[Fanty]Der einsame Jäger (in Überarbeitung) (4/4)

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[Fanty]Der einsame Jäger (in Überarbeitung) (4/4)

Beitragvon after eight » 30.07.2015, 10:05

Part 3: Vorheriger

Version 1: (Zum Lesen bitte scrollen)
Die Sonne legte einen Schimmer auf das Fell der Katze. Ven dachte, er würde sie überraschen, doch sie sah ihn an. Alle Geräusche verstummten. Es gab nur sie beide. Jäger und Gejagten. Ven hob seinen Speer einmal hoch in den Himmel, wie als Gruß. Dann schoss die Bestie auf ihn zu und er vergaß jeden Gedanken, der nichts mit seinem Überleben zu tun hatte.
Der Sprung der Katze galt seinem Hals, doch er warf sich zur Seite und rollte durch die Gräser. Das Brüllen zerriss sein Trommelfell. Im nächsten Moment spürte er sie auf sich, das Gewicht, das ihn zu zerquetschen drohte. Den Speer hochzureißen kostete ihn so viel Kraft, dass er schrie. Die Spitze versank im Fell des Monsters. Krallen fuhren über seine Brust. Schmerzen. Er bäumte sich auf, rammte den Speer weiter in das Fleisch. Heißer Atem traf seine Kehle und eine Panik packte ihn, die er nie vorher gespürt hatte. Er ließ seinen Speer los. Seine Hände drückten gegen ihre Nase, fuhren über das Fell. Fanden etwas, das nachgab. Er rammte seine Daumen in ihre Augen, so fest, dass sie aufheulte. Mit aller Kraft stemmte er sich nun gegen sie, zwang sie zum zurück weichen. Doch sie war noch da. Sein Speer steckte in ihr. Er wollte den Schaft packen, doch die Krallen der Katze schlitzten seinen Arm auf. Ven sah Blut und für einen Moment verdunkelte sich sein Blickfeld. Das war viel Blut. Sein anderer Arm entging einem weiteren Prankenhieb und erreichte den Speer. Als er daran zog, strömte Blut aus dem Bauch der Katze. Er zog weiter. Selbst als die Bestie sein Bein erwischte, ließ er nicht los. Heiße Klingen zogen durch sein Fleisch. Mit einem Schrei und einem roten Schwall befreite er seinen Speer, stach erneut zu. Diesmal ging ein Ruck durch den Körper der Katze. Stille. Sie schauderte und wich von ihm zurück.
Ven konnte für einen Moment nur ihrer beider Atem hören. Er wagte keine Bewegung. Dann hörte er, wie sie stöhnend zusammenbrach.
Er hatte es geschafft. Er hatte ihr Herz durchbohrt.
Langsam verschwand der Herzschlag aus seinem Kopf und er spürte, wie die Schmerzen kamen. Es war, als würde die Katze noch an seinem Bein hängen, noch seinen Arm zerfetzen. Im Angesicht des Sieges waren seine Verletzungen nebensächlich, sagte er sich. Doch es half nicht.
Er musste auf die Beine kommen und auskosten, was er getan hatte. Der Stamm, seine Familie, würde so stolz auf ihn sein. Ja, auf die Beine kommen. Stöhnend kämpfte er sich hoch, auf die Knie. Sein Blick fiel auf die Katze, einen Hügel aus Fell, dort, wo sie verendet war. Er hatte sie getötet und jetzt war sie ein Kadaver, den bald die Würmer fressen würden. Seinen Augen fielen auf den roten Boden. Ein Fuß auf die Erde gestemmt wollte er aufzustehen, doch seine Sicht flackerte. Ein weiteres Mal versuchte er es, doch sein Bein gab nach und er sackte zurück.
Er konnte nicht aufstehen. Er konnte nicht! Das Gefühl zerriss seinen Magen und er vergrub die Fingernägel im Dreck. Blut sickerte aus seinem Arm.
Hilfe. Jemand musste ihm helfen.
Doch er war vollkommen allein. Mado hätte ihm geholfen, wäre er hier gewesen. Aber er und Rena waren auf dem Weg zurück zum Stamm, sie hatten ihn verlassen. Nein, er hatte sie verlassen. Das hier war seine Schuld. Die Gewissheit machte sich in ihm breit. Seine Schuld.
Ein Rascheln schreckte ihn auf. Ven hob die Augen vom Boden und wusste, dass er dem Tod geweiht war. Er konnte sich selbst nicht beschützen und es gab niemanden, der es für ihn tun würde. Dort, wo er hergekommen war, bewegte sich etwas zwischen den Bäumen. Gestalten schälten sich aus dem Dickicht.




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Re: Der einsame Jäger (AT) (4/4)

Beitragvon HannahBoll » 30.07.2015, 10:57

Hallo,

Ich habe gestern schon Kommentare zu deinem ersten und zweiten Teil verfasst. Keine Ahnung, ob die was gebracht haben.

Abschließend kann ich nur sagen, dass ich es irgendwie sehr schade finde, dass das Nachstellen so dürftig beschrieben wurde. Ven ging einfach - und fand die Katze. Das ist nicht nachvollziehbar. Es ist schöner mit Worten einen Weg zu schaffen, als bloß zu sagen, dass da ein Weg war. Man soll das Gefühl bekommen, dass die Katze schon noch versuchen wollte, sich weit weg zu schleppen, denn sie hängt ja auch an ihrem Leben. Generell vermisse ich die Beschreibungen der Katze in allen Teilen sehr. Ich weiß bis jetzt nicht, wie ich sie mir vorstellen soll :geek: Auch der Kampf ist so ähnlich. Ven stach in die Katze rein ... Sie ist kein Sack mit Getreide drin, wo man rein sticht und dann zieht man die Waffe wieder raus und der Inhalt kommt dann raus und das macht man dann halt öfters. Ich hätte mir auch gewunschen, dass die Verletzungen der Katze beschrieben werden. Wie sich das Tier unter dem Hieb krümmt, wie es sich zurück zieht, aber dann doch wieder aufrichtet, um sich zu rächen. Wie es auf Ven zu rast und völlig ignoriert, dass sein rechtes Hinterbein lahmt etc ... Auch hättest du die Zeit, während alle vier Jäger alleine waren, weil Ari verletzt war, nutzen können, um in deine Protagonisten mehr Tiefe zu bringen bzw. deren Beziehungen zueinander weiter zu definieren.
Übrigens kann ich Vens Reaktion am Ende nicht nachvollziehen. Plötzlich liegt er da und dreht in seinen Gedanken um, jetzt merkt er, dass alles seine Schuld war usw und - stirbt höchstwahrscheinlich. Das ist nicht nachvollziehbar, wenn er vorher doch so festgefahren und rücksichtslos war. Auch kann man seine Gefühle nicht nachvollziehen, weil es doch ein bisschen dürftig beschrieben ist. Ich hätte mir mehr Details gewünscht. Einfach das beschrieben wird, wie er da so liegt und wie ihm dann so anders wird, wie ihn der Schmerz zum Nachdenken treibt, wie er zuerst Flüche zum Himmel brüllt, dass seine Leute nach ihm suchen sollen. Später dann als diese Gestalten kommen, wäre es ruhig angebracht gewesen, seiner Angst richtig Raum zu geben, denn er kann ja irgendwann seine Fassade fallen lassen. Ich hätte auch nichts dagegen gehabt, dass es mit einem bitteren Geschmack im Mund endet. Soll heißen, dass er seine Schuld bzw. seine Fehler nicht einsieht, sondern so stirbt, wie er gelebt hat. Vielleicht war er auch so verbohrt auf die Jagd gewesen, dass er seinem Ende mit dem Gedanken entgegen sieht, kein Verlierer zu sein, sondern es geschafft zu haben. Dann wiederum kann er sein Schicksal verfluchen, dass sein Stamm davon nie erfahren würde. Das hätte für mich eher gepasst als Schluss.

Ich kenne sowas Ähnliches von meinen früheren Versuchen zu schreiben und hab dann später darauf geachtet, als mir mein Fehler klar wurde. Man selbst als Autor weiß ja, was passiert. Man sieht das Bild vor sich, man hört das Fauchen und kreischen der Katze förmlich, dass so voll Hass steckt, dass Blut und Speichel den umliegenden Boden bedecken. Der Leser weiß es aber nicht und der Autor muss seine Eindrücke so beschreiben können, dass der Leser eben auch diese Bilder sieht. Ich weiß nicht, ob es nur meine Theorie ist oder andere das auch so sehen (ich bin da nicht so bewandert und kann nur aus eigener Erfahrung sprechen):
Bild, Situation, Stimmung, Szene } alles im eigenen Kopf --> muss in Worte gefasst werden und die eigene Vorstellung wieder geben --> Leser soll das Bild, die Situation, die Stimmung bzw die Szene vor Augen haben.
Dabei muss es nicht eins zu eins sein und du musst nicht jedes angefressene Farnwedel beschreiben, dass um Vens Waden kitzelt, denn das Schöne am Lesen ist ja, dass man den Freiraum hat, sich selbst etwas vorzustellen und seine eigene Fantasie zu haben. Dennoch nimmt ein Text einen Leser bei der Hand und führt ihn durch die Welt. Dabei soll der Autor ihm die Welt auch zeigen und ihm nicht alles offen lassen. Wie sieht denn die Katze aus? Wie sehen denn die vier Menschen aus? Spielt diese Geschichte in einem Wald, der ähnlich der Taiga ist, einem Laub- oder Mischwald, den wir aus unseren Breiten kennen, sind sie in den Tropen Zuhause oder handelt es gar in trockenen Landstrichen mit dornigen und struppigen, gedrungenen Bäumen? Für mich wird das kaum klar. Auch die Stimmung ist nicht ersichtlich. Wenn es mich nicht täuscht, ist es Abend (laut der Aussage einer Figur), aber ich als Leser fühle das nicht. Wie fällt die Sonne herein, welche Rolle spielt das Wetter?
Mir scheint, dir fehlt noch viel an der Atmosphäre und der Stimmung. Probier dich ruhig an Situationen im Wald. Ein Recherchetipp von mir: Mache einmal einen langen, sinnlichen Spaziergang durch die Wälder, setze dich einmal hin und höre einfach, was es da an Getier gibt, wie sich der Wind in den Baumkronen anhört, rieche was es da zu riechen gibt und schaue, wie viele verschiedene Pflanzen du findest. Dein Wald ist im Gegenzug irgendwie leer bis auf die Katze.

Zum Schluss kann ich dir noch den Tipp geben, dass du deine Geschichten nach dem Schreiben einmal eine Woche weg legst und gar nicht mehr daran denkst, dann nimmst du sie wieder zur Hand und liest. So kannst du eher herausfinden, was noch fehlt und was zu verbessern ist, denn dann siehst du es aus einer größeren Distanz als kurz nach dem Schreiben.

PS:

" Ven hob seinen Speer einmal hoch in den Himmel, wie als Gruß."
Heißt es nicht besser "wie zum Gruß"?
Und ich bin mir nicht sicher, ob da überhaupt ein Komma hingehört :girl:

Naja, schöne Grüße und hoffe, ich konnte helfen :dasheye:
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Re: Der einsame Jäger (AT) (4/4)

Beitragvon after eight » 30.07.2015, 11:34

Hallo noch mal!

Abschließend kann ich nur sagen, dass ich es irgendwie sehr schade finde, dass das Nachstellen so dürftig beschrieben wurde. Ven ging einfach - und fand die Katze. Das ist nicht nachvollziehbar.


Generell vermisse ich die Beschreibungen der Katze in allen Teilen sehr.


Übrigens kann ich Vens Reaktion am Ende nicht nachvollziehen. Plötzlich liegt er da und dreht in seinen Gedanken um, jetzt merkt er, dass alles seine Schuld war usw und - stirbt höchstwahrscheinlich. Das ist nicht nachvollziehbar, wenn er vorher doch so festgefahren und rücksichtslos war. Auch kann man seine Gefühle nicht nachvollziehen, weil es doch ein bisschen dürftig beschrieben ist. Ich hätte mir mehr Details gewünscht. Einfach das beschrieben wird, wie er da so liegt und wie ihm dann so anders wird, wie ihn der Schmerz zum Nachdenken treibt, wie er zuerst Flüche zum Himmel brüllt, dass seine Leute nach ihm suchen sollen. Später dann als diese Gestalten kommen, wäre es ruhig angebracht gewesen, seiner Angst richtig Raum zu geben, denn er kann ja irgendwann seine Fassade fallen lassen. Ich hätte auch nichts dagegen gehabt, dass es mit einem bitteren Geschmack im Mund endet. Soll heißen, dass er seine Schuld bzw. seine Fehler nicht einsieht, sondern so stirbt, wie er gelebt hat. Vielleicht war er auch so verbohrt auf die Jagd gewesen, dass er seinem Ende mit dem Gedanken entgegen sieht, kein Verlierer zu sein, sondern es geschafft zu haben. Dann wiederum kann er sein Schicksal verfluchen, dass sein Stamm davon nie erfahren würde. Das hätte für mich eher gepasst als Schluss.


Dreimal ja. Natürlich schade, dass Dir die Geschichte nicht gefällt. Aber damit muss ich leben. Vielleicht schaust Du noch mal vorbei, wenn ich die überarbeitete Version reingestellt habe? Möglicherweise gefällt Dir die ja besser.

Ein Recherchetipp von mir: Mache einmal einen langen, sinnlichen Spaziergang durch die Wälder, setze dich einmal hin und höre einfach, was es da an Getier gibt, wie sich der Wind in den Baumkronen anhört, rieche was es da zu riechen gibt und schaue, wie viele verschiedene Pflanzen du findest. Dein Wald ist im Gegenzug irgendwie leer bis auf die Katze.


Aye aye!

" Ven hob seinen Speer einmal hoch in den Himmel, wie als Gruß."
Heißt es nicht besser "wie zum Gruß"?
Und ich bin mir nicht sicher, ob da überhaupt ein Komma hingehört :girl:


Du hast Recht, ich finde den Satz aber sowieso blöd :roll:

Liebe Grüße
after eight
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Re: Der einsame Jäger (AT) (4/4)

Beitragvon Ankh » 30.07.2015, 17:01

Endspurt! :weightlifting:

Die Sonne legte einen Schimmer auf das Fell der Katze. Ven dachte, er würde sie überraschen, doch sie sah ihn an.

Hier fehlt mir ein Übergang. Eben noch war er im hohen Gras verborgen und die Katze irgendwo weiter vorne auch. Jetzt stehen sie sich gegenüber. Lass ihn wenigstens ein Grasbüschel beiseite schieben oder einen Busch umrunden oder so.

Alle Geräusche verstummten. Es gab nur sie beide. Jäger und Gejagten. Ven hob seinen Speer einmal hoch in den Himmel, wie als Gruß.

:shock: Trottel.

Dann schoss die Bestie auf ihn zu und er vergaß jeden Gedanken, der nichts mit seinem Überleben zu tun hatte.


Das ist an sich gut, aber seltsam formuliert, als denkt er, dass er an nichts anderes denkt. "Seine Gedanken fokussierten sich nur noch aufs Überleben" oder so wäre dynamischer.

Der Sprung der Katze galt seinem Hals, doch er warf sich zur Seite und rollte durch die Gräser das Gras. Das Brüllen zerriss sein Trommelfell.

Wird er wirklich davon taub, oder fehlt da ein "fast"? Die Frage wäre hier auch, ob ein Mann, der mit einem Speer jagt, so viel Ahnung von Anatomie hat, dass er weiß, was ein Trommelfell ist. "Das Brüllen ließ ihm die Ohren zufallen" dürfte aus seiner Sicht die realistischere Beschreibung sein.
Im nächsten Moment spürte er sie auf sich, das Gewicht, das ihn zu zerquetschen drohte. Den Speer hochzureißen kostete ihn so viel Kraft, dass er schrie.

Das fällt mir schwer, mir vorzustellen. Sie sitzt auf ihm, er kriegt sowieso kaum Luft, und braucht alle Kraft für den Speer. Wo nimmt er den Atem für den Schrei her?
Die Spitze versank im Fell des Monsters. Krallen fuhren über seine Brust. Schmerzen.

Ich mag deine Fragmentsätze, aber das "Schmerzen" kommt so allein ein wenig unmotiviert daher.
Er bäumte sich auf, rammte den Speer weiter in das Fleisch. Heißer Atem traf seine Kehle und eine Panik packte ihn, die er nie vorher gespürt hatte. Er ließ seinen Speer los. Seine Hände drückten gegen ihre Nase, fuhren über das Fell. Fanden etwas, das nachgab.

Das dauert, wenn du es so beschreibst, dass er da herumtastet, sehr lange. In der Zeit hätte sie sicher nach seinen Fingern geschnappt.
Er rammte seine Daumen in ihre Augen, so fest, dass sie die Katze aufheulte. Mit aller Kraft stemmte er sich nun gegen sie, zwang sie zum zurück weichen Zurückweichen. Doch sie war noch da.

Wo soll sie denn auch plötzlich sonst sein? Eben war sie noch am Ende seiner Daumen.
Sein Speer steckte in ihr. Er wollte den Schaft packen, doch die Krallen der Katze schlitzten seinen Arm auf. Ven sah Blut(Komma) und für einen Moment verdunkelte sich sein Blickfeld. Das war viel Blut.

Okay, er hatte schon im zweiten Teil ein Problem damit, Blut zu sehen, aber hier ist er bis an die Nüstern voll mit Adrenalin. Ich würde mal davon ausgehen, dass er es gar nicht richtig wahrnimmt, bis der Kampf vorbei ist.
Sein anderer Arm entging einem weiteren Prankenhieb und erreichte den Speer. Als er daran zog, strömte Blut aus dem Bauch der Katze. Er zog weiter. Selbst als die Bestie sein Bein erwischte, ließ er nicht los.

Wie erwischt sie ihn denn? Verbeißt sie sich in ihn? Oder ein weiterer Prankenhieb?
Heiße Klingen zogen durch sein Fleisch. Mit einem Schrei und einem roten Schwall befreite er seinen Speer, stach erneut zu. Diesmal ging ein Ruck durch den Körper der Katze. Stille. Sie schauderte und wich von ihm zurück.

Das sieht dramatisch aus, aber ich denke, sie würde kämpfen bis zum Tod. Wenn sie noch Kraft hat zurückzuweichen, dann hat sie auch Kraft nochmal zuzubeißen.
Ven konnte für einen Moment nur ihrer beider Atem hören. Er wagte keine Bewegung. Dann hörte er, wie sie stöhnend zusammenbrach.

Wieso hört er das, und sieht es nicht? Und stöhnen Katzen wirklich?
Er hatte es geschafft. Er hatte ihr Herz durchbohrt.
Langsam verschwand der Herzschlag aus seinem Kopf

Wie lange liegt er da? "Langsam" impliziert ziemlich lange.
und er spürte, wie die Schmerzen kamen. Es war, als würde die Katze noch an seinem Bein hängen, noch seinen Arm zerfetzen. Im Angesicht des Sieges waren seine Verletzungen nebensächlich, sagte er sich. Doch es half nicht.

Der ist ja ein Herzchen.
Er musste auf die Beine kommen und auskosten, was er getan hatte.

Ich habe den Eindruck, dass er noch nie im Leben irgendwie verletzt war. Er hat ja immerhin schon realisiert, dass sein Arm zerfetzt ist, da sollte er wissen, dass das nicht in Ordnung ist. Wenn das Adrenalin so weit nachlässt, dass ihm Schmerzen bewusst werden, dann dürften die auch so stark sein, dass er keine Gedanken mehr an Stamm und Katze verschwendet. Wenn du allerdings willst, dass er noch immer so im Kampfrausch ist, dann lass die Beschreibung seiner Schmerzen und Verletzungen weg, und konzentriere dich nur auf seine berauschten Gedanken:
Der Stamm, seine Familie, würde so stolz auf ihn sein. Ja, auf die Beine kommen. Stöhnend kämpfte er sich hoch, auf die Knie. Sein Blick fiel auf die Katze, einen Hügel aus Fell, dort, wo sie verendet war. Er hatte sie getötet und jetzt war sie ein Kadaver, den bald die Würmer fressen würden. Seinen Augen fielen auf den roten Boden. Ein Fuß auf die Erde gestemmt wollte er aufzustehen, doch seine Sicht flackerte. Ein weiteres Mal versuchte er es, doch sein Bein gab nach und er sackte zurück.

Hier schreibst du sehr schön, wie er seine Verletzungen ignoriert, bis sein Körper ihm den Dienst versagt. Lass ihn das auch vorher tun.
Die Würmer sollen sie fressen? Wollte er nicht das Fell haben? :wink:

Er konnte nicht aufstehen. Er konnte nicht! Das Gefühl zerriss seinen Magen und er vergrub die Fingernägel im Dreck. Blut sickerte aus seinem Arm.

Mach das drastischer. "Blut rann ihm den Arm herunter und versickerte zwischen seinen Fingern in der Erde." Der Junge muss kapieren, dass das nicht nur ein Kratzer ist.

Hilfe. Jemand musste ihm helfen.
Doch er war vollkommen allein. Mado hätte ihm geholfen, wäre er hier gewesen. Aber er und Rena waren auf dem Weg zurück zum Stamm, sie hatten ihn verlassen. Nein, er hatte sie verlassen. Das hier war seine Schuld. Die Gewissheit machte sich in ihm breit. Seine Schuld.


Okay, irgendwie ist es logisch, das es darauf hinauslief, aber hier wirkt mir die Moral doch etwas zu plump. Und seine Gedanken für seinen Zustand zu wohlformuliert. Ein gestammeltes "Mado... Rena..." bringt das genausogut rüber, weil wir ja selber wissen, dass sie nicht da sind, und dass seine Idee blöde war.

Ein Rascheln schreckte ihn auf. Ven hob die Augen vom Boden und wusste, dass er dem Tod geweiht war.

Warum? Noch eine Katze? Eben hoffte er noch auf Hilfe. Selbst wenn er nicht mit seiner Gruppe rechnet, da waren Fußspuren am Bach, von daher hat er eine Chance dass ihn irgendjemand findet. Think positive!

Er konnte sich selbst nicht beschützen und es gab niemanden, der es für ihn tun würde. Dort, wo er hergekommen war, bewegte sich etwas zwischen den Bäumen. Gestalten schälten sich aus dem Dickicht.


Für mich liegt er blutend irgendwo im hüfthohen Gras, ich kann mir nicht vorstellen, dass er Gestalten am Waldrand sehen kann. Wenn das Rascheln von denen kam, dann wirkte das für mich im letzten Satz zu nah.

Auch dass er darüber nachdenkt, dass jemand anderes ihn verteidigen muss wirkt für mich zu konstruiert. Er ist schwer verletzt, stirbt vielleicht. Er merkt, dass er nicht aus eigener Kraft aufstehen kann. Er hört ein Rascheln, weiß aber, die Katze ist tot. Denkt man in dieser Situation an mehr Angreifer? Resigniert man? Ich denke, dass das Gehirn hier verzweifelt nach einer Lösung sucht, einer Hoffnung. Dass er versucht, einen Arm zu heben, um auf sich aufmerksam zu machen.


Ich finde das Ende sehr schön, weil es ziemlich offen ist. Sind das seine Leute? Ein anderer Stamm? Freunde? Feinde? Ist er noch zu retten?
Nur an der Moral von der Geschicht würd ich noch feilen, bzw. wie du sie rüberbringst. Auch wenn du seine Erkenntnis, dass er aus eigener Schuld in diese Situation geraten ist, nicht direkt erwähnst, würde ich als Leser davon ausgehen, dass er seine Lektion gelernt hat. Ein paar Minuten Todesangst, ein ungewisses Ende, da kann man förmlich zwischen den Zeilen lesen, wie er einen Deal mit seinen Ahnen schließt. Das simple Wort "Hilfe" reicht eigentlich schon, um rüberzubringen, dass er seine Einstellung ändert: Er kann es nicht allein. Er braucht Hilfe. Denkprozess in Gang gesetzt.
Aber bitte formuliere anschließend das "es war seine Schuld, er hatte sie verlassen" nicht aus. Das wissen wir, denn das war der ganze Punkt der Geschichte bis hierher. Trau uns zu, dass wir die Punkte verknüpfen, und dann trauen wir es umgekehrt auch Ven zu, dass er das endlich tut. Nur ist er halt im Moment nicht in dem Zustand, das lange in Gedanken auszuformulieren. Ein simples "Hilfe. Rena ... Mado ..." und vielleicht ein verzweifeltes Tränchen würden es völlig tun.


Hmm, soll ich noch was über die Geschichte im Gesamten sagen? Charaktere ausarbeiten etc hatten wir ja. Was du dir überlegen solltest ist, inwieweit du den Hintergrund überhaupt erwähnst (Erkundungstour wird zur Jagd, Stamm hat erst kürzlich das Gebiet gewechselt, etc), denn vieles ist für die Geschichte ziemlich irrelevant. Sie jagen eine Katze, und Ven will sie mehr als die anderen. Er will das Fell, um damit anzugeben. Das reicht doch. Wenn du Schwierigkeiten hast, Mado als Charakter zu entwickeln, solltest du dir überlegen, ob du die Anführernummer nicht rausnimmst. Er verhält sich eh nicht wie einer. Lass ihn der ältere Bruder sein, vernünftiger, aber auch zögerlicher, und der Konflikt zwischen beiden macht genauso Sinn, ohne dass man sich andauernd fragt, warum Mado sich jetzt nicht endlich mal durchsetzt.
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Re: Der einsame Jäger (AT) (4/4)

Beitragvon after eight » 30.07.2015, 20:46

Lieber Ankh,

ich komme gar nicht mehr hinterher!

Die Sonne legte einen Schimmer auf das Fell der Katze. Ven dachte, er würde sie überraschen, doch sie sah ihn an.

Hier fehlt mir ein Übergang. Eben noch war er im hohen Gras verborgen und die Katze irgendwo weiter vorne auch. Jetzt stehen sie sich gegenüber. Lass ihn wenigstens ein Grasbüschel beiseite schieben oder einen Busch umrunden oder so.


Brächte auch mehr Atmo in die Sache.

Alle Geräusche verstummten. Es gab nur sie beide. Jäger und Gejagten. Ven hob seinen Speer einmal hoch in den Himmel, wie als Gruß.

:shock: Trottel.


Pass auf, er ist sensibel!

Dann schoss die Bestie auf ihn zu und er vergaß jeden Gedanken, der nichts mit seinem Überleben zu tun hatte.

Das ist an sich gut, aber seltsam formuliert, als denkt er, dass er an nichts anderes denkt. "Seine Gedanken fokussierten sich nur noch aufs Überleben" oder so wäre dynamischer.


Jup!

Der Sprung der Katze galt seinem Hals, doch er warf sich zur Seite und rollte durch die Gräser das Gras. Das Brüllen zerriss sein Trommelfell.

Wird er wirklich davon taub, oder fehlt da ein "fast"? Die Frage wäre hier auch, ob ein Mann, der mit einem Speer jagt, so viel Ahnung von Anatomie hat, dass er weiß, was ein Trommelfell ist. "Das Brüllen ließ ihm die Ohren zufallen" dürfte aus seiner Sicht die realistischere Beschreibung sein.


Nehme ich raus, ist sowieso irgendwo übertrieben.

Im nächsten Moment spürte er sie auf sich, das Gewicht, das ihn zu zerquetschen drohte. Den Speer hochzureißen kostete ihn so viel Kraft, dass er schrie.

Das fällt mir schwer, mir vorzustellen. Sie sitzt auf ihm, er kriegt sowieso kaum Luft, und braucht alle Kraft für den Speer. Wo nimmt er den Atem für den Schrei her?


Wäre mir nie aufgefallen :oops:

Die Spitze versank im Fell des Monsters. Krallen fuhren über seine Brust. Schmerzen.

Ich mag deine Fragmentsätze, aber das "Schmerzen" kommt so allein ein wenig unmotiviert daher.


Kann man auch weglassen. Er ist momentan doch ohnehin mit Adrenalin voll und spürt es nicht.

Er rammte seine Daumen in ihre Augen, so fest, dass sie die Katze aufheulte. Mit aller Kraft stemmte er sich nun gegen sie, zwang sie zum zurück weichen Zurückweichen. Doch sie war noch da.

Wo soll sie denn auch plötzlich sonst sein? Eben war sie noch am Ende seiner Daumen.


Was ist denn DA passiert?! Man, den Satz hatte ich (zu Recht) verdrängt.

Sein Speer steckte in ihr. Er wollte den Schaft packen, doch die Krallen der Katze schlitzten seinen Arm auf. Ven sah Blut(Komma) und für einen Moment verdunkelte sich sein Blickfeld. Das war viel Blut.


Ne, vor "und" kommt kein Komma. Oder meinst du stattdessen?

Heiße Klingen zogen durch sein Fleisch. Mit einem Schrei und einem roten Schwall befreite er seinen Speer, stach erneut zu. Diesmal ging ein Ruck durch den Körper der Katze. Stille. Sie schauderte und wich von ihm zurück.

Das sieht dramatisch aus, aber ich denke, sie würde kämpfen bis zum Tod. Wenn sie noch Kraft hat zurückzuweichen, dann hat sie auch Kraft nochmal zuzubeißen.


Ja, das wäre echt logischer. Aber ich will ihn ja nicht sterben lassen (bevor er seine Lektion gelernt hat :lol:)

Ven konnte für einen Moment nur ihrer beider Atem hören. Er wagte keine Bewegung. Dann hörte er, wie sie stöhnend zusammenbrach.

Wieso hört er das, und sieht es nicht? Und stöhnen Katzen wirklich?


Weil er auf dem Boden liegt. Später sieht er aber auch die Gestalten. Hachja, die Logik...

Der Stamm, seine Familie, würde so stolz auf ihn sein. Ja, auf die Beine kommen. Stöhnend kämpfte er sich hoch, auf die Knie. Sein Blick fiel auf die Katze, einen Hügel aus Fell, dort, wo sie verendet war. Er hatte sie getötet und jetzt war sie ein Kadaver, den bald die Würmer fressen würden. Seinen Augen fielen auf den roten Boden. Ein Fuß auf die Erde gestemmt wollte er aufzustehen, doch seine Sicht flackerte. Ein weiteres Mal versuchte er es, doch sein Bein gab nach und er sackte zurück.

Hier schreibst du sehr schön, wie er seine Verletzungen ignoriert, bis sein Körper ihm den Dienst versagt. Lass ihn das auch vorher tun.
Die Würmer sollen sie fressen? Wollte er nicht das Fell haben? :wink:


Okay. Das mit den Würmern hatte ich zur Dramatik drin: Auf einmal merkt er, wie unnötig sein Drang nach Ruhm war. Betonung liegt auf "aufeinmal", die Message habe ich ziemlich reingezwungen.

Hilfe. Jemand musste ihm helfen.
Doch er war vollkommen allein. Mado hätte ihm geholfen, wäre er hier gewesen. Aber er und Rena waren auf dem Weg zurück zum Stamm, sie hatten ihn verlassen. Nein, er hatte sie verlassen. Das hier war seine Schuld. Die Gewissheit machte sich in ihm breit. Seine Schuld.

Okay, irgendwie ist es logisch, das es darauf hinauslief, aber hier wirkt mir die Moral doch etwas zu plump. Und seine Gedanken für seinen Zustand zu wohlformuliert. Ein gestammeltes "Mado... Rena..." bringt das genausogut rüber, weil wir ja selber wissen, dass sie nicht da sind, und dass seine Idee blöde war.


Ein Rascheln schreckte ihn auf. Ven hob die Augen vom Boden und wusste, dass er dem Tod geweiht war.

Warum? Noch eine Katze? Eben hoffte er noch auf Hilfe. Selbst wenn er nicht mit seiner Gruppe rechnet, da waren Fußspuren am Bach, von daher hat er eine Chance dass ihn irgendjemand findet. Think positive!


Ja und ja.

Auch dass er darüber nachdenkt, dass jemand anderes ihn verteidigen muss wirkt für mich zu konstruiert. Er ist schwer verletzt, stirbt vielleicht. Er merkt, dass er nicht aus eigener Kraft aufstehen kann. Er hört ein Rascheln, weiß aber, die Katze ist tot. Denkt man in dieser Situation an mehr Angreifer? Resigniert man? Ich denke, dass das Gehirn hier verzweifelt nach einer Lösung sucht, einer Hoffnung. Dass er versucht, einen Arm zu heben, um auf sich aufmerksam zu machen.


Kommt rein.

Aber bitte formuliere anschließend das "es war seine Schuld, er hatte sie verlassen" nicht aus. Das wissen wir, denn das war der ganze Punkt der Geschichte bis hierher. Trau uns zu, dass wir die Punkte verknüpfen, und dann trauen wir es umgekehrt auch Ven zu, dass er das endlich tut. Nur ist er halt im Moment nicht in dem Zustand, das lange in Gedanken auszuformulieren. Ein simples "Hilfe. Rena ... Mado ..." und vielleicht ein verzweifeltes Tränchen würden es völlig tun.


Gut, Subtilität ist angesagt. Verstanden.

Hmm, soll ich noch was über die Geschichte im Gesamten sagen? Charaktere ausarbeiten etc hatten wir ja. Was du dir überlegen solltest ist, inwieweit du den Hintergrund überhaupt erwähnst (Erkundungstour wird zur Jagd, Stamm hat erst kürzlich das Gebiet gewechselt, etc), denn vieles ist für die Geschichte ziemlich irrelevant. Sie jagen eine Katze, und Ven will sie mehr als die anderen. Er will das Fell, um damit anzugeben. Das reicht doch. Wenn du Schwierigkeiten hast, Mado als Charakter zu entwickeln, solltest du dir überlegen, ob du die Anführernummer nicht rausnimmst. Er verhält sich eh nicht wie einer. Lass ihn der ältere Bruder sein, vernünftiger, aber auch zögerlicher, und der Konflikt zwischen beiden macht genauso Sinn, ohne dass man sich andauernd fragt, warum Mado sich jetzt nicht endlich mal durchsetzt.


Ich stimme Dir natürlich zu. Für eine Kurzgeschichte muss man die Charaktere klarstellen, ohne sich ellenlang in irrelevanten Hintergründen zu verstricken.

Für diese Geschichte hatte ich zuerst im Sinne, dass sie die erste von aufeinanderfolgenden Kurzgeschichten ist, die sich erstmal um Ven, später um andere Stammesmitglieder drehen.
Bei den vielen Anregungen und Baustellen (und Ideen, was ich noch machen könnte) weiß ich allerdings nicht mehr, ob ich noch mit einer "Kurzgeschichte" (jedenfalls in dieser Länge) auskomme.
Was ich damit sagen will, ist, dass ich beim Überarbeiten viel ändern will. Charaktere, Setting und die grobe Moral will ich so lassen, es kann nur sein, dass sich die Geschichte etwas anders entwickelt und länger wird.

Vielen Dank auch für diese Rückmeldung. Ich werde die Teile nach morgen vorläufig rausnehmen und überarbeiten. Mal gucken, ob ich es in einer Woche schaffe :mrgreen:

Liebe Grüße
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