Hallo ihr Lieben,
da muss ich jetzt auch mal meinen Senf dazu geben.
Schön, dass es eine solche Diskussion gibt.
Ich muss ehrlich gestehen - ich habe mir diese Frage "Bin ich zu jung zum Schreiben" noch nie ernsthaft gestellt.
In der Grundschule habe ich begonnen zu schreiben, kleine Geschichten, natürlich alles nur aneinandergereihte Sätze, die keinen richtigen Sinn in der Geschichte ergaben. Diese Geschichten habe ich immer noch - und ich finde es herrlich, die durchzulesen.
Mit 13 ungefähr habe ich versucht, ein Buch zu schreiben. Und ja, jetzt (ich bin 17 Jahre alt) finde ich es lustig, welch ein Weltbild ich hatte, wie naiv ich war, über was ich mir Gedanken gemacht habe, usw.
ich finde es sehr schön, sich diesen alten Geschichten mal wieder zu widmen und sie sich anzusehen. Ich lache darüber - ich finde sie auch nicht schlimm, ich denke, dass es in dem Alter normal war, so zu schreiben wie ich es tat. (Also, wenn man denn überhaupt schrieb)
Ich schäme mich nicht dafür und denke mir mit einem Lächeln: "Hey, das war eigentlich keine schlechte Idee - nur einfach grottenschlecht umgesetzt"
Man muss keine Erfahrung mitbringen zum Schreiben! Wenn jemand Lust hat, zu Schreiben, dann soll er dies tun, was soll es denn für eine Erfahrung geben, die man erst haben sollte?
Erfahrung bekommt man, indem man früh anfängt, das ist mit allen Dingen so: Wenn ich mit 6 Jahren angefangen hätte, Klavier zu spielen, wäre ich jetzt bestimmt ein Profi.
Es ist in manchen Aspekten mit dem Schreiben zu vergleichen, denn ich denke, je früher man anfängt, desto mehr kann man dazulernen und desto höher ist die Chance, sich stetig zu verbessern. Natürlich kann man nicht sagen, dass man irgendwann "perfekt schreiben" kann. Aber man lernt eben dazu, und das ist die Hauptsache.
Natürlich, Menschen, die älter sind als ich, die in anderen Umständen leben, die vielleicht Familie + Kinder haben und einen Beruf, die schreiben vielleicht anders als ich. Das will ich nicht festlegen, aber vielleicht sehen die meine Werke als "süß" an, als naiv eben. Aber hey, wir waren alle mal jung!

Ich bin kein Fan von den üblichen Teeniegeschichten, aber wie Jackys Blog sagt: Schreibe über das, was du kennst.
Auch Recherchen finde ich nicht schlecht, aber wenn einem z.B. mal selbst etwas passiert, dann kann man wie kein anderer darüber schreiben.
Um zu meinem ersten Satz dieses Diskussionsbeitrages zurück zu kommen:
Nie habe ich mich gefragt, ob ich zu jung zum Schreiben bin. Ich habe es einfach gemacht, und manchmal etwas meiner Mama zum Lesen gegeben, die dann natürlich gelächelt hat, und ich dachte mir dann: Hmm, natürlich sind das nicht ihre Themen. Aber was soll's?
Ich finde es toll, wenn jemand, dem das Schreiben Spaß macht, so früh wie möglich damit beginnt. Auch denke ich, dass junge Schreiber den älteren Schreibern etwas beibringen können, wie auch andersherum. Ältere Schreiber müssen ja nicht gezwungen mehr Erfahrung haben, was das Schreiben angeht. Mehr Lebenserfahrung haben sie zweifelsohne, aber wenn sie 80 Jahre alt sind, und erst mit 75 begonnen haben, zu schreiben, ist es doch ein Unterschied zu einem jungen Schreiberling, der mit 12 Jahren angefangen hat, und jetzt 30 ist, oder?

Das finde ich, ist ein feines Thema, und ich bin auf weiter Meinungen gespannt!
Liebste Grüße und einen schönen Abend noch!
Siggila