Der Durchhalte Thread

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Re: Der Durchhalte Thread

Beitragvon IPatricia » 13.10.2015, 15:22

Ich würde dir auch dazu raten, mehrere Durchgänge zu machen, weil man sonst irgendwann blind für vieles wird und manche Dinge nicht mehr sieht. Irgendwann hat man vor lauter Überarbeiten die Nase so voll, dass man nur noch schnell weiter will.

Mach dir selbst nicht zu viel Druck. Klar will man, dass seine Arbeit perfekt ist und man alle Kriterien für ein gutes Buch erfüllt, aber es wird nicht möglich sein, jedem Anspruch zu genügen und das muss man auch nicht. Ich finde es sehr beruhigend, das zu wissen. Wenn ich mir anschaue, welche Bücher es schon geschafft haben, von Verlagen veröffentlicht zu werden, wird der Druck ein bisschen kleiner. Und wenn ich mir anschaue, welche Bücher sogar sehr erfolgreich waren (Ich sag nur SoG), dann bin ich gleich ein bisschen entspannter. Natürlich ist es nicht mein Anspruch, ein SoG 2.0 zu schreiben oder sowas, aber auch in meinen Augen nicht so tolle Literatur findet zahlreiche Abnehmer. Wichtig ist für mich, das Beste abzuliefern, das mir persönlich möglich ist (nach meinen Maßstäben) und nicht, was in Schreibratgebern so steht. Die können helfen, aber sie können einen auch verrückt machen.

Wichtig ist auch, dass du die Freude nicht verlierst. Nicht nur beim Schreiben sollte man die haben, sondern auch beim Überarbeiten. Ich liebe es, meine Geschichte zu verbessern, weil ich dann sehe, wie aus etwas ziemlich Bescheidenem etwas Vorzeigbares wird. Das ist ein toller Prozess. Überarbeiten gefällt mir manchmal sogar besser als das Schreiben der Rohfassung, weil die Geschichte dann erst richtig entsteht, so wie sie sein soll. Ich weiß, dass es in erster Linie Arbeit ist, aber diese Arbeit würde ich nicht missen wollen.
Ich bin aber auch jemand, der gleichzeitig zum Schreiben der Rohfassung überarbeitet. Bis jetzt habe ich die Hälfte meiner Geschichte in Rohfassung fertig, ein Drittel ist aber auch schon fertig korrigiert. Die Vorstellung, alles korrigieren zu müssen, wenn ich fertig bin, raubt mir die Motivation. Dadurch, dass ich es in kleinen Häppchen immer und immer wieder mache, geht es einfacher. Vor allem, weil ich nicht jeden Tag kreativ genug bin, um zu schreiben. An solchen Tagen setze ich mich an die Korrektur. Im Kopf weiß ich dann: Okay, es ist ja nur ein Kapitel. Und dann geht es deutlich einfacher, als wenn ich im Kopf habe, dass das erst der Anfang von einem ganzen Berg Arbeit ist. Jetzt nutzt dir das natürlich nichts mehr, aber vielleicht wäre das ein guter Tipp für die Zukunft. So muss man die Geschichte auch nicht extrem lange liegen lassen am Ende, wenn man sich alle paar Tage immer mal wieder ein Kapitel vornimmt.

Hohe Ansprüche an sich selbst sind gut, können einen aber auch richtig verzweifeln lassen und das ist es, was blockiert. Ich bin auch ein Perfektionist, aber man muss sich manchmal bremsen, sonst wird man nie fertig. Ich wünsche dir auf jeden Fall, dass du deine Zweifel überwindest und ein richtig gutes Werk zustande bringst. Nur nicht aufgeben! :girl:
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Re: Der Durchhalte Thread

Beitragvon Paisley » 13.10.2015, 15:43

Hallo IPatricia,
die Freude am Schreiben ist momentan gar nicht mehr vorhanden. Es ist reine Arbeit und das ist auch kein Wunder, nachdem ich mich wirklich bemüht und das Buch in zwei Jahren geschrieben habe (inklusive mehrmaliger Überarbeitung wenn ich nicht weiterkam. Eine reine Rohfassung ist es also nicht mehr). Ich gönn mir halt ab und zu was Gutes, indem ich Szenen schreibe, die mir unter den Nägeln brennen und bei denen ich das alte Gefühl des mitgerissen werdens und der Euphorie wieder spüre.

Die Schreibratgeber hab ich mir hauptsächlich deshalb geholt, um eine Ahnung davon zu bekommen, auf was es bei der Überarbeitung wirklich ankommt, insofern war das schon richtig. Wenn ich mit den Büchern durch bin, werd ich mir eine Checkliste der wichtigsten Punkte machen und die beim überarbeiten im Auge behalten.

Ja, ja, der Perfektionismus. Ohne ihn wär's wirklich leichter. Aber auf der anderen Seiten: Ich schreibe nicht, damit mein Buch bald nach der Erscheinung für einen Euro verramscht wird weil es nicht ankommt, sondern damit es ein Erfolg wird.
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Re: Der Durchhalte Thread

Beitragvon Julestrel » 13.10.2015, 21:20

Was eine realistische Deadline ist, ist von außen ganz schwer zu sagen. Wir wissen nicht, wie viel Zeit du hast, wie viel du investieren möchtest, in welchem Zustand dein Werk ist und was noch alles zu tun ist. Du musst schauen, wie du dir das einteilst und wie du dann am besten durchhältst.

Bei mir ist es defnitiv so, dass das Überarbeiten (deutlich) länger dauert, als das Schreiben der ersten Fassung. Ich hab mir auch schon oft Deadlines dafür gesetzt, aber diese meistens wieder nach hinten geschoben. Klar, etwas hilft es, dass man durchhält, aber ehrlich gesagt finde ich ein tägliches Pensum (eine Szene, 1000 Wörter, etc.) sinnvoller zur Motivation als eine Deadline für das gesamte Projekt, die sonstwo in der Zukunft liegt.

Ich kann nur aus eigener Erfahrung sagen, dass wenn man sich die Ziele zu hoch und zu viel setzt, man das Gegenteil bewirkt und man sich ausbremst statt sich zum Durchhalten zu motivieren.


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Re: Der Durchhalte Thread

Beitragvon Paisley » 13.10.2015, 21:34

Rein theoretisch könnte ich also noch die nächsten fünf Jahre an dem Projekt sitzen. *brrrr* :mrgreen:

Ich werd es wohl so machen, das ich die Bücher zu Ende lese, meine Notizen dazu mache und dann eine Checkliste für die Überarbeitung schreibe (dabei kann ich mir auch überlegen, wie ich es am geschicktesten angehe). Danach geht es los. Kneifen verboten. :mrgreen:
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Re: Der Durchhalte Thread

Beitragvon Dingelchen » 18.11.2015, 02:23

Da man ja keine Threads mehr erstellen kann, muss ich mich noch schnell hier ausweinen - oder bzw. eine Frage stellen:
Kennt ihr das Gefühl, über etwas schreiben zu wollen, das plötzlich so oder so ähnlich real passiert? -- Und falls ja, würdet ihr dann dennoch darüber schreiben, falls ihr an Veröffentlichung denkt (ich meine, so konkret ist das Thema Veröffentlichung noch nicht bei mir, aber man kann ja nie wissen^^).
-- Ich hab nen 1. Teil von nem Roman fertig und wollte den 2. Teil extremer schreiben, so in Richtung Dystopie. Sollte symbolisch quasi eine Art Spiegel zu Teil 1 sein, so ein bisschen Yin und Yang. Und um den Plot ins Rollen zu bringen, hätte es erst mal nen Terroranschlag gegeben, daraufhin dann ne Art Diktatur und darin dann die eigentliche Story. Mich hat die Thematik die ganze Zeit fasziniert, weil ich die ganze Zeit schon das Ende der Story (das mag ich einfach :D ) vor Augen hatte und mein Prota da so "genial" unabsichtlich die Lawine ins Rollen gebracht hätte; ich hatte schon Schauplätze ganz detailreich geplant und so - nur dass die real jetzt schon genauso geplant werden :shock: .
Ich meine, wer will in Zeiten wie diesen noch Romane über Anschläge und Umerziehungslager etc. lesen? -- Selbst dann, wenn das eher Gute siegen würde (okay, inklusive einigen Verlusten natürlich)?
Ich bin jetzt im Zwiespalt. Meine Aussage könnte ich wahrscheinlich in einem weniger krassen Roman auch irgendwie unterkriegen. Daher überlege ich gerade, den Plot über Bord zu schmeißen und vollkommen anders ans Kernthema ranzugehen - nämlich mit angenehmeren Vorkommnissen; viell. sogar in Richtung "Utopie".
Will man heutzutage noch Romane lesen, die von kriegsähnlichen Zuständen handeln? Oder wollen die Leute beim Lesen nicht doch abschalten? -- mein 1. Teil setzt sich zwar u.a. auch etwas mit Politik auseinander, ist aber in erster Linie ein erotischer Roman und da steht eher noch ne Liebesgeschichte im Vordergrund (und ein paar wenige Irre). Der 2. Teil wär halt so als krasse Antwort darauf geplant gewesen; als so ne Art Lawine, die im 1. Teil noch n kleines Schneebällchen war. Schneebällchen weg und stattdessen Sommer, Sonne, Licht und Liebe? Hmmmm. :?
Ich bin gerade demotiviert. Ich hab bei dem, was derzeit so in der Welt abgeht, irgendwie selbst keine Lust mehr, Anschläge, Hinrichtungen u.ä. in meinem Plot umzusetzen. Dabei hab ich die Story schon so genau geplant. Aber am liebsten würd ich grad nur über Regenbogen pupsende Einhörner schreiben. :roll: Ich meine, ich wollte eine überspitzte düstere Vision aufschreiben und nix, das man jetzt tagtäglich in den Nachrichten sieht. :?
Beim 1. Teil hab ich noch absichtlich halbwegs authentisch und realistisch geschrieben, weil das mehr ein Entwicklungsroman ist, der quasi im "Kleinen" funktioniert. Teil 2 wollte ich dann eher auf die Spitze treiben, eben Richtung Dystopie. Aber ... irgendwie hab ich auf sowas grad keine Lust.

LG
Dingelchen
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Re: Der Durchhalte Thread

Beitragvon Paisley » 18.11.2015, 12:49

Hi Dingelchen,
ich kann verstehen, das es dir bei der aktuellen Lage (die eigentlich schon lange besteht, sich jetzt gerade aber zuspitzt) vergeht, an so einem Stoff zu arbeiten. Ob die Leser auf solche Bücher Lust haben? Ich könnte mir vorstellen, das es Leser gibt, die sich unabhängig vom Weltgeschehen für solche Geschichten interessieren, aber wie groß dieser Anteil und damit deine Zielgruppe generell ist ... keine Ahnung.

Mir fallen dazu folgende Lösungswege ein:
1. Den zweiten Teil so wie er ist schreiben.
2. Die Idee dazu weiter ausarbeiten, ihn aber zu einem späteren Zeitpunkt schreiben (also passiv daran arbeiten).
3. Die zweiten Teil abändern und so schreiben.

Ich weiß nicht, wie sehr du dich noch mit deinem Buch identifizieren könntest, wenn du nicht den geplanten düsteren, sondern einen positiveren Weg für den Verlauf einschlägst. Da letztendlich immer zählt, mit wieviel Freude man an seinem Projekt arbeitet, würde ich diesem Aspekt das größte Gewicht beimessen.

Liebe Grüße,
Paisley
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Re: Der Durchhalte Thread

Beitragvon Dingelchen » 18.11.2015, 13:49

Hallo Paisley,

vielen Dank fürs Lesen und für deine Antwort!

Stimmt, die Lage besteht schon länger (zu lange). Aber eben jetzt spitzt sie sich zu. Eine Zuspitzung, die ich eigentlich fiktiv geplant hatte. :roll: Ich bin einfach zu langsam mit dem Schreiben, weil wahrscheinlich zu perfektionistisch. :roll:
Ich fürchte, meine Zielgruppe ist ohnehin eher klein :mrgreen: , aber die muss ich dann ja nicht auch noch unbedingt vertreiben.
Die Sache ist die, dass meine Protas im 2. Teil noch mal so richtig durch die Hölle gegangen wären, um dann am Ende so ne Art Versöhnung mit allem und Friede für die Welt usw. hervorzubringen. Also eigentlich ja positiv. Nur der Weg dahin wäre schon sehr ... hart. Und teilweise abartig.
Ich weiß auch nicht, wie sehr ich mich mit dem 3. Punkt, also mit einem alternativen, positiveren Plot identifizieren könnte. Irgendeinen Antagonisten brauch ich, sonst ist die Spannung pfutsch. Rumphilosophiert über irgendein gesellschaftliches Idealbild hab ich in Teil 1 eh schon^^. Hmmm.
Ich könnte nu gesellschaftliche Aspekte ganz weglassen und mich ausschließlich auf die Liebesgeschichte (die auch eher ein Drama ist) konzentrieren. Aber das wär irgendwie ein Abfall und kein Aufbau der Story. Hmm.
Ach, ich bin noch so im Schwanken.
Aber danke für deine Denkanstöße. Da muss ich wohl noch in Ruhe darüber nachgrübeln ...

LG
Dingelchen
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Re: Der Durchhalte Thread

Beitragvon Paisley » 18.11.2015, 15:17

Gern geschehen. Zum Glück kann man sich bei solchen Sachen ja Zeit lassen und muß keine überstürzte Entscheidung treffen.

Liebe Grüße,
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Re: Der Durchhalte Thread

Beitragvon KatiaBenego » 29.11.2015, 23:51

Hab' gerade auch ein Tief. Heute bei meinem Manuskript die 30'000 geknackt - was laut Plot etwa einem Drittel der Geschichte entspricht. Es geht sogar mit dem Ende des 1. Aktes einher. Sozusagen ein 1. Meilenstein.

Und wie fühle ich mich..?
Wie, als ich die ersten 3 Monate rauchfrei hinter mir hatte: Man hat schon einiges geschafft, aber jetzt bewahrheitet es sich, ob man das Zeug drauf hat und durchhält oder ob man aufgibt, bzw. zurückfällt.
Kann gerade einfach nicht drauf stolz sein. :(
Ich habe nun etwa 80 Arbeitsstunden in das Projekt reingepulvert - ohne recherchieren, planen und plotten versteht sich. Und für was?

Dafür, dass ich in 3 Monaten neben Studium, Praktikum, Haushalt und Broterwerb eine Geschichte erzähle, bei welcher ich mich selber runtermache, wenn ich jemandem davon erzähle. Dabei hänge ich doch eigentlich so sehr daran :cry:

Ich schreibe sooo gerne daran! Auch das Planen macht mir riesen Freude! Aber ich habe jetzt schon davor Angst, was kommen wird, wenn ich fertig bin. Stecke ich dann alles in die Schublade? Oder will ich ans Veröffentlichen gehen und dort wohl heftig verar**** und verrissen werden? Für was das Ganze?

Ich glaube, ich bin im ersten Schriftstellertief. :oops: :shock: :P :lol: :|

Naja, ich werde natürlich weitermachen. Weil ichs kann. Weil ich muss. War auch beim Rauchen so :wink:

Aber trotzdem. Irgendwie schon erschreckend, wenn plötzlich so ein Tief kommt...
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Re: Der Durchhalte Thread

Beitragvon Paisley » 30.11.2015, 17:25

Das ist verständlich. Sonst denkt man sich immer "Irgendwann schreibe ich eine Geschichte". Solange man sich das nur denkt, ist man beruhigt. Denn solange man nicht aktiv wird, besteht auch keine Gefahr damit zu scheitern. Jetzt bist du an dem Punkt angelangt, an dem du nicht vielleicht irgendwann eine Geschichte schreibst, sondern du es tust. Du steckst mitten in einem Projekt, von dem du weißt, das es nicht einfach aufgeben kannst, das dich noch für längere Zeit beanspruchen wird, über das du dir intensive Gedanken machen und vorausplanen musst. Jetzt wird es wirklich ernst. Und der Gedanke daran, was andere über das einmal fertige Projekt sagen werden, hat schon vor dir einer Menge Leute den Magen umgedreht.

Bei mir war es so, das ich es mir in den Kopf gesetzt hatte, meine Geschichte zu schreiben. Und das habe ich auch geschafft. Während des Schreibprozesses war ich so darauf fixiert, es zu schaffen, das kein Platz für andere Gedanken war. Dafür hab ich die jetzt umso mehr. Weshalb ich nach dem Schreiben feststecke. :roll:

Ich schätze, der Grund warum du vor anderen dein Projekt bzw das Schreiben runterspielst oder schlecht darüber redest, ist deine Unsicherheit. Wie gut bin ich, wie gut ist meine Geschichte usw. Da können wir uns wohl alle die Hand reichen.

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Re: Der Durchhalte Thread

Beitragvon Ballater » 30.11.2015, 20:54

Hey Katia, hast du schon mal ein ganz einfaches Gedankenexperiment versucht? Es hat neulich bei einen Bekannten sofort dazu geführt, dass er Verständnis zeigte, warum ich schreibe. Viele belächeln es, wenn man "Geschichten schreibt", wird vermutlich hinter vorgehaltener Hand einem unterstellt an Größenwahn zu leiden: "Die will jetzt ein Buch schreiben..."
Und als ich bei dem Bekannten ein anderes kreatives Hobby als Vergleich herbei zog, was mehr verbreitet ist, da fiel plötzlich bei ihm der Groschen. Es gibt viele Menschen die malen gerne, aber weder der Künstler noch Umstehende ziehen in Betracht, gleich eine Vernissage veranstalten zu wollen und ein zweiter van Gogh zu werden.
Mit dem Schreiben ist es dasselbe, du schreibst, weil du gerne schreibst, weil du Freude dran hast und ob du danach das Bild (alias dein Manuskript ;) ) in die Schublade steckst und es gelegentlich mal wieder raus holst, um es selbst zu betrachten und dich an deinem Werk zu erfreuen oder es an die Wand hängst (respektive ein paar Freunden nur zum lesen gibst und die sich dran erfreuen) oder ob du vielleicht doch mal versuchst, dein Kunstwerk an den Mann zu bringen, das ist zweitrangig. Es sollte dir in erster Linie auf das Schreiben selber ankommen. Du musst niemanden was damit beweisen, du darfst daran einfach nur Spaß haben.
ALG
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Re: Der Durchhalte Thread

Beitragvon KatiaBenego » 01.12.2015, 23:04

Danke für die lieben Worte von euch beiden!

@Paisley: Damit triffst du es auf den Punkt. Irgendwie beruhigend, geht es nicht nur mir alleine so. In deinem Fall gratuliere ich dir ganz herzlich zu deinem Roman! Um was geht es denn da? :wink:
Ich habe übrigens gesehen, dass du ebenfalls Two Steps from Hell - Hörerin bist. Die Musik kann einfach nicht anders als einen beflügeln :girl:

@Betty: Schön von dir mal wieder zu hören :) Dein Beispiel finde ich sehr gelungen. Es stimmt! Warum werden "Künstler" eher toleriert als Schreibwütige? Ich erkenne das Beispiel aus meiner eigenen Familie; Meine Schwester eine sehr gute Manga-Zeichnerin und ich eine ... naja passable Schreiberin. Fühle mich gerade dikriminiert :P

Zu meinem letzten Text: Jedenfalls bleibe ich weiter am Ball. Tagsüber recherchiere ich für den nächsten Akt (Historisches Edinburgh / Opiumkonsum / Sex und Prostitution im 19. Jh) 8) und Abends überarbeite ich den ersten Akt. Dann muss er leider bis ende Dezember in der Schublade verweilen. Denn das Studium ruft und somit auch zwei grössere Theoriearbeiten. Aber vielleicht finde ich ja für diese Zeit noch motivierte Betaleser/innen für den ersten Part, während ich ein wenig Abstand vom ganzen Gewinne :P Und dann kommen zum Glück schon die öden Weihnachtsferien :girl:
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Re: Der Durchhalte Thread

Beitragvon CarryLi » 04.12.2015, 14:50

KatiaBenego hat geschrieben:
Ich schreibe sooo gerne daran! Auch das Planen macht mir riesen Freude! Aber ich habe jetzt schon davor Angst, was kommen wird, wenn ich fertig bin. Stecke ich dann alles in die Schublade? Oder will ich ans Veröffentlichen gehen und dort wohl heftig verar**** und verrissen werden? Für was das Ganze?

Ich glaube, ich bin im ersten Schriftstellertief. :oops: :shock: :P :lol: :|

Naja, ich werde natürlich weitermachen. Weil ichs kann. Weil ich muss. War auch beim Rauchen so :wink:

Aber trotzdem. Irgendwie schon erschreckend, wenn plötzlich so ein Tief kommt...



Das sit ein Phänomen was man auch bei ganz vielen anderen ähnlichen Dingen sehen kann. Nehmen wir mal einen Urlaub als Beispiel: du planst alles durch und setzt alles daran das Ganze perfekt zu machen. Wenn der Urlaub dann rum ist ist alles vorbei und die Planung vor dem Urlaub hat eigentlich den meisten Spaß gemacht. Hatte dazu eine Studie gelesen. Angeblich ist die Planung entspannter und bringt mehr Glücksgefühle als der Urlaub selbst.

Das mit der Veröffentlichung ist evt auch eine Sache die dein Werk dann weiter leben lässt. Ich hatte es schon in einem anderen Bereich geschrieben, aber hier läuft derzeit auch eine "Aktion für Newcomer-Autoren". Da kannst du auch nur mal ein Exemplar drucken. Ist sicher auch ein absolut geniales Gefühl sein eigenes Buch in der Hand zu halten.

Ich würde mich da jetzt nicht so runterziehen lassen. Genieße einfach die Zeit und das Schreiben im Hier und Jetzt. Es bringt ja nix jetzt darüber zu grübeln ob man später darüber grübelt.
Zuletzt geändert von Ballater am 05.12.2015, 15:46, insgesamt 1-mal geändert.
Grund: Werbelink entfernt
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