[Liebe]Der erste Kuss

Liebe, Romantik, Sehnsucht

[Liebe]Der erste Kuss

Beitragvon szymzicke » 20.05.2015, 22:56

Hallo!
Es sei gesagt, dass es sich bei folgendem Text um einen (romantischen) Ausschnitt aus meinem Gestaltwandler-Buchprojekt handelt, etwa in der Mitte.
Es ist natürlich schon einiges passiert, was ich hier jetzt nicht alles erklären kann, aber ich finde, man kann die Stelle auch so verstehen. Der Anfang und Schluss sind etwas geschnitten, damit ich nicht noch weiter über die 1000-Wort Grenze komme (1023, wenn mein Programm nicht irrt)
In dem kleinen Spoiler hier ist eine ganz knappe Skizze der vorkommenden Charaktere/vorherigen Szene, ich weiß nicht, ob man das zum Verständnis braucht, oder ob es gar noch zu wenig ist :) Auf Nachfrage kann ich gerne noch was dazu sagen.
Spoiler: Anzeigen
Rowen und Sophie: Beide erwachsen, streiten sich öfter, es hat schon ordentlich geknistert, aber (wie im Titel zu lesen) bis jetzt ist nie was gelaufen :) Sie blockt viel ab, ist misstrauisch und vorsichtig was fremde Leute angeht. Die beiden kennen sich noch nicht lange, er hätte sie aber gerne mehr in seiner Nähe.
Josh und Maddy: 13/10 Jahre, Sophies Geschwister und mit ihr gewissermaßen "auf der Flucht".
Felix: Erst kürzlich zu Sophie und Kindern gestoßen, etwas rebellisch.
Zur Szene: Rowen hat Sophie (plus Anhang) gerade aus einer schwierigen Situation geholfen, aber sie ist etwas undankbar, was auch daran liegt, dass sie sozusagen gegen ihren Willen in Rowens Haus gebracht wurde.

Ich würde mich sehr über eure Kritik freuen, es ist alles erwünscht - Stil, Rechtschreibung, Grammatik - einfach alles, was ihr findet =)

»Was hast du eigentlich vor? Willst du dich umbringen? Hast du auch nur einen Gedanken an deine Kinder verschwendet? Du bringst sie in Gefahr. Hier wären sie sicher!«
»Es geht dich überhaupt nichts an, was ich mache und warum! Und die Kinder gehen dich auch nichts an!«
»Verdammt noch mal, Sophie! Ich versuche doch nur dir zu helfen!«
Ich musste mir eingestehen, dass er das sogar tat. Ohne ihn wäre ich nicht weiter gekommen mit meiner Recherche.
»Danke«, presste ich heraus.
»Und wer ist der Kerl, den du neuerdings mit dir rumschleppst?«
»Er heißt Felix.« Und er steht hinter dir, hätte ich am liebsten gesagt. Ihm war doch klar, dass Felix und Hector unser Gespräch verfolgen konnten, oder? Wenigstens waren Josh und Maddy nicht mehr im Raum. Ich musste herausfinden, wohin die beiden gebracht worden waren.
Rowen trat jetzt näher und sprach leiser, aber nicht weniger aufgebracht.
»Felix!«, spuckte er den Namen aus, »Wo hast du ihn kennengelernt? Glaubst du nicht, dass er ein bisschen jung ist, um mit dir durch die Gegend zu ziehen?«
Wenn Rowen mich so anfauchte, hatte ich das Gefühl ein Teenie zu sein, der Anschiss von seinem Vater bekam.
»Sag mal, geht’s noch? Was geht dich das denn an? Wir sind zusammen unterwegs, der Rest brauch dich nicht zu interessieren!«
Das schien ihn noch wütender zu machen.
»Und was erzählt er seiner Familie? Wie alt ist er überhaupt? Ist er noch minderjährig?«
Bei diesen Worten schnaubte Felix ärgerlich hinter Rowens Rücken. Ich zog die Stirn kraus und neigte mich zur Seite, um an Rowen vorbei sehen zu können.
»Felix, wie alt bist du eigentlich?«
»Neunzehn! Ich bin volljährig! Man, sehe ich aus wie ein Kind, oder was?!«
Rowen warf ihm einen Blick über die Schulter zu und Felix zog verärgert den Kopf ein. Ich wusste genau, was das für ein Blick war. Der eines Raubtiers, das klarstellte, wer hier der Boss war. Ein selbstbewusster Jäger, der Respekt forderte. Ich konnte Felix nicht verübeln, dass er vor dieser Herausforderung zurückschreckte.
»Wir sprechen da drinnen weiter!«, herrschte Rowen mich an und schob mich in sein Büro. Felix stand neben Hector und warf mir einen fragenden Blick zu. Ich versuchte ihm zu verstehen zu geben, dass er einfach machen sollte was man ihm sagte. Ob er es verstand bekam ich nicht mehr mit, denn Rowen knallte die Tür hinter uns zu.
»Was hast du eigentlich für ein Problem?«, fragte ich ihn gereizt. Er stand direkt vor mir und versperrte den Weg zur Tür. Ich wich ein paar Schritte zurück in den Raum hinter mir, bis ich an seinem Schreibtisch anstieß. Er kam hinterher und fixierte mich dabei.
»Was ich für ein Problem habe? ICH?! Was für ein Problem hast du?! Du rennst weg, lässt dir nicht helfen – du bringst deine Kinder in Gefahr und schleppst einen Teenager mit dir herum, den du augenscheinlich noch keine fünf Minuten kennst!«
Ich habe nur ein Problem – dich!, wäre die passende Antwort gewesen, aber ich konterte mit einer Gegenfrage.
»Wo sind Josh und Maddy? Wo habt ihr sie hingebracht?«
»In ein Gästequartier. Ihr bleibt dort, bis wir ein paar Sachen geklärt haben!«
»Geklärt, was denn bitte geklärt?«
»Zum Beispiel wie wir für eure Sicherheit sorgen können und wo wir euch unterbringen werden!«, er klang so autoritär, dass ein Teil von mir nachgeben wollte. Aber ein anderer Teil reagierte aufmüpfig.
»Was ist, wenn wir nicht hier bleiben wollen?«
»Ihr werdet hier bleiben!« Seine Stimme war gefährlich laut geworden. Mein Herz hämmerte und ich konnte nicht entscheiden, warum. War es die Angst, die Rowens Tonfall in mir auslöste, oder die Leidenschaft, die in seinen Augen brodelte?
Mir war heiß. Warum machte mich streiten bloß an? Ich korrigierte mich sofort. Streiten mit Rowen machte mich an. Und seine Nähe.
Ich konnte ihn spüren, als ob eine elektrische Spannung von ihm ausging. Die Härchen auf meinen Armen stellten sich auf, wie bei einer Gänsehaut. Ich musste mich daran erinnern zu atmen, denn instinktiv hatte ich die Luft angehalten, um ihn nicht noch mehr zu verärgern. Wovon hatten wir gerade gesprochen?
»Das ist nicht deine Angelegenheit!«, brachte ich hervor. Das passte auf jeden Fall zu dem Gesprächsverlauf, oder? Er war mir so nahe gekommen, dass sich unsere Nasenspitzen fast berührten.
»Ich entscheide, was meine Angelegenheit ist! Und du bist meine Angelegenheit!«, fauchte er. Mit beiden Händen hatte er meine Arme gepackt und hielt mich fest.
»Das kannst du nicht einfach bestimmen!«, empörte ich mich. Meine Wangen waren heiß und ich lehnte mich zurück. Er brachte mich durcheinander.
Seine Augen glitten suchend über mein Gesicht und ich erkannte eine Befriedigung darin, die mich wütend machte.
Was glaubte dieser arrogante Mistkerl eigentlich -
Harte, unnachgiebige Lippen trafen auf meine. Ein warmes Kribbeln breitete sich in mir aus wie ein Feuer. Im ersten Moment hatte ich die Augen noch aufgerissen, in seine gestarrt, die mich zu hypnotisieren schienen. Dann wurden meine Lippen nachgiebig, meine Lider schlugen zu und mit einem kehligen Seufzen verlor ich das letzte bisschen Selbstachtung. Meine Arme fanden von allein den Weg zu seinem Hals, umschlangen ihn und zogen ihn näher. Ich spürte seine Hände auf meiner Taille, wie sie warm und stark meinen Unterleib an seinen pressten.
Ein Stöhnen grollte in seiner Kehle, als meine Lippen sich auf seinen bewegten und er ging auf das Angebot ein.
Irgendwo im hintersten Winkel meines Kopfes registrierte ich, dass sich eine seiner Hände unter mein Oberteil schob und meinen Rücken streichelte, doch der Großteil meiner Gedanken kreisten um das, was mein Mund anstellte.
Ohne mein ausdrückliches Einverständnis bewegten sich meine Lippen, tanzen mit seinen einen leidenschaftlichen Tanz. Stöhnende, lustvolle Laute entsprangen meiner Kehle, während sich unsere Körper noch näher aneinander pressten. Konnte es passieren, dass zwei Körper verschmolzen? Ich war mir sicher, dass genau das gerade passierte. Unter meinen Fingern waren seine Haare glatt und kurz, lang genug jedoch um fest hineinzugreifen und ihn noch näher an mich zu drücken.
»Hrmhrm.«
Wie aufs Stichwort fuhren wir auseinander. Mein Atem ging stoßweise und ich wagte es nicht, Rowen in die Augen zu blicken. An der Tür stand Hector, mit einem halb amüsierten, halb ernsten Gesichtsausdruck.
»Was, Hector?! Was zum Henker kann nicht warten?!«



Version 1: (Zum Lesen bitte scrollen)
»Was hast du eigentlich vor? Willst du dich umbringen? Hast du auch nur einen Gedanken an deine Kinder verschwendet? Du bringst sie in Gefahr. Hier wären sie aber sicher!«
»Es geht dich überhaupt nichts an, was ich mache und warum! Und die Kinder gehen dich auch nichts an!«
»Verdammt noch mal, Sophie, ich versuche doch nur dir zu helfen!«
Ich musste mir eingestehen, dass er das sogar tat. Ohne ihn wäre ich nicht weiter gekommen mit meiner Recherche.
»Danke«, presste ich heraus.
»Und wer ist der Kerl, den du neuerdings mit dir rumschleppst?«
»Er heißt Felix.« Und er steht hinter dir, hätte ich am liebsten gesagt. Ihm war doch klar, dass alle unser Gespräch verfolgen konnten, oder? Wenigsten waren Josh und Maddy nicht mehr im Raum. Ich musste herausfinden, wohin die beiden gebracht worden waren.
Rowen trat jetzt näher und sprach auch leiser, aber nicht weniger aufgebracht.
»Felix!«, spuckte er den Namen aus, »Wo hast du ihn kennengelernt? Glaubst du nicht, dass er ein bisschen jung ist, um mit dir durch die Gegend zu ziehen?«
In Rowens Nähe und vor allem wenn er mich anfauchte hatte ich immer das Gefühl ein Teenie zu sein, der Anschiss von seinem Vater bekam.
»Sag mal, geht’s noch? Was geht dich das denn an? Wir sind halt zusammen unterwegs, der Rest brauch dich nicht zu interessieren!«
Das schien ihn noch wütender zu machen.
»Und was erzählt er seiner Familie? Wie alt ist er überhaupt? Ist er noch minderjährig?«
Bei diesen Worten schnaubte Felix ärgerlich hinter Rowens Rücken. Ich zog die Stirn kraus und neigte mich zur Seite um an Rowen vorbei sehen zu können.
»Felix, wie alt bist du eigentlich?«
»Neunzehn! Ich bin volljährig! Man, sehe ich aus wie ein Kind, oder was?!«
Rowen warf ihm einen Blick über die Schulter zu und verärgert zog Felix den Kopf ein. Ich wusste genau, was das für ein Blick war. Der eines Raubtiers das klarstellte, wer hier der Boss war. Ein selbstbewusster Jäger, der Respekt forderte. Ich konnte Felix nicht verübeln, dass er vor dieser Herausforderung zurückschreckte.
»Wir sprechen da drinnen weiter!«, herrschte Rowen mich an und schob mich in sein Büro. Felix stand neben Hector und warf mir einen fragenden Blick zu. Ich versuchte ihm zu verstehen zu geben, dass er einfach machen sollte was man ihm sagte, aber ich bekam nicht mehr mit, ob es ankam, denn Rowen knallte die Tür hinter uns zu.
»Was hast du eigentlich für ein Problem?«, fragte ich ihn gereizt. Er stand direkt vor mir und versperrte meinen Fluchtweg. Ich wich ein paar Schritte zurück in den Raum hinter mir, bis ich an seinem Schreibtisch anstieß. Er kam hinterher und fixierte mich dabei.
»Was ich für ein Problem habe? ICH?! Was für ein Problem hast du?! Du rennst weg, lässt dir nicht helfen – du bringst deine Kinder in Gefahr und schleppst einen Teenager mit dir herum, den du augenscheinlich noch keine fünf Minuten kennst!«
Ich habe nur ein Problem – dich!, wäre die passende Antwort gewesen, aber ich konterte mit einer Gegenfrage.
»Wo sind Josh und Maddy? Wo habt ihr sie hingebracht?«
»In ein Gästequartier. Ihr bleibt dort, bis wir ein paar Sachen geklärt haben!«
»Geklärt, was denn bitte geklärt?«
»Zum Beispiel wie wir für eure Sicherheit sorgen können und wo wir euch unterbringen werden!«, er klang so bestimmend, dass ein Teil von mir nachgeben wollte. Aber ein anderer Teil reagierte aufmüpfig.
»Was ist, wenn wir nicht hier bleiben wollen?«
»Ihr werdet hier bleiben!« Seine Stimme war gefährlich laut geworden. Mein Herz hämmerte und ich konnte nicht entscheiden, warum. War es die Angst, die Rowens Tonfall in mir auslöste, oder die Leidenschaft, die in seinen Augen brodelte?
Mir war heiß. Warum machte mich streiten bloß an? Ich korrigierte mich sofort. Streiten mit Rowen machte mich an. Und seine Nähe.
Ich konnte ihn spüren, als ob eine elektrische Spannung von ihm ausging. Die Härchen auf meinen Armen stellten sich auf, wie bei einer Gänsehaut. Ich musste mich daran erinnern zu atmen, denn instinktiv hatte ich die Luft angehalten um ihn nicht noch mehr zu verärgern. Wovon hatten wir gerade gesprochen?
»Das ist nicht deine Angelegenheit!«, brachte ich hervor. Das passte auf jeden Fall zu dem Gesprächsverlauf, oder? Er war mir so nahe gekommen, dass sich unsere Nasenspitzen fast berührten.
»Ich entscheide, was meine Angelegenheit ist! Und du bist meine Angelegenheit!«, fauchte er. Mit beiden Händen hatte er meine Arme gepackt und hielt mich fest. Bestimmt würde er mich schütteln, nur um seinen Standpunkt klar zu machen, aber er rechnete nicht mit meiner Sturköpfigkeit.
»Das kannst du nicht einfach bestimmen!«, empörte ich mich. Meine Wangen waren heiß und ich lehnte mich zurück. Er brachte mich durcheinander.
Seine Augen glitten suchend über mein Gesicht und ich erkannte eine Befriedigung darin, die mich wütend machte.
Was glaubte dieser arrogante Mistkerl eigentlich -
Harte, unnachgiebige Lippen trafen auf meine. Ein Kribbeln, Wärme breitete sich in mir aus wie ein Feuer. Im ersten Moment hatte ich die Augen noch aufgerissen, in seine gestarrt, die mich zu hypnotisieren schienen. Dann wurden meine Lippen nachgiebig, meine Lieder schlugen zu und mit einem kehligen Seufzen verlor ich das letzte bisschen Selbstachtung. Meine Arme fanden von allein den Weg zu seinem Hals, umschlangen ihn und sowie mein Körper sich an ihn drängte zogen sie ihn näher. Ich spürte seine Hände auf meiner Taille, wie sie warm und stark meinen Unterleib an seinen pressten.
Ein Stöhnen grollte in seiner Kehle, als meine Lippen sich auf seinen bewegten und er ging auf das Angebot ein.
Irgendwo im hintersten Winkel meines Kopfes registrierte ich, dass sich eine seiner Hände unter mein Oberteil schob und meinen Rücken streichelte, doch der Großteil meiner Gedanken kreisten um das, was mein Mund anstellte.
Ohne mein ausdrückliches Einverständnis bewegten sich meine Lippen, tanzen mit seinen einen leidenschaftlichen Tanz. Stöhnende, lustvolle Laute entsprangen meiner Kehle, während sich unsere Körper noch näher aneinander pressten. Konnte es passieren, dass zwei Körper verschmolzen? Ich war mir sicher, dass genau das gerade passierte. Unter meinen Fingern waren seine Haare glatt und kurz, lang genug jedoch um fest hineinzugreifen und ihn noch näher an mich zu drücken.
»Hrmhrm.«
Wie aufs Stichwort fuhren wir auseinander.

Zuletzt geändert von szymzicke am 23.05.2015, 13:46, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Der erste Kuss

Beitragvon IPatricia » 21.05.2015, 08:24

Hey!

Ich nutze mal den frühen Morgen, um dir Feedback zu deiner Arbeit zu geben. :)


Erster Eindurck: Es liest sich ziemlich flüssig. Man bemerkt auf jeden Fall, dass du das Sprachliche gut beherrscht. Ich mag die Kombination aus Ich-Perspektive und Präteritum, damit hast du mich also schonmal gekördert. :D
Es ist natürlich schwierig, den Inhalt einer Szene vollständig zu beurteilen, wenn man den vorherigen Verlauf der Geschichte nicht kennt. Aus diesem Grund gehe ich im einzelnen auf diese spezielle Szene ein.

[...]an deine Kinder verschwendet?


SInd es tatsächlich ihre Kinder? Das kann ich mich schwer vorstellen, deshalb würde ich hier "die Kinder" vorziehen, um Missverständnisse zu vermeiden.

Hier wären sie aber sicher!


Das aber kannst du streichen, das klingt für mich durch dieses Wort eher wie ein trotziges Kind, wobei er doch gerade die autoritäre Person in dieser Szene sein soll.

Verdammt noch mal, Sophie, ich versuche doch nur dir zu helfen!


Besser: Verdammt nochmal, Sophie! Ich versuche doch nur, dir zu helfen! So klingt es etwas ärgerlicher und ausdrucksstärker in meinen Augen.

Und er steht hinter dir, [...]


Gedanken würde ich kursiv schreiben.

Wenigsten [...]


Wenigstens.

[...] und sprach auch leiser [...]


Das "auch" kann man hier streichen. Klassisches Füllwort, das an dieser Stelle nicht nötig ist.

In Rowens Nähe und vor allem wenn er mich anfauchte hatte ich immer das Gefühl ein Teenie zu sein, der Anschiss von seinem Vater bekam.


Okay, hier gibt es zwei Dinge. Erstens, die Konstruktion des Satzes.
In Rowens Nähe, vor allem immer dann, wenn er mich anfauchte, hatte ich stets das Gefühl, ein Teenie zu sein, der [...]
Du siehst, das ist ein recht verworrener Satz. Ich würde das "vor allem immer dann" weglassen und es im nächsten Satz einschieben. Zusätzlich gefällt mir das Wort "Anschiss" nicht. Es passt irgendwie nicht richtig, genauso wenig wie Teenie. Ich würde stattdessen Teenager verwenden, und für Anschiss dann etwas wie Standpauke. Dann würde das ungefähr so aussehen:
In Rowens nähe beschlich mich stets das Gefühl, ein Teenager zu sein, der gerade eine Standpauke vom Vater bekam. Vor allem immer dann, wenn er mich auf diese Weise anfauchte.

Ich zog die Stirn kraus und neigte mich zur Seite um an Rowen vorbei sehen zu können.


Vor das Wort "um" kommt ein Komma. Das wollte ich nur erwähnen, weil du sowieso sehr wenige Fehler gemacht hast. Wenn man sie an einer Hand abzählen kann, dann kann man darauf hinweisen. :D

[...]und verärgert zog Felix den Kopf ein


Diese Satzstellung gefällt mir nicht. Besser: [...] und Felix zog verärgert den Kopf ein.

Der eines Raubtiers das klarstellte, [...]


Hinter Raubtier ein Komma.

Ich versuchte ihm zu verstehen zu geben, dass er einfach machen sollte was man ihm sagte, aber ich bekam nicht mehr mit, ob es ankam, denn Rowen knallte die Tür hinter uns zu.


Auch etwas verworren. Ich würde hier zwei Sätze daraus machen. Also etwa so:
Ich versuchte, ihm zu verstehen zu geben, dass er einfach machen sollte, was man ihm sagte. Ob es ankam, konnte ich nicht mehr sehen, denn Rowen knallte die Tür hinter uns zu.

[...] und fixierte mich dabei.


Anstelle von "dabei" würde ich vielleicht "eindringlich" nehmen. Dabei passt hier für mich nicht und eindringlich verleiht dem Blick noch einmal eine gewisse Intensität.

Warum machte mich streiten bloß an?


"Erregte" finde ich hier ein besseres Wort.

[...] hatte ich die Luft angehalten um [...]


Vor dem "um" wieder ein Komma.

meine Lieder


Achtung, "Lider".

[...] und sowie mein Körper sich an ihn drängte zogen sie ihn näher.


Hier ist irgendetwas nicht ganz stimmig. Sieh' diesen Teil des Satzes noch einmal an, ich weiß nicht genau, was es ist.

»Hrmhrm.«
Wie aufs Stichwort fuhren wir auseinander.


Das war ein Räuspern, nehme ich an? Dann würde ich das auch so darstellen, denn es kommt dem Leser vor, als ob einer der beiden dieses Geräusch in Ekstase von sich gibt, was aber nicht der Fall sein dürfte, wenn man sich den nächsten Satz anschaut. Besser wäre:
Ein Räuspern riss uns aus der gemeinsamen Trance. Erschrocken fuhren wir auseinander, als hatte jemand ein magisches Wort gesagt.
Oder so etwas. :D

So, das war's. Es mag dir vielleicht viel vorkommen, aber eigentlich sind es im Großen und Ganzen nur recht kleine Anmerkungen.

Mein Fazit:

Da ich die Figuren noch nicht gut genug kenne, kann ich deren Verhalten natürlich schlecht beurteilen. Sophie kommt mir zu Beginn ein wenig wie ein trotziges Kind rüber und Rowen zu herrisch, aber da ich die Vorgeschichte nicht kenne, habe ich keine Ahnung, ob sie immer so sind oder nur in dieser speziellen Situation. :D
Ich mag deinen Schreibstil auf jeden Fall und man kann sich bildlich vorstellen, was du gerade beschreibst. Das ist immer gut! Auch die Gefühle sind nachvollziehbar und man findet gut in das Gefühlsleben deiner Protagonistin herein. Es hat mir also sehr gefallen und diese Szene macht auch neugierig auf den Rest des Textes.

Ich hoffe, meine Anmerkungen können dir ein wenig helfen. Bleibt mir nur zu sagen, dass ein Großteil dieser Dinge auf meiner persönlichen Meinung und meinem Geschmack beruhen. Aus diesem Grund ist das natürlich kein Patentrezpt, deshalb nimm' dir davon, was für dich Sinn macht, und den Rest kannst du so stehen lassen. :wink:

Ich wünsche dir weiterhin viel Erfolg beim Schreiben! :girl:
IPatricia
 
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Re: Der erste Kuss

Beitragvon ixti » 22.05.2015, 12:13

Hallo szymzicke :beckon:
Ich habe eben in deinen Text reingelesen und da er mir sehr gefallen hat, lasse ich dir jetzt einen Kommentar da.

»Was hast du eigentlich vor? Willst du dich umbringen? Hast du auch nur einen Gedanken an deine Kinder verschwendet? Du bringst sie in Gefahr. Hier wären sie aber sicher!«

Das kleine "aber" stört meiner Meinung nach den Lesefluss. Würde ich einfach weglassen.
Das mit den Kindern hat ja IPatricia schon erwähnt, da schließe ich mich ihr einfach mal an.

[...] Und die Kinder gehen dich auch nichts an!«

Bei "den Kindern" handelt es sich hier doch um Josh und Maddy - sehe ich das richtig?
Ich würde in dem Fall lieber "meine Geschwister" oder die Namen verwenden, sonst wirkt der Dialog auf mich wie geschiedene Eltern, die über ihren Nachwuchs streiten :D

Ich musste mir eingestehen, dass er das sogar tat. Ohne ihn wäre ich nicht weiter gekommen mit meiner Recherche.
»Danke«, presste ich heraus.

Ohne den genauen Inhalt zu kennen, ist es natürlich nicht leicht, die Szene zu beurteilen, aber sie gesteht ihm hier ein, dass er ihr bei irgendeiner Recherche weitergeholfen hat. Er bezieht sich im Satz davor ja aber auf ihre Geschwister - für mich hängt das nicht so richtig zusammen. Ich hoffe es ist nachvollziehbar, was ich meine :oops:

»Er heißt Felix.« Und er steht hinter dir, hätte ich am liebsten gesagt. Ihm war doch klar, dass alle unser Gespräch verfolgen konnten, oder? Wenigsten waren Josh und Maddy nicht mehr im Raum. Ich musste herausfinden, wohin die beiden gebracht worden waren.

Hier kann ich mir die Szene nicht richtig vorstellen: Sophie und Rowen stehe mit (allen?) in einem Raum und streiten? Aber niemand reagiert?

In Rowens Nähe und vor allem wenn er mich anfauchte hatte ich immer das Gefühl ein Teenie zu sein, der Anschiss von seinem Vater bekam.

In Rowens Nähe, besonders wenn er mich so anfauchte, fühlte ich mich wie ein Teenager, der Anschiss von seinem Vater bekam.
So würde mir der Satz besser gefallen.

[...]Wir sind halt zusammen unterwegs, der Rest brauch dich nicht zu interessieren!«

Das "halt" würde ich weglassen.

Wie alt ist er überhaupt? Ist er noch minderjährig?«
[...] Ich zog die Stirn kraus und neigte mich zur Seite um an Rowen vorbei sehen zu können.
»Felix, wie alt bist du eigentlich?«

Diese Stelle finde ich ohne Kontext merkwürdig. Sind Sophie und Felix wirklich nur befreundet? Wieso weiß sie nicht wie alt er ist? :thinking:

Ich versuchte ihm zu verstehen zu geben, dass er einfach machen sollte was man ihm sagte, aber ich bekam nicht mehr mit, ob es ankam, denn Rowen knallte die Tür hinter uns zu.

Diesen Satz finde ich etwas umständlich. Lieber einen Punkt setzten. Vielleicht so?
Ich versuchte noch ihm zu verstehen zu geben, dass er einfach machen sollte was man ihm sagte. Ob es ankam, bekam ich nicht mehr mit, denn Rowen knallte die Tür hinter uns zu.

Er stand direkt vor mir und versperrte meinen Fluchtweg.

Wieso Fluchtweg? Die beiden scheinen sich ja zu kennen und sie hat keine Angst. Ich würde einfach [...] versperrte mir den Weg nehmen.

[...] er klang so bestimmend, dass ein Teil von mir nachgeben wollte.

Das Wort gefällt mir nicht, leider fällt mir im Moment aber kein besseres ein :oops:

Ich korrigierte mich sofort.

Die Formulierung finde ich unglücklich, weil man sich selbst in Gedanken ja nicht so richtig korrigiert.

[...] denn instinktiv hatte ich die Luft angehalten um ihn nicht noch mehr zu verärgern.

Nur deshalb oder nicht eher, weil er sie so anmacht? (Darum geht es ja in den Sätzen davor) :thinking:

»Das ist nicht deine Angelegenheit!«, brachte ich hervor. Das passte auf jeden Fall zu dem Gesprächsverlauf, oder?
[...]
»Ich entscheide, was meine Angelegenheit ist! Und du bist meine Angelegenheit!«, fauchte er. Mit beiden Händen hatte er meine Arme gepackt und hielt mich fest.

Die Stelle gefällt mir besonders gut :2thumbs:

Bestimmt würde er mich schütteln, nur um seinen Standpunkt klar zu machen, aber er rechnete nicht mit meiner Sturköpfigkeit.

Wenn er nicht mit Sturköpfigkeit rechnet, wieso sollte er sie dann schütteln?


Seine Augen glitten suchend über mein Gesicht und ich erkannte eine Befriedigung darin, die mich wütend machte.
Was glaubte dieser arrogante Mistkerl eigentlich -

Nochmal, sehr gelungen :)

Ein Kribbeln, Wärme breitete sich in mir aus wie ein Feuer.

Ich würde mich hier entscheiden: Entweder breitet sich ein Kribbeln oder Wärme aus. Oder eben ein warmes Kribbeln oder kribbelnde Wärme :D
(Warmes Kribbeln wäre mein Favorit)

Die nachfolgende Kuss-Szene ist sehr schön geschrieben, allerdings seufzen und stöhnen die beiden für meinen Geschmack etwas viel :mrgreen:

»Hrmhrm.«
Wie aufs Stichwort fuhren wir auseinander.

Die Stelle verstehe ich nicht. Wer oder was macht das Geräusch und wieso fahren sie auseinander?



Allgemein finde ich deine Dialoge sehr natürlich und gelungen. Vor allem Felix Reaktion und Verärgerung kann ich mir hier bildlich vorstellen:
»Neunzehn! Ich bin volljährig! Man, sehe ich aus wie ein Kind, oder was?!«


Ich würde mich sehr freuen, wenn man deine Geschichte irgendwann ganz lesen könnte :nod:

Ich hoffe, der Kommentar ist jetzt nicht zu lange geworden :oops:
Liebe Grüße :)
ixti
 
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Re: Der erste Kuss

Beitragvon szymzicke » 23.05.2015, 11:47

Hallo ihr Lieben!
Vielen Dank erst Mal für eure Kommentare, die haben mir sehr weiter geholfen!

Zum Inhaltlichen/Verständnis, weil ihr beide angemerkt habt, dass "deine Kinder" nicht so gut passt: Es sind tatsächlich "nur" ihre Geschwister, aber das weiß Rowen nicht und Sophie versucht auch den Eindruck zu erwecken, es wären ihre eigenen :)

Gut finde ich, dass ihr mir einige Sätze markiert habt, die zu lang oder zu verschachtelt sind, dann das ist so meine große Nemesis :)

Zu dem Schluss des Ausschnittes: Ich musste etwas kürzen wegen der Wortzahl, deswegen habe ich nach dem Räuspern geschnitten, dass im nächsten Satz als das von Hector identifiziert würde (schlecht geschnitten, sorry :( ).

Vielen Dank noch mal! Ich werde in den nächsten Tagen überarbeiten und dann noch mal die neue Version hochladen :)

Liebe Grüße!
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