[UrFan]Baphomet[Arbeitstitel] (2/X)

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[UrFan]Baphomet[Arbeitstitel] (2/X)

Beitragvon Azareon29 » 10.08.2013, 21:08

Den Text habe ich vor etwa fünf Jahren mal für einen Wettbewerb von einem hier nicht näher zu erwähnenden Verlag geschrieben. Ist nichts draus geworden und es wird auch bald deutlich, warum.

Ich bitte wie immer um gnadenlose Kritik. 8)
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Vorheriger
„Und ob ich das meine.“ Joachim stand auf und zog Urs auf die Füße. „Jetzt komm schon. Selbst dir Schlaftablette muss aufgefallen sein, dass die Party gerade im Kriechgang läuft. Wir müssen ein bisschen Stimmung ins Spiel bringen. Ist schon längst Zeit dafür.“
Urs ließ es sich nicht nehmen, seinen Rucksack zu greifen. Während Joachim schon mal seine Testosteronwerte auf Angriffsmodus hochfuhr, überprüfte Urs schnell ob seine Nikon in Ordnung war.
Die Digitalkamera war immer noch ordentlich verstaut. Urs hoffte, dass er heute Abend noch einige ausreichend morbide Motive finden würde.
Sie gingen zu beiden Mädchen. Die zwei Püppchen unterschieden sich in ihrem Partnerlook nur durch die Haarfarbe und die Gesichter.
Die eine war blond, pausbäckig und hatte eine Stupsnase, die andere war dunkelhaarig und hatte sehr feingliedrige Gesichtszüge. Beide trugen Springerstiefel, deren Schäfte bis zu den Knien reichten, durchlöcherte Nylonstrumpfhosen, einen Minirock aus Leder, Lederjacken und darunter Tops aus einem schwarzen Netzgeflecht.
„Hey, wie geht’s euch?“ sagte Joachim. „Also, ich bin der Joachim und das ist der Urs. Wollen wir zusammen abhängen?“
Urs krampfte innerlich zusammen. Joachims Art und Weise Frauen kennen zu lernen erinnerte ihn fatal an die Anwendung eines mittelalterlichen Rammbocks.
Witzigerweise hatte diese Methode meistens Erfolg. Die Mädchen konnten vor Gekicher mehrere Sekunden lang zwar nicht sprechen, aber schließlich reichte die Blonde Joachim die Hand, die dieser ausgiebig schüttelte. „Ja, ne, klar, ihr könnt mit uns abhängen. Ich bin die Raphaela – mit PH – und das ist die Astrid.“
Die Dunkelhaarige streckte Urs die Hand hin, wenn auch mit deutlich weniger Schwung als ihre blonde Freundin. „Was soll denn ‚Urs’ für ein Name sein?“ fragte sie.
Urs packte ihre Hand, drückte fest zu und sagte, „Meine Mutter stammt aus der Schweiz. Dort ist das ein gebräuchlicher Vorname. Es bedeutet soviel wie ‚Bär’. Zufrieden?“
Er sah sofort, dass das Mädchen vor seinem schroffen Tonfall und dem Schraubstockhändedruck zurückschreckte. Etwas versöhnlicher sagte er, „Entschuldigung, das kam falsch raus. Ich hatte einen harten Tag und das wollte ich nicht an dir auslassen.“
„Das ist wahr,“ sagte Joachim. „Er mag zwar ‚Bär’ heißen, aber so knurrig ist er gar nicht. Der ist eher wie ein großer Teddybär. Und er hat mehr als nur drei Haare auf der Brust.“
Urs bemühte sich nach Leibeskräften, sich seinen Unmut über Joachims Schützenhilfe nicht anmerken zu lassen. Das gelang ihm auch.
Astrid überlegte einige Sekunden, bevor sie einen versöhnlicheren Gesichtsausdruck aufsetzte. „Na gut, das lasse ich dir noch mal durchgehen, aber nur, wenn du mir einen ausgibst.“
„Was?“ sagte Urs mit gespielter Empörung. „Einen ganzen Drink als Entschuldigung? Das ist viel zu viel Geld für wenig Arbeit. Dafür schuldest du mir mindestens einen Tanz.“
Astrid runzelte ihre Stirn. Irgendwie fand Urs das hübsch. „Ich weiß nicht recht,“ sagte sie. „Ein Tanz geht mir eigentlich zu weit.“
„Dann eben nicht.“ Urs wollte sich abwenden, da ergriff ihn das Mädchen am Ärmel.
„Jetzt warte doch mal. Ich habe nicht nein gesagt. Gehen wir erst mal was trinken, dann sehen wir was kommt.“
„Liebend gern,“ sagte Urs. Astrid erhob sich vom Mauervorsprung und die beiden schlenderten rüber zu Bar.
Etwas abseits der Menge, an der Mauer, welche das gesamte Gelände umlief, hatten die Veranstalter eine Art Bar aufgebaut. Die bestand eigentlich nur aus einem Bierzelttisch, über den man ein grünliches Öltuch gelegt hatte und einer alterschwachen Kühltruhe. Direkt neben dem Tisch stand eine kleine, aufstellbare Tafel, auf die man mit Kreide die Preise notiert hatte.
Urs verzog leicht das Gesicht, als er die Angebote las. Ganz schön gesalzen, dachte er. Zum Glück bestellte Astrid sich nur einen Piccolo. Obwohl er noch vier Dosen Barcadi-Cola in seinem Rucksack hatte, bestellte Urs sich der Vollständigkeit halber einen Jägermeister.
Auf der kruden Bühne war die Band endlich mit ihren Aufbauarbeiten fertig geworden und es war ihnen auch gelungen, sich nicht in ihrem Kabelsalat zu verheddern. Urs überlegte kurz. Einige der Gesichter auf der Bühne kamen ihm vage bekannt vor.
Der Frontsänger, ein blasser Bursche mit Ziegenbart und Che-Guevara-Gedächtnismütze griff sich das Mikro. Er hatte noch nicht mal Luft geholt, da gab es auch schon eine Rückkopplung, die schrill genug war, einem die Plomben ziehen zu können.
Urs und Astrid krümmten sich und mühten sich damit ab, sich ihre Ohren zuzuhalten. Was nicht dadurch erleichtert wurde, dass sie beide noch ihre Getränke in den Händen hielten.
Urs löste das Problem schließlich, indem er seinen freien Arm um Astrids Kopf schlang. Sie war nur unwesentlich kleiner als er, begriff sofort was er vorhatte und tat dasselbe bei ihm.
Obzwar die Rückkopplung nur wenige Sekunden dauerte, dehnte der Schmerz in ihren Ohren diese an sich lächerliche Zeitspanne zu einer Ewigkeit aus. Urs war Astrid in dieser kurzen Zeit sehr nah. Viel zu nah, so fand er, dafür, dass sie sich erst wenige Minuten kannten.
Er konnte sie riechen, konnten ihren Duft riechen. Sie duftete nach ihrer Lederkleidung, ein fleischiger Duft der Urs an Autositze in alten Taxis erinnerte. Dann war da ihr Parfüm. Eine sanfte Mischung aus Milch und Honig umschmeichelte seine Nase.
Die Rückkopplung war vorüber. Urs und Astrid lösten sich von einander. Urs bemühte sich um einen neutralen Gesichtsausdruck.
Astrids schelmischem und leicht verlegenen Lächeln nach waren seine Mühen allerdings umsonst. Es blieb ihm nichts anderes übrig als zurückzulächeln. Innerlich ärgerte er sich darüber, dass sie so leicht die Wirkung, die sie auf ihn ausübte, erkannt hatte.
Auf der Bühne griff der Frontmann sich das Mikro und fragte in einem schrillen Genäsel, ob alle Anwesenden bereit wären, richtig zu rocken. Die Antwort fiel eher mäßig aus.
Der Frontmann ließ sich davon nicht beirren. Er brüllte „Eins, zwei, drei!“ in das Mikro und hinter ihm legten seine drei restlichen Bandmitglieder los.
Ein großer Dürrer mit langen fettigen Haaren und, trotz der sehr frischen Temperatur des Oktobers, nacktem Oberkörper, bearbeitete eine speckige E-Gitarre, die sich eher wie eine kaputte Saftpresse anhörte. Ihm gegenüber stand ein eher korpulenter Glatzkopf in einem Frack, welcher mindestens zwei Nummern zu klein war, und schlug in die Tasten einer Hammondorgel, die alt genug aussah, um noch mit Kohle betrieben zu werden. Das Schlagzeug sah noch ganz ansehnlich aus, aber der Drummer, ein Vierschrötiger der einen lila Pullover und ein schlecht sitzendes Toupet trug, spielte das Instrument, als würde er anstelle der Schlagzeugstöcke zwei gebratene Hähnchenschlegel in den Händen halten.
Das Ergebnis hörte sich auch dementsprechend an. Urs verzog das Gesicht und versuchte im Scherz, Astrid erneut den Arm um den Kopf zu legen. Sie wehrte ihn ab, spielerisch und grinsend. Urs musste ebenfalls grinsen.
Urs und Astrid gingen zurück zu Joachim und Astrids Freundin Raphaela. Dort war man mehr oder weniger außer Hörweite der Lautsprecher.
Joachim und Raphaela schienen sich prächtig zu unterhalten. Urs und Astrid standen gefühlte zehn Minuten vor den beiden, bis diese ihre Anwesenheit bemerkten.
„Dachte schon, ihr zwei Turteltäubchen hättet euch an ne stille Örtlichkeit verzogen,“ sagte Joachim mit seinem für derartige Anlässe passend dreckigen Gelächter. Raphaela lachte aus irgendeinem Grund genauso.
Urs war hin- und hergerissen, ob er entweder ebenfalls lachen und einen derartigen Spruch bringen oder Joachim ins Gesicht treten sollte. Er entschied sich für ersteres, wenn auch eher mit schiefem Grinsen. „Wir haben uns nur mal umgesehen und die besten Plätze ausgekundschaftet.“
Das brachte nun Joachim, Raphaela und Astrid zum Lachen. Diese Fröhlichkeit wurde von einem missglückten Gitarrenriff unterbrochen.
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Re: Baphomet[Arbeitstitel] (2/X)

Beitragvon YingNi » 06.08.2015, 16:58

Huhu,

ich versuche mich mal. :wink:

Jetzt komm schon. Selbst dir Schlaftablette muss aufgefallen sein, dass die Party gerade im Kriechgang läuft.

"Kriechgang" klingt irgendwie komisch. "..., dass die Party ein absoluter Reinfall wird"?

Urs krampfte innerlich zusammen. Joachims Art und Weise Frauen kennen zu lernen erinnerte ihn fatal an die Anwendung eines mittelalterlichen Rammbocks.
Witzigerweise hatte diese Methode meistens Erfolg.

Urs zuckte innerlich zusammen. Joachims Art anzusprechen erinnerte ihn eher an einen mittelalterlichen Rammbock. Immer schön mit der Tür ins Haus fallen.
Ironischerweise funktionierte diese Methode besser als seine eigene.

Urs packte ihre Hand, drückte fest zu und sagte

Urs ergriff ihre Hand, drückte fest zu und sagte

Urs bemühte sich nach Leibeskräften, sich seinen Unmut über Joachims Schützenhilfe nicht anmerken zu lassen. Das gelang ihm auch.

Es gelang Urs, nur mit großer Mühe, sich seinen Unmut über Joachims Schützenhilfe nicht anmerken zu lassen.

„Jetzt warte doch mal. Ich habe nicht nein gesagt. Gehen wir erst mal was trinken, dann sehen wir was kommt.“

...Gehen wir erst mal etwas trinken, dann sehen wir weiter."

Etwas abseits der Menge, an der Mauer, welche das gesamte Gelände umlief...

..., welche um das gesamte Gelände verlief...
Die bestand eigentlich nur aus einem Bierzelttisch

Diese bestand eigentlich ....

aufstellbare Tafel, auf die man mit Kreide die Preise notiert hatte.

...,auf der man mit Kreide...

bis dahin bin ich bisher gekommen. Hoffe die Kommentare helfen dir weiter und du nimmst mir meine Vorschläge nicht Übel.
Einen schönen warmen Nachmittag noch und Viele Grüße
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Re: [UrFan]Baphomet[Arbeitstitel] (2/X)

Beitragvon Latika » 08.08.2015, 08:49

Ich konzentriere mich auf die mMn wichtigsten Mankos, was Wortschatz und dergleichen betrifft, setze ich aus. YingNi hat den größten Teil eh schon wunderbar korrigiert.

Azareon29 hat geschrieben:„Und ob ich das meine.“ Joachim stand auf und zog Urs auf die Füße. „Jetzt komm schon. Selbst dir Schlaftablette muss aufgefallen sein, dass die Party gerade im Kriechgang läuft. Wir müssen ein bisschen Stimmung ins Spiel bringen. Ist schon längst Zeit dafür.“


Ich finde, der Dialog ist zu lang. Für den Anfang empfiehlt sich ein kurzer, knackiger Dialog mit derselben Fülle an Informationen:

"Jetzt komm schon. Wir müssen die Party endlich in Gang bringen, bevor alle endgültig wegschlafen."

Azareon29 hat geschrieben:Während Joachim schon mal seine Testosteronwerte auf Angriffsmodus hochfuhr, überprüfte Urs schnell ob seine Nikon in Ordnung war.


Diesen Satz könnte man eleganter formulieren, damit der Leser weiß, wozu die Testosterone gut sein sollen:

Während Joachim aus jedem Winkel seines Körpers Testosterone bündelte, um auf der Party seine geballte Männlichkeit zu entladen, überprüfte Urs schnell ob seine Nikon in Ordnung war.

Azareon29 hat geschrieben:Sie gingen zu beiden Mädchen. Die zwei Püppchen unterschieden sich in ihrem Partnerlook nur durch die Haarfarbe und die Gesichter.


Gehen ist ein schwaches Verb, ich würde es durch ein stärkeres ersetzen: marschierten, gesellten sich, stolperten zu ihnen

Sie gesellten sich zu zwei besonders hübschen Mädchen. Die beiden Püppchen unterschieden sich...

Azareon29 hat geschrieben:Beide trugen Springerstiefel, deren Schäfte bis zu den Knien reichten, durchlöcherte Nylonstrumpfhosen, einen Minirock aus Leder, Lederjacken und darunter Tops aus einem schwarzen Netzgeflecht.


Ich habe sofort ein klares Bild, sehr gut gelungen also!

Azareon29 hat geschrieben:„Hey, wie geht’s euch?“ sagte Joachim.


Versuche mal solche schwachen Verben wie sagen, fragen, sehen, gehen durch starke zu ersetzen: zB trällerte Joachim statt sagte er.

Azareon29 hat geschrieben:„Also, ich bin der Joachim und das ist der Urs. Wollen wir zusammen abhängen?
Urs krampfte innerlich zusammen. Joachims Art und Weise Frauen kennen zu lernen erinnerte ihn fatal an die Anwendung eines mittelalterlichen Rammbocks.


An dieser Stelle musste ich herzlich lachen :mrgreen: gefällt mir ;)

Azareon29 hat geschrieben:Witzigerweise hatte diese Methode meistens Erfolg. Die Mädchen konnten vor Gekicher mehrere Sekunden lang zwar nicht sprechen, aber schließlich reichte die Blonde Joachim die Hand, die dieser ausgiebig schüttelte. „Ja, ne, klar, ihr könnt mit uns abhängen. Ich bin die Raphaela – mit PH – und das ist die Astrid.“


Auch diese Stelle ist gut gelungen, die Figuren kommen authentisch rüber, nur den Dialog würde ich kürzer halten oder einen einfachen Trick anwenden:

"Klar könnt ihr mit uns abhängen.", schmunzelte sie. "Ich bin die Raphaela und das ist die Astrid."

Das PH würde ich deshalb weglassen, weil a) unnötig und b) habe ich BH gelesen :roll:

Azareon29 hat geschrieben:Urs packte ihre Hand, drückte fest zu und sagte, „Meine Mutter stammt aus der Schweiz. Dort ist das ein gebräuchlicher Vorname. Es bedeutet soviel wie ‚Bär’. Zufrieden?“
Er sah sofort, dass das Mädchen vor seinem schroffen Tonfall und dem Schraubstockhändedruck zurückschreckte. Etwas versöhnlicher sagte er, „Entschuldigung, das kam falsch raus. Ich hatte einen harten Tag und das wollte ich nicht an dir auslassen.“
„Das ist wahr,“ sagte Joachim. „Er mag zwar ‚Bär’ heißen, aber so knurrig ist er gar nicht. Der ist eher wie ein großer Teddybär. Und er hat mehr als nur drei Haare auf der Brust.“


Ich finde durch die Dialoge hast du Urs und Joachim super charakterisiert! Ich habe gleich eine Vorstellung wer wie tickt, wobei ich zugeben muss: Der Urs ist mir ein wenig unsympathisch, während ich den Joachim für seine lockere Art feiere ^^

Azareon29 hat geschrieben:Direkt neben dem Tisch stand eine kleine, aufstellbare Tafel, auf die man mit Kreide die Preise notiert hatte.
Urs verzog leicht das Gesicht, als er die Angebote las.


Es wäre schön, wenn du ein paar Beispiele angeben könntest, dann würde der Leser verstehen, warum Urs das Gesicht verzieht. Vor allem jener Leser, der selten in eine Bar oder Disko (sagt man das heutzutage noch?) geht und sich somit mit den Preisen und Getränken nicht auskennt *Latika lässt grüßen* ;)

Azareon29 hat geschrieben:Che-Guevara-Gedächtnismütze


Dank dem Spanisch Unterricht weiß ich wer Che-Guevara ist, aber wie so eine Gedächtnismütze aussieht, leider nicht. Damit kann ich also nichts anfangen.

Azareon29 hat geschrieben:Ein großer Dürrer mit langen fettigen Haaren und, trotz der sehr frischen Temperatur des Oktobers, nacktem Oberkörper, bearbeitete eine speckige E-Gitarre, die sich eher wie eine kaputte Saftpresse anhörte. Ihm gegenüber stand ein eher korpulenter Glatzkopf in einem Frack, welcher mindestens zwei Nummern zu klein war, und schlug in die Tasten einer Hammondorgel, die alt genug aussah, um noch mit Kohle betrieben zu werden. Das Schlagzeug sah noch ganz ansehnlich aus, aber der Drummer, ein Vierschrötiger der einen lila Pullover und ein schlecht sitzendes Toupet trug, spielte das Instrument, als würde er anstelle der Schlagzeugstöcke zwei gebratene Hähnchenschlegel in den Händen halten.


Show don´t tell super umgesetzt :2thumbs:

Azareon29 hat geschrieben:Das Ergebnis hörte sich auch dementsprechend an. Urs verzog das Gesicht und versuchte im Scherz, Astrid erneut den Arm um den Kopf zu legen. Sie wehrte ihn ab, spielerisch und grinsend. Urs musste ebenfalls grinsen.
Urs und Astrid gingen zurück zu Joachim und Astrids Freundin Raphaela.


Zu viele Urs und Astrids am Satzanfang, du kannst ruhig er oder sie, der Junge oder das Mädchen verwenden, schließlich erzählst du aus der neutrale Perspektive.

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Fazit: Die Charakterisierung der Figuren ist dir prima gelungen! Wie schon gesagt habe ich ein klares Bild von jedem der Figuren und wie wer tickt. Auch mit Show don´t tell kannst du sehr gut umgehen, du benutzt es nicht zu oft, aber auch nicht zu wenig. Für meinen Geschmack genau die gesunde Mischung. Die Dialoge sind dir auch sehr gut gelungen, wirken auf jeden Fall authentisch.

Leider sind sie mMn. zu lang, aber das lässt sich ja leicht beheben. Was mir noch aufgefallen ist: Du schreibst neutral und verwendest die ganze Zeit über Urs, Joachim am Satzanfang, dabei ließe sich so eine Wortwiederholung leicht umgehen (der Junge, das Mädchen, sie, er) Was ich dir besonders ans Herz legen möchte: Ändere die neutrale Perspektive (wobei da manchmal ein Perspektivenbruch war) auf personale Perspektive. Das bringt deinen Leser näher an das Geschehen heran, bis jetzt war ich ein teilnahmsloser Beobachter. Auch wenn ich deine Figuren lieb gewonnen habe, mitfiebern konnte ich jedoch nicht und das ist wirklich schade.

So, ich hoffe ich konnte dir ein bisschen weiterhelfen.
~ Ich bin nur ein großer Träumer, doch mit Träumen fängt es ~
Latika
 
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