Was für ein Tag ...
Ich wurde mit dem Gefühl wach, dass sich alle Schreibbarrieren in Nichts aufgelöst haben. Beim Morgenseitenschreiben waren die Barrieren wieder in voller Schönheit da. Sie hindern mich nicht am Schreiben, aber ich habe sehr oft das Gefühl, dass ich nur Belangloses hinkritzel.
Dann wollte ich erst die Arbeit fertig bekommen, bevor ich mich ins Schreibvergnügen stürze. Es kam ein Anruf dazwischen mit der Frage, ob ich eine dringende Übersetzung übernehmen kann. Damit habe ich dann die restliche Zeit verbracht, bis ich zum Jonglierkurs los musste. Unterwegs in der Bahn konnte ich dann per Hand einiges zu Papier bringen - und es war mir heute so! egal, ob mein Sitznachbar mir aufs Blatt guckt oder nicht. Ich habe wieder eine Person beschrieben, die ich sehr gut kenne. Und einmal mehr festgestellt, wie sehr mir die Worte fehlen, um Eigenschaften, Gesten, Verhaltensweisen zu beschreiben von Menschen, mit denen ich lange zusammengelebt habe und die ich glaube, gut zu kennen. Auf jeden Fall ist das sehr sehr spannend. Ich versuche, alle Ansprüche auf Richtigkeit und Vollständigkeit von mir fern zu halten und schreibe in dem Bewusstsein, dass das ein erster Annäherungsversuch ist. Manchmal ist da auch Freude darüber, so viele Details über jemanden zu beschreiben. Vielleicht kann ich Teile dieser realen Personen später für fiktive Charaktere verwenden?
Der morgige Tag sieht mindestens genauso voll aus wie der heutige. Mal schauen, wann ich zum Schreiben komme. Ich entdecke gerade etwas Spielraum, vielleicht sage ich meinen Nachmittagstermin ab. Ich habe Lust zum Weiterschreiben.


Dezember 2009
November 2009