Den Charakter ändern

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Den Charakter ändern

 
Nutze dieses Thema um über folgenden Beitrag aus meinem Blog zu diskutieren:
Den Charakter ändern

Wie bist du in der letzten Woche vorangekommen?
Sind deine Geschichten statische Gebilde oder ändert sich der Plot während seiner Entwicklung genauso drastisch?
Könntest du einen Charakter einfach so streichen?
Tu mal so als ob, was käme dabei heraus?
Was hast du für nächste Woche geplant?

von © Jacky

Re: Den Charakter ändern

 
Letze Woche... Ja... Ich habe nicht viel gemacht, ich hänge immer noch bei Schritt 5 der Schneeflocken-Methode fest. Im Gegensatz zu dir habe ich schon angefangen zu schreiben, 1 1/2 Kapitel sind fertig, aber ich bin jederzeit bereit sie wieder umzuschmeißen, wenn sich durch die Schneeflocken-Methoder der Anfang noch ändert.
Bei Schritt 5 der SM schreibe ich aus 9 Sichten und bei den letzten dreien hat sich jedes Mal etwas geändert. Von der ursprünglichen Idee sind nur noch die vier Hauptcharaktere übrig, die ihre Namen und Bestimmung schon mehrfach geändert haben... Ja, mein Plot ändert sich laufend.
Ich habe schon Charaktere gestrichen, keine Hauptcharaktere, aber einige Nebencharaktere. Ich hatte von allen "Guten" Hauptpersonen eine Familie mit teilweise mehreren Geschwistern erstellt. Dann fiel mir auf, der Anfang dauert gar nicht so lange, dass ich alle vorstellen kann, und danach kommen sie lange nicht vor. Also habe ich mindestens drei gestrichen oder geändert.
Wenn ich einen Hauptcharakter streichen würde, würde einer der anderen (es gibt ja 9 wichtige) seine Aufgabe übernehmen oder die Aufgabe passt nicht mehr dazu und ich streiche auch die.
Was ich geplant habe? Endlich Schritt 5 beenden, jetzt haben wir schon ein langen Wochenende und ich habe bis jetzt noch nichts geschafft. Ich lasse mich eben zu leicht ablenken... :oops:
lg
cassie

von © cassie

Re: Den Charakter ändern

 
Hallo!
Tja, bei mir ist das mit dem Charakter ändern zweimal passiert - allerdings zu einem viel späteren Zeitpunkt. In beiden Fällen war die Geschichte bereits komplett im Kopf und mindestens zur Hälfte geschrieben.
Bei meinem einen Charakter hat es mir sehr wehgetan, ihn zu ändern. Vorher war er der großväterliche Fels in der Brandung, dem man absolut vertrauen kann. In meiner Geschichte gibt es einen großen Verrat. Mitten drin habe ich einfach bemerkt, dass der Verrat jener Figur, welche erst geplant war, nicht wirklich schockierend ist. Also musste ich jemanden nehmen, bei dem der Leser es NIE erwartet hätte...tja, und dann musste mein lieber lieber Fels in der Brandung dran glauben. Es tut mir immer noch weh, aber für die Story ist es am besten...
Tja und beim zweiten Mal war ich bereits fast fertig, als meine Beta-Leserin mir erklärte, dass meine Protagonistin irgendwie vorhersehbar, flach und etwas hohl ist. Da ich vorher keine Charakterentwicklung à la Schneeflockenmethode gemacht habe, musste ich dem Kind also noch eine Motivation für ihr Verhalten und eine Vergangenheit geben. Im Nachhinein. Bei bereits mehr als 500 geschriebenen Seiten. Ganz toll.
Ach ja. Gestern habe ich drei der sechs Brüder meiner Protagonistin ersatzlos gestrichen...aber das ist nicht weiter bemerkenswert, weil die eh nur als Deko und Motivation für den Charakter der Protagonistin dabei waren.
Was ich nächste Woche vorhabe? Die letzte Szene schreiben und das ENDE druntersetzen...*heul* Sie werden mir fehlen. Was ich also letzte Woche gemacht habe, ist auch klar: den Showdown beendet und auf die letzte Szene hingesteuert.
Also ein statistisches Gebilde ist die Geschichte nicht. Es kommen nicht allzu viele spontane Szenen, dafür einige Modifikationen in der Handlung. Also die bestehende Handlung weiter ausgebaut. So konnte ich meinen Showdown mit einem 40 Seiten langen Schlenker in eine andere Richtung noch erweitern. :mrgreen:
Tja und dass mein Fels in der Brandung zum Verräter wurde hat natürlich auch noch eine Menge geändert. Um es also mal auf den Punkt zu bringen: Es ist durchgeplant aber erweiterbar. Aber eins muss ich zur Charakterplanung doch noch loswerden: ich persönlich würde sie nicht bis ins letzte Detail durchplanen. Immer wieder haben mich meine Charaktere aus der Reaktion auf Handlungen heraus überrascht oder einfach mal das Zepter übernommen und eine völlig neue Szene/Ebene/Motivation mit eingebracht. Sie haben sich plötzlich ein Hobby ausgesucht und ihre Leidenschaft für etwas kundgetan, von dem ich nicht mal wusste. Wenn man jemanden in und auswendig kennt, ist er nicht mehr so spannend, wie wenn man sich noch ein paar Geheimnisse offen lässt. (wie bei einer langen Ehe :mrgreen: irgendwann kennt man sich halt...)
Das hätte ich nie missen wollen. Erst dadurch sind einige der Charaktere rund und eigen geworden, sonst hätten sie zu sehr meine durchgeplante Handschrift getragen und hätten konstruiert gewirkt.

von © Elia

Re: Den Charakter ändern

 
Hallo :)

Was ich diese Woche gemacht habe? Erstmal die Hälfte dassen, was ich bisher von einer Geschichte geschrieben hatte, komplett neu gemacht. Nagut, waren nur ein paar Seiten, aber jetzt gefällt mir der Anfang gleich deutlich besser.

Auch einer meiner geplanten Charaktere ist heute "gestorben". Er war die rechte Hand eines der Hauptantagonisten. Mir ist aufgefallen, dass er eigentlich nur wegen einer bestimmten Fähigkeit in der Geschichte war und ansonsten keinen Daseinsgrund hatte. Jetzt habe ich die Fähigkeit einfach direkt dem Hauptantagonisten gegeben. Problem gelöst. :D Und logischer ist die Geschichte dadurch auch geworden.

MfG Zecky

von © Zeckenschwarm

Re: Den Charakter ändern

 
Also in der letzten Woche hab ich gemacht...genauso viel, wie in den Wochen davor -_-" nix.
Woran es liegt weiß ich nicht, aber ich sitze nur an meinen Charakteren und stelle sie zusammen. Na gut und ich konsumiere derzeit unglaublich viel Lernmaterial über 3,4 oder 5 Akte Schemata, Hexameter, Lyrik, Epen, Goethe, Schiller, Lessing, Dante, Ovid. Spannendes Zeug, toll zu lesen. Dante und Ovid sind Genies. Ich glaub ich muss mir das Zeitmanagement mal dringend angucken :p
Also meine Geschichten...na ja ich sitze derzeit an mehreren Sachen, die bislang nichts Ganzes und nichts Halbes sind :oops: aber meine momentane Lieblingsgeschichte (Die Geschichte von Bloodbeard dem pickeligen Piraten, mehrere Kurzgeschichten geplant.) kommt und geht, wie es ihr passt. Da könnte ich auch Charaktere streichen, wie es mir gefällt, was ich auch gerne mal mache. Es gibt nur ein Tabu und das ist Bloodbeard vorzuschreiben, was er zu erleben hat. Den kann ich nicht streichen. Den will ich nicht streichen. Den werde ich nicht streichen. Dafür liebe ich diesen Grog, Met und Guinness trinkenden Schwachmaten zu sehr. :mrgreen:
Das Ändern wird da also auch recht schwer. Ich denke aber ich halte mich da an ein (meiner Meinung nach) großes Tier der Schreibtheorie: Lajos Egri (mal wieder...) der die These vertritt, dass Protagonisten sich einfach nicht zu ändern haben. Egal in welchem Genre.
Bei allen anderen ist das aber kein Problem, da gehe ich nach einem recht simplen Prinzip vor, dass zwar durchaus einige Lücken aufweist, aber ich hab es mir neulich zusammengefrimelt, also seid freundlich ;) Ich weise jedem Charakter ein Symbol zu und jeder Geschichte eine These. Wer letztendlich in der Geschichte vorkommt wird dann also nach dem Symbol entschieden. Jedenfalls mache ich das planungstechnisch bei Bloodbeard so.
Zurück zum Thema: Nächste Woche...da steht Latein lernen und übersetzen auf dem Speiseplan -_-" Allerdings stehen auch einige Charaktere für die Mythologie meiner Fantasywelt auf dem Buffettisch und schreien nach mir. Ich denke die werde ich auf jeden Fall ausarbeiten und im supermegahyperduper Fall eines unwahrscheinlichen Wunsches, der nicht die Apokalypse nach sich zieht...schaffe ich es sogar für einen geplanten Epos in dieser Welt die Charaktere zusammenzustellen. Was in Ermangelung der Charaktere ein schweres Unterfangen werden könnte :|
P.S:
Im Übrigen ist "Charaktere" völlig wertfrei. Oder zumindest so gemeint. Ich habe pro Geschichte nur einen Hauptcharakter, bei Bloodbeard ist das logischerweise Bloodbeard selbst. Alle anderen Darsteller dienen mir nur dazu das zu zeigen, was ich zeigen möchte. Deswegen bin ich entsetzt cO Cassie, du hast ernsthaft 9 wichtige Hauptcharaktere? Sind nicht alle Charaktere/Darsteller in der Geschichte wichtig? Sonst würden sie doch gar nicht vorkommen. (und eine Erwähnung wie "Ich stieg in den Bus, grüßte den Fahrer und setzte mich nach ganz hinten, um nicht von Hoppern gestört zu werden." macht aus dem Fahrer und den Hoppern keine Charaktere, außer sie werden in einer Szene wichtig, wo sie den Protagonisten über sich nachdenken lassen oder soetwas...^^)
Und fetten Respekt an Elia, 500 Seiten nochmal zu überarbeiten is echt ne Menge Arbeit cO :omg:

von © HappyMephisto

Re: Den Charakter ändern

 
Hallo ihr da draußen!

Tja, wie bin ich in der letzten Woche vorangekommen? Um es kurz zu fassen, ich habe ein völlig neues Projekt, nachdem ich schweren Herzens zu dem Schluss gekommen bin, dass ich mit dem letzten einfach nicht weiterkomme. Eine Idee, die ich vor Jahren hatte, aber nie weiter verfolgt habe, kam mir in den Sinn und entwickelt sich jetzt nach und nach zu einer Geschichte. Es geht in eine völlig andere Richtung (oder auch nicht?) als die letzte. Stichwort: Urban-Fantasy. Engel, Dämonen, Punks...
Weil diese Idee ein Rohdiamant ist, den ich noch schleifen muss, beziehe ich mich vorerst auf mein letztes Projekt.
Ich habe erst einmal mit einem richtigen Plot gearbeitet, alles andere waren Kurzgeschichten. Bei mir ist es so, das Gerüst steht und nach und nach kommt immer mehr dazu. Ich baue an, vielleicht reiße ich auch mal ab, aber die Grundstruktur bleibt immer in etwa die gleiche.
Einen Hauptcharakter habe ich noch nie gestrichen. Ich habe schon aus Männlein Weiblein gemacht und umgekehrt, was eine unglaubliche Bereicherung für die Geschichte war, Ich habe Charakter aufdem Kopf gedreht und komplett umgestülpt, aber das alles nur bei Nebencharaktern. Dass ich jemals einen gestrichen habe, weiß ich gerade nicht. Ich glaube schon, aber der war auch ziemlich unwichtig.
Wie gesagt, bis jetzt war jede Veränderung eine Wendung zum Besseren.
Viel! Den groben Plot für mein neues Projekt ausarbeiten, vor allem die Charakter entwickeln, die Schlüsselszenen zu Papier bringen... Ich hab was vor mir, aber ich freu mich drauf! Nachher geht der Besuch, dann werde ich mir meinen Collegeblock schnappen und mich in die Hängematte hauen, juhu!

LG,
eure wahnsinnig motivierte Biene

von © Biene

Re: Den Charakter ändern

 
Hey,

also 1. den Blogeintrag fand ich wie immer super *grins*.

Ich weiß, im Großen und Ganzen werde ich nur das wiederholen, was die anderen hier schon angemerkt haben, aber ich tu's trotzdem immer wieder gerne :mrgreen:

In der letzten Woche einschließlich heute bin ich super vorangekommen. Mein drittes Kapitel ("Jäger und Gejagte") ist endlich, endlich fertig geworden - nach allmählich zwei Monaten. Es hat vor allem deshalb so lange gedauert, weil es zuerst anders hieß ("Auf nach Norden") und ich sozusagen von einer kleinen Idee total überrumpelt wurde, die zwar PASSTE - aber ich hatte einfach keinen Plan, ob und wie ich sie reinbringen sollte.
Außer, meine drei Hauptcharaktere brechen noch gar nicht nach Norden auf, und so ist es schließlich auch gekommen ^^.

Gestern und heute bin ich die elf Seiten noch einmal grob durchgegangen, habe Wörter umgestellt und alles ein bisschen ausgebaut; eben habe ich es an zwei meiner Testleser geschickt, die schon viel zu lange darauf warten mussten.

Wie ihr seht, ändert sich meine Geschichte ständig. Hier ging es um eine Figur, die vorher gar nicht geplant war .. und eines Tages kam dann dieses "was wäre, wenn ..." und plötzlich war dieser Typ da und ich wusste: Der gehört dazu.
Obwohl ich ihn nie auch nur ansatzweise eingeplant habe xD
Meistens weiß ich nicht einmal genau, was passieren soll oder wie. Sogar das Ende (das ich bis dahin für fest und unausweichlich gehalten habe) hat eine 180°-Wende durchgemacht wegen einem einfachen "Was wäre, wenn". So wie Jacky geschrieben hat: Plötzlich hat alles zusammengepasst. Gestrichen habe ich, soweit ich mich erinnere, noch keine wichtige Figur. Ich hatte ein paar Sachen eingeplant (Nebencharaktere und Wesen), die ich aber gestrichen habe, sobald klar wurde, dass ich total unlogische Umwege machen müsste, um sie einzubringen - weil sich die Geschichte bis dahin schon so verändert hatte. Ich bringe aber, wie gesagt, öfters neue Figuren ein, was DANN die Handlung ganz schön durcheinanderschüttelt ^^ (ohne dass ich es geplant hätte).

EINEN wichtigen Cahrakter habe ich allerdings schon geändert, und zwar ganz grundlegend. Ohne es zu merken :mrgreen: Wieder einmal. Es geht um einen (anfangs) arroganten Vampir (ich mag ihn xD), der sich im Verlauf meines zweiten Buches plötzlich zu einem richtig netten, treuen, wenn auch immer noch etwas arroganten Begleiter meiner beiden Schwestern entwickelt hat. Und dann wurde mir klar: Der ist ja eigentlich ein herzensguter Typ XD. Die Verwandlung lief so subtil ab, dass ich es erst gemerkt hab, als das Buch fertig war und ich das "Vorher-Nachher" betrachtet habe. Könnte man theoretisch auch als ungeplante Charakterentwicklung bezeichnen, je nach dem ^^.

und was ich nächste Woche vorhabe? *fies grins* Einen wirklich gemeinen, wenn auch anhänglichen Vampir auf meinen armen gepeinigten Halbelfen loslassen. Ich weiß eigentlich, wozu das führt. Aber ich schätze, es wird irgendwo noch etwas richtig Überraschendes kommen xD. Das wäre dann jedenfalls Kapitel 4. Ich hoffe, dass es in zwei Wochen fertig ist, könnte aber auch ein wenig länger dauern (so zwei Monate, wie schon bei Kapitel 3 ...) :mrgreen:

Liebe Grüße & Carpe Noctem,
Eure Ines

von © Illanna

Re: Den Charakter ändern

 
Hallo Happy Mephisto
Doch ich habe 9 Hauptfiguren. Zwei sind eher wichtige Nebenfiguren, sie haben in der Vergangenheit eine große Rolle gespielt, sind nicht ganz gut und nicht ganz böse, wechseln öfters mal, und ich weiß nicht, ob sie von den Bösen getötet werden sollen, nachdem sie ausgenutzt worden waren. Aber das kommt frühestens in Teil 2. Und für den habe ich auch schon genug Ideen.
Das Problem ist: Ich weiß nicht, ob ich zu viele Ideen habe und zu viele Charaktere, ich habe zwar schon ein paar gestrichen, aber einige müssen einfach da bleiben und vielleicht ist das einfach zu verwirrend. Ich werde es noch merken... hoffe ich.
Aber ich lenke mich schon wieder zu sehr ab, ich werde jetzt weiterschreiben, plotten, was auch immer. Ich nehms mir ganz fest vor, wenns nichts wird... wieder ein Tag ohne Fortschritte, ich hoffe so weit kommt es nicht.
cassie

von © cassie

Re: Den Charakter ändern

 
[offtopic]Zuviele sind es nur, wenn du nicht das aus ihnen rausholst, was rauszuholen ist, oder schlimmstenfalls sogar durcheinander kommst ;) Wenn du es aber hinkriegst sie alle so darzustellen, wie sie es verdient haben...warum nicht? :p Zuviele Ideen gibt es in meinen Augen nicht, nur das falsche Setting für Ideen.^^ [/offtopic]

von © HappyMephisto

Re: Den Charakter ändern

 
Hallo!
Ich gehe jetzt erst einmal auf die fehlgeschlagene Charakterentwicklung ein.

Mein Problem ist, dass ich mit einem wichtigen Hauptcharakter die Charakterentwicklung begonnen hatte, dadurch allerdings alle Ideen für meinen eigentlichen Protagonisten weg genommen habe.
Also hab ich den Protagonisten verändert und mit ihm die Entwicklung bis Schritt 8 durchgeführt. Das ist eine halbe Ewigkeit her, in der ich geflohen bin vor der Entwicklung. Denn der Protagonist ist tot. Richtig tot für mich, ich habe keinerlei Beziehung mehr zu dem abgeänderten Charakter, der da vor mir steht. Also was tun?! Den Hauptcharakter, der mir in seiner Art nun so ans Herz gewachsen ist einfach verändern, so dass ER der Protagonist wird? UNMÖGLICH!!
Also weiter machen ohne einen Hauch von Spass? An sowas denke ich gar nicht.
Also den Charakter verändern? Dann passt er aber nicht mehr in die Geschichte, die Bedingungen sind viel zu sonderbar.

Ich habe mir heute sehr viele Gedanken dazu gemacht. Und meine Antwort steht soweit:
Ich veränder die komplette Geschichte. Die Grundidee bleibt, aber der Stil wird umgekrempelt. Wisst ihr, ich bin totaler Anfänger und weiß noch nicht, was mir Spaß macht.
Bis jetzt dachte ich eine Fantasy-Geschichte mit mittelalterlichem Touch würde meinen Geschmack treffen. Aber es vergeht mir die Lust beim Gedanken daran.

Hier die Fragen an euch:
Wie realistisch bleibt ihr?
Braucht ihr für alles Erdachte eine vernünftige Erklärung?
Oder schreibt ihr über Sachen, die in unserer Welt einfach nicht MÖGLICH, nicht realistisch wären? Beispielsweise, dass eine Figur selbst nach Wochenlangen Fußmärschen noch eine perfekte Frisur hat, die von den Gravitationsgesetzen her gar nicht zu Stande käme?
Ist eure Welt noch bodenständig oder tut ihr immer, was euch gerade so einfällt?

Bis denne
Shaira

von © Notizbuechlein

Re: Den Charakter ändern

 
@Cassie
Ich schließe mich HappyMephisto an, es kommt nicht darauf an wie viele Charaktere es sind. Ein einziger kann schon zu viel sein, wenn sich der Leser nicht mit ihm identifizieren kann 8)

@Notizbüchlein/Shaira
Ich persönlich kann Bücher nicht leiden, die sich überhaupt keine Gedanken über die Realität machen. Leute die Wochen lang aussehen wie aus dem Ei gepellt, obwohl sie durch finsterstes Moorland ziehen, nie Hunger haben oder ohne guten Grund mit Leichtigkeit über jedes Hindernis hinweg kommen finde ich an den Haaren herbeigezogen. Deshalb versuche ich selbst in meinen Geschichten realistisch zu bleiben.

Dabei bezieht sich "realistisch" aber immer auf die aktuelle Welt. Bei Harry Potter wäre es realistisch, dass ich mit meinem Zauberstab einen Muggel durch eine simple Handbewegung fessle, oder Wasser aus dem Nichts zaubere. Wenn ich den Stab aber verliere bin ich fast selbst ein Muggel, kann aber trotzdem noch auf Besen fliegen. Das wäre in sich konsistent, ohne, dass es in der "Wirklichkeit" so passieren könnte.

Ein Beispiel:
Bleiben wir bei Harry Potter und einem der allerersten Kapitel. Harry ist mit seinem Cousin im Zoo und hat ein "Gespräch" mit einer Schlange. Das läuft in etwa so ab:

Die Schlange zwinkert Harry zu. Harry spricht mit ihr und sie nickt. Die Schlange rollt mit den Augen. Die Schlange zischt ihn an (spricht mit ihm).

Fehler in dieser Darstellung:
  1. Schlangen besitzen keine Augenlieder, können also nicht zwinkern
  2. Schlangen haben keine Ohren, können also nicht hören (wenn dann nur in einem sehr begrenzten Frequenzbereich und das geschieht dann über die Bodenschwingung)
  3. Schlangenaugen sind zwar bis zu einem gewissen grad beweglich, ein Augenrollen wie es Menschen tun, ist aber wohl nicht möglich.
  4. Schlangen zischen nicht. Es ist ein weit verbreitetes Vorurteil, dass Schlangen, wenn sie züngeln, dabei zischen. Du wirst aber nicht eine Schlange finden, die das wirklich tut. Das einzige Geräusch, was Schlangen gelegentlich machen, ist eine Art Fauchen und das auch nur, wenn sie angegriffen werden. Es entspricht etwa dem Fauchen, das auch Katzen von sich geben, um groß und gefährlich zu wirken.

Ich habe das Buch schon sieben Mal gelesen und erst jetzt - als ich kurz vorher mit einem Freund über Schlangen gesprochen habe - sind mir all diese Fehler aufgefallen. Wenn ich ehrlich bin, ich hätte mich genau in diesem Moment kringelig gefreut, wenn J.K.Rowling darauf geachtet hätte. Ich liebe es solche Details zu finden und dann auch noch festzustellen, dass sie stimmen. Aber wie man im gleichen Atemzug merkt, ist es mir - wie wahrscheinlich auch sehr vielen anderen Lesern - bisher einfach nicht aufgefallen.

Es kommt also sehr darauf an, wie wichtig solche Details sind, wie verbreitet das Wissen um die wahre Natur dieser Dinge ist und in was für eine Geschichte es eingebaut wurde. Wäre Harry Potter ein historischer Roman, hätte ich ihn nach dieser Entdeckung wahrscheinlich nicht mal mehr mit spitzen Fingern angefasst. Aber weil er sowieso Fantasy ist, kann ich es ihm verzeihen, auch wenn die Autorin - für mich - dadurch einiges an Glorie verloren hat.

lg
Jacky ;)

von © Jacky