Rezna
 
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Unbeständigkeit im Adios
   18.08.2012, 21:48
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Unbeständigkeit im Adios

Permanenter Linkvon Rezna am 18.08.2012, 21:48

Ich habe gestern bei einer ehrlichen Innenschau fest gestellt, dass ich diesen Traum des Buchs auf dem Stapel beim Thalia (oder wie auch immer es dann heissen mag, hieß bei uns zuvor ja Amadeus), ohnedies nicht aufgeben kann.

Sklave meiner Träume, quasi.

Hab heute einen Romen von Aldus Huxley zu lesen begonnen (Schöne neue Welt) und ja, die ersten Worte seines späteren Essays haben mich doch sehr getroffen - bearbeiteten sie doch gerade den Umgang mit den eigenen (früheren) Werken, und ich fühlte mich so ertappt, dass ich auf der Stelle errötete, so ganz vor mir allein - und vor ihm im fruchtbaren Grab. Abgesehen davon, dass der Inhalt des Buches GENAU MEINS zu sein scheint - und ich erschüttert bin, dass mir das Buch bis zu diesem Tage nicht unter die Augen kam. Verwerflich fast. Und wer brachte mich drauf? Der gute alte Anton Wilson, der Haudegen, mit seinem Cosmic Trigger. Und das ist nur eins mehrerer sträflich vernachlässigter Weltliteratur, die er mir vorwurfsvoll fast, unterschiebt. Tickst du so, meine Liebe, warum bloß hast du das und das noch nicht gelesen. Rotes Haar allein ist schön, doch reicht es nicht.

Bei jedem Wort muss ich mit Brechreiz kämpfen, meine Arme zittern, sie wollen nicht und ich will doch. Aus meinem Rückenmark heraus speit die Abscheu, mir zu erlauben zu schreiben, meine Brust drückt mich weg vom Bildschirm wie ein energischer Leibwächter, der einen Stalker von seinem Auftraggeber fern hält. Können Finger brechen. Nicht das der Knochen, nein, erbrechen. Es fühlt sich geradewegs so an.

Was treibt mich bloß, mich so zu nötigen. Als beginge ich Verbrechen gegen alles was mir heilig ist. Doch weiß ich nicht, welcher Akt ein Sakrileg ist, das Schreiben, das Nicht schreiben, der Kampf damit, oder die Überwindung des Kampfes? Wüsste ich es, so veränderte das nichts. Ich würde es dennoch tun. Verboten oder opportun.

Bis zu meinem Genick ist sie schon hochgeklettert, die Welle der Ablehnung, greift nach meinem Hirn, hinein direkt...

Das waren wieder die paar Worte, die mir vergönnt sind, ehe es wirklich unappetitlich wird.

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