[Krimi]Das Herz des Engels unterm Dom

Krimi, Thriller, Horror, Geistergeschichten, Abenteuer und alles andere, was die Nackenhaare zu Berge stehen lässt.

[Krimi]Das Herz des Engels unterm Dom

Beitragvon sinuhe » 27.05.2013, 22:43

Das Herz des Engels unterm Dom (AT)
Überarbeitete Version: 29.05.

Der junge Mann lag tot am Rand der Altstadt, derweil die Glocken von Sankt Petrus die Gläubigen zum Gebet mahnten. Die halbgeöffneten Lippen waren offensichtlich in seiner letzten Sekunde noch geküsst worden, denn in seinem Gesicht spielte ein glückliches Lächeln. Der nackte Körper ruhte friedlich auf einer Wiese am Ufer. der Fluss roch schwer und dumpf. Das Gras um ihn herum schimmerte blutrot. Eine Rentnerin, die um sechs Uhr morgens ihren Hund spazieren führte, entdeckte die Leiche und alarmierte die Polizei.

Während im Dom die Frühmesse begann und sich der Bahnhof mit den ersten Pendlern füllte, trafen vier Streifenwagen am Eingangstor des kleinen Parks ein. Die Polizisten sperrten das Areal weiträumig ab und drängten die zahlreichen Schaulustigen, die sich trotz der frühen Stunde zum Gaffen eingefunden hatten, nach draußen.

»Ein bildhübscher Bengel.« Verena Nowak kniete auf dem verdorrten Rasen und pfiff anerkennend durch die winzig kleine Zahnlücke zwischen ihren Schneidezähnen. Dabei spielte sie mit ihrer Zunge und erweckte kurz den Eindruck, als ob sie die geronnenen Tropfen vom flachen Bauch des Toten ablecken wollte. Der Vorgang dauerte nicht länger als eine Wimper benötigt, um vom Auge auf den Boden zu segeln. Dennoch bemerkte Kriminalkommissar Bernhard Schmitz das spontane Verlangen seiner Kollegin und musterte sie mit einem neugierigen Blick.
»Schade um ihn. Wer hat erst Sex mit dem Jungen und bringt ihn danach so bestialisch um?«

Aus dem blassroten Schein der Morgendämmerung schälte sich der Glutball der Sonne heraus. Köln bereitete sich auf den mittlerweile zwölften Hundstag im brütend heißen Sommer 1983 vor. Während die Hälfte der Bevölkerung noch in ihren Betten träumte, hockten die zwei erfahrenen Ermittlungsbeamten auf dem staubtrockenen Boden des kleinen Parks auf Höhe von Flusskilometer 688 und begutachteten aufmerksam jeden Quadratzentimeter des blutverkrusteten Körpers.
»Wie kommst du darauf, dass er vor seinem Exitus noch Geschlechtsverkehr ausgeübt hat?« Schmitz keuchte und wischte sich mit einem schmutzigen Taschentuch den Schweiß von der Stirn.
»Weil ich das spüre. Ich hätte gerne selbst mit ihm geschlafen. Aber du brauchst sicher noch die Ergebnisse aus der Gerichtsmedizin, bevor du mir glaubst.« Die Kommissarin lächelte und strich sich mit den Fingern der linken Hand langsam über ihr ansehnliches Dekolleté, weil sie wusste, dass sie ihren Partner damit nervös machte. »Wärst du schon richtig wach, würdest du erkennen, dass ein Hauch von Lippenstift an seinem rechten Hoden haftet.«
»Natürlich muss der Urogenitaltrakt penibel untersucht werden«, schnaubte ihr Kollege und nieste, weil Blütenpollen seine Nasenschleimhaut reizten.
»Natürlich«, wiederholte sie leicht geistesabwesend, denn sie versuchte gerade, sich die allmählich zu einer Maske erstarrenden Gesichtszüge des Jungen einzuprägen. »Gib mir Bescheid, wenn die Spermien noch was taugen. Vielleicht lasse ich sie mir nachträglich injizieren. Mit dem Knaben hätte ich hübsche Kinder gezeugt. Die Besten sterben jung.«

Köln stöhnte unter einer Hitzewelle, wie sie die Stadt seit dem Kriegssommer 1942 nicht mehr erlebt hatte. Ein stabiles Hoch über den Kanaren schaufelte seit zwei Wochen Saharaluft nach Norden und ließ die Temperaturen in Zentraleuropa auf über vierzig Grad ansteigen. Alte Leute starben in ihren kleinen Wohnungen und wurden oft erst nach Tagen aufgespürt, wenn fauliger Geruch durch Schlüssellöcher hindurch in die Treppenhäuser entwich. Die Krankenhäuser waren überfüllt mit Herz-Kreislauf-Patienten, Caritas und Diakonie versorgten die Obdachlosen pausenlos mit kühlen Getränken. Der Rhein dümpelte in seinem halbierten Bett träge vor sich hin. Er stand mehr, als dass er floss. An den bloßgelegten Uferrändern kamen die Konturen von verrosteten Kühlschränken und zerborstenen Fernsehschirmen zum Vorschein. Im Bezirk Porz war eine Fliegerbombe aus den schmutzigbraunen Fluten aufgetaucht und entschärft worden. Die Hunde hechelten und ließen ihre Zungen weit nach unten hängen. Selbst die Vögel schienen nicht mehr zu fliegen, sondern nur noch teilnahmslos auf den Ästen zu sitzen, deren Blätter sich bereits im Juli braun verfärbt hatten.

»Ich hasse sensationsgeile Menschen und ich hasse diesen Monat!« Schmitz fluchte leise vor sich hin, als er bemerkte, wie ihm das Wasser vom Nacken ausgehend den Rücken hinunterlief. Der Kommissar setzte sich auf eine Bank, die unter einer Rosskastanie stand, um im Schatten des majestätischen Baumes in Ruhe nachzudenken. Einen Mord wie diesen sah er nicht jeden Tag. Die Pulsadern hatte man fachgerecht mit Längsschnitten geöffnet. Die Arme danach über Kreuz auf die Brust gelegt, sodass der Tote vom Solarplexus abwärts mit Blut verkrustet war. Die Miene des Jungen wirkte dermaßen gefasst, dass zwischen Täter und Opfer herzliches Einvernehmen geherrscht haben musste. Der Kommissar ahnte, dass die Vermutung seiner Kollegin mit dem Geschlechtsverkehr während des Tötungsakts zutreffen würde. Bei solchen Dingen irrte sich Verena niemals. Trotzdem wollte er auf Nummer sicher gehen und die Resultate der Labortests abwarten. Unter seinem weinroten Hemd mit den kurzen Ärmeln bildeten sich zwei große Flecken. Für ihn, der vorgestern bei der amtsärztlichen Untersuchung einhundertfünf Kilo auf die Waage gebracht hatte, bedeuteten Temperaturen jenseits von dreißig Grad eine körperliche Tortur. Er beneidete seine sportliche Partnerin, der mit ihren schlanken Ein-Meter-Siebzig keine Wetterschwankung etwas anhaben konnte. Manchmal fantasierte er, mit ihr zu schlafen. Sie würde ihn wegen seines Bauchs und der Kurzatmigkeit jedoch sicher auslachen. Dann schüttelte er sich energisch, um aus seinen Tagträumen zu erwachen. Das Team der Spurensicherung war mittlerweile am Tatort eingetroffen und begann mit der mühsamen Detailarbeit.
»Dass Ihr bloß nichts überseht, Jungs!«, rief die Nowak dem Teamleiter Hendricks zu.
»Wir tun unseren Job. Ihr macht euren. Ein schweres Parfüm hast du am frühen Morgen aufgelegt, Verena«, grüßte der leptosome Kollege zurück, kratzte ein paar Gramm geronnenes Blut vom Oberschenkel des Toten und füllte die Bröckchen in einen transparenten Plastikbeutel.
[neu hinzugekommen]

Die alte Dame, die vor einer Stunde auf die Leiche aufmerksam geworden war, weil ihr Rauhaardackel seine Notdurft am leicht abgewinkelten Knie des Jünglings verrichten wollte, stand nahezu regungslos am Rand der Wiese und beobachtete die Szene. Schmitz erhob sich mühsam und ging zu ihr.
»Kennen Sie den Toten?«, fragte er ins Blaue hinein.
»Ja!«, erwiderte die Frau bestimmt und ohne zu zögern.
»Tatsächlich? Das nenne ich aber unverschämtes Glück. Wie heißt er denn?«

Bevor der Kommissar seinen speckigen Notizblock zücken konnte, um die Aussagen der Rentnerin zu protokollieren, ertönte hinter ihm eine weibliche Stimme: »Oliver Thies aus Straubing in Niederbayern.«
»Woher hast du diese Information?«
»Ich bin halt manchmal etwas schneller als du und habe mich bereits mit der Zeugin unterhalten, während du auf der Parkbank vor dich hingedöst hast.« Die Inspektorin grinste. Es bereitete ihr Freude, den korpulenten Kollegen zu reizen, wenngleich sie ihn sehr gerne mochte und von seinen analytischen Fähigkeiten immer wieder erstaunt war.
»Also wahrscheinlich ein Student«, sagte Schmitz.
»Wie kommst du jetzt darauf?«
»Was soll ein zwanzigjähriger Bayer sonst in Köln wollen? Nach einem hart arbeitenden Menschen schaut der Knabe nicht aus. Für mich ein typischer Geisteswissenschaftler. Schätze mal im zweiten Semester.«
»Was du dir immer so alles zusammenreimst.« Verena Nowak fuhr sich mit der Hand durch ihr schulterlanges, kastanienbraunes Haar.
»Mit alter Geschichte hat er sich beschäftigt, der Herr Thies. Römer, Griechen und ein bisschen Ägypten«, schaltete sich die alte Frau in das Gespräch ein.
»Weshalb wissen Sie das?« Schmitz zog die linke Augenbraue nach oben.
»Weil ich in der Pension putze, in der er gelebt hat.«
»Welche Pension?«
»Na, die da hinten.« Die Rentnerin wies mit dem Zeigefinger in nordwestliche Richtung. »Das Hotel am Alter Markt. Seit Jahrhunderten im Besitz der Familie Profitlich. Da hat er gewohnt. Zimmer 25 im zweiten Stock.«
»Dann sollten wir dort weitere Erkundigungen einholen.« Die Kommissarin lief mit großen Schritten zum Hotel, während ihr Kollege gemächlich folgte.

Im Eingangsbereich dudelte ein Transistorradio: »Baby Jane, don’t leave me hanging on the line …«
Ein vierzigjähriger Mann in geripptem Unterhemd lehnte hinter der Empfangstheke. Auf seinem Handrücken saß ein Goldhamster, den er mit Erdnüssen fütterte. »Die beiden sind gekommen, um in den Sachen des Toten zu schnüffeln«, flüsterte er dem Tier ins Ohr.


Eine Frage (okay; es sind zwei :wink: ): Taugt das als Beginn eines 80er-Regionalkrimis? Würdet ihr weiterlesen?
Zuletzt geändert von sinuhe am 27.07.2013, 09:34, insgesamt 4-mal geändert.
Saufdruck erschien am 15-ten August. ISBN-10: 3862652858
Benutzeravatar
sinuhe
 
Beiträge: 1132
Registriert: 03.11.2011, 14:34
Wohnort: Bonn

Re: Das Herz des Engels unterm Dom

Beitragvon LaRoux » 28.05.2013, 12:20

Hallo sinuhe,

da ich (u.a.) ein Krimifan bin und du am Ende deines Textes zwei explizite Fragen gestellt hast, möchte ich dir gerne eine Rückmeldung geben. Denn Kritik gibt es kaum von mir, ich konnte wenig finden, was ich für verbesserungswürdig halte. Rechtschreibung, Grammatik, Form und Stil – nahezu perfekt. Ein paar Kleinigkeiten sind mir dennoch aufgefallen.

Text:

Der junge Mann war tot, der Fluss roch schwer und dumpf. Die halbgeöffneten Lippen waren offensichtlich in seiner letzten Sekunde noch geküsst worden, denn in seinem Gesicht spielte ein glückliches Lächeln.

So wie du es geschrieben hast, bezieht sich der zweite Satz eigentlich auf den Fluss, oder nicht? Natürlich weiß man sofort, dass damit der Tote gemeint ist. Vllt. bin ich auch überkritisch. Und ich verstehe nicht recht, was der Geruch des Flusses mit dem jungen Mann zu tun hat. Irgendwie passt das nicht zusammen. Wenn du die Passage mit dem Fluss später einschiebst, wäre es mMn besser.
Beispiel:

Der junge Mann war tot. Die halbgeöffneten Lippen waren offensichtlich in seiner letzten Sekunde noch geküsst worden, denn in seinem Gesicht spielte ein glückliches Lächeln. Die nackte Leiche lag friedlich auf einer Wiese am Ufer des Flusses, dessen dumpfer Geruch schwer in der Luft hing. Das Gras um den Toten schimmerte blutrot. Eine Rentnerin, die um sechs Uhr morgens ihren Hund spazieren führte, bemerkte das Verbrechen und alarmierte die Polizei.

Dabei bleckte sie ihre Zunge und erweckte kurz den Eindruck, als ob sie die Feuchtigkeit vom flachen Bauch des Toten ablecken wollte.

„bleckte“ finde ich unpassend, das impliziert ein vorsätzliches Zunge herausstrecken, nach dem Motto: Bäh, du Blödmann. :oops: Mir würde etwas ähnliches wie: „Dann huschte ihre Zungenspitze über die Unterlippe und erweckte ... usw.“ Und mit der Feuchtigkeit meinst du sicher Tau. Später schreibst du jedoch: „und begutachteten aufmerksam jeden Zoll des blutverkrusteten Körpers.“ Daher entsteht spätestens zu diesem Zeitpunkt der Eindruck, dass die Kommissarin das Blut ablecken wollte, oder sich zumindest nicht daran gestört hat. Iiiiiehk! :wink:

Dennoch bemerkte Kriminalkommissar Bernhard Schmitz das spontane Verlangen seiner Kollegin und musterte sie mit einem neugierigen Blick. « Schade um ihn. Wer hat erst Sex mit dem Jungen und bringt ihn danach so bestialisch um?«

Hier fehlt ein Absatz, da die Worte von der Frau geäußert werden.

Während die Hälfte der Bevölkerung noch in ihren Betten träumte, hockten zwei erfahrene Ermittlungsbeamte auf dem verdorrten Rasen des kleinen Parks auf Höhe von Flusskilometer 688 und begutachteten aufmerksam jeden Zoll des blutverkrusteten Körpers.

„... hockten die zwei erfahrenen Ermittlungsbeamten ...“, da du sie ja vorher bereits beschrieben hast. Sonst könnte man auf die Idee kommen, es sind andere Personen gemeint.

Gib mir Bescheid, wenn die Spermien noch was taugen. Vielleicht lasse ich sie mir nachträglich injizieren.

Ist sowas erlaubt?? :shock:

Ein vierzigjähriger Mann in geripptem Unterhemd lehnte hinter der Empfangstheke. Auf seinem Handrücken saß ein Goldhamster, den er mit Erdnüssen fütterte. »Die beiden sind gekommen, um in den Sachen des Toten zu schnüffeln«, flüsterte er dem Tier ins Ohr.

Hier hab ich mich gefragt, woher der Portier von dem Toten weiß, noch ehe ihn die Kripobeamten ansprechen.

Zum Inhalt und den Charakteren:

Du beginnst mit einer nackten Leiche als Einsteiger, das weckt natürlich sofort Interesse. Auch wie du Nowak und Schmitz einführst, halte ich für sehr gut gelungen. Deine Beschreibungen sind nicht überladen und vermitteln einen guten Eindruck, auch was die Hitzewelle betrifft. Die Dialoge sind knackig, die Beziehung der beiden wird angedeutet, lässt aber noch genug Raum für Spekulationen des Lesers. Und die Idee mit dem Goldhamster finde ich herrlich skurril.

Fazit:

Zweimal JA. Eindeutig. :2thumbs:
Der Kommentar fällt leider kürzer aus, als es gewöhnlich bei mir üblich ist. Ich hoffe, du kannst mit meinen Anmerkungen trotzdem etwas anfangen. Ich würde mich freuen, wenn es eine Fortsetzung davon gäbe ...

Herzliche Grüße, LaRoux :beckon:
You only live once, but if you do it right, once is enough.
Benutzeravatar
LaRoux
 
Beiträge: 129
Registriert: 05.10.2012, 04:51
Wohnort: Berlin
Blog: Blog ansehen (11)

Re: Das Herz des Engels unterm Dom

Beitragvon yggdrasil » 28.05.2013, 13:26

Hallo Sinuhe,

selten dass ich das so spontan sage: Ich würde den Text sehr, sehr gern weiter lesen. Er fesselt von Beginn an, der Spaß am Lesen setzt sich bis zum Ende fort.

Was mir dennoch aufgefallen ist:

sinuhe hat geschrieben:der Fluss roch schwer und dumpf


Ich beschreibe gern viele Sinneswahrnehmungen, aber hier fehlt mir der Zusammenhang zwischen dem Toten und dem Geruch des Flusses. Im ersten Moment hatte ich geschlossen, dass der Fluss vom Blut des Toten "schwer und dumpf" roch.

sinuhe hat geschrieben:bemerkte das Verbrechen


Kleinkrämerei von mir, aber bemerkte die Rentnerin das Verbrechen (also streng genommen die Tat) oder den Toten? Natürlich den Toten, aber ...

sinuhe hat geschrieben:»Ein bildhübscher Bengel.


Hier wird erstmalig das sexuelle Verlangen der Kommisssarin genannt. Das zieht sich nachher in dem Abschnitte immer stärker durch. Anscheinend ist es ein Wesenszug von ihr, so offen über ihre Gefühle zu reden, das müsste sich dann konsequenter Weise im Gesamttext fortsetzen. Für meinen Geschmack zu stark dosiert, ich hätte diesen Wesenszug öfter, aber weniger dick gezeigt.

sinuhe hat geschrieben:Oberinspektorin Verena Nowak


Bei der deutschen Polizei gibt es keine Inspektoren.

sinuhe hat geschrieben:winzig kleine Zahnlücke zwischen ihren Schneidezähnen


Herrliche kleine Beobachtung am Rande, um die Person für den Leser bildhaft darzustellen.

sinuhe hat geschrieben:Dabei bleckte sie ihre Zunge


Vielleicht verstehe ich es falsch, aber m. E. bleckt man die Zähne, nicht die Zunge. D. h., man zieht die Lippen hoch und zeigt die Zähne, oder liege ich falsch?

sinuhe hat geschrieben:Aus dem blassroten Schein der Morgendämmerung schälte sich der Glutball der Sonne heraus. Köln bereitete sich auf den mittlerweile zwölften Hundstag im brütend heißen Sommer 1983 vor. Die Glocken von Sankt Petrus mahnten die Gläubigen zum Frühgebet. Während die Hälfte der Bevölkerung noch in ihren Betten träumte, hockten zwei erfahrene Ermittlungsbeamte auf dem verdorrten Rasen des kleinen Parks auf Höhe von Flusskilometer 688 und begutachteten aufmerksam jeden Zoll des blutverkrusteten Körpers.


Feinste Beschreibungskunst. Man sieht und fühlt den jungen, heißen Sommermorgen.

sinuhe hat geschrieben:Die alte Dame, die vor einer Stunde auf die Leiche aufmerksam geworden war, weil ihr Rauhaardackel seine Notdurft am leicht abgewinkelten Knie des Jünglings verrichten wollte, stand nahezu regungslos


Hier auch wieder eine sehr bildhafte Situationsbeschreibung

sinuhe hat geschrieben:Ja!«, erwiderte die Frau wie aus der Pistole geschossen.


Vielleicht eine zu abgegriffene Formulieren. Da findest sich doch etwas Eigenes!

sinuhe hat geschrieben:im Besitz der Familie Profitlich


Das ist vielleicht ein bilhafter Name, wirkt m. E. aber in einem ernsthaften Text etwas na ja, lächerlich?

Auch an der Rechtschreibung kann ich nichts mäkeln, erste Klasse.

Schönen Gruß aus Nordfriesland

Yggdrasil
yggdrasil
 
Beiträge: 139
Registriert: 27.03.2013, 12:33
Wohnort: Im Norden Deutschlands und im Süden Skandinaviens

Re: Das Herz des Engels unterm Dom

Beitragvon Hurri » 28.05.2013, 13:27

Hallo sinuhe,

mir gefällt dein Text. Schon in dem recht kurzen Abschnitt habe ich einen guten Eindruck vom Charakter der Ermittler bekommen, ohne mit der Nase drauf gestoßen zu werden.
Besonders gut gefällt mir auch der Abschnitt, in dem du die Hitze in Köln beschreibst - sehr anschaulich, fange schon fast an, zu schwitzen :mrgreen:

Das Einzige, worüber ich gestolpert bin, ist dieser Satz:

Während die Hälfte der Bevölkerung noch in ihren Betten träumte, hockten zwei erfahrene Ermittlungsbeamte auf dem verdorrten Rasen des kleinen Parks auf Höhe von Flusskilometer 688 und begutachteten aufmerksam jeden Zoll des blutverkrusteten Körpers.


Ich würde statt "Zoll" besser "Zentimeter" schreiben, da das doch die geläufigere Einheit in Deutschland ist. Es sei denn, die Polizei gibt Daten wie die Größe eines Toten immer in Zoll an, das wäre mir neu, aber ich lasse mich geren eines Besseren belehren.

Hab jetzt schon mehrere deiner Texte gelesen und mir gefällt dein Schreibstil echt gut. Da bleibt nicht viel zu meckern :wink: Ja, ich würde definitiv weiterlesen :dasheye:
"Rechtschreibfehler locken meist Gesindel an" (Sheldon Cooper)
Benutzeravatar
Hurri
 
Beiträge: 169
Registriert: 10.04.2013, 17:14

Re: Das Herz des Engels unterm Dom

Beitragvon tajmahal » 28.05.2013, 15:38

Hallo, Sinuhe,

deine zwei Fragen zielen nach meinem Eindruck auf den Gesamteindruck. Würde ich weiterlesen? Woran kann ich das festmachen? Welche Wege der weiteren Erzählung könnte ich erwarten?

Hierzu nehme ich mir die ´Trigger´, falls ich es so nennen darf, die ein Erwartungsbild in mir auslösen: der freudig lächelnde Tote, die merkwürdige Oberkommissarin, die gerne an Leichen lecken und sich mit Leichensperma schwängern lassen würde, der eher unscheinbare fette Schmitz, die Studienfächer Alte Geschichte und Ägyptologie (!), der Aufenthaltsort des 'Opfers', die kleine Pension (welcher 'normale' Student wohnt in einer Pension?).

Es wurden also eine Reihe von Andeutungen sozusagen 'versprüht', die ein spannendes Leseabenteuer versprechen. War es eine rituelle Tötung? Ein Opfergang im Rahmen einer Sekte altägyptischer Sonnenverehrer, gemischt mit einem Sexualakt?
sinuhe hat geschrieben:Aus dem blassroten Schein der Morgendämmerung schälte sich der Glutball der Sonne heraus.

Oder wird uns in den Gängen des Familienhotels eine Erklärung für die Tat geliefert, in einem überschaubaren Raum, in dem das Verbrechen schlummert wie bei Agatha Christie? Wie auch immer: man kann dank dieser Andeutungen schon einiges erwarten, was unerwartet sein dürfte.

Manche Einzelheit stört mich ein wenig:

sinuhe hat geschrieben:Schmitz fluchte leise vor sich hin, als er bemerkte, wie ihm die Suppe vom Nacken ausgehend den Rücken hinunterlief.

Das Wort 'Suppe' kontrastiert mit deiner ansonsten hochsprachlichen Ausdrucksweise. Alternativ - statt Schweiss - Körperflüssigkeit.

sinuhe hat geschrieben:Caritas und Diakonie versorgten die Obdachlosen pausenlos mit kühlen Getränken

Hört sich optimal an, habe ich aber selbst bei sehr heißem Sommer noch nie erlebt! Ob es das wirklich in Köln gibt?

Fazit: ein spannender Beginn, der viele Türen öffnet. Ich tippe auf die Spur Ägypten, was nicht überraschen wird, aber auch falsch sein kann. Auch hinter der Kommissarin schlummern noch ungeahnte Möglichkeiten. Wie gesagt, ich erwarte Unerwartetes.

Liebe Grüße, Tajmahal
tajmahal
 
Beiträge: 568
Registriert: 29.08.2012, 23:54
Blog: Blog ansehen (22)

Re: Das Herz des Engels unterm Dom

Beitragvon Der Finne » 28.05.2013, 16:14

Hallo sinuhe,
die Geschichte ist dir wirklich gelungen. Von ein paar Kleinigkeiten abgesehen, habe ich nur einen Kritikpunkt: die Sexualität von Verena Nowak. Statt promiskuitiv zu wirken, kommt sie bei mir nekrophil rüber.

Lass mich das einmal ausführen:

»Ein bildhübscher Bengel.« Oberinspektorin Verena Nowak kniete neben dem Leichnam und pfiff anerkennend durch die winzig kleine Zahnlücke zwischen ihren Schneidezähnen.

Hier bemerkt sie, dass der Tote ausgesprochen attraktiv war. Keine ungewöhnliche Aussage für eine Kommissarin, schließlich kann das ja für die Ermittlung von Bedeutung sein.

Dabei bleckte sie ihre Zunge und erweckte kurz den Eindruck, als ob sie die Feuchtigkeit vom flachen Bauch des Toten ablecken wollte.

:shock: Der Junge ist tot. Gesunde Reaktionen darauf sind Abscheu, Ekel, Entsetzen auf der einen oder eine professionelle Distanziertheit auf der anderen Seite. Wenn ein Mensch beim Anblick einer Leiche sexuell erregt wird, ist das pathologisch.

Dennoch bemerkte Kriminalkommissar Bernhard Schmitz das spontane Verlangen seiner Kollegin und musterte sie mit einem neugierigen Blick.

Sie hat Verlangen nach einem Toten. Und ihr Kollege reagiert darauf lediglich neugierig? Hier verliert die (bis auf diesen Aspekt absolut gelungene) Geschichte jegliche Glaubwürdigkeit für mich.

Wer hat erst Sex mit dem Jungen und bringt ihn danach so bestialisch um?

Weil ich das spüre. Ich hätte gerne selbst mit ihm geschlafen.

Jetzt steigert sie sich in eine sexuelle Fantasie hinein.

Die Inspektorin lächelte und strich sich mit den Fingern der linken Hand langsam über ihr ansehnliches Dekolleté, weil sie wusste, dass sie ihren Partner damit nervös machte.

An dieser Stelle wird klar, worauf du meiner Meinung nach eigentlich hinaus willst: Die Kommissarin will mit ihren Äußerungen ihren Kollegen ein bisschen in Verlegenheit bringen und mit ihm flirten. Dafür reicht diese Stelle aber schon aus. Vielleicht starrt sie einem jungen Polizisten, der den Tatort absperrt noch auf den uniformierten Arsch. Aber die Leiche sollte sie bedrücken, oder, falls sie zynischer ist, kalt lassen.

»Natürlich«, wiederholte Verena leicht geistesabwesend, denn sie versuchte gerade, sich die allmählich zu einer Maske erstarrenden Gesichtszüge des Jungen dauerhaft einzuprägen.

Warum tut sie das? Es gibt doch Tatortfotos. Und warum dauerhaft?

Gib mir Bescheid, wenn die Spermien noch was taugen. Vielleicht lasse ich sie mir nachträglich injizieren. Mit dem Knaben hätte ich hübsche Kinder gezeugt. Die Besten sterben jung.

Hier hätte ich beinahe aufgehört zu lesen. Und dadurch denn tollen Rest verpasst.
Wenn das von ihr als Scherz gemeint ist und ihr Kollege das einfach so hinnimmt, haben die beiden einen echt merkwürdigen Humor.

Die Pulsadern hatte man fachgerecht mit Längsschnitten geöffnet. Die Arme danach über Kreuz auf die Brust gelegt, sodass der Tote vom Solarplexus abwärts mit Blut verkrustet war.

Angesichts dieses Blutbades in Erregung zu kommen..

Ich habe in meiner Kritik ein wenig übertrieben, aber du merkst wahrscheinlich, worauf ich hinaus will. Andere haben diesen Punkt ja auch schon angesprochen. Du solltest bei Verena etwas weniger dick auftragen. So würde ich die Geschichte wohl leider nicht lesen. Was sehr schade wäre, denn ich mag deinen Stil und deine Wortwahl. Besonders die Beschreibung der Hitzewelle hat mir sehr gut gefallen. Auch inhaltlich passt alles. Du führst behutsam die Personen ein und baust die nötige Spannung auf. Ein wenig Lokalkolorit für den Heimatkrimi, ein paar Fakten für die Historizität, ebenfalls unaufdringlich eingeflochten. Insgesamt sehr nach meinem Geschmack. :D

Und jetzt noch ein paar Kleinigkeiten:

Die halbgeöffneten Lippen waren offensichtlich in seiner letzten Sekunde noch geküsst worden, denn in seinem Gesicht spielte ein glückliches Lächeln.

Warum aus einem glücklichen Lächeln folgt, dass er kurz vor seinem Tod noch geküsst wurde, verstehe ich nicht.

Schade um ihn. Wer hat erst Sex mit dem Jungen und bringt ihn danach so bestialisch um?

Woher weiß sie das? Sie spürt es. Ich würde das deine Ermittler erst später herausfinden lassen, wenn die Gerichtsmedizin mit ihrer Untersuchung fertig ist. Wenn du es jetzt schon erwähnen willst, würde ich einen sichtbaren Hinweis liefern. Ein Kondom, Lippenstiftspuren an den Genitalien, einen Ledertanga.

Während im Dom die Frühmesse begann und sich der Bahnhof mit den ersten Pendlern füllte, trafen vier Streifenwagen am Eingangstor des kleinen Parks ein. Die Polizisten sperrten das Areal weiträumig ab und drängten die zahlreichen Schaulustigen, die sich trotz der frühen Stunde zum Gaffen eingefunden hatten, nach draußen.

Normalerweise sind bereits Streifenpolizisten da, wenn die Ermittler eintreffen. Nach einer Meldung muss je erstmal geprüft werden, bevor die Mordkommission ausrückt.

Im südlichen Bezirk Porz war eine Fliegerbombe entdeckt und entschärft worden.

Würde ich nicht noch extra erwähnen.

Der Kommissar ahnte, dass die Vermutung seiner Kollegin mit dem Geschlechtsverkehr während des Tötungsakts zutreffen würde. Bei solchen Dingen irrte sich Verena niemals. Trotzdem wollte er auf Nummer sicher gehen und die Resultate der Labortests abwarten.

Wie kommen beide darauf, dass er beim Sex und nicht danach getötet wurde? Die Idee finde ich für einen Krimi gut, aber ich würde den Leser nicht zu früh mit der Nase darauf stoßen.

Dann kniff er sich fest in den rechten Oberarm, um aus seinen Tagträumen zu erwachen.

Das finde ich ein wenig kindisch für einen erwachsenen Mann.

Weil ich in der Pension putze, in der er gelebt hat.«
»Welche Pension?«
»Na, die da hinten.« Die Rentnerin wies mit dem Zeigefinger in nordwestliche Richtung. »Das Hotel am Alter Markt.

Ein Student, der in einer Pension wohnt. Ich weiß nicht, wie das in den 80ern in Köln war, aber würde die Geschichte heute spielen, fänd ich das komisch. Zumindest müsste der Student keine Geldsorgen haben, wenn er sich das leisten kann.

Um deine Fragen abschließend zu beantworten:
Taugt das als Beginn eines 80er-Regionalkrimis?
Ja
Würdet ihr weiterlesen?
Wenn du das mit der Leiche änderst, definitiv

LG,
der Finne
"Ich bin der Finne", sagte der Finne
Benutzeravatar
Der Finne
 
Beiträge: 28
Registriert: 12.11.2010, 10:53
Wohnort: Münster

Re: Das Herz des Engels unterm Dom

Beitragvon sinuhe » 28.05.2013, 18:09

Hallo LaRoux,

aus der aufregenden Metropole Berlin.
Du bist Expertin für das, womit ich mich als Praktiker recht gut auskenne. Alkoholismus.
Und hast als Signatur ein Zitat von E.A. Poe ausgewählt. Toller Autor. Wenn ich allerdings zu viele Geschichten von ihm hintereinander lese, neige selbst ich als rheinische Frohnatur zu depressiven Schüben. Man kann ihn mMn nur in wohldosierter Menge genießen. Ist ähnlich wie bei Drogen.

Du liest Krimis. Ich eher selten. Schaue mir die aber als Filme gerne in TV und Kino an.

Viele wertvolle Hinweise von dir. Versuche jetzt, im einzelnen darauf einzugehen:
So wie du es geschrieben hast, bezieht sich der zweite Satz eigentlich auf den Fluss, oder nicht? Natürlich weiß man sofort, dass damit der Tote gemeint ist.

Der Nebensatz bezieht sich tatsächlich auf den Fluss. Die nicht eindeutige Zuordnung war gewollt, um mit dem ersten Satz direkt ein Stirnrunzeln – und natürlich Aufmerksamkeit – beim Leser zu erzeugen. Die beiden Blickwinkel sind jedoch wahrscheinlich zu diametral gewählt, um sie in einem Satz unterzubringen. Werde mir was anderes einfallen lassen.

„bleckte“ finde ich unpassend, das impliziert ein vorsätzliches Zunge herausstrecken, nach dem Motto: Bäh, du Blödmann. Mir würde etwas ähnliches wie: „Dann huschte ihre Zungenspitze über die Unterlippe und erweckte ... usw.“ Und mit der Feuchtigkeit meinst du sicher Tau. Später schreibst du jedoch: „und begutachteten aufmerksam jeden Zoll des blutverkrusteten Körpers.“ Daher entsteht spätestens zu diesem Zeitpunkt der Eindruck, dass die Kommissarin das Blut ablecken wollte, oder sich zumindest nicht daran gestört hat. Iiiiiehk!

Vor blecken stand da ein anderes Verb, das sich jedoch später im Text wiederholt hätte. Deshalb hatte ich ausgewechselt. Blecken trifft es nicht. Dann werde ich es so machen, wie du vorschlägst.

Hier fehlt ein Absatz, da die Worte von der Frau geäußert werden.

Okay

„... hockten die zwei erfahrenen Ermittlungsbeamten ...“, da du sie ja vorher bereits beschrieben hast. Sonst könnte man auf die Idee kommen, es sind andere Personen gemeint.

Muss ich drüber nachdenken

Ist sowas erlaubt??

Wahrscheinlich nicht.
Die Nowak sagt es ja bloß. Sie würde sich die Spermien sicher nicht nachträglich injizieren lassen. Denn dann müsste sie Mutterschaftsurlaub beantragen und könnte nicht mehr ermitteln. Das aber tut sie für ihr Leben gerne.

Hier hab ich mich gefragt, woher der Portier von dem Toten weiß, noch ehe ihn die Kripobeamten ansprechen.

Der kleine Cliffhanger zum Schluss.
Im Roman wird natürlich sofort darüber aufgeklärt, auf welche Weise der Portier vom Tod des Hotelbewohners erfahren hat. Der liegt ja seit Stunden im kleinen Park. Vor 90Min hat die Rentnerin – die in der Pension putzt – den Leichnam aufgestöbert. Zeit genug für Mund-zu-Mund-Propaganda. Damals wurden noch KEINE Mobiltelefone benutzt.

Du beginnst mit einer nackten Leiche als Einsteiger, das weckt natürlich sofort Interesse. Auch wie du Nowak und Schmitz einführst, halte ich für sehr gut gelungen. Deine Beschreibungen sind nicht überladen und vermitteln einen guten Eindruck, auch was die Hitzewelle betrifft. Die Dialoge sind knackig, die Beziehung der beiden wird angedeutet, lässt aber noch genug Raum für Spekulationen des Lesers. Und die Idee mit dem Goldhamster finde ich herrlich skurril.

Normalerweise kopiere ich die lobenden Aussagen der Kommentatoren nicht in meine Antworten hinein. Will mir ja nicht selbst auf die Schulter klopfen. In diesem Fall tue ich es, weil es mich natürlich optimistisch stimmt, dass die kleine Anfangssequenz selbst Krimi-Fans wie dich in die Handlung hineinziehen könnte. Mir stehen rd. 300 Seiten bevor – sehr viel länger soll der Roman nicht werden –; da ist es wichtig, dass der Start die steile Hürde von Leseexperten überquert.

LaRoux, herzlichen Dank für deinen Kommentar! Freut mich sehr, dass ein Köln-Krimi (zumindest dessen Anfang) ebenfalls den Berliner Geschmack trifft.

LG sinuhe
Saufdruck erschien am 15-ten August. ISBN-10: 3862652858
Benutzeravatar
sinuhe
 
Beiträge: 1132
Registriert: 03.11.2011, 14:34
Wohnort: Bonn

Re: Das Herz des Engels unterm Dom

Beitragvon sinuhe » 28.05.2013, 18:11

Hallo Yggdrasil,

du hast dich in den tiefen Süden – von NF aus betrachtet – und bist unterm Dom gelandet. Sehr schön.

Ich beschreibe gern viele Sinneswahrnehmungen, aber hier fehlt mir der Zusammenhang zwischen dem Toten und dem Geruch des Flusses. Im ersten Moment hatte ich geschlossen, dass der Fluss vom Blut des Toten "schwer und dumpf" roch.

Werde ich abändern. Hatte bereits LaRoux weiter oben angemerkt.

Kleinkrämerei von mir, aber bemerkte die Rentnerin das Verbrechen (also streng genommen die Tat) oder den Toten? Natürlich den Toten, aber ...

Leuchtet mir ein. Muss ich mir nur ein neues Synonym für Leichnam, Toter, Jüngling ausdenken.

Hier wird erstmalig das sexuelle Verlangen der Kommisssarin genannt. Das zieht sich nachher in dem Abschnitte immer stärker durch. Anscheinend ist es ein Wesenszug von ihr, so offen über ihre Gefühle zu reden, das müsste sich dann konsequenter Weise im Gesamttext fortsetzen. Für meinen Geschmack zu stark dosiert, ich hätte diesen Wesenszug öfter, aber weniger dick gezeigt.

Das sexuelle Verlangen wird sich natürlich durch den gesamten Roman durchziehen. Andernfalls ergäbe es keinen Sinn, darauf direkt zu Beginn – und mehrmals – hinzuweisen.
Evtl doch zu dick aufgetragen: werde ich drüber nachdenken.
Ich will natürlich auf den ersten rd. vier Seiten sofort Neugier wecken. Soll aber nicht kontraproduktiv wirken.

Bei der deutschen Polizei gibt es keine Inspektoren.

Hatte ich befürchtet.
Also sind die Bezeichnungen in Derrick Quatsch: war klar.

Vielleicht verstehe ich es falsch, aber m. E. bleckt man die Zähne, nicht die Zunge. D. h., man zieht die Lippen hoch und zeigt die Zähne, oder liege ich falsch?

Wechsele ich aus

Feinste Beschreibungskunst. Man sieht und fühlt den jungen, heißen Sommermorgen.

Geschrieben an einem eher kalten Nachmittag im Mai

Vielleicht eine zu abgegriffene Formulieren. Da findest sich doch etwas Eigenes!

Mache ich

Das ist vielleicht ein bilhafter Name, wirkt m. E. aber in einem ernsthaften Text etwas na ja, lächerlich?

Der Nachname Profitlich ist im Rheinland tatsächlich sehr geläufig. Füllt viele Telefonbuchseiten. Kann aber gerne einen anderen wählen. Kein Thema.

Ich würde den Text sehr, sehr gern weiter lesen. Er fesselt von Beginn an, der Spaß am Lesen setzt sich bis zum Ende fort.

Hervorragend; denn das Lob motiviert mich, weiterzutippen und viele einsame Stunden am PC zu verbringen.

Yggdrasil, vielen Dank für den Kommentar! Wusste gar nicht, dass sich so viele Krimiliebhaber im Forum tummeln. Vllt komme ich ja auf den Geschmack und wechsele von meinen Säufergeschichten zu Sex & Crime.

Herzliche Grüße, sinuhe
Saufdruck erschien am 15-ten August. ISBN-10: 3862652858
Benutzeravatar
sinuhe
 
Beiträge: 1132
Registriert: 03.11.2011, 14:34
Wohnort: Bonn

Re: Das Herz des Engels unterm Dom

Beitragvon sinuhe » 28.05.2013, 18:12

Hallo Hurri,

du schwitzt mit den Kölnern des Jahres 1983. Und das, obwohl es z.Zt. doch sehr frisch in Mitteleuropa zugeht.

Das Einzige, worüber ich gestolpert bin, ist dieser Satz:
Ich würde statt "Zoll" besser "Zentimeter" schreiben, da das doch die geläufigere Einheit in Deutschland ist.

Kann ich gerne auswechseln. Ich finde Zoll zwar literarisch gesehen ein bisschen schöner, hänge aber nicht an dem Begriff.

Ja, ich würde definitiv weiterlesen

Hervorragend

Hurri, danke fürs Drüberlesen! Freut mich, dass du mit meinem Schreibstil was anfangen kannst. Die Lesegeschmäcker sind so unterschiedlich. Kaum möglich, es jedem recht zu machen.

Lg sinuhe
Saufdruck erschien am 15-ten August. ISBN-10: 3862652858
Benutzeravatar
sinuhe
 
Beiträge: 1132
Registriert: 03.11.2011, 14:34
Wohnort: Bonn

Re: Das Herz des Engels unterm Dom

Beitragvon sinuhe » 28.05.2013, 18:14

Hallo Tajmahal,

du kennst dich ja in Köln recht gut aus. Bist Tim bereits auf die Ringe gefolgt. Das war jedoch bloß eine Fingerübung, um Blut zu lecken für das eigentliche Projekt. Nämlich den Kölnkrimi, der in den 80-ern spielt.
Der Prota Oliver – Name von mir gestern Abend spontan gewählt – könnte mit etwas Fantasie auch in Tim ausgetauscht werden. Beide sind zufälligerweise 1983 einundzwanzig Jahre alt.

Hierzu nehme ich mir die ´Trigger´, falls ich es so nennen darf, die ein Erwartungsbild in mir auslösen: der freudig lächelnde Tote, die merkwürdige Oberkommissarin, die gerne an Leichen lecken und sich mit Leichensperma schwängern lassen würde, der eher unscheinbare fette Schmitz, die Studienfächer Alte Geschichte und Ägyptologie (!), der Aufenthaltsort des 'Opfers', die kleine Pension (welcher 'normale' Student wohnt in einer Pension?).

So lange Dinge positiv triggern, sind sie mir sehr willkommen.
Studenten wohnen nicht in Pensionen, da zu teuer. D’ accord. Könnte natürlich vom reichen Papa gesponsert werden. Am kleinen Hotel hänge ich, weil da natürlich noch einige schräge Typen auftreten werden. Evtl wandele ich den Studenten in einen jungen Werktätigen um.

Es wurden also eine Reihe von Andeutungen sozusagen 'versprüht', die ein spannendes Leseabenteuer versprechen. War es eine rituelle Tötung? Ein Opfergang im Rahmen einer Sekte altägyptischer Sonnenverehrer, gemischt mit einem Sexualakt?

Oder wird uns in den Gängen des Familienhotels eine Erklärung für die Tat geliefert, in einem überschaubaren Raum, in dem das Verbrechen schlummert wie bei Agatha Christie? Wie auch immer: man kann dank dieser Andeutungen schon einiges erwarten, was unerwartet sein dürfte.

Der Mörder steht fest.
Wo die Tat aufgeklärt wird jedoch noch nicht. Da lasse ich mich als Schreiber treiben und schaue selbst interessiert zu, wohin sich die Handlung entwickeln wird.
Sekte & Ritualmord: nein
Geht mehr in die Psycho-Ecke: gespaltene Persönlichkeit.

Das Wort 'Suppe' kontrastiert mit deiner ansonsten hochsprachlichen Ausdrucksweise. Alternativ - statt Schweiss - Körperflüssigkeit.

Schweiß kam schon vor. Deshalb war ich auf Suppe umgestiegen. Kann ich auswechseln.

Hört sich optimal an, habe ich aber selbst bei sehr heißem Sommer noch nie erlebt! Ob es das wirklich in Köln gibt?

Ich kenne es aus dem Winter, wenn die Obdachlosen mit Decken u. heißer Suppe versorgt werden. Da habe ich einfach den – evtl falschen – Analogieschluss für den heißen Sommer gezogen.

Fazit: ein spannender Beginn, der viele Türen öffnet. Ich tippe auf die Spur Ägypten, was nicht überraschen wird, aber auch falsch sein kann. Auch hinter der Kommissarin schlummern noch ungeahnte Möglichkeiten. Wie gesagt, ich erwarte Unerwartetes.

Aufgrund meines Nicknames erwähne ich Ägypten immer gerne in meinen Geschichten. Dort wird die Spur aber definitiv nicht hinführen. Die Kommissarin hingegen ist zwielichtiger, als man es von braven deutschen Kriminalbeamten gewöhnt ist.

Tajmahal, herzlichen Dank! War mir anfangs unsicher, ob die von mir gewählte Dekade für den Krimi ins Schwarze treffen würde. Bisher scheint die Resonanz der Leser positiv zu sein. Das freut mich natürlich. Letztlich dienen mir Leiche, libidinöse Kommissarin und kleines Hotel allerdings, um einen leicht wehmütigen Blick zurück auf die 80-er zu richten. So als ob sich 1953 jemand zurück an die Goldenen Zwanziger erinnert hätte. Backgammon wird hundertpro eine wichtige Rolle in der Story einnehmen.

Lg sinuhe
Saufdruck erschien am 15-ten August. ISBN-10: 3862652858
Benutzeravatar
sinuhe
 
Beiträge: 1132
Registriert: 03.11.2011, 14:34
Wohnort: Bonn

Re: Das Herz des Engels unterm Dom

Beitragvon yggdrasil » 28.05.2013, 18:17

sinuhe hat geschrieben:und wechsele von meinen Säufergeschichten


Na, dann werde ich als trockener Alki mal Deine Säufergeschichten rauskramen :D
yggdrasil
 
Beiträge: 139
Registriert: 27.03.2013, 12:33
Wohnort: Im Norden Deutschlands und im Süden Skandinaviens

Re: Das Herz des Engels unterm Dom

Beitragvon sinuhe » 28.05.2013, 18:21

Hallo Der Finne,

guter Nickname. Erinnert mich an einen meiner Lieblingsromane: Michael der Finne. Von Mika Waltari.

Hatte überhaupt nicht mit so viel Feedback an Tag 1 der Veröffentlichung gerechnet. Das Wortvolumen meiner Antworten übersteigt ja mittlerweile den kleinen Textausschnitt. :D

Du hast viele Anmerkungen gemacht. Will ich sehr gerne drauf reagieren:
die Sexualität von Verena Nowak. Statt promiskuitiv zu wirken, kommt sie bei mir nekrophil rüber.

Der Junge ist tot. Gesunde Reaktionen darauf sind Abscheu, Ekel, Entsetzen auf der einen oder eine professionelle Distanziertheit auf der anderen Seite. Wenn ein Mensch beim Anblick einer Leiche sexuell erregt wird, ist das pathologisch.

Sie hat Verlangen nach einem Toten. Und ihr Kollege reagiert darauf lediglich neugierig? Hier verliert die (bis auf diesen Aspekt absolut gelungene) Geschichte jegliche Glaubwürdigkeit für mich.

Jetzt steigert sie sich in eine sexuelle Fantasie hinein.

An dieser Stelle wird klar, worauf du meiner Meinung nach eigentlich hinaus willst: Die Kommissarin will mit ihren Äußerungen ihren Kollegen ein bisschen in Verlegenheit bringen und mit ihm flirten. Dafür reicht diese Stelle aber schon aus. Vielleicht starrt sie einem jungen Polizisten, der den Tatort absperrt noch auf den uniformierten Arsch. Aber die Leiche sollte sie bedrücken, oder, falls sie zynischer ist, kalt lassen.

Verena Nowak: die sich natürlich noch zu einer Schlüsselperson im Roman entwickeln wird. Andernfalls würde ich sie zu Beginn ja weniger plakativ einführen.
Schnell sexuell erregt / libidinös: okay
Aber direkt nekrophil? Weiß nicht. Nicht sie erregt sich ja am Toten, sondern Schmitz an ihr bzw. er hat kurz den Eindruck, dass sie ihre Zunge rausstreckt. Was aber auch einfach dazu gedient haben kann, Feuchtigkeit von den Lippen zu wischen.
Die Idee mit dem uniformierten Arsch gefällt mir. Würde ich aber erst dann integrieren, wenn die beiden Kommissare das Hotel wieder verlassen.

Warum tut sie das? Es gibt doch Tatortfotos. Und warum dauerhaft?

Dauerhaft nehme ich raus.
Sie will sich eben – wie eine Profilerin – das Gesicht gut einprägen.

Hier hätte ich beinahe aufgehört zu lesen. Und dadurch denn tollen Rest verpasst.
Wenn das von ihr als Scherz gemeint ist und ihr Kollege das einfach so hinnimmt, haben die beiden einen echt merkwürdigen Humor.

Ich mochte den Satz, als ich ihn gestern Abend getippt habe, ganz gerne. :wink:
Kölner haben einen schrägen Humor. Den artikulieren sie allerdings häufig im Dialekt, sodass er für Fremde kaum verständlich ist.

Du solltest bei Verena etwas weniger dick auftragen. So würde ich die Geschichte wohl leider nicht lesen.

Denke ich drüber nach

Warum aus einem glücklichen Lächeln folgt, dass er kurz vor seinem Tod noch geküsst wurde, verstehe ich nicht.

Jetzt vertrete ich ja in Belletristik die Auffassung, dass nicht jeder Satz logisch überprüft werden muss. Manchmal steht halt einfach was da, weil der Erzähler es in diesem Moment so empfindet.

Woher weiß sie das? Sie spürt es. Ich würde das deine Ermittler erst später herausfinden lassen, wenn die Gerichtsmedizin mit ihrer Untersuchung fertig ist. Wenn du es jetzt schon erwähnen willst, würde ich einen sichtbaren Hinweis liefern. Ein Kondom, Lippenstiftspuren an den Genitalien, einen Ledertanga.

Wie kommen beide darauf, dass er beim Sex und nicht danach getötet wurde? Die Idee finde ich für einen Krimi gut, aber ich würde den Leser nicht zu früh mit der Nase darauf stoßen.

Kondome waren Anfang der 80er noch nicht so en vogue wie später, als sie zum Schutz vor HIV propagiert wurden. Der erste Artikel zu AIDS erschien in einer Sommerausgabe des Spiegel im Jahre 83. Dauerte jedoch noch ein weiteres Jahr, bis dieses Thema in aller Munde war. Lippenstift auf dem Genital gefällt mir. Da gab’s mal eine Szene in Two & Half Men. Guter Tipp!!

Normalerweise sind bereits Streifenpolizisten da, wenn die Ermittler eintreffen. Nach einer Meldung muss je erstmal geprüft werden, bevor die Mordkommission ausrückt.

Leuchtet mir ein. Platziere den Satz weiter vorne

Ein Student, der in einer Pension wohnt. Ich weiß nicht, wie das in den 80ern in Köln war, aber würde die Geschichte heute spielen, fänd ich das komisch. Zumindest müsste der Student keine Geldsorgen haben, wenn er sich das leisten kann.

Hatte ich ja oben bereits geantwortet: entweder ein wohlhabender Vater oder ich verwandele den Studenten in einen Auszubildenden, der bereits sein eigenes Geld verdient.

Taugt das als Beginn eines 80er-Regionalkrimis?
Ja

Freut mich
Würdet ihr weiterlesen?
Wenn du das mit der Leiche änderst, definitiv

Du meinst nicht die Leiche, sondern die sexuelle Erregung der Kommissarin?


Finne, vielen Dank für die wertvollen Hinweise! Die helfen mir. Muss erstmal in das – für mich – neue Genre Kriminalroman hineinfinden. Noch handelt es sich um erste, unsichere Gehversuche.

Herzliche Grüße, sinuhe
Saufdruck erschien am 15-ten August. ISBN-10: 3862652858
Benutzeravatar
sinuhe
 
Beiträge: 1132
Registriert: 03.11.2011, 14:34
Wohnort: Bonn

Re: Das Herz des Engels unterm Dom

Beitragvon sinuhe » 29.05.2013, 12:30

Hallo zusammen,

habe nunmehr viele der Änderungsvorschläge eingebaut. Auch die Idee mit dem Lippenstift am Hoden ist jetzt drin. Kann alles oben im Text nachgelesen werden. Hoffe, dass aufgrund der Neuformulierung keine neuen WWHen entstanden sind. Denn das passiert bei Korrekturen schnell.

Bei einigen Hinweisen zögere ich noch, ob ich die übernehmen werde. Muss ich am morgigen Feiertag drüber nachdenken.

Nochmals herzlichen Dank für all die wertvollen Tipps! Die helfen mir auf jeden Fall weiter.


Der Titel des Krimis würde dazu animieren, das Buch aus dem Regal herauszunehmen und die erste Seite aufzuschlagen?

vg sinuhe
Saufdruck erschien am 15-ten August. ISBN-10: 3862652858
Benutzeravatar
sinuhe
 
Beiträge: 1132
Registriert: 03.11.2011, 14:34
Wohnort: Bonn

Re: Das Herz des Engels unterm Dom

Beitragvon tajmahal » 29.05.2013, 18:24

sinuhe hat geschrieben:Der Titel des Krimis würde dazu animieren, das Buch aus dem Regal herauszunehmen und die erste Seite aufzuschlagen?


Hallo, Sinuhe,

ich halte den Titel für nicht optimal, sondern für sperrig und zu lang. Streng genommen besteht er ja aus sieben Wörtern, wobei 'unter dem' zu 'unterm' verkürzt wurde.

Wir haben eine Genitivkonstruktion, dann eine adverbiale Bestimmung. Der Leser wird doppelt 'gefordert'. Es ist nicht irgendein Herz, sondern das eines Engels, nicht irgendwo, sondern unter dem Dom.

Für manche ist dieser Titel vielleicht spannend, für andere eher abschreckend. 'Ganz schön kompliziert', könnte man denken und - wegen 'Engel' und 'Dom' - vielleicht sogar 'religiös' oder 'historisch' (als erster Eindruck).

Besser wäre nach meiner Meinung nur 'Das Herz des Engels' oder 'Das Herz unter dem Dom'. Man könnte auch 'Engelsherz' oder 'Engelsherz unter dem Dom' verwenden, was mir aber nicht so besonders gefällt.

Wegen des Lokalkolorits würde ich 'Das Herz unter dem Dom' als beste Alternative sehen, immer nur unter der Voraussetzung, dass ich den weiteren Verlauf des Krimis nicht kenne.

Liebe Grüße, Tajmahal
tajmahal
 
Beiträge: 568
Registriert: 29.08.2012, 23:54
Blog: Blog ansehen (22)

Re: Das Herz des Engels unterm Dom

Beitragvon sinuhe » 29.05.2013, 18:45

Hallo tajmahal,

du hast dir den Titel angeschaut:
ich halte den Titel für nicht optimal, sondern für sperrig und zu lang. Streng genommen besteht er ja aus sieben Wörtern, wobei 'unter dem' zu 'unterm' verkürzt wurde.

Hatte ich befürchtet

Besser wäre nach meiner Meinung nur 'Das Herz des Engels' oder 'Das Herz unter dem Dom'.

So lange das Herz in der Brust des Toten verbleibt, gäbe die von dir vorgeschlagene Verkürzung keinen rechten Sinn.
Der Student wurde zwar ermordet; jedoch nicht geschändet oder gefleddert.

Man könnte auch 'Engelsherz' oder 'Engelsherz unter dem Dom' verwenden, was mir aber nicht so besonders gefällt.

Das Herz des Engels ist eine wackelige Übersetzung von Angel Heart. (1987. Mit Mickey Rourke, Lisa Bonet u. Robert de Niro).
Eins zu eins von Engl. in Dt. bekommt man das nicht hin.
Auch im Film doppeldeutig:
( ) Herz des Engels/ eines Engels
( ) Angel Heart als Vor- und Nachname des – gegen sich selbst – ermittelnden Privatdetektivs.

Der vage Hinweis soll eine Andeutung geben, in welche Richtung sich die Geschichte entwickeln wird.
Vermutlich zu irreleitend für eine Krimi-Überschrift.
Denn nicht jeder kennt den Film, und nicht jeder kann mit der sperrigen Translation was anfangen.

Werde mir also was anderes überlegen.

Danke für deine Eindrucksschilderung!

Lg sinuhe
Saufdruck erschien am 15-ten August. ISBN-10: 3862652858
Benutzeravatar
sinuhe
 
Beiträge: 1132
Registriert: 03.11.2011, 14:34
Wohnort: Bonn

Nächste

Zurück zu Nervenaufreibendes

Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder und 0 Gäste