Bin ich zu jung zum Schreiben?

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Bin ich zu jung zum Schreiben?

Beitragvon Jacky » 18.10.2009, 09:57

Nutze dieses Thema um über folgenden Beitrag aus meinem Blog zu diskutieren:
Bin ich zu jung zum Schreiben?

Kann man “zu jung” sein, zum Schreiben?
Muss man eine gewisse Erfahrung mitbringen?
Seit wann schreibst du?
Was hältst du von deinen älteren Werken?
Du hast in jedem Augenblick die Freiheit zu entscheiden was wichtig ist und wie du darauf reagierst.

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Re: Bin ich zu jung zum Schreiben?

Beitragvon Arius » 18.10.2009, 12:23

Hallo,

Hier ein paar Überlegungen zu diesem Thema.

Kann man zu jung sein um zu schreiben? Ich denke nein. Je früher jemand mit dem Schreiben beginnt, umso besser. Jeder Mensch macht eine Entwicklung durch. Gerade im Schreiben ist das klar zu erkennen. So wird die eigene Entwicklung dokumentiert. Später kann man darüber schmunzeln.

Oft sind die ersten Geschichten unbrauchbar. Doch mit der Zeit entwickelt sich ein Stil und die Erzählung reifen. Die Geschichte wird spannender. Die Erzählstimme entwickelt sich.

Wer schon früh damit beginnt, wird große Entwicklungssprünge machen. Im hohen Alter sind diese nicht mehr so leicht zu bewältigen. Je Jünger, desto Aufnahmefähiger ist der Geist.

Ich schreibe, seit ich zwölf bin. Doch von meinen Erstlingswerken halte ich nicht viel, obwohl sie damals stets gelobt wurden.

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Re: Bin ich zu jung zum Schreiben?

Beitragvon Seher von Milo » 18.10.2009, 16:43

Hey, das ist mal ein Thema für mich. Ich habe selber schon oft darüber nachgedacht. Bin ich mit 16 nicht zu jung um zu schreiben? Will eigentlich irgendjemanden meinen Mist lesen?

Ich habe mit 12 angefangen zu schreiben, aber meistens nur Kurzgeschichten. Mit 14 habe ich mich dann an einen Roman gewagt. Ja ... alles was ich geschrieben habe, stand in meinen kleinen Büchlein. Jetzt, gerade zwei Jahre später, denke ich mir: Was sollte denn das??? Kurz gesagt, inzwischen finde ich meine alten Werke einfach nur grauenhaft. Meine Charakter waren nicht ausgearbeitet, die Geschichte hatte immer wieder unlogische Sprünge, und immer wieder Stilfehler. Jetzt denke ich, was ich damals geschrieben habe ist naiv und kindisch.

Aber die Idee von meinen ersten "Gekritzel" ist geblieben und mit 16 habe ich dann einen Roman daraus gemacht. Vermutlich kommt es mir in zwei Jahren wieder total doof vor und ich werde mich fragen, was ich da eigentlich geschrieben habe. Aber wie viele 16-Jährige können schon von sich sagen, dass sie einen eigenen Roman geschrieben haben, der (halbwegs) Sinn ergibt?

Außerdem lerne ich immer etwas aus dem was ich schreibe. Das könnte mir in 10 Jahren vielleicht nützlich sein. Denn ich denke, wer schon jung anfängt hat einfach mehr Erfahrung. Wenn ich mich mit 26 und 14 Jahre Erfahrung im Schreiben mit jemanden vergleiche der ebenfall 26 ist, werde ich vermutlich "besser" sein. Einfach der Erfahrung wegen.

Außerdem heißt es doch: Früh übt sich.
Es hat keinen Sinn sich Sorgen um morgen zu machen,
denn der Morgen ist unausweichlich.
Jeder Tag endet - so wie alles andere.
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Re: Bin ich zu jung zum Schreiben?

Beitragvon Tyra » 18.10.2009, 17:38

Ich habe in der Grundschule schon Kurzgeschichten geschrieben :mrgreen: Eines Tages war mal eine Vorlesung von "Mein 24. Dezember" von Achim Bröger. Ich war damals eigentlich ziemlich schüchtern und hab ihm doch mal eine meine Kurzgeschichten nach der Lesung in die Hand gedrückt :mrgreen: und er hat sie auch durch gelesen. Sicherlich war das kein literarisches Meisterwerk :mrgreen: aber er meinte ich sollte unbedingt weiter schreiben und viel üben, denn so könnte irgendwann mal etwas aus meinen Geschichten werden. :D Meinen ersten Roman hab ich mit 14-15 Jahren geschrieben. Natürlich auch noch nicht sonderlich gut. :wink:

Inzwischen schreibe ich nach Monaten der kreativen Pause mal wieder etwas und ich glaube das könnte mein erster reifer Roman werden. :D
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Re: Bin ich zu jung zum Schreiben?

Beitragvon Siggila » 18.10.2009, 19:17

Hallo ihr Lieben,

da muss ich jetzt auch mal meinen Senf dazu geben.
Schön, dass es eine solche Diskussion gibt.

Ich muss ehrlich gestehen - ich habe mir diese Frage "Bin ich zu jung zum Schreiben" noch nie ernsthaft gestellt.
In der Grundschule habe ich begonnen zu schreiben, kleine Geschichten, natürlich alles nur aneinandergereihte Sätze, die keinen richtigen Sinn in der Geschichte ergaben. Diese Geschichten habe ich immer noch - und ich finde es herrlich, die durchzulesen.
Mit 13 ungefähr habe ich versucht, ein Buch zu schreiben. Und ja, jetzt (ich bin 17 Jahre alt) finde ich es lustig, welch ein Weltbild ich hatte, wie naiv ich war, über was ich mir Gedanken gemacht habe, usw.
ich finde es sehr schön, sich diesen alten Geschichten mal wieder zu widmen und sie sich anzusehen. Ich lache darüber - ich finde sie auch nicht schlimm, ich denke, dass es in dem Alter normal war, so zu schreiben wie ich es tat. (Also, wenn man denn überhaupt schrieb)
Ich schäme mich nicht dafür und denke mir mit einem Lächeln: "Hey, das war eigentlich keine schlechte Idee - nur einfach grottenschlecht umgesetzt"

Man muss keine Erfahrung mitbringen zum Schreiben! Wenn jemand Lust hat, zu Schreiben, dann soll er dies tun, was soll es denn für eine Erfahrung geben, die man erst haben sollte?
Erfahrung bekommt man, indem man früh anfängt, das ist mit allen Dingen so: Wenn ich mit 6 Jahren angefangen hätte, Klavier zu spielen, wäre ich jetzt bestimmt ein Profi.
Es ist in manchen Aspekten mit dem Schreiben zu vergleichen, denn ich denke, je früher man anfängt, desto mehr kann man dazulernen und desto höher ist die Chance, sich stetig zu verbessern. Natürlich kann man nicht sagen, dass man irgendwann "perfekt schreiben" kann. Aber man lernt eben dazu, und das ist die Hauptsache.

Natürlich, Menschen, die älter sind als ich, die in anderen Umständen leben, die vielleicht Familie + Kinder haben und einen Beruf, die schreiben vielleicht anders als ich. Das will ich nicht festlegen, aber vielleicht sehen die meine Werke als "süß" an, als naiv eben. Aber hey, wir waren alle mal jung! ;-)
Ich bin kein Fan von den üblichen Teeniegeschichten, aber wie Jackys Blog sagt: Schreibe über das, was du kennst.
Auch Recherchen finde ich nicht schlecht, aber wenn einem z.B. mal selbst etwas passiert, dann kann man wie kein anderer darüber schreiben.

Um zu meinem ersten Satz dieses Diskussionsbeitrages zurück zu kommen:
Nie habe ich mich gefragt, ob ich zu jung zum Schreiben bin. Ich habe es einfach gemacht, und manchmal etwas meiner Mama zum Lesen gegeben, die dann natürlich gelächelt hat, und ich dachte mir dann: Hmm, natürlich sind das nicht ihre Themen. Aber was soll's?

Ich finde es toll, wenn jemand, dem das Schreiben Spaß macht, so früh wie möglich damit beginnt. Auch denke ich, dass junge Schreiber den älteren Schreibern etwas beibringen können, wie auch andersherum. Ältere Schreiber müssen ja nicht gezwungen mehr Erfahrung haben, was das Schreiben angeht. Mehr Lebenserfahrung haben sie zweifelsohne, aber wenn sie 80 Jahre alt sind, und erst mit 75 begonnen haben, zu schreiben, ist es doch ein Unterschied zu einem jungen Schreiberling, der mit 12 Jahren angefangen hat, und jetzt 30 ist, oder? ;-)

Das finde ich, ist ein feines Thema, und ich bin auf weiter Meinungen gespannt!

Liebste Grüße und einen schönen Abend noch!

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Re: Bin ich zu jung zum Schreiben?

Beitragvon Schaf » 18.10.2009, 21:31

Ehrlich gesagt habe ich mir diese Frage auch noch nie gestellt, und ich war sehr überrascht, sie in deinem Blog zu finden.
MIt dem Geschichten schreiben habe ich angefangen, sobald ich in der ersten Klasse alle Buchstaben konnte (allerdings gibts da noch so nen Erinnerungsfetzen, wie ich meiner Mutter Sachen diktiert habe, die sie dann auf der Schreibmaschine (Computer gabs noch nicht) geschrieben hat).
Und wie die anderen finde ich auch, dass es keinesfalls zu früh ist, mit dem Schreiben anzufangen, im Gegenteil, je früher desto besser. Denn nur durch Schreiben festigt sich der Stil. Meine Art zu schreiben hat sich auch in den letzten Jahren wieder verändert, zum Beispiel das was ich mit 10 geschrieben habe (immerhin 120 Seiten handschriftlich) kann ich mir heute gar nicht mehr ankucken, weil ich es so schrecklich finde. Aber auf den Roman, den ich mit 15 geschrieben habe bin ich sehr stolz und betrachte ihn sozusagen als mein Meisterwerk. (Vielleicht auch weil ich seitdem nichts brauchbares mehr zu Stande gekriegt habe, außer einem immerhin 350 Seiten (handschriftlich) Roman, den ich allerdings für so grottenschlecht halte, dass das garantiert keiner je zu sehen kriegt.)

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Re: Bin ich zu jung zum Schreiben?

Beitragvon Krete » 19.10.2009, 11:10

Zum Schreiben ist man nie zu jung! Ich finde je früher man anfängt umso mehr Übung bekommt man. Wie gut das ist was man da so schreibt ist natürlich eine andere Sache :mrgreen:

Die Geschichten (meist waren es eher Fragmente), die ich mit zwölf,dreizehn, vierzehn Jahren geschrieben habe waren natürlich sprachlich keine Meisterwerke und zeugten von einem mehr als naiven Weltbild :wink:

Allerdings frage ich mich jetzt (mit gerade mal 21) wann dieser Prozess jemals aufhören wird, denn das was ich mit 19 schrieb und was bereits deutlich an Qualität gewonnen hat, erscheint mir jetzt auch irgendwie kindlich. Vermutlich wird man sich sein Leben lang (hoffentlich) weiter entwickeln und das merkt man sicher an den Geschichten.

Lustigerweise entdecke ich beim Stöbern in meinen alten Schreibwerken immer wieder gute Ideen, Szenen, Sprüche, die ich dann auch gleich mal klaue und in meine neueren Werke einfließen lasse :D Also hat es mir durchaus was gebracht so früh angefangen zu haben!
“And my soul from out that shadow that lies floating on the floor Shall be lifted – nevermore!” The Raven - E.A.Poe

http://www.nanowrimo.org/de/user/552795
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Re: Bin ich zu jung zum Schreiben?

Beitragvon Hachi » 19.10.2009, 13:10

Diese Frage hab ich mir vorher nie gestellt.
Ich finde aber, dass man zum Schreiben eigentlich nicht zu jung sein kann. Je früher desto besser, ist da wohl die Devise.

Geschichten mochte ich schon immer gern, und mit sieben (oder acht?) habe ich angefangen, erste kleine "Bücher" zu verfassen. Richtige Geschichten hab ich begonnen zu schreiben, als ich zwischen zehn und zwölf war. Die kleinen "Bücher", die ich damals geschrieben hab, würde ich heute zu gern wieder finden (ich bin überzeugt, dass sie irgendwo auf dem Dachboden vor sich hin stauben). Die "richtigen" Geschichten sind in einem Ordner auf dem Laptop gespeichert, und ich schau sie mir echt gern immer mal wieder an. Manches finde ich zwar ziemlich peinlich, anderes ist wiederum sehr witzig :mrgreen: das gleicht sich aus.

Inzwischen stelle ich mir die Ausgangsfrage "Bin ich zu jung...?" eher andersrum. Ich hab das Gefühl, je älter ich werde, desto weniger Fantasie habe ich (dabei bin ich noch nicht mal richtig alt, nur eben älter als vor einigen Jahren - und eben auch erfahrener).
Das blockiert mich irgendwie. Früher fiel es mir jedenfalls viel leichter zu schreiben als heute. Das finde ich total schade, und ich würde gerne einen Weg finden, wieder in meinen "alten" Schreibfluss zurückzufinden. Irgendwie schaffe ich's nicht. Ich hab keine Ahnung, woran es liegt... :(

Jacky, du darfst gern auch einen Blog-Eintrag zum Thema "Bin ich zu alt zum Schreiben?" (oder "Kann man zu alt zum Schreiben sein?" oder "Verlässt einen mit zunehmendem Alter die Kreativität?" oder so ähnlich) verfassen.
Ich glaube, du würdest mir (und anderen vielleicht auch?) sehr weiterhelfen.
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Re: Bin ich zu jung zum Schreiben?

Beitragvon Najade » 19.10.2009, 15:32

Ich muss zugeben ich habe mir noch nie diese Frage gestellt. Ich schreibe seit der Grundschule und für mich war es immer selbstverständlich zu schreiben und Geschichten auszuarbeiten.
Von daher kann man meiner Meinung nach niemals zu jung sein. Auch beim Schreiben macht die Übung den Meister!
Ich könnte nur sagen, dass jemand zu jung zum Schreiben ist, wenn jemand mit 9 Jahren davon ausgeht bereits ein Meisterwerk zu schreiben und die Bestseller-Listen zu stürmen. Kann zwar auch mal passieren, aber es ist sehr, sehr unwahrscheinlich.
Ich schaue mir immer mal wieder meine alten Geschichten an und erkenne eine deutliche Verbesserung in meinem Stil im Laufe der Jahre. Auf eine Kurzgeschichte, die ich mit 16 Jahren geschrieben habe, bin ich immer noch sehr stolz und lese sie gerne.
Ich kann mich auch noch erinnern, wie ich in der vierten Klasse einen Aufsatz schreiben musste und "Thema verfehlt" bekommen habe, aber trotzdem vorlesen musste, da die Lehrerin die Geschichte so toll fand (ging um eine Hexe auf einem Dachboden).
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Re: Bin ich zu jung zum Schreiben?

Beitragvon naemi » 19.10.2009, 22:03

Ich denke, es gibt für sowas keine Regeln. Es kann auf keinen Fall schaden, früh damit anzufangen.
Ich bin fünfzehn und schreibe seit ich schreiben kann - das heißt, seit ich in der Volksschule lesen und schreiben gelernt habe. Und natürlich waren das, was ich damals im Offenen Lernen so produziert habe, im Vergleich zu meinen heutigen Maßstäben keine Geschichten - aber damals waren es welche. Genauso kam mir das, was ich mit sieben geschrieben hatte, mit zwölf kindisch, oberflächlich, naiv und nichtssagend vor (genau wie du es formuliert hast), mehr noch, es erschien mir wie langweilige Kopien von dem, was ich damals so gelesen habe. Aber ich konnte mir, genau wie heute, meine eigene Wirklichkeit erschaffen. Und im Grunde hat sich seitdem wenig verändert. Natürlich, ich arbeite anders, gehe anders vor. Aber trotzdem. Ich habe gelernt, all die Jahre. Wenn ich als Siebenjährige nicht geschrieben hätte, wäre mein Schreibstil heute weniger weit entwickelt und ausgereift.
Ich glaube, es gibt kein Alter, keine wirkliche Grenze. Höchstens...zehn Jahre vielleicht...einfach schon wegen des Wortschatzes. Andererseits...ach, keine Ahnung.
Jedenfalls habe ich mal ein Buch von einer zwölfjährigen Pariserin gelesen, und es war gut. Richtig gut. Ich traue mich sogar zu sagen, es war eines der besten Bücher, die ich je gelesen habe. Wenn ich mir dagegen im Vergleich "Eragon" ansehe...naja.

Ich weiß, jetzt habe ich ziemlich wirres Zeug geschrieben...aber das waren halt meine Gedanken dazu.
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Re: Bin ich zu jung zum Schreiben?

Beitragvon Holly » 19.10.2009, 23:13

Kann man “zu jung” sein, zum Schreiben?

Niemals. Schreiben kann man .... ja, sobald man eben schreiben kann, ne? :wink:
Geschichten kann man allerdings schon viel früher erfinden.
Ich würde sagen, desto früher man anfängt, desto besser.

Muss man eine gewisse Erfahrung mitbringen?


Jein. Eine gewisse Erfahrung hat jeder, selbst ein 6jähriger Junge. Der schreibt dann eben was von Ninja Turtles. Auch nett. Ob das noch jemand anderen als Mami interessiert ist natürlich fraglich. Ich denke, hier geht es vor allem um das "gut" schreiben, das "interessant" schreiben, wie es für eine Veröffentlichung nötig ist.
In diesem Fall hast du ja schon von den Teenie-Autoren geschrieben, denen es gelungen ist. Teilweise gut, teilweise .... ausbaufähig. Aber immerhin.
Außerdem ist es doch eine tolle Grundlage, wenn man schon mal einen Roman veröffentlicht hat - ob der gut ist oder nicht ist dann erstmal wurscht, denn zumindest hat man schon mal einen Fuß in der Branchentür.

Seit wann schreibst du?


Seit ich 14 bin schreibe ich "richtig" d.h. von mir allein ausgehend und regelmäßig.
Aufsätze fand ich aber schon immer toll, weil ich da immer Einsen und viel Spaß hatte.

Was hältst du von deinen älteren Werken?

Ich find sie lustig. :lol: Habe genau heute mein Zimmer entrümpelt und bin auf einen Haufen alter Geschichten gestoßen, die ich in der Schule geschrieben hab. Ich war überrascht, dass mir die Geschichten immer noch gefielen. So im Allgemeinen zumindest.
Bei einer rollten sich mir allerdings regelrecht die Fußnägel hoch.
Die melodramatische Geschichte einer Drogentoten mit fettem Zeigerfinger der "Böse!" ruft. :roll:
Die traurige Nachricht zuerst: Ich bin tot.
Henry - Das Buch mit Biss
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Re: Bin ich zu jung zum Schreiben?

Beitragvon Mondlichti » 19.10.2009, 23:14

Mh, also ich habe erst ziemlich spät damit angefangen...mit 30 Jahren...
Vorher gabs immer nur selbstgemachte Gedichte zu irgendwelchen Gelegenheiten...
Bin ich zu alt zum Schreiben- so müsste ja der thread jetzt heißen lach*
Ich denke, man ist nie zu jung oder zu alt dazu...Wem es Spaß macht- der soll es tun.
Ist ja auch sicher eine Art Ventil.. man kann alles rauslassen.
Lieben Gruß
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Re: Bin ich zu jung zum Schreiben?

Beitragvon Riccmary » 21.10.2009, 14:57

Doch, ich habe schon darüber nachgedacht...
und ich war von dem Artikel total begeistert!Er spricht genau das aus was ich mir auch schon so gedacht hatte..und er hat mich richtig aufgebaut.. ich bin jetzt 14 und schreibe auch schon seit der Grundschule... und jaa - ich war damals felsenfest von meinen geschichten überzeugt und jetzt find ich sie wie oberflächlich und naiv..genau wie ihr das auch hier so erzählt..
Nur..ganz der Meinung von Siggila bin ich nicht..
der eine Teil ist mir richtig aufgefallen und ich kann mir jetzt nicht verkneifen meinen Senf dazuzugeben
Erfahrung bekommt man, indem man früh anfängt, das ist mit allen Dingen so: Wenn ich mit 6 Jahren angefangen hätte, Klavier zu spielen, wäre ich jetzt bestimmt ein Profi.
Es ist in manchen Aspekten mit dem Schreiben zu vergleichen, denn ich denke, je früher man anfängt...

Ich habe mit 6 Jahre angefangen Klavier zuspielen, und ich muss sagen wenn ich mal 17 bin, bin ich kein Profi. Eindeutig. VIelleicht war dein Beispiel was du gewäht hast nich so das richtige..wenn ich später angefangen hätte zuspielen, wäre ich jetzt genauso gut..
mit 6 *klimpert* man nur so rum, versteht aber nicht alles. Eig hätte ich mir die ersten Jahre sparen können vom Lerneffekt her, aber es hat zu dem Zeitpunkt einfach Spaß gemacht..Meine Schwester hat mit 14 angefangen und hat mich total schnell eingeholt..
Mit dem Schreiben finde ich, ist das was anderes..
da entwickelt man sich weiter..und muss kein mindest alter erreichen um alles zu verstehen..kreativ sein kann man immer überall
den rest habt ihr schon so schön gesagt. sonst fand ich dein Kommentat total gut..
ist jetzt eigenltich egal..war auch überhaupt nicht böse gemeint ja?..
wollt hier nur noch schnell sagen, wie toll ich den Artikel von Jacky fande
Das größte Kompliment das ich in meinen Augen je bekommen hatte, war von einer Frau(50) die sagte zu meiner Mum: Dafür, das sie 17 ist schreibt sie richtig gut! Sie durfte mit als einzige mein Manuskript duchlesen, hatte aber gedacht es sei von meiner älteren Schwester.. und ich war richtig stolz. ----- <3 Riccmary
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Re: Bin ich zu jung zum Schreiben?

Beitragvon Wollff » 21.10.2009, 21:10

Schreiben ist ein merkwürdiges Fach.
Sobald man für "Schreiben" irgendeine andere kreative Tätigkeit einsetzt, erhält die Frage plötzlich einen völlig anderen Sinn.

Bin ich zu jung zum Klavierspielen?
Bin ich zu jung zum Malen?
Bin ich zu jung zum Tanzen?

Bei diesen Fragen lautet die Antwort sinngemäß: Wenn du die Tasten drücken / den Pinsel halten / dich zur Musik bewegen kannst, dann bist du alt genug. Fragen der "Ist sie zu jung"-Art stellen besorgte Eltern für ihre Vierjährigen in den jeweiligen Kursen.
Nur beim Schreiben kommen plötzlich junge Menschen, die schon seit sechs Jahren oder länger schreiben können und meistens auch aktiv Geschichten schreiben, auf die Idee solche Fragen zu stellen.

Warum?
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Re: Bin ich zu jung zum Schreiben?

Beitragvon pigeon » 22.10.2009, 14:28

Wenn man schreiben will, wie es sich anfühlt von einer Klippe zu springen, sollte man vorher rausgehen und genau das tun. Wenn man über eine schmerzliche Trennung schreibt, sollte man vielleicht vorher ähnliches gelebt haben. Denn Lebenserfahrung lässt sich nicht "recherchieren".
Natürlich sollte man trotzdem schreiben, wenn es denn Spaß macht. Ich bin auch gerademal siebzehn Jahre jung. Aber ich nehme mich einfach nicht ernst, wenn ich über die grooße Liebe schreiben will, oder über den Tod. Und um den Leser diese Oberflächlichkeit nicht spüren zu lassen - zu der es doch kommen muss, wenn man nie gefühlt hat, was man ausdrücken will, verlangt es schon einiges an Kreativität und Einfühlungsvermögen um die fehlenden Erfahrungen zu "ersetzen". Darüber hinaus frage ich mich, warum man denn über Themen schreiben möchte, von denen man nichts versteht. Mir würde der "Bedarf" fehlen, etwas auszudrücken, dass ich noch nie empfunden habe. Es klingt so, als würde man überlegen, was die Leute denn so lesen wollen. Dabei ist es doch viel wichtiger, was man selbst schreiben will. Und wenn man will, kann man. Das ist ja vollkommen unabhängig vom Alter.
The more you know, the less you understand.
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