Ich kann eigentlich nur allem zustimmen, was du nennst.
Ich sprech jetzt mal ein Punkt an zu dem hier in diesem Thread noch keiner was gesagt hat und der mir persönlich als ich die Bücher gelesen hab sehr wichtig war:
Die Vampire.
Es war damals (bevor Twilight reihenweise Vampirbücher nach sich zog, die bis dahin in den letzten Ecken eines Buchladens vergammelten falls sie überhaupt im Sortiment waren - und auch die ganzen Serien wie Moonlight kamen erst später) für mich, den Leser der mit Vampiren nicht vertraut war, etwas gänzlich Neues und daher eine ziemlich spannende Idee.
Denn ich hatte mich schon öfters wenn ich was von Vampiren hörte gefragt wieso es eigentlich keine 'Guten' gibt, denn Otto-Normalverbraucher wie ich kannten gerade einmal Drakula und den typischen Knoblauch-, Kreuz- und Holzpflock-fürchtenden, sich in eine Fledermaus verwandelden Vampir, der stereotypisch mal in Comics oder als scherzhafte Erwähnung für eine Verbrechenserklärung auftauchte.
In der modernen Welt fällt es zumindest mir sehr schwierig in ein Buch einzutauchen, das mir unrealistisch erscheint. Ich mag Fantasy die einen Hauch "Sciene Fiction" hat um es mal so zu bezeichnen.
Harry Potter beispielsweise fand ich mehr als akzeptabel denn es machte alles in Zusammenhang des Buches Sinn, es war erklärt wieso "Muggel" nichts von Zauberei wussten und es sie dennoch gab etc. - ich konnte es mir gut vorstellen.
Dass irgendwo auf unseren Straßen Viecher rumlaufen, die man aus was für Gründen auch immer mit Knoblauch (Ich mein ich hasse Knoblauch zwar aber ernsthaft - Knoblauch? Wieso nicht Sellerie? Basilikum?) oder Kreuzen in die Flucht schlagen kann.
In manchem Rahmen finde ich das auch noch glaubhaft (beispielsweise bei Supernatural wo die Rahmenbedinung ist, dass Himmel und Hölle existieren - daher macht die Wirkung von geweihten Gegenständen gegen das Böse Sinn) aber nunja, das mit der Fledermaus-Verwandlungssache gibt es ja auch noch...
Kurz gefasst: In Twilight wurde erklärt wie die Verwandlung funktioniert und der Körper von Vampiren und dergleichen (Erwähnung der DNA = Hauch von Wissenschaftlichkeit

). Natürlich war es biologisch betrachtet alles andere als einleuchtend aber wie in Science Fiction werden Behauptungen als Fakten hingestellt so dass der Leser sagen kann "Ah, ja, ergibt Sinn für mich! Natürlich kann es Vampire irgendwo in Amerika geben!"
Es machte die Vampirsache glaubhaft und überzeugend (im Rahmen von Fantasy versteht sich). Sogar die Werwölfe machten irgendwie Sinn.
Es fiel mir dem 0815-Leser, der mit Vampiren nichts am Hut hatte, durch ihre Menschlichkeit und die Vortäuschung biologischer Möglichkeiten leichter, mir das Ganze vorzustellen.
Dazu kommt noch die stereotypische Rolle des Vampirs als Bösewicht mit welcher hier gebrochen wurde - wie schon gesagt, ich kannte nur Drakula soweit und die Rolle des 'guten' Vampirs fand ich interessant, mal was Neues im Mainstream.
Letztendlich ist auch der Gedanke die Ewigkeit miteinander zu verbringen aus soooo großer Liebe eben nur bei Vampiren (naja oder anderen unsterblichen Wesen) möglich und noch unendlich mal kitschiger aber eben auch noch romantischer als eine normale Beziehung normaler Menschen.
Letztendlich muss man auch sagen, dass Stephenie Meyer das 'moderne Vampirbild' neu definiert hat. Nicht dass ihre Vampire eine neue Idee waren (abgesehen vom Geglitzer vielleicht) aber bisher kannte man Drakula und dachte bei Vampiren an eben alles was man mit diesem verbindet.
Nun kennt man Edward und dementsprechend sind Vampire mittlerweile eher tragische Figuren, die zum ewigen Leben und Blutdurst verdammt sind und damit eine "böse" Seite haben (und die meisten Leser mögen doch oft die etwas dunkleren Charaktere, die verkörpern Konfliktpotenzial und sind oft vielschichtiger und schlichtweg interessanter als das nette, Teenie-Mädchen von nebenan, dass die Welt am Nachmittag neben den Hausaufgaben rettet oder andere der guten Protagonisten) aber gleichzeitig sind sie auch liebenswerte Protagonisten, die erfüllte Sehnsüchte verkörpern, die durchschnittlich genug sind damit der Leser sich mit ihnen identifizieren kann, toll genug um ein wenig für sie zu schwärmen - und eben gleichzeitig noch die spannende andere Seite haben, mit der sie immer in Konflikt stehen.
Wie auch schon in deinem Blog genannt wurden Vampire so Mainstream-tauglich.
Mir persönlich gefällt dieses Vampirbild ganz gut und ich denke das wird vielen so ergangen sein.
Ich denke aber hätte ich Twilight später entdeckt (mal abgesehen davon dass der Hype mich abgeschreckt hätte) hätte ich es sicherlich nicht mehr so gemocht wie mir das erste Buch beim 1. Lesen noch gefiel.
Denn seither habe ich einige andere 'nette' Vampire kennen gelernt und finde Stephenie Meyer's nicht mehr bahnbrechend sondern irgendwie belustigend. Fledermäuse fand ich ja schon merkwürdig aber glitzernde Vampire?
Jetzt im Nachhinein bemerke ich auch, dass ich es sehr schade finde, dass SM's Vampire auch bei Tag herumspazieren können. Für mich gehören ein paar Dinge einfach zu einem Vampir: Blutdurst, die Zähne, Unsterblichkeit, lebt in der Nacht.
Alles andere kann gerne variieren aber ohne diese 4 Dinge ist es für mich einfach kein Vampir mehr. :/