Das Outing - Ich bin was ich bin

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Re: Das Outing - Ich bin was ich bin

Beitragvon nathschlaeger » 21.11.2011, 10:01

Ich finde, dass das Wort Outing negativ konnotiert st, weil es voraussetzt, dass es eine Notwendigkeit gibt, einen inneren Zwang, weil es etwas gibt, das vorher geheim war und nachher bekannt ist.

Ich habe mein Schreiben seit jeher sehr offensiv betrieben, lebe allerdings bedauernswerter Weise in einem Umfeld, das dem Schreiben von Prosa gegenüber relativ immun ist. Das gibt mir allerdings die nötige Bewegungsfreiheit, mein Ding durchzuziehen. Ich muss mich niemandem erklären, es genügt zu sagen, ich schreibe Romane. Ausmaus, mehr gibts dazu nicht zu sagen.

Eine Anmerkung: Als mich einmal bei einer Party einer als Schreiberling bezeichnete, drohte ich ihm an, [...], damit er ja still liegen bleibt.

Diese Verniedlichung einer sehr ernsten, aufreibenden, emotionell und intelektuell anspruchsvollen Tätigkeit ist absolut unangemessen und herablassend. Wer sich selbst gerne als Schreberling kleinredet, soll das tun, aber bitte nicht diesen entwertenden Begriff auf andere ausdehnen.

Liebe Grüße,
Peter
Zuletzt geändert von Jacky am 21.11.2011, 10:08, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Das Outing - Ich bin was ich bin

Beitragvon alfredwallon » 24.11.2011, 11:10

Mich interessiert nicht im geringsten, ob andere Menschen Probleme mit der Tatsache haben, dass ich weder Mitglied in einem Sportverein bin, noch am Dorfleben in meiner kleinen Heimatgemeinde aktiv teilnehme. ich habe andere Interessen, und denen gehe ich konsequent nach. Wer nicht versteht, dass ich schreibe, muss weder meine Bücher kaufen noch mich darauf ansprechen. Wenn es jemand tut, bekommt er eine Antwort - wenn nicht, geht die Welt nicht für mich unter.

Menschen, die keine Bücher lesen, kann man nicht erklären, was Schreiben bedeutet und wie kreativ es ist - und wieviel Freude es macht. Für die meisten ist das nichts Greifbares, Handfestes, in vielen Fällen sogar brotlose Kunst.

Ich habe mich mittlerweile damit abgefunden, wie das die meisten in meinem "dörflichen Umfeld" sehen. Was mich aber ganz sicher nicht daran hindert, diesen Weg konsequent weiter zu gehen. Soll jeder darüber denken, was er will - und während diese Leute hinter vorgehaltener Hand reden und nur den Kopf schütteln, schreibe ich eben weiter ein Buch nach dem anderen und publiziere auch im Ausland.

Suum cuique - wie der Lateiner sagt. JEDEM DAS SEINE!
Mit freundlichen Grüßen / Best Regards

Alfred Wallon

Schreiben ist keine Träumerei, sondern harte Arbeit.
alfredwallon
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Re: Das Outing - Ich bin was ich bin

Beitragvon sinuhe » 24.11.2011, 13:03

@alfredwallon

Gut gebrüllt, Löwe. :P

Ich sehe das genauso. Wershalb MUSS(?) ich mich outen, nur weil ich hin u. wieder schreibe? Ist ja schließlich eine seit der Antike hochgeschätzte Kunst. Wer's nicht mag, o. gar Probleme damit hat, der gehe halt ins Kino o. mit seinem Hund spazieren.

Outings sind ja eher schwierig, wenn man etwas offenbart, was man bisher geheim gehalten hat, o. einen Tabubruch begeht. Bspw. sein Schwulsein (woraus wir in Köln nun wirklich kein Aufhebens machen) mitteilt o. offen über sein Alkoholproblem (wie in meinem Fall) redet. Da wird man schnell feststellen, dass sich bei Freunden/ Bekannten/ Verwandten die Spreu vom Weizen trennt.

Andererseits kann man auf "Freunde", die ein Problem mit Alkoholismus haben, als Betroffener auch gut verzichten. Dasselbe gilt für Mitmenschen, die Schreiben für brotlose Kunst halten (was es für manchen Autor ja auch tatsächlich ist) o. gar die Nase über Schriftsteller rümpfen. Das sind idR. zumeist ohnehin Ignoranten. Lohnt sich gar nicht, sich mit denen großartig auseinanderzusetzen. Reine Energieverschwendung.

Wie die alten Römer schon sagten: habent sua fata libelli.

Gruß, sinuhe
Saufdruck erschien am 15-ten August. ISBN-10: 3862652858
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Re: Das Outing - Ich bin was ich bin

Beitragvon Jasimin » 05.01.2012, 11:50

Inzwischen wissen recht viele, dass ich schreibe.
Also meine Familie - ich habe es meinen Eltern und einer Oma erzählt und jetzt wissen es meine anderen Großeltern, Tante und Onkel und bestimmt noch einige. Außerdem paar Freundinnen von meiner Oma, die ich selbst nicht kenne :roll:
Und eigentlich wissen es auch alle meine Freunde. Manche, die sich gar nicht daür interesieren haben es vielleicht wieder vergessen. Nur gegenüber meiner besten Freundin erwähne ich öffers mein Projekt.

Ich erzähle nicht jedem den ich treffe, dass ich schreibe. Manchmal kommt es vor, dass andere erwähnen, dass sie schreiben, dann tue ich das gegenüber diesen Personen auch.

Manche reagieren begeistert, oder sprechen mir einfach viel Erfolg zu.
Andere, die es nicht interessiert, haben mit einer Frage die: "Ist das nicht langweilig?" ähnelt reagiert ...
Mein Vater wartet jetzt sehnsüchtig, dass ich etwas an einen Verlag schicke. :roll:
Ihr könnt mich alle Jasi nennen :D
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Re: Das Outing - Ich bin was ich bin

Beitragvon creativpoet » 09.01.2012, 00:45

Ein Hallo in die Runde,

ich bin eine kleine und unbekannte Schreiberin.
Ich schreibe nun schon ueber 10 Jahre und in meinem Umfeld wissen nur wenige das ich schreibe. Viele wissen nicht mal das ich eine kreative Ader habe.
Ausser die Menschen lernen mich dann spaeter kennen.
Ich brauche sehr lange bis ich jemanden davon erzaehle, meine Familie weiss es nur teilweise. Meine Freunde nur die engsten davon. Aber das finde ich gar nicht schlimm. Das gibt mir selbst eine Sicherheit, da ich nicht gerne im Rampenlicht stehe.
Aber ich habe seit ner Zeit angefangen mir eher kreative Freunde zu suchen, das ergab sich weil ich umgezogen bin, so alles einfacher ist da man die Menschen alle noch nicht kennt.

Ich bin gerne Anonym, aber ich brauche auch Menschen die mir Resonanz geben. Ich sehe die Aufgabe des Schreiberlings als sehr gross. Da er den Zeitgeist greiffen kann und ihn in der Welt verbreiten kann. Das gefaellt mir persoenlich

Ich wuerde mich erst mit meinen ersten Buch oder Veroeffentlichung komplett vor allen outen..
mein Traum waere es nur vom kreativ sein zu leben, meine Faehigkeiten und Darbietungen der Gemeinschaft zu schenken.

gruss creativpoet
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Re: Das Outing - Ich bin was ich bin

Beitragvon juliaaa » 03.06.2012, 19:42

Hallo zusammen :beckon:

im Gegensatz zu einigen Anderen hier finde ich schon, dass "Outing" in diesem irgendwie passt. Zumindest ist es mir so vorgekommen. Ich schreibe jetzt schon einige Jahre ernsthaft, aber am Anfang hatte es eben nicht den Stellenwert, den es inzwischen eingenommen hat. Und nachdem ich nicht gleich zu Beginn rausposaunt habe, dass ich jetzt Schreibe, hatte ich später irgendwie das Gefühl, ich hätte den richtigen Augenblick zu verpasst. Es gab schon ein paar Momente, in denen ich am liebsten was gesagt hätte, aber ich muss zugeben, ich hatte schon noch immer auch diese Angst im Hinterkopf, diesen Stempel vom nerdigen Schriftsteller aufgedrückt zu bekommen, der im finsteren Kämmerchen auf seiner Schreibmaschine herumhackt, weil er mit dem richtigen Leben nicht klarkommt.

"Wem hast du es gesagt?"/"Wie reagieren sie?"
Inzwischen wissen es aber doch einige Leute. Bei manchen ist es gut so, bei anderen bereue ich etwas.
- Meine Mutter hat es eher zufällig mitgekriegt. Sie meinte: "Musst du noch was für die Schule schreiben" - "Nee, das hier ist zum Spaß." Seitdem haben wir nicht mehr davon gesprochen, aber ich glaube, dass sie es nicht wirklich ernst nimmt. Wahrscheinlich hat sie es noch anderen Verwandten erzählt, aber meine Familie ist hochgradig unliterarisch, also ist es eigentlich allen egal.
- Mein Bruder weiß es auch. Er zieht mich manchmal damit auf, aber das kümmert mich nicht wahnsinnig
- Meine besten Freundinnen wissen es. Die eine ist begeistert, mit ihr kann ich auch hin und wieder darüber reden; die andere hat zwar auch mal was zu lesen bekommen, aber es war nicht so ihr Fall.
- Ein Bekannter weiß es und findet es auch gut, aber als ich ihm was zum Probelesen geben wollte, hat er angedeutete, dass er Angst hätte, mir sagen zu müssen, wenn er es nicht gut fände :D
- Ein Kumpel weiß es, weil ich bei ihm nicht anders kann, als gnadenlos ehrlich zu sein. Um so mehr hat es mich gefreut, dass er mich dafür bewundert
- Eine Bekannte, die ich neulich wieder getroffen habe, weiß es, aber sie hat mich überhaupt nicht Ernst genommen. Als ich ihr gesagt habe, ich schreibe in meiner Freizeit, dachte sie erst, ich nähme sie auf den Arm :evil:
- eine Freundin meiner Mutter weiß es. Bisher hab ich mit ihr all meine literarischen Probleme erörtert. Sie hat mein erstes Manuskript korrekturgelesen und will mir auch bei der Suche nach einem Verlag helfen, aber seit sie weggezogen ist, ist der Kontakt leider etwas abgebrochen.
- Mein ehemaliger Deutschlehrer weiß es, nachdem ich ihn mit einem Manuskript überfallen habe. Allerdings ist er mit meinem Hobby im Lehrerzimmer hausieren gegangen und ihn der nächsten Deutschstunde kam mein aktueller Deutschlehrer auf mich zu und ich dachte nur: "Hoffentlich sind alle gerade tatsächlich so in ihre Gedichtanalyse vertieft, wie sie tun" :D
Beide waren aber begeistert. Ich glaube, es ist auch schwer, einen Deutschlehrer zu finden, der sich nicht über außerschulisches Interesse an der Sprache freut.
- Last but not least: Ungefähr zwanzig Leute, mit denen zusammen ich eine Woche Ferienpraktikum gemacht habe. Da hatte ich einfach mal Lust, in der Öffentlichkeit zu verkünden, dass ich Schreiben und nachdem ich wusste, dass ich diese Leute nie wieder sehen werde, war mir auch egal, was sie davon halten.

"Wie bringst du dein Ziel anderen Menschen bei?"
Gar nicht. Ich weiß nämlich selbst gar nicht so genau, was ich eigentlich will. Natürlich wäre es schön, mal veröffentlicht zu werden, aber Geld verdienen werde ich damit wohl nicht können. Wenn mich also doch mal jemand fragen sollte, warum ich schreibe, dann sage ich eben: "Weil es mir Spaß macht."

lg.
julia
"...and maybe some day we will meet and maybe talk an not just speak..."
*A Girl's Tale*
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Re: Das Outing - Ich bin was ich bin

Beitragvon Alibabe » 04.06.2012, 06:40

Wer mal ein "richtiges" Outing hinter sich hat, lacht bei dem Thread hier! Schreiben ist doch nichts schlimmes, man wird nicht an den Rand der Gesellschaft gedrängt bzw. ausgeschlossen, man holt sich keine potentiell tödliche Krankheit oder ist körperlich Abhängig.

Ich erzähle gerne das ich Schreibe und diejenigen die Werke von mir gelesen haben sind auch sehr angetan von meiner Fähigkeit Gefühle auszudrücken. Die Frage die ich mir stelle ist eher warum Menschen schreiben? Bei mir ist es z.B. eine "Art" Therapie, im realen Leben würde ich nie hin stehen und zugeben, dass es mir manchmal richtig Sch ... geht. Daher sind meine Geschichten auch immer ein Teil von mir selbst.
Schreibe jeden Satz so, dass man neugierig auf den nächsten wird. (William Faulkner)
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Re: Das Outing - Ich bin was ich bin

Beitragvon 3k54ntr1k M1l1 » 04.06.2012, 11:13

Alibabe hat geschrieben:Wer mal ein "richtiges" Outing hinter sich hat, lacht bei dem Thread hier!
Verflixt ... :mrgreen: Ich kann dem nur zustimmen ;)

Wem hast du es gesagt?
Niemandem. Ich bin kein Mensch, der gerne erzählt, was er macht und tut.
Wenn es jemand erfährt oder danach fragt (was ich da gerade mache - z.B. Recherche für mein Buch), dann sage ich es auch und habe keine weiteren Probleme damit.

Wissen tun es durch o.g. sieben Menschen in meinem Umfeld.
Ausgenommen die SWS 8)


Wie haben sie reagiert? Möchte ich gerne umwandeln in: Wie habe ich reagiert? ;)
Reaktion meines Gegenübers:
Begeisterung, Verblüffung (positiv gestimmt), fassungsloses Lachen "Du?!" ...

Und da waren sie dann - die Fragen:
Darf ich es mal lesen?
Wieso schreibst du?
Hast du schon was veröffentlicht?
... usw. ...

Ja, und dann kommt der Punkt, da möchte ich den Vorschlaghammer aus dem Schrank nehmen und einen Rundumschlag machen.
Ich kann es nämlich auf den Tod nicht ausstehen, wenn man mich direkt/persönlich gegenüber mit Fragen bombadiert und nicht mehr vorhat, damit aufzuhören ... :roll:

Und
Wie bringst du dein Ziel anderen Menschen bei?

Fällt in diesem Zusammenhang weg.

GLG
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Re: Das Outing - Ich bin was ich bin

Beitragvon TheWriter » 04.06.2012, 19:56

Bei aller Euphorie solltest du dir immer im klaren darüber sein, dass es da draußen endlos viele Schriftsteller gibt, die bekannter, begabter und besser sind als du. Wenn du versuchst es mit ihnen aufzunehmen, wird das viel Schweiß, Tränen und Arbeit kosten


Jemand der es als Autor mit einem anderen aufnehmen will,ist wohl eher ein Träumer und wem das wichtig ist,dessen Leidenschaft oder Berufung ist ganz sicher nicht das schreiben.

Allein die Aussage das es Autoren gibt die besser sind als andere finde ich absolut unpassend.

Denn Fakt ist,dass manche einfach besser wissen wie Vermarktung funktioniert und auch sehr gute Beziehungen haben. Das macht sie aber handwerklich noch lange nicht zu einem besseren Schriftsteller. Die wenigsten Autoren sind handwerklich gut und einige davon sind gut,weil Ghost Writer den eigentlichen Job machen.

Neue und talentierte Autoren werden meistens nur von einem selbst ernannten Kreis sogenannter Fachleute beurteilt,die aus Autoren und prominenten Buchkritikern bestehen.

Darauf sollten alle Autoren verzichten,denn diese Kritiken sind vollkommen unwichtig.

Wenn überhaupt irgendwas zählt,dann wäre es das Feedback von Lesern,die sich Zeit für meine Geschichte genommen haben. Wenn ich sie damit begeistern konnte,dann bin ich zufrieden und muss mir auch Zeit für die schlechte Kritik meiner Leser nehmen und sie analysieren, bevor ich mit einem weiteren Buch an die Öffentlichkeit gehen würde.

Mir kommt es aber eher drauf an das meine "Werke" intim bleiben,denn nur dann werde ich sie authentisch schreiben und ich bestimme auch wann es fertig sein wird,und nicht irgendein Verlag oder die Erwartungshaltung der Öffentlichkeit.

Schaut euch mal Talkshows an in denen Autoren zu Gast sind,da geht es schon lange nicht mehr um Inhalte sondern um die Personen selbst.

Auf der Buchmesse wird man auch nur das Showgeschäft vorfinden und höchstselten richtig gute Autoren.

Dort sollten sich mal einige outen,indem sie nicht hingehen oder darauf bestehen ,dass es um Inhalte geht und nicht um Verkaufsförderndes Geschwätz.
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Re: Das Outing - Ich bin was ich bin

Beitragvon 3k54ntr1k M1l1 » 04.06.2012, 21:28

TheWriter hat geschrieben:
Bei aller Euphorie solltest du dir immer im klaren darüber sein, dass es da draußen endlos viele Schriftsteller gibt, die bekannter, begabter und besser sind als du. Wenn du versuchst es mit ihnen aufzunehmen, wird das viel Schweiß, Tränen und Arbeit kosten

Jemand der es als Autor mit einem anderen aufnehmen will,ist wohl eher ein Träumer und wem das wichtig ist,dessen Leidenschaft oder Berufung ist ganz sicher nicht das schreiben.
Dem kann ich nur voll und ganz zustimmen.

Wer beurteilt, dass die anderen bekannter, begabter und besser sind als ich?

Davon abgesehen ist die Aussage: Es wird Schweiß, Tränen und Arbeit kosten, okay. Aber nicht in dem Zusammenhang es mit einem anderen Autor aufzunehmen. Sondern allgemein mit der Arbeit, die einen erwartet und die man freiwillig eingeht.


Allein die Aussage das es Autoren gibt die besser sind als andere finde ich absolut unpassend.
Ich kann mir vorstellen in welchen Bezug das gemeint ist.
Aber dennoch, es gibt Autoren die "schlechter" sind. Nämlich die, die in einer Statistik nachlesen, welches Thema gerade am begehrtesten ist. Oder von Handlungen schreiben, von denen sie nicht einen blassen Schimmer haben ... :roll:

Denn Fakt ist,dass manche einfach besser wissen wie Vermarktung funktioniert und auch sehr gute Beziehungen haben.
Was aber nicht heißt, dass ein Mensch der Beziehungen hatte, gleichzeitig ein schlechter Schriftsteller ist 8)
Außerdem hat mir mal jemand erzählt, dass man ein Buch niemals durch Beziehungen an den Mann/die Frau bringen kann. Was davon stimmt, weiß ich als Laie natürlich nicht!


Mir kommt es aber eher drauf an das meine "Werke" intim bleiben,denn nur dann werde ich sie authentisch schreiben und ich bestimme auch wann es fertig sein wird,und nicht irgendein Verlag oder die Erwartungshaltung der Öffentlichkeit.
Diese Erkenntnis habe ich erst erlangt, als es zu spät war und ein 400 Seiten-Roman nun nicht mehr das ist, was er eigentlich mal war :?
Passiert mir aber nicht noch mal ;)

Auf der Buchmesse wird man auch nur das Showgeschäft vorfinden und höchstselten richtig gute Autoren.
Okay, bedeutet das, das die meisten Autoren in deinen Augen nicht gut sind?

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Re: Das Outing - Ich bin was ich bin

Beitragvon TheWriter » 04.06.2012, 22:22

3k54ntr1k M1l1 hat geschrieben:
TheWriter hat geschrieben:Allein die Aussage das es Autoren gibt die besser sind als andere finde ich absolut unpassend.
Ich kann mir vorstellen in welchen Bezug das gemeint ist.
Aber dennoch, es gibt Autoren die "schlechter" sind. Nämlich die, die in einer Statistik nachlesen, welches Thema gerade am begehrtesten ist. Oder von Handlungen schreiben, von denen sie nicht einen blassen Dunst haben ... :roll:


Ok,aber die schreiben in der Regel nach Auftrag und nicht von sich selbst ...

Ähnlich wie Musiker die bei einem Studio unter Vertrag stehen, und das spielen müssen,was der Produzent ihnen vorschreibt.

Qualität und Talent könnten dadurch auf der Strecke bleiben,aber so verdienen sie wenigstens ihr Brot ...

3k54ntr1k M1l1 hat geschrieben:
Denn Fakt ist,dass manche einfach besser wissen wie Vermarktung funktioniert und auch sehr gute Beziehungen haben.
Was aber nicht heißt, dass ein Mensch der Beziehungen hatte, gleichzeitig ein schlechter Schriftsteller ist


Das nicht,aber es macht ihn rein handwerklich auch nicht zu einem guten Schriftsteller.
Ich denke schon das einige etwas zuviel Hype geniessen ohne wirklich was geleistet haben zu müssen.

3k54ntr1k M1l1 hat geschrieben:
Auf der Buchmesse wird man auch nur das Showgeschäft vorfinden und höchstselten richtig gute Autoren.
Okay, bedeutet das, das die meisten Autoren in deinen Augen nicht gut sind?


Sagen wir so,auf der Buchmesse wird man die Highlights nicht unbedingt an der Front oder im Blitzgewitter kennenlernen.

Das ist natürlich meine ganz persönliche Meinung,denn der Hype ist mir zuviel Prominenz und zuviel Autobiographien.

Wo wir auch wieder beim Thema Ghostwritern wären ...

Ich bin auch nicht der Meinung das Prominente unbedingt die Buchmesse als Platform für Karriere oder Promotion bräuchten.

Für mich zählen Geschichten und Kreativität, die für meinen Geschmack vor lauter Autobiographien oder Gesellschaftliche und soziale Themen etwas untergehen.

Es ist ja schön das sich zig Autoren als Psychologe der Gesellschaft berufen fühlen,oder jeder Wurm seine Autobiographie schreiben will,aber vielleicht sollte man sich noch etwas Würde und Niveau in der Literatur bewahren bevor die Buchmesse aussieht wie Facebook und twitter.
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Re: Das Outing - Ich bin was ich bin

Beitragvon Ann-Kristin » 23.08.2012, 02:50

Wem habe ich es gesagt? Eigentlich eine gute Frage, die ich so richtig gar nicht selber beantworten kann, denn im Internet oder unter Bekanntschaften wird ja auch gerne mal geredet oder gelesen.
Ich kann nur sagen, dass meine Familie es weiß. Mein Partner, meine Freunde wissen es, Bekannte, ehemalige Lehrer, sogar Menschen mit denen ich nicht zurecht komme.
"Beibringen" in dem Sinne muss oder musste ich es niemandem. Es wurde immer gerne und positiv gesehen und nur in wenigen Fällen wurde es belächelt oder mir Nahe gelegt, dass ich aber keinesfalls "nur" schreiben soll, sondern mich jetzt auf andere Dinge konzentrieren soll. Sicher, sie haben Recht, denn wer sagt mir, dass ich überhaupt jemals Erfolg haben werde? Aber aufgeben werde ich niemals!
Wie schon geschrieben reagieren die meisten positiv, nur manchmal können sich einige das bei mir gar nicht "vorstellen", andere sind hingegen absolut der Meinung, dass das "mein Ding" ist.
Eine Bekannte konnte aber scheinbar überhaupt nicht verstehen "warum" ich schreibe und hat es immer wieder, allerdings nicht bösartig, hinterfragt und andere finden es einfach unglaublich mühselig.
Aber eigentlich musste ich es Menschen, die mich mein leben lang begleiteten, oder zumindest ab der Kindheit, gar nicht erzählen, da ich schon immer gerne gelesen und Geschichten geschrieben habe. Ganz gepackt hat es mich, muss ich zuegeben, nachdem ich vier Bände Harry Potter gelesen hatte. Ab da war klar, ich MUSS schreiben. Und es hat sich regelrecht zu einer Sucht entwickelt. In letzter Zeit habe ich zwar oftTage oder grausigerweise sogar Wochen, in denen ich in meinem mittlerweile erst 177 Seiten Roman, nicht weiter komme, aber schon ab zwei Tagen bekomme ich Entzugserscheinungen... Ganz schrecklich, besonders wenn mal keine Zeit, aber doch der Wunsch zum Schreiben da ist.
Diese Bücherliebe habe ich ganz eindeutig von meiner Mutter. Sie hatte auch so gerne gelesen und sogar eine kleine Geschichte veröffentlicht. Sie war immer sehr stolz auf mich, wenn ich schrieb oder meine Bücher verschlungen habe, und stand ganz hinter mir.
Und auch mein großer Bruder hat mal geschrieben und tut es jetzt arbeitsbedingt aber leider weniger.
Ob mein Vater es so mitbekommen hat, das weiß ich nicht. Er lebte ein wenig in seiner eigenen Welt, meine Mutter aber auch. Muss ja nichts schlechtes heißen, ohne meine Welt würde ICH durchdrehen. Und trotzdem bin ich meinem Freund äußerst dankbar, wenn er mich manchmal aus dieser rauszerrt, um das reale Leben nicht zu verpassen.
Ich bin zwar noch nicht sonderlich weit mit meinem Roman, doch wer mal vorbei schauen und einen kleinen Einblick haben möchte ist ganz herzlich willkommen!

http://www.facebook.com/Gemini.Die.Zwillingsstadt

Und wirklich, ein ganz toller Beitrag, fantastisch! =)
Zuletzt geändert von Ann-Kristin am 24.08.2012, 23:04, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Das Outing - Ich bin was ich bin

Beitragvon Faital » 23.08.2012, 05:31

Bei mir gab es da die verschiedensten Reaktionen. Da ich offen damit "umgehe" und es im Grunde jede sage, der fragt, wissen es dem entsprechend recht viele Leute.

Meine Eltern waren anfangs überrascht und etwas skeptisch, aber nachdem sie probegelesen haben, waren sie ehrlich stolz. Speziell meine Mutter liest extrem viel, allerdings alles andere nur Fantasy nicht. Dennoch meinte sie: "Auch wenn diese Dunkelelfen und Zwerge mir viel zu abstrus sind, habe ich es direkt an einem Stück ohne Zwang durchgelesen. Es liest sich gut" oder so ähnlich. Definitiv positiv und nicht gelogen, denn wenn ich Mist baue, sagt sie mir das für gewöhnlich doch sehr deutlich. :D

Meine Schwester ist ebenfalls lese-süchtig, auch Fantasy wie ich selbst und sie findet es bisher gelungen. Normal verstehen wir uns echt kein Stück, aber durch mein Schreiben verbindet uns nun etwas.

Bei meiner Tante hingegen stieß ich nur auf Skepsis und Belächeln. Da denke ich mir aber einfach 'warts ab'.

Joa, ansonsten Freunde und Bekannte finden es alle "cool" und einige unterstützen mich so gut sie können. Motivieren oder inspirieren mich, manche fühlen sich sogar mitgerissen und versuchen nun eigene Ideen umzusetzen. :)

Ansonsten... auf Ablehnung bin ich bisher nicht gestoßen. Da alle, die davon wissen, mich kennen. Ich bin nun mal "Theoretiker" wie meine Mutter immer so schön sagt. Soll heißen, ich benutze meinen Kopf lieber als meine Hände. :D (Gut im Fall vom Schreiben, benutze ich die Hände zwangsweise um den Inhalt meines Kopfes loszuwerden) Daher denke ich, dass man bei mir mit sowas gerechnet hatte. :)
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Wie reagiert ihr, wenn...

Beitragvon Latika » 14.07.2013, 10:46

...ihr darauf angesprochen werdet, dass ihr schreibt? :shock:

Wer kennt es nicht, wenn die Eltern damit prahlen, dass die/der eigene Tochter/Sohn sich dem Hobby Schreiben hingegeben hat und an einem Buch rumbastelt? Manchmal prahlen die Eltern nicht und trotzdem wissen Feunde / Bekannte / Verwandte, dass man sich gerne als Autor bezeichnet? :XD:

Nun, ich kenne das Gefühl nur zu gut und ich weiß ja nicht, wie es euch dabei ergeht, aber in mir macht sich ein mulmiges Gefühl in der Magengrube breit. Meistens verfalle ich in peinliches Grübeln oder meine Stimme beginnt zu zittern, noch dazu kommt die nervöse Gestik, die mich übermannt und und und...und das alles, sobald die Aufforderung fällt: Erzähl mal, an was schreibst du gerade? Und wie ist das so mitm Schreiben? Verdient man da viel??????
Oje... :mrgreen:

Mich würde es mal interessieren, wie ihr auf solche Fragen reagiert? Bescheiden? Selbstbewusst? :mrgreen: Etwas vor den Kopt gestoßen?? Ich würd mich über eure
Erfahrungen sehr freuen :mrgreen:

Liebe Grüßele!
Latika
~ Ich bin nur ein großer Träumer, doch mit Träumen fängt es ~
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Re: Das Outing - Ich bin was ich bin

Beitragvon EnglishBreakfast98 » 18.07.2013, 08:45

In meinem Umkreis wissen eigentlich viele Menschen, dass ich schreibe. Ich habe nie damit rumposaunt oder so, es hat sich einfach so ergeben. Schon wenn man nach den Hobbies fragt, sage ich automatisch: Schreiben.
Die Antwort ist dann meist: "Wie, schreiben? Was denn?"
Dann entfährt mir manchmal ein tiefer Seufzer weil man jetzt erklären muss.

Aber meist sind sie dann doch beeindruckt, DENN: Es ist ein außergewohnliches Hobby. Wir hängen nicht den ganzen Tag über der Playstation, nein, wir betätigen uns kreativ. Ist das nicht schön?

Natürlich kommt damit auch gleich die Frage: Veröffentlichung. Und ich finde es ist überhaupt keine Schande, wenn man so etwas noch nicht einmal probiert hat, besonders in meinem Alter ;)

Meine Familie ist gut damit umgegangen. Schlechte Erfahunrgen habe ich nur mit meiner Mutter, die unbedingt was lesen wollte von mir. Ich hab ihr etwas gegeben und sie hat es mir nach drei Sätzen wieder hingelegt, weil es ihr zu brutal war. Entschudlige mal? Das mag ja sein. Aber sie liest neben Chick Lit auch sehr viel historisches Zeug, so in Richtung Tagebuch der Anne Frank und so. Aber da kommen auch brutale Stellen vor? Ich habe mich da nicht gut gefühlt und werde ihr eine Weile nichts mehr geben.
Als sie gemerkt hat, wie schwer mich das getroffen hat, hat sie sich tausendmal entschuldigt, aber das macht es nicht wieder gut.

Aber weg von den düsteren Themen: Ich habe in meinem Freundeskreis erstaunlich viele Jungautoren. Es ist lustig, wie viele Freunde von mir selbst Erfahrungen mit dem weißen Blatt gemacht haben. Viele betreiben es nicht so emsig wie ich es glaube zu tun, aber schreiben ist ja an sich- schreiben! ;)

Ach ja, ein was noch:

Alibabe hat geschrieben:Wer mal ein "richtiges" Outing hinter sich hat, lacht bei dem Thread hier!


Da kann ich dir nur zustimmen. "Outing" ist ein recht harter Begriff, finde ich :mrgreen:
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