Taubenflügel hat geschrieben:Hi!
Ich wechse bei dieser 'Alltagsgeschichte' immer von selber in eine Erzählung, also "Sie antwortete ängstlich, trotdem zog er sie stur weiter"
Ich schaffe es einfach nicht, in direkte Reden zu schreiben oder wie ich sonst immer schreibe. Beim Durchlesen, fällt mir dann auf, dass ich eigentlich ziemlich trocken schreibe, und nicht : "Sie antwortete ängstlich:'Ich schaffe das nicht, laß mich los!' Ihr Bruder zog sie stur weiter"'Sei kein Weichei!'
Kann mir wer weiterhelfen?
LG Taubenflügel
Es könnte vielleicht helfen, wenn du trotzdem einen Plot schreibst, nur eben einen alltäglichen Plot. Dein Charakter wird ja trotzdem mit anderen Charakteren interagieren, und es darf ja auch z.B. Streit o.ä. drin vorkommen, aber eben nur, wenn dieser Streit etwas alltägliches ist.
Beispiel:
Anna ist eine eher ruhige 14 Jährige, mit roten Haaren und Brille, ihr Zwillingsbruder Ben ist das genaue Gegenteil. So kommt es, dass sie sich ständig streiten.
In diesem Fall wäre ein Streit mit Ben definitiv etwas, was in die Alltagsbeschreibung rein kann, solange Anna so reagiert, wie sie eben immer reagiert: z.B. frustriert oder hysterisch oder sie zieht ihm an den Haaren, eben das macht, was sie immer macht.
Das einzige was sie nicht tun darf, ist, das was sie (wahrscheinlich) irgendwann in der Geschichte machen wird: Über sich selbst hinauswachsen und ihm eben die coole und lässige Antwort geben, die Ben bekommen muss, damit er mit weit aufgerissenen Augen und hängender Kinnlade komplett sprachlos dasteht. (es sei denn natürlich diese Antwortweise wäre alltäglich, dann müsste eine coole Antwort kommen und die Hysterie müsste für die eigentliche Geschichte aufgehoben werden).
Es geht nicht wirklich darum, etwas langweiliges zu schreiben, sondern eben nur etwas alltägliches

Macht das Sinn?
Guckys Idee finde ich übrigens auch super

hoppelhase321 hat geschrieben:Hallo!
Ich hab schon oft versucht, mir einen tollen charakter auszudenken, hat aber noch nie so wirklich geklappt. Ich bin immer sehr unsicher, im einen moment bin ich total begeistert von meiner idee und im nächsten moment erscheint sie mir total unsinnig.
Ich glaube, ich könnte mich auch nie so in meinen charakter hineinversetzen, bei mir schwingt immer zu vel persöhnliches mit. Also meine charaktere denken, was ich denke, handeln, wie ich handeln würde.
wie macht ihr das? Wie werde ich diese eingeschrängte sichtweise los?
Vielleicht hilft es dir, wenn du erst mal einen Alltag deines eigenen Lebens aufschreibst, einfach, um mal loszuwerden, was in dir so vor geht, damit es einmal raus ist, und sich nicht mehr in andere Geschichten drängt (eventuell ist dazu sogar eine ganze Charakterentwicklung von dirselbst notwendig, das ist sowieso empfehlenswert, weil du dann mal siehst, was für Antworten auf manche Fragen möglich sind).
Anschließend könntest du versuchen eine Charakterentwicklung von deiner/deinem besten Freund/in, deiner Mutter, deinem Vater, deiner Schwester ... irgendwem zu machen, den du verdammt gut kennst und dann eben auch eine Alltagsgeschichte aufzuschreiben. Dadurch lernst du, dich in andere einzufühlen (bzw. du merkst, dass du das schon lange kannst

und lernst nur, es in das geschriebene Wort umzusetzen).
Tja und dann geht's ans Eingemachte und zurück an deinen Charakter.
lg
Jacky
