[Humor]Brief an eine Dame

Komödie, Satire, Parodie

[Humor]Brief an eine Dame

Beitragvon Heribertpolta » 19.01.2015, 19:22

Werte Dame,
ich schreibe diesen Brief, um zu berichten, dass ich Dienstagnacht bei Ihnen gewesen bin; Sie haben mich sogar, so glaube ich, bemerkt, da Sie mich beinahe erschlagen hätten.
Natürlich könnte ich den Besuch, den ich Ihnen von etwa elf Uhr abends bis vier Uhr früh abgestattet habe, geheim halten, ganz für mich behalten und Ihnen nichts von alldem sagen, aber ich fürchte, dass das für mich zu einfach wäre.
Ich möchte kein getriebener, erbärmlicher Lump sein, kein widerliches, kleines Insekt, das auf Ihnen landet, nachts, und das Sie triefend ableckt, ohne dass Sie etwas davon erfahren. Das haben Sie, werte Frau, nicht verdient, dass sie hintergangen, besudelt und benutzt werden. Also schreibe ich Ihnen wahrheitsgemäß, aufrichtig und ehrlich, was ich Dienstagnacht mit Ihnen erlebt habe und ich möchte mich schon jetzt für mein ekelhaftes Verhalten entschuldigen.

Sie kennen vielleicht diesen Obdachlosen; den mit dem Dackel. Ich glaube, die Leute nennen ihn den Jäger, sicher eben wegen des Hundes nennen sie ihn so, und sicher auch, weil er überall, wo er auftaucht, diese kleinen, grünen Likörflaschen hinterlässt.
Dieser Mann, Sie werden es nicht glauben, ist in Wirklichkeit so etwas wie ein Schamane, oder ein Zauberer; ja, bitte glauben Sie mir, dieser Mann hat es mir ermöglicht, dass ich Dienstagnacht in Ihre Wohnung eindringen konnte. An diesem Tage nämlich, habe ich mich neben den Jäger auf die Parkbank an der Herzog-Georg-Straße gesetzt; der Mann war schon randvoll. Schließlich begann er davon zu sprechen, dass er Menschen schrumpfen und verwandeln könne, verwandeln und schrumpfen. Außerdem behauptete er, dass er mich in die Träume anderer bringen könnte; aber dazu später.

Ich musste wirklich anfangen zu lachen, als er sprach, dass er einen Trank kochen könne, mit dem ich mich in etwas Kleines verwandeln kann, in eine Maus, oder in ein Insekt. Ich lachte. Dann stand er plötzlich auf und sagte, dass ich ihm in sein Versteck folgen solle, in den Keller der alten Lagerhalle in Richtung Wolfgangs-Siedlung. Ich wusste ja nicht, dass da unten einer haust.

Dort angekommen, hat der Kerl damit begonnen, über einer kleinen Feuerstelle, in einem verbeulten Aluminiumtopf, ein Süppchen zu kochen. Ringsherum lagen seine speckige Matratze und einige Habseligkeiten in Einkaufstüten.
Er tat so allerlei Zeug in den Topf hinein und als ich ihn fragte, was das denn für Sachen seien, antwortete er nur knapp „Nachtschatten“. Am Ende fragte er mich, als was ich denn erscheinen wolle und weil ich die ganze Zeit über lustig war und alles für einen Scherz hielt, sagte ich dem Jäger zum Spaß, dass ich gern eine Fliege sein wolle. Der Jäger lallte nun ein paar Zaubersprüche, warf noch Dieses und Jenes in die Brühe, füllte etwas von dem Gesöff in eine Tasse und reichte es mir.

Ich wollte nicht; ich wollte nicht davon trinken, aber der Jäger wurde ärgerlich. Er sagte, ich wäre derselbe Narr wie alle anderen Idiotinnen und Idioten da draußen und weil ich nicht wollte, dass der Kerl noch wütender wird, nahm ich einen Schluck von dem Zeug. Es schmeckte grauenhaft. Es schmeckte bitter.

Auf dem Heimweg wurde mir schlecht. Erst schwindlig, dann schlecht und dann weiterhin schlechter und schließlich hatte ich das merkwürdige Gefühl, mit weit aufgerissenen Augen durch die Luft zu fliegen.
Und dann, Verehrteste, sah ich Ihr Fenster, Ihr gekipptes Fenster. Ich bin zuvor noch nie durch ein gekipptes Fenster geflogen und ich bin auch nie in meinem unspektakulären Leben, aus der Luft auf einer Frau gelandet.
Genauer gesagt, bin ich in Ihrem Haar gelandet, in Ihrem Kopfhaar und von da aus habe ich Ihr schlafendes Gesicht beobachtet. Ich habe jede Ihrer Poren gesehen und ich habe sogar das feinste Staubpartikel in Ihren Wimpern schauen können! Es wäre mir ein leichtes gewesen, in eines Ihrer Nasenlöcher zu spazieren.

Ich habe mir alles von Ihnen angesehen; sicher wissen Sie noch, dass Sie ja nichts anhatten, als Sie da vor dem Fernseher eingeschlafen sind.
Ich war in Ihrem Bauchnabel; Sie haben einen schönen Nabel. Und ich war auf ihrem Busen. Stellen Sie sich nur vor, - ich bin tatsächlich als Fliege, als Verwandelter, vergnügt auf Ihren Brustwarzen herumgelaufen! Sicher können Sie sich denken, dass ich mich auch in Ihrer Scham aufgehalten habe; das will ich Ihnen nicht verheimlichen. Wenn Sie erlauben, dann sage ich ihnen, dass Sie sehr schönes weiches Haar dort besitzen und dass Sie wirklich ganz ausgezeichnet geschmeckt haben.
Schlimm für mich aber war, als ich bemerkte, dass anstatt meiner Zunge, ein hässlicher Rüssel aus meinem Gesicht klappte, als ich Sie küssen wollte...

Ich wollte Ihnen schließlich einen Kuss auf die Wange geben, zum Abschied, mit meinem Rüssel; aber dazu musste ich Ihr Gesicht betreten und das hat Ihnen nicht gefallen. Sie haben nach mir ausgeholt und durch den Luftzug Ihrer Schlaghand, wurde ich aus der Flugbahn gehoben und hinter Ihre Kommode geschleudert. Sie können sich ja denken, dass ich viel zu wenig Flugerfahrung hatte, um aus einer solchen Situation unverletzt hervorzugehen. Übrigens – nur um Haaresbreite wäre ich beinahe dort im Trichternetz einer Winkelspinne gelandet! Ich empfehle Ihnen, dort einmal mit dem Staubsauger nachzusehen.

Ich bin dann durch dasselbe Fenster wieder verschwunden, durch das ich zu Ihnen gekommen war und auf dem Heimflug wurde mir zunächst schlecht, dann schwindlig und wiederum immer schlechter, und plötzlich bin ich vom Himmel gefallen und schwer aufgeschlagen. Ich habe mir dabei zwei Rippen gebrochen und mich stark an der Schulter verletzt – und Sie können sich übrigens gar nicht vorstellen, was ich plötzlich für Angst vor Spinnen habe.

Der Jäger sprach davon, das habe ich eingangs schon einmal erwähnt, dass er einen Menschen in den Traum eines anderen schleusen kann; ich dachte mir, dass das eine gute Möglichkeit wäre, uns einmal kennenzulernen. Der Jäger braucht dafür lediglich einen persönlichen Gegenstand von Ihnen, einen den er als Zutat in seine Nachtschatten-Suppe geben kann, die ich dann verzehren werde. Wenn Sie Lust verspüren, mich einmal zu sehen, dann hängen sie doch bitte einen Handschuh von sich, einen Handschuh oder Ähnliches, in das Gebüsch hinter der Bushaltestelle in der Vettern-Straße.
Zuletzt geändert von Heribertpolta am 16.03.2015, 13:08, insgesamt 1-mal geändert.
Grüße,

Heribert Polta
Benutzeravatar
Heribertpolta
 
Beiträge: 367
Registriert: 23.02.2012, 16:44
Wohnort: Landshut

Re: Brief an eine Dame

Beitragvon Bastet » 21.01.2015, 16:52

Hallo,

dann will ich mal den Anfang machen...

Erst einmal: Der Hammer!! Ich musste so lachen über deine Geschichte, die so elegant und höflich in einem Brief erzählt wird. :XD: :XD: :XD:

Heribertpolta hat geschrieben:Natürlich könnte ich den Besuch, den ich Ihnen von etwa elf Uhr abends bis vier Uhr früh abgestattet habe, geheim halten, ganz für mich behalten und Ihnen nichts von alldem sagen, aber ich fürchte, dass das für mich zu einfach wäre.


Bei dem Satz habe ich zuerst an einen Stalker gedacht, der eine berühmte Persönlichkeit aufgesucht und in einer dunklen Ecke gekauert hat.

Heribertpolta hat geschrieben:An diesem Tage nämlich, habe ich mich neben den Jäger auf die Parkbank an der Herzog-Georg-Straße gesetzt; der Mann war schon randvoll. Schließlich begann er davon zu sprechen, dass er Menschen schrumpfen und verwandeln könne, verwandeln und schrumpfen.


An dieser Stelle musste ich ein wenig an das Lied von den Ärzten, Manchmal haben Frauen... denken. Da erzählt ein Angetrunkener, dass Frauen manchmal gerne Schläge hätten und der Angesprochene denkt sich zuerst auch, was für ein Blödsinn er rede. So ähnlich wie hier:

Heribertpolta hat geschrieben:Er sagte, ich wäre derselbe Narr wie alle anderen Idiotinnen und Idioten da draußen und weil ich nicht wollte, dass der Kerl noch wütender wird, nahm ich einen Schluck von dem Zeug


Am Ende hat in dem Lied nämlich der Angesprochene auch zugehört, damit der andere nicht noch wütender wurde.

Heribertpolta hat geschrieben:Ich habe mir alles von Ihnen angesehen; sicher wissen Sie noch, dass Sie ja nichts anhatten, als Sie da vor dem Fernseher eingeschlafen sind.
Ich war in Ihrem Bauchnabel; Sie haben einen schönen Nabel. Und ich war auf ihrem Busen. Stellen Sie sich nur vor, - ich bin tatsächlich als Fliege, als Verwandelter, vergnügt auf Ihren Brustwarzen herumgelaufen! Sicher können Sie sich denken, dass ich mich auch in Ihrer Scham aufgehalten habe; das will ich Ihnen nicht verheimlichen. Wenn Sie erlauben, dann sage ich ihnen, dass Sie sehr schönes weiches Haar dort besitzen und dass Sie wirklich ganz ausgezeichnet geschmeckt haben.


Eine ziemlich entzückende und leicht erotische Stelle, gefällt mir sehr gut.

Heribertpolta hat geschrieben:Wenn Sie Lust verspüren, mich einmal zu sehen, dann hängen sie doch bitte einen Handschuh von sich, einen Handschuh oder Ähnliches, in das Gebüsch hinter der Bushaltestelle in der Vettern-Straße.


:XD: Also, ich würde auf dieses Arrangement eingehen, denn ich wollte unbedingt den Mann kennen lernen, der mich bereits nackt begutachten hatte können. :XD:

LG Bastet
If I were a flower, I would be a thistle.

<3 Deutschland in den Papieren, Schottland im Herzen. <3
Benutzeravatar
Bastet
 
Beiträge: 107
Registriert: 27.02.2012, 20:11
Wohnort: Münster bei Dieburg

Re: Brief an eine Dame

Beitragvon DrJones » 23.01.2015, 19:25



Hallo Heribert,

Als großer Fan Deiner Werke habe ich nun Deinen
neuesten Streich gelesen.

In einem Wort: Großartig!

Und nun warum:

Die Idee der Verwandlung ist natürlich eine große Verbeugung vor Kafka.
Der Stil geht in Richtung Bukowski.




Heribertpolta hat geschrieben:Werte Dame,
ich schreibe diesen Brief, um zu berichten, dass ich Dienstagnacht bei Ihnen gewesen bin; Sie haben mich sogar, so glaube ich, bemerkt, da Sie mich beinahe erschlagen hätten.

Der Typ schreibt gestelzt. Verstellt sich möglicherweise.

Natürlich könnte ich den Besuch, den ich Ihnen von etwa elf Uhr abends bis vier Uhr früh abgestattet habe, geheim halten, ganz für mich behalten und Ihnen nichts von alldem sagen, aber ich fürchte, dass das für mich zu einfach wäre.
Ich möchte kein getriebener, erbärmlicher Lump sein, kein widerliches, kleines Insekt, das auf Ihnen landet, nachts, und das Sie triefend ableckt, ohne dass Sie etwas davon erfahren. Das haben Sie, werte Frau, nicht verdient, dass sie hintergangen, besudelt und benutzt werden. Also schreibe ich Ihnen wahrheitsgemäß, aufrichtig und ehrlich, was ich Dienstagnacht mit Ihnen erlebt habe und ich möchte mich schon jetzt für mein ekelhaftes Verhalten entschuldigen.

Das ist nun psychologisch interessant. Er braucht offenbar ihr Verzeihen. Daher doppelter Missbrauch.
Ich tippe hier auf Vergewaltigung. Beginne den Typen zu verachten.


Sie kennen vielleicht diesen Obdachlosen; den mit dem Dackel. Ich glaube, die Leute nennen ihn den Jäger, sicher eben wegen des Hundes nennen sie ihn so, und sicher auch, weil er überall, wo er auftaucht, diese kleinen, grünen Likörflaschen hinterlässt.

Hier fragte ich mich: Ist er das?

Dieser Mann, Sie werden es nicht glauben, ist in Wirklichkeit so etwas wie ein Schamane, oder ein Zauberer; ja, bitte glauben Sie mir, dieser Mann hat es mir ermöglicht, dass ich Dienstagnacht in Ihre Wohnung eindringen konnte. An diesem Tage nämlich, habe ich mich neben den Jäger auf die Parkbank an der Herzog-Georg-Straße gesetzt; der Mann war schon randvoll.

Sehr schöne Details. Machen das ganze glaubhaft.

Schließlich begann er davon zu sprechen, dass er Menschen schrumpfen und verwandeln könne, verwandeln und schrumpfen. Außerdem behauptete er, dass er mich in die Träume anderer bringen könnte; aber dazu später.

Ich musste wirklich anfangen zu lachen, als er sprach, dass er einen Trank kochen könne, mit dem ich mich in etwas Kleines verwandeln kann, in eine Maus, oder in ein Insekt. Ich lachte. Dann stand er plötzlich auf und sagte, dass ich ihm in sein Versteck folgen solle, in den Keller der alten Lagerhalle in Richtung Wolfgangs-Siedlung. Ich wusste ja nicht, dass da unten einer haust.

Okay, Magie kommt mit ins Spiel. Ich beuge mich gespannt vor...

Dort angekommen, hat der Kerl damit begonnen, über einer kleinen Feuerstelle, in einem verbeulten Aluminiumtopf, ein Süppchen zu kochen. Ringsherum lagen seine speckige Matratze und einige Habseligkeiten in Einkaufstüten.

Seehr gut! Details! Bilder entstehen vor meinem inneren Auge. :D :D

Er tat so allerlei Zeug in den Topf hinein und als ich ihn fragte, was das denn für Sachen seien, antwortete er nur knapp „Nachtschatten“. Am Ende fragte er mich, als was ich denn erscheinen wolle und weil ich die ganze Zeit über lustig war und alles für einen Scherz hielt, sagte ich dem Jäger zum Spaß, dass ich gern eine Fliege sein wolle. Der Jäger lallte nun ein paar Zaubersprüche, warf noch Dieses und Jenes in die Brühe, füllte etwas von dem Gesöff in eine Tasse und reichte es mir.

Fliege ... hmm Barfly? Ist das ein Zitat?

Ich wollte nicht; ich wollte nicht davon trinken, aber der Jäger wurde ärgerlich. Er sagte, ich wäre derselbe Narr wie alle anderen Idiotinnen und Idioten da draußen und weil ich nicht wollte, dass der Kerl noch wütender wird, nahm ich einen Schluck von dem Zeug. Es schmeckte grauenhaft. Es schmeckte bitter.

Sehr plausibel. Nehme ich Dir zu 100% ab!


Auf dem Heimweg wurde mir schlecht. Erst schwindlig, dann schlecht und dann weiterhin schlechter und schließlich hatte ich das merkwürdige Gefühl, mit weit aufgerissenen Augen durch die Luft zu fliegen.

Die Verwandlung. Schönes Bild!


Und dann, Verehrteste, sah ich Ihr Fenster, Ihr gekipptes Fenster. Ich bin zuvor noch nie durch ein gekipptes Fenster geflogen und ich bin auch nie in meinem unspektakulären Leben, aus der Luft auf einer Frau gelandet.

Hier lachte ich.


Genauer gesagt, bin ich in Ihrem Haar gelandet, in Ihrem Kopfhaar und von da aus habe ich Ihr schlafendes Gesicht beobachtet. Ich habe jede Ihrer Poren gesehen und Ihre Augen waren riesig; ich habe sogar das feinste Staubpartikel in Ihren Wimpern sehen können! Und es wäre mir ein leichtes gewesen, in eines Ihrer Nasenlöcher zu spazieren.

Das ist sooo cool! Das Bild mit den Augen. Die perspektivische Verzerrung kommt herrlich zum Ausdruck. Hättest noch was von Facettierung schreiben können. Fliegen sehen wohl schwarzweiß.

Ich habe mir alles von Ihnen angesehen; sicher wissen Sie noch, dass Sie ja nichts anhatten, als Sie da vor dem Fernseher eingeschlafen sind.
Ich war in Ihrem Bauchnabel; Sie haben einen schönen Nabel. Und ich war auf ihrem Busen. Stellen Sie sich nur vor, - ich bin tatsächlich als Fliege, als Verwandelter, vergnügt auf Ihren Brustwarzen herumgelaufen! Sicher können Sie sich denken, dass ich mich auch in Ihrer Scham aufgehalten habe; das will ich Ihnen nicht verheimlichen. Wenn Sie erlauben, dann sage ich ihnen, dass Sie sehr schönes weiches Haar dort besitzen und dass Sie wirklich ganz ausgezeichnet geschmeckt haben.

Jaa, sehr aufregend. Das ist schon erotisch.

Schlimm für mich aber war, als ich bemerkte, dass anstatt meiner Zunge, ein hässlicher Rüssel aus meinem Gesicht klappte, als ich Sie küssen wollte...

Ich wollte Ihnen schließlich einen Kuss auf die Wange geben,

Der Begriff 'Kuss' passt hier nicht ganz. Besser: über ihre Wange suckeln?


zum Abschied, mit meinem Rüssel; aber dazu musste ich Ihr Gesicht betreten und das hat Ihnen nicht gefallen. Sie haben nach mir ausgeholt und durch den Luftzug Ihrer Schlaghand, wurde ich aus der Flugbahn gehoben und hinter Ihre Kommode geschleudert. Sie können sich ja denken, dass ich viel zu wenig Flugerfahrung hatte, um aus einer solchen Situation unverletzt hervorzugehen.

Fliegen nehmen alles in Zeitlupe wahr. Wäre nett gewesen, diesen Aspekt noch zu beleuchten...

Übrigens – nur um Haaresbreite wäre ich beinahe dort im Trichternetz einer Winkelspinne gelandet! Ich empfehle Ihnen, dort einmal mit dem Staubsauger nachzusehen.

Wie toll! Er möchte sie nochmal besuchen.

Ich bin dann durch dasselbe Fenster wieder verschwunden, durch das ich zu Ihnen gekommen war und auf dem Heimflug wurde mir zunächst schlecht, dann schwindlig und wiederum immer schlechter, und plötzlich bin ich vom Himmel gefallen und schwer aufgeschlagen. Ich habe mir dabei zwei Rippen gebrochen und mich stark an der Schulter verletzt – und Sie können sich übrigens gar nicht vorstellen, was ich plötzlich für Angst vor Spinnen habe.

Gefällt mir sehr, dass er einen Preis zahlen musste.


Der Jäger sprach davon, das habe ich eingangs schon einmal erwähnt, dass er einen Menschen in den Traum eines anderen schleusen kann; ich dachte mir, dass das eine gute Möglichkeit wäre, uns einmal kennenzulernen. Der Jäger braucht dafür lediglich einen persönlichen Gegenstand von Ihnen, einen den er als Zutat in seine Nachtschatten-Suppe geben kann, die ich dann verzehren werde.

Eine klaustrophobische Stimmung kommt auf. Passt! :D :D Nach dem körperlichen Zugriff nun jener
auf ihren Geist...


Wenn Sie Lust verspüren, mich einmal zu sehen, dann hängen sie doch bitte einen Handschuh von sich, einen Handschuh oder Ähnliches, in das Gebüsch hinter der Bushaltestelle in der Vettern-Straße.

Wieder Details. Gekonnt!




Ja, was soll ich sagen? Das war eine ganz tolle Geschichte! Witzig war sie nicht so sehr, sondern eher originell, grotesk, märchenhaft, surreal und auch etwas bedrohlich. E. A. Poe trifft Kafka.
Hast Du die Story eigentlich vorher konstruiert? Mit Symbolik gearbeitet?

Vielen Dank für diesen tollen Text, der mir den ganzen Tag im Hinterkopf puckerte.

DrJones
Benutzeravatar
DrJones
 
Beiträge: 164
Registriert: 14.05.2014, 22:41

Re: Brief an eine Dame

Beitragvon Heribertpolta » 16.03.2015, 13:14

Hallo, und danke für eure Kommentare.

Ganz ehrlich will ich sein: Dass ich diese Geschichte hier eingestellt habe, war ein Fehler. Ich war schon damals nicht ganz überzeugt davon, und wenn ich jetzt darin lese, dann wird mir schlecht. Dieser dämliche Text könnte von einem zwölfjährigen Kind stammen. Er ist gräßlich aufgeteilt, die Sätze sind unausgewogen und Melodie und der Rhythmus passen nicht. Und das Thema ist ja nun auch ein Thema für sich :roll:

Wie konnte ich nur so einen Scheißdreck schreiben...

Aber trotzdem danke für euer Lob!
Grüße,

Heribert Polta
Benutzeravatar
Heribertpolta
 
Beiträge: 367
Registriert: 23.02.2012, 16:44
Wohnort: Landshut


Zurück zu Lustiges

Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder und 0 Gäste