Der Garten

Natur, Tiere, Umwelt

Der Garten

 
Der Garten

Sie wiegen sich im Wind, die Bäume. Der Dunkelrote trägt seine Krone direkt über dem weißen Ofen, der wie ein winziges Haus aussieht, als wolle er ihn vor Wind und Wetter schützen. Im Schutze seines herbstlich gefärbten Blattwerkes verstecken sich kleine Vögel. Sie zwitschern aufgeregt, reden alle durcheinander, und eine neugierige Katze umkreist den Baum mit seinen Bewohnern.
Es ist eine andere Welt, eine ganz kleine Welt, abgeschottet vom Rest und bewahrt von einer Mauer, einer weißen, und einer grünen Hecke.
Dieser Flecken Erde ist sehr gepflegt und wird von Katzen und Vögeln und Menschen bewacht. In einem Käfig in diesem Garten leben die Schwachen, die Meerschweinchen und das Kaninchen. Der mittlerweile recht kühl gewordene Wind wird in den nächsten Wochen eisiger. Er wird den grünen Garten mit seinen Bewohnern und dem dunkelroten Baum peitschen. Und auch die Sonne wird dem Winter weichen und den Garten ihrem Kontrahenten, dem Schatten, überlassen. Welcher das Grün und Weiß und Rot verdunkelt, so, als würde er den Farbton auf einer Skala, jeweils ein Stück weit in Richtung Trübe verschieben.

Ro-Muu, Oktober 2009

von Ro-Muu

Re: Der Garten

 
Hallo,

eine nette kleine Geschichte, aber irgendwie kommt bei mir die Emotion nicht richtig an.
Es geht ja um den Übergang vom Herbst zum Winter, wenn ich das richtig verstanden habe ?
Das ganze ist irgendwie sehr "beschreibend" geschrieben, dadurch entwickelt sich bei mir kein richtiges Gefühl dafür.

Mir ist aber dafür nur ein kleiner Fehler aufgefallen:

Und auch die Sonne wird dem Winter weichen und den Garten ihrem Kontrahenten dem Schatten überlassen.

"dem Schatten" müsst doch in Kommas gesetzt werden, oder ? Also ein Komma vor "dem" und eins nach "Schatten".

Lg,
Steffi

von Snaky_Millie

Re: Der Garten

 
Hallo Steffi.

Vielen lieben Dank für Deinen Hinweis! Du hast vollkommen Recht, natürlich muss ich "dem Schatten" in Kommas setzen! :lol:

Ursprünglich wollte ich ein anderes Werk reinstellen, wozu mir jedoch die Geduld fehlte, da es mehr als zweitausend Wörter hat, und dadurch hätte aufgeteilt werden müssen. Was mir ohnehin nicht gefällt, da dann die ganze Spannung verloren gehen würde.
"Der Garten" war tatsächlich auch nur als Übung gedacht, weshalb dieser Text auch so beschreibend daherkommt.
Dennoch hat er mir von den Bildern, die er erzeugt und seinem Klang ganz gut gefallen.

Liebe Grüße.

Ro-Muu

von Ro-Muu

Re: Der Garten

 
Moin,
eine nette Geschichte, aber irgendwie fehlt mir noch der springende Punkte. Irgendwein Aufhänger zB., im Moment wird das ganze noch ein wenig nichtssagend und langweilig auf mich.
Vielleicht würde es auch helfen, den Satzbau etwas stärker zu variieren.

Auch ist mir nicht ganz klar, was es mit diesem Abschnitt auf sich hat:
Ro-Muu hat geschrieben:Dieser Flecken Erde ist sehr gepflegt und wird von Katzen und Vögeln und Menschen bewacht. In einem Käfig in diesem Garten leben die Schwachen, die Meerschweinchen und das Kaninchen.


Meiner Meinung nach fehlt hier auch noch etwas die Erklärung.

von Roms

Re: Der Garten

 
Hallo Ro-Mu,
Es passiert eine ganze Menge in Deinem Garten. Das erzählst Du. Dennoch bleibe ich merkwürdig unberührt. Geschichten haben einen Anfang, eine Mitte und ein Ende. Diese Geschichte, so scheint mir, hat nur eine Mitte, sie weckt eine Erwartung in mir und ist dann zu Ende. Mit einem Satz...
Welcher das Grün und Weiß und Rot verdunkelt, so, als würde er den Farbton auf einer Skala, jeweils ein Stück weit in Richtung Trübe verschieben.

..der zwar Objekt und Prädikat aber kein Subjekt hat.

Aber beginnen möchte ich am Anfang (kein schlechter Ort um zu beginnen):
Sie wiegen sich im Wind, die Bäume.

Der (verdrehte) Satzbau soll etwas bewirken. Aber was, außer ein Stocken beim Lesen ?
Schön würde mir der Satz gefallen:
"Die Bäume wiegen sich im Wind"

Das gleiche Stocken entsteht durch den eingeschobenen Nebensatz in:
Der Dunkelrote trägt seine Krone direkt über dem weißen Ofen, der wie ein winziges Haus aussieht, als wolle er ihn vor Wind und Wetter schützen.

Ich würde den Nebensatz weglassen:

Der Dunkelrote trägt seine Krone direkt über dem weißen Ofen, als wolle er ihn vor Wind und Wetter schützen.

Dann kommt wieder etwas mit schützen:
Im Schutze seines herbstlich gefärbten Blattwerkes verstecken sich kleine Vögel.

Das scheint mir doppelt merkwürdig:
a) wegen des doppelten 'schutz' Wortes
b) die gleichen Vögel sind im nächsten Satz die, die mit Katz und Mensch das Fleckchen bewachen. Sind das also 'versteckte Wächter"?

Gefallen würde mir:
Im herbstlich gefärbten Blattwerk (tummeln/verstecken/toben/flattern...) (sich) kleine Vögel

Dann stolpere ich über den nächsten Satzdreher:
...abgeschottet vom Rest und bewahrt von einer Mauer, einer weißen, und einer grünen Hecke.

Ich kann mir vorstellen, das soll ein Stilmittel sein. Aber es stoppt ohne erkennbaren Grund den Lesefluß.

Mir gefiele:
...abgeschottet vom Rest und bewahrt von einer weißen Mauer und einer grünen Hecke.

Und vor dem Ende (s. oben) benutzt Du ein Bild, das mir fremd vorkommt:
die Sonne wird dem Winter weichen und den Garten ihrem Kontrahenten, dem Schatten, überlassen


Ein Kontrahent bezeichnet eine Person, keine Sache, und wenn es denn der Kontrahent sein muß, dann wäre er der Kontrahent des Sonnenlichts (und nicht der Sonne), meine ich. Wie wäre:
"die Sonne wird dem Winter weichen und den Garten dem Schatten überlassen".?

Gruß

von brehb

Re: Der Garten

 
Hallo, Ro-Muu

beim Lesen Deiner kleinen, netten Geschichte denke ich auch an unseren Garten. Aus Deiner Sicht ist er ein Reich für sich. Ich empfinde (mit Blick auf unseren Garten) es fehlt eine gewisse Dramatik. Diese Dramatik würde der Geschichte "Feuer und Pfeffer" geben. Nun, alleine die Tatsache, dass er sehr gepflegt ist, schließt aus, dass es "dramatisch" ist. Dennoch wäre es für den Leser nützlich, noch mehr Einzelheiten zu erfahren. Nenne die Vögel: Amsel, Drossel, Fink und Star, und wie sie alle heißen, wie sind sie in den Garten gekommen ? Was machen sie so den ganzen Tag ? Beschreibe, wenn Du kannst, die Nester, die Jungen. Die Angst vor den Katzen. Wie heißen die Katzen, vermutlich haben auch Deine Meerschweinchen einen Namen, nenne sie. Erweitern könntest Du noch Deine Erzählung, was diese kleine Gesellschaft macht, wenn es Winter wird und sehr kalt ist. (Vorausgesetzt Du hast diese Erfahrung schon erlebt). Und das wäre schon ein Schuß "Dramatik". -

Günter

von Günter Otto

Re: Der Garten

 
Hallo Günter.

Ich danke Dir ganz herzlich für Deine Kritik!
Du hast natürlich Recht, der Geschichte fehlt es an Spannung und Dramatik. Nun habe ich sie allerdings spontan geschrieben, ohne mir viel Gedanken darüber zu machen, welches Potential dieser Garten in sich birgt.
Leider war es nicht mein Garten, weshalb ich mich schwer tue, mit einer genaueren, überarbeiteten und spannungsgeladenen Fassung.
Deine Ratschläge sind dennoch sehr nützlich und ich werde sie in Zukunft eher beachten!

Danke.

Ro-Muu

von Ro-Muu