Bestseller, Welterfolge - das schaff ich nie!

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Re: Bestseller, Welterfolge - das schaff ich nie!

Beitragvon Kelpie » 12.04.2015, 14:33

Hast du auch schon einmal Selbstzweifel gehabt?
Ja, ich denke, das hat jeder. Irgendwie wäre es auch unvernünftig zu glauben, dass alle Welt nur auf dein atemberaubendes Projekt wartet.

Wie oft kommt das vor?
Ehrlich gesagt, nicht sonderlich oft. Was ich schreibe, gefällt mir selbst wahrscheinlich immer noch am besten und solange ich es immer wieder lesen kann, Stolz dabei empfinde und mich darüber freue, ist das Schreiben nicht umsonst. Zweifel an mir können da also nur schwerlich wirklich stark werden. Mag ja sein, dass es vielleicht die ganze Welt nicht interessiert, was ich schreibe. Aber solange ich es selbst schätzen kann? Eigentlich erreiche ich ja bisher mit meinem Schreiben etwas (mich selbst :XD: ), woran soll ich also zweifeln?

Meine Zweifel beziehen sich dann eher darauf, für die große weite Welt gut genug zu sein. Selbst wenn ich es allerdings nicht bin - was sagt das schon über mich aus?

Was tust du dagegen?
Weitschreiben, alte Texte lesen.

Was hilft am besten?
Abschnitte von mir zu lesen, die ich für gut befinde. Manchmal auch den ganzen Tag lang. Mich völlig in meine Geschichte und meine Protagonisten zu vertiefen, regelrecht mit ihnen zu atmen. Spätestens in dem Moment, in dem ich in dieser Zweitwelt vollkommen aufgehe und mir klarmache, dass all diese Empfindung ich allein geschaffen hab, sind meine Zweifeln dahin.
Derweilen ist auf dem Feld schon alles gewachsen, bevor die wussten, warum und wie genau es gedeiht. (Franziska Alber)
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Re: Bestseller, Welterfolge - das schaff ich nie!

Beitragvon IPatricia » 12.04.2015, 20:58

Hey!

Also ich glaube, du findest hier niemanden, der noch keine Selbstzweifel hatte. Das ist total menschlich und meiner Meinung nach auch gut. Manchmal muss man gewisse Dinge infrage stellen, um sich zu verbessern. Wie schon mein Vorredner sagte: Ich weiß, dass die Literaturwelt nicht auf mich wartet. Aber man sollte das Selbstbewusstsein besitzen, das ändern zu wollen.

Es kommt nicht sehr oft vor. Ich denke, ich kann mich selbst gut einschätzen. Niemand ist perfekt, aber ich glaube, wäre ich nicht von dem überzeugt, was ich schreibe, würde ich es nicht tun. Ohne gute Idee würde ich nicht schreiben. Mich bringen die Ideen zum Schreiben und die Liebe zu diesen, nicht umgekehrt.

Gegen Zweifel hilft es immer, dem Ganzen realistisch gegenüber zu stehen. Man kennt sich selbst am besten. Ist das, was ich schreibe, wirklich gut? Oder will ich nur, dass es gut ist? Mit einer gesunden Fähigkeit zur Selbstreflexion kann man sich diese Frage beantworten. Ich glaube, viele von uns kommen zum Schreiben, weil wir schon einmal irgendwo gehört haben, dass wir das gut können. Sei das in der Schule von Lehrern oder Mitschülern, von Freunden oder von Fremden in Internetforen (z.B. bei Fanfiction Seiten). Im Falle von Zweifeln sollten wir uns an so etwas erinnern, das motiviert einen.

Was hilft am besten? Üben. Wenn ich der Meinung bin, dass das, was ich geschrieben habe, nicht gut genug ist, schreibe ich es wieder. Und wieder. Und wieder. Solange, bis es mir gefällt. Je mehr ich schreibe, desto besser gefällt es mir in der Regel. Ich suche mir schöne Passagen heraus und verarbeite diese in der Überarbeitung. Ich denke mir neue Dinge aus, werfe alte über den Haufen. Und irgendwann ist es für mich gut so.

Zweifel helfen uns in der Regel, uns zu verbessern. Ich sehe sie also nicht so negativ, denn meistens sind sie berechtigt. Es gibt einen Unterschied zwischen selbstkritisch und pesimisstisch - und nur eines davon hilft beim Schreibprozess wirklich weiter.
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Re: Bestseller, Welterfolge - das schaff ich nie!

Beitragvon Fremdenlegionaer » 13.04.2015, 07:44

Hallo Patricia,
vielen Dank für dein Statement.
Da ihr hier ja alles alte Hasen seid, die Frage von mir: Wie sehr nützt es euch, Bücher zum kreativen Schreiben zu nutzen?
Welche Hilfe und Unterstützung der eigenen Progression bieten Autoren wie James N. Frey, Elizabeth George, Giesing usw. tatsächlich - oder sind solche Ratgeber eher eine voyeuristische Nabelschau?
liebe Grüße
Franzi
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Re: Bestseller, Welterfolge - das schaff ich nie!

Beitragvon Julestrel » 13.04.2015, 08:41

Hallo Franzi,

zum Thema Schreibratgeber hatten wir bereits schon einige Themen:
- erfahrung-zu-diesen-ratgebertipps-t53662.html
- pro-und-contra-schreibratgeber-t50720.html
- fuhren-schreibratgeber-zu-literarischem-einheitsbrei-t42456.html
- kann-wirklich-jeder-das-schreiben-erlernen-t34726.html
- wie-man-einen-verdammt-guten-roman-schreibt-james-n-frey-t27901.html
- schreibtheorie-unerlasslich-fur-veroffentlichung-t30219.html

Lies dich da mal durch und wenn du noch Fragen hast, kannst du die in den anderen Diskussionen sicher stellen, damit die Beiträge hier beim Thema bleiben :)


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Re: Bestseller, Welterfolge - das schaff ich nie!

Beitragvon ScaryScarlet » 22.04.2015, 14:13

Hast du auch schon einmal Selbstzweifel gehabt?
Oft. Es gibt Tage, da fließ ich über vor Schreiblust und erzittere unter meinen Ideenexplosionen :D, und wenn ich es dann einen Monat später anschauen - dann find ich es entweder immer noch supergeil oder grottenschlechtmiesübel.
Und es gibt Tage, da hab ich eh das Gefühl - lass das mal mit dem Schreiben, da kommt heute nur Quark bei raus. Ja - aber auch Quark muss man eine Chance geben. Mitunter wird eine Woche später ein Käsekuchen mit Streuseln und Äpfeln draus.

Wie oft kommt das vor?
Wie geschrieben: oft. Aber es gibt auch Zeiten, in denen ich keine Zweifel habe. Objektiv gesehen kann ich nicht sagen, in welchen ich bessere Sätze schreibe. Also sind Zweifel kein Garant für Qualität, ebenso wenig, wie Zweifelfreiheit einer ist.

Was tust du dagegen?
Manchmal VerZweifel'n'... :) Manchmal kann ich dann nicht mehr und lass meine Privatergüsse liegen. Jobmäßig geht das nicht, da muss ich schreiben. Dann wiederum muss ich mich aufraffen und sagen - mach weiter.
Was mir schlecht tut, ist, mich im Entstehungsprozess mit jemandem auszutauschen. Das bremst mich aus - bis hin zur Aufgabe einer Werksidee. Also lieber durch, dann nochmal heftig drüber gehen.

Was hilft am besten?
Gute fertige Sachen von mir lesen. Gute Passagen im entstehenden Zweifelwerk suchen und lesen. Bücher anderer Autoren lesen, um mir einzureden, das färbt ab.
Mitunter muss es auch einfach mal liegen gelassen werden und das real life eine Chance haben. Zweifel sind ja keine Schreibblockade, sondern eine Bremse - für mich. Momentan zweifle ich an meinem gesamten (fertigen) Manuskript. Aber immerhin ist es fertig (siehe Frage "Was tust du dagegen")
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