Bis(s) zum Morgengrauen von Stephenie Meyer

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Bis(s) zum Morgengrauen von Stephenie Meyer

Beitragvon Jacky » 22.07.2009, 11:29

Nutze dieses Thema um über folgenden Beitrag aus meinem Blog zu diskutieren:
Bis(s) zum Morgengrauen von Stephenie Meyer

Was hältst du von meinen Ansichten?
Wie denkst du selbst darüber?
Welche Charaktere gefallen dir/gefallen dir nicht und warum?
Wie empfindest du die Handlung?
Was denkst du, kann man aus dieser Geschichte über das Schreiben lernen?
Warum ist sie ein Bestseller?
Du hast in jedem Augenblick die Freiheit zu entscheiden was wichtig ist und wie du darauf reagierst.

Die Schreibwerkstatt kommt wieder! Sag mir Bescheid!
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Re: Bis(s) zum Morgengrauen von Stephenie Meyer

Beitragvon Zitkalasa » 22.07.2009, 12:02

Ach, unterhaltsam, ich hab mich amüsiert - auch genau weil man deine Enttäuschung zwischen den Zeilen lesen kann. ;)

(Ja ja, Spoiler machen mir nix aus. *g* Hab den letzten HP-Teil auch gelesen, obwohl ich wusste, dass Severus stirbt ...)
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Re: Bis(s) zum Morgengrauen von Stephenie Meyer

Beitragvon Saria » 22.07.2009, 12:04

Wow ich dachte gerade eben ich lese hier meine eigenen Gedanken zu dieser Buchreihe=) Du hast wirklich alles so auf den Punkt gebracht wie ich das empfinde.
Ich mag Bella und Edward NICHT. Ich habe die ersten drei Bücher gelesen und kam zu dem gleichen Ergebnis wie du; teilweise langweilige Passagen in denen gar nichts passiert. Bella ist mir mit ihrem ganzen unbeholfenen Geschmachte langsam aber sicher auf den Geist gegangen. Anfangs konnte ich ihrer Art noch was abgewinnen, aber im Verlauf des Buches wurde sie mir auch langsam immer unsympathischer.
Jacob<-- war nicht zuletzt Schuld daran. Er wurde von ihr ausgenützt, vertröstet und mal ehrlich- soo verliebt kann selbst er nicht sein das ihn das nicht gestört hat.
Edward ist wirklich so übertrieben perfekt das es einen schon zum Hals raushängt das immer wieder zu lesen. Perfekte Menschen /Wesen haben nun mal so keinen Reiz, keine "Angriffsfläche" und wenn dann noch alles klappt kommt Langeweile auf. Wieso musste er noch steinreich sein? Warum ihn und seine Familie nicht mit Geldnöten behaftet und meinetwegen von anderen Vampirsippen verstoßen und gejagt sein? ( nur ein dummes Beispiel ^^) Nein, bei Edward und Co gibts sowas nicht,
Das meiste was mich noch störte hat Jacky ja scho trefflich geschrieben. Teilweise war mir die Handlung (zwischen allem Rumgeschmachte) einfach zu flach und teilweise unglaubwürdig.
Weitergelesen hab ich letztlich dann nur weil ich immer gehofft habe das doch noch eine Änderung eintritt und etwas passiert das mehr Kick rein bringt. War aber leider nichts =)

Wieso das nun ein Bestseller wurde liegt wohl schon daran das Vampire und Liebe recht gute Verkaufsgaranten sind. Verfolgt man den Markt für das Genre sieht man das in der "Erwachsenenliteratur" Autoren wie Lara Adrian, K. McAlister und und gerade ziemlich von dem Boom profitieren. Da war es für S. Meyer denke ich einfacher den Markt in diesem Bereich zu treffen.

Davon abgesehen schreibt sie sehr jugendgerecht und das Buch liest sich locker und flüssig.


(bitte nicht vom Bord verjagen, aber ich bin nicht sonderlich von der Bis(s) Reihe begeistert ^^)
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Re: Bis(s) zum Morgengrauen von Stephenie Meyer

Beitragvon Pimthida » 22.07.2009, 13:18

Jacob wird alles noch ein bisschen mehr durcheinander bringen und scheint zwischendrin sogar soetwas wie Chancen abzubekommen. ..

Allgemein finde ich, dass die Qualität der Bücher von Band zu Band abnimmt (wobei ich den dritten Band aber etwas besser finde als den zweiten) ..
Die Bücher verlaufen alle nach dem gleichen Muster, und der letzte Band ist total öde. Aber na ja. Ich hab Bis(s) trotzdem immer gern gelesen, den ersten Teil sogar mehrere Male. Es ist leichte Lektüre, zugegebenermaßen nicht sehr anspruchsvoll, aber für mich ausreichend unterhaltsam. :)
And under here my dreams are made of water... (Ute Lemper - Little Water Song)
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Re: Bis(s) zum Morgengrauen von Stephenie Meyer

Beitragvon Illanna » 22.07.2009, 14:58

Hallo an alle,

hmm jaa, ich muss zugeben, ich habe alle vier Bücher gelesen ... ^^. Allerdings weiß ich ebenfalls nicht GENAU, wieso. Alle Punkte, die Jacky in ihrer Kritik angeführt hat, stimmen xD. Aber wie Saria schon sagt: Man wartet die ganze Zeit über darauf, dass irgendetwas passiert.

Was ebenfalls ein Pluspunkt ist: Es ist aus der Sicht eines Menschen geschrieben, nicht - wie viele andere (wenn auch teilweise großartige) Vampirbücher a la "Gespräch mit einem Vampir" - aus Sicht des Vampirs. Außerdem ist der Schreibstil an sich sehr schön, zumindest habe ich teilweise einfach deshalb weitergelesen, weil ich gerade lesen wollte und es sehr angenehm war. Vielleicht ist genau das das Befreiende an der ganzen Sache - man erfährt fast nie etwas Neues, man regt sich nicht übermäßig auf, ABER: man liest 8) Ich glaube, das könnte es sein ... ich meine, viele lassen den Fernseher ja auch nebenbei laufen, einfach, damit er LÄUFT und so ein Gesumme im Hintergrund ist. Bei der BISS-Reihe könnte es etwas Ähnliches sein, meiner Meinung nach (ich weiß, komische Theorie :mrgreen: )

Nun gut, was gibt's noch ... keiner der Charaktere war mir sonderlich sympathisch, zumindest die meiste Zeit über nicht (außer Alice, die hab ich cool gefunden...) Bella mochte ich am Anfang (ich bin wie sie sportlich vollkommen untalentiert), aber ich KANN keine Menschen leiden, die sich selbst nicht einschätzen können. Und jetzt sagt mir Folgendes: Wenn sie sooo hässlich ist (wie sie behauptet), so tollpatschig (okay, ist sie), so durchschnittlich und gewöhnlich - warum rennt ihr dann die halbe Jahrgangsstufe hinterher? entweder, ich habe eine GUTE Ausstrahlung, heißt: Ich bin selbstbewusst und kenne meine Schwächen und Stärken: Dann werde ich von anderen gemocht. DANN ist man "cool", von mir aus. Wenn sie allerdings keine gute Ausstrahlung hat - was nun logisch erscheint, weil sie an sich NUR die negativen Aspekte bemerkt -, dann sollte sich rein theoretisch auch niemand in sie verlieben, weil sie unzufrieden mit sich selbst ist.
Und trotzdem ist genau das der Fall.
Na ja, Edward, wie gesagt, er ist nett, mehr aber auch nicht ... er ist einfach ZU perfekt, das hatten wir ja schon. Wenn man ihm zumindest mal einen schönen inneren Konflikt zugesprochen hätte, etwas richtig Gemeines, wenn er die ganze Zeit über mit seiner vampirischen Natur zu kämpfen hätte ... ach ja, das wäre doch etwas ^^ Aber nein ... irgendwie bleibt er die ganze Zeit so "gut", was auf die Dauer langweilig geworden ist.
Einen dritten Charakter sollte ich vll noch ansprechen, Jacob. Sagen wir so, ich habe nichts gegen ihn selbst, aber er erinnert mich an eine Person auf meinem "echten" Leben, und zu der Zeit konnte ich diese Person einfach nicht leiden und dann konnte ich Jacob automatisch ebenfalls nicht leiden XD Wahrscheinlich schade, weil ich glaube, dass er wirklich die tragischste Figur ist (bis zum Ende des dirtten Teils, ehrlich gesagt ... SPOILER: Danach kriegt er ja so ein Happy End, dass man sich fragt, wo Jacob jetzt hin ist, weil's irgendwie nicht passt.)

FAZIT: Meiner Meinung nach wäre die Geschichte besser gewesen, wenn man nach dem dritten Teil aufgehört hätte. Das wäre ein Ende gewesen, das wirklich in Erinnerung bleibt - ein bisschen tragisch, ein bisschen glücklich, Bella wäre kein Vampir gewesen, und der Leser könnte selber weiterdenken ... der vierte Teil hat alles irgendwie ein bisschen ruiniert XD
Am Ende wird immer alles gut.
Und wenn es noch nicht gut ist,
ist es auch noch nicht das Ende.

(Mark Twain)
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Re: Bis(s) zum Morgengrauen von Stephenie Meyer

Beitragvon freakingmuse » 22.07.2009, 15:14

Ich schließe mich mal an und sage, wie schon bei Twitter, bis auf ein paar Kleinigkeiten hast du meine Meinung genau nieder geschrieben.

Ich habe mir das erste Buch vor einiger Zeit gekauft (bevor der Hype los ging) weil ich gelesen habe, dass es sich um eine Vampirgeschichte handelt.
Ich lese und schreibe schon seit meiner Kindheit Vampirgeschichten und lese daher alles, was mir so in die Finger kommt.
Offenbar ein Fehler, denn auf dieses Buch hätte ich gut verzichten können.
Mal davon abgesehen, dass die Autorin den Vampirmythos vergewaltigt (Schriftstellerische Freiheit? Gerne. Glitzernde Vampire? Will sie mich verarschen?) und somit für jeden Vampirliteratur-Liebhaber absolut ungeeignet ist, finde ich die Bücher unglaublich... frauenfeindlich und klischeebeladen.
Dass die Hauptfigur einfach nix gebacken kriegt und immer jemanden braucht, der sie aus der Miesere (die noch dazu meistens unglaublich langweilig ist) zu retten, finde ich mehr als traurig.
Und ich finde auch, dass es jungen Mädchen kein gutes Beispiel gibt ihnen zu sagen, dass sie einen Mann brauchen, der sie rettet und es vollkommen okay ist nur für einen Mann zu leben und sich von ihm kontrollieren zu lassen (im Buch wird es "beschützen" genannt, vor Gericht hieße es "stalken") und keine eigene Persönlichkeit/Stärke zu entwickeln.
Und nein, ich bin keine Hardcore-Emanze, nur jemand der findet, solche Frauenbilder sind veraltet und sollten nicht unterstützt werden.

Ansonsten kann ich dir nur zustimmen. Ich war wirklich enttäuscht, als ich das Buch gelesen habe. Nicht, weil ich große Erwartungen gehabt hätte durch en Hype, bestimmt nicht. Aber ich hab erwartet, dass etwas passiert. Etwas, das vorher noch nie passiert ist. Etwas, das so vielen Menschen einen GRUND gibt diese Reihe so zu lieben.
Mir kam es so vor, als habe Meyer die Vampirtagebücher von L.J. Smith gelesen und einfach etwas umgeschrieben und langweiliger gemacht und daraus wurde dann Twilight.
Die Liebe zw. Vampir und Mensch ist nichts Neues. Sie kam vor bei Dracula (wenn auch etwas anders), bei Buffy, in jedem zweiten L.J. Smith Roman, bei Anita Blake,... Ich könnte ewig so weiter machen.
Macht ja auch nichts, denn jede Geschichte, egal wie gleich die Grundzüge sind, ist anders. Nur wenn man etwas nimmt, das schon X-Mal dagwesen ist, dann muss man eine neue, ungewöhnliche Komponente einbringen. Und das hat Meyer nicht gemacht (abgesehen von der schwachsinnigen Glitzer-Idee) und von daher ist das Buch für mich nur ein Abklatsch von Bücher, die einfach weniger bekannt sind aber dafür um einiges besser.

Es ist nicht so, dass ich ein Twilight-Hasser bin. Dafür müsste ich dem Buch zumindest etwas Leidenschaft entgegen bringen, aber das ist es für mich einfach nicht wert. Gelesen, den Kopf darüber geschüttelt, abgehakt.
Da bleibe ich lieber bei Vampirbüchern, die tatsächlich Handlung haben.

Meine Theorie ist ja, dass durch das Ende der Harry Potter Saga eine Lücke entstanden ist für eine neue Fantasyreihe, die gehypt werden kann und da kam dann Twilight...
If the doctor told me I had six minutes to live, I'd type a little faster. -Isaac Asimov
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Re: Bis(s) zum Morgengrauen von Stephenie Meyer

Beitragvon SarahGoulden » 22.07.2009, 15:42

Hm.....ich hab mir gerade deinen Blog dazu durchgelesen und kann dir in de meißten Punkten nur zustimmen und deshalb hab ich mich auch gefragt wo dieser entsetzliche Boom herkommt.

Eine Freundin von mir hat die Bücher gelesen, allerdings noch vor dem großen Boom und war total begeistert und daraum hatte ich den Büchern ebenfalls eine Chance gegeben.

Konnte mich aber nur mühsam durchquälen, zum einen, weil wie du schon beschrieben hast fast gar nichts passiert. Das muss ich am ehesten kritisieren. Es erscheint mir nur wie ein ewiges Anschmachten von Edward und eine Aneinandereihung von kleinen Missgeschicken, die Bella dann möglichst einen kleinen Tropfen Blut aus dem Körper entfleuchen lassen, das man darauf eine kurze Tragödie folgen lassen kann a la "Oh, nein - ich muss mich so zusammenreissen dich nicht zu beissen", was schon einigermaßen lächerlich ist.

Das zweite Buch ist dann wie gesagt eine eher schmähliche Behandlung von Jacob, den ich eigentlich auch Recht gerne habe und das Warte darauf das Edward zurückkommt.
Bella benimmt sich an vielen Stellen einfach zu unlogisch und schwer nachvollziehbar, von der späteren Ablehnung des Heiratsantrags nach all ihrem Gejammer endlich ein Vampir zu werden mal ganz zu schweigen.

Am Anfang fand ich sie eigendlich noch sehr sympathisch, weil sie a bissl tollpatschig ist und so ungerne im Mittelpunkt steht, was ich eher mal interessant fand. Dummerweise wird das irgendwann so unglaubwürdig und überzogen, das es mir die Sache wieder vergrämt hat.

Edward geht meiner Meinung nach gerade so noch....ja er ist zu perfekt...aber er geht mir nicht so vollends auf die Nerven wie Bella manchmal, aber vielleicht liegt das daran das man seine Gedanken eben nicht die ganze Zeit um die Ohren geballert bekommt.
Darum gruselt es mir vor dem nächsten Werk von Stephanie Meyer wo sie den ersten Roman aus Edwards Sicht schreiben will. Vielleicht sallert er dann genauso rum?

Ich hab es auch bis momentan zumindest dem vierten Buch (da bin ich am Anfang) gelesen, weil ich immer noch auf die große Wendung warte, die mir diesen Hype erklären würde.

Ich schätze auch das das Ende von der Harry Potter Saga einiges zum Ruhm der Twilight Bücher zugetan hat, an denen ich allerdings inhaltlich manchmal auch ne Menge zu bemängeln hätte obwohl ich sie an sich mag und um längen dem Vampir Schmacht Fetzen vorziehe. Aber das ist eine andere Geschichte. (Ich bin ein totaler Severus Fan)

Eigentlich bin ich persönlich Liebes Schmacht Fetzen nicht abgeneigt, auch Vampirgeschichten nicht, auch wenn mir dieser Kult darum langsam echt auf den Kniffer geht, aber Twilight war einfach zu eintönig an vielen Stellen. Hier und da aufgelockert von ein paar netten Charakteren und Szenen aber das war es dann auch.
Ich persönlich mag nämlich den Vater von Edward gerne.

Schlußendlich bleibt zu sagen......diese Emo-Teenie-Dark-Pseudo-Gothic-Vampir-Welle hat uns wohl solche Werke und ihre Weiterexistenz beschieden. Sie wird vorübergehen, bis das nächste Ding draußen ist. Entweder sind es dann wieder die Zauberer, arme Waisenkinder in Extremsituationen oder andere übernatürliche Wesen die ausgebraben werden.


So...bin fertig....und zugegebenermaßen war ich damals sehr enttäuscht von den Twilight Büchern, weil ich mir wesentlich mehr davon versprochen hatte. Aber das ist mir am Ende mit den Potter Romanen ähnlich gegangen. Nicht das sie qualitativ so abgesunken wären, aber irgendwie hatten sie für mich den Reiz verloren und ich hab sie nur noch für Severus und Luna gelesen.

Liebe Grüße
Sarah
Bad art is more tragically beautiful than good art 'cause it documents human failure.
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Re: Bis(s) zum Morgengrauen von Stephenie Meyer

Beitragvon Nanu » 22.07.2009, 15:51

Bei Twilight ist es genauso wie mit Dieter Bohlen....oder besser Modern Talking. Jeder schimpft, jeder sagt, er hört die Musik nicht und trotzdem verdient der Kerl Millionen, seine Bücher waren Beststeller und die Musik kennt jeder.

Bei den Büchern ist es dasselbe. Jeder schimpft, die Charaktere wären flach, es bestehe keine Handlung, es wäre einfach geschrieben. Aber jeder kennt das Buch. Und die Frau hat Millionen damit gescheffelt.

Ich oute mich dazu, dass ich Biss gut finde. Einfach, weil ich diese Geschichte gut finde. Ich in eine andere Welt eintauchen kann, weil ich mitleiden kann. Weil Bella übertrieben ist, Edward perfekt ist...genau deswegen. WEil es nicht meine Welt ist, mein Alltag.

Ich will ncihts von LIeschen Müller lesen, die Schulden hat, von ihrem Typ verlassen wurde und die das Abi verpatzt hat. Ich will eine perfekte Welt, eine andere Welt. Ich will meine Probleme vergessen und in eine andere Welt eintauchen.

Deswegen liebe ich Edward und Bella. Deshalb hab ich alle Bücher gelesen und deshalb sind diese Bücher auch erfolgreich. Weil Meyer einfach geschafft hat, dass der Leser und zwar der 14jährige Teenager genauso wie seine 40jährge Mutter, davon träumen und in eine andere Welt eintauchen können.

Es geht mir hier nicht um Weltliteratur. WEnn ich sowas haben möchte, muss ich etwas anderes lesen.

LG Nanu
Der Horizont mancher Menschen ist so groß, dass eine Maus darüber springen könnte....
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Re: Bis(s) zum Morgengrauen von Stephenie Meyer

Beitragvon Biene » 22.07.2009, 17:11

Du hast an anderer Stelle hier irgendwo im Forum die Befürchtung ausgesprochen, dass du dich bei den doch recht zahlreichen Fans der Reihe mit deiner Rezension unbeliebt machen könntest.
Ich oute mich, ich bin/war ein Fan der Bis(s)-Bücher (jedenfalls der ersten drei, aber dazu später mehr), ja, ich war sogar in dieser peinlichen Phase literarischen Fanatismusses, welcher sich inzwischen aber gelegt hat, und sage ganz ehrlich: Eigentlich hast du verdammt recht. Ja, Bella nervt, ja, Edward ist doof. Stimmt haargenau.
Zu dieser Einsicht hat mich die Lektüre des vierten Bandes gebracht. Jacky, falls du nach all dem wirklich noch vorhast, ihn zu lesen, mach dich auf was gefasst. Er wird alles dagewesene in den Schatten stellen.
Alles, was du in deiner Rezension kritisiert hast, wird darin auf die Spitze getrieben, fast schon zelebriert. Ich werde dazu demnächst mal eine Rezension schreiben, außerdem möchte ich nicht alles verraten, auch wenn du das Buch wohl kaum unvoreingenommen lesen wirst. Jedenfalls, es hat mich zu einer Wendung um 180 Grad gebracht, mehr noch, es hat mir die ganzen drei Vorgängerbände verdorben, und ich stimme dir in allen Punkten vollkommen zu.

LG,
Biene
Was würdest du tun, wenn du wüsstest, dass du nicht scheitern könntest?
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Re: Bis(s) zum Morgengrauen von Stephenie Meyer

Beitragvon cass » 22.07.2009, 17:26

Also ich hab jetzt nicht alle Kommentare dazu durchgelesen, aber ich möchte meine Meinung auch kundtun, wenngleich sie sehr zwiegespalten ist.

Den ersten Band habe ich gelesen, als ich noch nichts von den Hype mitbekommen hatte. Es war einfach eines der vielen Vampirbücher, die ich zu dem Zeitpunkt gelesen habe.
Nun muss ich aus jetziger Sicht Jacky zustimmen, seit ich selbst angefangen habe zu schreiben und Bücher kritischer betrachte stimmen ihre Einwände. Aber dennoch haben mich diese Bücher völlig gefangen genommen.

Ich glaube es ist gerade das Klischee und auch das veraltete Rollenbild, das das Buch für mich interessant gemacht hat. Auch wenn mir das in dem MOment nicht klar wurde.

Ganz ehrlich ich mochte Edward. Er ist (wenn ich mich mit Bella identifiziere) der einzige Mann, den ich je erlebt habe, der wirkliche Gefühle hatte und 'mich' nicht verletzt hat. Klar wusste ich auch beim lesen, dass das nicht real ist, aber ich tauche ja in die Bücher ab um etwas anderes zu erleben als meine Realität. Und Bella als Identifkationsperson (auch wenn ich sie nicht sonderlich mag, aber ich kann ja einfach mich an ihre stelle denken ;-) ) gab mir einfach die Möglichkeit es einmal zu erleben, dass ein Mann sich nicht mies verhält und mich verletzt (wieso das bei so ist lass ich mal dahin gestellt). Und wenn ich mir anschaue wie unfähig, unfair und mies sich Männer in allen Alterstufen ihren Frauen gegenüber verhalten, dann genießt man es schon in so eine andere Beziehung zu schlüpfen.
Das nächste ist bei mir, dass ich zum Beispiel immer die Starke sein muss, wie so viele andere Frauen auch und vor allem junge Frauen, die vor ihrem Leben stehen, oder verlassene Frauen, die ihr Leben selbst meistern müssten. Ich glaube jede dieser Frauen wünscht sich irgendwo einen Mann, der sich um alles kümmert, wo man nciht zuständig ist und so weiter.
Und schliesslich kann man ja bestimmen wie stark man da eintaucht.

Aber ich denke das könnte es erklären warum diese Bücher sehr erfolgreich wurden.

Vielleicht auch, dass es eben nicht wie in allen anderen Büchern vorrangig um Sex und Erotik geht. Das fand ich ehrlich gesagt mal sehr angenehm.
Und wer taucht nicht gerne auch mal wieder ab in die unschludige jugendliche Schwärmerei, in der man noch keine Ahnung hatte welche Anforderungen, Schwierigkeiten und Aufgaben eine Beziehung mit sich bringen.

Ja, ich bin mir sicher, dass diese Punkte einfach bei vielen Frauen Wünsche oder Sehnsüchte ansprechen, die sie sich selbst nicht zu gestehen.
Und was das kontrollieren angeht, wenn mich Bella da wieder genervt hat, dann hab ich mir einfach gedacht. Tja, ich würd ihm da nun Leviten lesen und mir das nicht gefallen lassen. Und hab dann weiter gelesen....

Ich müsste vielleicht das Buch nochmal lesen, dann würden mich viele Punkte sicher auch mehr stören, als vorher, aber bedenkt, Menschen, die nicht selbst schreiben, die lesen auch weniger aufmerksam. Ich hab es vor kurzem am eigenen Leib erfahren...

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Re: Bis(s) zum Morgengrauen von Stephenie Meyer

Beitragvon Maerchenfee » 22.07.2009, 18:06

Hallo zusammen,

das hier ist genau die Werbung die ein Buch braucht, um ein Bestseller zu werden. :mrgreen:

Sobald ein Buch so extrem viel Reaktionen hervorruft, seien es positive oder negative, hat es gute Chancen ein Verkaufschlager zu werden.

Ich geben hier vielen recht, es ist nicht mehr als ein "Bastei-Lübbe Bergdoktor Roman" in welchen einer zufällig statt eines Arztes ein Vampir ist. Ups, da spielt ja auch ein Arzt mit. :wink:
Doch ich muß sagen die ersten beiden habe ich sehr gerne gelesen. Ich gehöre den wohl etwas "reiferen" Leserinnen an und sehe vieles nicht mehr schwarz oder weiß sehen. Ich fand man konnte ihn gut lesen und hin und wieder stellte sich dieses "Hi Hi - Gefühl" des frischen Verliebseins ein, ähnlich wie bei manchen "Hausfrauen" die aus diesem Grund besagte Arztromane lesen.
Über die ständige Anschmachtung von Edward sowie über die Längen hab ich mit einem kurzen bla bla hinweggelesen. Mach aber auch bei anderen Autoren, wie Lara Adrian, die dann manchesmal sehr ins zwischenmenschliche Detail gehen und mir dies nach 8 Seiten dann auch auf die Nerven geht.

Auch ich lese seit Jahren Vampirromane und sehe mir auch genauso lange gerne Vampirfilme an. Hab in den Neuzigern Buffy verfolgt. Anne Rice usw. Und bin eher ein Anhänger des klassischen Vampir. Die Biss Serie entdeckte ich per Zufall, bevor der Hype begann.
Das mit dem "Glitzern" fand ich zum Brüllen und auch dass sie feindlichen Vampire auf allen vieren angeknurrt haben. Nahm ihnen irgendwie die Perfektion. Seh das halt mit Humor. :D

Ich denkt die Romane sind gezielt für ein jugendliche Leserschaft geschrieben worden und daher für eingefleischte Vampirfreaks in vieler Hinsicht langweilig, halt eher eine Liebesschnulze, die ein klitzekleines Bisschen etwas von Romeo und Julia hat.

Spoiler: Anzeigen
Ich muß zum dritten, sowie zum vierten Teil sagen, dass ich die beiden dann auch etwas an den Haaren herbeigezogen fand, aber das kommt vielleicht davon, dass ich schon etwas älter bin und weiss dass ein Happy-End zwar schön ist, aber die wirklich besten Liebesgeschichten meist mit einem tragischem Ende aufhören, dadurch unter die Haut gehen und um so mehr in Erinnung bleiben. Doch Frau Meyers wollte dies ihren überwiegend jungen Leserinnen wohl ersparen.


Außerdem hab ich auch etwas gelernt dabei.
Nämlich ein gutes Marketing ist alles. :wink:

Liebe Grüsse
Maerchenfee
09/14 Eisblaue Augen - Carlsen Impress; 12/14 Demon-Chaser Teufelsblut - Bookshouse; 02/15 Auf sanften Pfoten Carlsen - Bittersweet; 04/15 Meeresgrüne Augen - Impress; 08/15 Demon Chaser 2 - Engelszorn - Bookshouse; 10/15 Feenglut - Drachenmond Verlag
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Re: Bis(s) zum Morgengrauen von Stephenie Meyer

Beitragvon naemi » 23.07.2009, 09:16

Also erstens: Ich denke, die Buecher sind deshalb Bestseller, weil sich sehr, sehr viele Maedchen mit Bella identifizieren koennen und Edward der absolute Traumtyp sehr, sehr vieler Maedchen ist.

Um ehrlich zu sein, war ich auch mal ein riesengrosser Twilightfan. So richtig fanatisch. Jedes zweite Buch, das ich gelesen habe, war eins der Buecher (naja, entweder twilight oder new moon), der erste Teil ist ganz zerfledert, weil ich ihn so oft gelesen habe.

Warum hat es mir so gut gefallen? Naja, also erstens mochte ich den Schreibstil. Ich finde, er bringt einem die Charaktere total nahe, dann immer diese sarkastischen Kommentare, Bellas Selbstkritik und ihre Genervtheit von ihren Verehrern...
Ausserdem mag (mochte) ich die Charaktere. Vor allem Edward, Alice und Jacob. Und Bella natuerlich auch, ich konnte mich wunderbar mit ihr identifizieren - vor allem, da ich beim Schulsport auch immer alle Umstehenden gefaehrde.
So war es jedenfalls, bis eclipse kam. (den zweiten Teil fand ich uebrigens besser als den ersten.)

Im dritten Teil werden mir die Charaktere - abgesehen von Jacob -. also vor allem Edward eigentlich, ploetzlich unsympathisch. Edward regt mich total auf (das heisst, hat mich aufgeregt), weil er Bella bevormundet, am Laufenden Band beluegt, sie wie ein kleines Kind behandelt, kurz: Sich mehr so verhaelt, als waere sie seine Tochter und nicht seine Freundin.

Bella geht mir unsagbar auf die Nerven, weil sie es sich gefallen laesst. Nun gut, sie faehrt ohne Edwards "Erlaubnis" zu Jacob, aber wieso hat sie ein schlechtes Gewissen? Wieso fuerchtet sie sich vor seiner Reaktion (immerhin ist es ihr gutes Recht und so gesehen sollte er sich vor ihr fuerchten)? Und warum muss ich Saetze lesen wie: "Ich wusste natuerlich, dass Edward mir nie erlauben wuerde, zu einer Werwolf-Party zu gehen"?

Alice mag ich nicht mehr, weil sie sich quasi mit Edward gegen Bella verbuendet - und das fuer einen gelben Porsche, den sie sich genauso gut selbst kaufen koennte.

Um es kurz zu sagen: In Eclipse ist meine Begeisterung ein wenig abgeflaut, obwohl ich eher auf eine fanmaessige Art enttaeuscht war.


Und beaking dawn? Ich will jetzt nichts Inhaltliches ausplaudern, weil du es ja noch nicht gelesen hast, aber: Als ich breaking dawn gelesen hatte, war twilight fuer mich gelaufen. Klar, ich habe mir den Film angesehen, ich mag die ersten beiden Buecher immer noch (eclipse fand ich beim zweiten Lesen gar nicht mehr so schlimm wie zuvor - vielleicht war es aber auch so, dass ich es schon wieder gut fand, nachdem ich bd gelesen hatte), ich hab mir den Film angesehen und will ihn auf DVD haben und ich habe meine Sammlung von twilight-Buechern vervollstaendigt. Aber ein Fan? Bin ich nicht mehr. bd war die wahrscheinlich groesste Enttaeuschung meines Lebens.


Ich will mal was zu den Charakteren sagen, die du ja ziemlich schwarf kritisiert hast.
Am besten beschraenk ich mich jetzt mal auf das, wie es in den ersten beiden Teilen fuer mich war.

Bella ist eine Jugendliche, total tollpatschig, aber doch aussergewoehnlich und attraktiv. Sie hat furchtbare Minderwertigkeitskomplexe (was im Film ueberhaupt nicht rueberkam), fuehlt sich peinlich und ungeschickt (was sie ja auch gewissermassen ist), und doch bekommt sie, was so vielen anderen Maedchen verwehrt bliebt: Edward, den perfekten, gefaehrlichen Vampir.
Nun beginnen die Maedchen, die sich mit ihr identifizieren, sich fuer sie zu freuen und sie gleichzeitig zu beneiden, denn: Welches Maedchen, dass sich selbst total durchschnittlich fuehlt, wuerde sich nicht wuenschen, dass jemand wie Edward sich ausgerechnet in sie verliebt? Etwas wunderbares in ihr entdeckt, was nie zuvor jemand erkannt hat?
Ausserdem hat Bella eine grosse Staerke: Ihren unglaublichen Mut und ihre Bereitschaft, fuer ihre grosse Liebe alles zu tun. Und das ist eine Charakterfrage. Nichts Angeborenes. Die (weiblichen) Fans denken sich also: Sie bekommt den wundervollsten Mann ueberhaupt, weil sie bereit ist, ihr Leben fuer ihn zu riskieren - und das koennte ich doch auch, auch wenn ich vielleicht keine Schoenheit bin oder kein Sport-Ass.

Nun zu Edward.
Edward ist eigentlich das, was die Geschichte so beliebt macht. Er ist naemlich genauso so, wie unzaehlige Maedchen sich ihren Traumtypen vorstellen. (Ich habe eine Freundin, die ist wahrscheinlich der freakigste Twilightfreak ueberhaupt, die hat mir erklaert, wenn sie jemanden mit bronzefarbenen Haaren kennenlernen wuerde, wuerde sie sich sofort in ihn verlieben, ganz unabhaengig davon, wie der Rest aussaehe.)
Er ist schoen, charmant, geheimnisvoll und: verboten. Gefaehrlich. Was will frau mehr?
(Edward war auch mein absoluter Lieblingschara, bis er in eclipse zum Obermacho und in bd schliesslich zur Nebenfigur mutierte.)
Ich hab mir auch lange Zeit gedacht, dass mein Traumtyp genau diese Eigenschaften haben muesste, vor allem die "dunkle Seite". Die eigentlich vor allem eins macht: Ausgleichen. Dafuer sorgen, dass auch dieser Charakter sozusagen nicht perfekt ist. Und zwar auf eine solche Art nicht perfekt, die ihn noch sehr viel attraktiver macht.
Mittlerweile weiss ich, dass das kompletter Schwachsinn ist - und zwar deshalb, weil ich mich regelmaessig in Typen verliebe, die ganz und gar nicht so wie Edward sind.

Jacob wird mir immer sympathischer, im selben Masse, wie mir die anderen Charaktere unympathischer werden. Er ist bereit, fuer seine grosse Liebe Bella einen hoffnungslosen Kampf auszufechten, er ist gutaussehend, aber nicht perfekt schoen, er ist menschlich, hitzig, emotonial. Und er hat, genau wie Edward, sozusagen ein dunkles Geheimnis. Etwas Gefaehrliches. Vor allem aber ein gefaehrliches Leben.
Warum es ihn gibt? Also, abgesehen davon, dass ich gehoert habe, er sei SMs Lieblingscharakter: Worueber haette sie denn in new moon und eclipse schreiben sollen, wenn es ihn nicht gaebe? Darueber, wie Edward und Bella sich kuessen? Drei Kuesse pro Seite vielleicht?
(Uebrigens kenne ich Fans, die da gar nichts dagegen haetten.)


Auf jeden Fall weiss ich momentan nicht, was ich von den Buechern halten soll. Mag ich sie, oder nicht?
Naja, eigentlich (mal abgesehen von bd) mag ich sie sehr gern. Aber ich kann ihnen nicht
die alte Begeisterung abgewinnen. Vielleicht ist mir auch der Fanatismus vieler Fans zuviel geworden - vor allem der meiner Freundin. Je mehr sie sich hineinsteigert, desto kritischer werde ich. Ich habe sozusagen das Gefuehl, den Gegenpol zu ihr bilden zu muessen und sie hin und wieder auf den Boden der Realitaet holen zu muessen.

Zudem hab ich die Charaktere eine Zeit lang besser gekannt als meine FreundInnen, die Geschichte interessanter gefunden als mein Leben. EIgentlich fand ich mein Leben zu der Zeit extrem langweilig. Und da konnte ich mich so richtig in twilight reinsteigern.
Momentan finde ich mein Leben und meine FreundInnen sehr interessant. Vielleicht wird twilight deshalb immer uninteressanter. Ausserdem bin ich momentan verliebt, und deshalb macht es keinen Sinn mehr, von einem Edward-Typen zu traeumen.
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Re: Bis(s) zum Morgengrauen von Stephenie Meyer

Beitragvon cassie » 23.07.2009, 12:22

Hallo,
Ich hab inzwischen nicht mehr so viel dazu zu sagen, weil ich die Bücher alle nur einmal gelesen habe (außer Twilight, einmal Deutsch, einma Englisch, wobei die Englische Version mir besser gefallen hat) und Breaking Dawn war dann vor einem knappen Jahr.
Das erste Buch habe ich gelesen, als es noch nicht so bekannt war (gerade als der zweite Teil rauskam, glaube ich). Er hat mir damals gut gefallen (da habe ich mich noch nicht fürs Schreiben interessiert und brauchte einfach nur Bücher, irgendwas halbwegs spannendes zum Lesen). Das einzige, was mir (im Nachhinein) aufgefallen ist: die Dialoge, manchmal habe ich mich gefragt, warum die sich überhaupt unterhalten (und dann noch mit so ausgeleiherten Phrasen). Diese ewigen Beschreibungen von Edwards Schönheit sind mir auch irgendwann auf die Nerven gegangen...
Den zweiten Teil habe ich mir von meiner damals besten Freundin ausgeliehen und fand ihn nicht so gut. Im SchülerVZ haben ganz viele geschrieben, dass sie beim 2. Teil geheult haben, was ich nicht nachvollziehen kann. Sonst bleibt mir dazu nichts mehr zu sagen, weil ich hier noch nichtmal irgendeina Stelle zweimal gelesen habe.
Dann haben meine Freundin und ich uns überlegt, was im 3. Teil passieren könnte (wir dachten, es wäre der letzte): Bella wird zum Vampir, sie kämpfen gegen die Volturi und (meine Lieblingsidee) Jakob stirbt wegen Edward, Bella wird sauer auf Edward und das ganze Anhimmeln hört erst mal auf. Von mir aus konnten die danach auch wieder zusammenkommen, aber IMMER alles perfekt geht nicht.
Ich war dann etwas überrascht, dass es noch nicht das Ende war, den dritten Teil fande ich nicht soo schlecht, obwohl ich auch nicht mehr sagen kann, was mir da wirklich gefallen hat.
zum 4. Teil:
Spoiler: Anzeigen
Es war alles viel zu langezogen, Edward war nicht mehr Edward (hat sich dauernd komisch benommen, ...) Zum ersten Teil habe ich nicht so viel zu sagen, er war okay. 2. Teil (Jacobs Sicht) fand ich mal gut, zur Abwechslung. Hier wurde Edward mal nicht angehimmelt, sondern eher verabscheut und Jacob trennte sich sogar von seinem Rudel, um bei Bella sein zu können. Bella ist in dem Teil sowieso komisch (schwanger, trinkt Blut, wo ihr früher schlecht geworden wäre). Jacob hasst das Baby und da ist er anfangs mit Edward einer Meinung (bis dieser seine Gedanken lesen kann => total happy, freut sich auf das Kind). Dann: Bella bekommt das Kind (sie wollte doch immer ein Kind habe, oder irre ich mich da?), wird zum Vampir (und tötet keinen einzigen Menschen!!).
Dann gibt es einen Konflikt mir den Volturi, sie wollen Bellas Kind töten. Dh. es werden Verbündete gesucht, Bella trainiert ihre Fähigkeiten etc. Dann sind die Volturi da und die LABERN nur!! Sie kämpfen nicht, keiner stirbt (außer Irina, aber die hatte sie ja verraten) alles Friede-Freude-Eierkuchen. Aber ein Konflikt war da noch: Jacob ist auch in Bella verliebt. Aber nein, hier muss es auch ein Happy End geben, Jacob prägt sich auf Bellas Tochter.
Das war mir eindeutig zu viel Happy End, hier hätte ruhig mal jemand sterben können, Bella hätte nicht zu einem perfekten Vampir werden sollen und es hätte einfach nicht alles gut ausgehen sollen!!!
Außerdem: Der Konflikt mit den Volturi ist immer noch da. Die Cullens sind ja jetzt fast so viele wie die Volturi ohne ihre Wachen, da müssen die sich doch irgendwann an die Kehle gehen! Also der Konflikt ist verschoben, alles andere ist gut ausgegangen.

Das ist meine Meinung, zu den Personen habe ich nicht soo viel zu sagen, es wurde eigentlich schon alles gesagt.
Bestseller? Keine Ahnung warum, ich fand es war eher ein mittelmäßig-gutes Buch, das man nicht hätte fortsetzten sollen. (oder zur Not nach dem 3. aufhören)
cassie
 
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Re: Bis(s) zum Morgengrauen von Stephenie Meyer

Beitragvon Allie » 23.07.2009, 14:11

Hallo,

ich kann nur sagen, ich stimme Jacky in allen Punkten hundertprozentig zu und deshalb erspare ich mir auch Anmerkungen über Bellas Tollpatschigkeit, ihre Schmachterei usw .

Ich möchte auch nicht behaupten, die Bücher an sich seien schlecht, sie sind ganz gut geschrieben, meiner Meinung nach. Dass ich sie nicht sonderlich mochte, liegt auch nicht an Stephenie Meyers Schreibstil, sondern einzig und allein an den Charakteren, allen voran Bella.

Naemi sagt: Ausserdem hat Bella eine grosse Staerke: Ihren unglaublichen Mut und ihre Bereitschaft, fuer ihre grosse Liebe alles zu tun.

Dem kann ich mich so leider ganz und gar nicht anschließen. Bella ist in meinen Augen nicht mutig, sie ist einfach nur besessen von Edward und das hat nichts mit Liebe zu tun. Sie ist fasziniert von ihm, weil er anders ist als die anderen Jungs. Weil er wunderschön ist. Keiner kann mir erzählen, dass Bella sich so hemmungslos in ihn verliebt hätte, wäre er ein häßlicher Tropf gewesen. Siehe, wie sie die anderen Jungen behandelt, genervt und von oben herab. Warum? Weil sie normal sind, nicht interessant genug für Miss Swan. Sie behauptet zwar immer, sie wäre froh, wenn Edward nicht so außergewöhnlich schön wäre, damit sie selbst sich nicht so häßlich fühlen müsste, aber na ja, das kann glauben wer will. :wink:

Über ihre ständige Schmachterei hätte ich aber noch hinwegsehen können, sie ist nun mal ein junges Mädchen, das noch keine Erfahrungen mit der Liebe gemacht hat, also, damit hätte ich leben können. Wirklich gestört hat mich folgendes:

Bella ist im Grunde ein Mädchen, das alles hat. Ihr ständiges Genervtsein von allem, ihre Ablehnung allem gegenüber, womit ihr andere eine Freude machen wollen, ihre Undankbarkeit, auch den Cullens gegenüber, aber ganz besonders ihre immer genervte, abweisende Art ihren menschlichen Freunden gegenüber, lassen sie für mich in einem extrem unsympathischen Licht erscheinen.
Bella hat ihre Mutter, die zwar etwas verrückt ist, sie aber dennoch liebt und sogar ab und zu für sie da ist. Sie hat ihren Vater, den sie sehr liebt und mit dem sie sich eigentlich gut versteht. Sie avanciert zum angesagtesten Mädchen der Schule (seeeeehr unglaubwürdig, da in Phoenix angeblich keiner was von ihr wissen wollte), sie wird von der coolen Vampirfamilie geradezu hofiert und geliebt, Jacob liebt sie aufrichtig und ist immer für sie da. Und zu allem Überfluss bekommt sie den schönsten Jungen ab, den man je gesehen hat, der sich nie zuvor für ein anderes Mädchen interessiert hat, nur für Bella.

All das ist mir too much. Bella wäre mir so sehr viel lieber gewesen, hätte sie in ihrem Leben schon einmal einen Schicksalsschlag erlitten, etwas tragisches erlebt, einen schlimmen Verlust hinnehmen müssen (die Scheidung ihrer Eltern zählt da nicht, wie viele Scheidungskinder gibt es auf der Welt), hätte sie irgendein Trauma erlitten.
Irgendwas, was sie fast nicht verkraftet hat, womit sie immer noch zu kämpfen gehabt hätte, was weiß ich, es gibt tausende Möglichkeiten. Dann hätte man ihr den tollen Edward, der sie immer nur beschützen will, von Herzen gegönnt. Hätte Frau Meyer ein warmherziges Mädchen aus Bella gemacht, mit Fehlern, Schwächen, Selbstzweifeln und keine zickige Göre, ich hätte sie geliebt. Aber so...sie hatte alles, bekam immer noch mehr und war dennoch nie zufrieden. Nicht in materieller Hinsicht jetzt, das ist nicht das, was ich meine.

Warum hat Bella keine Hobbys? Kein soziales Engagement? Warum ist sie z.B. nie mal für ihre alte Nachbarin einkaufen gegangen? All das hätte sie so viel sympathischer gemacht. Aber es gab nur Edward, Edward und Edward. Und wie werde ich möglichst schnell zum Vampir und wie bekomme ich ihn möglichst schnell ins Bett? Das waren Bellas Interessen.

Ich habe Band 3 nicht zu Ende gelesen, was bei mir selten vorkommt, ich hab dieses Mädchen einfach nicht mehr ertragen.

Schlimm fand ich auch, dass sie Edward ständig körperlich so bedrängt hat. Das war einfach nur total peinlich. Das kann ja mal vorkommen, aber sie wusste, wie er darauf reagiert, aber es hat sie nie davon abgehalten, es ihm weiterhin schwer zu machen.

Über Edward wurde eigentlich auch schon alles gesagt, im ersten Band mochte ich ihn, fand ihn auch mal witzig, im zweiten war er ja meistens nicht da, in Band drei war er unerträglich.

Am liebsten war mir Jacob, der war einfach cool. Er war heißköpfig, stur, hat Fehler gemacht, gekämpft, war ehrlich, einfach ein Typ, ich mochte ihn und er hat mir oft leid getan.

Band 4 hab ich mir von einer Bekannten geliehen, die wichtigsten Stellen gelesen und die Bücher nun weggestellt. Werde sie nur noch hervorholen, wenn ich mich aufregen will. :mrgreen:

Nun ja, ich höre nun auf, sonst könnte ich nämlich noch seitenweise meckern. :mrgreen: Und zum Glück hat ja auch jeder seine eigene Sicht der Dinge. Was ja auch gut ist, sonst könnten wir nämlich nicht drüber diskutieren. :wink:

LG, Allie
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Re: Bis(s) zum Morgengrauen von Stephenie Meyer

Beitragvon kleinerbiber » 23.07.2009, 18:14

Hallo Jacky,
ich muss sagen, ich fand deine Rezension echt klasse.
Ich persönlich bin auch nicht so begeistert von den Büchern.
Ich denke, twilight ist deshalb in England der Renner, weil dort dieses Kein-Sex-Vor-Der-Ehe-Denken trendy ist. Die Bücher von Stephanie Meyer passen da prima, vor allem, weil Edward sich ja ständig zurückhalten muss, Bella gegenüber.
Und in Deutschland? Wahrscheinlich einfach aufgrund der aggressiven Werbung und aufgrund der Popularität der Bücher außerlandes.
Ich finde die Geschichte ziemlich mittelmäßig.
Vielleicht hat Stephanie Meyer aber auch einfach nur "The Secret" von Rhonda Byrne gelesen und sich die vielen Fans mal eben in ihr Leben gezogen.
Liebe Grüße und ein fettes Kompliment für deinen tollen Blog,
Gaby
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