[Sonstiges]Bettszene mit Josh und Martin

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[Sonstiges]Bettszene mit Josh und Martin

Beitragvon anby77 » 22.01.2015, 19:29

Hallo zusammen,

ich habe mal wieder eine Textstelle, von der ich wissen will, wie sie ankommt. In diesem Fall interessieren mich vor allem zwei Dinge: Erstens: Sind die englischsprachigen Sätze verständlich oder überfordere ich den Leser damit? und zweitens: Haltet ihr Martins Reaktionen für glaubhaft? Was denkt ihr anhand dieser Passage über ihn?
Achja zum Verständnis: Der Reverend, der erwähnt wird, ist fundamentalistischer Baptistenprediger und Joshs Vater.

Und nun der Text:
________________________________________________
Martin versuchte die Welt davon zu überzeugen, mit dem Wanken aufzuhören. Als Josh seine Arme um ihn legte, war ihm das ganz recht. Es linderte das Gefühl, durchs Nichts zu trudeln. Aber Josh beließ es nicht dabei. Er drängte sein Bein zwischen Martins Schenkel, legte seinen Kopf auf Martins Brust und ließ seine Hände wandern. Martins Herz schlug ihm bis in den Hals. Er hatte das Gefühl, schlagartig nüchtern geworden zu sein und trotzdem wie durch Watte wahrzunehmen, was mit ihm geschah. Irgendwo zwischen Rausch, Müdigkeit und Verwirrung hatte sein Englisch ihn verlassen, sodass er nicht verstand, was Josh ihm ins Ohr flüsterte. Joshs Hände verstand er besser. Sie machten sich an seinem Hemd zu schaffen und öffneten seinen Gürtel. „Keine Panik,” dachte Martin, er will bestimmt nur nicht, dass meine Klamotten knittern, während ich schlafe.” Was dann passierte, belehrte ihn eines Besseren. Josh küsste ihn. Auf den Mund. Es war ganz anders als Martin sich den Kuss eines Mannes vorgestellt hatte. Joshs Lippen waren zwar etwas spröde aber ansonsten konnte er keinen Unterschied zum Kuss einer Frau feststellen. Sein Penis auch nicht. Bis er auf sein Gegenstück an Josh stieß. Das ihn schlagartig wieder in sich zusammensinken. Josh setzte mit seinem Unterleib nach. Martin stieg kalter Schweiß auf die Stirn und er erstarrte. Seine Lippen formten ein tonloses „Nein”. Und noch eines. Schließlich brachte er ein krächzendes „‛ein” hervor und dann endlich ein deutlich vernehmliches „Nein”.
Josh hielt inne, wich aber nicht zurück. „No,” sagte Martin, als sein Englisch langsam wieder zurückkam. Josh nahm Martins Gesicht in seine Hände und sagte: „Don‛t be afraid, I won‛t tell,” und küsste Martin erneut.
„No,” sagte Martin als Josh wieder von ihm abließ, „I‛m not like that.” Nun erstarrte Josh.
Während er seine Gedanken sortierte, hörte Martin ihn leise schluchzen.
„Ich bin nicht schwul,” sagte er; froh dass es ihm ohne Schwierigkeiten gelungen war, die englischen Worte zu finden.
„Aber, Brokeback Mountain,” stammelte Josh, „warum hast du es gelesen, wenn du nicht...”
„Das gehörte zum Englischunterricht.”
Josh wandte sich von Martin ab und murmelte: „Soviel zu meinem Gaydar, mannomannomannomann....”
Martin zog es vor, das nicht zu kommentieren und schloss seine Hose.
„Und nun?” wollte Josh wissen.
„Was nun?”
„Sagst du‛s dem Reverend?”
„Das ist nicht meine Aufgabe. Das musst du selber machen.”
„Spinnst du? 3. Moses 20, 13 ‚Wenn jemand bei einem Manne liegt wie bei einer Frau so haben sie getan, was ein Gräuel ist und beide sollen des Todes sterben; Blutschuld lastet auf ihnen.‛ Der nimmt das wörtlich und reißt mir persönlich den Kopf ab oder führt den Lynchmob in mein Schlafzimmer.”
„Übertreibst du da nicht ein bisschen? Du bist immerhin sein Erstgeborener.”
„Und du weißt, was Abraham Gottes Geheiß bereit war, mit seinem Erstgeborenen zu tun.”
Martin spürte, wie unruhig Josh war und legte ihm die Hand auf die Schulter.
„Von mir erfährt er nichts.”
„Danke, du bist ein wahrer Freund. Ein anderer wäre wohl völlig ausgerastet.” Josh stand auf und fügte hinzu: „Bleib liegen, ich habe irgendwo noch eine Luftmatratze, die werde ich zum Schlafen benutzen.
Er knöpfte sein Hemd zu und beim Gehen schloss er die Tür beinahe lautlos. Martin war zwar sterbensmüde, aber der Schlaf wollte einfach nicht kommen. Und den Geräuschen, die Josh auf seiner Luftmatratze machte nach zu urteilen, ging es ihm nicht anders. Martin überlegte, ob er rüber gehen und Josh eine Partie Schach oder Poker oder was auch immer er gern tat, wenn er nicht schlafen konnte anzubieten. Aber schließlich zog er es doch vor, wach da zu liegen, bis die Sonne aufging.
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Vielen Dank, dass ihr Euch die Passage anschaut und ich freue mich auf Eure Kommentare
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Re: Bettszene mit Josh und Martin

Beitragvon Desperado » 23.01.2015, 08:49

Also erst einmal möchte ich sagen, dass ich nicht so gern Rechtschreibung und Grammatik korrigiere. Aber gerade Letzteres scheint mir bei deinem Text noch nötig zu sein.

In dem Satz stimmt meines Erachtens etwas mit den Zeiten nicht:
Er hatte das Gefühl, schlagartig nüchtern geworden zu sein und trotzdem wie durch Watte wahrzunehmen, was mit ihm geschah.

Entweder:
Er hatte das Gefühl, schlagartig nüchtern geworden zu sein und trotzdem wie durch Watte wahrgenommen zu haben, was mit ihm geschehen war.
Oder:
Er hatte das Gefühl, schlagartig nüchtern zu sein und trotzdem wie durch Watte wahrzunehmen, was mit ihm geschah.
Verstehst du?

Ansonsten hast du viele Wortwiederholungen. In dem kleinen Textabschnitt mache ich sie dir mal deutlich.
Gerade die Namen kommen sehr oft vor, obwohl es nur zwei Handelnde gibt. Versuch mal öfter ER einzubauen oder weniger den Focus von einer auf die andere Person zu wechseln.

Martin versuchte die Welt davon zu überzeugen, mit dem Wanken aufzuhören. Als Josh seine Arme um ihn legte, war ihm das ganz recht. Es linderte das Gefühl, durchs Nichts zu trudeln. Aber Josh beließ es nicht dabei. Er drängte sein Bein zwischen Martins Schenkel, legte seinen Kopf auf Martins Brust und ließ seine Hände wandern. Martins Herz schlug ihm bis in den Hals. Er hatte das Gefühl, schlagartig nüchtern geworden zu sein und trotzdem wie durch Watte wahrzunehmen, was mit ihm geschah.


Nun zu den Themen, die dich wirklich interessieren:
Ich verstehe nicht, warum du überhaupt die englische Sprache einbaust, obwohl du dann plötzlich kommentarlos zum deutschen Dialog wechselst. Wenn du das tust, kannst du die englischen Sätze gleich ganz weglassen.
Mich hat auch irritiert, dass Martin anfangs noch nicht mal das englische NEIN hinkriegt , dann aber plötzlich komplexe Sätze bilden kann.
Wenn sie sich in englisch unterhalten, solltest du dich entscheiden, ob Martin die Sprache gut beherrscht - dann bleibe bei deutschen Dialogen mit dem Hinweis, dass die englisch sprechen.
Oder bei schlechten Sprachkenntnissen verwende gaaaanz einfache englische Sätze und lass immer wieder deutsche Worte mit einfließen. Ist aber echt schwierig, wenn dann Josh auf englisch antwortet. ich würde es nicht verstehen.

Martins Reaktion ist für mich persönlich etwas unglaubhaft. Erst seine körperliche Reaktion, obwohl er doch weiß, dass es ein Junge ist, Dann der plötzliche Abturn, nur weil er Joshs Schwanz spürt? Und dann dieses wiederholte NEIN wie bei einer Erziehungsmethode?
Entweder er reagiert sofort und schmeißt den Kerl aus den Bett oder er darf das Rumgefummel am Anfang nicht so bewusst mitkriegen und sich vor allem nicht zu viele Gedanken darüber machen. Vielleicht wäre es glaubhafter, wenn er von einem Mädchen träumt und erst später mitkriegt, dass es sein Freund ist?
Im besoffenen Zustand ist das schon möglich.
Auf jeden Fall würde eine Ablehnung sicher nicht verbal passieren. Kerle werden doch eher körperlich und regeln so etwas handfest.
Verstehst du?
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Re: Bettszene mit Josh und Martin

Beitragvon anby77 » 23.01.2015, 16:34

Hallo Desperado,

zunächst mal Danke für Deinen Kommentar; ich fange mal mit den Sachen an, die mich am meisten beschäftigen. Also ziemlich unsystematisch.
Auf jeden Fall würde eine Ablehnung sicher nicht verbal passieren. Kerle werden doch eher körperlich und regeln so etwas handfest.

Ich weiß, dass das Klischee so aussieht. Leider passt es nicht in meinen Plot. Aber da ich selbst ein Kerl bin, weiß ich auch, dass es nicht in jedem Fall stimmt.
Ich will in dieser Szene keine Gewalt haben. Nicht mal andeutungsweise. Wenn Martin die Sache "handfest regelt", würde das wohl bei vielen Lesern folgendes Vorurteil triggern: "Josh ist eine dieser bösen Schwuchteln, die man nur mit Prügeln daran hindern kann, wehrlose Heteros zu vergewaltigen." Ganz unabhängig davon, dass ich dieses Vorurteil nicht bestärken will, will ich, dass Josh und Martin den Vorgang als Missverständnis, das nicht wieder vorkommen wird, bewerten können. Martin soll - zumindest nach einer Weile - in Josh nicht "den Kerl, den ich davon abhalten musste, mir seinen Piep in den Piep zu piepen" sehen sondern den "verdammt noch mal anständigsten Menschen, den er seit langem kennen gelernt hat". Dazu gehört auch dass er Martins Reaktionen beobachtet, und beim ersten wirklich vernehmbaren "Nein (Deutsch) innehält und versucht auf Martins Gefühle einzugehen. Gut, er interpretiert die Sache falsch, aber zeigt Respekt und Fürsorge.
Martins Reaktion ist für mich persönlich etwas unglaubhaft. Erst seine körperliche Reaktion, obwohl er doch weiß, dass es ein Junge ist, Dann der plötzliche Abturn, nur weil er Joshs Schwanz spürt? Und dann dieses wiederholte NEIN wie bei einer Erziehungsmethode?
Entweder er reagiert sofort und schmeißt den Kerl aus den Bett oder er darf das Rumgefummel am Anfang nicht so bewusst mitkriegen und sich vor allem nicht zu viele Gedanken darüber machen.

Anscheinend kommt das Ganze nicht so rüber, wie es gedacht war. Wenn ich Dich richtig verstehe, meinst Du Martin sollte eine instinktive Abwehrreaktion zeigen. Ein überzeugter Hetero würde so reagieren. Aber das würde eine relativ klassische "Homo versucht vergeblich eine Hete zu verführen"-Szene werden. Und das wollte ich eigentlich nicht produzieren. Ich schätze, jetzt muss ich ein bisschen Hintergründe bringen, um zu verdeutlichen, was ich mit der Szene ursprünglich bezweckt habe - wird leider etwas länger:

Martin ist sich seiner Sexualität nicht sicher genug, um wie ein überzeugter Hetero zu reagieren. Er ist asexuell, weiß es aber nicht. Er hat sich dem Begriff bisher nicht auseinander gesetzt und ist daher bislang nicht auf die Idee gekommen, ihn auf sich anzuwenden (ich weiß, recht verworren...). Seine Sexualität resultiert primär aus dem Wunsch, Erwartungen nicht zu verletzen. Körperlich ist mit ihm alles in Ordnung. Er ist erregbar und kann Sex haben, versucht sich einzureden, dass es schön ist, nur fand er den Vorgang bei seinen - bisher ausschließlich mit Frauen gemachten Erfahrungen - nicht annähernd so erfüllend, wie die Medien ihm weiß machen wollen. Er war für mehr ein "die Sache durchziehen", weil es von ihm erwartet wurde, nicht als Schlappschwanz dazustehen wollte, und keinen Vorwand gefunden, mit dem er die Sache hätte abbrechen können, ohne verletzend zu werden. Deshalb hielt Martin - zumindest bis zu dieser Szene - für möglich, dass er homosexuell sein könnte aber geistig und emotional zu blockiert sei, um es sich ehrlich einzugestehen. Der Kontakt zu Josh Peniss turnt in ab, weil ihm in diesem Moment bewusst wird: "Wenn der so weitermacht, kommt da klebriges Zeugs raus." und er das, nun da es konkret passieren könnte, nicht geil sondern ekelerregend findet. Der Unterschied zum Sex mit Frauen ist: Er hat mit dem Satz "Ich bin nicht schwul" eine akzeptable Exit-Option.
Jedenfalls: ihm fehlt das Instrumentarium, die Situation richtig einzuschätzen und angemessen zu reagieren. Deshalb meine Idee, ihn erst mal "einfrieren" oder in eine Art "Schockstarre" (beide Begriffe treffen es nicht wirklich) fallen zu lassen, aus der er sich erst mal befreien muss, um irgendetwas tun zu können. Ihm schießt verdammt viel durch den Kopf. Er braucht etwas Zeit, das zu sortieren um zu realisieren, was mit ihm passiert und er braucht etwas Zeit um sich darüber klar zu werden, wie er es finden soll.
Der Rückfall in die Deutsche Sprache und die Mühe, sein "Nein" vernehmlich zu äußern, waren als Symptome dieser geistigen Blockade gedacht. Wenn die Gedanken so richtig fiebrig rasen, tun sie es nicht in einer Fremdsprache; egal wie gut man sie beherrscht.
Mir sind beim erneuten Lesen ein paar Formulierungen aufgefallen, die da einen falschen Eindruck erwecken könnten - so sollte ich z.B. "Keine Panik" streichen und stattdessen etwas in Richtung: "Oh, er will nicht, dass ich meine Kleidung zerknittere." schreiben. Und ich sollte das erste "Nein" nicht "tonlos" sondern "stumm" sein lassen. Das sollte auch weniger eine Aufforderung an Josh sein aufzuhören, sondern den Moment markieren, in dem Martin entscheidet: "Nein, ich will das nicht", um klarer zu machen, dass sie lauter und entschlossener werden. Aber ich schätze, das ist wohl doch zu dicht, um es auch nur ansatzweise über Martins Reaktionen vermitteln zu können.
Hast Du Ideen, wie man das einbringen könnte, ohne es allzu platt hinzuschreiben? Ich habe mir - wie Du vielleicht bemerkt hat - recht viele Gedanken darüber gemacht, was in Martin vorgeht. Er selbst hat davon - zumindest in dieser Szene nur eine vage Ahnung, und beim Leser sollte es nicht unbedingt viel konkreter werden. Aber "etwas unglaubhaft" und "Kerle machen das anders" passt nun gar nicht in den Kram.

Entweder:
Er hatte das Gefühl, schlagartig nüchtern geworden zu sein und trotzdem wie durch Watte wahrgenommen zu haben, was mit ihm geschehen war.
Oder:
Er hatte das Gefühl, schlagartig nüchtern zu sein und trotzdem wie durch Watte wahrzunehmen, was mit ihm geschah.

Da "schlagartig nüchtern werden" ein punktuelles Ereignis ist, das in diesem Fall vor der Erzählzeitebene stattgefunden hat, während "wie durch Watte wahrzunehmen einen bis zur Erzählzeit andauernden Zustand beschreibt, ist der Satz grammatikalisch korrekt. Aber er es kompliziert und missverständlich, so dass ich ihn umformulieren werde.

Ansonsten hast du viele Wortwiederholungen. In dem kleinen Textabschnitt mache ich sie dir mal deutlich.
Gerade die Namen kommen sehr oft vor, obwohl es nur zwei Handelnde gibt. Versuch mal öfter ER einzubauen oder weniger den Focus von einer auf die andere Person zu wechseln.

Wenn mit "er" zwei Leute gemeint sein können, muss man ein bisschen aufpassen, dass kein Verwechselungspotential da ist. Da dachte ich mir, es sei besser, die Namen lieber ein paar zu oft fallen zu lassen, anstatt Verwirrung zu stiften, indem ich sie zu selten nenne.
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Re: Bettszene mit Josh und Martin

Beitragvon AuroraBorealis » 23.01.2015, 21:40

Hallo Anby,

hier mein Kommentar zu deinem Text. Verwende, was du gebrauchen kannst, den Rest vergess wieder.

anby77 hat geschrieben:Aber Josh beließ es nicht dabei. Er drängte sein Bein zwischen Martins Schenkel, legte seinen Kopf auf Martins Brust und ließ seine Hände wandern. [...] Joshs Hände verstand er besser. Sie machten sich an seinem Hemd zu schaffen und öffneten seinen Gürtel. „Keine Panik,” dachte Martin, er will bestimmt nur nicht, dass meine Klamotten knittern, während ich schlafe.”

Nach dem Ablauf, ist für mich Martins Gedankengang nicht nachvollziehbar (mit Ausnahme er wäre sehr sehr sehr naiv). Auch nicht, wenn er betrunken ist. In dem Fall würde ich eher Ratlosigkeit erwarten, als das er die Begründung in zerknitterten Klamotten sucht.

anby77 hat geschrieben:Nun erstarrte Josh.
Während er seine Gedanken sortierte, hörte Martin ihn leise schluchzen.
„Ich bin nicht schwul,” sagte er; froh dass es ihm ohne Schwierigkeiten gelungen war, die englischen Worte zu finden.
„Aber, Brokeback Mountain,” stammelte Josh, „warum hast du es gelesen, wenn du nicht...”
„Das gehörte zum Englischunterricht.”
Josh wandte sich von Martin ab und murmelte: „Soviel zu meinem Gaydar, mannomannomannomann....”

Hier empfinde ich Joshs Reaktion als unglaubwürdig. Der hat gerade eine Abfuhr bekommen und dürfte entsprechend verletzt/enttäuscht sein.

anby77 hat geschrieben:„Und nun?” wollte Josh wissen.
„Was nun?”
„Sagst du‛s dem Reverend?”

Insgesamt fehlt mir hier die Panik/Verzweiflung/Ratlosigkeit von Josh. Das „Und nun“ hört sich so beiläufig an. Erst später wird ersichtlich, dass Josh sich wirklich Sorgen macht.

anby77 hat geschrieben:Martin spürte, wie unruhig Josh war und legte ihm die Hand auf die Schulter.
„Von mir erfährt er nichts.”

Wäre es nicht realistischer, wenn Martin zunächst einen gewissen Abstand wahren würde, um nicht Gefahr zu laufen, falsche Signale zu senden? Ich würde behaupten, dass es ein bisschen Zeit bedarf (mindestens eine Nacht drüber schlafen), bis Martin wieder normal mit Josh umgehen kann (und selbst der erste Kontakt am nächsten Morgen dürfte eher ein herantasten sein).

anby77 hat geschrieben:„Danke, du bist ein wahrer Freund. Ein anderer wäre wohl völlig ausgerastet.” Josh stand auf und

Hier fehlt mir Emotion.



anby77 hat geschrieben:Erstens: Sind die englischsprachigen Sätze verständlich oder überfordere ich den Leser damit?

Theoretisch verständlich, aber ich muss Desperado recht geben, dass der Wechsel ins Deutsche ziemlich abrupt kommt. Außerdem geschieht dieser Wechsel relativ schnell, wodurch die beiden Sätze überflüssig werden.

anby77 hat geschrieben:zweitens: Haltet ihr Martins Reaktionen für glaubhaft? Was denkt ihr anhand dieser Passage über ihn?

Nein. Durch die Gedanken, die einem durch den Kopf rasen kann man kurzfristig ins stottern kommen, oder gar nichts hervorbringen, aber irgendeine Reaktion würde ich erwarten. Und sei es zurückweichen/zucken, oder wegdrehen … irgendetwas. Im Übrigen wäre das ebenfalls Gewaltfrei, aber eine eindeutige Reaktion.

Liebe Grüße
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Re: Bettszene mit Josh und Martin

Beitragvon Sasskia » 25.01.2015, 13:20

Grüß Dich, anby77!

Ich bin zwar kein "Kerl", aber vielleicht kann ich mich deshalb leichter in die sensible Seele von Josh einfühlen :thanks:

Wie du die Verwirrung von Martin beschrieben hast, gefällt mir sehr gut, weil es mir vermittelt, wie unsicher er sich seiner selbst ist. Dazu müsstest du allerdings nicht unbedingt den "Umweg" über die Englische Sprache nehmen, die dir dann beim weiteren Dialog im Weg steht.
Was mich aber gestört hat, betrifft den Dialog über das Alte Testament. Der ist meiner Meinung nach völlig unstimmig, weil das Alte Testament in der Gewichtigkeit durch das Neue Testament abgelöst wurde, das hat mir zumindest mein Gemeindepfarrer glaubhaft versichert. Somit ist die Katholische Kirche zwar nicht toleranter gegenüber gleichgeschlechtlichen Beziehungen geworden, und es mag durchaus ein Grund sein, das Priesterseminar verlassen zu müssen, aber getötet wird niemand mehr.
Die Schwierigkeit, eine Szene zwischen zwei gleichgeschlechtlichen Handelnden so zu erzählen, dass der Leser weiß, wer gerade spricht, lässt sich "mildern", wenn du mit "der blonde Engländer" oder anderen Bezeichnungen für sie arbeitest.
Ich bin auch nicht der Meinung, dass man die Panik/Verzweiflung/Ratlosigkeit von Josh in vielen Worten glaubhaft darstellen muss, sondern das "und nun" dem Leser den Raum gibt, seine eigenen "Befürchtungen" zu fühlen, was ihn stärker mit der Szene verbinden könnte! Vielleicht kannst du mit einem "... eine geraume Weile starrten sie schweigend zu Boden ...." ihre Hilflosigkeit noch unterstreichen.

Mir gefällt dein Schreibstil, eben weil er Raum für eigene Gefühle lässt und das macht mich neugierig, wie die Geschichte weitergeht!

lg
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Re: Bettszene mit Josh und Martin

Beitragvon anby77 » 25.01.2015, 17:17

Hallo zusammen,

@AuroraBorealis:

Nach dem Ablauf, ist für mich Martins Gedankengang nicht nachvollziehbar (mit Ausnahme er wäre sehr sehr sehr naiv). Auch nicht, wenn er betrunken ist. In dem Fall würde ich eher Ratlosigkeit erwarten, als das er die Begründung in zerknitterten Klamotten sucht.

Dann muss ich den Ablauf wohl ein wenig ändern.
Hier empfinde ich Joshs Reaktion als unglaubwürdig. Der hat gerade eine Abfuhr bekommen und dürfte entsprechend verletzt/enttäuscht sein.

Josh ist enttäuscht. Aber er versucht - vielleicht etwas zu erfolgreich - es zu überspielen. Er will nicht schwach oder weinerlich erscheinen. Dazu kommt, dass die Angst von Martin geoutet zu werden im Moment einfach drängender ist als seine enttäuschten Gefühle...
Insgesamt fehlt mir hier die Panik/Verzweiflung/Ratlosigkeit von Josh. Das „Und nun“ hört sich so beiläufig an. Erst später wird ersichtlich, dass Josh sich wirklich Sorgen macht.

Wenn ich mir nicht anmerken lassen will, was in mir vorgeht, neige ich zu einer überbetonten Beiläufigkeit; die man allerdings recht als die dünne Fassade erkennt die sie ist. Den dazu passenden Tonfall habe ich mir dazu gedacht; aber wenn er beim Leser nich ankommt, muss ich ihn wohl schildern - oder mir was anderes ausdenken, um das zu zeigen.

Wäre es nicht realistischer, wenn Martin zunächst einen gewissen Abstand wahren würde, um nicht Gefahr zu laufen, falsche Signale zu senden? Ich würde behaupten, dass es ein bisschen Zeit bedarf (mindestens eine Nacht drüber schlafen), bis Martin wieder normal mit Josh umgehen kann (und selbst der erste Kontakt am nächsten Morgen dürfte eher ein herantasten sein).

Guter Einwand - ich habe Martin so handeln, damit er nicht reden muss. Der non-verbalen Kommunikation wo es geht, den Vorzug vor Worten zu geben ist für ihn völlig normales Verhalten. Dass Josh das falsch auffassen dürfte, hatte ich um ehrlich zu sein nicht auf dem Radar. Du hast mich jetzt auf die Idee gebracht, genau das geschehen zu lassen: Martin sendet - wenn auch ohne sich dessen bewusst zu sein - widersprüchliche Signale die Josh völlig durcheinander bringen, bis er Martin die sprichwörtliche Pistole auf die Brust und Klarheit fordert und so Martin zur Selbstreflexion zwingt... aber das muss ein paar Dutzend Seiten später passieren.

@Sasskia:
Dazu müsstest du allerdings nicht unbedingt den "Umweg" über die Englische Sprache nehmen, die dir dann beim weiteren Dialog im Weg steht.

Es gibt einige Stellen, an denen ich mit der Sprachbarriere spiele - nur an denen ist nicht so wichtig, ob der Leser die englischen Worte versteht oder nicht. Aber hier scheinen, die Probleme, die der Wechsel aufwirft, den Nutzen als Zeigeinstrument zu überwiegen. Gut, ich habe es ausprobiert, es funktioniert nicht, es wird aufgegeben.
Was mich aber gestört hat, betrifft den Dialog über das Alte Testament. Der ist meiner Meinung nach völlig unstimmig, weil das Alte Testament in der Gewichtigkeit durch das Neue Testament abgelöst wurde, das hat mir zumindest mein Gemeindepfarrer glaubhaft versichert. Somit ist die Katholische Kirche zwar nicht toleranter gegenüber gleichgeschlechtlichen Beziehungen geworden, und es mag durchaus ein Grund sein, das Priesterseminar verlassen zu müssen, aber getötet wird niemand mehr.

Es gibt nicht "das Christentum" und "die eine Deutung" der Bibel. Das Christentum besteht aus sehr vielen, sehr unterschiedlichen Strömungen, die sehr unterschiedliche Deutungen aus der Bibel holen. Was Dein Gemeindepfarrer und katholische Kirche sagen, ist für Josh - der im Haus eines fundamentalstischen, texanischen Baptisten aufgewachsen ist - nicht relevant. Die Gestalten, die in Amerika Schilder mit der Aufschrift "God hates Fags" ("Gott hasst Schwuchteln") durch die Gegend tragen, sind meistens Baptisten. Die meinen, die Bibel lasse keine anderen Schlüsse zu.
Josh übertreibt natürlich. Aber seine Angst ist - auch wenn sein Vater ihn nicht gleich umbringen würde, durchaus begründet; er würde verstoßen und müsste irgendwo, wo ihn niemand kennt, bei null neu anfangen.
Ach ja: Wenn Dein Gemeindepfarrer Dir das nächste Mal erklärt, das alte Testament sei abgelöst, frage ihn nach Matthäus 5,17-19. Oder lies die Stelle selbst und frage Dich was glaubhafter ist; Dein Gemeindepfarrer oder die erste Stelle, an der in der Bergpredigt konkrete Inhalte besprochen werden...

So wie die Reaktionen hier sind, heißt es wohl Ablage P und zurück ans Reißbrett... naja, wenigstens weiß ich jetzt etwas besser, woran es gehapert hat.
Zuletzt geändert von KleineLady1981 am 23.05.2015, 09:17, insgesamt 1-mal geändert.
Grund: Bezug auf gelöschten Antwortkommentar entfernt
Je größer der Dachschaden, desto schöner der Ausblick zum Himmel.
(Karlheinz Deschner)
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Re: Bettszene mit Josh und Martin

Beitragvon unkompliziert » 25.01.2015, 20:45

anby77 hat geschrieben:Ach ja: Wenn Dein Gemeindepfarrer Dir das nächste Mal erklärt, das alte Testament sei abgelöst, frage ihn nach Matthäus 5,17-19. Oder lies die Stelle selbst und frage Dich was glaubhafter ist; Dein Gemeindepfarrer oder die erste Stelle, an der in der Bergpredigt konkrete Inhalte besprochen werden...


Gemeindepfarrer und Diplomtheologen sind meistens einen Schritt weiter. Sie kennen nicht nur die Bibelstelle an sich, sondern auch deren Auslegung.
http://www.domradio.de/audio/mt-517-19- ... t-sr-edith
Die Bibelstelle kann jeder selbst deuten, aber im Kontext auf den Hauptplot der Bibel:
Jesus hat das AT erfüllt. wie hat er es erfüllt: Er hat keinem Menschen etwas getan. Er hat nicht mal gegen seine Feinde gekämpft, die ihn gekreuzigt haben.
Im übrigen hat Jesus persönlich die Pharisäer persönlich gebremst, als sie das AT menschenunfreundlich auslegen wollten. Und hat gesagt: "Das Gesetz ist für die Menschen da."
Zur Theologie gehört Geschichtwissenschaft, Kulturwissenschaft und Archäologie. Denn im Gegensatz zu anderen Religionen glauben wir nicht, dass es wörtlich diktiert wurde und seitdem unverändert blieb, sondern es ist bewusst, dass es tradiert wurde.

Die Kernaussage: "Du sollst deinen Gott lieben und deinen Nächsten sowie dich selbst." Ist aber unmissverständlich, wird oft genug wiederholt und von Jesus als das Wichtigste herausgestellt.

Hallo Anby,

dein Plot birgt sehr viel Potential:
Leser wollen gerne in Welten entführt werden, in die sie selbst keinen Zugang haben. Das wären in deinem Fall gleich DREI Welten: Die der Baptisten, die der Homosexuellen und die der Asexuellen.

Grundsätzliches Problem 1: Vorhersehbarkeit

Interessant wäre zu erfahren, welche Quellen du da verwendest, falls du nicht selbst betroffen wärst. Ich wäre als Leser sonst sehr enttäuscht, wenn mir nur diesselben Clichés über Ungebildete Hinterwäldler, Homosexualität als rein körperliche Frage und Asexuelle als defekte Menschen serviert werden. Nicht so sehr, weil ich ihnen wiederspräche, sondern weil es nichts Kreatives bietet.

Die Geschichte müsste den Leser wirklich in dieses Gefühlsleben eintauchen lassen. Und grundsätzlich mag ich es auch, wenn ich die Handlung der Figuren nicht vorhersehen kann. Es aber trotzdem letztendlich nachvollziehbar bleibt.

Vorschlag: Wenn Asexualität ein noch zu großes Fass ist, um es aufzumachen, fände ich es auch mal pfiffig wenn der Grund für die Abweisung nicht die eigene Verklemmtheit ist. Sondern die "bekehrte" Person auch mal sagt: "Oh. Ich wusste bisher nicht, dass ich homosexuell bin. Aber *trotzdem* bist du nicht mein Typ."

Es wäre doch ein schreckliches Cliché, wenn ein Homosexueller jeden Menschen heiß finden muss, der ein y Chromosom hat!

Vorschlag zwei: Einen weiteren Plottwist den ich bisher noch nicht gesehen habe, wäre: "Oh. Ich wusste bisher nicht, dass ich homosexuell bin. Was wir getan haben ist schön, aber für eine Beziehung mit dir reichen meine Gefühle nicht aus."

Es ist so schade, wenn allein durch die Masse an einseitigen Beispielen der Eindruck ersteht, das einzige was dagegensprechen könnte, dass zwei beliebige homosexuelle Menschen zusammenkommen, die Verklemmtheit des einen bezüglich seiner sexuellen Identität ist.

Gib das Thema nicht auf! Vielleicht finden sich ja im Internet Menschen, die dir autentische Erfahrungen erzählen möchten. Das wäre ein guter Angriffspunkt!

Grundsätzliches Problem 2: Nachvollziehbarkeit

Natürlich können und sollen beim Leser offene Frage entstehen.
Wie würdest du einen Asexuellen charakterisieren?

So wie du ihn darstellst, scheint es jemand zu sein, den menschlicher Körperkontakt zwar erregt, aber dem es doch nichts gibt?

In deiner Stelle zieht er nicht die Grenze, weil er körperliche Reaktionen auf eine Berührung hat (sollte ihn nicht das schon stören)? Sondern weil es ein männliches Körperteil ist.
Das lässt zwei Schlüsse zu:
1. Ein x-beliebiges Mädel hätte ihn beschmusen dürfen. Dann ist er etwas oberflächlich.
2. Es stört ihn die männliche Komponente und nicht die sexuelle.

Ich hätte wirklich gut verstehen können, dass jemand der eben auf Frauen steht, noch durch alles erregbar ist, was eben allgemein sexuell ist. zB Empfindungen an bestimmten Körperstellen, Fantasien von Frauen auch wenn gerade keine da ist.

Aber jemanden, den beides kalt lässt, von was soll der noch fantasieren?
Ich könnte mir tausendmal einreden, eine Schreibmaschiene ist heiß, aber dadurch entsteht weder Zu- noch Abneigung. Es ist einfach neutral.

Asexualität scheint für einen Nichtbetroffenen ein wirklich schwieriges Thema zu sein.

Was die Nachvollziehbarkeit betrifft:
Nehmen wir mal an, Josh reibt sich nicht an einem asexuellen Mann, sondern an einer asexuellen Frau, die sich kaum wehren kann, weil sie bis an die Grenze der Bewusstlosigkeit betrunken ist.

Das wäre der klassische Beginn von Date Rape oder zumindest Nötigung. Das es in Ordnung ist, nur weil es sich um zwei Kerle handelt ist fast sexistisch. Ich würde da einfach etwas sensibler vorgehen, und es bei einem Kuss belassen, der nicht gleich so intensiv ist.

Das andere ist einfach die Reife und der Charakter der Personen. Josh hatte wohl nicht den Mut auch nur ganz allgemein über das Thema zu sprechen. Er kommt auch nicht auf die Idee, dass Liebe sich noch durch andere Zeichen äußert, als durch einen Kuss mit anfassen.
Aber wenn mir jemand etwas bedeutet und ich zu ersten Mal soweit in seine Privatsphäre eindringe, dann doch nicht in einem Moment, wo der kaum geradeaus schauen kann.

Etwas weniger Betrunkenheit und ein etwas zärtlicheres und weniger forsches Vorgehen von Josh würden diese Probleme am Einfachsten beheben.

Im Detail:

anby77 hat geschrieben:Sind die englischsprachigen Sätze verständlich oder überfordere ich den Leser damit?

Zu den anderen Frage hatte ich ja schon etwas geschrieben.
Das Problem bei den englischen Sätzen ist, dass es wirklich eine Überladung mit Anglizismen gibt. Man wird aus der Werbung damit bombardiert. Sportreporter und Wirtschaftsfachleute können schon gar keinen Satz mehr ohne reden.

Um zu verstehen, was ich meine, vergleiche mal die Anzahl der SWS-Werke die mit englischen Namen und in englischsprchigen Länder spielen, mit dem Anteil anderer Nationalitäten.

Wenn ich so darüber nachdenke, ist es nicht die Einseitigkeit die da stört. Mehr die Banalität.
Ein paar hübsche Frauen reißen einen Kinofilm nicht raus. Ein paar englische Namen, Ort und Satzfetzen machen eine Geschichte auch nicht interessanter.
Ich glaube aber, wie die anderen geschrieben haben, dass du diese literarischen Geschmacksverstärker nicht nötig hast. Das Martins eigentliche Verwirrung sich auch ohne Sprachverwirrung ausdrücken lassen.

Ich ziehe mir leidenschaftlich gerne komplette Bücher und Filme in der Originalsprache rein.
Aber wenn in einer englischen Originalversion ein paar deutsche Wachleute nur "Achtung!" und "Jawohl!" rufen oder Mexikaner nur "Comprende!" und "Vamos!" sagen dürfen, damit es etwas exotischer ist, dann finde ich das genauso wenig interessant.


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Martin versuchte die Welt davon zu überzeugen, mit dem Wanken aufzuhören.

Das finde ich gut. Dem armen Kerl geht's hundsmiserabel.

Als Josh seine Arme um ihn legte, war ihm das ganz recht.

Stop!
Problem 1. Aus diesem Schnipsel ist nicht ersichtlich, ob sie liegen oder stehen. Da wäre ein Hinweis angenehm gewesen.
Problem 2. In welcher normalen Situation außer Trauerfall und Fußballsieg schlingen heterosexuelle Männer die Arme umeinander?

Wenn er schon nichts tut, müssten sich jetzt zumindest schon die trägen Gedanken in Bewegung setzen.


Es linderte das Gefühl, durchs Nichts zu trudeln. Aber Josh beließ es nicht dabei. Er drängte sein Bein zwischen Martins Schenkel, legte seinen Kopf auf Martins Brust und ließ seine Hände wandern. Martins Herz schlug ihm bis in den Hals. Er hatte das Gefühl, schlagartig nüchtern geworden zu sein und trotzdem wie durch Watte wahrzunehmen, was mit ihm geschah.

Nüchtern und durch Watte hindurch widerspricht sich. Ist er benommen, oder nicht?

Irgendwo zwischen Rausch, Müdigkeit und Verwirrung hatte sein Englisch ihn verlassen, sodass er nicht verstand, was Josh ihm ins Ohr flüsterte. Joshs Hände verstand er besser. [/color]Sie machten sich an seinem Hemd zu schaffen und öffneten seinen Gürtel. „Keine Panik,” dachte Martin, er will bestimmt nur nicht, dass meine Klamotten knittern, während ich schlafe.”

Ein sehr komplexer Satz für einen Benommenen.
Alternative "Was macht er denn?"


Was dann passierte, belehrte ihn eines Besseren.

Um ein doppeltes "besser" zu vermeiden, schlage ich für den oberen Satz vor: "Die Botschaft von Joshs Händen war eindeutig.

Josh küsste ihn. Auf den Mund. Es war ganz anders als Martin sich den Kuss eines Mannes vorgestellt hatte.

Darüber hat er Zeit nachzudenken, aber er tut nichts?
Und als Asexueller würde ihn ein Kuss erregen?


Joshs Lippen waren zwar etwas spröde aber ansonsten konnte er keinen Unterschied zum Kuss einer Frau feststellen. Sein Penis auch nicht. Bis er auf sein Gegenstück an Josh stieß. Das ihn schlagartig wieder in sich zusammensinken.

Josh setzte mit seinem Unterleib nach.

Er spürt Martins Erektion nicht mehr und darauf hin drängt er sich noch mehr an ihn?

Martin stieg kalter Schweiß auf die Stirn und er erstarrte. Seine Lippen formten ein tonloses „Nein”. Und noch eines. Schließlich brachte er ein krächzendes „‛ein” hervor und dann endlich ein deutlich vernehmliches „Nein”.

Die Szene finde ich sehr eindrücklich beschrieben. Was gut ist.
Er scheint sehr im Stress zu sein. Aber warum?


Josh hielt inne, wich aber nicht zurück. „No,” sagte Martin, als sein Englisch langsam wieder zurückkam. Josh nahm Martins Gesicht in seine Hände und sagte: „Don‛t be afraid, I won‛t tell,” und küsste Martin erneut.
„No,” sagte Martin als Josh wieder von ihm abließ, „I‛m not like that.” Nun erstarrte Josh.
Während er seine Gedanken sortierte, hörte Martin ihn leise schluchzen.

Das geht für den Leser sehr schnell. Gefühlt sind erst 2-3 Sekunden vergangen.
Vorschlag: Gibt Josh erstmal Zeit verwirrt, erstaunt und beschähmt zu sein.
Aber richtig losschluchzen. Das klingt nach einen vollgereiften Liebeskummer.
Oder wusste er eigentlisch schon, dass seine große Liebe für ihn unereichbar ist und die Aktion war ein letzter verzweifelter Versuch?
Das würde es erklären.


„Ich bin nicht schwul,” sagte er; froh dass es ihm ohne Schwierigkeiten gelungen war, die englischen Worte zu finden.
„Aber, Brokeback Mountain,” stammelte Josh, „warum hast du es gelesen, wenn du nicht...”

Ist es nicht ein sehr bedauerliches Cliché, dass manche literarischen und musikalischen Werke nur einem Schwulen gefallen können?

Ich werde auch Brokeback Mountain lesen, bin aber weder homosexuell noch ein Mann!
Noch hofft man, dass nur Josh so denkt.

Vorschlag: Mach es nicht an dem Buch fest. Vielleicht gab es zweideutige Sätze von Martin? Vielleicht haben sie mal körperlich miteinander gerangelt. Oder Martin hat ihn bei der Begrüßung umarmt.


„Das gehörte zum Englischunterricht.”
Josh wandte sich von Martin ab und murmelte: „Soviel zu meinem Gaydar, mannomannomannomann....”
Martin zog es vor, das nicht zu kommentieren und schloss seine Hose.

Martin kann man da nur zustimmen.
"mannomannomannomann" ist schwer zu entziffern. Das ist nicht schlimm, nimmt aber Tempo raus.
Du hast vorher eigentlich ein anschauliches Bild gezeigt. Wie die zwei Jungs kucken. Was sie tun, wo sie sich im Raum befinden.

Jetzt kommt eine Stelle, bekommt der Leser dein Eindruck, als ob beim Fernseher plötzlich das Bild ausgefallen ist:


„Und nun?” wollte Josh wissen.
„Was nun?”
„Sagst du‛s dem Reverend?”
„Das ist nicht meine Aufgabe. Das musst du selber machen.”
„Spinnst du? 3. Moses 20, 13 ‚Wenn jemand bei einem Manne liegt wie bei einer Frau so haben sie getan, was ein Gräuel ist und beide sollen des Todes sterben; Blutschuld lastet auf ihnen.‛ Der nimmt das wörtlich und reißt mir persönlich den Kopf ab oder führt den Lynchmob in mein Schlafzimmer.”
„Übertreibst du da nicht ein bisschen? Du bist immerhin sein Erstgeborener.”
„Und du weißt, was Abraham Gottes Geheiß bereit war, mit seinem Erstgeborenen zu tun.”


Der Ausgang der Abraham Geschichte (Spoiler: Gott bremst den Opferwütigen rechtzeitig) lässt eigentlich Rückschlüsse zu. Aber vielleicht gibt es tatsählich Baptisten, die die Bibel nur wortwörtlich nachplappern und eben nicht auslegen.

Mein eigentliches Problem mit dem Absatz: Warum soll Josh (wie alt ist er) seinen Eltern detailliert Bericht über seine Sexualität erstatten?
Die wenigsten heterosexuellen Jugendlichen würden das tun. Es ist auch bei toleranten Eltern, nicht das Thema, über das man mit älteren Verwandten sprechen will. Wieviele Teenies stellen sich ihre Eltern gern bei Aktivitäten im Schlafzimmer vor?

Ich nehme an, Baptisten finden vorehelichen Sex auch dann nicht prickelnd, wenn er heterosexuell ist.

Vorschlag: Läuft vielleicht einer von ihnen aufgeregt im Zimmer auf und ab?
Josh klingt doch recht temperamentvoll in seinen Ausführungen.
Welche Körperhaltung nimmt Martin eigentlich ein?
Reibt er sich das Gesicht? Ist ihm noch schwindlig?
Was denkt er über Josh? Hat er Mitleid mit ihm? Wusste er, dass Josh homosexuell ist und hat er vielleicht ein schlechte Gewissen, dass er in seinen Signalen nicht eindeutiger war?

Jetzt ist das Bild wieder da:


Martin spürte, wie unruhig Josh war und legte ihm die Hand auf die Schulter.

Er fasst ihn nach diesem Missverständnis gleich wieder an?
Vorschlag: Sehr berührend fände ich es, wenn er vielleicht unsicher zögert, aber dann beschließt, dass ihre Freundschaft nicht darunter leiden darf, auch wenn es gerade ein unangenehmes Missverständnis gab.

Vielleicht will er ihm damit auch zeigen, dass er nicht so daherredet, sondern er Josh mit seiner homosexuellen Neigung trotzdem voll annimmt.


„Von mir erfährt er nichts.”
„Danke, du bist ein wahrer Freund. Ein anderer wäre wohl völlig ausgerastet.” Josh stand auf und fügte hinzu: „Bleib liegen, ich habe irgendwo noch eine Luftmatratze, die werde ich zum Schlafen benutzen.
Er knöpfte sein Hemd zu und beim Gehen schloss er die Tür beinahe lautlos.

Das finde ich schön und stimmig.

Martin war zwar sterbensmüde, aber der Schlaf wollte einfach nicht kommen. Und den Geräuschen, die Josh auf seiner Luftmatratze machte nach zu urteilen, ging es ihm nicht anders. Martin überlegte, ob er rüber gehen und Josh eine Partie Schach oder Poker oder was auch immer er gern tat, wenn er nicht schlafen konnte anzubieten. Aber schließlich zog er es doch vor, wach da zu liegen, bis die Sonne aufging.

Das ist ein realisitischer Schluss.
Sehr charmant fände ich es, wenn sie tatsächlich noch auf ein Bier zusammensitzen und über ein ganz anderes Thema sprechen. Quasi um sie gegenseitig zu versichern, dass noch alles "cool" ist.

Oder wenn sie in alter Tradition eine Partie Schach zusammen zocken.

Das wäre, wie gesagt, ein sehr charmantes und sympatisches kleines Happy End.

Pokern, mit all dem Bluffen und Provozieren, fände ich nach so einem nervenaufreibenden Erlebnis nicht ganz so passend.

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Vielen Dank, dass ihr Euch die Passage anschaut und ich freue mich auf Eure Kommentare


Danke dir auch für's Teilen und ich hoffe, ich konnte dir helfen!
Unki
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Re: Bettszene mit Josh und Martin

Beitragvon anby77 » 26.01.2015, 16:38

Hallo unkompliziert,

Die Bibel ist ein gigantischer Steinbruch an Äußerungen. Welche davon zu Kernaussagen erhoben und welche heruntergespielt werden, ist Auslegungssache. Da es "das eine Christentum" nicht gibt, können die Auslegungen massiv auseinander gehen. Dass die genannte Bibelstelle benutzt wird, um Schwulenhass zu rechtfertigen - sogar zur göttlichen Pflicht zu verklären - ist eine Tatsache, die man anerkennen muss, auch wenn man sich dieser Deutung nicht anschließen will. Generell ist die katholische Auslegung der Bibel für diese Stelle meiner Geschichte nicht relevant, weil weder Martin noch Josh noch Joshs Vater katholisch sind. Warum also hier darüber reden?

Es geht mir nicht darum, den Leser in die Welt der Baptisten, Homosexuellen oder Asexuellen einzuführen, es geht um Erwartungen, Schablonen in die man passen muss und eine letztlich erfolglose Suche nach sich selbst. Martin ist ein bisschen von Haruki Murakamis "Mister Aufziehvogel" Toru Okada inspiriert. Martin ist nicht unbedingt eine realistische Figur. Er ist eine verdichtete und überzeichnete Ansammlung von Symbolen und Chiffren. Martin soll nicht darstellen oder einführen, er soll spiegeln. Er soll sozusagen die personifzierte Frage sein: "Wer bin ich, wenn ich hinter die ganzen oberflächlichen Alltagsbeschreibungen schaue?"
Nach Amerika habe ich die Sache aus zwei Gründen verlagert:
Ich will Martin mit Erwartungen konfrontieren, die so widersprüchlich sind, dass er beim Versuchen sie irgendwie zu vereinbaren scheitern muss. In der deutschen Konsenssoße kriege ich das wohl nicht glaubhaft hin. Eine dieser Widerstreite ensteht zwischen einem sehr homophoben Umfeld und eben Martins Umgang mit Josh. Homophob und stolz drauf findet man in Deutschland nur ganz am gesellschaftlichen Rand, was die Frage aufwürfe, warum Martin nicht klar Partei ergreift.
Der Zweite Grund ist folgender: Ich nutze die sprachliche und kulturelle Barriere als Handlungselement. Martin soll sich durch Missverständnisse in Situationen bringen, die er unter normalen Umstäden meiden würde wie der Teufel das Weihwasser. Das für Martin ungewohnte Umfeld erlaubt mir, ihn aus der Rolle fallen zu lassen. Solange er in Deutschland bleibt, wären diese Missverständnisse in vielen Fällen eher unglaubwürdig. Die Passage, die ich hier vorgelegt habe, ist ein Beispiel dafür. Martin hat auf verschiedenen Ebenen Signale (z.T. aus Gedankenlosigkeit z.T. durch alkoholinduzierte Übersetzungsfehler) ausgesendet, die Josh den Eindruck vermittelt haben, er sei an ihm interessiert.
Bei Brokeback Mountain ist nicht die Tatsache, dass Martin die Geschichte gelesen hat, sondern wie über den Stoff geredet hat. Das war grob so: Martin hat sich den Kindertraum Cowboy zu sein für einen Tag erfüllt. Was Josh - der auf einer Ranch arbeitet und das für ihn arrangiert hat - und seine Kollegen, für die das üble Maloche ist, nicht nachvollziehen konnten. Nach Feierband kreist der Moonshine, Martin erzählt von Cowboy-Image in Deutschland, einer der Rancharbeiter meint: "Ich wünschte, das wäre hier auch so, seit Brokeback Mountain, glaubt jeder wir seien verdammte Schwuchteln." Martin spult ab, was von einem Schulreferat, das er über die Geschichte gehalten hat, hängen geblieben ist ohne zu sagen, warum und woher die Geschichte so gut kennt. Und das ist natürlich viel toleranter als die Sprüche, die Joshs Freunde und Kollegen gerissen haben - alles andere könnte man an einer deutschen Schule nicht bringen. Jedenfalls hat Josh daraus geschlossen, Martin habe die Geschichte wieder und wieder gelesen, weil sie ihm viel bedeute. Ich weiß, es ist Klischee, aber in dem Rahmen passt es einfach. Es ist bekannt, so dass eigentlich jeder ohne groß nachzudenken grob weiß worum es geht, und dass die Figuren die Geschichte kennen ist auch glaubhaft. Daher passt "Brokeback Mountain" besser, als sagen wir aml Manns "Tod in Venedig" oder "Ein Käfig voller Narren" oderoderoder.

Ich kann "einen Asexuellen" nicht charakterisieren. Nicht, weil ich mich mit der Thematik nicht befasst hätte, sondern weil es dafür es zu viele Varianten und Zwischenstufen gibt. Das ist ein bisschen, als wollte ich versuchen, "einen Hund" zu charakterisieren; man kann nicht gleichzeitig einem Yorkshire Terrier und einem Bernhardiner gerecht werden. Trotzdem sind beides Hunde. Man kann Martin schon recht präzise im weiten Feld der Asexualität verorten, wenn man das unbedingt will; darauf habe ich schon geachtet. Aber als "der archetypische Asexuelle" kann und soll er auch gar nicht herhalten.
Martin ist zwar asexuell, aber er weiß es noch nicht. Außerdem ist das sein erster intimer Kontakt mit einem Mann. Dass Martin es anders bewertet und anders reagiert hat weniger mit seinen Empfindungen zu tun, als mit den Erwartungen, die er internalisiert hat; und die sind bei aller Toleranz immer noch heteronormativ.
Wenn der normale Mann nach dem Sex erschöpft aber glücklich da liegt und genießt, seinen Partner/seine Partnerin neben sich zu spüren liegt er da und fragt sich: "Das soll's gewesen sein? Warum treibt deswegen diesen ganzen Aufwand?" und anstatt die Nähe des anderen Menschen zu genießen, überlegt er, wann er aufhören kann, untätig und sinnlos da zu liegen. Er kennt es nicht anders und mangels Vergleich glaubt, er das sei normal. In etwa so wie Frauen recht lange unbefriedigenden Sex mit Männern haben können, ehe sie auf den Trichter kommen, dass es sie nicht befriedigt, weil sie lesbisch sind. Auch Männern verlassen ab und an Frau und Kinder, weil ihnen endlich klar wird, dass sie schwul sind.
Dass Martin Sex mit einer Frau eher zu dulden bereit ist, als mit einem Mann, hängt damit zusammen, dass er eine nach wie vor heteronormative Gesellschaft widerspiegelt. Aber es heißt nicht unbedingt, dass "jedes x-beliebige Mädel" ihn beschmusen dürfte. Dass dieser Eindruck entsteht, ist zwar interessant, aber ich glaube der Tatsache geschuldet, dass sich die Komplexität von Martin Charakter in dieser kurzen Szene nicht entfaltet.
Das mit dem "Date-Rape" scheint mir - jetzt unabhängig vom Geschlecht - in diesem Kontext etwas hoch gegriffen. Drehen wir die Perspektive doch mal um: Schuld setzt Vorsatz voraus. Das heißt: Man muss wissen, dass etwas falsch ist und sich trotzdem dafür entscheiden, es zu tun. Josh glaubt Martins Zustimmung zu haben. Das ist zwar ein Irrtum, aber Angesichts des Vorlaufes einer, der nachvollziehbar ist. Und da Josh aufhört, sobald ihm sein Irrtum bewusst wird, ist es schwer, ihm Vorsatz zu unterstellen. Da man von Menschen nicht erwarten kann, dass sie einen Willen respektieren, der nicht geäußert wird - schließlich kann niemand Gedanken lesen - müsste Josh, damit man um von "Date-Rape" oder Nötigung reden zu können, ein eindeutiges, "Nein, ich will das nicht" ignorieren. Ich finde auch nicht, es wäre auch nicht zuviel von Martin (oder einer Martina) verlangt, dieses "Nein, ich will das nicht" (oder eine andere Formulierung in dieser Richtung) tatsächlich auszusprechen.
Im wirklichen Leben werden solche Sachen dadurch verkompliziert, dass es hinterher schwer ist, zu belegen, wer wann was gesagt hat. Aber in einer fiktiven Geschichte spielt das keine Rolle; da ist der Ablauf so wie der Autor ihn festlegt. Und da in diesem Fall "Nein, ich will das nicht", in diesem nicht ignoriert sondern respektiert wird, kann von Nötigung oder "date-rape" keine Rede sein.
Je größer der Dachschaden, desto schöner der Ausblick zum Himmel.
(Karlheinz Deschner)
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