Bis(s) zum Morgengrauen von Stephenie Meyer

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Re: Bis(s) zum Morgengrauen von Stephenie Meyer

Beitragvon HappyMephisto » 08.07.2010, 18:55

[ot]Ich bin dafür Count Duckula wieder auszustrahlen. Zusammen mit Darkwing Duck eine der coolsten Serien aller Zeiten.[/ot]

@Thema:
Ich habs versucht. Ich habe es ernstlicht versucht, Twilight zu lesen. Nach etwa 50 Seiten hab ich es zur Seite gelegt. Gründe waren die schon genannten.
"und wer ihn sah, mußte zu der Anschauung gelangen, daß ein Schriftsteller ein Mann ist, dem das Schreiben schwerer fällt als allen anderen Leuten."
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Re: Bis(s) zum Morgengrauen von Stephenie Meyer

Beitragvon Grogromalz » 08.07.2010, 20:05

LOL ... Hätte nicht gedacht, dass du das tust. Es versuchen, meine ich. Ich glaub, ich würde da den Verstand verlieren. Was halt von übrig ist.
:twisted:
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Re: Bis(s) zum Morgengrauen von Stephenie Meyer

Beitragvon Dorilys » 16.07.2010, 18:39

Also, bei den Biss-Büchern ging es mir genau umgekehrt wie mit den Büchern von Trudi Canavan, wo mir das letzte Buch gut gefiel und die ersten Beiden nicht. Hier gefielen mir die ersten drei Bücher, das Letzte traf eher nicht meinen Geschmack. Ich kann selber kaum sagen, warum ich sie so gerne gelesen habe. Mein Intellekt saß die ganze Zeit dabei heulend in der Ecke, später schmollend.

Wo sich meine Ansichten auf jeden Fall decken: Edward. Ich habe wirklich, wirklich, bis zum Ende des Buches nicht verstanden, was sie an ihm findet. Warum ist sie so fürchterlich verknallt in ihn? Es sollen ja in Umfragen Frauen gesagt habe, das sie ihren Mann für Edward verlassen würden. Verstehe ich nicht. Es ist nicht mal so, das ich ihn nicht leiden kann - dafür ist er zu uninteressant. Jacob wäre eher mein Typ gewesen. Mit ihm kann man lachen. Was unternehmen Edward und Bella zusammen, außer das sie rumsitzen und sich anschmachten? Mit Jacob fährt sie Motorrad und geht schwimmen. Ich glaube, mit Edward würde ich mich zu Tode langweilen.

Von den Vampiren mochte ich Emmett sehr gerne. Macho okay, aber wenigstens glaubwürdig. Und einigermaßen witzig dabei. ich mag Charaktere mit Humor (Edward hat keinen. Schon ein negativer Punkt). Alice ging mir ein bisschen auf die Nerven. Ich hätte die jedenfalls meine Hochzeit nicht ausrichten lassen. Sie hat nur ihre eigenen Wünsche dabei im Kopf und nicht die von denen, die es betrifft. Die Hochzeit war einer der Gründe, warum das letzte Buch mir nicht gefallen hatte. Ich fand sie einfach grauenvoll. Okay, es ist ein Liebesroman, ein bisschen Kitsch ist angebracht. Hier wurden sämtlich Grenzen gesprengt. Das war eine so dermaßen übertriebene Romantik, das ich wirklich Zahnschmerzen dabei hatte.

Als nächstes sind dann die bösen Engel im Trend...
Kennst du die Serie "Supernatural" :D
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Re: Bis(s) zum Morgengrauen von Stephenie Meyer

Beitragvon AlexL » 21.07.2010, 10:57

Wieso bin ich bloß erst jetzt auf diesen Artikel gestoßen? :shock: Er liest sich wirklich wunderbar und spricht mir in vielen Punkten aus der Seele.

Ich habe die ersten drei Bände gelesen, vielleicht lese ich auch den 4. Band noch, wer weiß, aber als Fan kann man mich nun wirklich nicht bezeichnen.
Meine Frau liebt diese Bücher, liest sie regelmäßig, hat die DVDs im Regal und besucht jedes Mal die langen Kino-Nächte, wenn wieder mal ein neuer Teil der Reihe anläuft. Kurzum, SIE ist ein wirklich großer Fan.
Um zu verstehen, was sie denn nun derart an dieser Reihe begeistert, wollte ich mir mal selbst ein Bild von der Reihe machen und den Büchern eine Chance geben. Danach verstand ich weniger denn je, wieso die Reihe derart erfolgreich wurde.

Größtes Manko ist für mich einfach der Schreibstil und die Atmosphäre, die das Buch ausstrahlt. Vorrangig liegt das Augenmerk auf der Romanze zwischen Bella und Edward, was im Grunde in Ordnung wäre, wenn es denn funktioniert. Auch wenn es seltsam klingt, aber auch als Mann kann man auf romantische Stimmung stehen, die auch mal schnulzig werden darf. Eigentlich stehe ich total drauf, ich hab sogar bei Sailor Moon geheult. :mrgreen:
Aber da scheitern die Twilight Bücher bereits bei mir. Die Liebe der beiden berührt mich nicht. Nein viel schlimmer, ich kann einfach nichts davon spüren. Da kann sie noch so oft erzählen, wie perfekt er aussieht, wie stark er ist und wie sehr sie ihn doch lieben würde, es kommt bei mir nicht an. Die Liebe der beiden wirkt auf mich so, wie Stephenie Meyer die Vampire beschrieben hat: leblos und kalt.

Zum einen schiebe ich es auf den Schreibstil, der auf mich sehr gezwungen und langweilig wirkt, und zum anderen auf die Charaktere. Die meisten sind mir nämlich absolut unsympathisch.

Das fängt bereits bei Bella an. Am Anfang des ersten Bandes hatte ich noch nichts gegen sie, aber im Laufe der Handlung mochte ich sie immer weniger, und dieser trend setzte sich dann auch in den Folgebänden fort. Es nervt mich sehr, dass sie scheinbar kaum etwas anderes tut als in Selbstmitleid zu zerfließen und zu jammern, selbst dann, wenn es dafür keinen Grund gibt. Außerdem macht es sie für mich sehr unsympathisch, wie sie alle Personen in ihrer Umgebung immer wieder ausnutzt. Ich frage mich wirklich, wieso sie eigentlich noch Freunde hat, und sich nicht schon jeder von ihr abgewendet hat.

Bei Edward kann ich einfach nicht mehr hören bzw. lesen wie toll er doch aussähe, wie perfekt er doch sei. Schon beim Lesen habe ich mit den Augen rollen müssen. Charaktere brauchen Fehler, und dazu zählt nunmal nicht, dass sie vor lauter Perfektion langweilig werden. Jeder Ansatz in mir, ihn eventuell sympathisch zu finden wurde schon dadurch in den Boden gestampft, indem immer wieder wiederholt wurde, wie Vollkommen er doch sei. Vielleicht wäre es ja interessant gewesen, wenn er sich nicht so gut unter Kontrolle hätte. Was, wenn Bella sich in seiner Nähe wirklich in spürbarer Gefahr befände, weil sie niemals weiß, wann es mit seiner Selbstbeherrschung vorbei ist? Das gäbe zumindest ein wenig Spannung, aber davon ist in den Büchern nichts zu spüren. Ja, ich gebe zu, er spricht genau diese Punkte an und befürchtet zumindest im ersten Band auch Bella zu verletzen, aber genau dies kommt bei mir als Leser einfach nicht an. Zu keinem Zeitpunkt hatte ich das Gefühl, dass es für sie Gefährlich werden könne.

Die wenigen Charaktere, die ich wirklich sympathisch finde, sind Jacob und Bellas Vater Charlie, und beide tun sie mir immer wieder furchtbar leid, wenn man mit ansehen muss, wie sie mit ihnen umspringt.
Gerade Jakob wirkt auf mich tatsächlich "lebendig". Ihm kaufe ich seine Gefühle für Bella tatsächlich ab, und seine Reaktionen sind auf mich tatsächlich authentischer. Auch wenn in den Büchern gerne mal seine Muskeln beschrieben werden und der Darsteller im Film jede Möglichkeit nutzt sein T-Shirt auszuziehen, ist wirkt er zum Glück alles andere als perfekt. Er scheint ein echtes Leben bei seiner Familie und seinen Freunden zu haben und er kämpft um Bellas Zuneigung. Wenn er dabei manchmal reagiert wie ein pampiger Teenager, macht ihn das in Meinen Augen nur noch Menschlicher.

Tja, die Handlung selber fand ich furchtbar langweilig. Wie ich weiter oben bereits sagte, ist das kein Problem, wenn man wenigstens mit den Liebenden mitfühlen könnte. Da die Romanze in meinen Augen aber ein kalter Fisch ist, bleibt leider nicht mehr viel übrig.
Die Bücher lesen sich für mich einfach wie eine furchtbar lange Einleitung, bei der man nur darauf wartet, dass etwas passiert. Das war ganz besonders im dritten Band schlimm. Atmosphäre verspürte ich keine, und alles wirkte auf mich furchtbar kalt.
Hinzu kommt, dass es mir auch sauer aufstößt, wie Stephenie Meyer mit dem Vampir-Mythos generell umgesprungen ist. Sie sind in meinen Augen erstmal einfach zu perfekt, und dann solche Geschichten wie "Vegetarische Vampire" und Glitzern in der Sonne. :roll:
Nee, das ist nichts meins.

Als nächstes werde ich mir mal die "Vampire Diaries", da ich hörte, dass diese eine sehr viel bessere Stimmung und Atmosphäre verbreiten.
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Re: Bis(s) zum Morgengrauen von Stephenie Meyer

Beitragvon Jacky » 21.07.2010, 11:11

Hmmm ... könntest du deine Frau denn vielleicht mal fragen, was genau sie denn an den Büchern so toll findet? Du scheinst da ja an der Quelle zu sitzen :D

Mich interessiert nämlich wirklich brennend, was das Geheimnis ist 8)

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Re: Bis(s) zum Morgengrauen von Stephenie Meyer

Beitragvon Brianna » 21.07.2010, 11:24

Ach mist, hätte ich das vorher gewusst, hätte ich die Sendezeit hier gepostet. Denn letztens bin ich beim zappen auf Tele5 hängen geblieben, wo die Doku "Twilight in Forks" lief. Da kamen die ganzen Twilightfans zu Wort. Darunter auch Universitätsprofessoren, was ziemlich peinlich war.
Da kamen dann Aussagen wie:
"Ja Bellas und Edwars Liebe ist auch was ganz besonderes..."
"Über Twilight wird man auch noch in sechzig Jahren sprechen..." :roll:
Hier mal ein Link dazu: http://twilightinforks.com (guckt euch den Trailer an, dann wisst ihr was ich meine und nein sich die DVD für ca. 8€ zu kaufen lohnt sich wirklich nicht :lol: )

Ich finde was Stephen King über Stefanie Meyer gesagt hat, trifft es ziemlich genau:
Stephen King ist von Stephenie Meyer, der Autorin von „Twilight - Biss zum Morgengrauen", alles andere als überzeugt. Ihr Schreibstil sei einfach nicht gut, so King laut "USA Weekend". Er wird zitiert mit den Worten: "Beide, Rowling und Meyer, sprechen direkt zu jungen Leuten... Der wirkliche Unterschied ist, dass Jo Rowling eine fantastische Schreiberin ist, und Stephenie Meyer kann überhaupt nicht schreiben. Sie ist nicht sehr gut.“ King verstehe aber, dass ihre Vampir-Liebesgeschichte das Publikum anspreche. Die Story sei spannend, obwohl sie schlecht geschrieben sei.
Quelle: http://www.viviano.de/ak/News-Prominent ... 7955.shtml

Bzw.:
"writing to a whole generation of girls and opening up kind of a safe joining of love and sex in those books. It’s exciting and it’s thrilling and it's not particularly threatening because they’re not overtly sexual."
Jep, sie erschafft einfach einen Traumprinzen, nachdem sich wohl jedes Mädel in dem Alter sehnt. Die reale Welt ist ja schon gemein genug: Pubertät, Liebeskummer, nervige Eltern, Stress in der Schule... Da bietet es sich doch an in die Traumwelt der "wahren großen Liebe" abzutauchen. Ist ja eigentlich auch nix Schlimmes, aber ich könnte mir vorstellen, dass sie dadurch bei einigen wirklich falsche Erwartungen, was die Liebe betrifft, weckt.
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Re: Bis(s) zum Morgengrauen von Stephenie Meyer

Beitragvon AlexL » 21.07.2010, 13:18

Jacky hat geschrieben:Hmmm ... könntest du deine Frau denn vielleicht mal fragen, was genau sie denn an den Büchern so toll findet? Du scheinst da ja an der Quelle zu sitzen :D

Mich interessiert nämlich wirklich brennend, was das Geheimnis ist 8)

lg
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So, ich habe sie gefragt.^^ Aber anstelle einer einfachen schnellen Antwort hat sie sich die Mühe gemacht, es näher auszuführen. Ich poste einfach mal ihren Text als Zitat. :)

Steffi hat geschrieben:Was fasziniert mich so an Twilight?

Eine sehr gute Frage, die ich versuchen möchte zu beantworten. Zum einen finde ich zwar den Hype der um diese Saga geht ein wenig übertrieben und auch Oberflächlich. Mir gefielen die Bücher schon lange, bevor überhaupt dieser Hype ausbrach oder gar über eine Verfilmung überhaupt gesprochen wurde. Desweiteren schreibt Stephenie Meyers allerhöchsten passabel, aber nicht wirklich herausragend, was also genau fasziniert mich so sehr? Zum einen kann man wohl die Romanze nennen. Die Romanze zwischen Edward und Bella. Natürlich ist es ein alter Hut. Vampir liebt Mensch, das gab es schon bei Buffy und erinnert wirklich sehr stark daran. Die Faszination einer großen Liebe die eigentlich nicht sein darf, zu viele Hindernisse sind da im Weg. Zum einen das Alter. Vampire sind unsterblich, Menschen nun einmal nicht. Die Gefahr einen Schritt zu weit zu gehen, fasziniert ja nicht erst seit Twilight, wobei die Liebe zwischen Edward und Bella am Anfang recht unschuldig erscheint, man fragt sich andauernd, verwandelt Edward am Ende Bella in einen Vampir oder tut er es nicht? Was würde Bella für ihn alles aufgeben? Zum anderen ist dort Jacob, Edwards Rivale um Bella der ihr ein normales Leben bieten könnte. Natürlich habe ich mich auch oft gefragt, was wollen die beiden bei Bella, man hatte oftmals das Gefühl, sie würde die beiden gegeneinander ausspielen. Der Charakter der Bella, konnte mich nicht ganz überzeugen, jedoch wenn man sich einen Einblick in Midnight Sun machen konnte, wird auch schnell klar, was in Edward wirklich vorgeht, was es für ihn alles bedeutet ein Vampir zu sein, und vor allem in Bellas Nähe zu sein. Wieviel Selbstkontrolle und wie viel Leid er durchzustehen hat. Ich habe mir von Anfang an ein Happy End gewünscht, trotz das Jacob einem wirklich sehr Leid tun konnte, denn er ist ein überaus sympathischer und warmherziger Charakter, der sich einfach nur, in das falsche Mädchen verliebt hat.

Ich denke die Faszination kommt auch durch das verbotene und durch das ewige Leben mit dem Liebsten, das nicht einmal der Tod sie trennen kann, das es buchstäblich eben auch EWIG ist.

Junge Mädchen und vielleicht auch ältere träumen vom, Seelengefährten und in den Büchern wird dies einfach rübergebracht. Die Liebe, die alle Hindernisse eben überwinden kann, sei es die Rivaltäten, Feinde außerhalb oder gar die Unterschiede der Rasse.

Von Anfang an wird dem Leser klargemacht, das auch Bella nicht wirklich 17 Jahre alt ist, vom Körper vielleicht, aber nicht vom Kopf her. Man spürt ihre eigene innere Zerrissenheit, schon ehe sie auf den Vampir Edward traf, das sie auf der Suche nach etwas ist, was sie selber nicht einmal benennen kann und die Antwort wird denn im Laufe der Handlung klarer. EDWARD CULLEN

Von dem Hauptcharas mal abgesehen hat mich natürlich auch der Hintergrund der anderen Charaktere auch gefesselt, wie waren sie ehe sie das Los eines Vampirs auf sich nehmen mussten? Wieos leben sie so ganz anders als ihre Artgenossen? Es zeigt auch, das ein vampir nicht blöse sien muss, um existieren zu können, dass das Gute auch in deisem dasein einafch bleiben kann und man sich selber nicht aufgibt.

Ich sehe aber in der Twiligt Saga keine klassische Vampirstory, das ist sie nämlich nicht, es ist vielmehr eine süße Liebesgeschichte zwischen zwei oder gar drei zerissenen Seelen, die ihren Weg im leben finden müssen. Eine Romanreihe für Jugendliche, was wohl eben auch viele vergessen. Zwar kein Harry Potter, aber eben auch fesselnd, besonders für junge Mädchen die auch gerne einen Edward oder auch einen Jacob zum ersten Freund haben möchten. Solche Romane lassen Mädchen Träumen und das macht diese Bücher aus, auch wenn sie nicht wirklich besonders geschrieben sind. Mädchen nehmen sich die Bella als Vorbild, die auch nichts besonderes sind, unnahbar, kaum bemerkbar, ohne besondere Talente eben und dennoch fliegt der unnahbare Schwarm der Schule auf sie, welches Mädel träumt nicht von so einer Romanze?
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Re: Bis(s) zum Morgengrauen von Stephenie Meyer

Beitragvon Jacky » 21.07.2010, 13:44

Brianna hat geschrieben:[...]aber ich könnte mir vorstellen, dass sie dadurch bei einigen wirklich falsche Erwartungen, was die Liebe betrifft, weckt.

Ich mir auch.
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Re: Bis(s) zum Morgengrauen von Stephenie Meyer

Beitragvon Jacky » 21.07.2010, 13:54

Vielen herzlichen Dank für diese ausführliche Erläuterung. Es erklärt zwar nicht in jedem Punkt den Hype an sich, aber es hilft mir doch ein gutes Stück in die Richtung des Verstehens.

Besonders dieser Teil, war für mich sehr aufschlussreich (Hervorhebungen von mir):
Steffi - Frau von AlexL hat geschrieben:Ich sehe aber in der Twiligt Saga keine klassische Vampirstory, das ist sie nämlich nicht, es ist vielmehr eine süße Liebesgeschichtezwischen zwei oder gar drei zerissenen Seelen, die ihren Weg im leben finden müsse n. Eine Romanreihe für Jugendliche, was wohl eben auch viele vergessen. Zwar kein Harry Potter, aber eben auch fesselnd, besonders für junge Mädchen die auch gerne einen Edward oder auch einen Jacob zum ersten Freund haben möchten. Solche Romane lassen Mädchen Träumen und das macht diese Bücher aus, auch wenn sie nicht wirklich besonders geschrieben sind. Mädchen nehmen sich die Bella als Vorbild, die auch nichts besonderes sind, unnahbar, kaum bemerkbar, ohne besondere Talente eben und dennoch fliegt der unnahbare Schwarm der Schule auf sie, welches Mädel träumt nicht von so einer Romanze?

Ein bisschen viel Fettgedrucktes, weil wie gesagt der ganze Absatz mir geholfen hat, hervorgehoben dann eben noch einmal die (in meinen Augen) Schlüsselpunkte.

Vielen herzliche Dank dafür!
lg
Jacky ;)
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Re: Bis(s) zum Morgengrauen von Stephenie Meyer

Beitragvon cass » 21.07.2010, 13:57

Naja, aber tun das nicht alle Bücher, die ein idealisiertes Bild von Liebe zeichnen? Und wenn ich mir anschaue wie jüngere Generationen mit dem Thema Liebe umgehen, dann kann ich da definitiv auch Dailysoap-niveau erkennen. Letztlich beeinflusst uns jede Darstellung von Beziehungsstrukturen. Das ist doch nun wirklich nichts Twilight-Spezifisches...

Sicher wäre es schön, wenn reflektierter mit dem Thema umgegangen würde. Aber dann bitte auch in allen Sparten. ;)
Zumal es gerade bei diesem Idealbild genug Gegenbeispiele aus dem realen Leben gibt.
Und für oben genanntes Dailysoap-Niveau könnte es vielleicht sogar ein positives Gegengewicht bedeuten.

lg
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Re: Bis(s) zum Morgengrauen von Stephenie Meyer

Beitragvon Ruvanna » 02.08.2010, 21:48

100%ige Zustimmung zu Jackys Meinung. Den Hype verstehe ich auch nicht ganz. Habe alle Bücher in insgesamt einer Woche durchgelesen und habe tatsächlich einige Seiten umgeblättert, während ich von Band zu Band immer ungeduldiger wurde. Himmel, nun küss ihn doch endlich, schick ihn zur Wüste und kümmere dich um Jakob usw. Der letzte Band mit der Schwangerschaft - kein Kommentar - meine Haare sträuben sich gerade noch.

AAAber: Hat schon mal jemand an den ungemein psychologischen Wert dieses Hypes um S. Meyer gedacht? Wenn eine weniger als mittelmäßige Schreiberin mit so einem Stuss Millionen scheffelt, dann sollte es uns immerhin schon mittelprächtigen Schreiberlingen mit Jackys und gegenseitiger Hilfe doch wohl auch gelingen, so einen Volltreffer zu landen.

In meinen Augen trifft die Mormonin S. Meyer haargenau das Lebensgefühl einer Jugend, die von zu viel Freizügigkeit in den Medien gelangweilt ist und sich wieder um die guten alten Tugenden kümmern will. Dazu gehört das schwache Weibchen, daß sich beim starken Männchen (gut aussehend, perfekt) in vollkommener Sicherheit wiegen kann. Sex nur nach der Hochzeit und bitte schön die Schule vorher fertig machen (warum eigentlich? Als Hausvampir und Muttervampir brauchts doch keine Algebra?)

Um mal den Vergleich mit den Rowling Büchern zu ziehen, deren Geschichten ich fieberhaft verfolgt habe: Aus jedem HP-Roman ließen sich zwei abendfüllende Spielfilme machen, so viele Ideen und Abenteuer stecken darin. Aus allen Bella Romanen ließe sich auf das nötigste reduziert gerade mal ein Kurzfilm pressen. Aber dann würden 2 Stunden räkeln im Blümchenmeer fehlen. Vampire in der Sonne? Oh, bitte!
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Re: Bis(s) zum Morgengrauen von Stephenie Meyer

Beitragvon legi » 18.08.2010, 16:40

ui!
Ich bin also doch nicht die Einzige im Universum, die bei den Biss-Büchern kein Herzflattern kriegt!
Also ich fang mal so an. Ich bin schon 40, gehör also nicht mehr zur Teeniezielgruppe. Hab aber ne Menge gleichaltriger Freundinnen, die wissen, dass ich Harry Potter ziemlich mochte (naja, eher snape, aber was solls).
Also beknieten die mich, doch UNBEDINGT Biss zu lesen, weil das soooo toll sei.

Aber es gelang mir einfach nicht, mich mit Bella zu identifizieren. Ehrlich gesagt, fand ich sie ziemlich wenig nachvollziehbar. Sie kommt von einer großen Schule, hatte aber keinerlei Freunde dort. Hier an der neuen sind aber sofort 4 Jungs in sie verknallt. Das alleine verhinderte mein Einfühlen. Sicher nur der reine Neid, weil in mich noch nie 4 Jungs verknallt waren, hihi :lol: .

Und Edward ist mir einfach zu perfekt. Ich wurde richtig aggressiv beim LEsen und dache "Bitte, jetzt lass ihn einfach mal irgendetwas NICHT können!" Aber er ist charmant, ein Held, eine Sportskanone und spielt nicht nur toll Klavier sondern komponiert sogar noch (wieso sitzt er dann eigentlich in einer langweiligen Highschool herum und nicht an einer Musikakademie)?

Den Schreibstil fand ich auch nicht so toll. Diese Szene mit dem Unfall zum Beispiel. Das find ich nicht gut beschrieben. Viel zu viele Gedanken und ich musste zweimal lesen, bis ich wusste, was passiert.
Oder als Bella zum ersten Mal mit Edward im Zimmer ist und er spricht mit ihr über Beziehungen mit Jungs. Wie reagiert sie? Sie gähnt. Hallo? Muss sie denn nicht total aufgeregt sein? Nö, sie geht ja zwischendurch sogar mal duschen.

Oder dieses verhörartige Frage und Antwort-Spiel beim Kennenlernen. Das fand ich auch fad.
Um die Actionszene am Ende hat sich die Autorin dann herumgeschummelt, indem sie Bella ohnmächtig werden ließ.

Und dass sie in jeden dritten Satz denkt "Er ist so wunderschön".

Warum das Buch so gut ankommt? Weil jede von uns allem Anschein nach gerne einen Ritter hätte. Einen treu ergebenen Mann, der nur sie liebt, alles dafür tut, sensibel, musikalisch und übermenschlich kraftvoll ist, um sie beschützen zu können. Der sich gegen seine Familie stellt und gegen alle Regeln, nur für sie. Das ist einfach romantisch, das tut der Seele gut.

Und in einer Zeit, in der uns die Massenmedien vorschreiben, wie wir uns zu kleiden, auszusehen haben, welche Musik wir hören müssen, dass wir immer sexy und erwachsen als Jugendliche sein müssen, ist das vielleicht einfach eine tolle Sache. Diese Botschaft, dass man auch als Außenseiter den tollsten Mann aller Zeiten kennen lernen kann, der einem einfach verfällt , weil man gut nach Blut riecht oder so.

Sorry, ich will niemandem auf den Fuss treten, es ist sicher einfach eine Frage des Alters, warum der Zauber bei mir nicht wirkte. Und wenn man nicht gefangen ist in diesem, dann kommen einem manche Dinge, wie das Glitzern, etwas komisch vor.

Aber für die Zielgruppe ist es doch ein wunderschönes Buch, das denke ich schon.

ciao
Legi
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Re: Bis(s) zum Morgengrauen von Stephenie Meyer

Beitragvon iisprinzässin » 25.09.2010, 20:33

Hallo

Auch ohne alle Antworten gelesen zu haben, geb ich meinen Senf ab.

Ich liebe die Biss-Reihe. Die originalen Bücher (also englisch) mehr als die deutschen.
Warum?
Weil ich Stephenies subtilen Humor teile;
weil ich - genau wie Bella (und Millionen von Mädchen) - immer davon überzeugt war, hässlich (und flachbrüstig) zu sein und das meine Beziehungsteiler immer anders sahen;
weil ich - genau wie Bella - schon einmal einen Jungen einfach nur benutzt habe (nach demselben Muster);
weil jeder ausser mir jeweils erkannte, dass die Objekte meiner Begierde einfach nur dumm und eindimensional waren.

Ich weiss, dass andere Autoren unter anderem kritisieren, dass SM nicht schreiben könne. Und ich gebe ihnen recht. Andernfalls würde ich die Bücher in englisch nämlich gar nicht verstehen. :mrgreen:

Ich gebe - rein objektiv betrachtet - auch den Kritikern Recht, die sagen, dass die ganze Geschichte eindimensional seien (Charaktere tun den ganzen Tag nichts, Konflikte sind eigentlich gar nicht vorhanden, etc).
Wobei ich den lesenden Kritikern nicht Recht gebe ist Edwards (nervige) Perfektion.
Für mich ist dieser Typ alles andere als perfekt. Klar, er sieht gut aus - aber denken wir das nicht immer von den Menschen, in die wir uns verlieben? (Und da ich den Film zuerst sah, hatte ich überhaupt nicht das Bild eines hübschen Jungen vor Augen.)
Okay, er scheint alles perfekt zu können. Aber führt er später nicht aus, dass das nur deswegen der Fall sei, weil er eben nichts zu tun hat, bzw. niemanden hat, mit dem er sich teilen möchte (achtung, zweideutig)?
Ich persönlich finde es sehr schade, wird auf die Geschichte der einzelnen Vampir-Charas nicht näher eingegangen. Vermutlich war SM da einfach so ideenlos.

Warum alles, wo Twilight drauf steht, ein Erfolg ist?
Weil Menschen berechenbar sind.
Ich denke, SM hat ein sehr grosses Talent, die Leute mit ihren Texten zu fesseln. Leider fehlt es diesem Talent an Schliff (auch wenn sie angeblich studiert hat); sie hat (noch?) nicht das richtige Werkzeug, aber leider schon sehr grossen Erfolg.

Warum ich immer weiterlesen werde? Und die Bücher immer wieder lese?
Weil ich mehr wissen will. Weil das Buch meine Neugierde nie ganz befriedigt, und ich immer noch einen Schritt näher heran will.
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Re: Bis(s) zum Morgengrauen von Stephenie Meyer

Beitragvon hasigoreng » 08.09.2011, 21:23

Hallo Jacky,
ich weiß es kommt spät, aber besser spät als nie...

Lustigerweise lese ich den ersten Band gerade zum zweiten Mal. Und ich stimme in einigen Punkten mit dir überein gerade was die Beschreibung der Vollkommenheit Edwards betrifft. Anstrengenderweise wählt Meyer immer wieder die selben Worte. Sobald Edward etwas in Bellas Richtung sagt oder tut, setzt obligatorisch ihr Herz aus oder ihr Atem oder sie fällt sogar in sogar Ohnmacht, was tatsächlich lächerlich ist. Das überliest man wohl besser einfach, schon weil es nicht wirklich zur Vertiefung der Vorstellungkraft beiträg. Außerdem springt einen die Unlogik förmlich, auch da hast du recht. Das mit dem Heiraten habe ich auch nie verstanden.
Aber dennoch...
Als ich die Bücher das erste Mal gelesen habe - alle vier am Stück innerhalb sechs Wochen mit glühenden Wangen und leuchtenden Augen- war ich hochschwanger. Gut, nun mag jeder denken, da spielen die Gefühle ohnehin verrückt. Ja, das kann sein. Aber ich fühlte mich auch mehr oder weniger in meine Jugend zurück versetzt.
Seien wir doch mal ehrlich: Wie logisch waren wir mit siebzehn?! Wieviel Reife haben wir besessen, um unseren besten Kumpel den Laufpass zu geben, um seine Gefühle zu schonen. Ich nicht. Mein bester Kumpel musste da wohl oder übel durch. Immerhin verfügt er ja selbst auch über den freien Willen.
In deinem Blog hast du es schon angedeutet: das Alter entschuldigt Unlogik, und du bist ohnehin nicht der riesen Liebesschmachtfan. Aber genau da hast du den Nagel auf den Kopf getroffen.
Eine absolut typisch pubertierende siebzehn Jährige. Hält selber von sich nix, hat aber die super Wirkung auf alle? Ja ganz genau! Welches Mädchen wünscht sich das nicht?!
Und dann kommt auch noch der perfekte unnahbare Typ - Synonym für den coolen Beliebten aus der 13ten (ebensfalls Wunschtraum aller Mädchen) und verliebt sich nur in sie, weil sie etwas ganz Besonderes und Einzigartiges ist. Und wenn wir schon beim Wünschen sind: dann beginnt auch noch eine absolut märchengleiche Lovestory, bei der der Märchenprinz die zarte, zerbrechliche Prinzessin rettet und das auch noch in einem schicken modernen Volvo ;)
Ich bitte dich, die Antwort auf die Frage nach dem "Warum ein Bestseller" brüllt einen geradezu an.

Die Frage ist also, lässt man es zu, noch mal siebzehn zu sein? Haben wir noch ein bißchen Pubertät in uns? Oder sind wir alle schon so abgeklärt und überreif (und das bitte nicht persönlich nehmen, sonder lieber mit einem Zwinkern betrachten), dass wir über ihre permanente Schamesröte nicht einfach hinweglesen können.

LG
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Re: Bis(s) zum Morgengrauen von Stephenie Meyer

Beitragvon Nebucatnetzer » 09.09.2011, 01:02

Sehr interessant hier die ganzen Beiträge zu lesen gibt einem ein schönen Einblick wie andere Leute lesen.

Ich für meinen Teil kann sagen dass, ich die Bücher sehr gemocht habe beim Lesen. Bei mir ist es jedoch so das ich wenn ich lese nicht mehr aktiv am denken bin. Ich sehe meist auch keine Buchstaben und die Geschichte läuft einfach wie ein Film ab.
Ich kann das abschalten, wenn ich etwas Korrektur lese zum Beispiel.
Wenn ich jedoch ein Buch danach noch einmal lese und es so simpel ist wie die Biss Reihe oder die Rhapsody Saga ist dann fällt es mir recht schnell auf das hier nicht mehr so viel dahinter steckt.
Ganz anders als bei den Harry Potter Büchern. Welche ich zig mal auf Deutsch gelesen habe und im Zuge meines Englischkurses in Schottland alle noch einmal auf Englisch gelesen habe.
Spoiler: Anzeigen
Ich war wieder richtig gefesselt von diesen Büchern und hatte wieder eine Kloss im Hals als Dumbledore starb obwohl ich schon wusste was passieren würde.


So geht es vielleicht auch anderen Menschen. Ich habe die Biss Reihe wirklich gern gelesen jedoch nur einmal. Es ist Popcorn Literatur sie sind nicht unglaublich schlecht aber wenn man zu fest darüber nachdenkt, dann ist der Zauber weg. Ich finde es zwischendurch ganz gut etwas seichtes zu lesen. Zudem weiss man dann ein anspruchsvolles Buch wieder so richtig zu schätzen.
Mir ist klar das solche Leser nicht denn Hype auslösen aber ich denke sie machen den wesentlich grösseren Teil der Leserschaft aus. Fanatische Gruppen sind in der Regel relativ klein können jedoch eine grosse Welle auslösen oder zumindest viel Interesse erzeugen.
Zuletzt geändert von Jacky am 16.09.2011, 13:50, insgesamt 1-mal geändert.
Grund: Spoiler eingefügt
"Denke an die Lösung, nicht an das Problem"
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