[Humor]Das erste Mal

Komödie, Satire, Parodie

[Humor]Das erste Mal

Beitragvon Trauerweide » 18.01.2013, 23:28

Diese Geschichte schrieb ich vor einiger Zeit, als ich mit ein paar Freunden eine Art Wettbewerb gemacht habe.
Nun würde ich gerne wissen, wie die Geschichte bei euch ankommt.


Das erste mal

Meine Beine schlotterten vor Angst, Schweiß bildete sich auf der Stirn und meine Stimme versagte fast.
„Du willst wirklich DA drauf?“, frage ich und zeigte zitternd auf das Fahrgerät.
„Klar, das macht voll Spaß!“, grinste mein Freund und zog mich einfach mit.
Ich schluckte schwer und bewegte mich wie in Trance.
„Sei nicht so feige! Pah, Weiber!“, sagte er sehr gemein zu mir.
Wir saßen im Gefährt und ein Mann ging einmal am Rand entlang und es machte krattataklick. Kurz vor meinem Bauch hatte ich ein Eisenbügel. Ich klammerte mich bereits jetzt daran fest, wohl in der Hoffnung, doch noch irgendwie das Teil wegzubekommen und aussteigen zu können.
Mein Freund lachte fies und sagte mir, dass ich ein totaler Schisser sei. Ich grummelte vor mich hin und verfluchte diesen Mistkerl im Gedanken.
Langsam fuhr die Bahn an. Es ruckelte gefährlich und ich fragte mich, ob wir wohl in die Tiefe fallen würden und sterben müssten.
Im Schneckentempo fuhren wir hoch und ich schaute mir den Himmel an. Er war blau und die weißen Wölkchen sahen schön aus. Ich entspannte mich langsam. Dann hörte ich neben mir mein Freund gequält sagen: „Oh Gott, ist das hoch!“
Ich schaute ihn skeptisch an, dachte, er wolle mich veräppeln. Aber sein Gesicht war Käseweiß.
Ich schaute nach unten und sah lauter kleine Leute. Ich grinste und sagte: „Das sieht voll witzig aus!“
Kaum ausgesprochen bewegte sich die Bahn schneller. Es ging mit einem Affenzahn nach unten.
Meine Augen waren weit aufgerissen, mein Magen weit oben und ich hatte das Gefühl zu fliegen.
„Boar ist das geil!“, schrie ich und lachte vor Freude.
Die Loopings waren für mein Geschmack zu harmlos und die Fahrt ging viel zu schnell rum.
Als die Achterbahn am Ziel ankam lächelte ich und fragte: „Fahren wir noch einmal?“
Ich schaute meinen Freund an und lachte laut auf.
Er kauerte festgekrallt und mit geschlossenen Augen neben mir.
„Du Schisser kannst dich entspannen, die Fahrt ist zu Ende!“, lachte ich fies.
Seit diesem Tag sagte er nicht mehr zu mir, ich sei feige und das Wort Weiber hörte ich ebenfalls nie wieder aus seinem Mund.
Übrigens bin ich an diesen Tag auf dem Rummelplatz noch zweimal Achterbahn gefahren. Jedoch alleine.
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Re: Das erste Mal

Beitragvon Jakob Winter » 19.01.2013, 05:28

Zuerst wollen wir uns dem obligatorischen, langweiligen Aspekt der Interpretation annehmen: Der Rechtschreibung. Mir sind nur zwei Fehler aufgefallen, wobei ich bei den Kommaregeln nicht über die nötige Sicherheit verfüge. Wenn ich etwas übersehen habe, sei es mir bitte verziehen:

„Du willst wirklich DA drauf?“, frage ich und zeigte zitternd auf das Fahrgerät.

Da ist dir ein T bei "fragte" entfallen.

Aber sein Gesicht war Käseweiß.
Als Adjektiv gehört "käseweiß" natürlich klein geschrieben.

Nun zur Textdynamik beim Lesen: Mir gefällt die Geschichte sehr gut. Sie besticht durch einen stimmigen Aufbau, der den Nervenkitzel gelungen einfängt. Außerdem bin ich ein Freund wiederkehrender Motive und mir ist natürlich nicht der schöne Bogen entfallen, der hier mit dem wechselnden "Schisservorwurf" und dem fiesen Lachen gezogen wird. Auch gefällt mir, wie der Aufmerksamkeitfokus der Erzählfigur wechselt: Zuerst auf die eigenen Empfindungen gerichtet, dann mit dem Mann als Gegenpol konfrontiert. Danach wird aus dieser Gegenüberstellung ein "wir", Rückkehr zur Gegenüberstellung der beiden Figuren und schließlich ein Aufgehen in der erquickten Erlebniswelt des Ichs, das abgeschlossen wird durch eine Emanzipation gegenüber dem anfänglichen Provokateur.

Zur Thematik: Ich nehme nicht an, dass eine Zweideutigkeit mit dem "Ersten Mal", das ja gerne einmal sexuell kategorisiert wird, geplant ist. Falls doch hält diese kaum weiter als die Überschrift an. Ich gehe einfach mal davon aus, dass nicht, höchstens um mit dem irreführenden Titel Leser zu locken ;) Der Ritt auf der Achterbahn ist überzeugend dargestellt, allerdings hab ich so meine Schwierigkeiten mit der Glaubwürdigkeit der Folgen des Rollentausches bezüglich Schisshäschen. Wenn der Mann einmal generell dazu geneigt ist eine Frau als "Weib" zu bezeichnen, wird er sich das kaum wegen einer Achterbahnfahrt endgültig abgewöhnen, auch wenn die Dame einen persönlichen Respekt ihm gegenüber gewonnen hat. Alleine in Gegenwart anderer Frauen, würde er wohl wieder dazu tendieren in alte Schemata (ich hoffe das ist der korrekte Plural) zu verfallen. Das ist aber nur eine subjektive Einschätzung und kann gut und gerne als I-Tüpfelchenreiterei ausgelegt werden.
Die Pointe der Geschichte ist wirksam gesetzt. Ob sie nun sonderliche einfallsreich ist, kann ich schwer einschätzen. Sie ist auf jeden Fall früh absehbar, nämlich ab den Moment, als die Rollen tauschen. Aber es sagt nichts über die Qualität der Pointe aus, ob sie nun lang vorbereitet oder sehr spontan daherkommt. Ich wollte es nur stichfest analysiert haben.

Fazit: Daumen hoch!

Liebe Grüße,

Jakob Winter
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Re: Das erste Mal

Beitragvon Wakanda » 23.01.2013, 17:37

Hallo Trauerweide. :dasheye:
Ich habe deine Kurzgeschichte mit Vergnügen gelesen und möchte dir nun meine Meinung dazu äußern.

Der Text liest sich flüssig und hat keine Fehler, jedenfalls kann ich keine entdecken.
Besonders hat mir die Wendung gefallen. Das erst der Mann den Macho raus hängen lässt und sich über seine Freundin lustig macht, weil sie Angst hat und zum Schluss er der Angsthase ist. Ich musste deshalb schmunzeln.
Das einzige was mir aufgefallen ist und was ich nicht mochte (aber das ist, denke ich, persönlicher Geschmack), war:
„Sei nicht so feige! Pah, Weiber!“, sagte er sehr gemein zu mir.

„Sei nicht so feige! Pah, Weiber!“, sagte er und lächelte mich süffisant an, würde besser passen. Oder er schüttelt einfach nur verständnislos mit dem Kopf. Denn ich finde, dass seine Worte schon gemein genug sind. Die muss man dann nicht noch extra betonen. Eher im Gegenteil, es schwächt ab.

Aber wie gesagt, ist das nur meine persönliche Meinung. Du musst sie nicht teilen.
Ansonsten hat mir deine Kurzgeschichte gefallen: Daumen hoch und Frauenpower! :girl:

Liebe Grüße,
Wakanda. ^^
Wenn das die Lösung ist, will ich mein Problem zurück!!

Als ich geboren wurde, hat mich das Chaos geküsst!
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Re: Das erste Mal

Beitragvon steven_r » 09.02.2013, 20:05

Hallo Trauerweide

Deine Geschichte hat mir sehr gut gefallen. Sie ist erfrischend kurz und erzählt dennoch eine komplette, gut aufgemachte Story.

Dein Erzählstil ist einfach und effizient. Nicht zu viele Worte und gut gewählt. Klasse. Mit wenigen Worten bekommt man ein Gefühl für Deine Hauptperson. Sie wirkt sympathisch, wogegen der Freund sofort negativ wirkt. Der Umschwung in der Geschichte ist ebenfalls schön geschrieben.

Die Handlung bindet den Leser gut ein und man hat das Gefühl, mit in der Gondel zu sitzen. Das Ende ist zwar absehbar, aber logisch. Man erwartet es als Leser auch so. Anders wäre es nicht passend.

Rechtschreibung.

Mir sind nur zwei Sachen aufgefallen:

„Das erste mal“

Das „Mal“ müsste großgeschrieben werden.

„Die Loopings waren für mein Geschmack zu harmlos und die Fahrt ging viel zu schnell rum.
Als die Achterbahn am Ziel ankam lächelte ich“

Hier müsste es „meinen“ heißen.

Der Text könnte noch ein paar Absätze gebrauchen. Dann ist er vielleicht besser zu lesen. Aber das ist Geschmackssache.

Mir gefällt die Geschichte gut. Vor allem bekommt der „fiese“ Freund sein Fett weg.
Ich würde mich freuen, noch mehr von Dir zu lesen.
Pass auf Dich auf.

Liebe Grüße
Stefan
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Re: Das erste Mal

Beitragvon Alfish » 26.02.2013, 17:42

Hallo Trauerweide,

dies ist mein erster Beitrag (Tadaaaa...!) und ich hoffe, dass Du mit meiner konstruktiven Kritik und meinen Vorschlägen arbeiten kannst...ich mache einfach mal... :D


Das erste mal


Mal wird in diesem Satz groß geschrieben


Wir saßen im Gefährt und ein Mann ging einmal am Rand entlang und es machte krattataklick.


ich würde versuchen, das krattataklick zu umschreiben ...es gab ein Geräusch als ob...

Langsam fuhr die Bahn an.


das Wort "Bahn" weckt die Vorstellung einer Bimmelbahn...ich würde die Bahn mit einem kräftigeren Ausdruck belegen


„Boar ist das geil!“, schrie ich und lachte vor Freude.

besser: Boah ?

Die Loopings waren für mein Geschmack zu harmlos und die Fahrt ging viel zu schnell rum.
besser: die Fahrt war viel zu schnell zu Ende.

Die Geschichte hat mir gut gefallen, zumal am Ende der "Machofreund" mit dem gestörten Frauenbild sein Fett weg bekommt. :twisted: Die Dialoge sind gut, könnten jedoch noch mehr Brisanz vertragen, um die Stimmung besser auszudrücken. Ich würde auch nicht zu oft "sagte" verwenden. Aber die Geschichte hat ein überraschendes Ende, eines, das man sich auch im wirklichen Leben öfters einmal wünscht.

Liebe Grüße von Alfish
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Re: Das erste Mal

Beitragvon [Lena] » 01.03.2013, 23:13

Hi Trauerweide (Cooler Name :lol: )
Ich geb jetzt auch mal meinen Senf dazu :) Ich gehe dabei nicht auf Rechtschreibfehler ein, weil man beim nochmaligen Drüberlesen eh von selbst drauf kommt oder ein Programm das für einen erledigt und ich mich lieber auf wichtigere Dinge konzentriere.


„Klar, das macht voll Spaß!“, grinste mein Freund und zog mich einfach mit.


Gib ihm doch lieber einen Namen. Mein Freund klingt so unpersönlich (Obwohl es das ja gar nicht ist, aber wenn ich über meinen Freund rede, nenne ich ihn trotzdem beim Namen, auch wenn in mein Gegenüber nicht kennt. Man kann ja bei Nachfrage aufklären :D)


Wir saßen im Gefährt und ein Mann ging einmal am Rand entlang und es machte krattataklick. Kurz vor meinem Bauch hatte ich ein Eisenbügel. Ich klammerte mich bereits jetzt daran fest, wohl in der Hoffnung, doch noch irgendwie das Teil wegzubekommen um aussteigen zu können.


Im Schneckentempo fuhren wir hoch und ich schaute mir den Himmel an.

Ich nehme mal an, das ist eine Achterbahn oder ? Schreib doch lieber "Im Schneckentempo wurden wir hochgezogen..."


Ich schaute ihn skeptisch an, dachte, er wolle mich veräppeln. Aber sein Gesicht war Käseweiß.
Ich schaute nach unten und sah lauter kleine Leute. Ich grinste und sagte: „Das sieht voll witzig aus!“


Schaute...Schaute. Da stolpert man ein bisschen drüber find ich. Schreib vielleicht beim zweiten Mal
"Ich sah nach unten und beobachtete die vielen kleinen Leute..."



Ich schaute meinen Freund an und lachte laut auf.
Er kauerte festgekrallt und mit geschlossenen Augen neben mir.
„Du Schisser kannst dich entspannen, die Fahrt ist zu Ende!“, lachte ich fies.
Seit diesem Tag sagte er nicht mehr zu mir, ich sei feige und das Wort Weiber hörte ich ebenfalls nie wieder aus seinem Mund.


Gutes Ende. Ist das nicht immer so? Erst die Klappe aufreißen aber nix dahinter haben :)

An sich merkt man, dass dein Schreibstil noch sehr frisch ist. Du schreibst noch sehr, wie man vielleciht auch sprechen würde, was nicht umbedingt schlecht ist, jedoch manchmal etwas "ungeübt" wirkt. Mach einfach weiter so und hör niemals auf zu schreiben

LG
Lena
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Re: Das erste Mal

Beitragvon Muppes » 11.03.2013, 18:04

Hallo Trauerweide
Der Titel "Das erste Mal" hat mich neugierig gemacht und ich wollte herausfinden,was sich hinter dem ersten Mal verbirgt.Also las ich deine kleine Geschichte,die ich nun kommentieren möchte.

Gleich am Anfang ist mir aufgefallen,dass du in der Vergangenheit schreibst und dir genau an dieser Stelle,rot markiert, ein kleiner Fehler unterlaufen ist:
„Du willst wirklich DA drauf?“, fragte ich und zeigte zitternd auf das Fahrgerät

fragte,statt fragen.

verfluchte diesen Mistkerl im Gedanken.

Anstatt im Gedanken müsste es in Gedanken heißen.

Ich schaute ihn skeptisch an, dachte, er wolle mich veräppeln. Aber sein Gesicht war Käseweiß.
Ich schaute nach unten und sah lauter kleine Leute. Ich grinste und sagte: „Das sieht voll witzig aus!“

Drei Sätze,die mit "ich" beginnen. Zudem würde ich sie wie folgt ändern: Ich sah ihn skeptisch an.Dachte,er wolle mich veräppeln,aber sein Gesicht war käseweiß.

Käseweiß wird kleingeschrieben.

„Boar ist das geil!“, schrie ich und lachte vor Freude.

Welch toller Erfolg,wenn die Angst überwunden ist und plötzlich in Freude umschlägt.

Er kauerte festgekrallt und mit geschlossenen Augen neben mir.

Der noch so redegewandte Kerl wird plötzlich mucksmäuschen still.

***

Inhaltlich:
Zwei Jugendliche,weiblich und männlich,möchten gemeinsam Achterbahnfahren.Das Mädchen hat Angst und wird von dem Jungen ausgelacht.Letztendlich überwindet sie ihre Angst,die letztendlich bei ihm zurückbleibt.

Eine Situation,die einmal wieder zeigt,dass die so genannten "Großmäuler" ihre eigene Angst mit einem solchen Verhalten überspielen,indem sie ihr Gegenüber auslachen:
„Sei nicht so feige! Pah, Weiber!“,


Wie man sieht,haben nicht NUR die "Weiber" Angst.Für einen Jungen zwischen schätzungsweise zwölf und sechszehn ist es wohl sehr schlimm sich so ein Gefühl einzugestehen.

Eine schöne,kleine Geschichte,die eine Situation darstellt,die immer wieder vorkam,vorkommt und noch vorkommen wird.

Nimm dir,was du brauchst.Ansonsten verwerfen :D

Lg
Willst du etwas ändern,dann tu es!
Geht es nicht,dann ändere die Einstellung dazu!
Muppes
 
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Re: Das erste Mal

Beitragvon Heribertpolta » 24.11.2013, 09:20

Hallo Trauerweide,
eigentlich wollte ich keinen Text mehr kommentieren heute, aber er ist mir so schnell vor die Augen gekommen.

Das Thema ist einfach gestrickt und zum Höhepunkt gebracht. Es hätte keinen Grund gehabt, die Geschichte länger oder kürzer zu gestalten. Sie hat genau die richtige Länge.
Der Umstand, einen Macho ein bissl dumm dastehen zu lassen, ist hier auf eine angenehm harmlose Weise dargestellt. Dass allerdings hier wiedereinmal das Wort "Weib" als negativ dargestellt wird, zeugt vom falschen Umgang mit unserer Sprache. Das Wort, der Begriff "Weib", ist von der deutschen Sprache her eindeutig NICHT als herabsetzend oder beleidigend gemeint. Nur um das einmal klarzustellen.

"Deine Frau bin ich, aber dein Weib werde ich niemals sein!" -

hat William Shakespeare einmal einer seiner Protagonistinnen in den Mund gelegt.


So viel dazu.

Ganz ehrlich gesagt, habe ich von Anfang an gemeint, dass der Text von einer Siebzehnjährigen verfasst wurde. Wie soll ich sagen - in ihm klingt dieser unbedarfte und im positiven Sinne naive Ton des kleinen Glücks mit, wie es in der Regel Teenager empfinden. Deswegen musste ich in deinem Avatar zweimal hinsehen, dass du tatsächlich mein Alter hast. :)

Eine nette kleine Anekdote hast du hier auf das elektronische Papier gebracht, Trauerweide. Aber den letzten Satz hätte ich ganz einfach weggelassen.

Grüße
und
Grüße,

Heribert Polta
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Re: Das erste Mal

Beitragvon Mizak » 29.11.2013, 03:30

n'Abend Trauerweide!

Kurzgeschichten, insbesondere jene der witzigen Art, zeichnen sich vor allem durch eine Pointe aus, die einen gewissen "Aha!"-Effekt erzeugt, und den Leser zum grinsen bringt.
Deine Geschichte hat aus der Handlung heraus großes Potenzial, eine solche zu erzeugen, das wird aber in gewisser Hinsicht verbaut, weil du die Auflösung (also dass der Mann am Ende selbst die Hosen voll hat), schon recht früh einstreust und eine mögliche Überraschung vorweg nimmst.

Möglicherweise könnte man die Geschichte dahingehend verbessern, diese Informationen im Hauptteil zu verdecken oder sie einfach an das Ende zu stellen.

Ich schaute ihn skeptisch an, dachte, er wolle mich veräppeln. Aber sein Gesicht war Käseweiß.


Hier könnte man beispielsweise folgendes draus machen:

Ich schaute ihn skeptisch an; er wollte mich sicher nur veräppeln.


Entsprechend dann:

Er kauerte festgekrallt und mit geschlossenen Augen neben mir.


zu

Er kauerte festgekrallt und mit geschlossenen Augen neben mir, sein Gesicht war käseweiß.



Selbstverständlich hat das auch etwas mit persönlichem Geschmack zu tun, also nimm das eher als Vorschlag denn als Kritik. Vielleicht kannst du der Idee ja etwas abgewinnen.

Liebe Grüße,
Mizak
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Re: Das erste Mal

Beitragvon Clark » 22.12.2013, 12:51

Aloa Trauerweide :D

Tut mir leid wenn etwas doppelt vorkommt, ich habe die vorherigen Kommentare nicht gelesen.
Als erstes muss ich sagen, dass mir deine Geschichte gut gefallen hat. Am Anfang hast du das Mädchen ängstlich rüber kommen lassen und ihren Freund als Macho oder Draufgänger dargestellt, wodurch die Beiden völlig unterschiedlich waren. Aber als die Rollen sich geändert haben und der Freund der "Schisser" war, musste ich schon breit grinsen :D

Allerdings hat mich auch eine Kleinigkeit gestört:
Ich schaute nach unten und sah lauter kleine Leute. Ich grinste und sagte: „Das sieht voll witzig aus!“

Ich finde das dieser Gedanke etwas komisch rüber kommt. Ich hätte mehr damit gerechnet das sie denkt: "Wow, es ist gar nicht so schlimm wie ich immer dachte." Sowas in der Art eben. Aber vielleicht gefällt mir deine Story auch, weil es nicht so kam wie ich dachte ^^

Lg Clark :)
Schreiben ist schon was tolles. Nicht mehr länger man selbst sein und in einer Welt wandeln, die man selbst geschaffen hat <3
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Re: Das erste Mal

Beitragvon BlinkyBill » 15.05.2015, 16:40

Dem Titel nach zu Urteile, dachte ich im ersten Moment daran, dass es um *** gehen würde. Einige Männer bezeichnen ihr "bestes Stück" ja auch als Gefährt oder Gerät. Sollte diese Irreführung mit Absicht sein, ist es dir sehr gut gelungen.

Trauerweide hat geschrieben:Mein Freund lachte fies und sagte mir, dass ich ein totaler Schisser sei. Ich grummelte vor mich hin und verfluchte diesen Mistkerl im Gedanken.


Dies Aufziehen geht in meinen Augen etwas zu schnell. Wenn sich mein Freund z.B nicht in ein Karussel trauen würde, würde ich ihn viel länger ärgern als nur mit einem Satz. Daher würde ich dies noch ein klein wenig ausschmücken. Er könnte ihn ja zum Beispiel auch kneifen oder auf die Schulter boxen.
Auch würde ich dir empfehlen aus der indirekten Rede eine Wörtliche Rede zu machen. Wörtliche Reden gefallen mir besser, weil man sich damit besser hinein versetzten kann. Dann kann man sich besser vorstellen, direkt daneben zu sitzen.

Trauerweide hat geschrieben:Langsam fuhr die Bahn an. Es ruckelte gefährlich und ich fragte mich, ob wir wohl in die Tiefe fallen würden und sterben müssten. Im Schneckentempo fuhren wir hoch und ich schaute mir den Himmel an. Er war blau und die weißen Wölkchen sahen schön aus


Das mit den Wolken finde ich unpassend. Wenn man in der Achterbahn sitzt und Angst hat, wird man sich wohl nicht die Wolken angucken. Wenn man in einer Achterbahn Angst hat, schließt man eher die Augen und wünscht sich, dass es vorbei ist bevor es angefangen hätte. Der Protagonist hat ja scheinbar Angst, dann glaube ich nicht, dass er sich die Wolken ansieht. Der Freund von ihm hat zurzeit ja noch ne "große Fresse" wie wäre es wenn der sich die Wolken ansieht? Das würde eher passen.

Trauerweide hat geschrieben:Ich schaute nach unten und sah lauter kleine Leute


Das mit dem lauter kleine Leute finde ich zu allgemein. Um zu verdeutlichen wie hoch die Achterbahn ist, würde ich dir empfehlen auch zu sagen, wie klein die Personen genau sind. So klein wie Ameisen, wie Legofiguren, vielleicht wie Babypuppen? Mit diesem Vergleich, könnte man sich viel besser vorstellen, wie hoch die Achterbahn ist.

Trauerweide hat geschrieben:Meine Augen waren weit aufgerissen, mein Magen weit oben und ich hatte das Gefühl zu fliegen. „Boar ist das geil!“, schrie ich und lachte vor Freude.


Ich fahre oft Achterbahn (bin ein richtiger Adrenalin Junky), auch wenn ich die meisten Achterbahnen langweilig finde, ist das Adrenalin trotzdem da. Das hindert einen gewöhnlicher Weise daran etwas zu sagen. Schreine geht, sprechen aber eigentlich nicht. Zumal der Weg nach unten meist nur wenige Sekunden dauert. Daher wird wohl kaum Zeit dafür sein, etwas zu sagen. Ich würde dir empfehlen, dass er das sagt wenn die Fahrt vorbei ist. Oder (je nach Achterbahn) an einer Stelle wo es wieder nach oben geht, oder in einer Kurve.

Trauerweide hat geschrieben:Die Loopings waren für mein Geschmack zu harmlos und die Fahrt ging viel zu schnell rum.


Das die Fahrten zu schnell vorbei gehen kann ich nachvollziehen, aber warum sind die Loopings zu harmlos?
Sind sie nicht hoch genug, nicht schnell genug, sind es zu wenig Looping?

Trauerweide hat geschrieben:Seit diesem Tag sagte er nicht mehr zu mir, ich sei feige und das Wort Weiber hörte ich ebenfalls nie wieder aus seinem Mund. Übrigens bin ich an diesen Tag auf dem Rummelplatz noch zweimal Achterbahn gefahren. Jedoch alleine.


Also dabei musste ich lachen: Ich gönne das dem Freund richtig, zuerst hat er eine große Klappe am Ende ist er aber selbst der Feigling.

Aber wenn der Protagonist, die Loopings doch zu harmlos (sprich: langweilig) fand. Warum fährt er dann noch einmal? Das würde ich gerne wissen. Wenn ich ein Karussell langweilig finde, fahre ich auch nicht mehrmals? Warum tut er es also? Will er seinen Freund damit ärgern?
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