Der beste Satz

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Der beste Satz

Beitragvon magico » 29.07.2015, 13:32

Hallo zusammen,

zur Zeit wird hier im Forum ja (wieder mal) viel über den ersten und/oder den letzten Satz eines Buches diskutiert.
Wie sieht es aber mit dem "besten Satz" aus, der euch je untergekommen ist?

Solltet ihr so einen haben, immer her damit. Am besten inklusive Buchtitel. :wink:


Grüße - magico
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Re: Der beste Satz

Beitragvon magico » 29.07.2015, 13:35

Ich mache den Anfang mit einem der besten (weil, lustigsten) Sätze, die ich in letzter Zeit gelesen habe:

Lee Chong aber stand hinter seinen Zigarren; die braunen Augen blickten gelassen nach innen, und seine Gedanken waren chinesisch.

Die Straße der Ölsardinen von John Steinbeck. (auf Seite 12)
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Re: Der beste Satz

Beitragvon Ankh » 29.07.2015, 15:09

Hm, ich finde es schwer, einen einzelnen Satz zu greifen, denn meistens berührt er ja nur aus dem Zusammenhang der Situation. Mein Lieblingssatz ist aus Schweinsgalopp von Terry Pratchett, nachdem jemand behauptet hat, die Sonne würde nicht mehr aufgehen, wenn man keinen Glauben hat:

"Nur ein Ball aus brennendem Gas hätte die Welt erhellt."
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Re: Der beste Satz

Beitragvon paratoxic » 07.08.2015, 20:04

Oh, ein so tolles Thema und so wenig los hier :o

Das wollen wir doch gleich mal ändern. Der beste Satz, den ich je gelesen habe, ist tatsächlich auch ein letzter Satz, der mich so beeindruckt hat, dass ich das Buch sogar des Öfteren aus dem Regal nehme, nur um diesen einen Satz noch einmal zu lesen.
Da es sich um einen letzten Satz handelt, setze ich den lieber mal als Spoiler für all diejenigen, die das Buch vielleicht noch lesen wollen :D
Der Satz stammt aus "Der Märchenerzähler" von Antonia Michaelis. Nur eine Bemerkung vorweg, wegen des möglichen Missverständnisses: Die "Parallelwelt", von der da die Rede ist, ist keine Parallelwelt im strengen Sinne wie in der Fantasy oder Science-Fiction, sondern mehr so ein "Was wäre wenn"-Szenario.

Spoiler: Anzeigen
Und der Schnee, der im Winter aufs Dach fiel, fiel leise, leise und deckte das Haus zu, den Lehnstuhl, die Bücher, die Kinderstimmen, deckte Anna und Abel zu, deckte die Parallelwelt zu, und alles war endlich sehr, sehr still.
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Re: Der beste Satz

Beitragvon SmilingSeth » 08.08.2015, 17:41

DER beste Satz? Ein Buch hat aber viele Sätze und es gibt viele Bücher mit noch viel mehr Sätzen darin...
Wie, wie soll man sich da entscheiden können?

Bist Du denn völlig von Sinnen? :shock:



/ot
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Re: Der beste Satz

Beitragvon lunedai » 28.08.2015, 20:28

Es gibt zu viele gute Sätze, dass ich mich gar nicht festlegen könnte auf den EINEN Satz... Spontan fällt mir, aber einer ein, den ich vor kurzem gelesen habe und mir so gut gefallen hat (v.a. als Personenbeschreibung), dass er mir in Erinnerung gelieben ist. Auch wenn es nicht DER beste Satz ist, so hoffe ich, habt ihr nichts dagegen, wenn ich ihn trotzdem poste ;)

"Don Basilio war ein wild aussehender Mann mit buschigem Schnauzbart, der von Zimperlichkeiten nicht viel hielt und die Theorie vertrat, verschwenderisch gebrauchte Adjektive und Adverbien seien etwas für Perverse und Leute mit Vitaminmangel."

Aus Das Spiel des Engels von Carlos Ruiz Zafón
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Re: Der beste Satz

Beitragvon Dingelchen » 28.08.2015, 22:01

Als Körper ist jeder Mensch eins, als Seele nie.

Hermann Hesse - Steppenwolf


[Der Tyrann] wäre wie von selber besiegt - sobald ihm nur seine Untertanen die Zustimmung zu ihrer Versklavung versagten.

Étienne de La Boétie - Von der freiwilligen Knechtschaft des Menschen


Wobei ich diese hier auch immer wieder toll finde (leider mehrere Sätze, sorry -.-):
Und ich denke, morgen beginnt der Ernst. Ja, der Ernst. In einer Kiste neben der Fahnenstange liegt der Krieg. Ja, der Krieg.

Horváth - Jugend ohne Gott
(wobei ich da eh das ganze Buch zitieren müsste^^)


(Sollte ich jetzt aber gesteinigt werden, weil ich mich nicht festlegen kann, dann würde ich zur Not Boétie wählen ;) )
"Im Mondlicht drehten sich die Paare. Die Feigheit mit der Tugend, die Lüge mit der Gerechtigkeit, die Erbärmlichkeit mit der Kraft, die Tücke mit dem Mut.
Nur die Vernunft tanzte nicht mit."

(Horváth - Jugend ohne Gott)
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Re: Der beste Satz

Beitragvon Curiosus » 30.08.2015, 02:21

Als ich den Titel dieses Themas las musste ich einfach an "Name des Windes" denken. Geschrieben von Patrick Rothfuss, einem Meister der Sprache. Ihm gelingt es mit Worten zu malen wie mit Wasserfarben. Jeder Buchstabe sitzt, jedes Stilmittel muss genau dort sein, wo es hingehört. Die Sätze sind geschliffen wie die Kiesel eines Flusses. Sanft und doch eindringlich.

Ihr könnt euch also vorstellen, dass es mir schwerfällt einen Satz auszuwählen.

Es war der geduldige, blumensichelnde Laut eines Mannes, der darauf wartet zu sterben.


Beziehungsweise auf Englisch

It was the patient, cut-flower sound of a man who is waiting to die.


Am liebsten würde ich den gesamten Prolog hier einfügen aus dem ebendiese Zeilen stammen. Ich kann jedem nur raten dieses Buch zu lesen. :)

lg Curiosus
"Manche Bücher müssen gekostet werden, manche verschlingt man, und nur einige wenige kaut man und verdaut sie ganz ."
(Cornelia Funke) / im Original von Sir Francis Bacon
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