Das Outing - Ich bin was ich bin

Diskussion zum Schriftsteller-werden.de Blog

Re: Das Outing - Ich bin was ich bin

Beitragvon Bluemoon80 » 02.01.2011, 15:06

Ehrlich gesagt bin ich stolz drauf, dass ich schon so weit geschrieben habe. Mir gefällt mein Buch und ich erzähle meinen Freunden gern darüber.

Ich weiß aber auch, dass es erst noch ein Traum ist, Schriftstellerin zu werden. Mein eigentlicher Berufswunsch ist Lektorin nach meinem Anglistik-Studium. Ich hoffe, ich werde beides vereinigen können.
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Re: Das Outing - Ich bin was ich bin

Beitragvon Livina » 04.01.2011, 15:40

Wem hast du es gesagt?


Eigentlich allen. Ich will viel zu sehr darüber reden um es geheim halten zu können. :roll: "Papa, ich habe heute 5k Wörter geschrieben!" sowas muss ich einfach sagen können. :oops:

Wie bringst du dein Ziel anderen Menschen bei?


Ganz einfach, wenn die fragen, ob ich schreibe, dann sage ich: "Ja." Ich finde da nichts komisches oder peinliches dran, ist doch genau so, wie wenn jemand einem sagt, er spiele Klavier oder reitet. :roll:

Wie reagieren sie?


Manche nicken nur, manche schütteln den Kopf oder lächeln komisch. Aber meine beste Freundinn zum Beispiel schreibt ja auch. Wir hatten uns sogar gemeinsam vorgenommen zu schreiben. :mrgreen: Meine Mutter schüttelt den Kopf, soll sie doch. Es macht mir Spaß, also tue ich es. Und daran kann kein noch so oft gesagtes: "Wenn du doch zuerst tun würdest, was du tun musst!" was ändern. :wink:
Ich muss die Veränderung sein, die ich in der Welt sehen will.

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Re: Das Outing - Ich bin was ich bin

Beitragvon NicoPumpkin » 05.01.2011, 17:44

Für mich persönlich ist es etwas ungewohnt, dass man das Zugeben, dass man gerne schreibt, als 'Outing' darstellt.

Bei Outings denkt man natürlich zuerst an Homosexualität o.Ä., eben ein Geständnis das mitunter dein ganzes Leben beeinflussen kann.

Ich schreibe eigentlich schon, seit ich schreiben kann (Ja, das klingt komisch, ist aber so) und für mich ist es mein Hobby wie für die anderen das Reiten, Fußballspielen, etc.
Und - das klingt jetzt schon wieder nach Outing - für mich ist es die normalste Sache der Welt, dass man seine Hobbys hat und auch darüber spricht, meine Freundin erzählt mir auch öfter wie ihr Pferd gestern drauf war und so.

Ich hatte in dem Sinne kein Outing - weil es nie einen Anlass dazu gab. Weil alle ihre Hobbys haben und ich habe halt meins. Pech. :mrgreen:

Lg, eure Nico.
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Re: Das Outing - Ich bin was ich bin

Beitragvon Tschakky » 22.10.2011, 23:42

Ich finde es irgendwie gerade ein wenig traurig, wie viele hier sagen, sie würden es keinen Freunden zu lesen, weil die eh nur lügen würden, damit man nicht verletzt ist. Bin ich denn der einzig ehrliche Mensch auf der Welt oder wie? :s
Das schöne ist, dass ich eine Freundin habe, die auch schreibt. Und wir sind beide immer ehrlich und kritisieren auch das Geschriebene des jeweils anderen. Darüber bin ich auch heilfroh, denn wenn ich ehrlich bin, ansonsten wüsste ich auch nicht viele Leute, die ehrlich kritisieren würden. ;)
Von meinem Hobby, dem Schreiben, wissen ansonsten recht viele. Meine Eltern wissen's auch. Sie lesen beide gerne, mein Vater ist eine totale Leseratte. Und von ihm kann ich immer eine ehrliche Meinung erwarten. Aber als ich ihm verkündete, ich möchte bei NaNoWriMo mitmachen und 50.000 Wörter in 30 Tagen schreiben, da sah man ihm seine Zweifel schon deutlich an. Aber das ist nicht schlimm, ich wäre an seiner Stelle auch ein wenig skeptisch, einfach, weil ich noch nie so viel an einem Projekt geschafft habe.
Mein großer Bruder weiß es auch, seit Anfang an. Und er hat mir auch angeboten, dass ich ihn nach Hilfe fragen kann, wenn ich nicht weiterkomme. Er hat mich bei der Geschichte, an der ich gerade rumbastle schon mehrmals auf eine gute Idee gebracht. Außerdem ist er ein guter Kritiker und seine Meinung bedeutet mir ziemlich viel.
Auch wenn ich nicht glaube, dass keiner von denen mir zutrauen würde, dass ich mal ein Buch veröffentlichen werde. Aber ich bin ja auch noch sehr weit davon entfernt. ;) Ob ich das mal schaffe, da bin ich mir ja selber nicht so sicher.
Meine beste Freundin weiß auch davon. Sie hat eine Zeit lang auch geschrieben, das war in der 5. Klasse, als ich wieder mit schreiben angefangen hatte. Ungefähr 2 Monate später schrieb sie plötzlich auch... Eine Weile lang war das recht cool, wir haben uns immer über Geschichten ausgetauscht und auch mal versucht, etwas zusammen zu schreiben, aber dazu waren unsere Schreibstile zu verschieden.
Mit Klassenkameraden ist das so 'ne Sache. An meiner alten Schule, wo ich noch niemanden kannte, da wusste es bald meine ganze Klasse. Was kein Wunder war, da ich dort andauernd im Unterricht und in den Hofpausen geschrieben habe, vor allem am Anfang, weil ich immer eine Weile brauche, um aus mir heraus zu kommen. Mein Glück, dass die sechs Jungs in dieser Klasse irgendwie keine fiesen Adern hatten und die Mädchen waren auch alle recht lieb. Zwei davon schrieben ja sogar selber (eine davon habe ich schon erwähnt). Die anderen hat es jetzt nicht so brennend interessiert, aber wenn ich mal was zum Lesen rausgab, fanden's alle gut. Inwiefern das jetzt 'ne ehrliche Meinung war, weiß ich nicht, aber wenn nicht, würde ich es ihnen nicht sehr übel nehmen. Schön war, dass die eine und ich oft in den Hofpausen über unsere Geschichten geredet haben und so.
Wie viele es jetzt an meiner neuen Schule wissen, keine Ahnung. Einige von ihnen hatten erfahren, dass ich schreibe, als ich damit angefangen habe (denn dann war ich schon mal auf der Schule). Aber da ich nicht noch mal darüber geredet habe und die mich sowieso 2 Jahre nicht gesehen haben, denken sie vermutlich nicht, dass ich noch schreibe.
Was ich allerdings total genial fand: Ich habe vor ca. 3 Monaten ein Mädchen, die in der 5. in meiner Klasse war, am Bahnhof wiedergetroffen und wir haben uns ein bisschen unterhalten. Wir waren vorher nie wirklich gut befreundet gewesen, verstanden uns aber erstaunlich gut. Und die eine Sache, an die sie sich über die 3 Jahre erinnert hat, war, dass ich immer Geschichten geschrieben habe (und gerne singe :roll: ). Und das sie das mit so einer ehrlichen Freude gesagt hat, nicht sarkastisch oder abfällig. Ich freue mich immer noch darüber, wie man vielleicht merkt. :D

Meine Güte. Wer sich wohl meinen Beitrag bis hier durchgelesen hat?
Zusammenfassend kann ich sagen: Wenn mich jemand fragt, werde ich nicht lügen. Ich werde es vielleicht Leuten erzählen, von denen ich denke, dass sie es verstehen werden oder von denen ich weiß, dass sie selber schreiben. Aber anderen würde ich es erst von mir selbst aus sagen, wenn ich denn mal ein Projekt wirklich vernünftig zu Ende gebracht habe.

LG
Tschakky
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Re: Das Outing - Ich bin was ich bin

Beitragvon Joleen » 23.10.2011, 10:38

Wem hast du es gesagt?
Naja, einigen Schulkammeraden, meinen Freunden, meiner Familie... das war's auch schon.

Wie bringst du dein Ziel anderen Menschen bei?
Ich bin enorm schlecht darin, jemandem zu sagen, dass Schreiben das ist, was ich will. Meistens sage ich es... stocke und schweige dann wieder.

Wie reagieren sie?
Die Schulkameraden freuen sich, wenn ich ihnen eine KG auftische, meine Freunde nerven sich, wenn ich sie frage, ob sie wieder etwas lesen wollen und meine Familie hat mir den Rücken zugedreht, wenn ich nur vom Schreiben anfange.
Nicht gerade die leichteste Basis, um zu schreiben.

Aber ich schreibe trotzdem. Momentan ist es ja für mich. Nicht für sie. Und so lange ich mich motivieren und am Schreiben erfreuen kann... :mrgreen:.

Lg Jolly
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Die Schreibwerkstatt kommt wieder! Sag mir Bescheid!
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Re: Das Outing - Ich bin was ich bin

Beitragvon Loona » 25.10.2011, 00:30

Ich hab schon ziemlich früh angefangen zu schreiben.
Gedichte, KG´s, später dann Fanfictions.
Mir hat das Schreiben geholfen, meine Kindheit ( die war nich so dolle :cry: ) zu überstehen, da ich mich dabei völlig in andere Welten flüchten konnte.
Vor kurzem habe ich bei meiner Mutter eins einer ganz alten Gedichte gefunden. Wusste gar nicht, das sie das mal hatte.
Vor einigen Jahren hab ich dann wieder richtig angefangen und zwar mit Texten, die hier wohl unter dem Bereich Gedichte stehen würden, obwohl ich sie nicht als solche bezeichnen würde.
Im Moment arbeite ich an einer Fantasygeschichte, die langsam Form annimt. :shock:

Ich habe immer gesagt, das ich schreibe.
In der Berufsschule hat mich mein Lehrer im Deutschunterricht mal angesprochen, was ich da mache. ( Fand den Unterricht so schlimm, das ich da immer "abgetaucht" bin )
Am Ende hat er mich gebeten, es vor der Klasse vorzulesen, was ich auch getan habe.
Komische Reaktionen habe ich nie bekommen, was sicherlich auch daran lag/liegt das ich generell etwas anders bin.
Mein Freund weiß es, aber er intressiert sich nicht sooooo dafür. Wenn ich ihn aber um Hilfe bitte und er Zeit hat ( ist nur am WE da ) unterstützt er mich auch. :lol:
" Nichts auf dieser Welt, um das es sich zu kämpfen lohnt, fällt einem in den Schoß."
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Re: Das Outing - Ich bin was ich bin

Beitragvon vogelfrau » 25.10.2011, 14:40

Wem hast du es gesagt?
Ich habe schon in der Grundschule Märchen geschrieben. Meine Lehrerin fand das toll und manchmal musste ich was der Klasse vorlesen. Sie war sowieso eine ganz bemerkenswerte Frau, selbst Schriftstellerin, Maria Müller-Gögler hieß sie, und ihr bekanntestes Buch hieß "Täubchen, ihr Täubchen", ein Roman über Kindesmißbrauch (!).
Später hat sich dann, bedingt durch etliche Schulwechsel, ein umfangreicher Briefwechsel entwickelt, mit alten Freundinnen und einer geliebten Lateinlehrerin.
Als Erwachsene habe ich meist praktische Sachen verfasst, z.B. Trainingstagebücher über die Fortschritte in der Ausbildung von Pferden (mein Hobby) oder pädagogische Notizen zu Projektarbeiten mit Schülern.
Wie bringst du dein Ziel anderen Menschen nahe?
Schriftstellerin zu werden war eigentlich nie ein Ziel, eher ein Traum, so wie man von einem eigenen Haus träumt, wenn man zur Miete wohnt, oder von einer Reise, wenn man zuhause bleiben muss.
Erst im Gespräch mit einem Therapeuten im Rahmen einer Reha-Massnahme bin ich wieder darauf angesprochen worden, so nach dem Motto: "Wie wollen Sie den Rest Ihres Lebens gestalten? Was wollen Sie noch erreichen?"
Im Zuge dieser Überlegungen habe ich mich dann in dieser Schreibwerkstatt angemeldet und bin fasziniert von den vielen Möglichkeiten, sich hier einzubringen.
Wie reagieren sie?
Mein Mann freut sich, meine Kinder warten gespannt auf meine Beiträge, eine Freundin hat sich auch schon hier angemeldet, meine Geschwister schauen ab und zu hier rein ...
also alles bestens!
LG
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Wer an der Küste bleibt, kann keine neuen Ozeane entdecken. (Fernando Magellan)
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Re: Das Outing - Ich bin was ich bin

Beitragvon Gin » 25.10.2011, 15:56

Bin grade über diesen Thread gestolpert und musste wirklich scharf nachdenken, wer es denn nun wirklich weiß. Spontan wollte ich "Meine Freunde und meine Eltern" antworten, hab dann aber festgestellt, dass das so sicher nicht mehr stimmt.

Zum Schreiben gekommen bin ich über Fanfiktions mit so 11 oder 12. Da ich das am Computer meiner Mutter gemacht habe, hat sie das natürlich mitbekommen. Ich denke aber, dass sie das nur als temporäre, pubertätsbedingte Phase wahrgenommen und es deshalb nicht besonders ernst genommen hat. U.a. auch deshalb, weil ich schon die ein oder andere Sache angefangen und wieder abgebrochen habe. Was sie definitiv weiß, ist, dass ich es KANN, also dass ich mich durchaus sprachlich rund und gut ausdrücken kann, dafür korrigiere ich oft genug ihre Hausarbeiten und Aufsätze, wenn sie irgendeine Um- oder Weiterbildung macht =3. Irgendwo in der Erinnerung wird da also noch sowas sein in Richtung "Mein Kind hat mal geschrieben", aber wirklich wissen, dass ich es TUE, wird sie wohl nicht.

Meine Freunde in der Schule wussten alle, dass ich Fanfiktions schreibe, aber das war es auch schon. Bis auf das/die ein oder andere Gedicht oder Geschichte für Deutsch und Englisch hab ich mich literarisch eher bedeckt gehalten, weil die Pubertät für mich ein großer Unsicherheitsfaktor war. Das bedeutet, unterrichtsbedingt wussten meine Klassenkameraden und unser Deutsch-/Englisch-Lehrer schon, dass ich gut in Ausdruck und Form bin, aber dass es mehr ist als nur "schulische Pflicht", habe ich für mich behalten. Von den Freunden, die aus der Schulzeit übrig geblieben sind, wissen zwei, dass ich noch immer schreibe und diese zwei wissen auch, dass es was ernstes ist und helfen mir beim Schreiben oder Korrigieren, obwohl ich ihnen manchmal wirklich tierisch auf die Nerven gehe. :twiddlethumbs:

Meine Kollegen auf Arbeit wissen es definitiv nicht, allerdings haben wir auch anderes zu tun, als uns über unsere Hobbys auszutauschen.

Wem hast du es gesagt?
Also direkt "gesagt" habe ich es niemandem, das hat sich immer so nebenbei ergeben, wenn die Leute es erfahren haben. Ich glaube auch nicht, dass ich irgendwann mal jemandem einfach so sagen würde "Hey, in meiner Freizeit schreibe ich Geschichten.", selbst wenn wir uns grade über Hobbys unterhalten.

Wie bringst du dein Ziel anderen Menschen bei?
Gar nicht. Wie schon gesagt wurde, die Schriftstellerei als Beruf ruft bei vielen nur eine "Träumerei"-Reaktion hervor und selbst wenn man versucht zu erklären, bleibt ein Rest dieser - ich sag mal Skepsis zurück. Das hinterlässt bei mir einen schalen Nachgeschmack, auf den ich gerne verzichte. Selbst meine Freunde, die wissen, dass ich schreibe, wissen nicht, dass ich irgendwann mal veröffentlichen möchte. :? Allerdings stupsen sie mich immer mal wieder an, ich soll mir das doch zum Ziel setzen, von daher werde ich ihnen das auch irgendwann mal erzählen.

Ich denke mit dem Schreiben ist es wie mit allen anderen künstlerischen Berufen (Schauspieler, Tänzer, Maler, ...), sie sind so weit weg vom alltäglichen Erleben, dass sie von Nichtbetroffenen (Gott, das klingt wie ne Krankheit :XD: ) nicht für voll genommen werden. Das macht das Sprechen darüber schwierig.

LG, Gin :writing:
Zuletzt geändert von Gin am 31.10.2011, 06:40, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Das Outing - Ich bin was ich bin

Beitragvon zickzack » 26.10.2011, 12:04

Wem hast du es gesagt?
Hmm, mal überlegen. Meine Mutter weiß es, ihr habe ich es nicht direkt gesagt, dass hat sie mitbekommen. Ist ja auch nicht gerade unauffällig, wenn man da sitzt und mit einem Stift auf einem Papier herum kritzelt. Jetzt schreib ich aber fast nur noch am Laptop. Meine mutter hat mir auch immer Stifte und Notzbücher gekauft, also sie fand es ganz normal dass ich schreibe und sie sagt auch immer, dass das eben mein Hobby ist und sie findet das auch toll.
So, dann weiß es noch meine beste Freundin. Sie hat früher auch viel geschrieben und wir haben auch zusammen Geschichten geschrieben, jetzt macht sie es allerdings nicht mehr, zumindest ganz selten. Aber dann schiebt sie mir ihre Ideen rüber und sagt: "Schreib mal daraus eine Geschichte." :lol:
Mein Onkel und meine Tante wissen es, kam mal bei einem Familienfest zur Sprache. Ich weiß gar nicht mehr, ob ich das selber gesagt habe oder meine Mutter es erklärt hat.
Und meine Frisöse weiß und fragt mich immer, wann mein erstes Buch veröffentlicht wird. :shock:
Und eventuell wussten es ein paar Lehrer.

Wie bringst du dein Ziel anderen Menschen bei?
Nun ja, schwierig. Eigentlich kam es ja immer ganz zufällig zur Sprache und ich strebe jetzt nicht grundsätzlich eine Veröffentlichung an. In erster Linie mache ich es, weil es mir Spaß macht. Es ist halt mein Hobby, wie für manch andere irgendwelche Sportarten, wie Fußball oder was weiß ich. Die wollen ja auch nicht gleich Fußballstar werden, zumindest nicht alle. Manche machen das nur aus Spaß und so ist es bei mir mit dem Schreiben.
Da sind die Anderen eher, die drängeln und sagen, schicke doch mal was zu einem Verlag. Ich weiß ja nicht was die damit bezwecken wollen. Ich kann ja schlecht halb fertige Sachen hinschicken. Vielleicht wollen die austesten, ob das überhaupt Sinn macht mit dem Schreiben, keine Ahnung.

Wie reagieren sie?
Nun ja, meine beste Freundin versteht mich, weil sie ja selbst mal geschrieben hat und sie ist auch die Einzige mit der ich richtig darüber reden kann. Allerdings reden wir immer seltener über das Schreiben. :cry:
Meine Mutter möchte immer was von mir lesen. Also die interessiert sich dafür. Ich weiß, dass sie mir dabei nicht sonderlich helfen kann, aber gut. Wenn sie es glücklich macht, bekommt sie immer mal ein paar Rohfassungen. :wink: (mein Vater interessiert es im Übrigen gar nicht, was ich in meiner Freizeit mache, obwohl er eine ziemliche Leseratte ist, Ignorant :evil: ).
Und der Rest, na ja. Ich glaube man wird belächelt, wenn man das als Hobby angibt. Wie kann man sich in seiner Freizeit nur mit sowas beschäftigen. :roll: Um diesen Reaktionen aus dem Weg zu gehen, behalte ich es auch mehr für mich. Da habe ich dann mehr meine Freude daran.
Zuletzt geändert von zickzack am 11.01.2012, 20:25, insgesamt 1-mal geändert.
:nano: is back: Bleibt auf dem Laufendem was die Ausbreitung angeht!
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Re: Das Outing - Ich bin was ich bin

Beitragvon freebirdflying » 26.10.2011, 14:44

Die Frage nach dem Outing hat mich direkt angesprochen, denn wie kann es sein, frage ich mich manchmal, dass etwas, das mir so wichtig ist, gleichzeitig auch solche Scham in mir auslösen kann? Wenn ich es erzählen will, denke ich oft, ich könnte ebensogut sagen, ich sei ein wenig naiv und weltfremd. Um es zu erzählen, brauche ich darum zumindest das Gefühl, dass der Andere mich soweit kennt, dass ihm das Synonym "Schaumschläger" abwegig erscheint, wenn er über mich nachdenken würde.

Wem hast du es gesagt?
Meine Eltern wissen es ebenso, wie meine Geschwister. Und manchmal erlebe ich auch den umgekehrten Effekt, dass ich von der Seite mit Spannung gefragt werde, wann ich denn endlich mal etwas veröffentliche. Ob sie es dann lesen würden? Keine Ahnung, zumindest wäre es aber cool jemanden in der Familie vorzuweisen, der veröffentlicht. Nur schreiben dagegen, kommt dann nicht ganz so gut. Manche Freunde und manche Kollegen wissen es auch. So wie sie eben auch wissen, dass ich Basketball spiele. Es ist halt eines unter vielen Interessen, die mich ausmachen. Nichts weiter außergewöhnliches eben.

Wie bringst du dein Ziel anderen Menschen bei?
Gute Frage, nächste Frage, wie man so schön sagt. Keine Ahnung, ob ich das mache. Ich kann mich an ein, zwei Begebenheiten erinnern, da hat mir jemand etwas sehr Intimes von sich erzählt, da hab ich dann im Austausch offenbart, dass ich schreibe.

Wie reagieren sie?
In den eben erwähnten Fällen ist es denjenigen sehr bewusst gewesen, dass es etwas ist, auf dem sie in keinem Fall herumtreten dürfen.
In den übrigen Fällen teile ich das eher selbstironisch mit, so im Sinne, ich habe da so eine schlechte Angewohnheit oder Marotte, na wie eben jeder so seine Macke hat. Da kann ich dann auch sehr gut damit umgehen, wenn andere ihre Witze damit treiben. Und sie machen es zu 99 % auch auf einer Mit-mir-lachenden, als Über-mich-lachenden Art. Vermutlich wären sie nicht ansatzweise so rücksichtslos, wie ich immer befürchte. Aber das ist dann eben wirklich so eine Marotte von mir.

Lg freebirdflying
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Re: Das Outing - Ich bin was ich bin

Beitragvon Sven H » 31.10.2011, 04:40

Ich habe mir fast alle Beiträge durchgelesen und war eigentlich sehr überrascht, da ich ganz andere Erfahrungen gemacht habe.

Ich habe angefangen zu schreiben wo ich das Schreiben und Lesen gelernt habe.
Meine blühende Fantasie im Kindesalter habe ich immer zu Papier gebracht und seit dem wussten meine Eltern davon. Vor meinem unmittelbaren Umfeld konnte ich es garnicht geheim halten, da mein Vater so stolz auf mich war(Und es auch Heute noch ist, nicht nur auf mich sondern auch auf meine beiden Geschwister und es wäre egal was wir machen. Er hat nie einen hehl daraus gemacht, wie sehr er hinter seinen Kindern, bzw. seiner Familie allgemein, steht. Leider war auch das immer ein Streitpunkt, da es schon ziemlich nervig war immer so "Präsentiert" zu werden), das er jedem, der es noch nicht wusste, meine "Werke" unter die Nase hielt.^^

Ich musste, bzw. konnte, also mein größtes Hobby nicht "geheim" halten.
Seit damals sind meine Eltern, Verwandten und Freunde sehr offen damit umgegangen. Klar, die meisten sind eher skeptisch und sagen sachen wie:"Du und schreiben? Kann ich mir nicht vorstellen. Du bist doch garnicht kreativ!" Darauf hin biete ich meistens an mal eine meiner Geschichten zu lesen, aber dann ist meistens grad keine Zeit da ;)

Auch würde ich gerne mein Täglich Brot mit der Schreiberei verdienen, nur ist es dahin ein langer und harter weg und bisher nur Träumerei.

Wer mich immer wieder aufbaut wenn ich mal alles hinschmeißen möchte und mir wieder Mut macht, weiter zu machen sind meine Eltern, besonders mein Vater. Er ist auch derjenige der davon träumt mein Buch irgendwann im Laden kaufen zu können :)

Schreiben ist für mich mein größtes Hobby und warum sollte ich das geheim halten? Wenn mich jemand fragt was ich grade mache, dann erzähle ich von meiner Ausbildung, was ich da mache und das ich gerne Schreibe. Meistens ergeben sich daraus Interessante Gespräche.
Auf totale Intoleranz bin ich bisher noch nicht gestoßen.

Grüße,
Sven
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Re: Das Outing - Ich bin was ich bin

Beitragvon schreiberlehrling4 » 31.10.2011, 10:31

Hallo zusammen!

Da Sven dieses Thema mit seinem Beitrag wieder aktuell gemacht hat, dachte ich, ich berichte auch mal von meinen Erfahrungen.

"Wem hast du es gesagt?"
Um ehrlich zu sein: Nur ganz ausgewählten Personen. Die Frage ist hier: Warum?
Ich denke in allen Künstlerberufen werden Verwandte und Freunde eher skeptisch reagieren, wenn man von seinem großen Traum berichtet. Es ist gar zu unrealistisch, das man wirklich einmal ein bekannter Autor wird. Bei mir ist es bisher ja ein Hobby. Ich denke, nach einem ersten Werk werde ich mehreren Personen davon berichten (je nachdem, wie gut es geworden ist)- Eben gleich mit einer Arbeitsprobe in der Hand, die zeigt, was ich kann.

Damit ist quasi auch die Frage beantwortet: "Wie bringst du dein Ziel anderen Menschen bei?"

"Wie reagieren sie?"

Ich hoffe doch, dass sie, unterstützt von einer ersten Geschichte, positiv reagieren. Natürlich wünsche ich mir ehrliches Feedback. Aber wenn wir mal ehrlich sind, hoffen wir natürlich auch insgeheim, dass es gut ausfällt und man sich in seinen Träumen bestätigt sieht.
Wenn ich allerdings merke, dass meine Freunde nur Positives berichten, weil sie gute Freunde sind, dann würde ich mir noch jemanden suchen, der objektiv antworten kann (Hallo Schreibwerkstatt..!) und dann schauen, ob sich das Hobby wirklich zu mehr entwickeln lässt.
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Re: Das Outing - Ich bin was ich bin

Beitragvon Ensiferia » 01.11.2011, 07:58

Ich hab jetzt endlich mal jemanden gefunden, der mein Schriftstellerdasein als positiv, ja geradezu aufregend empfindet. :shock:
Meine Nachbarin fragte neulich, warum ich den ganzen Sommer über nicht im Garten war und da sagte ich: Weil ich oben in meinem dunklen Kämmerlein sitze und an meinem Roman schreibe.
Sie war völlig hin und weg und das Schönste war, dass ihre Emotionen nicht aufgesetzt, sondern völlig ehrlich waren. :D
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Re: Das Outing - Ich bin was ich bin

Beitragvon AnnaK » 06.11.2011, 23:00

Hallo!

Ich finde es sehr interessant wir unterschiedliche wir alle mit dem Schreiben umgehen.

Wem hast du es gesagt?
Bislang niemandem. Das hat nichts damit zu tun, dass ich vielleich nicht kritikfähig bin oder ähnliches. Für mich ist Schreiben etwas sehr Persönliches und Privates. Ich träume mich sehr gerne aus dem Alltag hinfort und schreibe meine Träume dann auf. Das ist ebenso privat wie ein Tagebuch zu schreiben. Finde ich zumindest.

Wie bringst du dein Ziel anderen Menschen bei?
Gar nicht. Bislang kenne ich mein Ziel selber nicht. :wink:
Damit erübrigt sich wohl die Frage Wie reagieren sie?
Liebe Grüße, AnnaK
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Re: Das Outing - Ich bin was ich bin

Beitragvon Lynween » 21.11.2011, 07:02

wieder mal ein sehr interessantes Thema, zu dem du uns deine Gedanken offenbarst :)

Ich kann bis zu einem bestimmten Punkt nachvollziehen, warum für einige der Gedanke des Outens reizvoll ist und beglückwünsche die beneidenswerten positiv aufgefassten Outer.
Für mich persönlich ist es Schwachsinn. Ich stehe zu dem, was ich bin und wenn ich dann jemals veröffentlicht werden sollte und somit geoutet wäre, wäre das eben schlicht ok.
Aber so an sich rumzurennen und jedem, der es vielleicht hören möchte, vom Schreiben zu erzählen- gäbe mir das Gefühl ein Schaumschläger zu sein. Viel Gerede und tatsächlich vollendete Werke streben gegen Null, so in etwa. Soll keine Wertung sein, ist nur meine persönliche Auffassung.
Und wenn es um engere Outingkreise, wie Familie und Freunde geht, kann ich nur sagen,
darauf hätte ich getrost verzichten können.
Ganz im Sinne von "wir wollen nur das Beste für dich", saß ich wieder mal eingekeilt zwischen den Blicken meiner Familie. Ich hatte nie vor, mein Schreiben groß an die Glocke zu hängen,
aber ich lüge auch nicht, wenn man mich direkt fragt.
Und im zwanghaften Gespräch, wie ich mir denn meine Zukunft vorstelle ( denn wer keine Zukunftspläne hat ist automatisch = blauäugig < Logik meiner Familie),
kam es einfach so raus. Und ich habe ganz offen darüber geplaudert,
was mir Schreiben bedeutet und was für einen Platz in meinem Leben es einnimmt.
Die Folge, wie abzusehen war, war sprachloses Entsetzen, gefolgt von einem sofortigen detailliertem Plan, wie ich mein Leben wieder in "Griff kriege" und in die "richtige Richtung" komme, alles natürlich nur zu meinem Besten.
Ich kürze an dieser Stelle mal ab und erspare nervige Einzelheiten dieses (wieder mal) achso fantastischen "Ansichten" Gespräches mit meiner Familie.
Fakt ist: Mein Outing wurde nicht ernst genommen, belächelt und tieferschürfende Gespräche, die das hätten klären können, stärkten nur noch die Ansicht meiner Familie,
wie falsch mein Leben wäre und wie naiv ich sei. Soviel dazu.
Outing- in dem speziellen Familienbsp.- absolut eine Erfahrung auf die ich hätte verzichten können.
Man hat doch auch so schon genug zu kämpfen mit Selbstzweifel, Schreibblockaden u.a.
Wieso soll man sich dann noch das Leben zusätzlich schwer machen, indem man andere dazu einlädt ihre meist nicht vorurteilsfreie Meinung zum Besten zu geben.
Wichtig ist doch (für mich zumindest), dass man selbst dazu steht.
Selbst wenn positive Reaktionen gekommen wären, muss ich doch davon überzeugt sein.
Was ist es also Wert, wenn mir andere erzählen, wie toll sie mein Schreiben als Tätigkeit finden?
Wobei ich noch hinzufügen möchte, dass ich die Glaubwürdigkeit von Freunden/Familie generell sehr in Frage stelle. Wieviele Menschen, wenn sie einen mögen, würden dir wirklich die Wahrheit sagen im Falle von negativer Kritik?
Lg Lyn
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