Der Aha-Effekt bei meinem Prota

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Re: Der Aha-Effekt bei meinem Prota

Beitragvon Pusteblume » 25.05.2015, 20:48

Hallo Zytra,

Könntest du dir vorstellen, dass bei dir der Knoten platzt, wenn du erfährst, dass die Ehe sich als damals illegaler Inzest erweist?
(das ist bisher ein Gedankenspiel, zu dem mich Sasskia und pseudonym gebracht haben, wobei dieser Inzest nicht so krass ist, dass wir von Geschwistern sprechen, sondern von Halbonkel und Halbnichte, was damals verboten war, heute in England aber erlaubt ist. In meiner Konstellation weiß nur offiziell niemand außer den Beteiligten von dieser Verwandtschaft).
Pseudonym schrieb, dass es Hilfe von einer dritten Person von außen geben sollte, weil konfliktscheue Menschen von außen wachgerüttelt werden müssten. Das erscheint mir äußerst stimmt, denn immer, wenn ich mich in die Lage meiner Prota versetze, fange ich an wie sie zu denken und suche mir Ausflüchte, warum das doch alles in Ordnung geht oder "nicht so schlimm" ist etc.
Siehst du das auch so, wenn du von diesem Inzest erfahren würdest? Immerhin ist es ja kein Geschwisterinzest und (obwohl illegal) doch recht weit entfernt noch (Cousins und Cousinen durften heiraten, obwohl sie sich näherstanden).

Leider kenne ich mich mit dieser Zeit und damaligen Konventionen nicht so aus. Und wie du schon sagtest hast du nicht alles dar gelegt. Aber wenn die Heirat mit dem Halbonkel damals verboten war, müsste das ähnliche gesellschaftliche Sanktionen (Missbilligung) nach sich ziehen wie Geschwisterliebe heute. Daher wäre es auf jedenfall denkbar und nachvollziehbar wenn sie ablehnt. Und wenn sie den Mann sowieso nicht leiden kann – aber hallo ... :P
Es ist also weniger die Frage ob sie sich wehrt, die relevant ist, sondern vielmehr die Art und Weise wie. Dies wird eben von ihrer Persönlichkeit und ihrem Temperament abhängen. Wenn sie konfliktscheu ist wird sie sich nicht wie eine Furie auflehnen. Also würde ich einfach einen anderen angemessenre Weise finden der ihrer Art entspricht.
Ich denke, ich kann es verallgemeinern :?: , dass Konfliktscheue Menschen erst mal Unmut "sammeln" müssen, ehe sie sich überwinden etwas zu unternehmen. Daher müssen diese Situation in der deine Protagonistin es letztenendes tut nicht zwangsläufig etwas extremes sein (was nicht heißen soll dass du deine Idee verwerfen sollst!) Es kann ein kleiner Tropfen auf den ohnehin schon erhitzen Stein sein (wie es so schön heißt). Wenn die Sache mit dem Halbonkel eh erst am Ende herauskommt, könnte ihr die als eine Art "Ausrede bzw. Entschuldigung" dienen sich gegen den Opa aufzulehnen. Von dem was du bisher erzählst hast, würde ich dir raten , dass sie den Entschluss schon vorher getroffen hat - um ihrer Selbstachtung willen - lass sie doch eine Entwicklung durchmachen, in der sie im Laufe der Geschichte immer wieder in kleinere (ähnliche, aber weniger schwerwiegende) Situationen gerät und somit lernt für sich selbst einzustehen...
Eine andere Idee wäre - du sagtest sie sei schon einmal verliebt gewesen, dass diese Erfahrung den ersten Funken von Widerstand weckt, der dann erst recht dadurch „entfacht“ wird, als die Wahrheit (Halbonkel) herauskommt.

Ich hoffe ich konnte dir irgendwie weiterhelfen
Gruß,
Pusteblume
Zuletzt geändert von Pusteblume am 31.05.2015, 22:03, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Der Aha-Effekt bei meinem Prota

Beitragvon Kari » 26.05.2015, 01:15

Hally Zytra,

Pusteblume hat geschrieben:[...] lass sie doch eine Entwicklung durchmachen, in der sie im Laufe der Geschichte immer wieder in kleinere (ähnliche, aber weniger schwerwiegende) Situationen gerät und somit lernt für sich selbst einzustehen...


Sie könnte alternativ auch in eine Situation geraten, in der sie einen (im Kern) ähnlichen Konflikt aus der Beobachterrolle mitbekommt und daraus ihre Schlüsse zieht.
Je nachdem, wie gut sie von anderen auf sich schließen kann, kann das schon reichen. Im Zweifelsfall mach' es aber lieber deutlicher :wink:

Eine andere Idee ist, dass ihr jemand schlichtweg sehr deutlich die von dir eingangs angeführten Punkte sagt. Das kann ihr zumindest noch einen Schubs in die richtige Richtung geben - womit man sich im Kopf schon angefreundet hat, kann man leichter umsetzen.

Wenn sie von der Illegalität der Ehe erfährt, könnte sie die Ehe auch deswegen ausschlagen, mit der Begründung "Ich stehe gesellschaftlich sowieso schon schlecht, aber noch schlechter möchte ich nun wirklich nicht stehen."
Eventuell gibt das auch nur den entscheidenden Schubs in Richtung von "Nein" und in einem Gespräch platzt ihr der Kragen?
Meines Erachtens nach schließen sich Konfliktscheue und explosive Reaktionen, wenn der Knoten letztendlich platzt, nicht per se aus - es muss allerdings zu ihrem Temperament passen, das weißt du am Besten :wink:
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Re: Der Aha-Effekt bei meinem Prota

Beitragvon Zytra » 26.05.2015, 01:51

Hallo Pusteblume und Kari,

vielen, herzlichen Dank für eure Hilfe. :love: Ja, ihr habt mir auf jeden Fall weitergeholfen.

Wie Pusteblume schon sagte: Es geht mir nicht um das "ob" der Eheverweigerung (oder das "warum"), sondern ausschließlich um das "wie".

In meiner Vorstellung ist es jetzt so, dass sie diesen Inzest kurz vor Ende herausfindet, aber ihn tatsächlich nur als Vorwand benutzt, weil Argumente wie Lebensglück, Zufriedenheit etc. einfach nicht zählen (weil es so viele arrangierte Ehen gibt)
(Fakt ist 1811 befinden wir uns in der Zeit der Romantik und Liebesehen kam genau um diese Zeit herum gerade auf. Stolz und Vorurteil ist bsp. 1811 gerade erschienen und war nicht das erste Werk, das Liebesehen für anstrebenswert hielt)
Aber es ist halt ein GUTER Vorwand. Die Entschlussfindung aber werde ich unabhängig davon gestalten: Ich werde jetzt einen kleinen Damm mit Ereignissen füllen - sowohl durch aufrüttelnde Personen als auch weitere Tropfen durch den Großvater - die letztlich zu einem Dammbruch führen.

Ich danke euch allen herzlichst!
Warnung vor der Fliege! Sie ist grausam und killt euren Monitor, wenn ihr sie erschlagen wollt!
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