[Nachdenk]Bella, die Brillenkatze (1/2) / Weihnachtswb

Gesellschaft, Kritik, Philosophisches

[Nachdenk]Bella, die Brillenkatze (1/2) / Weihnachtswb

Beitragvon VernonDure » 12.12.2014, 23:30

Leo putzte sich. Erst hatte es nicht nach einem guten Tag ausgesehen: Frauchen schimpfte ständig und schob Leo immer zur Seite, wenn er laut miauend seine Kuschelstunde auf ihrem Schoß einforderte. Sie war zu sehr mit ihrem Weihnachtsbaum beschäftigt, der noch so gar nicht feierlich aussah. Leo hatte sie sogar am Ärmel gezupft, was sie überhaupt nicht mochte. Aber heute half auch das nicht. Also stromerte er provozierend um den halbgeschmückten Baum herum und schnupperte demonstrativ an den bunten Kugeln, die in ihren Pappschachteln leise klingelten, wenn er sie berührte. Damit schaffte er es garantiert, Frauchen auf sich aufmerksam zu machen!

Pech gehabt: Es klingelte und Frauchen beachtete ihn wieder nicht. Leo war enttäuscht, als Frauchen mit einer geöffneten Schachtel und einer kleinen blauen Dose in den Händen zurückkam. »Miau«, klage er leise sein Leid. Frauchen missverstand ihn jedoch: »Das ist nichts für dich, Leo. Und bleib von den Christbaumkugeln weg!« Drohend erhob sie ihren Finger, während er, um ihre Aufmerksamkeit bettelnd, den glänzenden Kugeln gefährlich nahekam. Leo fühlte sich ertappt. Er trollte sich brummelnd unter den Tisch.

Frauchen begann, leise ihr Lieblingsweihnachtslied zu intonieren: »Stille Nacht, Heilige Nacht ...« Manchmal miaute Leo lautstark mit, wenn sie sang. Oft endete das Singen dann mit einem heftigen Lachanfall ihrerseits. Doch heute war ihm nicht danach zumute.

Frauchen setzte sich bequem auf das Sofa. Unzufrieden strich Leo um ihre Beine herum und gab nur ab und zu ein trauriges »Miau« von sich. Es passte so gut zum Takt der Melodie, dass Frauchen lachte. »Alles schlähäft, einsam wahacht. Was hast du denn heute nur, mein Kleiner? Freust du dich auf Weihnachten?« Dankbar leckte Leo ihre Hand mit seiner rauen Zunge.

Gerade wollte sie die Dose öffnen, als es erneut klingelte. »Heute ist ja hier was los!« Frauchen legte die Dose auf den Tisch und verließ den Raum. Als im Flur lautstark diskutiert wurde, zog er sich vorsorglich unter das Sofa zurück.

Die Ungewissheit, was jetzt passieren würde, ließ ihn ganz kribbelig werden. Doch die laute Unterhaltung verstummte bald. Frauchen klapperte in der Küche und stellte einen Napf mit Leos Lieblingsfutter hin. Leo schleckte, bis der Napf ganz blank war. Schnurrend rieb er seinen Kopf an ihrem Bein. »Das hat dir gut geschmeckt, kleiner Leo.« Sie kannte ihren kleinen Stromer und seine Vorlieben genau. Sanft kraulte sie Leo hinter den Ohren.

Satt und müde blinzelte Leo gelegentlich zum Tisch hinüber. Die blaue Dose lag noch immer dort. Schließlich verließ Frauchen den Raum. Inzwischen hielt Leo es vor Neugier nicht mehr aus und tat einen Satz auf das Sofa und von dort auf den Tisch. Argwöhnisch umkreiste er das Ding und schnupperte: Nichts! Kein interessanter Geruch. Zum Knabbern eignete sich das Blechding auch nicht. Es lag nur kalt und hart hier herum. Nicht einmal ein Geräusch gab es von sich.

Leos linke Vorderpfote, die sich manchmal selbständig machte, wenn er etwas gar nicht mochte, schüttelte sich und gab der blauen Dose einen winzigen Schubs, während er vom Tisch mit einem Riesensatz in seinen Korb sprang. Doch plötzlich hörte er hinter sich ein leises Klappern: Die blaue Dose rollte auf die Tischkante zu. »Au weia«, jaulte er. »Das geht nicht gut!« Kurzentschlossen sprang er auf den Tisch, doch zu spät: Die Dose fiel vor seinen Augen in die Tiefe. Mit einem hässlichem »Plonk« knallte sie auf den Boden, rollte noch ein paarmal hin und her und lag still. »Miau«, klagte Leo: Die blaue Dose hatte eine deutliche Delle. Das gab bestimmt Ärger! Und Frauchen würde wissen, dass er der Übeltäter war. Mit dem zu erwartenden Donnerwetter war der Tag endgültig gelaufen.

Natürlich hatte Frauchen den Knall auch gehört und kam prompt zurück. Sie bückte sich, hob die Dose auf und machte ein ärgerliches Gesicht. Leo tat völlig unbeteiligt: Schließlich ging ihn diese Dose ja gar nichts an. Frauchen öffnete die Dose, schüttelte einen Gegenstand heraus und spähte neugierig in das Innere. Sie zog noch einen Zettel heraus, entfaltete ihn und legte ihn auf den Tisch. Dann setzte sie die neue Lesebrille auf und ging nach nebenan.

Rasch hüpfte Leo wieder auf den Tisch und inspizierte den auseinandergefalteten Zettel. Natürlich konnte er nicht lesen. Aber die blaue Katze interessierte ihn! Doch die verfolgte ihn mit großen Augen durch eine Brille mit runden, blitzenden Gläsern, während er um den Zettel herumschlich. Leo schüttelte sich. »Unsinn! Papierkatzen, auch wenn sie ziemlich blau sind, können niemanden mit ihrem Brillenblick verfolgen.« Das wusste er genau von den Bildern in den großen Papierschnitzeln, die Frauchen sich jeden Morgen vor die Nase hielt und dabei oft mit sich selbst redete. Für Leo war das ein Spaß: Wenn sie damit fertig war, durfte er sie zerfetzen, wobei sie herrlich »Rrrrratsch, rratsch« machten. Er konnte sie auch durch die Luft wirbeln und mit den Pfoten nach ihnen schlagen. Aber noch nie hatte ihn eines der Bilder mit den Augen verfolgt.

Missmutig wollte Leo elegant zum Sofa hinunterspringen, als er sich plötzlich beobachtet fühlte. Mit gesträubtem Fell wandte er sich um, zuckte heftig zusammen: Frauchen stand in der Tür und sah mit ihrer neuen Lesebrille genauso aus wie die blaue Brillenkatze. Abwehrend schüttelte er sich, wodurch der Zettel unter das Sofa segelte. Frauchen hatte das Malheur nicht bemerkt und verschwand mit ihrem Brillenkatzengesicht wieder im Nebenzimmer.
Neugierig schnüffelte Leo an dem heruntergefallenen Zettel. Wieder glaubte er, die Brillenkatze folge ihm mit ihren Augen. »Lass das, du Flohsack«, murmelte eine Stimme kratzig, aber nicht unfreundlich. Verwundert beäugte Leo das Papier: Die Brillenkatze sah ihn ruhig durch ihre Brille aus dem Papier an und rührte sich nicht. Er beobachtete sie genau. Doch außer, dass sie ihn immerzu anzuschauen schien, passierte nichts.

Leo stand nun verärgert mit beiden Vorderpfoten auf dem Papier: Der »Flohsack« war eine Frechheit! Wo er sich doch immerzu putzte. Höchstens Frauchen durfte sich das erlauben. Eine leicht knisternde Stimme meinte entschuldigend: »Zugegeben, ›Flohsack‹ war nicht nett. Aber man kann ja bei Fremden nie wissen.« Nach allen Seiten Ausschau haltend, maunzte Leo kläglich: Papierbilder konnten nicht sprechen! So etwas hatte Leo noch nicht erlebt.
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Re: Bella, die Brillenkatze (1/2) / Weihnachtswettbewerb

Beitragvon unkompliziert » 13.01.2015, 13:11

Hallo Vernon,

du hast einen sehr interessanten Titel gewählt.
Ich war als Leser anfangs etwas muffelig gelaunt, denn ich hatte gehofft, dass es sich darum dreht, wie die Katze Bella ihrer Familie das schöbe Weihnachtsfest rettet. Aber der sympatische Leo hat mich dann wieder versöhnt.

Der charmante Leo und sein sympatisches Frauchen sind eine ganz große Stärke dieser Geschichte. Dein Schreibstil ist gleichermaßen sympatisch und flüssig. Manchmal schleicht sich eine Wiederholung ein.
Mein Problem mit der Geschichte ist, dass sich das wenige, was passiert sehr lange hinzieht. Und dass die Dialoge der Katzen vor allem höfliches Geplänkel sind, aber sich nicht darum drehen, was als große Frage eigentlich im Raum steht.
Daher kann ich dir leider nur 4 von 10 Punkten geben. Ich habe die Haupfiguren von Herzen gern, aber ich habe irgendwann das Vertrauen verloren, dass bald noch etwas Interessantes passiert.

Der Inhalt: Während der Weihnachtsvorbereitungen seines Frauchens fühlt sich Kater Leo vernachlässigt und versucht die Aufmerksamkeit seiner Besitzerin auf sich zu lenken. Diese bekammt einen Schachte, die neben einer Brille auch ein Bild einer sprechenden bebrillten Katze enthält, der es schließlich gelingt aus diesem Papier zu entweichen und leibhaftig im Zimmer zu sitzen.

VernonDure hat geschrieben:Leo putzte sich. Erst hatte es nicht nach einem guten Tag ausgesehen: Frauchen schimpfte ständig und schob Leo immer zur Seite, wenn er laut miauend seine Kuschelstunde auf ihrem Schoß einforderte. Sie war zu sehr mit ihrem Weihnachtsbaum beschäftigt, der noch so gar nicht feierlich aussah. Leo hatte sie sogar am Ärmel gezupft, was sie überhaupt nicht mochte. Aber heute half auch das nicht. Also stromerte er provozierend um den halbgeschmückten Baum herum und schnupperte demonstrativ an den bunten Kugeln, die in ihren Pappschachteln leise klingelten, wenn er sie berührte. Damit schaffte er es garantiert, Frauchen auf sich aufmerksam zu machen!

Das Verhalten der Katze gefällt mir sehr gut. Es ist witzig und katzentypisch.
Aber es spuken mir noch zwei angefangene Aussage im Kopf herum und ich frage mich, wie lange ich sie mir noch merken muss, bevor sie abgeschlossen werden:
1. Leo putzte sich. -- Dann kommt eine Rückblende, die aber dann fließend in die fortlaufende Geschichte übergeht. Daher bleibt die Frage: Wie lang putzt er sich, was passiert danach und wie lange muss ich mir merken, dass er sich ursprünglich mal geputzt hat.

Einfacher wäre es du beginnst ungefähr so: Es war ein frustrierender Weihnachtstag für Kater Leo. Frauchen schimpfte ständig...

2. Erst hatte es nicht nach einem guten Tag ausgesehen. -- Es sieht den ganzen Text lang nicht nach einem ausdrücklich guten Tag aus, denn mir ist nicht aufgefallen, dass er sich über die Brillenkatze besonders freut. Neugierig ja. Vielleicht ist das Fressen ein Highlight, aber bis dahin hatte ich sowieso vergessen, dass mir mal eine positive Wendung versprochen wurde.
Daher würde ich - siehe Vorschlag oben -- das Versprechen nach einem guten Tag weglassen und den Leser einfach überraschen.


Pech gehabt: Es klingelte und Frauchen beachtete ihn wieder nicht. Leo war enttäuscht, als Frauchen mit einer geöffneten Schachtel und einer kleinen blauen Dose in den Händen zurückkam. »Miau«, klage er leise sein Leid. Frauchen missverstand ihn jedoch: »Das ist nichts für dich, Leo. Und bleib von den Christbaumkugeln weg!« Drohend erhob sie ihren Finger, während er, um ihre Aufmerksamkeit bettelnd, den glänzenden Kugeln gefährlich nahekam. Leo fühlte sich ertappt. Er trollte sich brummelnd unter den Tisch.

Ich finde du kannst, was Leos Lautäußerungen angeht, eine noch breitere Palette nutzen.Ich bin seit 2000 Bedienstete einer Katze die: Miaut, faucht, knurrt, vor Genuss röchelt, wenn sie schläft und man weckt sie durch streicheln kommt ein ganz zartes zirpen. Wenn man sie aus dem Bett oder vom Tisch pfückt, dann kommt ein ganz tiefes, lautes Schnurren.
Ansonsten zuckt sie verärgert mit den Ohrspitzen, hat den Schwanz freudig und/oder triumphierend hoch erhoben oder um den Körper gelegt, die Schnurrhaare entspannt oder besonders nach vorne gerichtet, die Augen sind ganz weit offen (Jagd), offen, freundlich halb geschlossen...

Wenn sie grantig ist, dann ist das kein Miau. Das ist ein langgezogenes Heulen, dass einem durch Mark und Bein geht und irgendwo in ihrem Bauch zu beginnen scheint, bevor sie als Fellknäul voller nadelspitzer Krallen explodiert.

"Miau" ausgesprieben klingt so einheitlich, neutral und langweilig. Besonders wenn es oft vorkommt.


Frauchen begann, leise ihr Lieblingsweihnachtslied zu intonieren: »Stille Nacht, Heilige Nacht ...« Manchmal miaute Leo lautstark mit, wenn sie sang. Oft endete das Singen dann mit einem heftigen Lachanfall ihrerseits. Doch heute war ihm nicht danach zumute.

Warum nicht?

Frauchen setzte sich bequem auf das Sofa. Unzufrieden strich Leo um ihre Beine herum und gab nur ab und zu ein trauriges »Miau« von sich. Es passte so gut zum Takt der Melodie, dass Frauchen lachte. »Alles schlähäft, einsam wahacht. Was hast du denn heute nur, mein Kleiner? Freust du dich auf Weihnachten?« Dankbar leckte Leo ihre Hand mit seiner rauen Zunge.

Gerade wollte sie die Dose öffnen, als es erneut klingelte. »Heute ist ja hier was los!« Frauchen legte die Dose auf den Tisch und verließ den Raum. Als im Flur lautstark diskutiert wurde, zog er sich vorsorglich unter das Sofa zurück.

Die Ungewissheit, was jetzt passieren würde, ließ ihn ganz kribbelig werden. Doch die laute Unterhaltung verstummte bald. Frauchen klapperte in der Küche und stellte einen Napf mit Leos Lieblingsfutter hin. Leo schleckte, bis der Napf ganz blank war. Schnurrend rieb er seinen Kopf an ihrem Bein. »Das hat dir gut geschmeckt, kleiner Leo.« Sie kannte ihren kleinen Stromer und seine Vorlieben genau. Sanft kraulte sie Leo hinter den Ohren.

Satt und müde blinzelte Leo gelegentlich zum Tisch hinüber. Die blaue Dose lag noch immer dort. Schließlich verließ Frauchen den Raum. Inzwischen hielt Leo es vor Neugier nicht mehr aus und tat einen Satz auf das Sofa und von dort auf den Tisch. Argwöhnisch umkreiste er das Ding und schnupperte: Nichts! Kein interessanter Geruch. Zum Knabbern eignete sich das Blechding auch nicht. Es lag nur kalt und hart hier herum. Nicht einmal ein Geräusch gab es von sich.

Leos linke Vorderpfote, die sich manchmal selbständig machte, wenn er etwas gar nicht mochte, schüttelte sich und gab der blauen Dose einen winzigen Schubs, während er vom Tisch mit einem Riesensatz in seinen Korb sprang. Doch plötzlich hörte er hinter sich ein leises Klappern: Die blaue Dose rollte auf die Tischkante zu. »Au weia«, jaulte er. »Das geht nicht gut!« Kurzentschlossen sprang er auf den Tisch, doch zu spät: Die Dose fiel vor seinen Augen in die Tiefe. Mit einem hässlichem »Plonk« knallte sie auf den Boden, rollte noch ein paarmal hin und her und lag still. »Miau«, klagte Leo: Die blaue Dose hatte eine deutliche Delle. Das gab bestimmt Ärger! Und Frauchen würde wissen, dass er der Übeltäter war. Mit dem zu erwartenden Donnerwetter war der Tag endgültig gelaufen.

Natürlich hatte Frauchen den Knall auch gehört und kam prompt zurück. Sie bückte sich, hob die Dose auf und machte ein ärgerliches Gesicht. Leo tat völlig unbeteiligt: Schließlich ging ihn diese Dose ja gar nichts an. Frauchen öffnete die Dose, schüttelte einen Gegenstand heraus und spähte neugierig in das Innere. Sie zog noch einen Zettel heraus, entfaltete ihn und legte ihn auf den Tisch. Dann setzte sie die neue Lesebrille auf und ging nach nebenan.

Rasch hüpfte Leo wieder auf den Tisch und inspizierte den auseinandergefalteten Zettel. Natürlich konnte er nicht lesen. Aber die blaue Katze interessierte ihn! Doch die verfolgte ihn mit großen Augen durch eine Brille mit runden, blitzenden Gläsern, während er um den Zettel herumschlich. Leo schüttelte sich. »Unsinn! Papierkatzen, auch wenn sie ziemlich blau sind, können niemanden mit ihrem Brillenblick verfolgen.« Das wusste er genau von den Bildern in den großen Papierschnitzeln, die Frauchen sich jeden Morgen vor die Nase hielt und dabei oft mit sich selbst redete. Für Leo war das ein Spaß: Wenn sie damit fertig war, durfte er sie zerfetzen, wobei sie herrlich »Rrrrratsch, rratsch« machten. Er konnte sie auch durch die Luft wirbeln und mit den Pfoten nach ihnen schlagen. Aber noch nie hatte ihn eines der Bilder mit den Augen verfolgt.

Missmutig wollte Leo elegant zum Sofa hinunterspringen, als er sich plötzlich beobachtet fühlte. Mit gesträubtem Fell wandte er sich um, zuckte heftig zusammen: Frauchen stand in der Tür und sah mit ihrer neuen Lesebrille genauso aus wie die blaue Brillenkatze. Abwehrend schüttelte er sich, wodurch der Zettel unter das Sofa segelte. Frauchen hatte das Malheur nicht bemerkt und verschwand mit ihrem Brillenkatzengesicht wieder im Nebenzimmer.
Neugierig schnüffelte Leo an dem heruntergefallenen Zettel. Wieder glaubte er, die Brillenkatze folge ihm mit ihren Augen. »Lass das, du Flohsack«, murmelte eine Stimme kratzig, aber nicht unfreundlich. Verwundert beäugte Leo das Papier: Die Brillenkatze sah ihn ruhig durch ihre Brille aus dem Papier an und rührte sich nicht. Er beobachtete sie genau. Doch außer, dass sie ihn immerzu anzuschauen schien, passierte nichts.

Leo stand nun verärgert mit beiden Vorderpfoten auf dem Papier: Der »Flohsack« war eine Frechheit! Wo er sich doch immerzu putzte. Höchstens Frauchen durfte sich das erlauben. Eine leicht knisternde Stimme meinte entschuldigend: »Zugegeben, ›Flohsack‹ war nicht nett. Aber man kann ja bei Fremden nie wissen.« Nach allen Seiten Ausschau haltend, maunzte Leo kläglich: Papierbilder konnten nicht sprechen! So etwas hatte Leo noch nicht erlebt.

Eine Weihnachtsgeschichte mit Katze hätte mir sehr gut gefallen.
Sie hätte etwas anstellen können, was dann im Nachhinein doch ein Glücksfalls ist.
Oder Leo hätte vor einem drohenden Unheil warnen können und damit das Weihnachtsfest retten.

Ich lese auch gerne Fantasieelemente, aber es müsste irgendetwas außergewöhnliches dabei sein.
Warnt Bella vor einem Unheil? Ist sie glücklich mit ihrem Schicksal oder versucht sie ihm zu entrinnen?
Wie denkt sie darüber, dass es ihren Erschaffer wahrscheinlich nicht mehr gibt? Warum und wie ist die Dose in Leos Haus gelandet?

Es gibt überhaupt keinen Konflikt. Klar verwunderlich: Eine gezeichnete Katze spricht und springt dann aus dem Papier. Aber sonst gibt es keine Information über sie.
Leo und sein Frauchen tun einfach Dinge, die alle Katzen und Menschen tun: Sie werden verwöhnt, gekrault, nerven beim Singen und Basteln, fressen bzw tun gar nichts.

Das ganze Drumherum hast du sehr sympatisch geschrieben. Aber der Geschichte fehlt das eigentliche Ereignis, eine überraschende Wendung oder eine Pointe.


Ich denke, dass noch viel mehr in dir steckt, auch wenn ich jetzt etwas kritisch geklungen habe.
Dir Glück, Gesundheit und vielSpaß am Schreiben im Neuen Jahr!

Unki
unkompliziert
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