[Fanty]Der einsame Jäger (in Überarbeitung) (3/4)

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[Fanty]Der einsame Jäger (in Überarbeitung) (3/4)

Beitragvon after eight » 30.07.2015, 10:03

Part 2:Vorheriger

Version 1: (Zum Lesen bitte scrollen)
„Schlaf jetzt.“, hörte er Mado sagen.
„Ich gehe weiter.“ Er wusste, wo sie die Katze zum letzten Mal gesehen hatten. Von da aus musste er nur ihren Spuren folgen. Irgendwer musste es ja zu Ende bringen. Doch plötzlich stand Mado vor ihm.
„Du gehst doch nicht in der Nacht weiter, bist du verrückt?“
Ven gab ihm einen Stoß vor die Brust. Mado war so überrascht, dass er einige Schritte zurückstolperte.
„Was macht ihr?“, fragte Rena. Innerhalb von Sekunden war sie hellwach und stellte sich zwischen sie.
„Ich gehe.“, erklärte ihr Ven. Eigentlich war es ihm egal, was sie sagen würde. Keiner von den beiden konnte ihn aufhalten.
„Mach doch.“
Er stockte. Dass sie das sagte, hatte er nicht erwartet.
Mado war wohl ähnlich überrumpelt wie Ven. „Rena – nein.“
„Was? Soll er doch gehen und sehen, was er davon hat.“
Recht hatte sie. Ven schluckte. „Eben.“
„Bruder.“
Mados Hand legte sich auf seine Schulter. Normalerweise hätte er sie weggeschlagen, doch diesmal war es anders. Der Griff war flehend. „Ich kann das nicht zulassen.“
Ihm blieben die Worte weg. Wieso war es Mado nicht gleich? Wieso konnte er ihn nicht einfach gehen lassen?
Hass mischte sich in seine Stimme. „Du hast mir nichts zu sagen.“
Er musste sich von niemandem beschützen lassen. Ohne nachzudenken riss er sich von Mado los. „Ich bringe das zu Ende, was wir angefangen haben!“, rief er. „Ich gebe nicht einfach auf.“
Sie tauschten Blicke. Spannung in der Luft. Ven war bereit für den Kampf.
„Lass ihn gehen.“, sagte Rena ruhig und bestimmt, „Es ist besser so.“
Stille. Mado bewegte sich keinen Zentimeter. Ven konnte seinen Atem hören.
„Willst du ihn wirklich hier haben? Bei Ari? Den ganzen Weg zurück? Kannst du das ertragen?“ Vens Blick sprang zu ihr. In ihren Augen lag eine Kälte, die er immer bewundert hatte. Sie sagte immer, was sie dachte. Nie hätte es gedacht, dass sie sich einmal gegen ihn wenden würde. Oder für ihn? Für ihn. Eigentlich müsste er ihr danken.
Langsam ließ Mado seine Schultern sinken. Ven konnte an ihm vorbeitreten. Er kannte die Richtung, er kannte den Weg.
„Ven.“
Mado ließ ihn einen Moment zögern.
„Du musst zu uns zurückkommen. Wenn du es erledigt hast, kommst du zu uns zurück.“
Sollte das eine Frage sein? Natürlich würde er zurückkehren. Mit einem warmen Katzenfell um die Schultern. Ohne einen Blick zurück verschwand er durch die dichten Baumstämme in die Nacht.

Der Mond beleuchtete ihn auf seinem Weg. Die ganze Nacht hindurch folgte er den Spuren. Als der Morgen graute, stand er kurz vor seinem Ziel. Müdigkeit und Hunger waren nebensächliche Bedürfnisse. Er beachtete nur einen Drang in sich, und das war die Rache.
Ven schritt also durch den Wald, durch die dichten Baumstämme, durch das Unterholz, das mit jedem Schritt knackte. Zu seinen Füßen waren die Spuren deutlich zu erkennen. Hin und wieder mischte sich ein dunkler Blutstropfen zwischen die großen Pfotenabdrücke. Sie hatten die Katze gut erwischt. Es konnte nicht mehr lange dauern. Sein Speer dürstete nach Blut.
Er hatte nicht mehr darüber nachgedacht, was mit Mado und Rena vorgefallen war. Überhaupt, was war schon vorgefallen. Sie würden mit Ari umkehren und ihn zum Stamm bringen. Er würde sicherlich wieder gesund werden.
Ven beschleunigte sein Tempo, bis er fast joggte. Er konnte es kaum erwarten. Schweiß bildete sich auf seiner Stirn, doch er wischte ihn weg. Das neue Land war zugleich fremd und vertraut. Die Bäume und Pflanzen kannte er, doch die Geräusche…
War das eine Stimme? Er blieb stehen. Lauschend bewegte er den Kopf hin und her. Das musste er sich eingebildet haben.
Weiter. Zweige strichen durch sein Gesicht. Die Pfotenabdrücke auf dem Boden führten ihn weiter bis zu einem Fluss, der munter plätscherte. Die Katze hatte angehalten, um etwas zu trinken. Er tat es ihr gleich.
Hinter dem Bach fand er keine weiteren Spuren. Oder jedenfalls nicht die der Katze. Der Schlamm war aufgewühlt, so als hätten hier viele Tiere den Fluss überquert. Ven verengte die Augen zu Schlitzen. Keine Tiere. Menschen? Nein, das war unmöglich. Das musste der Weg der Geister sein, ihm zu sagen, dass er sich beeilen sollte. Die Spuren seiner Vorfahren. Selbst sie waren schneller als er. Ein paar Meter weiter fand er die Pfotenabdrücke wieder. Nun bewegte er sich durch hüfthohe Sträucher, die Bäume wurden weniger. Vor ihm lag eine Landschaft aus Büschen und hohen, grün-braunem Gras. Bis zum Horizont sah er nichts anderes. Da! Eine Bewegung auf einem der Hügel. Für eine Sekunde sah Ven braunes Fell, dann war die Katze wieder verschwunden. Sein Herzschlag beschleunigte sich. Er war so nah dran, er durfte sie jetzt nicht vertreiben. Das hohe Gras verbarg ihn ebenso gut wie die Bestie. Mit langen Schritten näherte er sich der Stelle, an der er sie gesehen hatte. Kein Laut, kein Zucken durfte an ihm vorbeigehen. Wenn er nicht aufpasste, würde er selbst zur Beute werden.






Part 4: Nächster
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Re: Der einsame Jäger (AT) (3/4)

Beitragvon Ankh » 30.07.2015, 15:43

Ich fang mal mit meinen Antworten zu den Antworten auf das letzte Posting an...

"Medizinschundromane"? :XD:


Eigentlich sind es Cyberpunk- Medizinschundromane :P


Während er verblutet? Was sind das für Pflanzen, die das stoppen sollen?
Vorschlag: Der Arm ist abgebunden, der Knochen ist durch (siehe oben), der Mado macht sich auf dem Weg um Stöcke zu finden, um das Ganze zu schienen, und die beiden anderen bleiben, um Ari zu beruhigen, seinen Knochen zu richten und die Wunde zu reinigen.


Vielen Dank für diese beiden Anmerkungen. Bei der Recherche habe ich wohl geschlampt!


Wenn du das so übernehmen willst: Lange darf man den Arm natürlich nicht abbinden. Aber um das Verbluten zu verhindern, bis man die Wunde versorgt und einen ordentlichen Verband angelegt hat, dürfte es die beste Lösung sein. Und danach muss man halt schauen, ob der Verband ausreicht (je nach Dramatik, die du haben willst...)


Oh Mann, was habe ich bloß getan? :shock:
Dass Ven so eine extreme Reaktion bei Dir auslöst, finde ich ja erstmal gut (besser als gar keine). Aber ich denke er braucht wie gesagt noch einiges an Arbeit, wahrscheinlich muss ich seinen Charakter abschwächen, damit es mehr Sinn ergibt.


Es hängt sicher davon ab, wie du ihn darstellen willst. Aber es ist natürlich ein Unterschied, ob er ein hitzköpfiger, etwas unsensiebler Kerl sein soll, der vor lauter Katze seine Prioritäten verschiebt, oder ein Psychopath, dem das Leben seiner Stammengefährten nicht nur am A**** vorbeigeht, sondern auch aktiv wünscht, Ari möge für seinen Fehler büßen.
Im zweiteren Fall, vor allem, wenn du schreibst, dass Rena seinen Charakter kennt,
Na ich dachte, weil sie ihn ja kennt, weiß sie ungefähr dass er grad am Rande der Moralität steht und geht dazwischen. Ziemlich unklar.

frage ich mich, wer bescheuert genug ist, mit so einer Person auf die Jagd zu gehen. Wenn er wirklich so denkt, dann sollte ihm auch klar sein, dass eine solche Einstellung bei den anderen im Stamm nicht gut ankommt, und er vermeidet vermutlich meistens, sie allzu offen zu zeigen.


Er hat dir doch gar keine direkten Vorwürfe gemacht. Er schmiedet nur weltfremde Pläne. Alles gut. Leg dich wieder hin.
Wenn wir verstehen, was er stottert, dann ist es nicht "irgendwas".


Den zweiten Punkt verstehe ich, aber was meinst Du mit dem ersten Punkt?


Ich hab mit Ari geredet. Der hat sich so präventiv entschuldigt, da wollte ich ihn beruhigen :wink:


Bisher dachte ich, sie sind im Wald?
Ja, aber auf einer Lichtung. Mensch, ich glaube echt ich muss so etwas auch hinschreiben! :roll:


Das wäre selbstverständlich eine Lösung :XD:
Nein wirklich, ich habe ein ganz gutes Kopfkino bei der Geschichte, trotz der spärlichen Beschreibung (sieht man mal, wie wenig es braucht, da kann ich noch viel von dir lernen :roll: ), aber irgendwann stimmt mein Kopfkino halt nicht mehr mit deinem überein. Genauso wie bei der Kampfszene, da hast du ja auch gemerkt, dass jeder Kommentator was anderes "gesehen" hat. In solchen Situationen musst du deutlicher werden.


-Ven weniger extrem oder wenn extrem, dann deutlicher nachvollziehbar


Bei ihm solltest du dir wirklich klarwerden, wie er denkt, und wie weit er das zeigt und danach handelt.

-Renas ruhige Natur klarstellen


Wenn du sie so haben möchstest, ja. Für so eine kurze Geschichte muss der Charakter ja nicht übermäßig komplex sein, nur in sich stimmig in den paar Situationen, Worten und Gesten, in denen wir sie erleben.

-Mado ausarbeiten und begründen, warum er sich nicht durchsetzt


Er ist definitiv die Figur, mit der ich am wenigsten anzufangen weiß. Wenn er sich schon zurückhält und nicht durchsetzt, dann gib ihm einen Grund dafür. Dass das einfach sein Charakter ist, stimmt irgendwie nicht mit der Information überein, dass er der Anführer eines Stammes ist. Das kann durchaus irgendwie zusammengehen, nur solltest du dann vielleicht zeigen, was er für andere Qualitäten hat, wenn schon nicht eine klassische Führungspersönlichkeit. So wie er jetzt dasteht, kann ich Vens Urteil bestätigen, dass er in der Rolle nix taugt.

-Ari früher und deutlicher charakterisieren


Yep!

Der Teil hat mir jetzt sehr gut gefallen. Gutes Tempo, keine unnötogen Abschweifungen, und sich langsam herauskristallisierende Konflikte.


Trotz allem? Wow, vielen Dank!


Das sieht vielleicht schlimm aus, wenn ich nach jedem dritten Satz ne Bemerkung mache, aber das sind halt Punkte, wo mir etwas einfällt. Manche Dinge kannst du leicht verändern, ne blöde Formulierung ändern oder streichen, bei anderen gibt es mehr zu tun, damit wir die Situation richtig verstehen. Aber prinzipiell ist es doch eine ganz gute Geschichte, die eben noch ein wenig Überarbeitung braucht.

So, nun zu neuen Ufern:


-----

„Schlaf jetzt.“, hörte er Mado sagen.


Warum nicht "sagte Mado"? "hörte er sagen" klingt irgendwie so distanziert. Außerdem passt es nicht ganz auf die Aktion, dass er aufsteht. Wäre da nicht "Wo willst du hin?" angebrachter? Oder wenigstens "Du solltest schlafen, wir haben morgen einen anstrengenden Tag", das kommt dann nicht ganz so als Befehl rüber. Vielleicht will Ven ja auch nur mal kurz am nächsten Baum austreten.

„Ich gehe weiter.“ Er wusste, wo sie die Katze zum letzten Mal gesehen hatten. Von da aus musste er nur ihren Spuren folgen. Irgendwer musste es ja zu Ende bringen. Doch plötzlich stand Mado vor ihm.


Steht der nicht auf? Ich finde "plötzlich" immer so plötzlich. Explosionen sollte man sparsam einsetzen.

„Du gehst doch nicht in der Nacht weiter, bist du verrückt?“
Ven gab ihm einen Stoß vor die Brust.


Hier hätte ich gerne noch eine Erklärung, warum er gleich handgreiflich wird. Ist er den Befehlston von Mado nicht gewohnt? Ein Cent für seine Gedanken!

Mado war so überrascht, dass er einige Schritte zurückstolperte.
„Was macht ihr?“, fragte Rena. Innerhalb von Sekunden war sie hellwach und stellte sich zwischen sie.


Das ist ein interessantes Verhalten, weil es andeutet, dass auch sie Mado nicht zutraut, die Angelegenheit allein zu regeln. Wenn sie ihn als Anführer akzeptiert, würde ich sie daneben stellen, nicht dazwischen.

„Ich gehe.“, erklärte ihr Ven. Eigentlich war es ihm egal, was sie sagen würde. Keiner von den beiden konnte ihn aufhalten.
„Mach doch.“
Er stockte. Dass sie das sagte, hatte er nicht erwartet.
Mado war wohl ähnlich überrumpelt wie Ven. „Rena – nein.“
„Was? Soll er doch gehen und sehen, was er davon hat.“
Recht hatte sie. Ven schluckte. „Eben.“
„Bruder.“
Mados Hand legte sich auf seine Schulter. Normalerweise hätte er sie weggeschlagen, doch diesmal war es anders. Der Griff war flehend. „Ich kann das nicht zulassen.“


Mado kommt mir in seinem Worten und Gesten sehr steif und unbeholfen vor. Ist das Absicht?

Ihm blieben die Worte weg. Wieso war es Mado nicht gleich? Wieso konnte er ihn nicht einfach gehen lassen?


Kann er sich wirklich so schlecht in andere hineinversetzen? Dass sein Bruder ein großer Bedenkenträger ist, sollte ihm doch bekannt sein. Vielleicht sollte er sich hier lieber über diese Eigenschaft lustig machen.

Hass mischte sich in seine Stimme. „Du hast mir nichts zu sagen.“
Er musste sich von niemandem beschützen lassen. Ohne nachzudenken riss er sich von Mado los. „Ich bringe das zu Ende, was wir angefangen haben!“, rief er. „Ich gebe nicht einfach auf.“
Sie tauschten Blicke. Spannung in der Luft. Ven war bereit für den Kampf.
„Lass ihn gehen.“, sagte Rena ruhig und bestimmt, „Es ist besser so.“
Stille. Mado bewegte sich keinen Zentimeter. Ven konnte seinen Atem hören.
„Willst du ihn wirklich hier haben? Bei Ari? Den ganzen Weg zurück? Kannst du das ertragen?“ Vens Blick sprang zu ihr. In ihren Augen lag eine Kälte, die er immer bewundert hatte. Sie sagte immer, was sie dachte. Nie hätte es gedacht, dass sie sich einmal gegen ihn wenden würde. Oder für ihn? Für ihn. Eigentlich müsste er ihr danken.


Vielleicht könnstest du die ganze Diskussion noch ein bisschen straffen. Ist mir noch zuviel Nein! Doch! Nein! Doch! Nein, ich bin nicht zu blöd zum diskutieren!

Langsam ließ Mado seine Schultern sinken. Ven konnte an ihm vorbeitreten. Er kannte die Richtung, er kannte den Weg.
„Ven.“
Mado ließ ihn einen Moment zögern.
„Du musst zu uns zurückkommen. Wenn du es erledigt hast, kommst du zu uns zurück.“

Na, was denn sonst?
Sollte das eine Frage sein? Natürlich würde er zurückkehren.

Siehste! Warum zweifelt Mado überhaupt daran?

Mit einem warmen Katzenfell um die Schultern. Ohne einen Blick zurück verschwand er durch die dichten Baumstämme in die Nacht.

Der Mond beleuchtete ihn auf seinem Weg. Die ganze Nacht hindurch folgte er den Spuren. Als der Morgen graute, stand er kurz vor seinem Ziel.


Woher weiß er das? Und wie folgt er den Spuren in der Nacht?

Müdigkeit und Hunger waren nebensächliche Bedürfnisse. Er beachtete nur einen Drang in sich, und das war die Rache.
Ven schritt also durch den Wald, durch die dichten Baumstämme, durch das Unterholz, das mit jedem Schritt knackte. Zu seinen Füßen waren die Spuren deutlich zu erkennen. Hin und wieder mischte sich ein dunkler Blutstropfen zwischen die großen Pfotenabdrücke. Sie hatten die Katze gut erwischt. Es konnte nicht mehr lange dauern. Sein Speer dürstete nach Blut.


Das ist eine sehr schöne Beschreibung seiner Tätigkeit und seines Antriebs, daher würde ich die zwei Sätze davor ("Die ganze Nacht hindurch...") einfach weglassen.

Er hatte nicht mehr darüber nachgedacht, was mit Mado und Rena vorgefallen war. Überhaupt, was war schon vorgefallen. Sie würden mit Ari umkehren und ihn zum Stamm bringen. Er würde sicherlich wieder gesund werden.


Denkt er jetzt nach oder tut er es nicht?

Ven beschleunigte sein Tempo, bis er fast joggte. Er konnte es kaum erwarten. Schweiß bildete sich auf seiner Stirn, doch er wischte ihn weg. Das neue Land war zugleich fremd und vertraut. Die Bäume und Pflanzen kannte er, doch die Geräusche…
War das eine Stimme? Er blieb stehen. Lauschend bewegte er den Kopf hin und her. Das musste er sich eingebildet haben.


Sind das jetzt Halluzinationen? Wenn ja, solltest du vielleicht auch schreiben, dass er inzwischen todmüde und erschöpft sein dürfte.

Weiter. Zweige strichen durch sein Gesicht. Die Pfotenabdrücke auf dem Boden führten ihn weiter bis zu einem Fluss, der munter plätscherte. Die Katze hatte angehalten, um etwas zu trinken. Er tat es ihr gleich.


Das klingt, als sitzt die Katze da und er setzt sich daneben. Vielleicht "die Spuren verrieten ihm, dass die Katze irgendwann hier angehalten hatte..."

Hinter dem Bach fand er keine weiteren Spuren. Oder jedenfalls nicht die der Katze. Der Schlamm war aufgewühlt, so als hätten hier viele Tiere den Fluss überquert. Ven verengte die Augen zu Schlitzen. Keine Tiere. Menschen? Nein, das war unmöglich.


Warum? Er kennt die Gegend nicht, vielleicht leben hier andere Stämme. Zumindest sollte er die Möglichkeit in Betracht ziehen.

Das musste der Weg der Geister sein, ihm zu sagen, dass er sich beeilen sollte. Die Spuren seiner Vorfahren.


Ähä. Sicher. Doch übernächtigt ...

Selbst sie waren schneller als er. Ein paar Meter weiter fand er die Pfotenabdrücke wieder. Nun bewegte er sich durch hüfthohe Sträucher, die Bäume wurden weniger. Vor ihm lag eine Landschaft aus Büschen und hohem, grün-braunem Gras. Bis zum Horizont sah er nichts anderes. Da! Eine Bewegung auf einem der Hügel. Für eine Sekunde sah Ven braunes Fell, dann war die Katze wieder verschwunden. Sein Herzschlag beschleunigte sich. Er war so nah dran, er durfte sie jetzt nicht vertreiben. Das hohe Gras verbarg ihn ebenso gut wie die Bestie. Mit langen Schritten


Wenn das Gras hüfthoch ist und er sich darin verbergen will, muss er sich irgendwie ducken, also nix mit langen Schritten. Und Raubkatzen verlassen sich nicht nur auf ihre Augen. Aber vielleicht weiß er das ja nicht...

näherte er sich der Stelle, an der er sie gesehen hatte. Kein Laut, kein Zucken durfte an ihm vorbeigehen.


versteh ich nicht, meinst du "durfte ihm entgehen"?

Wenn er nicht aufpasste, würde er selbst zur Beute werden.


Die Katze ist schwer verwundet, und trotzdem die ganze Nacht gelaufen. Die dürfte ebenso erschöpft sein wie er. Das heißt nicht, dass sie sich nicht wehren wird, wenn er sie angreift, aber aktiv nach einem Kampf suchen wird sie vermutlich auch nicht. Falls sie sich nicht sowieso irgendwohin zurückgezogen hat, um ihre Wunden zu lecken, und das hier ist ein anderes Tier.


hey, bald geschafft! :)
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Re: Der einsame Jäger (AT) (3/4)

Beitragvon HannahBoll » 30.07.2015, 16:20

Ich muss trotz der ausführlichen Kritik einmal dazwischen gehen, lieber Herr (oder Frau?) Arkh xD

Ein verwundetes Tier kann durchaus aggressiver sein, als wenn es sich in einem gesunden Zustand befände. Die Angst vor einem Angriff wäre also durchaus berechtigt, wenn Ven also die Katze zu spät bemerkt, weil sie näher als vermutet ist.

Gesunde, jagende Tiere (in Rudel oder alleine) sehen den Menschen in der Regel nicht als Beute an, weil sie sehr wohl von der Gefahr wissen, die von ihm aus geht. In diesem Fall ziehen sie sich zurück, warten ab und laufen bei Bedarf weg. Ein Angriff kommt in solchen Fällen nur infrage, wenn sie sich durch den Menschen bedroht fühlen. (Er ist zu nahe beim Nest, Lager etc. So als würde irgendein komischer vor deiner Haustüre rum tanzen. Er ist zu nahe bei den Jungen oder beim Futter.) Natürlich gibt es auch mal mies gelaunte Tiere, die einen eher angreifen. Die Paarungszeit ist auch noch gefährlich und männliche (Jung)Tiere sind angriffslustiger.
Ein verletztes Tier fühlt sich aber eher bedroht als ein gesundes Tier, denn durch die Verletzungen kann es womöglich langsamer fliehen und stürtzt sich nach dem Motto "Angriff ist die beste Verteidigung" eher in den Kampf, weil es weiß, dass es weniger Chancen bei der Flucht hat. Zudem weiß es ja, dass der Mensch nicht einfach so vorbei läuft und das Tier selbst fürchtet. Es weiß, dass der Mensch da ist, um das Tier zu töten, darum wird das Tier versuchen, zuerst den Menschen zu töten.
Das wiederum weiß der gute Jäger :mrgreen:

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Re: Der einsame Jäger (AT) (3/4)

Beitragvon after eight » 30.07.2015, 20:16

Lieber Ankh,

Eigentlich sind es Cyberpunk- Medizinschundromane :P


Verzeihung :XD:
Hört sich aber interessant an!

Es hängt sicher davon ab, wie du ihn darstellen willst. Aber es ist natürlich ein Unterschied, ob er ein hitzköpfiger, etwas unsensibler Kerl sein soll, der vor lauter Katze seine Prioritäten verschiebt, oder ein Psychopath, dem das Leben seiner Stammengefährten nicht nur am A**** vorbeigeht, sondern auch aktiv wünscht, Ari möge für seinen Fehler büßen.


Mein jetziger Plan ist es, ihn abzuschwächen. Er kann ja immer noch ein Arsch sein, aber nicht so sehr, dass es nicht mehr nachzuvollziehen ist, warum sich irgendjemand mit ihm abgeben sollte.

Wenn er wirklich so denkt, dann sollte ihm auch klar sein, dass eine solche Einstellung bei den anderen im Stamm nicht gut ankommt, und er vermeidet vermutlich meistens, sie allzu offen zu zeigen.


Außer sein Verhalten und dieses "Recht des Stärkeren"-Getue sind in seinem Stamm die Norm. Momentan weiß ich noch nicht, wie ich es drehe, aber in die Richtung wird es gehen.

Ich hab mit Ari geredet. Der hat sich so präventiv entschuldigt, da wollte ich ihn beruhigen :wink:


Oh, okay. Dann lass ich euch zwei mal alleine :shock:

:XD:

Das wäre selbstverständlich eine Lösung :XD:
Nein wirklich, ich habe ein ganz gutes Kopfkino bei der Geschichte, trotz der spärlichen Beschreibung (sieht man mal, wie wenig es braucht, da kann ich noch viel von dir lernen :roll: ), aber irgendwann stimmt mein Kopfkino halt nicht mehr mit deinem überein. Genauso wie bei der Kampfszene, da hast du ja auch gemerkt, dass jeder Kommentator was anderes "gesehen" hat. In solchen Situationen musst du deutlicher werden.


Okay.

Er ist definitiv die Figur, mit der ich am wenigsten anzufangen weiß. Wenn er sich schon zurückhält und nicht durchsetzt, dann gib ihm einen Grund dafür. Dass das einfach sein Charakter ist, stimmt irgendwie nicht mit der Information überein, dass er der Anführer eines Stammes ist. Das kann durchaus irgendwie zusammengehen, nur solltest du dann vielleicht zeigen, was er für andere Qualitäten hat, wenn schon nicht eine klassische Führungspersönlichkeit. So wie er jetzt dasteht, kann ich Vens Urteil bestätigen, dass er in der Rolle nix taugt.


Ich will jetzt hier nicht rumlabern, weil man diese Sache als Leser absolut nicht wissen kann, aber Mado ist nicht der Anführer, sondern der erstgeborene Sohn des Anführers und damit der nächste in der Folge. Ven ist halt der Meinung, dass er inkompetent ist und das absolut nicht verdient hat.
Jedenfalls mache ich mir momentan Gedanken um Mado und überlege, ob ich ihm den "Gegner des Systems weil Y" - Hintergrund gebe, sprich er will gar nicht Anführer werden. Inwieweit das in der Überarbeitung vorkommt wird sich zeigen, das nur so, damit sein Charakter vielleicht stimmiger wird.

„Schlaf jetzt.“, hörte er Mado sagen.

Warum nicht "sagte Mado"? "hörte er sagen" klingt irgendwie so distanziert. Außerdem passt es nicht ganz auf die Aktion, dass er aufsteht. Wäre da nicht "Wo willst du hin?" angebrachter? Oder wenigstens "Du solltest schlafen, wir haben morgen einen anstrengenden Tag", das kommt dann nicht ganz so als Befehl rüber. Vielleicht will Ven ja auch nur mal kurz am nächsten Baum austreten.


Stimmt.

„Ich gehe weiter.“ Er wusste, wo sie die Katze zum letzten Mal gesehen hatten. Von da aus musste er nur ihren Spuren folgen. Irgendwer musste es ja zu Ende bringen. Doch plötzlich stand Mado vor ihm.

Steht der nicht auf? Ich finde "plötzlich" immer so plötzlich. Explosionen sollte man sparsam einsetzen.


*explodiert*

Mado war so überrascht, dass er einige Schritte zurückstolperte.
„Was macht ihr?“, fragte Rena. Innerhalb von Sekunden war sie hellwach und stellte sich zwischen sie.

Das ist ein interessantes Verhalten, weil es andeutet, dass auch sie Mado nicht zutraut, die Angelegenheit allein zu regeln. Wenn sie ihn als Anführer akzeptiert, würde ich sie daneben stellen, nicht dazwischen.


Huch, das ist gut interpretiert. War (glaube ich?) nicht beabsichtigt :dasheye:

„Ich gehe.“, erklärte ihr Ven. Eigentlich war es ihm egal, was sie sagen würde. Keiner von den beiden konnte ihn aufhalten.
„Mach doch.“
Er stockte. Dass sie das sagte, hatte er nicht erwartet.
Mado war wohl ähnlich überrumpelt wie Ven. „Rena – nein.“
„Was? Soll er doch gehen und sehen, was er davon hat.“
Recht hatte sie. Ven schluckte. „Eben.“
„Bruder.“
Mados Hand legte sich auf seine Schulter. Normalerweise hätte er sie weggeschlagen, doch diesmal war es anders. Der Griff war flehend. „Ich kann das nicht zulassen.“

Mado kommt mir in seinem Worten und Gesten sehr steif und unbeholfen vor. Ist das Absicht?


Ja :oops:

Ihm blieben die Worte weg. Wieso war es Mado nicht gleich? Wieso konnte er ihn nicht einfach gehen lassen?

Kann er sich wirklich so schlecht in andere hineinversetzen? Dass sein Bruder ein großer Bedenkenträger ist, sollte ihm doch bekannt sein. Vielleicht sollte er sich hier lieber über diese Eigenschaft lustig machen.


Ich dachte insgeheim weiß er schon ein bisschen, dass er allen auf den Zeiger geht und fragt sich, warum Mado ihn nicht loswerden will.

Hass mischte sich in seine Stimme. „Du hast mir nichts zu sagen.“
Er musste sich von niemandem beschützen lassen. Ohne nachzudenken riss er sich von Mado los. „Ich bringe das zu Ende, was wir angefangen haben!“, rief er. „Ich gebe nicht einfach auf.“
Sie tauschten Blicke. Spannung in der Luft. Ven war bereit für den Kampf.
„Lass ihn gehen.“, sagte Rena ruhig und bestimmt, „Es ist besser so.“
Stille. Mado bewegte sich keinen Zentimeter. Ven konnte seinen Atem hören.
„Willst du ihn wirklich hier haben? Bei Ari? Den ganzen Weg zurück? Kannst du das ertragen?“ Vens Blick sprang zu ihr. In ihren Augen lag eine Kälte, die er immer bewundert hatte. Sie sagte immer, was sie dachte. Nie hätte es gedacht, dass sie sich einmal gegen ihn wenden würde. Oder für ihn? Für ihn. Eigentlich müsste er ihr danken.

Vielleicht könnstest du die ganze Diskussion noch ein bisschen straffen. Ist mir noch zuviel Nein! Doch! Nein! Doch! Nein, ich bin nicht zu blöd zum diskutieren!


Wird gemacht.

Langsam ließ Mado seine Schultern sinken. Ven konnte an ihm vorbeitreten. Er kannte die Richtung, er kannte den Weg.
„Ven.“
Mado ließ ihn einen Moment zögern.
„Du musst zu uns zurückkommen. Wenn du es erledigt hast, kommst du zu uns zurück.“

Na, was denn sonst?


"Du musst zu uns zurückkommen. Wenn du es erledigt hast, kommst du zu uns zurück. Bring dich bitte nicht um. Schaffst du das? Okay." :mrgreen:

Mit einem warmen Katzenfell um die Schultern. Ohne einen Blick zurück verschwand er durch die dichten Baumstämme in die Nacht.
Der Mond beleuchtete ihn auf seinem Weg. Die ganze Nacht hindurch folgte er den Spuren. Als der Morgen graute, stand er kurz vor seinem Ziel.

Woher weiß er das? Und wie folgt er den Spuren in der Nacht?


Zwei Worte: Nacht Sicht. :wink:
Nein, fehlende Logik. Ich habe den Mond ja erwähnt, aber mittlerweise bezweifle ich, dass das genug Licht wäre.

Er hatte nicht mehr darüber nachgedacht, was mit Mado und Rena vorgefallen war. Überhaupt, was war schon vorgefallen. Sie würden mit Ari umkehren und ihn zum Stamm bringen. Er würde sicherlich wieder gesund werden.

Denkt er jetzt nach oder tut er es nicht?


Die Experten sind sich da nicht einig.

Weiter. Zweige strichen durch sein Gesicht. Die Pfotenabdrücke auf dem Boden führten ihn weiter bis zu einem Fluss, der munter plätscherte. Die Katze hatte angehalten, um etwas zu trinken. Er tat es ihr gleich.

Das klingt, als sitzt die Katze da und er setzt sich daneben.


"Wenn wir schon mal hier sind, willst du ein Bierchen?"

Vielleicht "die Spuren verrieten ihm, dass die Katze irgendwann hier angehalten hatte..."


Ist wohl besser.

Hinter dem Bach fand er keine weiteren Spuren. Oder jedenfalls nicht die der Katze. Der Schlamm war aufgewühlt, so als hätten hier viele Tiere den Fluss überquert. Ven verengte die Augen zu Schlitzen. Keine Tiere. Menschen? Nein, das war unmöglich.

Warum? Er kennt die Gegend nicht, vielleicht leben hier andere Stämme. Zumindest sollte er die Möglichkeit in Betracht ziehen.


Hat er ja :D

Das musste der Weg der Geister sein, ihm zu sagen, dass er sich beeilen sollte. Die Spuren seiner Vorfahren.

Ähä. Sicher. Doch übernächtigt ...


Religiöse Hintergründe kann man auch subtiler einflechten...

Selbst sie waren schneller als er. Ein paar Meter weiter fand er die Pfotenabdrücke wieder. Nun bewegte er sich durch hüfthohe Sträucher, die Bäume wurden weniger. Vor ihm lag eine Landschaft aus Büschen und hohem, grün-braunem Gras. Bis zum Horizont sah er nichts anderes. Da! Eine Bewegung auf einem der Hügel. Für eine Sekunde sah Ven braunes Fell, dann war die Katze wieder verschwunden. Sein Herzschlag beschleunigte sich. Er war so nah dran, er durfte sie jetzt nicht vertreiben. Das hohe Gras verbarg ihn ebenso gut wie die Bestie. Mit langen Schritten

Wenn das Gras hüfthoch ist und er sich darin verbergen will, muss er sich irgendwie ducken, also nix mit langen Schritten. Und Raubkatzen verlassen sich nicht nur auf ihre Augen. Aber vielleicht weiß er das ja nicht...


Ja.

näherte er sich der Stelle, an der er sie gesehen hatte. Kein Laut, kein Zucken durfte an ihm vorbeigehen.

versteh ich nicht, meinst du "durfte ihm entgehen"?


Ist von der Bedeutung das selbe, "an ihm vorbeigehen" geht aber in meiner Sicht auch.

Die Katze ist schwer verwundet, und trotzdem die ganze Nacht gelaufen. Die dürfte ebenso erschöpft sein wie er. Das heißt nicht, dass sie sich nicht wehren wird, wenn er sie angreift, aber aktiv nach einem Kampf suchen wird sie vermutlich auch nicht. Falls sie sich nicht sowieso irgendwohin zurückgezogen hat, um ihre Wunden zu lecken, und das hier ist ein anderes Tier.


Letzteres wüsste man, hätte ich das Tier irgendwann mal beschrieben!

hey, bald geschafft! :)


Ich schaffe es noch, Dich zu vertreiben!
Nein, vielen Dank für Deine Rückmeldungen, ich weiß das echt zu schätzen!

LG
after eight

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Liebe Hannah,

vielen Dank für den Einblick in das Verhalten von Raubkatzen. Woher weißt Du das nur?

Herzliche Grüße
after eight
Wenn du den Frieden wahren willst, wahre die Gerechtigkeit.
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