuchte alle Hoffnung, die noch in ihm war, in diesen Satz zu legen.


"Das Problem", jetzt wird es interessant.
Die Beiden sahen sich an und wussen wovon die Rede war, wie gemein, ich hab keine Ahnung!
Eine Bombe hat die ersten beiden Etagen der Stadt zerstört?
Das Erdgeschoss und der Keller hatten Stand gehalten?
Davon hat der Kleine nichts bemerkt?
Ich fürchte, dass muss die junge Frau nicht nur ihrem Sohn erklären :XD: mir bitte auch!
Leise schallen ist meiner Meinung nach nicht möglich, und was "wird wieder"?

„Das ist für sie“, sagte der Uniformierte und gab dem jungen Vater einen Brief. „Sie sind verpflichtet. Melden sie sich innerhalb der nächsten 48 Stunden an einem unserer Stützpunkte“, erklärte der Mann von der Europäischen Armee und ging danach ohne eine Antwort abzuwarten. Für ihn war alles gesagt.

Mein Vorschlag dazu:
"Ihr Einberufungsbefehl", erklärte der Uniformierte von der Europäischen Armee und übergab ihm das Dokument. "Binnen 48 Stunden haben Sie sich auf dem genannten Stützpunkt einzufinden!" Er ging, ohne eine Antwort abzuwarten.

In der einen Hand den Brief, in der anderen die Haustür stand der sonst so starke Mann wie versteinert dort.


Mir drängt sich da folgendes Bild auf: In der einen Hand hält er den Brief, in der anderen die aus den Angeln gehobene Haustür .... ich denke nicht, dass du das beabsichtigt hast, oder?
Vielleicht reicht ... wie versteinert blieb der sonst so starke Mann stehen.
Mir ist auch nicht klar, weshalb du extra erwähnst, dass auf den Stufen keine Trümmer liegen.



Der kleine Junge setzte sich neben seine Mutter, legte seine Hand auf ihre und sagte leise: „Mama nicht weinen. Ich bin doch da und der Papa auch.“

Dieser Satz hat mir sehr gut gefallen, und ist eine gute Überleitung in die weitere Geschichte!

Ich mag deine bildhafte Sprache, auch wenn du manchmal zu verschwenderisch mit Adjektiven umgehst :wink:
Allerdings fehlen mir in deinem Prolog einige Informationen:
- Was genau ist das Problem?
- Von wem werden sie angegriffen?

Auf jeden Fall hast du mein Interesse geweckt, und ich bin schon sehr gespannt, wie es weitergeht :reading:

Liebe Grüße aus Wien

Sasskia :girl:
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Re: Avorion ~ Prolog

Beitragvon Freigeborene » 12.02.2015, 15:29

Danke für die Verbesserungsvorschläge :D Das mit dem kleinen Jungen und der kleinen Portion ist mir auch schon aufgefallen, aber mir ist keine Alternative eingefallen. Werde deinen Vorschlag auf jeden berücksichtigen.
Und nein, eine Bombe hat nur die oberen beiden Etagen des Hauses zerstört :XD: Es geht bei der Erklärung auch nicht darum, dass der kleine Junge es gar nicht mit bekommen hat, sondern wie die Eltern ihm erklären sollen, warum jemand so etwas tut.
Das das Ganze ein wenig gemein formuliert ist, ist Sinn der Sache ;) Der Leser soll ja weiter lesen wollen. Deshalb wollte ich im Prolog auch noch nicht alle Informationen bekannt geben. Die sollen dann im Laufe der Geschichte folgen.
Nach dem Prolog erfolgt übrigens ein Zeitsprung und man wird erstmal komplett von dieser Situation "weg gerissen", also sollen die Fragen die entstehen im weiteren Verlauf geklärt werden, damit man am Ende alles versteht.
Die Idee den Leser so zum weiter lesen zu animieren, scheint ja aufgegangen zu sein :D

Hab den Prolog in meinem Manuskript geändert, stell das jetzt aber hier nicht ein, damit diese Version kommentiert werden kann.
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Re: Avorion ~ Prolog

Beitragvon cybrgreen » 12.02.2015, 17:32

Okay, hier kommt meine erste Bewertung hier. Ich bin etwas aus der Übung, weil meine letzte wohl so fünf Jahre zurückliegt - oder wann auch immer schülerVZ geschlossen wurde :D
Ich will nicht harsch oder böse rüberkommen, sondern messe alle Werke hier einfach nur an den Büchern, die ich gut gelungen finde - also eben schon veröffentlichte Werke, die ich als Orientierung empfehlenswert finde. Ich hoffe, dass dir das hilft!
Meine Kommentare in rot.

„Mama, kann ich jetzt wieder nach oben gehen?“, fragte der kleine Junge, nachdem er brav seine kleine Portion Mittagessen aufgegessen hatte. [Das hat man ja schon bemängelt. Die Information, dass das Mittagessen klein ist, finde ich dann eher überflüssig, auch wenn du damit wohl ein paar Niedlichkeitspunkte für den Jungen reinholen wolltest.]
„Nein, das geht nicht, du musst hier unten bleiben“,[Ich hätte persönlich daraus zwei Sätze gemacht. Also: "Nein, das geht nicht. Du musst hier unten bleiben." Aber das ist nur mein Geschmack.] antwortete eine junge Frau, noch keine dreißig Jahre alt. „Geh´ [Benutz hier lieber den Apostroph, den du über Shift+Hashtagtaste bekommst, also ('). Die werden korrekterweise benutzt - und nicht der neben dem Fragezeichen (`).] doch ins Wohnzimmer und spiele ein wenig mit deiner Eisenbahn.“
Der Junge, erst zweieinhalb Jahre, machte sich auf ein wenig wackeligen Beinen auf den Weg. Er hielt am Türrahmen an, stützte sich ab und schaute mit den braunen Augen zu seinem Vater hoch. „Papa[,] kommst du mit?“, fragte er, wobei sich das kommst mehr wie tommst anhörte. [Ich hätte entweder "wobei sich das "kommst" mehr wie "tommst"" geschrieben oder die beiden Wörter kursiv gemacht. Wobei ich auch okay fände, wenn der Junge einfach in der wörtlichen Rede "tommst" sagt, weil der Nebensatz für mich nicht so schön klingt.]
„Geh´ [Hier nochmals: ' statt `/´ - Kleinkariert, ich weiß ;)]schon mal vor, ich muss noch mit deiner Mutter reden“, [Das hier ist eigentlich kein Begleitsatz zur wörtlichen Rede, also gehört es eigentlich so: "...noch mit deiner Mutter reden." Der Mann ...] der Mann lächelte seinem Sohn zu und schaute wie dieser ins Wohnzimmer stapfte.
„Wie geht es dir?“, wandte sich der große und breit gebaute Hüne seiner Frau zu. Er legte ihr liebevoll die große [unschöne Wortwiederholung] Hand auf den Bauch, der bereits eine Schwangerschaft zu erkennen gab.
„Mir ist nicht mehr so übel wie heute morgen, aber das Problem bereitet mir doch etwas Kopfschmerzen.“
Die beiden sahen sich an und wussten[, (glaube ich)] wovon die Rede war. Vor drei Tagen hatte es einen ersten Anschlag auf die Stadt gegeben, in der sie wohnten [ "in der sie wohnten" kannst du auch weglassen, man versteht es auch so.]. Eine Bombe hatte die oberen beiden Etagen zerstört. Das Erdgeschoss und der Keller hatten Stand gehalten, aber viele Sachen waren verbrannt und zerstört worden.
„Wie sollen wir es dem Kleinen nur erklären?“, flüsterte die junge Frau, während ihr Gesichtsausdruck immer trauriger wurde.
„Es wird schon wieder“, schallte die tiefe Stimme des Mannes leise [Eine Frage meinerseits: Kann etwas leise durch den Raum schallen? Ich verbinde mit "durch den Raum schallen" immer eher was Lautes :D] durch den Raum. Er wischte mit den Fingern eine einsame Träne vom Gesicht seiner Frau. „Es wird schon wieder“, wiederholte er und versuchte alle Hoffnung, die noch in ihm war, in diesen Satz zu legen.
Ein Klingeln riss die beiden aus ihren Gedanken. „Mama[,] ich will aufmachen!“, hörte man den Jungen rufen und kurz darauf polterte er zur Haustür.
Die Eltern folgten ihrem Sohn, der die Tür schon geöffnet hatte.
„Hallo“, sagte der Kleine fröhlich mit seiner hellen Kinderstimme, doch der uniformierte Mann vor der Tür ignorierte ihn.
„Komm her.“[Leerzeichen vergessen - noch kleinkarierter, jaja, ich weiß] Die Frau rief ihren Sohn zurück und streckte ihm die Hand entgegen. Ein wenig beleidigt kam der Kleine [wieder unschöne Wortwiederholung] von der Tür weg und sein Vater nahm den Platz ein.
„Herr Klaasen?“, fragte der Mann.
„Ja[,] das bin ich.“
„Das ist für sie[Sie groß, weil Anrede]“, sagte der Uniformierte und gab dem jungen Vater einen Brief. „Sie sind verpflichtet. Melden sie[Sie groß, weil Anrede] sich innerhalb der nächsten 48 Stunden an einem unserer Stützpunkte“, erklärte der Mann von der Europäischen Armee und ging danach ohne eine Antwort abzuwarten. Für ihn war alles gesagt.
In der einen Hand den Brief, in der anderen die Haustür stand der sonst so starke Mann wie versteinert dort.
Die junge Frau hatte sich auf die nicht von Trümmern bedeckten Treppenstufen [meinst du damit diejenigen Stufen, die nicht irgendwie verschmutzt sind? Dann wäre vielleicht eine Formulierung à la "noch sauberen, nicht von Trümmern bedeckten Treppenstufen" (geht bestimmt auch schöner, aber mir fällt gerade nichts Besseres ein) passender, findest du nicht?] sinken lassen und fing leise an zu wimmern. Eine Träne nach der anderen rollte über ihr von Stress und Angst gezeichnetes Gesicht.
Der kleine Junge setzte sich neben seine Mutter, legte seine Hand auf ihre und sagte leise: „Mama[,] nicht weinen. Ich bin doch da und der Papa auch.“[/color]

Guuut. Also generell schonmal ein großes Lob für Rechtschreibung und Zeichensetzung - vor allem wörtliche Rede, hallelujah - denn das habe ich leider seltener so sauber gesehen :D
Zum Schreibstil: Ich persönlich mag keine allwissenden Erzähler. Dein Erzähler übernimmt ja quasi all die Aufgaben des Lesers und verrät zum Beispiel, wer sich wie fühlt und auch, dass der Mann in der Tür von der Europäischen Armee ist. So etwas finde ich persönlich immer schöner, wenn es natürlich geschieht - also durch die Charaktere, wenn sie zum Beispiel ein... Abzeichen oder so an der Uniform erkennen und ihn dadurch als Soldat der Europäischen Armee einordnen können. Auch finde ich, dass du zu viele Nebensätze benutzt, die alles so überdeutlich erklären. Du bist fast durchgehend so vorgegangen: Person xy sagt etwas, im Begleitsatz der wörtlichen Rede stehen Informationen zu Alter, Aussehen, Größe, Gefühle. Wie gesagt, das fände ich etwas subtiler verpackt schöner, denn ich stehe drauf, wenn der Leser nicht zu Beginn alles erfährt. Deswegen ist es auch fein und gut, dass du "das Problem" einfach nur erwähnst. Sonst wirkt es einfach zu gestellt und zu "hier, lieber Leser, nimm alle Informationen, da ich noch etwas überfordert bin mit Spannungsaufbau und sortieren der Ereignisse meiner Handlung". So kannst du eben schlecht Überraschungen oder eine besondere Spannung aufbauen. Wie auch schon mein Vorgänger gesagt hat, fand er "das Problem" spannend, aber zu den Figuren kam nichts, oder? Eben weil du so viel zu ihnen verrätst. Nun gut, bis auf die Namen ;) - was ich persönlich (und das ist jetzt wirklich auch nur mein Geschmack) nicht so mag, denn ausschließlich Formulierungen wie "der kleine Junge/die junge Frau/der große Mann" machen es vermehrt gestellt und nicht... natürlich, so als würde ich einen Einblick erhalten in das Leben REALER Personen, die ganz unvermittelt miteinander reden und interagieren.
Gut, dann hoffe ich, dass du mich damit nicht hasst und es dir was gebracht hat. Der Prolog ist nicht schlecht und sowieso macht Übung den Meister :girl:
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Re: Avorion ~ Prolog

Beitragvon paratoxic » 12.02.2015, 19:49

Hallöchen :)
Nachdem Sasskia schon ein paar Anmerkungen angebracht hat, werde ich auch noch ein bisschen was zu deinem Text schreiben. Dinge, die schon angemerkt wurden, wiederhole ich (möglichst) nicht noch einmal.

„Nein, das geht nicht, du musst hier unten bleiben“, antwortete eine junge Frau, noch keine dreißig Jahre alt.


Was mich hier ein wenig stört, ist der Ausdruck "eine junge Frau", genauer gesagt ist es das Wort eine. Nachdem der Junge die Frau schon "Mama" genannt hat, wirkt diese Beschreibung wieder etwas... distanziert. Ich weiß auch nicht genau, wie ich das korrekt beschreiben soll. Aber wenn man den Satz so liest, könnte es sich bei der Frau auch um die Nachbarin handeln, die auf das Kind aufpasst. So wird meiner Meinung nach zwischen den beiden keine nähere emotionale Verbindung hergestellt. Das ist jetzt natürlich nicht schlimm, aber beim Lesen ist es mir aufgefallen.

Der Junge, erst zweieinhalb Jahre, machte sich auf ein wenig wackeligen Beinen auf den Weg.


Der Ausdruck "auf ein wenig wackeligen Beinen" liest sich spontan etwas holprig, da musste ich zweimal drüber lesen. Vielleicht könntest du die Informationen in zwei Sätze packen; in etwa so: "Der Junge machte sich auf den Weg - seine Schritte waren noch unsicher und er schwankte ein wenig."
So käme man drum herum, einen so langen Ausdruck zu verwenden.

„Papa kommst du mit?“, fragte er, wobei sich das kommst mehr wie tommst anhörte.


Zwei Anmerkungen an dieser Stelle: Das Wort "tommst" würde ich in Anführungszeichen setzen, das ist an dieser Stelle ja so etwas wie ein Zitat. Andererseits wäre es vielleicht auch eine Überlegung wert, den Jungen in seiner wörtlichen Rede gleich das Wort "tommst" zu verwenden. Denn sonst liest man erst den Satz des Jungen und in im Geiste spricht er ganz korrekt - die Information, dass er das eine Wort nicht richtig ausgesprochen hat kommt danach also schon ein wenig zu spät.

„Mir ist nicht mehr so übel wie heute morgen, aber das Problem bereitet mir doch etwas Kopfschmerzen.“ Die beiden sahen sich an und wussten wovon die Rede war.


Beim Lesen kam mir eine Frage in den Sinn: Wenn beide doch wissen, worum es geht, warum macht die Frau dann nur eine Andeutung? Es hört ja niemand mit, vor dem man Geheimnisse haben müsste. Ich verstehe, warum du den Dialog so angegangen bist, denn so werden ja beim Leser immerhin einige Fragen aufgeworfen. Doch andererseits wirkt diese Dialogzeile auf mich - aufgrund dieser kleinen Logiklücke - ein wenig gestelzt.

„Wie sollen wir es dem Kleinen nur erklären?“, flüsterte die junge Frau, während ihr Gesichtsausdruck immer trauriger wurde.


Dass ihr Gesichtsausdruck immer trauriger wird, kann man auch subtiler beschreiben, also einfach nicht so direkt. Das Problem einer solchen Formulierung: Du schreibst zwar, dass die Frau immer trauriger wird - doch der Leser merkt (bis auf diese Feststellung) nichts davon. Du, als Autor, bist dir natürlich darüber bewusst, wie es deinem Charakter in dieser Situation geht, aber dem Leser muss das erst nähergebracht werden. Du könntest stattdessen beschreiben, was mit der Frau geschieht: ihre Augen fangen an zu glänzen, ihre Lippen beben, sie vergräbt ihr Gesicht in den Händen, etc.
All das signalisiert genau das, was du dem Leser zeigen möchtest.

Eine Träne nach der anderen rollte über ihr von Stress und Angst gezeichnetes Gesicht.


Auch hier könnte man anders beschreiben, dass die Frau gestresst ist und Angst hat (zum Beispiel: Wie sieht so ein Gesicht aus?).

Generell fehlen hier und da auch ein paar Kommata, die habe ich jetzt nicht noch hinzugefügt. Wenn du möchtest, kann ich das aber noch nachholen ;)
Insgesamt muss ich sagen, dass mir der Ausschnitt schon gut gefallen hat; er macht auch jeden Fall neugierig auf die Geschichte (und eignet sich daher schon mal gut als Prolog). Ich finde es schön, dass du dich um eine bildhafte Sprache bemühst, das verleiht der Geschichte schon gleich viel mehr Leben. Es gibt zwar noch ein paar kleine Unsauberkeiten, aber die sollten sich leicht ausbügeln lassen.
Ich hoffe, das hilft dir weiter :)
Viele Grüße,
paratoxic
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Re: Avorion ~ Prolog

Beitragvon TheWolf » 12.02.2015, 20:14

„Mama, kann ich jetzt wieder nach oben gehen?“, fragte der kleine Junge, nachdem er brav seine kleine Portion Mittagessen aufgegessen hatte.


Zwei mal das Wort "kleine" und zwei mal "essen". Außerdem würde ich das Ende des Satzes ändern. "nachdem er sein Mittagessen vertilgt hatte."
Dass es nur eine kleine Portion war, die er gegessen hatte, dürfte wohl klar sein, bei einem "kleinen Jungen".

„Nein, das geht nicht, du musst hier unten bleiben“, antwortete eine junge Frau, noch keine dreißig Jahre alt. „Geh´ doch ins Wohnzimmer und spiele ein wenig mit deiner Eisenbahn.“


Warum? Jeder kleine Junge würde sofort fragen, warum...Noch bevor die Mutter weiterreden kann.

„Papa kommst du mit?“, fragte er, wobei sich das kommst mehr wie tommst anhörte.


Komma nach "Papa".

„Geh´ schon mal vor, ich muss noch mit deiner Mutter reden“, der Mann lächelte seinem Sohn zu und schaute wie dieser ins Wohnzimmer stapfte.


Wörtliche Reden, die keinen fortlaufenden Satz dahinter haben enden so: "...reden." Der Mann...
Außerdem kommt ein Komma nach "schaute".

„Es wird schon wieder“, schallte die tiefe Stimme des Mannes leise durch den Raum.


Kann ich mir schwer vorstellen, dass eine tiefe, leise Stimme durch den Raum "schallt", es sei denn es is ne Besenkammer oder so.

„Es wird schon wieder“, schallte die tiefe Stimme des Mannes leise durch den Raum. Er wischte mit den Fingern eine einsame Träne vom Gesicht seiner Frau.


Die wörtliche Rede ist nach Raum beendet -> Absatz.

„Es wird schon wieder“, schallte die tiefe Stimme des Mannes leise durch den Raum.
Er wischte mit den Fingern eine einsame Träne vom Gesicht seiner Frau.

Und wie gesagt das Thema mit der durch den Raum schallenden Stimme des Mannes hatte ich ja schon kritisiert.

„Es wird schon wieder“, wiederholte er und versuchte alle Hoffnung, die noch in ihm war, in diesen Satz zu legen.


Das würde ich weglassen und das mit der Hoffnung bei dem ersten "Es wird schon wieder" mit einbauen.

„Komm her.“Die Frau rief ihren Sohn zurück und streckte ihm die Hand entgegen.


Leerzeichen nach der wörtlichen Rede bitte einfügen, danke!

Für ihn war alles gesagt.


Den Satz kannste weglassen, ist überflüssig nach meiner Auffassung.

In der einen Hand den Brief, in der anderen die Haustür stand der sonst so starke Mann wie versteinert dort.


Den Satz musste ich drei Mal lesen. Ich würde vorschlagen, du versuchst ihn etwas umzuformulieren, sodass man keinen Knoten im Hirn bekommt, wenn man ihn liest.

Die junge Frau hatte sich auf die nicht von Trümmern bedeckten Treppenstufen sinken lassen und fing leise an zu wimmern.


Ich würd "nicht von Trümmern bedeckten" weglassen, das irritiert beim Lesen.
"Die junge Frau hatte sich auf die Treppenstufen sinken lassen, die zum zerstörten Obergeschoss führte, und fing leise an zu wimmern."
So oder so ähnlich würde ich den Satz schreiben. Den Relativsatz hab ich deshalb eingeschoben, weil es ohne ihn seltam klingen würde.

Der kleine Junge setzte sich neben seine Mutter, legte seine Hand auf ihre und sagte leise: „Mama nicht weinen. Ich bin doch da und der Papa auch.“


Ich versuche, bei meinen Texten die wörtliche Rede nach einem Doppelpunkt möglichst zu vermeiden. Würde ich dir auch raten, ansonsten ein schönes Ende des Prologs. Btw, Komma nach "Mama"


Zum Fazit:

Ich find den Prolog genial, ehrlich, trotz der vielen Kritikpunkte. Merze die aus und du hast einen Prolog, der jeden, der ihn liest, zum Weiterlesen animiert.
Dein Text ließ sich abgesehen von ein paar Stolperfallen flüssig lesen. Ich hab ihn gleich zwei Mal gelesen, weil ich von dem Szenario begeistert bin. Mutter, Vater, kleiner Sohn, Mutter schwanger und Vater wird eingezogen. Das könnte hart werden für die Familie. eine regelrechte Zerreißprobe.
Naja Wie auch immer ich hoffe eine Fortsetzung lesen zu können, irgendwann. Je eher desto besser!

MfG

TheWolf

PS.:
Ich hoffe du stellst irgendwann noch die editierte Version des Prologs rein.
Auf welcher Deponie wird Datenmüll verbrannt?
Gibt es intelligente Windeln für Klugscheißer?
Kann mir mal einer die beiden Fragen beantworten? :mrgreen:
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Re: Avorion ~ Prolog

Beitragvon Freigeborene » 12.02.2015, 21:10

Erstmal danke an euch alle für die Kommentare :D

An alle: Ich weiß, dass ich ein Problem habe mit langen Sätzen, "Schachtelsätze" wie meine beste Freundin zu sagen pflegt. Deshalb bin ich immer dankbar dafür, wenn mir jemand sagt, dass meine Sätze zu lang und kompliziert sind. :XD:

An cybrgreen : Erstmal danke für die Anmerkung mit dem Apostroph, das hatte bisher niemand bemängelt, deshalb habe ich nicht drauf geachtet, werde ich jetzt aber machen .
Das mit dem Sprachfehler des kleinen Jungen habe ich in meinem Manuskript schon überarbeitet.
Das mit den Namen ist gewollt, da die Geschichte nach dem Prolog einen Zeitsprung bekommt und der Leser die Figuren nicht sofort wieder erkennen soll ;)

An paratoxic: Du hast jetzt bemängelt, dass ich das Problem nicht weiter erläutert habe, aber allen anderen gefällt es. Deshalb glaube ich, dass es Geschmackssache ist und mir gefällt es so gut :)

An TheWolf: Das mit der tiefen Stimme habe ich geändert. Ich habe jetzt statt "schallte" "hallte" geschrieben, was auch bei leisen Tönen geht.
Das mit der Hoffung ist extra. Der Mann muss es selbst nochmal sagen, damit er selbst daran glauben kann, weil er ja damit rechnen muss in den Krieg zu müssen.

Die überarbeitete Version wird dann am Wochenende irgendwann folgen.
Bei den weiteren Textstücken muss ich erstmal gucken, was ihr zu lesen bekommt, weil ich schon über 24.000 Wörter habe und noch überlegen muss, was ich rein stelle :dasheye:
Wunder geschehen dort, wo alle Hoffung verloren ist. Deshalb werden die stärksten Kämpfer niemals ein Wunder erleben, denn sie würden nicht aufgeben.
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Re: Avorion ~ Prolog (überarbeitet)

Beitragvon TheWolf » 14.02.2015, 07:10

Tagchen!

Schön, dass du eine überarbeitete Version reingestellt hast. Hätte es nur schöner gefunden, wenn du die Rohversion mitgepostet hättest, zum einfachen Vergleichslesen. Musste sehr viel scrollen, um die ganzen alten Textstellen in den Kommentaren anderer zu finden. Mit dem Button "alteversion=" (hinters Gleichheitszeichen einfach 1.0 schreiben) lässt sich das ganz einfach machen. Dann sieht das so aus wie bei meiner überarbeiteten Version von meinem Prolog.
So dann wollen wir uns mal daran machen, deine überarbeitete Version zu kommentieren.

Freigeborene hat geschrieben:„Es wird schon wieder“, wiederholte er und versuchte der Brünetten Hoffnung zu schenken.


Statt "der Brünetten" würde ich hier "ihr" (in Bezug auf das eine Zeile weiter oben stehende "seine Frau") schreiben. Das "der Brünetten" klingt abweisend finde ich. Dass sie braune Haare hat, kannste irgendwann beiläufig im ersten Kapitel erwähnen, Der Prolog ist nicht dafür gedacht, Personen zu beschreiben. Das sind Infos die für den Start einer Geschichte nicht relevant sind.

Freigeborene hat geschrieben:„Es wird schon wieder“, tönte es ein drittes und letztes Mal durch die Küche.


Ich denke wenn er sich zwei mal wiederholt reicht das aus. Ein drittes Mal wirkt irgendwie etwas übersteuert.

Freigeborene hat geschrieben:„Ein Einberufungsbefehl. Sie sind verpflichtet sich innerhalb der nächsten 48 Stunden an dem genannten Stützpunkt zu melden“, erklärte der Mann von der Europäischen Armee und ging danach ohne eine Antwort abzuwarten.


Komma nach "verpflichtet".

Freigeborene hat geschrieben:Für ihn war alles gesagt.


Würd ich immer noch weglassen. ^^

Von

Freigeborene hat geschrieben:In der einen Hand den Brief, in der anderen die Haustür stand der sonst so starke Mann wie versteinert dort.


zu

Freigeborene hat geschrieben:Mit dem Brief in der Hand stand der sonst so starke Mann wie versteinert in der offenen Tür und starrte nach draußen.


ist definitiv eine Verbesserung :rmgreen:


Fazit:
Definitiv eine enorme Verbesserung im Vergleich zur vorherigen Version. Sieht man auch daran, dass ich deutlich weniger zu bemängeln hatte.

MfG

TheWolf
Zuletzt geändert von TheWolf am 14.02.2015, 14:30, insgesamt 1-mal geändert.
Auf welcher Deponie wird Datenmüll verbrannt?
Gibt es intelligente Windeln für Klugscheißer?
Kann mir mal einer die beiden Fragen beantworten? :mrgreen:
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Re: Avorion ~ Prolog (überarbeitet)

Beitragvon Freigeborene » 14.02.2015, 11:18

Nochmals danke für den Kommentar :dasheye:
Das mit dem dritten Mal "Es wird schon wieder" habe ich mir auch schon gedacht, war mir aber eben nicht sicher, deshalb wollte ich nochmal eine andere Meinung hören und habe es jetzt auch sofort geändert.
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Re: Avorion ~ Prolog (überarbeitet)

Beitragvon Rebirz » 16.02.2015, 00:01

Hallo Freigeborene,

da du auch fleißig in meinem Werk unterwegs bist, muss ich mir jetzt auch deines zur Gemüte führen :)

Vor drei Tagen hatte es einen ersten Anschlag auf die Stadt gegeben.

Hat es seit diesem, noch mehrere gegeben? Oder wissen sie, dass noch weitere folgen?
Entweder würde ich schreiben: "Es hatte einen ersten Anschlag gegeben" oder "hatte es den ersten Anschlag gegeben" Deine Formulierung ist da etwas schwamming zwischen zwei Aussagen.

Eine Bombe war in ihr Haus eingeschlagen und hatte die oberen beiden Etagen zerstört. Das Erdgeschoss und der Keller hatten Stand gehalten, aber viele Sachen waren verbrannt und zerstört worden.

Wortwiederholung. 2x "Zerstört". Würde ich zweiten Satz einfach weglassen. Bombe + Verbrannt ist genug, um zu verstehen, dass einiges zu Bruch gegangen ist :)

„Es wird schon wieder.“ Die tiefe Stimme des Mannes füllte den Raum mit Hoffnung.
Er wischte mit den Fingern eine einsame Träne vom Gesicht seiner Frau. „Es wird schon wieder“, wiederholte er und versuchte ihr Hoffnung zu schenken.

Wieder eine Wiederholung. Vorschlag für den ersten Satz: "Die tiefe Stimme des Mannes, nahm etwas von der bedrückenden Stimmung aus dem Raum."

Sie sind verpflichtet sich innerhalb der nächsten 48 Stunden an dem genannten Stützpunkt zu melden“, erklärte der Mann von der Europäischen Armee und ging danach ohne eine Antwort abzuwarten. Für ihn war alles gesagt.

Vorschalg: ... und ging, ohne eine Antwort ...
"Danach" ist ein unnötiger Füller und der Satz liest sich dadurch holprig.

Die junge Frau hatte sich auf die Treppenstufen sinken lassen, die zum zerstörten Obergeschoss führten, und fing leise an zu wimmern. Eine Träne nach der anderen rollte über ihr von Stress und Angst gezeichnetes Gesicht.

Ich schreibe einfach mal, wie ich es formulieren würde. Was du davon verwendest bleibt natürlich dir überlassen :)
"Die junge Frau hatte sich auf die Treppenstufen sinken lassen, welche zum zerstörten Obergeschoss führten. Leiste fing sie zu wimmern an. Eine träne nach der ... usw."

Der kleine Junge setzte sich neben seine Mutter, legte seine Hand auf ihre und sagte leise: „Mama, nicht weinen. Ich bin doch da und der Papa auch.“

Sehr schöner und dramatischer Schlussatz! Der Kleine hat nicht verstanden, was dieser Brief für seinen Vater bedeutet. (Es muss auch mal Lob hier rein und nicht immer nur Kritik! :D )

Ich möchte anmerken, dass ich die Rohfassung nicht gelesen habe! Die jetzige Version ist Inhaltlich sehr gut geschrieben und verlangt nur noch nach ein paar kleinen Verbesserungen. Dazu gehören meiner Meinung nach auch eininge Kommafehler, aber ich maße mir nicht an, diese zu korrigieren. Da bin ich selbst zu schwach auf der Brust. :)

Immer weiter so!

Gruß
Rebirz
Ich habe keine schlauen Sprüche, aber ich pfelge immer zu sagen: "Wenn's nicht rockt, isses fürn A..."
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Re: Avorion ~ Prolog (überarbeitet)

Beitragvon Freigeborene » 16.02.2015, 19:42

Ich werde versuchen die Wortwiederholungen auszulöschen :D
Es freut mich sehr, dass mein Schlusssatz gut ankommt :!: Das ist ja wichtig, schließlich ist es das, was der Leser als letztes liest und ihn dazu bringen soll weiter zu lesen.
Danke für den Kommentar
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Re: Avorion ~ Prolog (überarbeitet)

Beitragvon Kenny » 08.03.2015, 02:01

Nun. Dann füge ich hier mal meine Punkte hinzu. Es sind nur einige wenige.

bevor ihr Sohn Widerspruch einlegen konnte


Der Sohn kann keinen Widerspruch einlegen bevor er nicht die Antwort weiß. Ich würde Widerspruch einlegen mit verschwinden, loslaufen oder ähnlichem ersetzen.

Die Eltern folgten ihrem Sohn, der die Tür schon geöffnet hatte.

Man könnte argumentieren das dies schwierig ist. Der zweijährige wird mit "wackeligen Beinen" beschrieben. Er ist also nicht gerade schnell.

Mama, nicht weinen. Ich bin doch da und der Papa auch.

Auch wenn man argumentieren könnte das dies hier der Fall ist, so sollte ein Kind in seinem Alter nicht in Lage sein zu verstehen was passiert ist. Es wäre vielleicht eine gute Idee, das Kind fragen zu lassen oder anderweitig Verwirrung auszudrücken.

aber das Problem

Das Problem :wink: hierbei ist, dass jemand so nur reden würde wenn man etwas wirklich nicht beim Namen nennen will. Wenn zum Beispiel jemand im Raum wäre, der nicht wissen sollte wovon die beiden sprechen. Da dies nicht der Fall ist würde ich das Problem beim Namen nennen. Du musst es nicht einmal erklären. Alternativ würde sie es gar nicht benennen und einfach davon ausgehen das ihr Mann weiß wovon sie spricht.

Fazit:

Es passiert nicht viel und doch reicht es aus um die eigene krative Denkmachine anzuwerfen. Eine Bombe die das Haus beschädigt hat und ein Vater der in die "Europäische Armee" einberufen wird. Es macht mich neugierig nach der Gesamtsituation. So viele Möglichkeiten wie die eigentliche Geschichte von hier aus aussehen könnte. Ist das kleine Kind unser Protagonist oder verfolgen wir den Vater in seiner Zeit bei der Armee ? Oder desertiert der Vater vielleicht mit seiner Famililie ? Schließt sich einer Rebellengruppe an sofern es eine gibt ? Fragen über Fragen die man nur herausfinden kann in dem man mindestens das erste Kapitel liest ^^.
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Re: Avorion ~ Prolog (überarbeitet)

Beitragvon szymzicke » 20.05.2015, 22:08

Hallo!
Ein schöner Prolog, muss ich wirklich sagen! :) Für mich erweckt er zwar eher den Eindruck, einen historischen Hintergrund zu haben, einfach vom Kriegsgeschehen her, aber es ist ein schöner Einstieg in einen Roman. Es weckt auf jeden Fall bei mir die Lust, weiter zu lesen.
Auch wenn das Werk etwas älter ist, ich bin beim Blättern darauf gestoßen und es hat mich einfach angesprochen.
Ich fand es irgendwie süß, dass du mit wörtlicher Rede und einem wirklich knuffigen Sprachfehler startest :)

Zu meinem Kommentar würde ich gerne vorab etwas sagen: Ich bin grade dabei, mein eigenes Werk (noch nicht hier hochgeladen), zu überarbeiten und von daher sind mir heute viele Textstellen aufgefallen, wo ich einfach anders formuliert hätte. Das wirklich nicht böse gemeint, ich bin nur momentan so in der Phase "ich würde das aber so und so schreiben". Vielleicht gefällt dir von meinen Anmerkungen ja sogar was :)

„Nein, das geht nicht, du musst hier unten bleiben“, antwortete die junge Frau schnell, bevor ihr Sohn Widerspruch einlegen konnte.

Wie auch schon in anderen Kommentaren bemerkt wurde (zumindest habe ich das beim überfliegen gelesen), passt das mit dem Widerspruch einlegen nicht so wirklich. Widerspruch würde ja erst nach der Absage entstehen können, daher wäre mein Vorschlag hier etwas wie: "..., bevor ihr Sohn seinen Worten Taten folgen lassen konnte"

„Geh' doch ins Wohnzimmer und spiele ein wenig mit deiner Eisenbahn.“

Das "spiele" wirkt für mich hier nicht umgangssprachlich genug, es ist ja immerhin wörtliche Rede. "spiel" scheint mir eher angemessen.

Der Junge, erst zweieinhalb Jahre, machte sich auf wackeligen Beinen auf den Weg.

Dieser Einschub mit dem Alter würde eventuell noch etwas dadurch abgerundet, wenn es "Der Junge, er war erst zweienhalb Jahre alt, machte sich..." heißen würde, zumindest meines Empfindens nach :)

„Geh' schon mal vor, ich muss noch mit deiner Mutter reden.“ Der Mann lächelte seinem Sohn zu und schaute, wie dieser ins Wohnzimmer stapfte.

"... sah ihm nach/zu, wie er ins WZ stapfte".

„Wie geht es dir?“, wandte sich der große und breit gebaute Mann seiner Frau zu. Er legte ihr liebevoll die Hand auf den Bauch, der bereits eine Schwangerschaft zu erkennen gab.

"groß und breit gebaute" - das wirkt etwas wie Info-Dumping, auch wenn es nicht zu viel ist. Ich würde das etwas knapper halten "der breitschultrige/kräftige Mann wandte sich seiner Frau zu."
Der Halbsatz mit der Schwangerschaft wirkt auf mich nicht... weich genug "erkennen gab" ist hier etwas platt. Also, mit einer Schwangerschaft verbinde ich ein bestimmtes, positives Gefühl (auch wenn ich selbst noch nicht schwanger war), "..., der sich ihm hoch schwanger entgegenwölbte." oder "..., die leichte Wölbung streichelnd, die die Schwangerschaft verkündete." würden mir besser gefallen :)

Die beiden sahen sich an und wussten wovon die Rede war.

Also, den Satz kannst du, im Hinblick auf die folgende Erklärung auch fast weglassen. "Die beiden sahen sich an. Vor drei Tagen..."

„Wie sollen wir dem Kleinen nur erklären, warum jemand so etwas tut“, flüsterte die junge Frau, während ihr Gesichtsausdruck immer trauriger wurde.

Da ist ein doppeltes Leerzeichen versteckt :) Außerdem wiederholst du, dass die Frau "jung" ist, das wäre meines Erachtens nach nicht noch mal nötig :)

„Es wird schon wieder.“ Die tiefe Stimme des Mannes füllte den Raum mit Hoffnung.

Was würdest du hier von "erfüllte" halten?

Er wischte mit den Fingern eine einsame Träne vom Gesicht seiner Frau. „Es wird schon wieder“, wiederholte er und versuchte ihr Hoffnung zu schenken.

Also, der Anfang ist schön, dann wiederholt er seine Worte, du benutzt das Wort "wiederholte" und dann wiederholst du auch noch "Hoffnung (schenken)". Das ist etwas zu viel des Guten, denke ich.

Ein Klingeln riss die beiden aus ihren Gedanken. „Mama! Ich will aufmachen!“, hörte man den Jungen rufen und kurz darauf polterte er zur Haustür.

Welche Gedanken? Sie haben miteinander gesprochen, ja, aber es wird nicht genau deutlich, wodrüber sie jetzt nachdenken. Über den Anschlag? Wie sie es ihrem Sohn erklären wollen? Wie es weiter gehen soll? Das kann man sich zwar alles denken, aber es wäre schön, wenn es zumindest noch mal ganz kurz hervorgehoben wird (zumindest empfinde ich es so :) )
"hörte man", wer war denn "man"? Also auch der Besuch? "schallte es durch das Haus" fände ich schön, oder auch "hörten sie" (bezogen auf die Eltern).

Die Eltern folgten ihrem Sohn, der die Tür schon geöffnet hatte.
„Hallo“, sagte der Junge fröhlich mit seiner hellen Kinderstimme, doch der uniformierte Mann vor der Tür ignorierte ihn.

Der Junge hat gerade die Tür geöffnet, ist also die aktive Person, da würde ich im nächsten Satz anstatt "sagte der Junge" einfach "sagte er" schreiben, vor allem, da dann von der Kinderstimme die Rede ist :)

„Komm her, Süßer.“ Die Frau rief ihren Sohn zurück und streckte ihm die Hand entgegen. Ein wenig beleidigt kam der Kleine von der Tür weg und sein Vater nahm den Platz ein.

Anstatt "Süßer", was für mich eher ein Kosewort für einen Partner ist, könnte ich mir "mein Schatz" ganz gut vorstellen.
Dass der Kleine von der "Tür weg (kam)", finde ich auch nicht so flüssig, vielleicht "trat" er von der Tür "zurück"?

erklärte der Mann von der Europäischen Armee und ging danach ohne eine Antwort abzuwarten. Für ihn war alles gesagt.

Okay, wir haben vorher erfahren, dass er uniformiert ist, aber "der Mann von de Armee" klingt wieder nach Info-Dumping. Etwas schöner verpackt könnte man möglicherweise "der Mann, der sich als Offizier(?) der Europäischen Armee auswies" schreiben.

Mit dem Brief in der Hand stand der sonst so starke Mann wie versteinert in der offenen Tür und starrte nach draußen.

Was genau ist denn draußen? Trümmer? Irgendwas? Und wenn es nur "und starrte blicklos dem Boten hinterher" wäre, dann würde mir schon eher ein Bild vor Augen erscheinen, wie der Mann dort in der Tür steht.

Eine Träne nach der anderen rollte über ihr von Stress und Angst gezeichnetes Gesicht.

Das sie unter Streß und Angst leidet, kann man anhand der Situation gut nachvollziehen, aber vielleicht wäre es besser, aus zwei Nomen eins zu machen und stattdessen "rollte über ihr gestresstes, von Angst gezeichnetes Gesicht" zu schreiben. Oder - den Stress ganz außen vor lassend: "rollte über ihr von Angst gezeichnetes Gesicht". Auch "verhärmtes Gesicht" könnte ich mir in dem Kontext vorstellen.

Insgesamt wirklich ein schöner Einstieg, ich habe sofort flüssig durch gelesen und, wie gesagt, habe Lust auf mehr (werde mir deine anderen Werke auch mal angucken :) ).
Es werden keine Namen genannt, was neugierig macht. Genauso wie der nur kurz angeschnittene Bombenanschlag, bei dem man sich unweigerlich fragt, Warum? Was sind die Hintergründe? Spielt es für die weitere Geschichte eine Rolle? Befindet sich (in welchem Land sind wir überhaupt?) im Krieg?
Auch die Europäische Armee lässt mich nachdenklich werden. Wann spielt die Geschichte? Gibt es andere Machtverhältnisse als zu heutigen Zeiten?
Die Atmosphäre hat bei mir auf jeden Fall sofort übergegriffen, auch wenn ich nicht genau fest machen kann, woran es liegt. Allerdings ist es mehr die Atmosphäre des Kriegsschauplatzes, ich weiß ja (noch) nicht, was du im Rest des Romans vor hast, ich jedoch hätte jetzt wirklich Lust auf ein Kriegsdrama :)

Ich hoffe du kannst ein bisschen was mit meinem Kommentar anfangen :)
Liebe Grüße!
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Re: Avorion ~ Prolog (überarbeitet)

Beitragvon Freigeborene » 24.05.2015, 14:19

Dann sag ich mal danke für deinen Kommentar :D
Ich habe mir deine Formulierungen angeschaut, muss allerdings sagen, dass viele davon einfach nicht zu meinem Schreibstil passen. Ich weiß auch gar nicht, ob ich alle Formulierungen, wie sie hier stehen, noch so habe. Kann auch sein, dass ich schon längst erneut drüber korrigiert habe :XD:
Liebe Grüße,
Freigeborene
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Re: Avorion ~ Prolog (überarbeitet)

Beitragvon Yorinde » 26.06.2015, 22:29

Hallöchen!
Ich hab eben beim Herumwandern deinen Post entdeckt und auch wenn er schon etwas älter ist dachte ich mir, ich geb mal auch meinen Senf noch dazu.
Da meine Vor"redner" ja deinen Text schon Satz für Satz durchgegangen sind, wollte ich dich mal auf ein paar Logikfragen hinweisen, die mir beim Lesen so gekommen sind - vielleicht auch nur mir.
Also, du schreibst:
Freigeborene hat geschrieben:Der Junge, erst zweieinhalb Jahre, machte sich auf wackeligen Beinen auf den Weg.

Von der normalen Entwicklung eines Kindes ausgehend, das mit etwa einem Jahr bis 14 Monaten beginnt zu laufen: Mit zweieinhalb dürften die Beine nicht mehr arg wackelig sein. Allerdings würde ein zweieinhalbjähriges, normalentwickeltes Kind keine 10-Wort-Sätze sprechen! Kinder beginnen mit etwa zwei Jahren 3-Wort-Sätze zu bilden und selbst wenn dein Junge ein hochintelligentes Kind wäre - er würde Dinge wie
Freigeborene hat geschrieben:„Mama, tann ich jetzt wieder nach oben gehen?“

Freigeborene hat geschrieben:„Mama, nicht weinen. Ich bin doch da und der Papa auch.“

noch nicht wirklich von sich geben können. Ich glaube für die Echtheit deiner Geschichte wäre es von Vorteil, den Jungen etwas älter zu machen, vielleicht dreieinhalb oder vier? Das mit dem Sprachfehler ist auch dann noch in Ordnung. :-)

Die zweite Sache über die ich gestolpert bin, ist die Bombe.
Freigeborene hat geschrieben:„Mir ist nicht mehr so übel wie heute morgen, aber das Problem bereitet mir doch etwas Kopfschmerzen.“
Die beiden sahen sich an und wussten wovon die Rede war. Vor drei Tagen hatte es einen ersten Anschlag auf die Stadt gegeben. Eine Bombe war in ihr Haus eingeschlagen und hatte die oberen beiden Etagen zerstört. Das Erdgeschoss und der Keller hatten Stand gehalten, aber viele Sachen waren verbrannt und zerstört worden.

Also zuerst einmal ist ein kriegerischer Angriff auf eine Stadt kein Pappenstiel. Deine Prota bezeichnet es aber schlicht als "Problem". Wenn ich an kriegerische Auseinandersetzungen denke, Bombenhagel, Feuerbrünste, Menschen die um ihr Leben laufen, ihr Hab und Gut und ihre Liebsten verlieren, nicht wissen, ob sie morgen noch ein Dach über dem Kopf haben... das ist meines Erachtens kein schlichtes Problem.
Des weiteren stolpere ich immer wieder über die Sache mit dem zerstörten Ober- und dem intakten Erdgeschoss. Ist das überhaupt möglich? Ich kann es mir bei einer Bombe schwer vorstellen, ich denke sie zerschlägt mit Leichtigkeit alle Zwischendecken, bis auf den Keller vielleicht. Und selbst wenn nicht - der darauf folgende Feuersturm würde wohl auch das Erdgeschoss ausbrennen. Gesetz dem Fall, es ist tatsächlich möglich, dass das Erdgeschoss intakt bleibt - mit Sicherheit funktioniert dann die Elektrik nicht mehr, was das Verspeisen von Kartoffelbrei schwierig werden lässt. Auch die Statik des Hauses ist dann fragwürdig - kann man danach wirklich noch darin wohnen?
Ich glaube, das Ganze würde anders aussehen (im wahrsten Sinne des Wortes), wenn es sich z.B. um eine Granate gehandelt hätte. Die fällt nicht von oben herunter wie die Bombe, sondern bewegt sich quasi waagerecht durch die Luft, was den präzisen Einschlag in ein Obergeschoss möglich machen würde.
Verstehst du, was ich meine?

Ich glaube, deine Idee hat Potential, aber hier und da ein bisschen fachliche Recherche wird der Glaubwürdigkeit deiner Geschichte gut tun. :-)
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