[SciFi]Clara - Kurzgeschichte (2/4)

[SciFi]Clara - Kurzgeschichte (2/4)

Beitragvon dadazinga » 02.06.2014, 20:51

Und hier ist Teil 2:

Der Vogel machte keine Anstalten, mir den Zettel auszuhändigen und so griff ich nach seiner Kralle. Doch das Tier schnappte blitzschnell nach meiner Hand und biss mir in den Daumen. Dass so ein kleines Tier so eine Kraft entwickelt konnte, hätte ich nicht gedacht. Ich schrie erschrocken auf und hätte dem arglistigen Biest am liebsten den Hals umgedreht. Clara hätte gewusst, wie der Vogel zu besänftigen war, dachte ich wieder. Dieser kurzen Eingebung folgend, pflückte ich die wenigen Körner von dem alten Brot in meiner Küche und gab sie dem Tier zum Fraß. Natürlich entspannte das Körner pickende Tier sofort seinen verkrampften Fuß.

Der Zettel, für den ich einen blutenden Daumen riskiert hatte, entpuppte sich als profane Visitenkarte. Auf stark ausgeblichenem mitternachtsblauem Grund befand sich ein schwarzer stilisierter Affenkopf. Die Monkey‘s-Bar. Ein heruntergekommener Nachtclub, der nach den vielen Affen benannt war, die man von dort aus über den Friedhof springen sehen konnte. Manchmal verirrte sich auch mal ein Exemplar in die Bar. Die Tiere holten sich nach dem Ausfall wieder ein Stück ihres Landes zurück. Warum auch nicht.

Die Monkey’s Bar befand sich in der obersten Etage eines sonst leer stehenden ehemaligen Bürogebäudes. Ich fuhr mit dem ratternden Aufzug bis ganz oben. Der einzige funktionierende Knopf hatte den gleichen Affenkopf wie auf der Visitenkarte und leuchtete in grellem Blau. Solche Kleinigkeiten sah man nicht mehr oft. Elektrizität war ein seltener Rohstoff geworden. Überall fehlte es an Expertise. Privatpersonen bekamen nur 13 Stunden Strom am Tag. Das reichte. Das Internet war sowieso auf einen kleinen Teil seines ursprünglichen Volumens zusammengeschrumpft. Mobilfunk gab es praktisch nicht mehr.

Der Fahrstuhl hielt ratternd an. Als die Tür aufging blickte ich in einen dunklen Gang, an dessen Ende die leicht geöffnete Tür zur Bar lag. Gedämpfte Musik drang durch den Spalt. Irgendein Jazz Stück aus dem letzten Jahrtausend. Als ich die Monkey’s Bar betrat erkannte ich sie nicht wieder. Riesige blau beleuchtete Aquarien trennten die einzelnen Sitzecken voneinander. In ihnen schwammen Fische mit schwarz-weißem Zebramuster. Auf einer kleinen Bühne spielte ein Jazztrio. Viele Gäste waren nicht hier. Die wenigen waren wie ich allein. Aus dem heruntergekommenen Schuppen war seit ich das letzte Mal hier war eine Art high-class Nachtclub geworden. Ich wunderte mich, woher jemand so viel Geld hatte. Unsicher stellte ich mich an die Bar und sprach den Barkeeper an. Er war ein hagerer Typ von vielleicht Mitte Vierzig. Die wenigen Haare, die ihm noch geblieben waren, hatte er zu einem kleinen Zopf gebunden. „War in den letzten Tagen zufällig diese Frau unter ihren Gästen?“, ich holte ein lädiertes Passfoto von Clara aus meinem Portemonnaie. Der Barkeeper warf einen kurzen, uninteressierten Blick darauf, schüttelte den Kopf und wandte sich wieder dem Gläserpolieren zu. „Sagt Ihnen diese Visitenkarte vielleicht etwas?“, versuchte ich es erneut. Aber was sollte er auch sagen. Neben mir auf der Theke lag ein ganzer Stapel voller identischer Karten. „Hören Sie. Entweder sie bestellen etwas zu trinken oder sie gehen. So einfach ist das.“, erwiderte er ohne auf meine Frage einzugehen. Als ich mich gerade abwenden wollte, fiel mir der Daumen des Barkeepers auf. Unter normalen Umständen hätte ich das fehlende Stück für einen Arbeitsunfall gehalten. Aber da mein Daumen fast genauso aussah, konnte ich nicht anders als an ein weiteres Teil des Puzzels zu glauben. Warum würde ein Vogel sich eine Visitenkarte schnappen, den Barkeeper vorher in den Daumen beißen, dann zu mir fliegen, um mich genauso zu verunstalten? „Was ist mit Ihrem Daumen passiert?“ fragte ich so nonchalant wie möglich. Der Mann blickte mir in die Augen. Dann fiel sein Blick auf meinen bandagierten Daumen. „Verschwinden Sie einfach!“. Sein lauter Tonfall duldete keine Widerrede. Aus der Tür hinter der Theke kam wie auf‘s Stichwort ein muskelbepackter Schlägertyp, der mich offensichtlich einschüchtern sollte. „Hey, nichts für ungut. Peinliche Geschichte, versteh‘ schon.“, versuchte ich die Situation mit Humor zu lösen. Die beiden Männer, verzogen keine Miene. Nach einem Moment unangenehmen Schweigens: „Nur ein Gin Tonic, bitte.“ sagte ich als hätte er mich gefragt, was ich gerne trinken möchte. Ich lächelte unschuldig, um ihm zu beweisen, dass die Frage mit dem Daumen nur Smalltalk gewesen war. Ich hatte eindeutig einen wunden Punkt entdeckt. Misstrauisch dreinblickend stellte er mir das Glas mit meinem Wunschgetränk auf die Theke. Ich setzte mich an einen der Tische, lauschte der Musik und sah den Affen bei ihrem nächtlichen Rundgang auf dem Friedhof nach. Ganz so als hätten sie ihr ganzes Leben darauf gewartet, dass die Menschen endlich verschwinden würden, damit sie auf ihren Gräbern tanzen konnten. Dann hatte ich einen Plan...
dadazinga
 
Beiträge: 38
Registriert: 01.05.2014, 02:15

Re: Clara - Kurzgeschichte (2/4)

Beitragvon DrJones » 03.06.2014, 09:31

Hallo dadazinga,

Ich freue mich über den zweiten Teil! Du hast die Stimmung in dem Club gut
eingefangen. Ich war die ganze Zeit beim Protagonisten.

Einen Punkt vorab: Ist es eigentlich eine Protagonistin? Falls nein,
kommt der Typ zu weiblich rüber. Dazu später mehr.
Der Vogel machte keine Anstalten, mir den Zettel auszuhändigen und so griff ich nach seiner Kralle.


Werden die Tiere als intelligent angenommen? Wieso sollte der Vogel den Zettel aushändigen?

Doch das Tier schnappte blitzschnell nach meiner Hand und biss mir in den Daumen. Dass so ein kleines Tier so eine Kraft entwickelt konnte, hätte ich nicht gedacht. Ich schrie erschrocken auf und hätte dem arglistigen Biest am liebsten den Hals umgedreht.


Die Reihenfolge finde ich hier nicht so optimal. Der zweite Satz ist eine relativ rationale Reflexion.
Nach einem Biss empfindet man aber zuerst Schmerz, ärgert sich. Besser so?:

Doch das Viech schnappte blitzschnell nach meiner Hand und biss mir in den Daumen. Ich schrie erschrocken auf und hätte dem arglistigen Biest am liebsten den Hals umgedreht. Dass so ein kleines Tier so eine Kraft entwickelt konnte!


Clara hätte gewusst, wie der Vogel zu besänftigen war, dachte ich wieder. Dieser kurzen Eingebung folgend, pflückte Ich pulte die wenigen Körner von demeinem alten Brot in meiner Küche und gab sie dem Tier zum Fraß.

Natürlich entspannte das Körner pickende Tier sofort seinen verkrampften Fuß.


Wieso natürlich?

Der Zettel, für den ich einen blutenden Daumen riskiert hatte,


Den Daumen hast Du nicht bewußt riskiert. Das Beißen kam ja unerwartet.

"profane" besser streichen. Sie kann sich ein abschließendes Urteil erst später bilden.
Die Visitenkarte ist erstmal geheimnisvoll und sollte hier nicht bagatellisiert werden.
Meine Meinung :)
Auf stark ausgeblichenem mitternachtsblauem Grund befand sich ein schwarzer stilisierter Affenkopf. Die Monkey‘s-Bar.


Ist mir zu nah an "12 Monkeys" dran. Vielleicht besser ein anderes Tier? Etwas exotischeres ...

Ein heruntergekommener Nachtclub, der nach den vielen Affen benannt war, die man von dort aus über den Friedhof springen sehen konnte.


Der Club ist im obersten Stockwerk eines ehemaligen Bürogebäudes. Da muss man nachts schon sehr
gute Augen haben, um das von da oben zu erkennen ...

Manchmal verirrte sich auch mal ein Exemplar in die Bar.


Manchmal? Warum so stark einschränken? "Immer wieder" fände ich hier mehr auf den Punkt gebracht.

Die Tiere holten sich nach dem Ausfall wieder ein Stück ihres Landes zurück. Warum auch nicht.


Seehr gut! Das fehlende Fragezeichen am Ende stellt ihren Standpunkt heraus. Passt!

Die Monkey’s Bar befand sich in der obersten Etage eines sonst leer stehenden ehemaligen Bürogebäudes.


"12 monkeys" ...

Ich fuhr mit dem ratternden Aufzug bis ganz oben. Der einzige funktionierende Knopf hatte den gleichen Affenkopf wie auf der Visitenkarte und leuchtete in grellem Blau.


Sie oder er kennt die Bar. Da macht er sich keine Gedanken über die anderen Knöpfe.
Das Detail mit dem leuchtenden Knopf fand ich exzellent!

Solche Kleinigkeiten sah man nicht mehr oft. Elektrizität war ein seltener Rohstoff geworden. Überall fehlte es an Expertise. Privatpersonen bekamen nur 13 Stunden Strom am Tag. Das reichte. Das Internet war sowieso auf einen kleinen Teil seines ursprünglichen Volumens zusammengeschrumpft. Mobilfunk gab es praktisch nicht mehr.


Dieses Hintergrundwissen finde ich an dieser Stelle unangebracht. Ein leuchtender Knopf ist
kein optimaler Aufhänger, um die Energiekrise zu erklären. 13 Stunden? Das ist sehr lang!
1- 2 Stunden klingt realistischer und dramatischer. Und man sollte auch von Stromausfällen selbst
in dieser kurzen Zeit schreiben.


Als die Tür aufging blickte ich in einen dunklen Gang, an dessen Ende die leicht geöffnete Tür zur Bar lag.


Eine leichte Überbeschreibung. Ich würde es so ändern (ist nur ein Vorschlag):

Ich trat in einen dunklen Gang hinaus, an dessen ...

Gedämpfte Musik drang durch den Spalt. Irgendein Jazz Stück aus dem letzten Jahrtausend. Als ich die Monkey’s Barbetrat, erkannte ich sie nicht wieder.

Riesige blau beleuchtete Aquarien trennten die einzelnen Sitzecken voneinander. In ihnen schwammen Fische mit schwarz-weißem Zebramuster.


Kleines Logikproblem für mich. Woher weiß er/sie, dass es weiße Streifen sind? Das Licht in den Aquarien ist doch blau ...


Auf einer kleinen Bühne spielte ein Jazztrio.


--> spielte ein Trio, bestehend aus Saxophon, Kontrabass und Schlagzeug.

Viele Gäste waren nicht hier.


Wieso nicht? Wollen die Menschen sich nicht ein wenig vergnügen?

Die wenigen waren wie ich allein.


Der Satz erzeugt bei mir ein Fragezeichen. Irgendeine Formulierung wie:
Ich lief an Tischen vorbei, an denen einsame Männer saßen, die in ihren Cocktail starrten.

Ist jetzt auch nicht top, aber es macht es fühlbarer, was Du meinst.

Aus dem heruntergekommenen Schuppen war seit ich das letzte Mal hier war offensichtlich eine Art high-class Nachtclub geworden. Ich wunderte mich, woher jemand die so viel Geld hatten.


Unsicher stellte ich mich an die Bar und sprach den Barkeeper an.


Hier zu feminin. Ist es ein Mann? Falls ja: Ich stellte mich an die Bar und sprach den Barkeeper an.

Er war ein hagerer Typ von vielleicht etwa Mitte Vierzig.

Die wenigen Haare, die ihm noch geblieben waren, hatte er zu einem kleinen Zopf gebunden.


Cool! Kann ich mir sehr gut vorstellen diese Type!

„War in den letzten Tagen zufällig diese Frau unter ihren Gästen?“, ich holte ein lädiertes Passfoto von Clara aus meinem Portemonnaie.


Er/sie spricht wie ein Privatdetektiv? Ist das Absicht?

Der Barkeeper warf einen kurzen, uninteressierten abschätzigen Blick darauf, schüttelte den Kopf und wandte sich wieder dem Gläserpolieren den Gläsern zu. „Sagt Ihnen diese Visitenkarte vielleicht etwas?“, versuchte ich es erneut. Aber was sollte er auch sagen. Er grinste und schüttelte den Kopf. Neben mir auf der Theke lag ein ganzer Stapel voller identischer dieser Karten.

„Hören Sie. Entweder sie bestellen etwas zu trinken oder sie gehen. So einfach ist das.“


Finde ich zu formal, zu höflich. Besser so:

„Nicht quatschen! Bestellen! So einfach ist das!“

erwiderte er ohne auf meine Frage einzugehen.


sagte er nur.

Als ich mich gerade abwenden wollte, fiel mir der Daumen des Barkeepers sein Daumen auf. Unter normalen Umständen hätte ich das fehlende Stück für einen Arbeitsunfall gehalten.

Aber da mein Daumen fast genauso aussah, konnte ich nicht anders als an ein weiteres Teil des Puzzels zu glauben.Warum würde ein Vogel sich eine Visitenkarte schnappen, den Barkeeper vorher in den Daumen beißen, dann zu mir fliegen, um mich genauso zu verunstalten?

Irgendwie kompakter schreiben. Wird mir zuviel erklärt an dieser Stelle.

„Was ist mit Ihrem Daumen passiert?“, fragte ich so nonchalant wie möglich.


„Was ist mit Ihrem Daumen?“, fragte ich ihn.

Der Mann blickte mir in die Augen. Dann fiel sein Blick auf meinen bandagierten Daumen. „Verschwinden Sie einfach!“. Sein lauter Tonfall duldete keine Widerrede. Das kam an! Aus der Tür hinter der Theke kam wie auf‘s Stichwort ein muskelbepackter Schlägertyp, der mich offensichtlich einschüchtern sollte. „Hey, nichts für ungut. Peinliche Geschichte, versteh‘ schon.“, versuchte ich die Situation mit Humor zu lösen sagte ich und trat zwei Schritte zurück.

Die beiden Männer, verzogen keine Miene. Nach einem Moment unangenehmen Schweigens: „Nur ein Gin Tonic, bitte.“ sagte ich als hätte er mich gefragt, was ich gerne trinken möchte. Ich lächelte unschuldig, um ihm zu beweisen, dass die Frage mit dem Daumen nur Smalltalk gewesen war. Ich hatte eindeutig einen wunden Punkt entdeckt. Misstrauisch dreinblickend stellte er mir das Glas mit meinem Wunschgetränk auf die Theke.


Das ist unplausibel für mich. Die wollen ihn doch irgenwie angreifen/rausschmeißen. Was hat sie nun umgestimmt?

Ich setzte mich an einen der Tische, lauschte der Musik und sah den Affen bei ihrem nächtlichen Rundgang auf dem Friedhof nach. Ganz so als hätten sie ihr ganzes Leben darauf gewartet, dass die Menschen endlich verschwinden würden, damit sie auf ihren Gräbern tanzen konnten. Dann hatte ich einen Plan...


Stimmungsvoll. Kann man die Affen von dort oben bei Nacht so gut erkennen? Einen Plan ... okay, aber
wer erwartet jetzt einen Plan? Um was zu tun? Was ist der Konflikt des Protagonisten/der Protagonistin?
Es gibt bis jetzt auch eine ziemliche Distanz zu der Figur. Eine emotionale Identifikation hat bis jetzt nicht
stattgefunden. Warum sollte ich mit ihr mitfiebern?

Also ich fand das Ambiente, das Setting des zweiten Teils gut. Es ist wohl eine Art Detektivstory.
Bin auf den dritten Teil gespannt ...
Benutzeravatar
DrJones
 
Beiträge: 164
Registriert: 14.05.2014, 22:41

Re: Clara - Kurzgeschichte (2/4)

Beitragvon Diemen » 04.06.2014, 13:06

Hallöchen nun zum zweiten Teil!

Vieles hat ja mein Vorposter schon geschrieben. Ein paar kleine Anmerkungen habe ich aber doch noch:

Dass so ein kleines Tier so eine Kraft entwickelt konnte, hätte ich nicht gedacht.

... entwickeln konnte ... Abgesehen davon, muss der Vogel die Kraft nicht entwickeln, er verfügt ja darüber.

Ich schrie erschrocken auf und hätte dem arglistigen Biest am liebsten den Hals umgedreht.

Einmal mehr die Arglist. Arglist bedeutet böswilliges, hinterhältiges und verschlagenes Verhalten. Das passt weder zu einem Tier noch zu der Grimmigkeit im ersten Teil. Handlungen oder Menschen können arglistig sein. Grimmig ist man hingegen nicht aus Böswilligkeit. Die Handlung eines Tieres kann ich auch schwer als arglistig begreifen.

Clara hätte gewusst, wie der Vogel zu besänftigen war, ...

... zu besänftigen wäre,

Manchmal verirrte sich auch mal ein Exemplar in die Bar.


Elektrizität war ein seltener Rohstoff geworden. Überall fehlte es an Expertise. Privatpersonen bekamen nur 13 Stunden Strom am Tag. Das reichte. Das Internet war sowieso auf einen kleinen Teil seines ursprünglichen Volumens zusammengeschrumpft. Mobilfunk gab es praktisch nicht mehr.

Ich wunderte mich, woher jemand so viel Geld hatte.

Elektrizität ist kein Rohstoff. Sie wird aus Rohstoffen erzeugt/umgewandelt. Das Internet ist von einer komplexen und aufwändig zu erhaltenden Infrastruktur abhängig. Spielt hier Geld noch eine Rolle oder ist es eher schwierig die Rohstoffe zu bekommen um z.B. ein Aquarium zu unterhalten? In welchem Zustand befindet sich diese Gesellschaft genau?
Ich gehe davon aus, dass du noch keine Zeit hattest seit dem ersten Post deine Geschichte umzuarbeiten. Wie bereits gesagt: Bitte arbeite das Szenario etwas gründlicher aus.

War in den letzten Tagen zufällig diese Frau unter ihren Gästen?

Das kam für mich etwas unvermittelt. Der Prot. ist wegen der Visitenkarte hier, zeigt aber zuerst ein Foto her. Vielleicht solltest du etwas früher in der Geschichten den Gedanken etablieren, dass der Erzähler aus Gewohnheit überall nach Clara fragt.

Die beiden Männer, verzogen keine Miene.

Kein Komma nötig.

Nach einem Moment unangenehmen Schweigens:

Das ist ein Halbsatz, der vom Rest getrennt ist, was mich beim Lesen zum Stolpern gebracht hat. Du kannst ihn einfach in den Satz nach der direkten Rede integrieren.

Ich setzte mich an einen der Tische, lauschte der Musik und sah den Affen bei ihrem nächtlichen Rundgang auf dem Friedhof nach.

... und beobachtete die Affen bei ihrem nächtlichen Rundgang auf dem Friedhof.


Stimmung und Spannung bleiben auch im zweiten Teil aufrecht. Wie mag es weitergehen? Hoffentlich wissen wir es bald. :D
Diemen
 
Beiträge: 62
Registriert: 07.05.2014, 13:36
Wohnort: Wien

Re: Clara - Kurzgeschichte (2/4)

Beitragvon dadazinga » 05.06.2014, 14:26

@DrJones

Einen Punkt vorab: Ist es eigentlich eine Protagonistin? Falls nein,
kommt der Typ zu weiblich rüber. Dazu später mehr.


Uiuiui, da muss ich da nochmal drüber. Ich hatte tatsächlich kurz überlegt die Figur weiblich zu machen. Aber eigentlich soll sie männlich sein. Im Grunde ist's auch egal, aber offenbar holte dich die Verwirrung über das Geschlecht aus der Handlung raus. Das sollte nicht passieren.

Werden die Tiere als intelligent angenommen? Wieso sollte der Vogel den Zettel aushändigen?


Solche Vögel sind tatsächlich extrem Intelligent. Warum sollte er das nicht tun? Als er zu fressen bekommt, merkt er eben, dass ihm der Erzähler nichts böses will und verliert seine Skepsis (zubeißen).

Wieso natürlich?


Sollte so etwas ausdrücken wie "hätte ich mir ja auch denken können". In der Tat unglücklich formuliert.

Ist mir zu nah an "12 Monkeys" dran. Vielleicht besser ein anderes Tier? Etwas exotischeres ...


Das ist den Story Cubes zu verdanken. Ich musste diese Beriffe irgendwie unterbringen: https://31.media.tumblr.com/0413883c5ae ... 2_1280.jpg
Deswegen sind die Fische auch schwarz-weiß gestreift.

Hier zu feminin. Ist es ein Mann? Falls ja: Ich stellte mich an die Bar und sprach den Barkeeper an.


Gibt's keine unsicheren Männer? ;) Aber ich verstehe was du meinst.

Das ist unplausibel für mich. Die wollen ihn doch irgenwie angreifen/rausschmeißen. Was hat sie nun umgestimmt?


Im Grunde wollen Sie den Protagonisten nicht noch misstrauischer machen, indem Sie ihn rausschmeißen. Er hat ja nichts verbotenes getan. Deswegen die kurze Pause, in der niemand etwas sagt. Alle entscheiden sich so zu tun, als würde nichts ungewöhnliches in der Bar vorgehen.

Einen Plan ... okay, aber
wer erwartet jetzt einen Plan? Um was zu tun? Was ist der Konflikt des Protagonisten/der Protagonistin?


Richtig, richtig. Da muss ich nochmal ran.

@Diemen

Die Handlung eines Tieres kann ich auch schwer als arglistig begreifen.


Das ist ja ein subjektiver Eindruck. Menschen neigen ja zum an­th­ro­po­mor­phi­sie­ren. Das heißt ja nicht, dass der Vogel wirklich aus Arglist gehandelt hat.

Ich gehe davon aus, dass du noch keine Zeit hattest seit dem ersten Post deine Geschichte umzuarbeiten. Wie bereits gesagt: Bitte arbeite das Szenario etwas gründlicher aus.


Du hast Recht, die Welt habe ich wirklich noch nicht gut ausgearbeitet. Muss ich noch mal ran.

Kein Komma nötig.


Tippfehler, danke.
dadazinga
 
Beiträge: 38
Registriert: 01.05.2014, 02:15

Re: Clara - Kurzgeschichte (2/4)

Beitragvon DrJones » 06.06.2014, 09:16

Hier zu feminin. Ist es ein Mann? Falls ja: Ich stellte mich an die Bar und sprach den Barkeeper an.

Gibt's keine unsicheren Männer? ;) Aber ich verstehe was du meinst.


Doch, doch, die gibt es! Klar! Aber in einer Geschichte sollte ein Mann auch wie ein Mann rüberkommen/
sich anfühlen.Ich finde Deinen Protagonisten zu zaghaft und zu reflektiert. Soll nicht heißen, dass Frauen
zaghaft und immer reflektiert sind. Bitte nicht falsch verstehen! 8) Es ist ... das kollektive
Verständnis von Mann und Frau. Archetypen eben. Schwer zu erklären. Als ich Deinen Text las, dachte
ich sofort: Das ist eine Frau! Auch dieses Abwägen von allen Möglichkeiten. Okay, ist es ein
Privatdetektiv? Dann wäre das berufsbedingt. Aber dennoch etwas mehr Testosteron wäre nicht
schlecht ...
Benutzeravatar
DrJones
 
Beiträge: 164
Registriert: 14.05.2014, 22:41

Re: Clara - Kurzgeschichte (2/4)

Beitragvon Flemeth » 09.06.2014, 15:39

Hi dadazinga,
hast du deinen Text schon umgeändert? Falls nicht, könnten sich ein, oder zwei meiner Anmerkungen mit den der anderen Kommentatoren überschneiden. Auf Kommasetzung, Rechtschreibung etc, werde ich übrigens nicht eingehen.

Der Vogel machte keine Anstalten, mir den Zettel auszuhändigen und so griff ich nach seiner Kralle. Doch das Tier schnappte blitzschnell nach meiner Hand und biss mir in den Daumen. Dass so ein kleines Tier so eine Kraft entwickelt konnte, hätte ich nicht gedacht. Ich schrie erschrocken auf und hätte dem arglistigen Biest am liebsten den Hals umgedreht. Clara hätte gewusst, wie der Vogel zu besänftigen war, dachte ich wieder.


Dass dein Protagonist sich an etwas erinnert, das Clara ihn gelehrt hat, und dies anwendet, finde ich nett. Auch kommt hier für mich ein schöner Gegensatz durch. Clara wirkt geschickt und behände, dein Protagonist hingegen ungeschickt und misstrauisch gegenüber Tieren.

Dieser eine Satz ist etwas holprig geworden:

Dieser kurzen Eingebung folgend, pflückte ich die wenigen Körner von dem alten Brot in meiner Küche und gab sie dem Tier zum Fraß.


Mir gefällt erstens nicht, dass er die Körner von dem alten Brot pflückt, das Bild passt hier nicht. Außerdem sollte es sich nicht um Körner, sondern um Krumen oder Bröckchen handeln.
Auch das zum Fraß geben, hört sich seltsam an.
Vielleicht: … streute ich sie vor ihm auf den Tisch. Oder: … streute ich sie vor seine Füße.

Der Zettel, für den ich einen blutenden Daumen riskiert hatte, entpuppte sich als profane Visitenkarte. Auf stark ausgeblichenem mitternachtsblauem Grund befand sich ein schwarzer stilisierter Affenkopf.

Die Beschreibung der Visitenkarte ist dir gut gelungen. Sehr gut macht sich das „ausgeblichene mitternachtsblau“. So würde ich mir auch eine Visitenkarte für einen herunter gekommenen Nachtklub vorstellen.

Die Monkey‘s-Bar. Ein heruntergekommener Nachtclub, der nach den vielen Affen benannt war, die man von dort aus über den Friedhof springen sehen konnte. Manchmal verirrte sich auch mal ein Exemplar in die Bar. Die Tiere holten sich nach dem Ausfall wieder ein Stück ihres Landes zurück. Warum auch nicht.

Auch die Begründung für den Namen der Bar ist sehr nett.

Dieser Satz hier:

Manchmal verirrte sich auch mal ein Exemplar in die Bar.


gefällt mir aus zwei Gründen nicht. Erstens ist er wieder etwas holprig (Manchmal und mal in einem Satz). Zweitens kann ich mir nicht so recht vorstellen, was ein Affe in der Bar verloren hat. Vielleicht ist der Besitzer sehr von Affen angetan und füttert sie manchmal? Oder er hält sich sogar einen oder zwei als Haustiere? Dass die Affen aber einfach so in der Bar rumhängen finde ich zwar ulkig, aber ziemlich unrealistisch.

Die Monkey’s Bar befand sich in der obersten Etage eines sonst leer stehenden ehemaligen Bürogebäudes. Ich fuhr mit dem ratternden Aufzug bis ganz oben.


Die Lage der Bar (oberste Etage in einem hohen Gebäude) ist ein weiterer Punkt, warum es mir sehr überspitzt erscheint, dass sich die Affen in die Bar verirren. Außer sie klettern sehr zielstrebig King-kong-artig an der Fassade hoch. Naja. Ich glaube es gibt interessantere Orte für Affen.

Der einzige funktionierende Knopf hatte den gleichen Affenkopf wie auf der Visitenkarte und leuchtete in grellem Blau.


Wieder eine gute, knappe und passende Beschreibung eines kleinen, nebensächlichen Objekts (so wie bei der Visitenkarte), das ich mir als Leser gleich gut vorstellen kann. Ich glaube, das liegt dir irgendwie.

Elektrizität war ein seltener Rohstoff geworden. Überall fehlte es an Expertise. Privatpersonen bekamen nur 13 Stunden Strom am Tag.

Ich finde 13 Stunden Strom am Tag zu viel, um sie als „nur“ zu bezeichnen.

Gedämpfte Musik drang durch den Spalt. Irgendein Jazz Stück aus dem letzten Jahrtausend. Als ich die Monkey’s Bar betrat erkannte ich sie nicht wieder. Riesige blau beleuchtete Aquarien trennten die einzelnen Sitzecken voneinander. In ihnen schwammen Fische mit schwarz-weißem Zebramuster. Auf einer kleinen Bühne spielte ein Jazztrio. Viele Gäste waren nicht hier. Die wenigen waren wie ich allein.


Die Szenerie kann man sich ganz gut vorstellen. Allerdings schneidet sich diese Beschreibung meiner Meinung nach etwas mit dem nachfolgenden Satz:

Aus dem heruntergekommenen Schuppen war seit ich das letzte Mal hier war eine Art high-class Nachtclub geworden.


Dieses high-class will mir nicht so recht zu der kleinen Bühne und den wenigen Gästen in der Bar passen, die noch dazu alleine sind. Überhaupt: Was für eine Art Nachtclub soll es sein?
Einfach eine Bar? Oder etwas Strip-club-artiges?
Ich finde du solltest dich entscheiden, ob du der Bar einen luxuriösen und pulsierenden Charakter verleihen willst, oder eher einen verlassenen, irgendwie mysteriösen Charakter. Das hier ist irgendwie ein Mischmasch. Sicher gibt es das in der Realität oft genug, aber ich wünsche mir hier irgendwie ein klares Bild.

Mit dem nachfolgenden Dialog hab ich auch meine Probleme. Ich verstehe nicht ganz, was der Erzähler vor hat. Ich glaube, der Erzähler weiß es selbst nicht so genau.

„War in den letzten Tagen zufällig diese Frau unter ihren Gästen?“, ich holte ein lädiertes Passfoto von Clara aus meinem Portemonnaie.


Wenn ich mich auf die Suche, nach meiner Frau mache, die aus unbekannten Gründen verschwunden ist, würde ich vielleicht etwas geschickter vorgehen. Möglicherweise gibt es Gründe, warum sie verschwinden wollte oder sie irgendjemand hat verschwinden lassen. Ist es klug, ihr Foto einfach so herum zu zeigen?
Ich verlange ja nicht, dass dein Protagonist „klug“ ist. Nur ein paar Gedankengänge, warum er das so macht, wären aufschlussreich.

Die „Verletzter-Daumen“-Sache hingegen weckt mein Interesse. Dieser Satz:

Warum würde ein Vogel sich eine Visitenkarte schnappen, den Barkeeper vorher in den Daumen beißen, dann zu mir fliegen, um mich genauso zu verunstalten?


ist daher genau so auch mir durch den Kopf gegangen.

„Was ist mit Ihrem Daumen passiert?“ fragte ich so nonchalant wie möglich. Der Mann blickte mir in die Augen. Dann fiel sein Blick auf meinen bandagierten Daumen.

Argh. Warum verbirgt er seinen eigenen Daumen nicht vor den Augen des Baarkeepers?

„Verschwinden Sie einfach!“. Sein lauter Tonfall duldete keine Widerrede. Aus der Tür hinter der Theke kam wie auf‘s Stichwort ein muskelbepackter Schlägertyp, der mich offensichtlich einschüchtern sollte. „Hey, nichts für ungut. Peinliche Geschichte, versteh‘ schon.“, versuchte ich die Situation mit Humor zu lösen. Die beiden Männer, verzogen keine Miene. Nach einem Moment unangenehmen Schweigens: „Nur ein Gin Tonic, bitte.“ sagte ich als hätte er mich gefragt, was ich gerne trinken möchte. Ich lächelte unschuldig, um ihm zu beweisen, dass die Frage mit dem Daumen nur Smalltalk gewesen war.


Hm. Dass hier etwas verborgen werden soll, ist klar. Allerdings stellt sich auch der Baarkeeper nicht ganz geschickt an. Stell dir vor, du wärst Barkeeper und hättest was zu verbergen? Würdest du da so reagieren? Ich wünsche mir das ganze irgendwie undurchsichtiger und hintergründiger. Den Muckimann hat der Barkeeper gar nicht nötig. Er sollte den Protagonisten mit irgendeinem Spruch abservieren oder ganz kühl ignorieren.

Ich setzte mich an einen der Tische, lauschte der Musik und sah den Affen bei ihrem nächtlichen Rundgang auf dem Friedhof nach. Ganz so als hätten sie ihr ganzes Leben darauf gewartet, dass die Menschen endlich verschwinden würden, damit sie auf ihren Gräbern tanzen konnten.


Das gefällt mir wieder gut. Ich kann mir richtig gut vorstellen, wie er den Affen gedankenverloren zusieht und düstere Gedanken vor sich herschiebt.

Übrigens: Der Bemerkung, die weiter oben Dr. Jones über die „Weiblichkeit“ deines Protagonisten gemacht hat, kann ich überhaupt nicht zustimmen. Ja, der Charakter wirkt unsicher, nicht sehr selbstbewusst. Er wirkt tollpatschig im Umgang mit anderen Menschen und irgendwie schwach.
Aber das ruft bei mir überhaupt nicht das Bild einer Frau hervor, sondern eines, wie gesagt, etwas unsicheren, labilen Menschen, den ich mir aufgrund deiner Bezeichnung als „er“ natürlich als Mann vorstelle.
Ob man die genannten Charaktereigenschaften mit „weiblich“ gleichsetzen sollte, lass ich mal dahingestellt, bezweifle ich aber sehr stark.

Lg, Flemeth
Find what you love and let it kill you.
Benutzeravatar
Flemeth
 
Beiträge: 44
Registriert: 09.05.2014, 17:35

Re: Clara - Kurzgeschichte (2/4)

Beitragvon Azareon29 » 17.06.2014, 23:45

Hallo dadazinga,

dann mal weiter mit Teil 2.


Der Vogel machte keine Anstalten, mir den Zettel auszuhändigen und so griff ich nach seiner Kralle. Doch das Tier schnappte blitzschnell nach meiner Hand und biss mir in den Daumen. Dass so ein kleines Tier so eine Kraft entwickelt konnte, hätte ich nicht gedacht. Ich schrie erschrocken auf und hätte dem arglistigen Biest am liebsten den Hals umgedreht. Clara hätte gewusst, wie der Vogel zu besänftigen war, dachte ich wieder. Dieser kurzen Eingebung folgend, pflückte ich die wenigen Körner von dem alten Brot in meiner Küche und gab sie dem Tier zum Fraß. Natürlich entspannte das Körner pickende Tier sofort seinen verkrampften Fuß.

Der Zettel, für den ich einen blutenden Daumen riskiert hatte, entpuppte sich als profane Visitenkarte. Auf stark ausgeblichenem mitternachtsblauem Grund befand sich ein schwarzer stilisierter Affenkopf. Die Monkey‘s-Bar. Ein heruntergekommener Nachtclub, der nach den vielen Affen benannt war, die man von dort aus über den Friedhof springen sehen konnte. Manchmal verirrte sich auch mal ein Exemplar in die Bar. Die Tiere holten sich nach dem Ausfall wieder ein Stück ihres Landes zurück. Warum auch nicht.

Die Darstellung, wie dein Prota an den Zettel zu gelangen versucht, wirkt auf mich etwas statisch und fast schon runtergeleiert. Ich würde es so machen: Der Vogel hielt einen Zettel in seiner Kralle. Ich griff danach - und prompt hackte er mir seinen Schnabel in die Finger.
Ich schrie auf, vor Schreck und Schmerz. Arglistiges Biest!
Am liebsten hätte ich ihm den Hals umgedreht, doch wer weiß, in was für Fetzen er meine Finger dann gehackt hätte.
Clara müsste hier sein. Sie hätte gewusst, wie der Vogel zu besänftigen war. Sie hätte ihm wahrscheinlich etwas zu fressen gegeben (etwas anderes, als meine Finger) und er hätte ihr auf ewig die Treue geschworen.
Dieser kurzen Eingebung folgend, pflückte ich die wenigen Körner von dem alten Brot in meiner Küche und gab sie dem Tier zum Fraß. Der Vogel vergaß prompt den Zettel und machte sich über die Krumen her.


Beim zweiten Abschnitt muss ich mich über die Affen wundern. Spielt diese Story in Singapur? Da ist eine hohe Anzahl Affen auf dem Friedhof nichts ungewöhnliches. Davon abgesehen, gute Beschreibung, sehr cyberpunkig. Weiter so.


Die Monkey’s Bar befand sich in der obersten Etage eines sonst leer stehenden ehemaligen Bürogebäudes. Ich fuhr mit dem ratternden Aufzug bis ganz oben.

Das der Prota nicht in den Keller fährt, sollte eigentlich klar sein.

Der Fahrstuhl hielt ratternd an.

Der Prota ist schon mit dem ratternden Aufzug nach oben gefahren, da sollte es ebenso verständlich sein, dass der Lift auch ratternd anhält und muss nicht extra erwähnt werden.

Als die Tür aufging blickte ich in einen dunklen Gang, an dessen Ende die leicht geöffnete Tür zur Bar lag. Gedämpfte Musik drang durch den Spalt. Irgendein Jazz Stück aus dem letzten Jahrtausend. Als ich die Monkey’s Bar betrat erkannte ich sie nicht wieder.

Fast zweimal hintereinander 'Als ich'. Das könntest du beim zweiten Mal weglassen. Ich betrat die Bar und erkannte sie fast nicht wieder.

Der gesamte letzte Abschnitt ist viel zu zusammengepresst. Es ist sehr schwierig, diesen Textblock zu lesen.
Gerade bei Dialogen sollte nach jedem Satz ein neuer Absatz gemacht werden, damit es sich besser und flüssiger lesen lässt.

Von den Sachen, die ich bemängelt habe, abgesehen, ist die Story noch etwas eigenartig. Dein Prota erhält die Visitenkarte einer Bar von einer Krähe geliefert und geht dann dorthin, um... was zu tun? Das wird aus dem Text nicht klar.

Sehen wir mal, wie der dritte Teil wird.
Man muss sich ins Leben fallen lassen - was wäre die Alternative?
- Gilly the perky goth
Benutzeravatar
Azareon29
 
Beiträge: 236
Registriert: 09.10.2011, 18:05
Wohnort: Modautal

Re: Clara - Kurzgeschichte (2/4)

Beitragvon Cernunnos » 19.06.2014, 21:12

Halle dadazinga (erneut!),

du hast mich nicht enttäuscht. Alles passt hervorragend in die wundervolle Atmosphäre dieser verunglückten und tristen Welt. Das einzige Problem, welches ich nun habe ist, dass eigentlich alle Kritikpunkt, die ich habe, schon von den anderen genannt wurde, weshalb ich wieder darauf zurückkomme, meine 'Erlebnisse' beim Lesen dieses Teils zu schildern.

Es beginnt mit der Visitenkarte. Ich hab diese sofort vor mir gesehen. Äußerst nett hat mir die Erklärung des Namen gefallen. Dann jedoch war ich kurz verwirrt. Wieso ist die Hauptperson plötzlich in dem Fahrstuhl? Wohnt sie unter der Bar? Oder ist sie hingegangen? Vielleicht hättest du schreiben können, dass die Person beschließt die Bar aufzusuchen, was dann nicht so irritierend auf mich gewirkt hätte.
Die Atmosphäre ist wie schon erwähnt sehr passend. Sehr sehr schön finde ich es, wie du alles in der Umgebung beschreibst. Ich konnte mir die Bar richtig gut vor meinem inneren Auge vorstellen. Und dann begann das Gespräch. Die wirklichen Beweggründe der Hauptperson, konnte ich noch nicht wirklich herausfinden, aber es muss etwas wichtiges sein. Oder kann es doch nur wegen Clara sein? Mich würde ja schon gerne interessieren, wieso sie verschwand und was des Barkeepers Geheimnis ist, welches er mit sich rumzutragen scheint, wenn ich es richtig herausinterpretiert habe.
Und wieder hast du den Teil mit einer offenen Frage für den Leser beendet: Was ist der Plan der Hauptperson? Mit Cliffhängern scheinst du dich also bestens auszukennen! :wink: :)

Alles in allem wieder eine sehr gute Arbeit und ich muss die Kurzgeschichte jetzt noch zu Ende lesen und kommentieren. Vielen Dank für diese tolle Geschichte. (Die erste, die ich hier lese. Irgendwie glaube ich, dass ich ein wenig zu schlecht für dieses Forum bin, wenn die anderen Geschichten hier auch so gut sind.)

LG Cernunnos
Cernunnos
 
Beiträge: 3
Registriert: 19.06.2014, 20:11
Wohnort: Deutschland

Re: Clara - Kurzgeschichte (2/4)

Beitragvon CraX » 26.06.2014, 01:21

Hallo dadazingda,

Da schon viel gesagt wurde, hier etwas zu meinen Vorrednern:
Hier kann ich den Kürzungsvorschlägen von DrJohns im Großen und Ganzen zustimmen.
Dass der Prota ein Mann ist, ist mir eigentlich klar, wenn er überlegt, dass er mit Clara abhauen will.
Die Szene, als er dann seinen Gin Tonik bestellt und die Schläger ruhig bleiben, macht mir hingegen keine Probleme.

Den Vorschlägen aller anderen Kritiker ist fast nichts hinzuzufügen.

Azareon29s Szene, wie er dem Vogel den Zettel abnimmt, finde ich auch gelungener als deinen. Allerdings ist sein Schreibstil mit den kurzen Sätzen nicht unbedingt deiner. Da wirst du sicher selber noch was machen können. Da die Szene in seinem Arbeits- oder Wohnzimmer spielt, würde ich ihn die paar Schritte in die Küche und zurück auch gehen lassen.

Was mir zur Bar noch aufgefallen ist:
Die Bar befindet sich im obersten Stockwerk. Er fährt mit dem Aufzug hoch, obwohl der Strom knapp ist. Ok, das kann sich der high-class Nachtclub leisten. Aber zuvor war es ein heruntergekommener Schuppen, und der hätte Probleme mit dem Aufzugstrom gehabt (aber vielleicht ist er auch deswegen pleite gegangen).
Dass sich Affen in der Bar im obersten Stock (und überhaupt) herumtreiben, hat auch schon jemand bemängelt.
Man weiß (an dieser Stelle noch) nicht, welcher Stock der oberste ist, aber es fühlt sich bei „ehemaligem Bürogebäude“ schon sehr hoch an. Dass man aus der Höhe Affen auf einem Friedhof beobachten kann, vor allem Nachts, stört mich ein wenig. Und übrigens Friedhof – ist das noch einer? Er selber wohnt doch auch an einem Friedhof? Das wird ja kaum derselbe sein. Zwei Friedhöfe in einer Geschichte sind etwas viel.
Beim high-class Nachtclub stört mich auch ein wenig das proletenhafte Gebaren des Barmanns, der wohl noch vom Vorbesitzer übrig geblieben ist.
Nachdem ich jetzt den Rest gelesen habe, würde ich aus dem Edelclub doch wieder einen heruntergekommenen Schuppen machen, und zwar im maximal 4. Stock. Und der Prota muss Treppen laufen. Dann würde auch der Rest passen.

Ich habe dann noch den Rest gelesen und mach es noch kurz hier zu Ende:

Im 3. Teil hat mich die Gegenwartsform des vergangenen Strangs gestört. Nachdem ich es zu Ende gelesen habe, frage ich mich, ob er überhaupt notwendig ist. Ich würde es eher so machen, wie von AnTBensOrs Kritik im 4. Teil angeregt, dem ich ansonsten auch in fast allen anderen Punkten zustimme.


LG
CraX
Die wahren Abenteuer sind im Kopf und sind sie nicht im Kopf, dann sind sie nirgendwo.
Benutzeravatar
CraX
 
Beiträge: 163
Registriert: 24.01.2014, 00:10
Wohnort: Freiburg
Blog: Blog ansehen (1)


Zurück zu Science Fiction

Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder und 0 Gäste