Indolenzia
NaNoWriMo 2015
NaNoWriMo 2015
 
Beiträge: 131
Registriert: 29.10.2010, 13:14
Blog: Blog ansehen (2)
Archives
- Oktober 2012
Blogs durchsuchen

NaNoWriMo 2012 - noch 29 Tage!

Permanenter Linkvon Indolenzia am 03.10.2012, 11:42

Mein erster NaNoWriMo 2010 - null Vorbereitung, einfach reingesprungen, geschrieben und das Ziel erreicht!
Es schien so leicht, dass ich 2011 gar keine Sorge hatte, den NaNoWriMo fertig zu bringen. Blöde, blöde, wie blöde von mir! Ohne die leise Sorge, die 2010 täglich an mir nagte, fühlte ich mich viel zu sicher - und bin kläglich abgeschmiert. Ein paar Tage Ausfall, dann war der Abstand nur noch schwer aufzuholen und schließlich so groß, dass ich es erst gar nicht mehr versucht habe.
Dieses "Versagen" hat nicht wenig an mir genagt. Deshalb habe ich den Oktober 2012 für mich zum NaNoWriMo-PreMo ernannt.
Als passionierter Listenschreiber habe ich gemütlich im Pfühle liegend angefangen: Was hat mir 2011 das Genick gebrochen? Mr Prokrastination! Und was hat er mir vorgegaukelt, was so viel dringender wäre als tippseln? Dass frau in einem unaufgeräumten Haus nicht tippseln könne!

Schritt Eins:
Erstellen einer Liste von Dingen, die unbedingt erledigt sein müssen, damit ich mich im November entspannt dem Schreiben widmen kann.
Nach drei Din-A-4-Seiten bin ich vom Schreiben und Planen und Lesen so erschöpft, dass ich erst mal eine Pause einlegen und ein kurzes Nickerchen machen muss.

Schritt Zwei:
Grobes Überschlagen des Zeitaufwandes zum Abarbeiten der Liste. Bei einem angenommenen Acht-Stunden-Tag wäre das Pensum bei flotter Bearbeitung in etwa dreieinhalb Monaten zu schaffen. Ich schließe meine Augen und seufze.

Schritt Drei:
Ich zerreiße die Liste und überantworte sie dem Papierkorb.

Schritt Vier:
Ich fange von vorn an und überlege mir, was wirklich nötig wäre.
1. Mein Arbeitszimmer muss aufgeräumt sein.
2. Um mein Arbeitszimmer aufzuräumen, muss ich Platz schaffen für alles, was ich unbedingt noch aufheben will.
3. Dazu muss ich den großen Wandschrank in meinem Schlafzimmer ausräumen und Platz schaffen.
Auf meiner Liste stehen nun nur noch zwei Dinge:
1. Schlafzimmerschrank ausmisten
2. Arbeitszimmer aufräumen

Schritt Fünf:
Wie motiviere ich mich genügend, damit ich dieses Ziel auch erreiche?
Ich deponiere ein Abreißblöckchen mit Stift zunächst in meinem Schlafzimmer - neben einer Eieruhr, die auf 45 Minuten eingestellt ist und mir den Takt vorgeben soll. Für jede 45-Minuten-Einheit gibt es einen Strich.
Dann krame ich mir aus der Hundeerziehung die Tatsache an die Oberfläche, dass Belohnung und gute Stimmung (in Verbindung mit nicht zu lange andauernden Arbeitseinheiten) die beste Motivation für freudiges Arbeiten ist. Was für meinen Terrier taugt, kann auch mir nichts schaden. Ich werde mir die Stunden zusammenzählen und mir dafür den selben Stundensatz bezahlen, den auch meine Hilfe erhält. Und mit diesem Geld werde ich mir Ende Oktober etwas ganz Tolles leisten!
So ganz genau weiß ich noch nicht, was es sein wird, ich habe ja auch noch genügend Zeit, darüber nachzudenken, aber ich träume von einer abartig teuren Tapete aus England, von der ich mir zwei Bahnen hinter dem Kopfteil meines Bettes kleben will - mit mattgüldenen Abschlussleisten, so dass das das Ganze ähnlich wie ein Stückchen Wandmalerei aussieht. Mein Schlaf soll von einer Efeuwand bewacht werden, jawoll!

Schritt Sechs:
Es reißt mich vom Sofa - bis dahin bin ich inzwischen gekommen - und ich fange an. Aus unerfindlichen Gründen treibt mich ein innerer Zwang, den unteren Teil des alten Küchenschranks aus dem Haushalt meines Urgroßvaters zu öffnen. 1.15 Meter breit und nur 75 Zentimeter hoch. Achteinhalb Stunden und drei volle Müllsäcke später bin ich kreuzlahm und meine zarte Fingerchen haben vom Ausdrücken der feinen Mikrofaserläppchen zwei fette Schwielen. Aber der Unterschrank ist jetzt porentief rein, frei von jeglichen Lebensmitteln und beim Anblick der säuberlich und sauber gestapelten Backformen & Co überkommt mich eine ungeahnte Backlust.
Ganz klar: Mr Prokrastination hat wieder einmal erbarmungslos zugeschlagen. Und ich habe es noch nicht einmal richtig bemerkt!
Da es jedoch eindeutig eine längst überfällige Handlung in Sachen "Feng Shui gegen das Gerümpel des Alltags" war, freue ich mich über meine ehrlich verdienten 85 Euro in meiner "Belohnungskasse".
Da ich meinen Feind nun jedoch klar erkannt habe - es ist tatsächlich der, den ich bereits vorher im Verdacht hatte, nur noch raffinierter als vermutet - werde ich den Oktober nutzen, um ihn anzugehen. Wie war das noch bei den Hunden? Ein Verhalten muss rund drei Wochen fest und konsequent eingeübt werden, damit darauf zugegriffen werden kann. Das kann (noch) hinhauen!

Schritt Sieben:
Um mich auch rein fingertechnisch auf den NaNo einzustellen, beschließe ich, ein "Entrümpelungs-Tagebuch" zu führen. Ohne nachzudenken, klappere ich rund 3500 Wörter in meinen Laptop.

Schritt Acht:
Ich nehme mir meinen Kalender und sage für Oktober und November alle Termine außer den ganz persönlichen und bereits seit Anfang des Jahres ausgemachten radikal ab.
Das ist wirklich schwer, denn ich bin ein geschwätziger kommunikativer Mensch. Aber ich weiß auch, dass ich erst gar nicht anfange, wenn ich weiß, dass ich nur zwei Stunden oder weniger zur Verfügung habe. Ich muss das Gefühl haben, dass ich mit "open end" arbeiten kann. Jetzt stehen da nur noch zwei wirklich wichtige Geburtstage und sowas wie Friseur...

Let's start and have fun!
0 Blogkommentare 191 Zugriffe

Wer ist online?

Mitglieder: 0 Mitglieder