Bruder oder Einzelkind??

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Bruder oder Einzelkind??

Beitragvon Bastet » 23.10.2015, 17:55

Ein liebes Hallo an alle,

ich nähere mich dem Ende des zweiten Teils meines Vierteilers, weswegen ich mir so allmählich nähere Gedanken über den dritten Teil mache. Dabei ist eine Frage aufgetaucht, bei der ich mich nicht entscheiden kann, denn für beide Ideen habe ich interessante Szenen im Kopf.

Eine Hauptperson, die ich neu einführen möchte, ist mit einem großen Namen behaftet. Obwohl sie anders ist als ihre Namensgeberin, wird sie immer wieder in diese Schiene reingeschoben, weswegen sie die Familie und ihr Zuhause verlässt, um sich ihr eigenes Schicksal zu suchen.

Mein kleines Problem ist nun, ob ich sie alleine die Last der Familienehre tragen lassen oder ob ich ihr einen jüngeren Bruder geben soll. Das Besondere an diesem wäre, dass er auch einen großen Namen trägt, aber im Gegensatz zu seiner Schwester alles dafür tut, seinem Namensgeber annäherend ähnlich zu werden.

Welche Variante gefällt euch besser, denn ich kann mich wie gesagt nicht entscheiden. :roll:

LG Bastet.
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Re: Bruder oder Einzelkind??

Beitragvon Maggi1417 » 23.10.2015, 18:19

Das Besondere an diesem wäre, dass er auch einen großen Namen trägt, aber im Gegensatz zu seiner Schwester alles dafür tut, seinem Namensgeber annäherend ähnlich zu werden.

Als Kontrast bietet sich das natürlich wunderbar an, dein Thema im Buch zu erforschen. Wenn es die Geschichte also nicht zu sehr überlädt, würde ich den Bruder mit an Board nehmen.
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Re: Bruder oder Einzelkind??

Beitragvon Bronzegolem » 24.10.2015, 15:13

Das ist natürlich eine Entscheidung die nur der Erschaffer des Werkes (du) treffen kann, aber wenn du eine Meinung hören möchtest, dann kannst du gerne meine haben:

Ich bin grundsätzlich auf jeden Fall dafür, dass du auch einen Bruder dazu gibst, da der Kontrast und daraus entstehende Konflikt das Buch im Prinzip nur verbessern kann. Vielleicht hat die Familie ihre großen Hoffnungen eher auf das ältere Kind (ich glaube es ist eine sie?) konzentriert, weswegen der jüngere Bruder ein etwas entspannteres Leben führen konnte, nur als sie abhaute musste er die Lücke füllen - was ihm überhaupt nicht passt, aber anders als seine große Schwester haut er nicht ab, sondern wird mehr oder minder gezwungen zu bleiben und er tut tatsächlich alles dafür, den Erwartungen der Familie gerecht zu werden, aber er spürt immer das er seiner Schwester, die von Anfang hin auf ihre Rolle trainiert wurde, nicht das Wasser reichen kann und kann diese Rolle des ewig Zweiten nicht ertragen. Zusätzlich ist die Familie über das Abhauen der Tochter nicht amüsiert und betrachtet sie als Verräterin und indoktriniert den Sohn damit, dass sie eine Verräterin ist, was er im Laufe der Zeit auch glaubt, gleichzeitig war sie seine Schwester und er liebt, weil sie für ihn immer noch Teil der Familie ist -> er ist zwiegespalten und hochmotiviert, zwei extrem wichtige Eigenschaften für einen Charakter.

Das ist wohlgemerkt nur ein Szenario, das ich mir jetzt so direkt ausgedacht habe du kannst alles nehmen was dir gefällt, die Entscheidung ist deine allein.

Jetzt jedoch noch zu den Schattenseiten des Ganzen:

Ein Charakter braucht eine klare Rolle in einer Geschichte. Ein missmutiger Taxifahrer kann dazu dienen eine kleine Reise von A nach B interessanter machen, weswegen er eindimensional bleiben kann ABER: er hat eine Rolle. In deiner Story sehe ich nicht auf Anhieb eine Rolle die so ein Rolle erfüllen kann. Erwähnt die Protagonistin einfach in einem Gespräch das sie einen kleinen Bruder hat? Dann zahlt sich das nicht wirklich aus. Du musst den Bruder nämlich auch ausarbeiten und deine Protagonistin muss früher oder später auf ihn treffen sprich: er wird ein integraler Part der Story sein und du musst dich fragen ob du aus ihm auch einen spannenden Charakter machen kannst und über ihn schreiben willst. Selbst wenn er nur in einer Szene auftaucht um seine persönliche Abrechnung zu machen kennst du ja die Eisberg Theorie: Auch wenn man ihn nur für ein paar Seiten sieht, musst du ihn komplett ausarbeiten.

Da es hier außerdem auch schon um das dritte Buch von dir geht, hast du vielleicht nicht mehr die ultimative Freiheit um das zu realisieren. Selbst wenn man der Familie des Protas noch nicht begegnet ist, wenn sie auch nur eine Anmerkung fallen gelassen hat, dass ihre Familie eigentlich ganz in Ordnung und okay war, dann kannst du aus ihnen keine ehrgeizigen Tyrannen machen, die ihren kleinen Bruder in ihrer Abwesenheit radikalisieren würden.

So, das wär mal meine Meinung zu dem ganzem, ich habe versucht das ganze sachlich zu begründen, aber es ist und bleibt meine Meinung, daher kannst du das genaue Gegenteil von dem, was ich dir sagen machen und es kann trotzdem funktionieren.

TL;DR: Imho ja für den Bruder, aber nur wenn er in der Story eine wichtige Rolle spielt und ein interessanter Charakter ist
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Re: Bruder oder Einzelkind??

Beitragvon Bastet » 24.10.2015, 19:02

Hallo,

ich danke euch für eure Meinungen. Ich habe mich nun für den Bruder entschieden, denn ihr habt Recht, dass ich dann einen größeren Handlungsrahmen mit mehr Kontrast habe.

Bronzegolem hat geschrieben:Ein Charakter braucht eine klare Rolle in einer Geschichte. Ein missmutiger Taxifahrer kann dazu dienen eine kleine Reise von A nach B interessanter machen, weswegen er eindimensional bleiben kann ABER: er hat eine Rolle. In deiner Story sehe ich nicht auf Anhieb eine Rolle die so ein Rolle erfüllen kann. Erwähnt die Protagonistin einfach in einem Gespräch das sie einen kleinen Bruder hat? Dann zahlt sich das nicht wirklich aus. Du musst den Bruder nämlich auch ausarbeiten und deine Protagonistin muss früher oder später auf ihn treffen sprich: er wird ein integraler Part der Story sein und du musst dich fragen ob du aus ihm auch einen spannenden Charakter machen kannst und über ihn schreiben willst. Selbst wenn er nur in einer Szene auftaucht um seine persönliche Abrechnung zu machen kennst du ja die Eisberg Theorie: Auch wenn man ihn nur für ein paar Seiten sieht, musst du ihn komplett ausarbeiten.


Danke für den Hinweis, Bronzegolem, der Bruder wird auf jeden Fall eine Rolle bekommen, die mehr als eine Szene umfasst, denn während die Tochter fernab der Heimat durch die Landschaft streift, geht das Leben bei den Eltern weiter.

Bronzegolem hat geschrieben:Da es hier außerdem auch schon um das dritte Buch von dir geht, hast du vielleicht nicht mehr die ultimative Freiheit um das zu realisieren.


Das ist kein Problem, denn die Eltern sind im Moment noch nicht einmal verheiratet, am Ende des zweiten Teils erwähne ich nur die Geburt der älteren Tochter, von daher ist alles Weitere definitiv möglich.

Noch mal vielen Dank Maggi und Bronzegolem. :curtsey:

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