Build a character

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Build a character

Beitragvon Hark » 14.05.2015, 18:20

Hallo,
vielleicht kann dieser thread für den Aufbau von Figuren dienen.

In meinem konkreten Fall brauche ich einen weiblichen Charakter, der meinem Protagonisten (26) hilft, eine Geschichte aufzuklären. Beide treffen sich an ihrem jeweils ersten Arbeitstag in ihrer neuen Firma. Zunächst haben beide nicht viel miteinander zu tun, doch die Ereignisse bringen sie einander etwas näher. In einem Umfeld lauter Irrer scheint sie die einzige Normale zu sein. Für das Funktionieren der Geschichte ist eine lovestory aber nicht notwendig.

Meine Fragen:
- Was für ein Typus Frau wäre geeignet?
- Funktioniert eine sachbezogene Mann-Frau-Beziehung in der Kurzgeschichte/im Roman oder wird automatisch eine sich anbahnende Beziehung erwartet?
- Umgekehrt: Funktioniert die lovestory im Mysteryumfeld oder stört diese Nebenhandlung?

Freue mich auf Euere Ideen und Vorschläge

Hark
Zuletzt geändert von Julestrel am 18.05.2015, 08:55, insgesamt 1-mal geändert.
Grund: Von "Kreatives Schreiben" nach "Plot-Hilfe" verschoben.
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Re: Build a character

Beitragvon Freigeborene » 14.05.2015, 18:56

Okay, dann will ich mal versuchen dir bei deinem Problem zu helfen :girl:

In einem Umfeld lauter Irrer scheint sie die einzige Normale zu sein.

Also ich würde das jetzt mal so interprtieren, dass sie ähnlich ticken muss wie dein Prota. zumindest ich würde in einer komplizierten Situation die Person als "normal" bezeichnen, die die Dinge so ähnlich sieht wie ich.

Was für ein Typus Frau wäre geeignet?

Auch das ist ganz von deinem Protagonisten abhängig. Wieder würde ich sagen, dass sie ihm ähnlich sein muss. Schließlich soll sie in den Irren die Normale sein und meine Definition davon, habe ich ja schon gegeben :wink: Ich weiß ja jetzt nicht so viel über deinen Protagonisten, aber wenn er mehr so der einfache Jeans und Sneakers Typ ist, passt eine aufgetakelte Zicke vielleicht nicht so gut an seine Seite. Aber auch das kann man nicht pauschal sagen, vielleicht ist sie auf den zweiten Blick ja doch ganz anders... Jetzt mach' ich es wieder kompliziert :XD: Naja, man sollte auch nicht zu Klischeehaft denken :dasheye:

Funktioniert eine sachbezogene Mann-Frau-Beziehung in der Kurzgeschichte/im Roman oder wird automatisch eine sich anbahnende Beziehung erwartet?

Das kommt ganz darauf an, wie die beiden Charaktere untereinander agieren und was sie zusammen erleben. Nur so zum Beispiel: Er, Polizist, und sie, Zeugin im Mordfall, versuchen das Ganze aufzuklären, wobei sie sich eigentlich aus der ganzen Sache raushalten soll, weil es ja sein Job ist. Nun führen aber einige ungünstige Umstände dazu, dass die beiden in die Hände des Mörders fallen. Meinetwegen ist der ein verrückter Serienkiller, der die beiden also nun sieben Tage lang darauf vorbereitet getötet zu werden. Die beiden werden in letzter Sekunde gerettet. Hier ist die Hauptstory beendet. Doch jeder Leser hielte es für unrealistsich, wenn die beiden nach so einem Ereignis nie wieder etwas miteinander zu tun haben. Der Autor sollte also in irgendeiner Form eine Bezeihung zwischen den beiden aufbauen. Bei anderen Beispielen könnte man zu dem Schluss kommen, dass eine solche weitere Beziehung neben dem Haupthandlungsstrang nicht nötig ist. Ich würde dir also raten, ein paar Betaleser zu fragen, was sie erwarten und ansonsten auch auf dein Bauchgefühl vertrauen. Meistens kommt eh alles anders, als man es am Anfang plant :girl:

Umgekehrt: Funktioniert die lovestory im Mysteryumfeld oder stört diese Nebenhandlung?

Meiner Meinung nach, sollte man die Wirkung von Nebenhandlungen nicht unterschätzen. Sie halten die meisten Geschichten am Laufen. Sie sorgen für interessanten Input, wenn die Haupthandlung gerade ins Stocken gerät. Meistens lassen Nebenhandlungen eine Geschichte erst lebendig wirken.
Und ob das Ganze in deinem konkreten Fall funktioniert liegt auch am Autor. Wenn du es hinbekommst, dass der Leser sich nicht denkt "Äh, wann hört das auf und wird wieder interessant?", kann eine Liebesbeziehung viel Chaos in jede Geschichte bringen.

Ich hoffe, ich konnte dir helfen, obwohl ich nichts konkretes sagen konnte.
Liebe Grüße,
Freigeborene :girl:
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Re: Build a character

Beitragvon Ratsherr » 14.05.2015, 19:01

Hark hat geschrieben:- Was für ein Typus Frau wäre geeignet?


Das ist wohl abhängig davon, in welche Richtung du die Dynamik ihres freundschaftlichen Verhältnisses schreiben willst. Grundsätzlich kann ihr Charakter sehr vielseitig angelegt sein, vielleicht ist sie mürrisch und stets schlecht gelaunt, oder aber ein wahrer Sonnenschein. Oder eine optisch unauffällige Person, auf deren "innere Qualitäten" der Protagonist erst durch die nähere Zusammenarbeit aufmerksam wird. Vielleicht sollte sie die eine oder andere Gemeinsamkeit mit dem Prota haben, wenn er sie als "die einzige Normale" am Arbeitsplatz betrachtet.

- Funktioniert eine sachbezogene Mann-Frau-Beziehung in der Kurzgeschichte/im Roman oder wird automatisch eine sich anbahnende Beziehung erwartet?


Sie funktioniert, gerade wenn mit Erwartungen gespielt wird. Oftmals wird in Geschichten nach dem Motto "was sich neckt, das liebt sich" die Handlung aufgebaut, und der Leser ist prompt "sehr" überrascht, wenn die beiden sich annähern. Umso interessanter ist es, wenn sich eben keine Liebesbeziehung entwickelt, sondern nur eine Freundschaft, die sich zunächst aus Zweifeln an den Verhaltensweisen des anderen entwickelt. Vor allem bei unterschiedlichen Geschlechtern kann eine solche Dynamik auf einer ganz anderen Ebene entwickelt werden, bei der er (der Prota) sie vielleicht zunächst als eine weitere Irre abkanzelt, später aber zufällig eine Gemeinsamkeit feststellt und sich freundschaftlich an ihr zu interessieren beginnt. Dies ist aber wieder davon abhängig, ob du tatsächlich eine Freundschaft entwickeln willst oder ob die beiden ein eher distanziertes Verhältnis zueinander pflegen.

- Umgekehrt: Funktioniert die lovestory im Mysteryumfeld oder stört diese Nebenhandlung?


Da ich gerade Freigeborenes Beitrag gesehen habe und sie auf diese Frage grundsätzlich das Gleiche antwortet, was ich auch geschrieben hätte, schließe ich mich ihr faul an. :wink:
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Re: Build a character

Beitragvon anby77 » 14.05.2015, 19:23

Hallo,

Du bietest ja nicht gerade viele Anhaltspunkte. Zunächst mal muss der Charakter der Frau irgendwie mit dem Job, den sie da antritt kompatibel sein. In einer Entwicklungsabteilung für Software arbeitet ein anderer Menschenschlag als in der Redaktion einer Zeitung oder dem Management eines Großkonzerns.
Um als "einzig Normale in einem Haufen Irren" zu erscheinen, braucht sie ein Leben außerhalb der Firma, das sie erdet und verhindert, dass sie in den "Irsinn" hineingezogen wird. Naheliegend wäre, sie eine Familie mit Kindern haben zu lassen. Mach sie etwas älter als Deinen Protagonisten (so Mitte dreißig, Anfang vierzig) und vorher einen anderen Job gehabt haben, mit dem sie nicht mehr zufrieden war oder weggefallen ist - es gibt genug Gründe, sich karrieremäßig neu zu orientieren. Damit könntest Du auch romantisches Interesse vom Tisch nehmen, wieso sollte sie sich auf irgendwelche Liebeleien mit Deinem Protagonisten einlassen, wenn sie mit dem Vater ihrer Kinder glücklich verheiratet ist oder auch nur der der Kinder wegen ihre Ehe nicht aufs Spiel setzen will?

Ohne mehr zu wissen, ist es schwer, konkreter zu werden, aber ich hoffe trotzdem, dass da ist für Dich hilfreicher Input dabei war.
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Re: Build a character

Beitragvon Dingelchen » 14.05.2015, 20:04

scheint sie die einzige Normale zu sein. Für das Funktionieren der Geschichte ist eine lovestory aber nicht notwendig.
(...)
- Was für ein Typus Frau wäre geeignet?

Eine lesbische Frau?
Ok, das ist dann wohl auch etwas Holzhammer. Daher weiter zum nächsten Punkt:
- Funktioniert eine sachbezogene Mann-Frau-Beziehung in der Kurzgeschichte/im Roman oder wird automatisch eine sich anbahnende Beziehung erwartet?

Platonisch, ja, warum nicht? Ich fände das sogar irgendwie spannend, wenn mal nicht das Klischee erfüllt würde und einfach nix zwischen den beiden passiert :)

- Umgekehrt: Funktioniert die lovestory im Mysteryumfeld oder stört diese Nebenhandlung?

Schwer zu sagen, ohne die Art der Story zu kennen, aber ich finde, dass Lovestorys durchaus bereichernd sein können, auch in Nebenhandlungen - solang es, für meine Begriffe, nicht zu schmalzig wird, aber da sind Geschmäcker ja verschieden.

Liebe Grüße 8)
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Re: Build a character

Beitragvon Hark » 15.05.2015, 08:53

@Freigeborene
@Ratsherr
@anby77
@dingelchen

Danke für Eure Tipps und Ratschläge. Zusammengenommen bildet sich auch etwas heraus. Zwei Ideen gefallen mir besonders gut: Das Spielen mit der Möglichkeit einer Beziehung bei gleichzeitiger Unmöglichkeit (z.B. wg. Familie). Super, danke nochmals. :2thumbs:
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