[Tragik]Charlotte (2/x)

Tragödien, Tragisches

[Tragik]Charlotte (2/x)

Beitragvon Zukunftsträumer » 09.07.2014, 16:18

Als ich wieder erwachte, war es draußen bereits dunkel, kurze Zeit packte mich Panik und ich setzte mich schnell auf. Hatte ich den Ausstieg verpasst? Ich schaute leicht verwirrt um mich und dann zur Anzeige an der Decke. Ich hatte Glück, ich war noch eine Station davor auszusteigen, mein Zuhause hatte ich noch nicht erreicht.
Der Teil des Zuges, in dem ich mich befand, war nun so gut wie leer. Außer mir saß noch ein älterer Herr gegenüber im Vierer und…die bleiche Frau. Nun hatte sie aber ihre Position geändert. Die Beine lang ausgestreckt lag sie vielmehr in ihrem Sitz, den Kopf nach hinten gelegt, die Augen starr an die Decke gerichtet. Kurze Zeit fragte ich mich, ob sie überhaupt noch lebte, aber ihre Jacke hob und senkte sich mit ihren Atemzügen. Ihre Anwesenheit nervte mich irgendwie. Ich stieß laut die Luft aus und starrte in die Dunkelheit.

In ihren Körper kam erst wieder Bewegung, als die Stimme der Ansage die nächste Station ankündigte; mein Ausstieg und scheinbar auch der ihrige. Wie in Zeitlupe richtete sie sich auf, zupfte an ihrer Tasche herum und mit einem unverhofften Ruck, der mich beinahe erschrak, erhob sie sich, riss den Rucksack mitherauf und schwang ihn sich über ihre schmale Schulter, dass ich meinte, sie würde unter seinem Gewicht zusammenbrechen.
Als sie ausstieg ging sie zu dem Kasten am Bahnsteig, wo ein Stadtplan hing und diesen sorgfältig studierte. Ich blieb ebenfalls stehen, da ich meine Taschen sortieren musste, aber beobachtete ich sie auch. Sie klebte förmlich an der Scheibe, als suche sie etwas und ich spielte sogar mit den Gedanken, zu ihr zugehen und zu fragen, ob ich ihr helfen könnte. Doch was ging sie mich an? Ich griff meine Taschen und machte mich auf den Weg. Ich hatte es nicht weit, nicht mal fünf Minuten Fußweg lagen vor mir. Als ich den Parkplatz fast überschritten hatte, blickte ich zurück und war seltsam erschrocken, als ich die Frau einige Meter hinter mir gehen sah, den Blick gesenkt, den Gurt des Rucksacks fest umschlungen. Verfolgte sie mich etwa? Kopfschüttelnd ging ich weiter und überquerte die nachfolgende Straße. Da hörte ich den Motor eines Autos dumpf hochfahren und dessen durchdrehende Reifen. Die Scheinwerfer gingen an und blendeten mich, wobei ich mir sicher war, dass der Fahrer Fernlicht anhatte und der Wagen brauste an mir vorbei. Plötzlich stockten meine Schritte. Ich sah, wie er blinkte, aber ohne zu bremsen auf die Kurve zuhielt und entdeckte genau dort auch meine ungewollte Begleiterin, wie sie die Straße überquerte, den Blick immer noch zu Boden gerichtet. War sie in Trance? Sah sie denn das Auto nicht?
„He!“, rief ich zu ihr. „Pass auf! Das Auto!“ Sogleich hob sie den Kopf und schon stand sie im Licht der Scheinwerfer. Und plötzlich ging ein Ruck durch ihren Körper. Blitzartig streckte sie sich, machte einen Satz nach vorne, schwebte für kurze Zeit in der Luft und landete bäuchlings auf dem Bürgersteig, während das Auto mit quietschenden Reifen um die Kurve jagte und ohne anzuhalten weiterraste. Leise fluchend sah ich den Rückleuchten hinterher, ehe ich zu der Frau eilte, die sich langsam aufrichtete.
„He, alles in Ordnung?“, fragte ich sie und beugte mich zur ihr hernieder. Sie starrte auf ihre Handflächen, die aufgeschürft waren, dann sah sie mich an und nickte stumm. Sie hatte eine blutende Wunde auf der Stirn.
„Oh, Sie bluten ja“, sagte ich, kramte ein Taschentuch hervor und reichte es ihr. Doch sie reagierte nicht, starrte mich nur an. Ich zögerte, ehe ich ihr das Tuch auf die Wunde legte. „Hier, halten Sie es fest!“
„Mensch, Sie müssen schon aufpassen, wo Sie hinlaufen. Das wäre fast schief gegangen“, sagte ich nun verärgert zu ihr. „Können Sie aufstehen?“
Sie erhob sich zögernd, wobei ich ihr half. Sie zitterte am ganzen Körper.
„Soll ich einen Krankenwagen rufen?“, fragte ich, doch sie schüttelte stumm den Kopf, sah kurz auf das rot gewordene Taschentuch und drückte es wieder auf die Stirn. „Oder die Polizei?“ Wieder ein Kopfschütteln. Ich überlegte kurz. „Soll ich Sie nach Hause bringen oder zu ihren Freunden oder wo Sie hin wollen?“
Sie antwortete nicht gleich, eine Weile standen wir stumm da. Scheinbar hatte sonst keiner von dem Vorfall was mitbekommen, die Straße war menschenleer. „Ich habe kein Zuhause“, unterbrach sie plötzlich meine Gedanken und ich sah sie etwas verwirrt an. „Ja, aber doch sicherlich eine Freundin oder so, wo ich Sie hinbringen kann?“ Sie schüttelte wieder den Kopf und wischte sich mit dem Tuch nun die Handflächen sauber.
„Und was wollen Sie dann hier?“, fragte ich dann, wobei mir gleich klar wurde, dass es ein wenig zu direkt war.
„Das weiß ich nicht“, erwiderte sie tonlos.
Und was sollte ich nun machen? Ich konnte sie doch schlecht hier so stehen lassen, aber ich konnte sie genauso wenig mit nach Hause nehmen, schließlich war sie eine Fremde. Da knickte sie plötzlich zusammen und ich konnte sie gerade noch an den Armen festhalten. Sie wimmerte leise und ich überlegte krampfhaft, was ich tun sollte.
„Wissen Sie was?“, sagte ich dann zu ihr. „Sie kommen erst mal mit nach Hause und ruhen sich erst mal aus.“
Ohne eine Zustimmung zu erwarten, nahm ich ihren Rucksack und zog sie mit mir. War das eine gute Idee? Andererseits was sollte groß passieren? In dem Zustand konnte sie mir kaum Schwierigkeiten machen und wenn sie wieder fit war, warf ich sie wieder raus. Dennoch fühlte ich mich ein wenig unwohl, während sie stumm neben mir herging, vielmehr nebenher geschliffen wurde.
Wenig später hatten wir den Wohnblock erreicht und erst jetzt wurde mir klar, dass ich ja quasi unterm Dach wohnte und so musste ich sie die ganzen Treppen auch noch hochschleppen. Doch die meisten Probleme hatte ich mit ihrem Rucksack, der wirklich schwer war. Aber schließlich standen wir vor der Tür und ich zog sie in die Wohnung, brachte sie in die kleine Küche, setzte sie an den Tisch.
„Wollen Sie was trinken? Cola, Wasser oder Tee?“, fragte ich möglichst freundlich.
„Wasser, bitte!“, antwortete sie ohne aufzuschauen. An ihrer äußeren Haltung merkte man zumindest nicht, ob es ihr schlecht oder gut ging, diese Starre hatte sie auch schon im Zug besessen. Ich reichte ihr ein Glas Wasser, ehe ich meine Taschen entleerte und mich erst mal wieder ordnete. Wie sollte ich jetzt vorgehen?
Als ich zurück in die Küche kam, hatte sie sich im Stuhl zurückgelehnt, die Beine überschlagen und in ihrer rechten Hand glomm eine Zigarette. Ich wollte erst was sagen, denn ich war Nichtraucher und wollte auch nicht, dass in der Wohnung geraucht wurde, doch als ich sah, wie ihre Hand zitterte, ob nun auch Sucht oder immer noch vom Schock, da ließ ich es sein.
„Sind Sie sicher, dass ich keinen Krankenwagen holen soll?“ Sie schüttelte langsam den Kopf. „Nein, es geht schon. Nur ein paar Minuten Ruhe, dann geht es wieder.“ Ihre Stimme zitterte wie ihre Hand und es hörte sich an, als spräche sie gar nicht zu mir.
„Kann ich sonst was für Sie machen?“
„Nein, danke!“
Ich zuckte mit den Schultern und ging ins Badezimmer, um mich frischzumachen. Ich spritzte mein Gesicht mehrmals ab und sah anschließend im Spiegel die Tropfen an meinen Wangen herablaufen. Der Tag war so schön ruhig gewesen, dachte ich, und dann so was! Ich lachte leise und schüttelte den Kopf. Dabei kamen mir meine Gedanken des Tages zurück ins Gedächtnis. War das die Gelegenheit, an eine Frau zu kommen? Die Gelegenheit schien zwar da zu sein, aber diesmal passte die Frau nicht, denn mit einer möglicherweise drogenabhängigen und geistig verwirrten wollte ich nichts zu tun haben. Und als wolle ich diesen Gedanken entfernen, wischte ich mir mit dem Handtuch über mein Gesicht.

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Re: Charlotte (2/x)

Beitragvon Felynja » 29.07.2014, 17:34

Hallo Zukunftsträumer!
Ich habe zufällig deinen Text gelesen und möchte dir gerne erzählen, was ich davon halte, besonders da du bisher noch keine Antwort erhalten hast.
Ich habe mir auch den ersten Teil durchgelesen, werde aber jetzt nur auf diesen eingehen:

Als ich wieder erwachte, war es draußen bereits dunkel, kurze Zeit packte mich Panik und ich setzte mich schnell auf. Hatte ich den Ausstieg verpasst? Ich schaute leicht verwirrt um mich und dann zur Anzeige an der Decke. Ich hatte Glück, ich war noch eine Station davor auszusteigen, mein Zuhause hatte ich noch nicht erreicht.

Dieser Anfang ist irgendwie so plötzlich: Ich kann das Gefühl, vielleicht die Station verpasst zu haben, gut nachvollziehen, du könntest es aber noch besser beschreiben.
war es draußen bereits dunkel

würde ich lieber in einen aktiveren Satz verpacken: Der Prota sieht sich um, sieht aus dem Fenster --- es ist dunkel.
kurze Zeit packte mich Panik

Dieser Halbsatz ist für mich in der falschen Reihenfolge mit den darauffolgenden Gedanken... das ist nur mein subjektiver Eindruck.
Das "leicht verwirrt", ist mMn unpassend: ich selbst wäre nicht verwirrt, wenn ich denken würde, dass ich die Station verpasst hätte, ich würde mich gleich versichern wollen.
Ich würde den Halbsatz "Ich hatte Glück" umschreiben, stattdessen lieber die Erleichterung beschreiben.
ich war noch eine Station davor auszusteigen, mein Zuhause hatte ich noch nicht erreicht.

Der zweite Zusatz wird für mich unnötig.

Der Teil des Zuges, in dem ich mich befand, war nun so gut wie leer. Außer mir saß noch ein älterer Herr gegenüber im Vierer und…die bleiche Frau.

im Vierer gegenüber, wäre für mich von der Lesbarkeit einfacher. Kannst du dir die ... vielleicht sparen? Beim Lesen klang es für mich sehr gewollt, es passt für mich nicht zu deinem sonst eher schlichten Stil, der nicht auf Effekthascherei abzielt. :wink:

Nun hatte sie aber ihre Position geändert. Die Beine lang ausgestreckt lag sie vielmehr in ihrem Sitz, den Kopf nach hinten gelegt, die Augen starr an die Decke gerichtet. Kurze Zeit fragte ich mich, ob sie überhaupt noch lebte, aber ihre Jacke hob und senkte sich mit ihren Atemzügen. Ihre Anwesenheit nervte mich irgendwie. Ich stieß laut die Luft aus und starrte in die Dunkelheit.

Hmm. Für mich könntest du dir "nun" und "aber" sparen. Ich kann mir nicht wirklich vorstellen, wie sie in ihrem Sitz liegt.? Beansprucht sie die ganze Sitzbank und hat ihre Beine auf einen anderen Sitz gelegt? Sorry, ich weiß, dass das sehr kleinkariert ist.
MMn würde dem letzten Satz eine Ergänzung wie "nach draußen" etc. gut tun. Dann kann ich mir noch leichter vorstellen, wie er den Kopf abwendet und aus dem Fenster sieht.

In ihren Körper kam erst wieder Bewegung, als die Stimme der Ansage die nächste Station ankündigte; mein Ausstieg und scheinbar auch der ihrige. Wie in Zeitlupe richtete sie sich auf, zupfte an ihrer Tasche herum und mit einem unverhofften Ruck, der mich beinahe erschrak, erhob sie sich, riss den Rucksack mitherauf und schwang ihn sich über ihre schmale Schulter, dass ich meinte, sie würde unter seinem Gewicht zusammenbrechen.

Mein Vorschlag zu diesem Absatz wäre, die roten Teilsätze zu steichen. Mir sind sie zu viel und ich weiß noch, dass dein Prota auch hier aussteigen muss. Du könntest statt dem verschachtelten ersten Satz beschreiben, wie dein Prota aufsteht etc.

Als sie ausstieg ging sie zu dem Kasten am Bahnsteig, wo ein Stadtplan hing und diesen sorgfältig studierte. Ich blieb ebenfalls stehen, da ich meine Taschen sortieren musste, aber beobachtete ich sie auch. Sie klebte förmlich an der Scheibe, als suche sie etwas und ich spielte sogar mit den Gedanken, zu ihr zugehen und zu fragen, ob ich ihr helfen könnte. Doch was ging sie mich an? Ich griff meine Taschen und machte mich auf den Weg. Ich hatte es nicht weit, nicht mal fünf Minuten Fußweg lagen vor mir. Als ich den Parkplatz fast überschritten hatte, blickte ich zurück und war seltsam erschrocken, als ich die Frau einige Meter hinter mir gehen sah, den Blick gesenkt, den Gurt des Rucksacks fest umschlungen. Verfolgte sie mich etwa? Kopfschüttelnd ging ich weiter und überquerte die nachfolgende Straße. Da hörte ich den Motor eines Autos dumpf hochfahren und dessen durchdrehende Reifen. Die Scheinwerfer gingen an und blendeten mich, wobei ich mir sicher war, dass der Fahrer Fernlicht anhatte und der Wagen brauste an mir vorbei. Plötzlich stockten meine Schritte. Ich sah, wie er blinkte, aber ohne zu bremsen auf die Kurve zuhielt und entdeckte genau dort auch meine ungewollte Begleiterin, wie sie die Straße überquerte, den Blick immer noch zu Boden gerichtet. War sie in Trance? Sah sie denn das Auto nicht?

Das Rote ist mMn wieder unnötig und bläht deinen Text nur auf. Die Formulierung (blau) finde ich ungünstig, da sie auf mich klingt, als wäre der Prota über sein eigenes Erschrecken verwundert. Das zweite blaue finde ich sehr gut beschrieben, aber hat ein Rucksack nicht eher mehrere Träger?
Wieso ist die Frau auf einmal an der Kurver, sie war doch vorher noch hinter deinem Prota?
„He!“, rief ich zu ihr. „Pass auf! Das Auto!“ Sogleich hob sie den Kopf und schon stand sie im Licht der Scheinwerfer.

Das rote würde ich weglassen.
Der nächste Teil gefällt mir sehr gut, außer das Wort "hernieder". Du hast den Dialog sehr realistisch beschrieben, Ich spüre die verlassene Atmospäre und dieses plötzliche Ereignis.
Und was sollte ich nun machen?
Hier würde ich noch mehr seine Verwunderung ausdrücken, z,B. mit einem Stirnrunzeln, da die Situation doch sehr ungewöhnlich ist.

„Sie kommen erst mal mit nach Hause und ruhen sich erst mal aus.“
2mal erst mal, mit zu mir nach Hause fände ich schöner.

Wenn du von der Schwere des Rucksacks sprichst, wäre mir mehr beschreiben hier lieber. Damit könnte man die Situation besser nachvollziehen (show, don´t tell): Welche Auswirkungen hat das auf seine Schultern...

„Wasser, bitte!“
Wie genau hört sich ihre Stimme an? Diese Beschreibung hat mir gefehlt, auf diese Weise hat es sich für mich zuerst sehr streng und direkt angehört, war das beabsichtigt?

Das Detail mit der Zigarette, gibt guten Aufschluss über Charakterzüge deines Protas: Ordentlichkeit aber Zurückhaltung mit Beschwerden, wenn die Situation unangemessen ist.

Den Teilsatz "um mich frischzumachen" kannst du mMn weglassen.
Darüber ob Verwirrten und Drogenabhängigen großgeschrieben werden muss, kann man sich glaube ich streiten, ich fände, dass es besser aussieht, obwohl es sich auch auf Frau beiehen könnte und dann klein...
Sonst ist mir sehr positiv aufgefallen, dass (zumindest) ich keine Rechtschreibfehler gefunden habe.

War das die Gelegenheit, an eine Frau zu kommen? Die Gelegenheit schien zwar da zu sein,

Ein letztes: Für mich kläge es natürlicher,w enn du beide Sätze verbinden würdest und so auf Füllwörter wie zwar und die Wiederholung verzichten könntest: Die Gelegenheit war jetzt da, aber...
Insgesamt (trotz meiner Kritik) mag ich deinen Text gerne, man nimmt dir die Situation ab und ich möchte sehr gerne wissen, was weiter passiert. Ich mag deinen Prota. Seine (unaufgeregte,) normale Art, erinnert mich an Eigenschaften, die auch ich habe. Bis jetzt habe ich nicht viel von ihm erfahren (Daten wie Beruf,...), trotzdem kann ich ihn mir durch seine Gedanken gut vorstellen.

Ich hoffe, ich kann dir mit meinem Kommentar helfen.
LG Felynja
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Re: Charlotte (2/x)

Beitragvon Zukunftsträumer » 06.08.2014, 21:58

Hallo Felynja!

Vielen Dank für dein Feedback!

Ich werde mich mit deinen Vorschlägen auseinandersetzen. Es bleibt mir wohl auch nichts anderes übrig, da ich erst durch deine Antwort über manchenDinge gestolpert bin, die eigentlich wirklich bescheuert klingen. Kennst du vielleicht ja auch! :roll: :wink:

Felynja hat geschrieben:...aber hat ein Rucksack nicht eher mehrere Träger?


Na klar, nur war das so gedacht, dass die Frau den Rucksack nur über eine Schulter gehängt hat und den über die Schulter hängenden Gurt festhält! Muss ich wohl noch überarbeiten, damit das klar wird!

Felynja hat geschrieben:Darüber ob Verwirrten und Drogenabhängigen großgeschrieben werden muss, kann man sich glaube ich streiten, ich fände, dass es besser aussieht, obwohl es sich auch auf Frau beiehen könnte und dann klein...


Ob man sich darüber streiten muss, weiß ich nicht. Aber es kann sich nicht nur auf die Frau beziehen, es bezieht sich auf die Frau, wenn du verstehst. Und da "drogenabhängigen" und "geistig verwirrte" ja sozusagen vorhergehende Beschreibungen sind zu der Frau, werden sie kleingeschrieben.
Ach ja und was heißt beiehen? :mrgreen:

Felynja hat geschrieben:Ich hoffe, ich kann dir mit meinem Kommentar helfen.


Klar, schließlich ist jeder Kommentar hilfreich. Abgesehen von solchen, in denen nur Müll steht und man merkt, dass sich der jeweilige Leser eher halbherzig, wenn überhaupt, mit deinem Text beschäftigt hat.
Diesen Eindruck hatte ich hier aber nicht.
Wie gesagt, vielen Dank und einen schönen Abend wünscht dir,

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Re: Charlotte (2/x)

Beitragvon truluc » 26.01.2015, 23:16

Hey Zukunftsträumer!

Ab zu Teil 2 :wink: Ich finde auch diesen Teil wieder sehr schön geschrieben. Was mir gefällt, ist deine Konsequenz, in dem, wie du die innere Welt deines Protagonisten verbildlichst - also seine Art zu Denken.

Hier meine Anmerkungen dazu:

Ich hatte Glück, ich war noch eine Station davor auszusteigen, mein Zuhause hatte ich noch nicht erreicht.
Ich fände die Formulierung "ich war noch eine Station davor aussteigen zu müssen" gelungener. Beim zweiten Teil muss ich Felynja Recht geben, die kannst du streichen.

Wie in Zeitlupe richtete sie sich auf, zupfte an ihrer Tasche herum und mit einem unverhofften Ruck, der mich beinahe erschrak, erhob sie sich, riss den Rucksack mitherauf und schwang ihn sich über ihre schmale Schulter, dass ich meinte, sie würde unter seinem Gewicht zusammenbrechen.

Also ich finde diesen Abschnitt sehr ansprechend beschrieben!

Ich blieb ebenfalls stehen, da ich meine Taschen sortieren musste, aber beobachtete ich sie auch.

"aber auch, um sie zu beobachten" - fände ich besser.

blickte ich zurück und war seltsam erschrocken

Sorry Felnynja - aber ich finde gerade das "seltsam erschrocken" so charakteristisch für diesen Typen. Finde ich persönlich gut!

Ich sah, wie er blinkte, aber ohne zu bremsen auf die Kurve zuhielt

Keine Ahnung, ob das jetzt zu kleinkariert ist, aber ich finde das Blinken für diesen Fahrstil nicht passend. Quietschende Reifen und dann noch halbe- Fahrerflucht -> ich glaube nicht, dass der geblinkt hätte. Sorry! :oops:

„Pass auf! Das Auto!“
und später
„Oh, Sie bluten ja“

Solltest du dich da nicht entweder für das Duzen oder Siezen entscheiden? Klar, "Passen Sie auf!" - ist in dieser Gefahr vielleicht auch nicht logisch. Was für das "Sie" spricht, ist der Charakter des Protagonisten. Mach wie du es für richtig hältst. :wink:

„Und was wollen Sie dann hier?“, fragte ich dann, wobei mir gleich klar wurde, dass es ein wenig zu direkt war.

Das meine ich mit der Konsequenz deiner Beschreibung des Charakters, deines Protagonisten! Sehr gut!

An ihrer äußeren Haltung merkte man zumindest nicht, ob es ihr schlecht oder gut ging, diese Starre hatte sie auch schon im Zug besessen.

Das finde ich nicht ganz passend. Vorher hast du sie als "Innbild von Traurigkeit und Lustlosigkeit" beschrieben - also klar war, dass diese Frau ziemlich fertig war. Jetzt ist es nicht ganz eindeutig, ob es ihr gut oder schlecht geht? Das passt auch nicht zu dem Zittern und den anderen körperlichen Symptomen des Schocks, nach dem Unfall. Oder?

Ja, das wäre es auch schon meinerseits zu diesem Teil. Ich finde deine Beschreibung dieser Frau - diese mysteriöse undurchschaubare Person - echt spannend. Ich bin gespannt auf Teil 3!

Lieben Gruß!

truluc
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