[Spannung]Der Geist und seine Lämmer

Krimi, Thriller, Horror, Geistergeschichten, Abenteuer und alles andere, was die Nackenhaare zu Berge stehen lässt.

[Spannung]Der Geist und seine Lämmer

Beitragvon Letter_Princess » 17.10.2012, 14:16

Hallöchen.
Also. Ich habe mich jetzt mal an eine Gruselgeschichte rangewagt, allein deshalb, weil der Halloweenschreibwettbewerb stattfinden. Allerdings bin ich ganz neu in diesem Bereich und ein Gewinn bleibt mir fern. Trotzdem hoffe ich ,dass ihr Spaß oder Grusel daran habt, meine Geschichte zu lesen...

Der Geist und seine Lämmer

30.10.2000
Vielleicht ist es nicht ganz normal, dass ich mit meinen Gedanken und Überzeugungen in der Vergangenheit liege, doch die größte Aufgabe in meinem ganzen Leben ist der Beweis eines Aberglaubens. Ich, Richard Owen möchte, nein, muss beweisen, dass Geister wie auch Hexen und all die anderen Mythenkreaturen wirklich existieren. Dabei ist dieser Hokuspokus schon längst in Vergessenheit geraten. Um meinen Beweis zu erhalten reise ich zu einem alten Landgut in Rumänien, wo sich ein Besitzergreifender Geist die Menschen zum Untertan macht. Schon als ich vor dem Eingangstor stand, zischte mir das Adrenalin durch die Adern. War es wirklich eine gute Idee, dieses Leichtzerfallene Schloss in der Einöde zu besuchen? Die Geister im Inneren schienen nur nach mir zu rufen!
Der unfreundliche Taxifahrer ließ mich aussteigen, warf mir noch einen letzten, grimmigen Blick zu. Ich knallte die Tür absichtlich fest zu, wendete mich von ihm ab und betrachtete das alte Eisengitter. Die Stangen wurden schon seid Jahrhunderten von Efeu umrankt. Ich stocherte kurz zwischen dem Gestrüpp bis ich endlich das Schlüsselloch getroffen hatte und den Dietrich umdrehte.
Triumphierend stampfte ich über den Innenhof. Eine unmenschliche Kälte schockfrostete meinen Körper. Für einen Moment starrte ich auf die verwitterte Fassade des Spuckhauses. Ein mutiges Grinsen stahl sich auf mein Gesicht, als ich mich auf den Weg machte. Unter meinen Füßen fühlte sich der Flasterstein eher wie Treibsand an. War es etwa Angst, die meine Beine wie Wackelpudding zerfließen lies?
Das in einen blassen Grünton gefärbte Haus mit seiner veralteten Holzveranda war nicht das einigste, dass einen Gruselmoment in mir auslöste. Auf den Holztreppen saß ein kleines Mädchen, um die 10 Jahre alt, dass sein bleiches Gesicht hinter dem schwarzen zu Zöpfen gebundenen Haar versteckt hatte. Ich schluckte.
,, He, Kleine. Was machst du denn hier?“, fragte ich und das ungewöhnliche Zittern in meiner Stimme machte mir Angst, ,,das ist doch keine Gegend für kleine Mädchen.“
Sie erhob ihren Kopf und warf mir einen hilflosen Blick zu. Ihre Augen glänzten in einem blutdurstigen Rot.
,, Was?“, fragte sie, ihre Laut war rau und bedrohlich. Sie kniff ihre Augen wütend zu und musterte mich. Sie war wohl aus einer ganz anderen Zeit, denn sie trug ein knielanges dunkelblaues Kleid mit weißen Spitzen am Saum. Ihre Füße waren von Schrammen übersäht, ohne Schuhe.
,, Was machst du hier?“, fragte ich erneut, als sie wieder in ein hoffnungsloses Schluchzen zurück kehrte.
,, Verschwindet!“, befahl sie mir verängstigt, ,,Ich möchte nicht mehr mit jemanden reden, bis dieser Albtraum endlich ein Ende genommen hatte!“
Traum? Schon jetzt war mir die Situation unangenehm, dabei hatte ich das Spukhaus noch nicht einmal betreten.
,, Du denkst, du träumst?“, hakte ich nach. Weinend nickte sie. Nur schwer konnte ich mir ein heiseres Lachen verdrücken.
,, Wie bist du hier her gekommen?“.
Wieder erhob sie ihren kleinen Kopf, ihr zerzaustes Haar stand in alle Richtungen. Sie streckte ihren zierlichen Arm aus und deutete zitternd auf etwas hinter mir. Das dachte ich zumindest. Hinter mir war der Nebel so stark, dass ich meine eigene Hand vor dem Auge nicht erkennen konnte. Jetzt erst begriff ich, dass sie auf meine in Falten gelegte Stirn deutete. Mein Kiefer klappte nach unten. War es eine Andeutung darauf, dass sie nur in meiner Fantasie existierte?
,, Erst war ich ein gewöhnliches Mädchen aus dem feinsten Hause, jedoch hat man mich entführt. Diese rüpelhaften Männer zerrten mich einst auf den Hof und ließen mich in Ketten hier. Sie sprachen davon, dass ich eine Opfergabe wäre.“, sie schluchzte laut, erhob sich und kam schwanken auf mich zu, ,, Dann lernte ich Grismour kennen.“
,, Grismour?“, mir verschla8 es die Sprache.
Mit einem fiesen Lächeln nickte sie:,, Grismour ist mein Gott, mein wahrer Schöpfer. Er hat mich neu erschaffen, mir neue Hoffnung geschenkt.“
,, Und weshalb hast du geweint?“
,, Lockmittel“, kicherte sie listig, ,,du bist die neue Opfergabe für Grismour!“
Noch nie in meinem ganzen Leben hatte ich mich so verdammt gefühlt. In all den angeblichen Spukhäusern, an all den Ruinen hatte ich nie Angst empfunden. Allerdings war das jetzt eine völlig andere Situation. Diese schockartig auftauchende Kälte eroberte mich , alles versteifte an mir.
,, Es ist ein herrliches Gefühl“, versicherte das kleine Mädchen mir, während ich versuchte aus meiner Starre zu entkommen. Jede kleine Bewegung zerrte an meinen Nerven.
Vor meinen Augen löste sich das kleine Mädchen aus vergangener Zeit in schwarzen Rauch auf, die Schwaden zischten durch die Herbstluft und tanzten um mich herum.
,, Was hast du vor“, zischte ich mit zusammengebissenen Zähnen.
,, Richard! Richard!“, vernahm ich plötzlich eine tiefe Stimme, die ein Echo mit sich brachte.
Die schwarze Verräucherung blieb kurz vor meinen Augen stehen und ein bleiches Gesicht entwickelte sich ihm Dunst. Es war blutig, narbig, auf einer Seite hässlich auf der anderen Seite aber auch atraktiv.
,, Keine Sorge, Richard!“, jetzt erst bemerkte ich, dass es meine Lippen waren, die sprachen, als würde mich jemand anderes kontrollieren, ,,Alles wird gut, Richard. Ich werde für dein Wohlfühlen sorgen. In meinem Schoß wirst du dich sicher fühlen. Aber du darfst dich nicht wehren. Lass dich fallen Richard. Lass dich fallen!“
Mit einem Mal wurde mein Körper schwach. All die Mühe die ich mir gegeben hatte waren verschwunden. Es war so, als würde ich sterben. Jeder Muskel, jeder Nerv lockerte sich und langsam schien sich mein Körper von den Strapazen zu erholen. Licht machte sich vor meinen Augen breit. Mir kam es vor, als würde ich in einen ewigen Schlaf schreiten.
,,Nein!“, jaulte ich mit einem Mal, als ich zur Besinnung gekommen war. Jetzt wollte ich noch nicht sterben, nicht auf diese Weise.
,, Du widersetzt dich mir?“, ertönte die grimmige Stimme ,die anscheinend Grismour gehörte. Ich hatte meinen Körper wieder befreit, obwohl ich nicht wusste wie. Hastig, aber wie betrunken torkelte ich über den Flasterstein, dessen Oberfläche immer noch der eines Treibsandbeckens glich. Ich schnaufte vor Anstrengung. Dort vorne, kaum 10 Meter von mir entfernt ragte das Eisengitter.
Fortsetzung....
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Re: Der Geist und seine Lämmer

Beitragvon Duplica » 17.10.2012, 19:38

Hallo LetterPrincess,

ich habe gerade entdeckt, dass Deine Geschichte noch nicht kommentiert wurde. Sie ist aber auch ganz schön lang :)
Möchte das hiermit ändern.
Ich kommentiere den Text nun beim ersten Lesen.

Letter_Princess hat geschrieben:dass ich mit meinen Gedanken und Überzeugungen in der Vergangenheit liege,


Mit einer Überzeugung in der Vergangenheit liegen, verstehe ich schlichtweg nicht. Was meinst du damit?

Letter_Princess hat geschrieben:Um meinen Beweis zu erhalten reise ich zu einem alten Landgut


Sollte das heißen "reiste" und du hast einfach nur das t vergessen?

Letter_Princess hat geschrieben:Hokuspokus


Finde ich an dieser Stelle unpassend. Finde nicht, dass Geister und Hexen Hokuspokus sind.
Ein anderer Vergleich wäre schöner.Vielleicht ganz einfach "dieser Aberglaube", aber dir fällt sicher Besseres ein.

Letter_Princess hat geschrieben:Der unfreundliche Taxifahrer ließ mich aussteigen, warf mir noch einen letzten, grimmigen Blick zu. Ich knallte die Tür absichtlich fest zu, wendete wandte mich von ihm ab und betrachtete das alte Eisengitter. Die Stangen wurden schon seid Jahrhunderten von Efeu umrankt. Ich stocherte kurz zwischen dem Gestrüpp bis ich endlich das Schlüsselloch getroffen hatte und den Dietrich umdrehte.


Warum ist dieser Taxifahrer unfreundlich? Warum ein letzter grimmiger Blick? Waren die davor auch schon grimmig? Warum?
Hier fehlt mir irgendwie das Geräusch des davonfahrenden Taxis, das nochmal betont, dass "Ich" jetzt alleine ist.
Was mir noch einfällt:
Weiter oben steht "ich" noch vor dem Eingangstor, dann erst steigt er aus dem Taxi aus und steht wieder davor.

Letter_Princess hat geschrieben:Triumphierend stampfte ich über den Innenhof. Eine unmenschliche Kälte schockfrostete meinen Körper. Für einen Moment starrte ich auf die verwitterte Fassade des Spuckhauses. Ein mutiges Grinsen stahl sich auf mein Gesicht, als ich mich auf den Weg machte.


Hier mangelt es mir ein wenig an Vorstellungskraft. ;)
Also - die Person stampft (ich fände hier wenn, dann stapft besser) triumphierend und gleichzeitig(?) wird ihr Körper schock gefrostet.
Ich frage "gleichzeitig?", weil in diesem Satz nichts darauf hinweist, wann diese "Frostung" passiert.
Ich stapfte über den Innenhof, als plötzlich eine unmenschliche Kälte meinen Körper schockfrostete (was immer das auch sein mag;))

Dann stelle ich mir jemanden, der schockgefrostet ist, wie jemanden vor, der nun starr steht. Bewegungsunfähig.
Ich wunderte mich also ein wenig, als die Person nach nur einem Satz, einem Moment, wie du schreibst, grinsend weitergeht.
Also würde ich das Schockfrosten rauslassen.
Vielleicht verspürt er einen Hauch einer unmenschlich wirkenden Kälte, oder so.

Letter_Princess hat geschrieben:Unter meinen Füßen fühlte sich der Flasterstein eher wie Treibsand an


Ich bin zwar noch nie in Treibsand geraten, aber ich glaube nicht, dass sich Treibsand anders anfühlt, als "normaler" Sand. ;)
Das heißt, die Person fühlt unter ihren Füßen etwas, das sich wie Sand anfühlt, der sie nach unten zieht, oder einsaugt.
Vielleicht wäre es hier besser, dem Pflasterstein die gefühlte Kraft des Treibsandes zuzuschreiben, also in etwa so:
Der Pflasterstein unter meinen Füßen schien sich zu bewegen, als wäre ich in Treibsand geraten.

Letter_Princess hat geschrieben:War es etwa Angst, die meine Beine wie Wackelpudding zerfließen lies?


Die Stelle mag ich eigentlich. Ich mag, dass die Person doch ihre Angst zugibt, bzw ihr zumindest eine Chance einräumt. ;)
Allerdings hört sich der Satz an, als würden ihre Beine zerfließen und demnach, wie die Geschichte weitergeht, glaube ich nicht, dass das hier der Fall ist.
Abgesehen davon meine ich auch nicht, dass Wackelpudding zerfließt... der glibbert ja eher, wackelt, zittert, bibbert, ist weich.
War es etwa Angst, die meine Beine zittern ließ? Aber das kriegst du sicher besser hin.

Letter_Princess hat geschrieben:Das in einen blassen Grünton gefärbte Haus mit seiner veralteten Holzveranda


Kurz und präzise das Haus beschrieben, ich konnte es mir sofort gut vorstellen, WEIL man diese Art Haus aus Filmen kennt.
Ich persönlich mag es lieber, wenn ausführlicher beschrieben wird, da es aber eine Kurzgeschichte ist, will ich mich da jetzt mal nicht so reinhängen :)


Letter_Princess hat geschrieben:war nicht das einigste,


Da wolltest du wohl "das Einzigste" schreiben.
Das ist mE umgsngssprachlich, ich würde schlicht war nicht alles schreiben.


Letter_Princess hat geschrieben:Auf den Holztreppen saß ein kleines Mädchen,


Beschreibe doch, wie sie da sitzt. Kauert sie, hat sie die Arme um die angezogenen Beine geschlungen, die zB in weißen Strumpfhosen stecken, hockt sie eher läassig an einen Pfosten gelehnt, oder, oder, oder.

Letter_Princess hat geschrieben:Gesicht hinter dem schwarzen zu Zöpfen gebundenen Haar versteckt hatte.


Okay, hier muss ich an Wednesday Addams denken :)
Die versteckt aber ihr Gesicht nicht hinter Zöpfen, weil Zöpfe das Gesicht eher freigeben, als es zu verdecken.
Oder aber sie hätte eine Rastafrisur..., da hängen die Zöpfe durchaus auch mal ins Gesicht. Das passt aber nicht ins Genre ;)
Wenn sie also Zöpfe hat, wahrscheinlich zwei, würde ich das versteckte Gesicht herausnehmen, oder aber du gibst ihr eine andere Frisur.
Langes, schwarzes Haar, offen getragen,warum nicht mit Pony, um das Mädchenhafte hervorzuheben.
Dann könntest Du auch die Altersagabe weglassen, die versaut irgendwie die Romantik, aber das ist jetzt eine ganz ganz persönliche Meinung!

Letter_Princess hat geschrieben:fragte ich und das ungewöhnliche Zittern in meiner Stimme machte mir Angst,


Ungewähnliches Zittern, was ist das?
Schreibe "ungewohnt", das passt besser, denn Richard scheint vom Zittern in seiner eigenen Stimme überrascht zu sein. Korrigiere mich,w enn ich da etwas falsch verstanden habe.
Ich würde ihn auch nicht Angst haben lassen, denn davon hat er weiter oben schon erzählt. Lass ihn überrascht sein und führe in einem weitern Satz aus, wrum es ihn überrascht. Wundert er sich vielleicht, dass er Angst hat?

Letter_Princess hat geschrieben:Sie erhob ihren Kopf und warf mir einen hilflosen Blick zu. Ihre Augen glänzten in einem blutdurstigen Rot.
,, Was?“, fragte sie, ihre Laut war rau und bedrohlich. Sie kniff ihre Augen wütend zu und musterte mich. Sie war wohl aus einer ganz anderen Zeit,


Hier widersprichst Du Dich in der Beschreibung des Mädchens.
Ist oder wirkt sie nun hilflos, oder ist/wirkt sie eher blutdurstig, bedrohlich, wütend.
Auch die "andere Zeit" würde ich ein wenig näher ausführen, was meinst du für eine Zeit? Evtl einfach nach der BEschreibung der Kleidung einen Vergleich anstellen.

Letter_Princess hat geschrieben:,, Was machst du hier?“, fragte ich erneut, als sie wieder in ein hoffnungsloses Schluchzen zurück kehrte.
,, Verschwindet!“, befahl sie mir verängstigt, ,,Ich möchte nicht mehr mit jemanden reden, bis dieser Albtraum endlich ein Ende genommen hatte!“


Sie kehrt wieder in ein hoffnugnsloses Schluchzen zurück.
Ich hab nochmal nachgelesen, weiter oben steht nichts davon, dass sie schluchzt. Nein, sie mustert Richard nur wütend.
Verängstigt befehlen ist ein so starker Widerspruch, dass ich ihn gerne näher ausgeführt haben möchte.
Ich kann mir schon denken, was Du meinst, aber können das alle Leser?
...befahl sie mir in versucht strengem Ton, doch dabei zitterte ihre Stimme, als wäre sie verängstigt.
Das ist jetzt eher platt, aber du verstehst, was ich meine?

Letter_Princess hat geschrieben:,, Du denkst, du träumst?“, hakte ich nach. Weinend nickte sie. Nur schwer konnte ich mir ein heiseres Lachen verdrücken.


Wieso schließt Richard so schnell darauf, dass das Mädchen DENKT, sie träumt?
Ist er so ein schlauer Fuchs? Ich würde da einen Gedankengang von ihm voranstellen, wie er darauf kommt, dass sie denkt, sie träumt.

Aber warum nur will er denn jetzt lachen?

Letter_Princess hat geschrieben:Wieder erhob sie ihren kleinen Kopf, ihr zerzaustes Haar stand in alle Richtungen.


Wieder ist hier ein WIEDER zuviel. Ich lese nichts davon,dass sie ihren kopf schon einmal gehoben hätte. Es staht auch nichts davon, dass sie ihn sinken lässt.
Außerdem verwirren mich ihre Haare. Die Formulierung gefällt mir nicht.
Ich würde nochmal die Zöpfe erwähnen, was ist mit den Zöpfen? Sind sie zerzaust? Okay, das geht gerade noch, aber da fällt die bestimmt noch etwas Treffenderes ein. Aber abstehen werden sie sicher nicht :)

Letter_Princess hat geschrieben:Jetzt erst begriff ich, dass sie auf meine in Falten gelegte Stirn deutete. Mein Kiefer klappte nach unten. War es eine Andeutung darauf, dass sie nur in meiner Fantasie existierte?


Warum begreift er das? Was bringt ihn dazu, es zu begreifen?
Und wieder der schlaue Herr Owen... er nimmt den Leser nicht mit. Wie kommt er denn darauf, dass ihre Geste eben genau das bedeuten könnte, was er vermutet?

Letter_Princess hat geschrieben:Hinter mir war der Nebel so stark, dass ich meine eigene Hand vor dem Auge nicht erkennen konnte.


Wenn der Nebel hinter ihm so stark ist, frage ich mich Folgendes:
Warum war der nicht vorher schon da? Wenner schon da war, hättest Du ihn erwähnen müssen, wenn nicht, müsstest Du sein plötzliches Auftauchen beschreiben.
Ist der Nebel wirklich nur hinter ihm?
Wenn nein, wie kann er dann das Mädchen sehen? Wenn ja, müsstest Du das deutlich machen, dass er nur hinter Richard ist. Vielleicht in einem extra Satz.

Letter_Princess hat geschrieben:,, Erst war ich ein gewöhnliches Mädchen aus dem feinsten Hause, jedoch hat man mich entführt. Diese rüpelhaften Männer zerrten mich einst auf den Hof und ließen mich in Ketten hier. Sie sprachen davon, dass ich eine Opfergabe wäre.“, sie schluchzte laut, erhob sich und kam schwanken auf mich zu, ,, Dann lernte ich Grismour kennen.“


Ein gewöhnliches Mädchen kommt nicht aus feinstem Hause.
Entweder sie ist ein gewöhnliches Mädchen, oder sie ist ein normales oder unauffälliges Mädchen aus feinstem Hause.

Dann weiß ich nicht, was das für Männer sind. Rüpelhafte Männer zerrten mich...

Letter_Princess hat geschrieben:rismour ist mein Gott, mein wahrer Schöpfer. Er hat mich neu erschaffen, mir neue Hoffnung geschenkt.“
,, Und weshalb hast du geweint?“



Hier springst du mMn etwas zu heftig.
Gerade eben hat das Mädchen dem Herrn etwas erklärt, was er sicher nicht so ohne Weiteres hinnehmen kann - ich hätte erwartet, er stellt ersteinmal Fragen dazu, egal, ob gedanklich oder in Worten.
Ein verwirrtes "Wer ist Grismour?" oder ein stammelndes Nachplappern "G...grismour? Gott?" So könnte man seinen Gefühlszustand nochmal besser andeuten.
Aber Richard fragt, warum sie geweint hat.
Der Leser wird mit einer Information, die er nicht einordnen kann, stehen gelassen, weil Richard sofort nach dem Grund ihres Weinens fgt.
Geht mir zu schnell.

Letter_Princess hat geschrieben:Diese schockartig auftauchende Kälte eroberte mich , alles versteifte an mir.


Na, wo kommt die denn so plötzlich wieder her? ;)
Wenn du "diese" schreibst, meisnt du damit ja eine ganz bestimmte Kälte. Die hast Du zwar schon einmal erwähnt, aber nicht näher ausgeführt, was diese Kälte weiterhin mit Richard gemacht hat. Sie war oben einfach da und einfach wieder weg.
Jetzt ist sie wieder da, aber niemand weiß, weoher sie kommt, warum sie kommt.Würde mir besser gefallen, wenn du da ein wenig mehr erklärst.

...alles an mir versteifte, klingt runder.

Letter_Princess hat geschrieben: auf einer Seite hässlich auf der anderen Seite aber auch atraktiv.

Dieser Satz verwirrt mich.
Zuerst dachte ich, es sei ein zweigeteiltes Gesicht - eine Gesichtshälfte häßlich, die andere attraktiv.
Aber der zweite Teil des Satzes "auf der anderen Seite" und "aber auch", deuten eher darauf hin, dass Du meinst, das Gesicht wirkt irgendwie häßlich, gleichzeitig aber auch attraktiv. Einerseits, andereseits.
Was ist gemeint?
Ist es ein weibliches oder ein männliches Gesicht?

Letter_Princess hat geschrieben:jetzt erst bemerkte ich, dass es meine Lippen waren, die sprachen,


Lippen sprechen eigentlich nicht.
Jetzt erst bemerkte ich, dass sich meine eigenen Lippen bewegten,...


Was ich mich beim Weiterlesen frage:
Wo ist denn jetzt das Gesicht hin?

Dann ertönt plötzlich "die" andere Stimme, die anscheinend Grismour gehört.
Oder ist es überhaupt eine andere Stimme, oder die selbe wie vorher?
Ich weiß es nicht, ich bin da etwas verwirrt.

Letter_Princess hat geschrieben: Flasterstein


Da Du jetzt zum zweiten mal "Flasterstein" schreibst, ist klar, dass es vorhin kein Tippfehler war. ;)
Man schreibt "Pflasterstein".

Letter_Princess hat geschrieben: Mein Herz blieb stehen, dann rannte ich los.


Da muss ich ein bisschen lachen ;)
Sein Herz bleibt stehen und dann rennt er los - mit stehengebliebenem Herzen ;)
Nun, wenn ihm vor Schreck das Herz fast stehenbleibt, ist das ein so wichtiger Moment, dass ich diesen Satz trennen würde.
Asl ich sah, dass Grismour nur noch wenige Meter hinter mir war, blieb mir fast das Herz stehen. oder
Einen Augenblick lang war ich unfähig, mich zu bewegen, als ich sah, dass Grismour mich fast eingeholt hatte.


Was mich hier auch noch verwirrt, ist das ganze Geschehen, ehrlich gesagt.
Also, er ruft "Frei!", das bedeutet für mich, der Spannungsbogen sinkt steil ab.
Es ist geschafft, die VErfolgungsjagd ist zu ende.
Aber hey, da gehts ja noch weiter.
Schön ist das, wenn man als Leser denkt, nun sei die Person gerettet und dann taucht überraschend eine weitere Gefahr auf, aber das finde ich gar nicht so einfach umzusetzen.
In Denem Fall stellt aber Grismour, vor dem wir Richard schon gerettet sahen, eine weitere BEdrohung dar - also sind solche Worte wie "Frei!" und "gescheiterter Geist" fehl am Platz.
Denn noch räumst Du Grismour eine Möglichkeit ein, zu gewinnen, obwohl Du ihn oben als gescheitert titulierst.

Letter_Princess hat geschrieben:Grismour kam auf mich zu gerast, er war wenige Meter vor dem Tor. Mein Herz blieb stehen, dann rannte ich los. Bevor ich den Asphalt der Straße betreten konnte, hatte er mich eingeholt. Der schwarze Körperlose Geist umklammerte auf eine unmenschliche Weise meine Arme und drückte mich in Richtung der Straße.
Es ging so schnell.
Wir flogen beide durch die eisige Luft, kurz davor auf der Straße zu landen, als ein gewaltiger LKW auf uns zu gerasen kam. Schon in der nächsten Sekunde lag ich unter Schmerzen auf dem Boden und ächzte. Unter Leiden erhob ich meinen Oberkörper. In einer Pfütze erkannte ich mein eigenes Gesicht wieder. Narbig, blutig, hässlich wie auch atraktiv. Ich war verstorben.
,, Nun Richard. Du bist nun in meinem Bann!“, lachte Grismour, meine Lippen bebten, als er mich wie eine Marionette benutze. Schwärze umhüllte mich und ich sackte zusammen.


Aha, hier lässt Du Grismour sogar gewinnen.
Villeicht solltest Du oben deutlicher machen, dass Richard nur denkt, er sei frei. Oder die Überraschung, dass Grismour nun doch wieder die Oberhand gewinnt, deutlicher hervorheben.
Lass Richard evtl erst einmal zur Ruhe kommen, bevor der Kampf erneut losbricht.

Dann reihst du scheinbar gelangweilt einen kurzen Satz an den anderen, als wäre dir langweilig.Liest sich in diesm Fall nicht schön weil ja eigentlich ganz schön was passiert.
Da hat es einen Knall gegeben.
Richard liegt mit Schmerzen am Boden.
Im nächsten Satz erhebt er sich schon wieder.
Dann die Erinnernung an das Gesicht, finde ich gut.
Und dann seine Erkenntnis, dass er tot ist.
Und wieder frage ich mich, woher er diese plötzliche Erkenntnis nimmt?
Weil er sein Gesicht ind er Pfütze sieht?
Auch wenn er das vorhin schoneinmal irgendwo in der Luft gesehen hat (mir ist ehrlich gesagt immer noch nicht klar, was das mit dem Gesicht vorhin auf sich hatte.), heißt das ja noch lange nicht, dass er tot ist. Also für mich jedenfalls nicht. Du enthälst dem Leser da etwas vor.

Letter_Princess hat geschrieben: Auf einer frostigen Eisenplatte lag ich


Schade, dass Du hier nicht ein wenig näher beschreibst, wie er darauf kommt, dass er auf einer Eisenplatte liegt.
Gerade hat er noch das Glas angestarrt, dann weiß der Leser nicht, warum er auf einer Eisenplatte liegt.
Fühlt sich der Untergrund rauh an, kalt, sieht er, worauf er liegt?

Letter_Princess hat geschrieben:Das Blut allerdings war mir abgetupft worden und die Narben genäht.


Ja, das weißt Du, der Autor, aber weiß das Richard auch? Ist er wirlich so allwissend, dass er jetzt schon weiß, dass man ihm das Blut abgetupft hat?
Ich glaube, er nimmt ersteinmal nur wahr, dass sein Gesicht sauber und ohne Blut ist. Vermutet vielleicht, dass es ihm abgetupft worden ist.

Letter_Princess hat geschrieben:,, Oh meine Güte!“, eine blondhaarige Krankenschwester schrie entsetzt auf, als sie meinen wieder belebten Körper entdeckte.


Du verrätst dem Leser, dass Richards Körper wiederbelebt ist.
Für mich sah es allerdings ersteinmal so aus, als hätte er geträumt.
Gut, das macht den Reiz ja aus, dass man ein kleines Bisschen auf die falsche Fährte geführt wird.
Ich stelle also fest, er ist im Krankenhaus. Er sagt es mir ja. Er weiß, dass seine NArben genäht wurden, er weiß, dass die blonde Frau, die neben ihm steht, eine Krankenschwester ist.
und er weiß auh, dass sein Körper wiederbelebt ist.
Woher weiß er das alles?
Der Leser will gerne darauf hingeführt werden. Du nimmst die Spannung raus, indem Du einfach sagst, sein Körper ist wiederbelebt. Fertig. Aus.
Aber was ist denn passiert? Wie wurde er wiederbelebt?
Wär schön, zu wissen.

Letter_Princess hat geschrieben:,, Wer sind sie?“, stotternd versuchte sie die Situation zu realisieren.


Hier wechselst Du die Perspektive.
Du schreibst von Anfang an aus Richards Perspektive, dh., er weiß schon wieder etwas, was er eigentlich nicht wissen kann, nämlich, was im kopf der Krankenschwester vorgeht.
"Wer sind Sie", stotterte sie und blinzelte ein paar Mal heftig. Scheinbar wusste sie nicht, wie die Situation einzuschätzen war.

Versetze Dich in Richard, dann weißt Du, was er denkt und was er tut.

Letter_Princess hat geschrieben:,, Mein Name ist Richard. Ich möchte Ihnen auch noch meinen Herren vorstellen. Grismour.“


Ich spekuliere jetzt mal:
Grismour, der Geist, der vorher im Körper des kleinen Mädchens gehaust hat, ist bei Richards Tod durch den LKW in dessen Körper geschlüpft.
Da Richard sich weiterhin als Richard vorstellt und Grismour extra, gehe ich davon aus, dass beide gemeinsam im gleichen Körper hausen. War ja auch beim Mädchen shon ein wenig angedeutet.

Gut, die Idee ist nicht neu.
Du hättest aber mehr daraus machen können.
Wenn ich die GEschichte zu ende gelesen habe, stelle ich mir eine kleine Gruselgeschichte im Fernsehen vor, alles ganz typisch - das alte Haus, das kleine Mädchen mit den Zöpfen und den roten Augen - wobei die hier überflüssig sind, sie bedeuten nichts, kommen nicht noch einmal vor-, der Nebel, der Efeu, das Tor...
Nett.
Aber ich hab mich nicht gegruselt.
Liegt daran, dass ich keinen Spannungsbogen feststellen kann.
Ich werde immer wieder verwirrt durch widersprüchliche Beschreibungen oder plötzlich auftauchende Elemente.
Schade.
Aber mit ein wenig Übung wird das schon! :)

LG
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Re: Der Geist und seine Lämmer

Beitragvon Letter_Princess » 17.10.2012, 22:03

Danke für dein Kommentar... ich bin eben neu in diesem Teil des Schreibens und mit meinen 14 Jahren lerne ich ja auch noch :D
Ich habe die Geschichte verbessert, du warst eine große Hilfestellung :D
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Re: Der Geist und seine Lämmer

Beitragvon Martincool » 11.12.2012, 10:26

Hallo Letter_Princess!

Die Geschichte ist für den ersten Versuch an eine Gruselgeschichte sicher nicht schlecht, jedoch hätte ich ein paar Verbesserungsvorschläge.

Vielleicht ist es nicht ganz normal, dass ich mit meinen Gedanken und Überzeugungen in der Vergangenheit liege, doch die größte Aufgabe in meinem ganzen Leben ist der Beweis eines Aberglaubens.


Dieser Teil fällt einem beim Lesen sofort ins Auge, man stolpert so zu sagen regelrecht darüber.
Ich würde hier anstatt "eines Aberglaubens" schreiben welcher Aberglaube es genau ist , ein Aberglaube liest sich nicht gut.

ch, Richard Owen möchte, nein, muss beweisen, dass Geister wie auch Hexen und all die anderen Mythenkreaturen wirklich existieren.


Ein sehr schöner Satz nur würde ich anstatt Mythenkreaturen doch eher Fabelwesen verwenden.

Landgut in Rumänien, wo sich ein Besitzergreifender Geist die Menschen zum Untertan macht.


wo sich ein Besitzergreifender Geist die Menschen zu Untertan macht

Die Stangen wurden schon seid Jahrhunderten von Efeu umrankt


Woher weiß der Mann das?
Du könntest sonst auch schreiben:
Der Efeu schien die Stange schon seit Jahrhunderten zu umranken.

Eine unmenschliche Kälte schockfrostete meinen Körper.


Anderes Verb ;)

z.B durchzog meinen Körper, erfasste meinen Körper.

,, Was machst du hier?“, fragte ich erneut, als sie wieder in ein hoffnungsloses Schluchzen zurück kehrte.


zurückkehrte

Es war blutig, narbig, auf einer Seite hässlich auf der anderen Seite aber auch atraktiv.


attraktiv
Die schwarze Verräucherung blieb kurz vor meinen Augen stehen und ein bleiches Gesicht entwickelte sich ihm Dunst.


im Dunst

, Keine Sorge, Richard!“, jetzt erst bemerkte ich, dass es meine Lippen waren, die sprachen, als würde mich jemand anderes kontrollieren, ,,Alles wird gut, Richard.


Scheint mir ein bisschen redundant zu sein, es sollte klar sein das er von jemand anderem kontrolliert wird auch wenn du den markierten Teil nicht dazu schreibst.

Ansonsten eine gute Geschichte vorallem für deinen ersten Versuch an einer Gruselgeschichte.

MfG
Martincool
 
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